Archiv der Kategorie: Formosa Oolong Tea 台灣烏龍茶

Urpsrung des Oolongs

wuyishan 

Wuyi Shan, ein heiliger Berg des Taoismus.

Viele berühmte chinesische Teesorte stammten aus dem buddhistischen Kloster. Der berühmte Lungjing oder der gelbe Tee waren die Kreation des Kloster-Lebens. Denn das Sitze der Meditation und der schäfrigen Stile behinderten die geistige Entwicklung des Mönches. Der Tee wurde entdeckt und eingesetzt, die Verdauung zu fördern und gegen die Schläfrigkeit zu bekämpfen. Nur die Entstehung des Oolong hat keine buddhistische Hintergrund, sondern einen taoistischen.

Wuyishan (Wuyi Gebirge) ist seit Jahrtausend einen heiligen Berg des Taoismus. Viele taoistische Priester lebten in diesem Gegend. Neben ihrer geistigen Ausbildung und Meditation beschäftigen sie sich in ihrer Freizeit mit Tee-Forschen. Sie gingen ins tiefen Wildnis und entdeckten verschiedene Teebäume auf dem steilen Hang oder im tiefen Schlucht. Sie pflegten die wilden Teebäumen und stellten den Tee aus solchen Bäumen her. Jedes Jahr im Frühling tauschen sie miteinander ihre Errungenschaft aus und fanden heraus, was für wunderbare Teebäume im Wildnis existierten!

So ein Tee-Treff war ein bisschen anders als Tee-Wettbewerb heute. Es ging nicht um den besten Tee, sondern um einen guten Tee, mit dem man miteinander eine Tasse teil. Es war wie eine Zusammenkunft der Tee-Menschen, die sich zusammentreffen, um die wunderbare Welt des Tee zu geniessen. Das Ego spielt keine Rolle und dies gehört ebenfalls zu dem geistigen Training des Priesters.

Durch solchen Treffen werden verschiedene wunderbare Teebäume entdeckt und benannt. Man macht Setzlinge aus dem Teebaum und baut im Teegarten an. Interessanterweise schmecken dieser Tee sofort anders, sobald sie nicht mehr in der gleichen Umgebung gedeihen können.

Die ausgesuchte Teebäume, die ursprünglich von taoistischen Priester entdeckt wurden, werden als Mingcong – bekannter Teebaum genannt. Es sind die Pioneer des Oolongs.   

Paochung 包种, ein Oolong oder ein gelber Tee?

Gestern erzählte mir Teefreund Jürg, dass der Paochung (Baozhong) ein gelber Tee sei. Ich bin fast vom Stuhl runter gefallen. Ich spürte, dass mein Blutdruck hoch steigt. Er bemerkte es und lachte. Die Information stammt von einem Buch „All the Tea in China“ von Kit Chow und Ione Kramer, S. 150.

Ist Paochung ein gelber Tee? Was ist ein gelber Tee und was ist ein Oolong? Wenn wir den Herstellungsprozess beider verschiedenen Tee genau in die Lupe nehmen würden, würden wir uns wundern, wieso konnten so genannten Experten so etwas behaupten!

Ein Oolong ist ein Tee, der nach der Pflückung gewelkt werden muss. Dieser Prozess entscheidet die Qualität des Aufgusses und Duft. Zu kurz gewelkter Oolong schmecken zusammenziehend und duftet nach Gras. Ein gelber und grüner Tee werden dagegen nicht gewelkt, sondern direkt nach der Pflückung erhitzt. Der Unterschied zwischen gelbem und grünem Tee liegt daran, dass der grüne Tee gleich getrocknet wird, während der gelbe weiter ruhen gelassen wird. Durch diesen Prozess des Ruhens bekommt dieser Tee eine spezielle Note. (siehe aus hier).

Paochung ist ein Oolongtee, der ursprünglich eine Nachahmung von Wuyi Yancha 武夷岩茶 ist. Die Einwanderer aus China im 19. Jahrhundert bauen ihre vertrauten Pflanzen ein, die angeblich von Engländer Dodd finanziert wurden. Die chinesischen Einwanderer produzierten ihren vertrauten Teetypen her, wahrscheinlich auch um ihre Heimweh zu stillen. In Taiwan war Paochung ein Synonym von Oolong. Heute unterscheidet man verschiedene Typen von Oolong:

halbkugelige Form: die Machart stammt von Anxi, die Teenamen sind Tie Guanyin, Dongding und Hochlandoolong.

länglich streifenartig: die Machart stammt von Wuyi Shan, die Teenamen sind Paochung. In Guangdong gibt es einen Tee Dan Cong, der ähnliche Form und Urpsrung hat.

blattform: die einzig neuartige Machart aus Taiwan – der Oriental Beauty. Seine günstigen Varianten sind als Fancy Oolong im Westen weltberühmt.

