Archiv der Kategorie: Klatsch am Teetisch

Schachtelhalm

Schachtelhalm

Einen Tee aus der Pflanze verwendet man vor allem zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der Nieren und Harnwege und bei Nierengrieß. Er eignet sich auch zur Behandlung von chronischem Husten und zur Ausschwemmung von Ödemen. In Konzentraten wird Ackerschachtelhalm von Sportlern zur Stärkung von Sehnen und Bändern verwendet. Auch in der Arthrose-Medizin finden Konzentrate (Elixier) erfolgreich Anwendung. Heute ist Acker-Schachtelhalm Bestandteil vieler standardisierter Präparate, wie Rheuma-, Husten-, Nieren-, Blasen– und Blutreinigungstees.

BIO und Tee – ein emotional geladenes Thema

Muzha

Schilder von verschiedenen Teehäuser und Garten im Teeland Muzha-Taiwan. In welcher Richtung Du gehen willst, bleibt es Dir überlassen.

Was habe ich getan, dass das Thema BIO und Tee plötzlich zu einem emotionalen Thema zwischen zwei Fronten geworden ist? Siehe die Streit in letzten zwei Beiträge – ich bin froh über die intensiven Teilnahme!

Ich bin eine Soziologin und beobachte gerne gesellschaftliche Mechanismen, die Menschen bewegen, zu handeln. In meinem Studiumzeit habe ich wirklich verpasst, das Thema BIO und den kulturellen Konsum unter die Lupe zu nehmen.

Kaufe ich gerne BIO – Produkte? Selbstverständlich! Bin ich BIO und Label-Gegner? Jain! Ich bin nicht gegen BIO-Label, aber gegen die Gläubigkeit und diese Autorität als eine absolute Wahrheit wahrzunehmen!

Bin ich selbst die absolute Wahrheit? Jeder, der mein Blog regelmässig besucht, weiss, wie oft ich über mich selbst lache und meine Meinung nie als Autorität vermarkte. Der Teeverkäufer lügt, aber der Tee nicht. Die Sprache des Tees zu verstehen und zu lernen, ist für mich viel wichtiger als an „BIO“ zu glauben.

Menschen müssen mir kein Vertrauen schenken. Warum sollen sie? Warum schenken wir Vertrauen an Polizei? Warum schenken wir unser Vertrauen an Obrigkeit und Autorität?

Diese streitige Diskussion geht nicht mehr um den Tee, sondern um eine Lebenseinstellung, die ich habe. Ich glaube nicht an Fernsehen weil ich an der Medienwissenschaft sieben Jahre lang geforscht habe, wie Medien funktionieren. Ich zweifele gerne an die Autorität, weil es inzwischen so viel geforscht wurde, wie Autorität funktioniert. Kennst Du das dritte Reich? Kennst Du das Theater mit dem Irak und Bush? Kennst Du die Marketingsstrategie unserer Werbeagentur?

Darum hat ein BIO Tee für mich nicht die absolute Bedeutung. Der Tee muss in erster Linie richtig hergestellt und nach dem Tee schmecken, wie er deklariert ist. Ein Oolong muss wie ein Oolong schmecken. Ein Lungjing wie ein Lungjing!

Ein Oolong, der nach traditioneller Anbauweise hergestellt und richtig erzeugt wurde, schmeckt viel lebendiger und interessanter als ein konventioneller Oolong. Ich verkaufe sehr gerne solchen Tee! Er ist allerdings viel teurer und ich importiere diesen Tee vielleicht gerade Mal 20 Kg und kann mir es wirklich nicht leisten, ein Label zu bezahlen. Ich wehre mich nicht dagegen, aber das System ist nicht für einen kleinen Teehändler wie mich gemacht. Darum kann ich diesen Tee nur so beschreiben und deklarieren, aber nicht als BIO. Wenn man mir kein Vertrauen schenkt, ist es vollkommen in Ordnung! Warum sollte man mir Vertrauen schenken? Der Tee spricht für sich ohne ich dazu etwas sagen muss.

