Archiv der Kategorie: Klatsch am Teetisch

Trip t0 Asia, Teetrip to Asien

Liebe Meng-Lin

Heute durfte ich an der Première des Filmes von Thomas Gruber, „Trip 
to Asia“
im Arthouse „Le Paris“ teilnehmen.

Dieser Film über die Berliner Symphoniker und ihre Gastreise in sechs 
verschiedene
Städte in Asian, unter anderem auch Taipeh, berührte mich sehr.

Der Film erscheint ab dem 21. August in Zürich im regulären 
Filmprogramm.
Du musst ihn ansehen. Einen Vorgeschmack kriegst du auf der Homepage: 
www.triptoasia.de

Herzliche Grüsse

Joseph, vom Teeclub

Vielen Dank für den guten Tipp von Joseph. Ich hoffe, unsere Teefreunde in Zürich die Gelegenheit wahrnehmen kann, eine virtuelle Reise nach Asien im Sessel zu geniessen.

Lieber Joseph, der Filmtrailer ist spannend genug. Und der Ruf aus dem Publikum in Taipei ist wirklich sehr taiwanesisch – voller Power, Freude und Spontanität! Eine Spur von Heimweh besuchte mich heimlich… 

Menglin

ps. Im Frühjahr Jahr 2009 wird Teeclub ein Tee-Trip to Asia organisieren. Wer sich tatsächlich für Hardcore-Trip interessiert, könnte sich beim Teeclub Schweiz anfragen. Muskel, Geduld und Geld muss man mitbringen. Man plfückt tatsächlich Teeblätter unter der heissem Sonne Taiwans, rollt Tee aus, hütet ihn und lernt ihn durch seinen Duft und Veränderung in der Fermabtation kennen. Ich bin der Übersetzer, Organisator und „Zuschauer“, wie andere arbeitet…

Zwischen Inszenierung und Realität – Der elitäre Tee II

Wer zwingt den Löwen

Wer zwingt den Riesen

Wer überwindet jenen und diesen?

Das tut der, der sich selber bezwingt.               Walter von der Vögelweide

Abgemacht war eigentlich seine Mitarbeiter über die Eröffnung von Sencha-Saison zu informieren und zu schulen. Als er mich traf, hörte er nicht auf, von seinen Pilzen zu erzählen. Er erzählte mir von der schönen Kindheitserinnerung mit seinem Großvater beim Pilzsammeln. In jenen feuchten Kieferwälder, versteckten in jenen Kieferhaufen, die rauen Händen seines Opas befreiten sorgfältig die Pilze aus dem Nadelhaufen und schnitten sie aus dem Wurzel vollständig ohne sie zu zerreisen. Als Junge war er fasziniert von dem Kieferduft, das feuchte Anfassen der lebendigen Sprossen aus der Erde und der unvergesslichen Geschmack seiner Omas Küche. Diese wertvollen wunderbaren Pilze möchte er gerne in die Schweiz importieren. Vorausgesetzt überwindet er bestimmte Hindernisse. Was für Hindernisse? „Naturkatastrophe oder Klimaerwärmung?“ fragte ich. Er lachte, „Weiß Du, in Lateinamerika, sind die Probleme immer von Menschen, nie von der Natur.“ Er erzählte weiter von der depressiven Lebenseinstellung seiner Landleute, die Hoffnungslosigkeit und Misstrauen zwischen Menschen und die Korruption der Regierung. Die Mittellosen wären die idealen Pilzsammler, der durch diese Aktion sein Lebensunterhalt erheblich verbessern könnte und damit einen neuen Anfang wagen könnte. Aber diese Leute glauben nicht an ihm, dass er für ihre Sammlung mehr Geld bezahlen würde und für eine langfristige stabile Beziehung interessiert ist. „Weiß Du, niemand würde Dir Vertrauen schenken, dass Du ernst mit ihnen meinst. Denn sie haben zu viele Enttäuschungen im Leben bereits erlebt und bekommen die Einstellung zum Leben , sich damit abfinden zu müssen – von Hand zu Mund leben zu müssen. Ich muss ihnen mehr Geld anbieten!“ „Das Problem liegt nicht an die Anreiz des Geldes, sondern an die Motivation zum leben.“ „Ach, warum erzähle ich Dir denn so etwas.“ „Menschen zu motivieren, andere Perspektive des Lebens anzubieten und gleichzeitig etwas Schönes zu anderen Menschen zu bringen und zu verbinden, ist doch ein wunderbares Projekt!“ Ich versuchte ihn zu ermutigen. Er lächelte, aber „ich versuchte seit drei Jahren und es klappte immer noch nicht. Es ist deprimierend“ „Gute Dinge braucht Zeit. Die Einstellung der Menschen zu verändern braucht auch Zeit. Aber ein gutes Projekt scheitert nie.“ Ich bin davon überzeugt, „Wenn wir selbst nicht aufgeben, warum sollte es denn nicht klappen? Also das Kosmos wird Dir helfen.“ Ich glaube an Menschen, die Vision haben. Ich glaube an die Kraft, die freigesetzt wird, wenn Menschen ihre Herzensentscheidung treffen. „Du bist nicht allein.“ Er seufzte über die wunderbaren Pilzen, die er so gerne importieren würde, egal wie schwer es ist, weil er es gerne tut und seine Landesleute drüben könnten ihr Leben erheblich verbessern. „Weiß Du, solche Pilze sind wunderbare Geschenke der Erde! So frisch, so rein und so köstlich!“