Paochung aus Shiding

Paochung (Baozhong) aus Shiding, Taipei.

Man könnte einen Tee als Paochung bezeichnen, wenn er aus dem Teebaum Qingxin Wulong 青心乌龙aus Taiwan stammt und eine längliche streifenartige Form hat. Alle andere Nachahmung aus anderen Ländern kann man eigentlich nicht als Paochung nennen, sondern nur Oolong. Wenn der Paochung aus dem Gegend Pinglin, Shiding, Nangan und Muzha in Taiwan kommt, darf man ihn als Wenshan Paochung (Baozhong) Cha bezeichnen. Es gibt nun in Taiwan auch Nachahmung von Paochung, die aus neuen Teebaumsorten hergestellt sind. In guten seriösen Laden in Taiwan werden sie extra kennzeichnet und nicht als Paochung verkauft.

Der Paochung, der nach traditioneller Art hergestellt wird, hat einen goldenen Aufguss. Er strahlt blumige und elegante Duftnote aus. Momentan gibt es viele grünern Paochung, der sehr grün im Aufguss ist und nach „Gemüse“ duftet… 

Was hat der Oolong Paochung mit grünem Tee und gelben Tee gemeinsam, außer dass sie alle Tees sind? Diese Antwort würde ich gerne von so genannten Teeexperten erklärt bekommen!

Oriental Beauty, wer bist Du?

Oriental BeautyDer Oriental Beauty aus Beipu, Taiwan.

Oriental Beauty hat nun verschiedene Kandidaten. Der einstige Formosa Oolong ist nun konfrontiert mit verschiedenen Kandidaten aus China. Fujian war ursprünglich die Heimat von verschiedenen Oolongs, die von anderen nachgeahmt wurden. Paochung und Dancong sind Kopie von Wuyi Yancha, während Tie Guanyin aus Taiwan auf den Tie Guanyin aus Anxi zurückzuführen war. Nun gibt es auch Kopie von Oriental Beauty aus Fujian. Eine historische Ironie?

Als China noch kulturelles Mutterland war, pilgerten Japaner, Koreaner, Südasiaten nach dem Reich der Mitte. Dort lernten sie Buddhismus, Tee und verschiedene Sitten kennen. Japanischer Kimono ist eine abgeguckte Mode aus Sechs Dynastien in China. Diese kulturelle Adaption erlebt in dem jeweiligen nacheifernden Land eine kulturelle Blüte und dessen Früchte können wir heute sehr gut beobachten. Japanische Kultur ernährt sich aus dem chinesischen Boden, aber entwickelt sich zu einem eigenständigen Stil und Richtung. Japaner verstehen ihre Kultur als eine eigenständige, nicht als eine Kopie.

Der Tee kam nach Taiwan durch chinesische Einwanderer, die eigentlich Wirtschaftsflüchtlinge waren. Sie fanden in Taiwan eine neue Heimat und pflanzten dort ihren Tee, den sie in ihrer Heimat gerne tranken. Durch den Engländer Dodd wurde Formosa Oolong Ende 19. Jahrhundert (1866) richtig weltberühmt – dieser Formosa Oolong war der Oriental Beauty (Baihao Wulong Cha)! Ein Zufallsprodukt, der aus Sparsamkeit und Überlebenswille des taiwanesischen Teebauer entstanden ist. Wir wussten nicht mehr, woher dieser Name stammt. Wir wussten nur, dass dieser Tee eine einzige taiwanesische Kreation ist. Alle andere Formosa Oolong, sei es Paochung, sei es Dongding oder Hochlandoolong, sind mehr oder weniger inspiriert von dem Fujian Oolong. Sie entwickelt sich zwar zu einer eigenen Richtung, aber ihr Ursprung ist chinesisch. Nur den Oriental Beauty könnte man nirgends in der chinesischen Literatur im Festland China, in ihrer Tradition nachschlagen.