Meine Aufgabe ist nicht Vertrauen von Dir zu holen, sondern meine Arbeit richtig machen. Jedes Jahr gehe ich nach Asien, lerne Herstellung des Tees, lerne Geschmäcke des Tees zu verifizieren, lerne die Sprache des Tees zu verstehen. Ich habe nicht die Vision, Menschen zu bekehren, sondern das Wissen mit Menschen zu teilen, die es schätzen. Wenn Menschen mir kein Vertrauen schenken, ist es vollkommen in Ordnung. Meine Arbeit wird dadurch nicht behindert, die Teekultur in Europa zu verbereiten. Ich mache diese Arbeit, nicht um Anerkennung zu holen, sondern weil es am meinen Herzen liegt – ganz unabhängig was andere Menschen denken. Was ist meine Absicht? Nichts. Jeder, der es schätzt, bekommt es. Jeder, der es ablehnt, ist richtig.

Ich liebe Tee und liebe das Blog zu schreiben. Anerkennung und Lob sind schön, auch Kritik und Auseinandersetzung sind dankbar. Ich spiele gerne Dissonanz und schätze Dissonanz sehr – das vermisse ich ein wenig in der Schweizer Oeffentlichkeit. Meine Arbeit wird nicht durch Lob oder Kritik mehr oder weniger Wert haben. Ich habe keine Absicht etwas zu sein oder zu werden, nur eine Vision. Hoffe, der Tee irgendwann selbstverständlich BIO ist und dabei wunderbar schmecken!

In absehbarer Zukunft möchte ich gerne in Zürich ein Teehaus eröffnen, wo wir gute Tees trinken können und dabei richtig streiten oder klatschen!

BIO und Tee

Immer wieder möchten Teefreunde wissen, wie die Schadstoffe im Tee sind. Immer wieder bin ich als Teehändler mit der Frage konfrontiert „Menglin, ist Dein Tee sicher?“ Immer wieder möchte man sichern, dass man gesund und glücklich lebt.

Der Tee aus Taiwan und China ist nicht anders als das Lebensmittel in Europa. Es gibt viele grosse Teebauer, die sich leisten, seinen Produkte als Bio-Tee zertifizieren zu lassen und seinen Tee in einem grossen Stil – industrielle Weise zu produzieren. Es gibt auch viele gute Teebauer, die sehr gute Tees produzieren und nichts von Bio halten – so lange seine Tees immer ausverkauft bevor der Tee überhaupt gepflückt wurde. Es gibt auch viele kleine Teebauer, die auf die modernen Methode verzichte und sich nicht leisten, den Bio Label zu holen. Viele Bauer in Europa haben das gleiche Problem. Sogar Kaffee-Bauer in Kolumbia haben die gleiche Sorgen. Obwohl alle sich bemühen, gute Produkte zu erzeugen, ist das „Bio“ nicht unkostenaufwendig.

Wenn man nur „Bio“ als absolute Kriterien betrachtet, ist es sehr wichtig nur den Tee mit Bio-Label zu kaufen. Obwohl ich die meisten importierten Bio Tees in Deutschland selbst nicht trinken. Sie haben vielleicht schadstoffarm, aber geben mir keinen Genuss – natürlich kann man darüber streiten, was wichtiger ist oder was man unter „Genuss“ versteht.

Eins wurde mir klar als ein Teehändler, Bio-Label wirkt bei meisten Kunde wie ein Qualitätsversprechung, die in der Wirklichkeit nur ein ganz kleines Aspekt deckt und als Geschmacksorientierung gar nichts aussagt…

Für mich ale eine verantwortungsbewusste Teehändlerin ist es sehr wichtig „gute“ Tees unter den Menschen zu bringen, die Tee lieben und schätzen. Gute Tees bedeuten mir, dass sie in einer richtigen Zeit gepflückt, genug gewelkt wurde, genug fermentiert oder gar nicht fermentiert wurde, richtig getrocknet oder richtig geröstet wurden. Wenn man einen grünen Tee trinkt, darf er nicht sauer, trüb und zu bitter schmecken. Wenn man einen Oolong trinkt, darf der Tee nicht grassig, grün und zu bitter schmecken. Diese Dinge sind mir wichtiger als der Bio Label. Weil ein grassiger Oolong unsere Magenschleimhaut reizt und die zu bittere Note unser Herz und Nieren eher überfordert. Dann nützt die drei Buchstaben BIO auch nicht.