Dann tauschten wir uns über die Neuigkeit aus. Er fragte mich nach meinem nächsten Plan. Eigentlich war ich bereit mit dem Wind woanders zu gehen und einen neuen Anfang zu wagen. Sein Gesicht war voller Schock, den er nicht verstecken konnte. Ich beruhigte ihn, dass es wohl so aussieht, das Kosmos nun gegen mein Wille entscheidet und ich hier für eine lange Weile bleiben werde. Mir geht es zu gut, um mich mit einem Laden zu binden. Zu faul und zu arrogant arbeite ich. Ich werbe nicht und schreibe meinen Klienten auch kaum an. Ich denke, dass jeder Klient einen freien Willen hat. Wenn ein Klient sich aus dem freien Wille für meine Wahl entscheidet, ohne Manipulation und emotionalen „Erpressung“ durch Werbetexte, entsteht eine langsame aber vertrauensvolle Beziehung, die auch über Jahren dauern könnte. Darum bin ich nicht interessiert für Network oder Visitenkarte. Außerdem erzählte ich ihm, als Lieferant von seinem Geschäft zu sein, besitzen bereits die beste Visitenkarte.

Dann sprechen wir weiter über die Schokolade, die frisch auf dem Markt gebracht werden. Die wilden Kakaobohnen aus Bolivien haben die ähnliche Geschichte wie seine Pilze. Dank dem deutschen Narr Volker Lehmann, der das Projekt wilden Kakaobohnen nicht aufgibt – trotz räuberischer Bedrohung, trotz Machtspiel von Mainstream Konzernen, trotz Schwierigkeiten der klimatischen und geographischen Beschaffenheit, kamen diese wertvollen Bohnen endlich in die Schweiz. Diese kleine außer dem Norm gefallenen Bohne fand zuerst keinen Produzent, denn die herkömmlichen Maschine sie nicht verarbeiten können. Nur die verrückten Firmen wie Felchlin und R. v. R. wagten den Schritt, solche Bohne mit alter Maschine zu verarbeiten, ohne Rücksicht auf Effizienz, Zeit und Gewinn zu nehmen. Ohne Soja Letizin und Emulator werden die Kakao verarbeitet – nur durch mechanische conchierweise. Reinhard erzählte mir, wie sehr er berührt war, als er die Ernte in jenen Urwald Boliviens mitmachte und zusah, wie Bauer mit Mühe und Sorgfalt die Bohne sammelten und verarbeiteten. „Heute, wenn man mir sagte, dass er für eine bestimmte Produktion keine Zeit hat, weiß ich, dass er sich keine Mühe machen will!“ Eigentlich muss er die Schokolade teuerer verkaufen, wenn er an die Bauer dort denkt. Aber wie könnte man denn überhaupt ein Geschenk einen Wert nennen! Diese Wildkakao sei ein Geschenk der Erde! Die Mühe, die Bauer dort machen, ist ein Geschenk! Er reicht es gerne weiter, weil er es als Geschenk erkannt.