Nun findet die Einwanderungsrichtung umgekehrt statt. Es ist so unberechenbar wie die Geschichte. Taiwanesische Einwanderer gehen nun Richtung China – nicht als Wirtschaftsflüchtlinge, sondern als Investoren! Taiwanesischer Teebauer kehrt nach Anxi zurück und pachte Länderei, um ihren „taiwanesisierten“ Oolong herzustellen. Darunter auch Oriental Beauty. Manche produzieren Oriental Beauty nach dem Formosa Vorbild, manche… produzieren einfach etwas und verkaufen weiter ins Ausland!

Der Wind weht nun in einer anderen Richtung. In Europa gibt es nun verschiedene Oriental Beauty! Die „wirkliche“ Beauty, die von Insekten gebissen wurden und wunderschönen honigarigen fruchtigen Aufguss anbieten, ist konfrontiert mit anderen „Beauties“, die halbkugelige Form und starke Röstung zeigen, oder nach Kastanien schmecken. Die Konsumenten in Eurpan können sich als Kaiser fühlen, zwischen verschiedenen Oriental Beauties aus verschiedenen Herkünften zu wählen. Aber wer ist die „wirkliche“?

Der chinesische Harry Potter erzählt seine Geschichte schon mit 9 Bänden, während das englische Original weniger hat – nur 6 Bände. Wer ist die Kopie, wer ist der original? China ist die Weltfabrik.

Wenn der Teehändler in Europa sich nicht mit der Geschichte des Tees und der Sprache des Tees beschäftigt, ist ausgeliefert von dem so genannten „Experten“ aus Asien. Der Expert oder der Verkäufer kann immer etwas erzählen, aber ein Tee spricht immer dieselbe Sprache, wie er ist. Der Händler hätte dann Interesse sein Fachwissen selbst weiter zu bilden und den Tee wirklich zu verstehen, wenn der Konsument ihn auffordert.

Dongding Oolong heute und gestern 凍頂鳥龍茶的过去和现在

Formosa Dongding Oolong 凍頂鳥龍茶 aus Mitte Taiwan 南投 Nantou wird sogar offiziell von Beijing Regierung als chinesische Spezialität für Olympia 2008 gewählt. Das Volk in Formosa könnte wohl tiefst berührt sein.
Was hat China mit dem Formosa Dongding zu tun?
Ende des 19. Jahrhunderts ein Mandariner Lin Fengchi 林鳳池 aus Lugu bestand kaiserliche Hofbeamte-Prüfung von Manchu 滿洲 (Manchu herrschte in dieser Zeit in Taiwan. Jahrzehnte später übergab Manchu die Macht über Taiwan an die Japaner.) Als Dank an sein Clan, das ihn finanziell unterstützte, brachte 1885 Oolongbäume aus Wuyi Gebirge 武夷山 nach Lugu 鹿谷zurück. Verwandte Lin Sanxian 林三顯 pflanzte die Teebäume im Dongding Berg 凍頂山 (700 M ü. M.). Dieser Teebaum heißt Qingxin Wulong, dessen Verwandte heute in China Aijiao Wulong heißt.
Heute werden nicht nur Qingxin Oolong 青心烏龍 im Dongding-Berg angepflanzt. Jinxuan und Cuiyu (Jadeoolong) erobern auch den „heiligen“ Berg des Formosa Oolongs!
Früher war der Dongding Oolong ein Oolong, der orangenfarbigen Aufguss zeigt und leicht nach Osmanthus duftet (typische Duftnote von Qingxin Oolong 青心烏龍 – da Duft von Osmanthus in Europa nicht bekannt ist, versuche ich diese Duftnote umzubeschreiben – mit Maiglockchen-Duft). Die aufgegossenen Blätter weisen deutlich rötliche Ränder und olivgrüne Farbe im Zentrum der Blätter. Der Geschmack ist vielseitig, lieblich, leicht säuerlich und geschmeidig. Der Duft ist langhaltig und langsam entfaltend. Farbe und verschiedene Bilder werden hervorgerufen. Ich, Roger und Miriam hatten das Glück, diesen Tee in dieser alten Art zu trinken – am einen regnerischen Nachmittag an der Limmat. Roger fragte mich, ob er diesen Tee haben könnte. Leider war der Tee ausverkauft. Man muss heute Teebauer bieten, diesen Tee in dieser Art herzustellen. Mal sehen, ob der Teebauer in diesem Winter wieder macht. Frühlingsernte enthält oft zu viel Feuchtigkeit, die diese Art von Tee nicht besonders begünstigt. Tie Guanyin aus Anxi ist deswegen berühmt für seine Herbst-Ernte, nicht für die Frühlingsernte.
Heute ist der Dongding ein grüner Oolong geworden. Heute heißt alle Formosa Oolong außer Oriental Beauty und Hochlandoolong Dongding Oolong. Eigentlich hat Dongding eine typsichen Duftnote und einen typischen Geschmack, denn der Dongding Berg ein spezielles Klima hat, das Teeanbau besonders begünstigt. Aber wer kann uns heute garantieren, dass dieser Dongding Oolong aus Dongding kommt? Selbst für den Tee-Wettbewerb in Dongding wird Tee aus Hochland eingekauft und als Dongding bezeichnet. Solcher „falscher“ Dongding gewinnt sogar Preise im Wettbewerb. Wenn man nur an die Wörter der Menschen glaubt, nicht mehr an dem Tee selbst, verliert man immer mehr Bezug zu der Realität!