Natürlich schmecken mir ein Oolong, der unter traditionellen Methode hergestellt ist, viel lebendiger und interessanter! Es sind Raritäten, die wirklich Freude und Genuss machen! Darum bemühe ich mich solche Tees zu impotieren: Yinzhen aus Organic-Garten (so ein schöner Yinzhen habe ich wirklich noch nie getrunken!), Grüntee Tee wie Nanyue Maofeng, von Insekten befallenen Oolong und Schwarztee etc. Aber ich kann mir nicht leisten für jeden Tees einen Bio Label zu holen. Ich könnte nur meinen Teefreunden mitteilen, wie die Tees gemacht sind. Wenn sie mir nicht glauben, ist es auch in Ordnung. Menschen sollen in unserer Gesellschaft die Möglichkeit haben, das zu glauben, was sie für richtig halten.

Ich habe eine Vision, die Teekultur in Europa zu verbereiten. Wenn wir immer nur an der Diskussion von Bio oder nicht Bio bleiben, kommen wir wirklich nicht weiter. Lernen, was wirklich ein guter Tee schmeckt und schmecken soll, ist wohl befriedender. Seit drei Hundertjahren ist Tee in Europa bekannt, aber das ist daraus entstanden? Aromatisierung des Tees! Anstatt den Tee richtig zu schmecken, fügen Menschen nur noch mehr Zusatzstoffe hinzu. Anstatt sich wirklich mit Tee zu beschäftigen, rührt man lieber die Brei herum. Man kommt nicht weiter, wenn man nur an einem Label festhält – auch wenn diese ehrliche Wörter von meinem Herzen viele Teefreunde provozieren… 

Liebe Sandra, ich könnte Ihnen nicht raten, wo Sie sicher sind, einen Tee ohne Schadstoff zu kaufen. Sind Sie sicher, dass Ihre Wasserleitung schadstofffrei ist?

Geschmäcke im Tee

Ich habe einen Beitrag über fünf Geschmäcke und Tee geschrieben. Viele Teefreunde schrieben mir deswegen Email, weil es Unklarheiten gaben. Sie fragten mich, was ist eigentlich „Bitter“? Schmecken nicht alle Tees bitter?

Ja, sicher alle Tees schmecken bitter. Darum haben alle Tee eine primäre Funktion im Körper: erfrischend, verdauungsfördernd und entgiftend. Aufgrund unterschiedlicher Zusammensetzung und Geschmacksrichtungen haben Sie unterschiedliche Wirkungen.

Dass der Geschmack „bitter“ direkt auf die Organen Herz und Dünndarm wirkt, heisst nicht, dass wir nur bitteren Tee trinken. Es gibt verschiedene Stufen von Bitterkeit. Eine angenehmer bittere Spuren im Tee erweckt unseren Geist und hinterlässt im Abgang ein Hauch von angenehmen Süssen. Diese Geschmackswandlung könnten wir nur bei einem gut hergestellten Tee erleben. Ein bitterer Tee ist keine Garantie von gesundheitsfördernd, sondern Garantie von einer schlechten Herstellung oder der schlechten Kochkunst des Tees. Man könnte mit Zubereitungsmethode den bitteren Geschmack des Tees umgehen. Die Kunst liegt an dem Bewusstsein, wie und wann man Tee aufgiesst. Die Palette der Bitterkeit, die ein Tee uns anbietet, zeigt ebenfalls die Qualität und Raffinesse der Teeherstellung.

Geschmack sauer ist nicht gleich „sauer“. Ein sauerer Tee ist ein „schlecht“ hergestellter Tee. Meister Chen meint mit dem „saueren“ Geschmack keineswegs die aggressive Säure, sondern eine angenehme leicht prickelnde Spur auf der Zunge. Dieses Geschmackserlebnis erleben wir vor allem bei alt gelagerten Oolong Tee, der in einem bestimmten Reifungsprozess leicht nach Umeboshi schmeckt. Auch alle Oolongtees, die richtig verarbeitet und fermentiert wurden – auch wenn er ein grüner Oolong ist, enthalten diese Nuance. Für mich als Profi ist dieser Geschmack die entscheidende Indizien, ob ein Oolong für mich im Kauf in die Frage käme.