Vielleicht ist seine Arbeit, dieses Geschenk hier weiter zu reichen, selbst ein Geschenk? (ohne zu lügen, finde ich die Schokolade von R.V.R. die besten in der Schweiz – obwohl ich kein Schoki-Fan bin)

„All das ist ähnlich beim Tee, nicht wahr?“ Ich nickte meinen Kopf. „Aber Du kannst besser mit Deinen Bauern in Asien kommunizieren.“ Vielleicht. Wir finden nicht zufällig zueinander, nicht wahr? Menschen, die in einander als Geschenk erkennen, teilen und reichen das Geschenk gerne weiter. In unserer Welt werden zu viele inszeniert, zu wenig in der Realität gelebt. Viele Dinge behalten wir für unsere Träume anstatt sie in der Realität zu leben. Es tut tatsächlich weh davon zu sprechen.

„Genießer sein in unserer Zeit heißt zuallererst unterscheiden lernen zwischen Inszenierung und Realität.“ schrieb Firma Felchlin in seinem Kakao Broschüre. Zwischen Inszenierung und Realität zu unterscheiden kann man vielleicht nur, wenn man es will. Dinge als Geschenk zu erkennen und es so zu leben, kann man, wenn man sich für diese Unterscheidung entscheidet. Wer heute würde denn freiwillig Gedanke über Inszenierung und Realität machen, denn es ist viel zu unbequem – denken wir einfach über das Kult von Model und Superstar-Andrang in unserer Zeit. Darum und leider, gibt es tatsächlich den elitären Tee.

Insel Werd

„Vor dem Wendepunkt deines Lebens wirst Du einem Labyrinth begegnen.“ Sagte G. ein Tag vor meinem Geburtstag und fuhr mich auf die Insel Werd. Insel Wird im Bodensee, noch nie gehört. Es war das geheime Geschenk für mich und sollte mir viel Licht schenken.

Insel werd

Insel Wird zwischen Eschenz und Stein am Rhein, zwischen Bodensee und dem Rhein, ist das wahre Refugium von Franziskaner Mönch. Kirche und Geistige finden vor dem gemeinen Volk ein stück des irdischen Refugium im abgeschiedenen Ort, während die meisten Menschen sich in Ruhm und Macht stürzten und ihr städtische Pracht zur Schau zu stellen. Wie wäre es ohne Einkaufstrasse für eine schicke Dame und ein vornehmes prominentes Paar?

Besucher waren ruhig, die Ente am Badeplatz waren ruhig und der Streit um Schattenplatz blieb aus. Ein spezieller Ort, der Menschen einfach beruhigt. Ein Labyrinth aus Rasen und Kies wartete auf mich. „Nimm Dir Zeit!“ Sollte ich mich wagen ins Labyrinth zu gehen, oder nicht? Komme ich überhaupt raus? Ich höre andere Besucher klatschten, „Man muss auf den gleichen Weg wieder rauskommen. Nicht die Rasen überspringen!“ Das heißt klar Text: „Halte an dem Regel!“ Ich halt nie gerne an den Regel, damit man ein Machtspiel manipulieren kann. Ich halte die Regel, die Klarheit schafft, nicht die Konvention. Als ein neugieriger Mensch würde ich dieses Labyrinth sicher nicht verpassen. Unbeschwert und richtig naive fühlte ich mich wie ein Kind und schritt ins Labyrinth. Meine Schritte waren leicht und schnell. Nur das Geräusch der Kies hörte ich. Zweifellos glaubte ich an meine Ankunft und Ausgang. Zweifellos wurde ich immer ruhiger. Plötzlich hörte ich das Plauschen des Wassers im Zentrum des Labyrinths – das Symbol der Ankunft. Leise, präzise und kontinuierlich. Das Wasser sprudelte und sprudelte. Das Wasser platschen im Wasser war die Orientierung für Menschen mitten im Labyrinth. Der Pfade fuhr mich zu jeder Richtung, zu jedem Knick und zu jedem Ecke. Mal schattig, Mal mit Weitblick und manchmal nur mühselig. Nach 15 Minuten war ich wieder draußen. „Das geht aber schnell.“ „Ja, ich möchte wieder hier her kommen. Nächtest Mal möchte ich einfach direkt zur Quelle gehen, ohne den Umweg.“ „Ohne die Regal einzuhalten.“ „Dann weiß ich, wie es geht, wenn man einen Quantensprung macht, ohne das Lebenslabyrinth irreführen zu lassen.“

Unweit von meiner Wohnung liegt die Haltestelle Werd. Werdstrasse und Werdgässchen waren alltägliche Begegnung im meinen Alltag. Trotzdem war das Wort Werd unbedeutend. Werd, auf altdeutsch, die Bezeichnung für Insel. Was sollte denn die Begegnung mit der Insel Werd (Insel) und dem Labyrinth zu bedeuten?