Dongding Berg

Dongding Berg

Wo Geld eine Rolle spielt, wird wohl die Qualität eines Menschen getestet. Eigentlich kann man nur der Formosa Oolong Dongding bezeichnen, wenn der Tee aus Zhangya, Fenghuang und Yonglong Dörfer stammen. Heute werden umgehende Dörfer auch zu Dongding gezählt. Ruitian 瑞田 (nur 100 M. ü. M.) und Fenghuang 鳳凰山 (Teegarten von National Taiwan Universität, 800 M. ü. M.) sind zwei völlig verschiedene Teegegend und Klimazone. Aber ihr Tee heißt immer Dongding Oolong. Also viel Glück braucht ein Teeliebhaber, wenn er Dongding Oolong einkauft.

Dongding Oolong wird 5 Ernte pro Jahr vom April bis November getätigt. Momentan gibt mind. 3 verschiedene Teewettbewerbe von Dongding und jeweils im Frühling und Winter. Der erste Preis kostet oft 1000 € für 600g!! Warum sollte man gegen den Trend und Geld arbeiten?

Dong Dong Oolong (Tung Ting Oolong) 鹿谷凍頂烏龍茶

Dongding Aufguss

Aufguss von Dongding 2006 Frühling. Der goldene Aufguss und offene reife Blätter. Wenn man genau hinschaut, wird dieser Tee übewiegend aus reifen offenen Blätter hergestellt. Selten mit Tipps. Olivgrüne Farbe des Tees und leichte Rötung am Rande der Blätter offenbaren der Fermentation und den Welkensprozess.

 

Hast Du schon Mal die Maiglockchen vor der Nase gehabt? Maiglockchen blühen leise und unauffällig im Wald und am Wegrand. Grosse Blätter von dieser kleinen winzigen weißen Blüte könnten Menschen umbringen, wenn man sie mit Bärlauch verwechselt. Die winzigen weißen Blüten duften intensiv und atemberaubend. Ein intensive zitrusfrüchteartige erfrischende fast „kalte“ Duft, der wohl jeden mühe Wanderer auf den Weg erfrischen und entspannen sollte.

Heute glaube ich diesen Duft in dem Dongding Oolong wieder zu erkennen, als der Duft des Tees in meine Nase erreichte. Dongding Oolong aus dem Dongding Berg ist nun auch eine Seltenheit geworden. Dieser Dongding zeigt mir einen schönen vertrauten goldenen Aufguss. Sein Duft ist warm, anders als der „kalte“ Duft von Maiglockchen. Aber in einer ähnlichen Intensivität und beim Abgang ähnlich in einer zitrusartig fruchtigen Note. Blumig und zugleich bereits fruchtig.

Teataster Chen erklärt mir, wie er Oolong versteht. Ein klassischer Paochung hat ebenfalls einen goldenen Aufguss, aber zeigt frische Duftnote, wie eine zarte Blume gerade sein Lächeln offenbar…

Ein schöner Dongding und Buddha Hand zeigen intensive reife Duftnote, der blumig und zugleich fruchtig ist – es sind eben stärker fermentiert und geröstet, während ein klassischer Tie Guanyin fast nach einem reifen Frucht duftet – noch in stärkerer Röstung, die die Blätter jedoch nicht verkohlt.

Ein nicht gelungener Oolong schmeckt zwar frisch, hat allerdings nur Gemüse Duftnote.