So weit für einen Nachtrag über die Geschmäcke des Tees. Ich freue mich auf jede Anregung und Fragen!

Nachtrag zur Tea and Coffee World Cup in Genf

Teefreund Jürg, der amtierte Präsident von schweizer Teeclub schrieb in einem Kommentar über den Anlass von Tea and Coffee World Cup in Genf. Ich wollte nicht diese wertvolle Information nur in kleinem Kommentar verschwinden und poste heute als einen eigenständigen Beitrag!

Hallo Menglin,

Hier doch kurz noch ein Kommentar dazu, damit man das ein bisschen besser versteht.

Der Anlass wird ja durch einen amerikanischen Verlag organisiert, dem Tea and Coffee Trade Journal. Schon im Namen tragen sie also Tee und Kaffee… Dieser Verlag geht zurück auf einen gewissen Williams H. Ukers, der in den 1930er Jahren zwei wahrlich monumentale Werke geschrieben hat, nämlich „All About Tea“ und „All About Coffee“. Beide Werke bestehen aus je zwei Bänden, und enthalten tatsächlich eine Unmenge Informationen über die beiden Getränke, natürlich zum Stand der damaligen Zeit. Ich frage mich ernsthaft, wie das der Mann alles zusammentragen und mit Fotos versehen konnte. Genau wegen dieser grossen Tradition veranstaltet der Verlag immer noch diese kombinierte Messe, und publiziert einen „Ukers Directory“, mit Tausenden Adressen aus der Tee- und Kaffee-Industrie.

Und aus westlicher Sicht haben die beiden Getränke auch tatsächlich eine wahrlich epochale Gemeinsamkeit: sie sind, zusammen mit Kakao, die sog. „grossen Ernüchterer“ Europas, einem Kontinent, der zeitweise im Alkohol zu ertrinken schien.

Mich störte der Kaffeegeschmack an der Messe auch (www.teeclub.ch), ich bevorzuge ganz klar reine Teeveranstaltungen, oder auch Tee-Orte, wo der subtile Geschmack des Tees in der Luft liegt (etwa Mariage in Paris). Sobald das Kaffee mitmacht, ist der Spass vorbei. Und das Parfum-Problem… hatte ich kürzlich auch bei einer Weindegustation, da hat sich der Leiter auch drüber aufgeregt, dass ein paar Damen parfumiert daherkamen. Ein leidiges Problem!

Gruss, Jürg

Tea and coffee world cup

Tee-Erlebnis in Paris

mariage feres Mariage Freres in Paris

Am einen frühsommerlichen Tag flanierte ich in Paris. Zu Fuss ging ich an dem berühmte Teeladen Mariage Freres. Sakura – war das Thema des Monats. Ein Thema zum Tee, was Japan und Paris gleichzeitig verbindet, war bestimmt eine erfolgreiche Verkaufsstrategie.