Als ich zu Hause ankam, entschied ich mich das Leben aufzuräumen, das Labyrinth um mich  zu betrachten. Wie komme ich ohne Labyrinth aus, einen Quantensprung zur Essenz des Lebens zu kommen? Damit meine Herzenswünsche klarer zu Wort kommen, ohne im Labyrinth verschwinden zu müssen?

Dinge, die mich plagen, mache ich ein Kreuz. Dinge, die nicht einfach loslassen werden können, frage ich mich warum. Dinge, die sich nicht weiter entwickeln und in Sackgasse stecken, gebe ich eine Frist und lass das Universum entscheiden, oder streiche ich einfach weg. Tees, die mir nicht schmecken und in meinem Schrank irreführend stehen, kippe ich einfach weg. Ein Refugium, eine Insel gestalte ich mir, klar und frei. Frei für einen Neuanfang. Eine Geburtstagsentscheidung.

Geheimnis der Fülle

Nach dem Beitrag von dem elitären Tee erhielt ich eine schöne Rückmeldung von J. Er sagte mir,

„Fülle kann nur aus Fülle entstehen…eine
unbequeme Aussage, weil man selbst der Usprung ist…“

Wir sind der Schöpfer unseres Universums, wir könnten es nach unserem Wünschen gestalten, aber wir glauben es nicht daran.

Als ich aus den Bergen (Zen-Sesshin) zurückkam, beobachtete ich wie es funktioniert. Ich habe einen schönen Topf von blühenden Orchideen, der gerne an meinem Küche-Fenster weilt. Ich dachte ins Geheim, dass ich ein Zweig gerne abscheide und neben meinem Computer hinstelle. Ich war leider zu geizig, um mir ein Zweig zu gönnen und ging wieder aus der Küche. 10 Minuten später, nur 10 Minuten dauerte es! Der Topf ist aus dem Fensterbank runter gefallen! Es war windstill, ich berührte den Blumentopf nicht, nur mein Gedanke… Ein Zweig lag getrennt von anderen zwei Zweigen auf dem Boden. Sprachlos stand ich neben dem Geschehen.

Jetzt steht der Zweig von Purpurfarbigen Blüte tatsächlich neben meinem Bildschirm. Die Kraft des Gedanken war blitzschnell und nicht zu fassen!

Mein nächster Gedanke war, „was mache ich mit meinem negativen Gedanke?“

Ich bin überzeugt, dass das Universum bereits ist, unsere Wünsche zu erfüllen. Die Frage ist, ob wir sicher sind, was für Wünsche wir haben? Das Geschenk aus dem Universum kann tatsächlich in unserer Verblendung auch erkannt werden? Wie oft leben wir denn, um etwas nachzutrauern? Naja, andererseits gäbe es nicht so schöne Dichtung und Prosa, wenn der Mensch immer nur erfüllte Wünsche erlebt, oder?

Fülle erzeugt nicht nur das Gefühl der Fülle, manchmal sogar Mangel. Das Gefühll der Fülle erzeugt immer Fülle, die wiederum Fülle anzieht. Das Gefühl der Mangel ruft noch mehr Mangel hervor. Dieses Gefühl hat mit der Realität nichts zu tun, sondern mit der geistigen Einstellung. Der Schlüssel zur Fülle oder Mangel liegt an unsere eigenen Hand und somit haben wir die Freiheit, so oder so das Leben zu gestalten.

Der abgebrochene Stelle dieses Orchideen wächst nun wieder neue Blüte hervor. Ein Schnitt und ein Schock machte ihn anscheinend nichts aus. Die Kraft der Erneurung und seine Freude am Leben gehören zum Naturgesetz, das uns Hoffnung schenken, weiter Hoffnung zu pflegen! Also, denke nicht negativ!