Der Aufguss schmeckt warm, duftend und geschmeidig. Ein Hauch des Frühlings und ein Wink aus Formosa!
Dongding Oolong 2006 aus Nantou 南投, Dongding Berg 凍頂山, Zhangya Dorf 彰雅村.

 

Ist der Tee das, was der Händler angibt?

Goldene Maus

Preisverleihung von „Goldene Maus“ 

 

Gestern habe ich geschrieben, dass jeder Tee seinen typischen Geschmack und Duftnoten hat. Diese Information vom typischen Teegeschmack hilft uns im Labyrinth der Angebote zu Recht zu finden. Heute möchte ich auf das Thema ansprechen, wie können wir die Angabe des Händlers beurteilen.
Die erste Information ist, dass der Händler uns sagen, in welchem Jahrgang und aus welchem Anbaugebiet, dieser Tee stammt. Nennen wir ein Beispiel von Da Yu Ling Hochlandsoolong: Da Yu Ling Oolong aus Lishan, Taiwan, ist der teuerste Hochlandoolong, der meistens nur in halb kugeliger Form produziert wird. Von der Form könnte man auch feststellen, von welchem Anbaugebiet aus Taiwan und von welchem Teebauer – die Form ist individuell geprägt und wie Handschrift. Da Yu Ling wird im Juni und November produziert. Wenn man den Tee im März kauft, ist er ein Tee aus vorherigem Jahrgang. In Taiwan gibt es manchmal Werbungen „1,8 Kg Lishan Hochland für 40 Sfr.!“ Da der Tee am teuersten ist, weiss man dieser Preis ein Betrug ist. Weil die Grundkosten, die den Teegarten (über 2200 M ü. M mit zwei openair Seilbahn angeschlossen) verwaltet und die Herstellungskosten mehr kostet als 40 Sfr. pro 600g! Aus 3 Kilos frischer Blätter könnte man erst 600g Tee herstellen! Man könnte das Schnäppchen jagen, aber bekommt wohl nicht das, was auf der Tüte steht.

Von Herkunftsangabe könnte man einschätzen, wie der Preis etwas liegt, wie der Tee und seine Form sein könnten. Ein billigerer Da Yu Ling kann gut schmecken, aber das heisst nicht, dass er auch ein Da Yu Ling ist. Wenn man genug Wissen und Information vom Anbaugebiet hat, weiss man, ob die Angabe des Händlers stimmt. Es geht nicht um den Geschmack des Tees, sondern um die Ehrlichkeit des Teehändlers. Europäische Teehändler könnten meistens nur an ihrem dortigen Händler verlassen und sind meistens schlecht informiert (oder selbst nicht beurteilen können). Es wäre nun die Zeit, dass Konsumenten ihren Teehändler auffordern, die genaue Angabe zu machen. So könnte man die ganze Sache in die Bewegung setzten, dass der Teehändler in China, Taiwan oder Japan die Notwendigkeit der genauen Angabe ernst nehmen und deklarieren. Das macht man schon lange im Weinhandel, aber im Teehandel….??
Liegt das Problem an dem desinteressierten Teetrinker? Weil wir uns nicht interessieren, von wo genau der Tee herkommt? Oder weil wir so wie so nichts damit anfangen können, was da auf der Tüte steht?

Ich hoffe, durch das Blog etwas in die Bewegung setzen könnte. Je mehr Wissen über den Tee verbreitet wird, desto schwieriger wird es beim Tee-Verkauf zu schummeln. Der Teeliebhaber profitiert am meisten davon.

Zum Schluss möchte ich das Blog

Bandsmagazine.ch

gratulieren, dass das Blog mit Goldene Maus ausgezeichnet wurde!

Tie Guanyin (Tie Guan Yin)

Zuerst möchte ich mich bei Thomas und Suzanne für ihre Kommentare bedanken. Die Interaktion zwischen Menschen ist die Quelle, die dieses Blog ermöglicht weiter fortzusetzen.

 

Heute habe ich den Tie Guanyin von Suzanne degustiert. Tie Guanyin ist nicht gleich Ti Guanyin, obwohl man heute überall Tie Guanyin kaufen kann – auf dem Supermarkt oder in Ebay. Es gibt drei bekannte Tie Guanyin aus drei verschiedenen Orten: Muzha/Taiwan, Yaoyang/Fujian und Nanyan Benshan/Fujian. Der Ti Guanyin ist ein guter Tie Guanyin, wenn er eine spezielle balsamierende Wirkung im Gaumen hinterlässt. Wir bezeichnen es als „Guanyin Yun“. Inzwischen wird überall in ganzem China  Tie Guanyin produziert, die allerdings ganz anders schmeckt als der „wirkliche“ Tie Guanyin. Unterschiedlicher Teebaum und unterschiedliches Klima ergeben unterschiedliche Tees.