Mariage Freres ist nicht nur bekannt für die klassischen Teesorten, sondern auch für die „französischen“ Teekreation – Aromatisierung des Tees! Eigentlich wollte ich nicht unbedingt etwas kaufen, nur Neugiere, was mich dahin gezogen hat. Aber der schöne charmante B., in einem engen weissen Anzug, lächelte mir an und fragte mich auf einer französischen Art, die einer Frau nicht unbedingt widerstehen will, ob er mir etwas behilflich sein könnte. Ich lachte. Er guckte mich mit Fragezeichen an. Ich sagte, „Wie könnte man Ihr Charm widerstehen, hier nicht etwas nach Hause als Mitbringsel zum Mitnehmen?“ Wir lachten. Ich wollte die klassischen Teesorten anschauen. Einen Orchideen Thai Oolong hat mich interessiert, der ebenfalls nicht weniger als 50 € für 100g kostet. B. preiste für diesen Tee, aber er konnte mir nicht versichern, ob der Tee nicht aromatisiert wurde. Ich erklärte ihm, dass es ebenfalls einen Oolongbaum Orchideen in China heisst und ich mich sehr dafür interessiere. B. zeigte mir anderen Oolongsorten. Tie Guanyin für knapp 70 € 100g, aber eine Ernte von 2005!! Ein Da Hongpao für mehr als 70€ 100g auch eine Ernte von 2005!! Ich staunte von der langen Lagerzeit, bedankte mich für seine Ehrlichkeit. Er fragte mich vieles über den Tee, weshalb ich so und so über diese Tees äusserte. Er sagte mir, dass er sich sehr freute, mit mir über Tee zu sprechen. Denn er sah, dass er vieles von mir über Tee wissen könnte! „Sie sind ein Expert.“ sagte er, „wissen Sie, wenn Sie gute Tees haben möchten, sollten Sie zu Madame Tseng gehen… vielleicht sollte ich Ihnen es nicht sagen. Aber ehrlich gesagt…“

Wir plauderten und lachten. In diesem von Life-Style dominierten Laden fragte dieser jungen Mann mich aus, was er von Oolong wissen wollte. Ich wollte zum Schluss etwas mitnehmen. ich wollte nicht, dass dieser junge Mann kein Geschäft machte. B. lächelte mich nochmals an und sagte, dass er mir die Tee-Mamelade schenken wollte. “ This is a gift for you! Thank you for the nice time with you.“

Mariage Freres

30 rue du Bourg-Tibourg, Paris 4e
Tel. : +33(0)1 42 72 28 11

Seine Freundlichkeit und Offenheit gab mir einen sehr guten Eindruck. Der Erfolg von Mariage Feres ist nicht zufällig. Sie haben sehr gut geschulte Personal, die kritische Kunden freundlich empfangen und Stammkunde immer warmherzig bedienen.

Ein ganz anderes Erlebnis habe ich in Genf bei Coffee und Tea Messe erlebt. Es war ebenfalls ein Teeladen von Paris, ebenfalls von einem globalen player, der in Shanghai einen Laden betreibt.

Terre de Chine sitzt in Paris und stellte in dieser Messe viele seine Spezialitäten aus. Eine junge Frau Wang demonstrierte Gongfu Cha und sprach Französisch und Chinesisch (man kann unter dieser Link diese junge Dame live erleben). Die wertvollen Tees sind in wunderschönen Bambus-Dosen aufbewahrt und Besucher bewunderten diese schönen Accessories. Ich war auch neugierig und sprach diese junge Dame auf Chinesisch an und hätte sehr gerne einen schönen Lungjing oder Tie Guanyin erlebt haben.

Irgendwie fühlte diese junge Dame Wang prodvoziert und fragte mich, ob es sich überhaupt lohnt, mir einem guten Tee zu geben. Denn einen guten Tee sollte von einem Teekenner getrunken werden. Mich überraschte ihre Direktheit und lachte, “ das müssten Sie selber wissen.“ Sie bereitete widerwillig mir eine Tasse Lungjing und Tie Guanyin, aber das Wasser kochte nicht. Sie bediente alle andere „Langnase“ mit Lächeln und Freundlichkeit. Allen Kunden wurde eine Katalog in die Hand gedrückt. Ich fragte sie, ob ich auch eine haben könnte. Sie fragte mich, wozu? Ich erwiderte mit der gleichen Antwort: “ das müssten Sie selber wissen, ob es sich lohnt.“ Widerwillig gab sie mir eine Katalog. Widerwillig gab sie mir eine Tasse Tee. Widerwillig fragte sie mich, ob ich diese gute Qualität erkennen könnte. Ich versuchte meine wirkliche Meinung anders auszudrücken. Aber dies prvozierte sie wieder. Sie sagte, wenn ich nie in China gewesen wäre, sollte ich lieber mein Mau zuhalten. Wenn ich nicht in Anxi gelebt hätte, hätte ich gar keine Ahnung von Tie Guanyin. Ich schwieg höfflich und ging zu anderer Seite. Ihr französischer Kolleg war sehr freundlich und zeigte mir einen schönen Liuan Guapian. Der Tee hat sehr schöne Blätter, ein schöner Tee! Aber die wunderschöne Bambusdose riecht nach Leim und Bambus. Ich seufzte. Wie Schade! Schade für so einen guten Tee! Höfflich erzählte ich dem Französe von dem Fremdgeruch in der Teedoese. Sein Gesicht war voller Schock und fing an in jeder Dose zu „riechen“…