In Buddhas Hand

Ich wohne mitten im jüdischem Viertel. Der Grund war meine Faulheit und Zufall, dass Albert hier sieben Jahre lang wohnte und kurz bevor ich nach Zürich kam, auszog. Ein reiner Zufall. Meine Neugierde und Freude an Fremde könnte ich hier ausleben. Diese seltsame unnahbare Bevölkerung neben mir ist ein interessantes Buch! So lernte ich Papa Schwarz kenne.

Er heiratete eine Stammfrau aus Übersee, als er jung war. Über Beziehungsdramatik und Annährungsschwierigkeiten, die Menschen hier plagen, war nie sein Thema. Er erzeugt acht Kinder, die wiederum bereits überall an Stammmenschen weiter verheiratet werden und wurden. Liebe war ein Fremdwort, sagte er.

Heute, schwül und heiß, lief ich kurz vor Bahnhof Wiedikon vorbei und sah ihn zufällig. Er suchte mich gerade, meinte er. Was für einen Zufall? Oder nicht. Er musste mir eine Geschichte erzählen. Also eine Pause für einen Kaffee, natürlich trank er nichts. Er sei verliebt.

Zum ersten Mal erlebe er das Gefühl der Ambivalenz und Zermürben der Verliebheit, denn er ist doppeln so alt wie sie und verheiratet.

Das alles ist im einen Flugzeug passiert. „Stelle Dir vor!“ er weinte fast, „ sie saß neben mir und wir berührten uns immer wieder zufällig aneinander. Sie fragte nach mir, wer ich bin und wie ich über das Leben denke! Noch mit niemanden könnte ich über diese Dinge sprechen!“ Und noch niemals erlebte er, dass jemand sich nur für ihn interessiert, wer er ist, nicht was er macht…

Das Schlimmste war, dass sie von einem „feindlichen“ Land stammt! „Aber es ist mir sogar egal! Ich liebe! Ich kann lieben, das merke ich zum ersten Mal!“ Ach, was für eine süße Geschichte. Die beste Sommer-Liebegeschichte, die ich jemals hörte! Seine Liebe erfreute mich und brachte mir Licht an diesem unangenehmen Tag!

Das Problem ist, dass sie seine heimliche Liebe nicht annahmen kann. Es war von Anfang an klar. Er seufzte nur, zeigte kaum Trauer. Er sagte, dass er so glücklich ist, weil er eine Person trifft und in sie endlich einmal seine eigene Liebe erlebt. Das genügt für sein Leben, meinte er und erzählte weiter an seinen Kinder! Meine Augen wurden so groß und hatten plötzlich Hochachtung vor diesem unscheinbaren Mann! Ja, sie sollen alle wissen, dass er liebt.

Liebe ist nicht zu besitzen, es gäbe keinen Grund zu trauern – für ihn. Also er möchte gerne dieser entzückenden Person etwas Besonders schenken und sie trinkt gerne Tee, vermutlich Pfefferminztee, meinte ich. Nein, er möchte dieser außergewöhnlichen Frau einen außergewöhnlichen Tee von einer außergewöhnlichen Quelle schenken, lachte er. Ich fühlte mich plötzlich geehrt. Was für einen Tee? Ich war so gemein und empfahl ihm den „Buddhas Hand“. Doch verstand der alte weisse Mann meinen Wünsch. Wenn er die Hände dieser zarten Person nicht halten kann, sollten die Hände Buddhas sich um sie kümmern. Die Farbe Buddhas Hand ist gold. Das goldene Licht und reichliche facettenreichen Nuancen der Düfte würden ihre Sinne verzaubern! Auch wenn er nicht in ihren Nähe sein darf, würden der Aufguss und Geschmäcke ihr eine schöne Erinnerung an diesem Flug schenken!

Omega Faulpelz

Zu meinem kommenden Geburtstag und für das kommende neue Lebensjahr empfiehl Geli mir ein Buch über den Omage-paupelz. Sie meinte, mich darin erkannt zu haben.

Der Omega-Paulpelz als Gegenpol zum Alpha-Tier wird von J.-P. Schröder als Schlüssel zu einer alternativen Vorstellung von Erfolg und Erfolg-Genuss.