 

Der Tie Guanyin aus Muzha habe ich bereits einen Beitrag geschrieben. Dieser Tie Guanyin stammt zwar aus Fujian, aber entwickelt sich zu einem eigenen Stil und Geschmack. Der Tie Guanyin, der so bekannt ist, stammt ursprünglich aus Yaoyang (Landkreis Anxi, Provinz Fujian). Er sollte aus einem speziellen gleichnamigen Oolongbaum sein und einen charakteristischen balsamierenden Wirkung auf dem Gaumen (Guanyin Yun) haben. Dieser Baum hat bereits 230 Jahre alte Geschichte.

Nanyan Benshan ist ebenfalls ein Tie Guanyin, der von hongkonger Teataster Wang Xinjun als zweiter bester Tie Guanyin bezeichnet wurde. Benshan Tie Guanyin ist ein Oolongbaum, der 110 Jahre „jung“ ist und ebenfalls kann man aus ihm einen hervorragenden Tee produzieren. Der Unterschied zu seinem Vorgänger liegt daran, dass er diesen schönen Spur (der so genannte Guanyin Yun) auf dem Gaumen nicht hinterlässt.

Die äußere Erscheinung der beiden Tie Guanyin kann selbst von einem Experten nicht auseinander halten. Teataster Wang meinte, der Nanyan Benshan Tie Guanyin könnte von der Duftnote her, manchmal noch besser sein als der andere, wenn der Benshan gut hergestellt wird.

 

Momentan herrscht ein grüner Tie Guanyin Trend auf dem Markt. Es ist immer schwieriger geworden, alte stark gerösteten Tie Guanyin zu bekommen. Dieser Tie Guanyin wird so hergestellt, dass sie trotz dem Transport, Klimaschwankung stabil bleiben. Sie sind hervorragend geeignet zum Lagern.

 

Ich habe den Tie Guanyin aus Nanyan und aus Muzha zusammen degustiert. 2g trockene Blätter, in 150ml kochendem Wasser, 5 Minuten ziehen lassen. Sie erscheinen mir in dem ersten Augenblick eine Ähnlichkeit. Nur die Duftnoten sind anders. Der Tie Guanyin aus Muzha duftet zuerst nach Blumenmeer, während der rauchige Duft des von Nanyan sehr dominant bleibt. Das liegt wohl daran, dass ich meinen Muzha Tie Guanyin seit paar Monaten lagere, so dass er seinen Geschmack und Aroma besser entfalten kann. Von Blättern kan man beobachten, dass der Welkenprozess bei den beiden Tie Guanyin unterschiedlich lang ist. Der Tie Guanyin von Muzha zeigt dunkelgrüne Farbe, obwohl er stark geröstet ist, während der von Nanyan eher dunkeler erscheint. Von Aufguss her zeigen beide Tie Guanyin, dass sie hervorragende Tees sind!

Im Duft des Tie Guanyins fühle ich mich plötzlich so geborgen, als ob ich wieder daheim in Taipei im unseren Wohnzimmer wäre…

Der Tee „Evergreen“ 松柏長青茶

Die Hälfte von Formosa Oolong stammt aus Mingjian. Die meisten Formosa Oolong auf dem europäischen Markt kommt aus der Teefabrik in Mingjian. Mingjian ist nicht nur ein bekantest Teedorf, sondern auch der Exportstandort des Teesiedlers.
Der Tee aus Mingjian heisst „Evergreen“ 松柏長青茶 – ich übersetze es ins Deutsch als der Tee des „Ewigen Jugend“. Teesiedler aus Mingjian furchten vor keiner Schwierigkeit und sind voller Elan und abenteurlustig. Das kleine Teeland verfügt nur über bestimmte Kapazität. Viele Teesiedler siedeln ins Gebierge, nach den Süden, nach den Osten. Viele Teegärten auf Formosa wäre nicht entstanden, wenn die Abenteurer aus Mingjian nicht gäben.
Der zweite abenteuerliche Charakter von Mingjian Teebauer manifestiert sich durch ihre Mut – Mut zu produzieren und auszuprobieren! Sie trauen sich zu investieren, die Produktion zu mechanisieren und in riesiger Menge zu produzieren. Das meiste Kapital, das in der Tee-Produktion gesteckt wird, wird in Mingjian investiert.