Sehr schnell verliess ich den Stand. Das war Terre de Chine. Ein Fachgeschäft für Tee? Wenn ein Fachgeschäft seinen Tee in einer nutzlosen und schädlichen  Dekoration aufbewahrt, verät diese Unwissenheit bereits von der Kompetenz des Ladens…

Teetrinken und Fengshui 茶和風水

Stephan ist ein hervorragender Kaffee-Röstmeister und Ursula eine Malerin und zugleich eine Teeladenbesitzerin. Wir pflegen die gemeinsamen Interesse: Tee, Kaffee und Leben.

Meister Chen kam in die Schweiz und hielt ein Fengshui Seminar am Zürichsee. Stephan hatte eigentlich keine Zeit, aber er war aus irgendeinem Grund bei uns zu Besuch. Als Meister Chen erfuhr, dass er eine Kaffeerösterei besitzt, fragte Meister ihn, ob er weiss, was eine spirituelle Kaffeerösterei ist. Er fragte mich, ob ich von dem spirituellen Teetrinken weiss. Wir hörten den Begriff zum ersten Mal und hörten dem Meister zu.

Man trinkt Kaffee oft, einfach um wach zu werden. Man trinkt den Tee oft, um einfach fit zu bleiben. Menschen essen einfach etwas, um Kalorien zu bekommen. Aber der Kaffeeröst-Meister weiss, wie der Geschmack eines Kaffee entstanden ist. Ein Teemeister weiss, wie ein Tee zu seinem guten Geschmack kommt. Und ein Koch weiss, was er kocht.

Der Geschmack bitter geht direkt ins Herz. Ein Kaffeemeister kann durch verschiedene Verfahren verschiedene Bitterkeit steuern. Ebenfalls wie beim Tee. Ein guter bewusster Teemeister weiss, dass Oriental Beauty uns hilft Verdauungskraft zu stärken, während ein leicht salzige Oolong aus Südtaiwan die Nieren-Energie bekräftigt. Eine Kaffeerösterei und Teelager müssen sich an die Sonne-Stellung orientieren, um Kaffee und Tee vor Sonne-Strahlung zu schützen. An welchem Ort sollte man Tee lagern und an welchem Ort sollte der Tee verarbeitet werden gehören zum uralten Wissen von Fengshui. Das ähnliche gilt beim Kochen. Welche Menschen an welcher Jahreszeit sollte bestimmtes Nahrungsmittel essen ist das Geheimnis dieses Wissens .

Das Gespür für den Rythmus der Natur, für die Nahrungsmittel und für den Genussmittel wie Tee und Kaffee haben wir, moderne Menschen mit der Zeit verloren. Eine Verbindung wieder herzustellen wäre unsere Aufgabe heute.

Dezale 

Der Dezale-Kaffee, ein soziales Projekt von Stefan Bühlmann. Direkt aus Kolumbia!

Frage an Tee-Experten

Als ich in Genf bei der Tee und Kaffee-Ausstellung war, fragte ich mich, warum Tee und Kaffee? Ist der Geruch des Kaffees überhaupt mit Tee zu vereinbaren?

Der Raum war gross, so gross wie jede Messe. Der Raum war gefüllt mit Menschen – in Bussiness-Look. Anzüge, Krawatte und natürlich Parfüm!!! Ich schmeckte an den ganzen Tag irgendwelche Parfüm von dem Italiener, von den schweizer Damen und von den deutschen Händler. Überall waren Spuren von Parfüm wahrzunehmen. Vorm Teestand duftete weit entfernt bereits nach Tee-Parfüm, bei dem Stand duftete Parfüm von dem Verkäufer oder Käufer. Dann Dufte von Expresso, von Rösten und von …Schweiss.