Wie definieren wir denn Erfolg? Ist Erfolg das, das man einen vollen Agenda hat? Ist Erfolg das, dass man beliebt ist und unentbehrbar wird – wie das Alpha-Tier? Sehen wir Menschen um uns als „hilfslose Untertan“, die wir beschützen sollen? Oder möchten wir Menschen um uns haben als „Partner“? Das Alpha-Tier verschwendet stets Energie für das vermeintliche Ansehen bei seinem Untertan und Erfolge, indem er etwas leistet, anstatt seinen Erfolg auch geniessen zu können und die eigenen Bedürfnisse auch „zuzuhören“? Das Geschenk für das Können von „richtigen“ Genüsse der Erfolge möchte ich hier mit allen Teefreunde teilen. Den Erfolg kann man tatsächlich geniessen! Sogar mit einer Tasse Tee! Wenn man versteht, was uns „Weniger ist mehr“ tatsächlich bereichert! Viel Spass beim Kopf-Waschen! Wenn Kopfschmerzen auftauchen, bitte die Nebenwirkung bei Apotheke und Arzt fragen…

Der Omega Faulpelz

Jörg-Peter Schröder

Offenbach: Gabal. 2008

Omega tier

Heilen mit Tee, ein Buch

Buch Heilen mit chi. Tee

Als ich in letzter Woche das Buch zur Hand bekam, war ich richtig stutzig!

Einerseits finde ich super, das Buch wieder publiziert zu sehen; andererseits erschrak mich diese Abbildung auf der Titelseite richtig!!

Was für ein Verständnis hat der Verleger, Disigner und Autor von Teetrinker?

Zum Glück bin ich nicht mehr an der Uni und Semiotik ist nicht mehr meine Spzialität. Was hätte Roland Barthes dazu sagen wollen? Wieder ein Mythos im Alltag!

Zuerst war ich sutzig und dann nur Schmerzen spüre ich. Teetrinker gehören zur gewissen Exoten in Deutschland. Entweder wird Tee als geheimnisvoll vermarktet oder als Wellness-Werkzeug. Der Teetrinker werden häufig als Austseiger oder als Esoteriker abgebildet – wie hier. Leider kenne ich selten solche Typen und ich selbst bin ganz bodenständig.

Warum sind wir als Teetrinker über solche „Unterstellung“ und „Kategorisierung“ nicht wütend?

Das Buch finde ich trotzdem lesenswert. Der inzwischen verstorbene QiGong Meister Wu Runjin vermittelt uns ein interessantes Aspekt zum Tee, anders als nur Wellness- und Vitaminen-Verständnis.

Heilen mit Tee

Wu Runjin und Dr. Erika Alice Haase

Windpferd Verlag

Neu erschienen im März 2008, 14,9 €

Tee für die heissen Tagen I

Auf den Weg nach Nyon rief mich Jürg an, der gerade etwas für seine Tee-Online-Magazin plant. Gegen die verbreiteten Vorurteile, Tee nur als Wintergetränke gegen Schiefwetter gesehen wird, möchte er etwas dagegen kontern. Er bat mir einen Text zu schreiben, aber nicht zu lang. Einen langen Text, meint er, liest heute niemand mehr.

Einen kurzen Text zu schreiben könnte ich gut, aber nicht um Leser zu gewinnen. Gestern bat mein Klient mich seine Mitarbeiter zu schulen, sie zum Tee-Begeisterten zu verwandeln. Aber ich habe nur zwei Stunden Zeit. Was könnte man denn aus den zwei Stunde machen? Wenn der Klient nur so viel erwartet, dann gebe ich auch so viel, nicht mehr.

Dass man hier im Blog immer mit einem langen Text konfrontiert ist, schreckt wohl viele Leser ab. Mir geht es eigentlich nicht an, wie viele Leser hier verweilen. Meine Arbeit definiert sich nicht über die Besucherzahl, sondern über meine fachfräuliche Information und Wissen. Es macht mir viel mehr Gedanke, Leser mit meinen unklaren Information oder Sprache zu verwirren als die absteigende Besucherzahl. Wenn Menschen sich nicht mehr bemühen, Zeit und Energie zu nehmen etwas zu pflegen, was ihnen wichtig ist, bekommen sie eben das, was bekommt werden können – mehr nicht. Ich bin durchaus zufrieden mit der täglich über 1000 Besucherzahl, die mir zwar Freude bereitet, aber mir auch lästig wird, eine Verantwortung für meinen Text zu übernehmen. Meine Aufgabe ist nicht Menschen zu helfen über Tee zu informieren. Ich mache das Schreiben einfach gerne. Menschen helfen sich schon selbst, wenn sie geholfen werden wollen. Sie finden auch das, was sie suchen, wenn sie suchen.

Also, nun mache ich mir Gedanke, was man Tee unter Getränke für die heissen Tagen versteht. Tee ist weder heiss noch kalt. Ach, die armen Menschen suchen immer das, was sie beschäftigen sollen und womit sie festhalten können – aber nur möglichst mit wenigster Aufwand!

Die Suche nach Senbei

Die Geschichte hat vor einem Jahr angefangen.

Teemeister Ulrich Haas fuehrte ein Kencha in Zuerich im Feb. 2007 auf und offerierte eine ausgesuchte Sueesigkeit von Urasenke-Schule. Diese Suessigkeit ist extra fuer Urasenke im Ausland hergestellt und unverkaeuflich. R. war wegen meiner Einladung zum Tee da und war sehr angetan von dieser Suessigkeit. Er fuehrt inzwischen ein renomiertes Versandhaus in der Schweiz und wuerde sehr gerne seiner werten Kundschaft diese leichte suesse und salzige Suessigkeit – Senbei zum Tee anbieten. Es gaebe in Europa nichts Adaeguates.

Ich fragte Urlich, wie man es besorgen keonnte. Er lachte im Telefon und sagte mir, dass wir es vergessen sollten. Die Japaner wuerden wegen uns doch keine Muehe machen. Ich gab nicht auf und fuehlte richtig aufgemuntert dabei. Etwas zu organisieren ist meine Staekre, vor allem etwas Besonders, was schwer zugaenglich sei sollte. Ich versprach R. es zu besorgen.

Die Zeit ist vergangen. Kein Erfolg. Das Geschaeft Sue Tomi sagte immer hoeflich im Telefon, dass sie nichts ins Ausland verschicken und diese Suessigkeit nur fuer Urasenke anfertigt. Wenn ich es unbedingt will, sollte ich doch zu Takashimaya Kaufhaus oder nach Kyoto kommen. Letzter Fruehling war ich in Kyoto mit einer Reisegruppe so sehr abgelenkt, dass die Suche nicht moeglich war. Und diesmal wollte ich mein Versprechen einloesen.

Ich lass die Adresse – nur einen Strassename und eine ungefaehr Richtung, keine Hausnummer. Auch kein Problem, ich wusste ungefaehr, was das bedeutete – einfach um das Ecke dieser Strasse sollte das heissen. Wir fuhren mit dem Bus und suchte nach dieser Gasse. Es gab einfach keinen Strassenschild und auch keine Nummer. Nach einer grossen Anstrengung fanden wir endlich diese Gasse. Meine Schwester fragte, „Wie koennte Urasenke so einen Laden beauftragen, der in so einer kleinen Gasse steht?“ Aber diese komische schwer auffindbare Gasse scheint etwas Besonders zu sein. Alte traditionellen Haeuser stehen nebeneinander. Viele Kimono Laeden versammeln sich dort, die von Aussen nicht erkennbar sind. Wir suchten nach Reklame-Schilder nach Sue Tomi. Es gab keine Schilder, die man ueberall in Asien finden koennte. Nichts, was uns verraet, wo Sue Tomi sein koennte. Ploetzlich merkte ich, dass ich vor der Tuer von Sue Tomi stand. Eine unauffaellige Erscheinung mit einer unauffaellige Tuer und unauffaelliger Atmosphaere. Hier sollte dieser beauftragte Handwerker sein, der fuer weltweite Urasenke Senbei (eine Art Kekse aus Reis und Weizenmehl) produziert. 

Sue TomiSue Tomi von Aussen. Das Geschaeft hat nicht Mal eine Internetseite!