Ich konnte Tee nicht schmecken. Der Tee war nicht zu schmecken, wie denn? In diesem Labyrinth der Fremdgerüche sollte eine Messe des Tees veranstaltet werden? Wie denn? Wie konnte der Tee wirklich zur Sprache kommen? Wie denn? Dann frage ich mich langsam nach der Profeesionalität und Respekt des Teehändlers und Teeliebhabers.

In einer Wein-Degustation ist es doch klar, dass der Wein die Hauptrolle spielt, dass Fremdgerüche den Ausdruck des Weins verhindetn, und dass Parfüm und Deo dort nichts zu suchen sind! Die Weinkellermeister wissen es und die Weinliebhaber akzeptieren es. Aber beim Tee? Der Genuss des Tees wird nur stiefmütterlich behandelt. Seit 17. Jahrhundert lernt Europa Tee kennen. Seit mind. 300 Jahren trinken Menschen hier Tee. Es wird allerdings nach der dreihunderjährigen Entwicklung immer noch von Ziehzeit, von Aroma und von Wassermenge gesprochen. Für diese „Schildkröte“-Tempo- Entwicklung des Tees in Europa müssen die Unprofessionalität des Teehändlers verantworten!

Wenn ein Profi nicht in der Lage ist, für Tee in seiner Reinheit und in seiner Form einzusetzen, wie sollte der Konsument von „unverfälschtem“ Teegenuss verstehen? Wenn Teehändler immer nur von Aromen und Trend sprechen, wie sollte die Tee-Kultur überhaupt ihre Wurzel auf europäischen Boden einschlagen?

Ich bedauere es sehr – einerseits. Anderseits bin ich voll motiviert, weiter zu gehen. Denn es gibt wirklich viel zu tun – für Tee in Europa!

 

Tee aus Vietnam

Tee aus Vietnam

Vietnam Tea Association hatte einen Stand an der Tee-Expo in Genf. Freundlicherweise sprachen sie auch Chinesisch und wollte mir unbedingt eine Tasse Jinxuan degustieren. Der freundliche Herr erzählte mir, dass viele taiwanesische Teehändler der vietnamesische Oolong billig importieren und teuer verkaufen. Für ihn ist der JinXuan aus Vietnam ebenfalls wie ein Formosa Jinxuan. Der Baum ist gleich und das Klima sei ähnlich. Also doch der gleiche Tee. Ich lächelte ihm an und wollte nichts dagegen sprechen. Wozu? Ich kannte die Argumente. Seit 80er Jahren wanderten taiwanesische Teebauer nach Vietnam und Thailand aus, um dort Oolongtee noch billiger und weltoffener (für den Markt) herzustellen. Was sollte ich gegen die Weitsicht meiner Landleute sagen?

Ich trank den Tee. Ein ganz anderer Tee als der Jinxuan aus Taiwan! Die Jinxuan-Nuance war zu erkennen, aber gemischt mit einer ganz anderen Note. Tee lügt eben nie! Er sagte mir, dass er nicht aus Formosa stammt und ein Tee aus einem anderen Land. Leicht bitter, aromatisch, aber vermischt mit leichtem Grasgeschmack. Der Duft ist nicht sehr klar, sondern schwer. Im Mund erinnerte mich der Tee an Jinxuan wegen der leichten milchigen Note, aber ganz anders als der Jinxuan aus Formosa – klarer blumige Duft, milder und eleganter Geschmack!

Im Schweigen trank ich den Tee und wollte nichts gegen die Freundlichkeit der Teehändler aus Vietnam äussern. Tee ist eine Kunst, ein Handwerk – sie brauchen Zeit. Die Zeit lässt die Kunst reif werden und das Handwerk künstlerisch entwickeln. Es gibt keine Autobahn für das Erlernen von der Kunst. Ausserdem funktioniert das Amputieren eines Handwerks oder einer künstlerischen Fähigkeit ebenfalls nicht.

Sie lud mich ein, um zwei Uhr eine Teezeremomie auf vietnamesische Art zu erleben. Ich bedankte mich herzlich, lächelnd und ging weiter.