Wir traten ein und waren irritiert. Die Verkaeufer schienen genau so irritiert zu sein, als sie wussten, was ich wollte. Ich wollte Senbei kaufen, die aenhlich schmeckt wie die Senbeis von Urasenke. Die Verkaeuferin deutete auf diese Kekse. Ich wollte verkosten. Sie zoergerten und die andere wohl gedresste Dame neben mir zeigte ihr ueberraschtes Gesicht. Ja, ich bin ein Barbar, aber das macht nichts – ich sagte zu mir selbst. Die flexible Verkaeuferin brachte mir zwei Senbeis. Sie waren genau so wie der Geschmack in der Erinnerung an dem Tag von Kencha. Ich gab einen Auftrag – in der gleichen Zeit bewegte das gesamte Personal. Sie packten, falteten und schnurrten die Packeten in einer Geschwindigkeit, die man nicht erwartete. Blitzschnell waren die Schachtel fertig gepackt. Das Packpapier war ohne TesaBand und das Knoten von dem Schnurr kann man nur nachmachen, wenn man eine Anweisung erhaelt. Solche Knoten sind so gemacht, damit die Schachtel ueber einander stehen koennen, auch wenn es zwangzig oder dreissig Schachtel sind. So etwas wuerde man nie in anderen Teilen der Erde finden. Ich war beeindrueckt. Beeindrueckend war auch der Preis und die poetische Namen von deren Suessigkeiten.

Danach ging ich Kimono kaufen. Als ich das Kimono mit dem Obi anprobierte, fragte mich die Verkaeuferin, ob ich Kunde von diesem teueren Laden bin. Sie deutete auf die Tragtasche. „Dort gehen nur reiche Leute hin.“ sagte sie. Ein Laden, wo nur reiche Leute hingehen? So ein unauffleiiger Laden mit einer unscheinbaren Erscheinung in einer kleinen Nebengasse?

Wie wuerde ein Suessigkeitgeschaft in Zuerich aussehen, wenn nur reiche Kundschaft rein und rausgehen? Oder in Paris und New York? Nehmen wir ein Beispiel von Spruengli. Wo liegen die Laeden von Spruengli? Im Hauptbahnhof, am Paradeplatz oder an der Lowenstrasse! Wie werden die Verkaueferin gedresst und was fuer Marnier haben diese Frauen? Was fuer ein Show muss man dort abziehen, wenn man dort einkauft, um „reich“ zu erscheinen und freundlich bedient zu werden?

Ich fragte mich, was es bedeutet, dass ein traditionreiches Geschaeft seit Meiji Zeit, ein von einer traditionreichen Teeschule beauftragtes Handwerker an einer kleinen Nebengasse ohne Reklame unauffaellig auf uns wartet. Das Geschaeft ist nicht interessiert ein globaler Player zu werden. Sie wissen, dass sie etwas besonders produziert, eine Suessigkeit aus Miso (fermentiertes Sojabohne) und Soja-Sosse koennen nur Menschen erreichen, die das einfache dezente Geschmack schaetzen. Vielleicht nur Japaner. Sie wissen, dass die Kunde sie finden, die wollen. Und nicht umgekehrt. Eine Logik gegen die gaengige Bussiness-Logik der kapitalistischen Lehrbuecher! Aber es scheint zu funktionieren! Auch ein Innernschweizer Versandhaus suchte nach ihren Senbeis!

Die Nachwirkung von dieser Suche wirkt jetzt immer noch nach. Ich verstand, warum ich immer wieder in diese Stadt zurueckkehre. Dieser Geist ist der Geist, der Kyoto zu Kyoto macht! Die Handwerker in Kyoto wissen, dass ihre bewusste Zurueckhaltung Menschen tiefer berueht als das Blendwerk. Sie wissen, dass die schweigende Arbeit im Hintergrund in der Wirklichkeit viel mehr bedeutet als die Praesenz in Medien.  Sie wissen, dass ihre gute Arbeit ihr Selbstwertgefuehl schenkt und ihr Beharren auf das, was ihnen Wert ist, eine Tradition schafft und belebt.

Das ist auch der Geist des Tees. Die Menschen suchen Tee (Weg), sie kommen, weil sie es wollen. Sie halten die Suche aus, weil sie es wollen. Unabhaengig davon, was die Anstrengung einem ausmachtund was das Ziel ihnen verspricht.