Teeernte in Mingjian

Das Bild ist eine Ausnahme. Die meisten Ernte werden mechanisch verarbeitet. Der Vorteil: die Ernte wird nur zwischen 10 – 14 Uhr geschnitten. Die beste Ernte Zeit für Oolongtee! Das garantiert die Qaulität des Oolongs.

Der dritte Charakter von diesem abenteuerlichen Geist zeigt in ihrer Gewagtheit mit dem Versuchen von neuartigen Teebaumsorten! Der Anbau von Jadeoolong, Jinxuen-Oolong und Sijichun (four season) fing in Mingjian an. Neue Technologie, neue Mechanisierung und neue Teesorte sind immer willkommen in diesem Teeland, das immer an der Front von Formosa Oolong schreitet und seine Pioneer-Position verteidigt. Die Hälfte des Teehändler auf Formosa stammen aus Mingjian, so dass Mingjian im wahrsten Sinn des Wortes das Informationszentrum des Formosa Oolongs!
„Ewiger Jugend“ – der Formosa Oolong aus Mingjian ist bis heute Hundertjahren alt. Sein Grundstein wurde von alten Teebauern aus chinesischen Anxi gelegt. Mir wurde erzählt, dass es zwei entscheidende Persönlichkeiten waren, die diesen „Ewigen Jugend“ die Ewigkeit verliehen haben:
Wang De, er hat die Lehre den leichten eleganten Oolong vermittelt. Dieser Oolong hat einen honiggelben Aufguss und blumigen Duft.
Wang Taiyou, er ist inzwischen über 90 Jahre alt und lebt noch in Taipei. Sein Aufguss hat goldene Farbe und würzigen aromatischen Abgang!
In der alten Zeit degustierten die beiden Teemeister ihren Tee zusammen, wenn sie einen frischen Tee kreierten. Alle waren begeistert von dem Duft des Tee von Wang De und zugleich von dem Geschmack des Tees von Wang Taiyou.
Es war damals… Heute ist Mingjian ein Teeland, das trendigen und massen Tee produziert. Das investierte Kapital muss Früchte tragen können. Das bedeutet, den Tee zu produzieren, was der Markt nachfragt!
Diese Strategie funktioniert nicht immer unproblematisch. Die Grösse der Teegärten fing seit den 90er Jahren an, sich zu verkleinern. Immer mehr Teebauer müssen ins Alishan, Lishan und Hochland gehen, um saisonale Arbeit anzunehmen. Das Feuer, das den Tempel der taoistischen Gottheiten zerstört, wäre vielleicht auch ein Wink vom Kosmos (für Chinesen). Wohin gehen die Abenteurer aus diesem Teeland? Verlieren man nicht den eigenen Weg, wenn man nur dem Trend nachläuft und sich ans Geld orientiert? Der „Eigener Jugend“ kann nur „evergreen“ bleiben, wenn man mit der stets erneuernden kreativen Energie auf den eigenen Weg geht, oder?

Formosa Oolong und das Teeland Mingjian 名間

Mingjian ist nicht nur bekannt für seine Produktion, sondern auch für seinen Teehändler. Xie Kunghai 謝坤海, der den Tee-Markt Taiwans in der Nachkriegzeit kontrollierte, stammte aus Mingjian. Li Ruihe 李瑞河, der Gründer von Tee-Imperial Tian Ren 天仁茗茶 Konzerne und aktiv zwischen China und Taiwan handelt, stammt ebenfalls aus Mingjian. Vor zehn Jahren, als Boss Li noch Zeit hatte, konnte man ihn mit Velo während der Erntezeit im Frühling und Winter zwischen den Teegärten flanierend sehen.

Teegarten in Mingjian
Teegärten in Mingjian haben Erfolg. Sie haben verschiedene Schlüssel dazu: erstens sie haben mutige Teebauer, die den abenteuerlichen Einwanderer-Charakter besitzen; zweitens sie haben dort wunderbare Erde und Klima.
Mingjian liegt südlich von Baguashan (Berg Bagua) 八卦山und hat rötliche Erde und hügelische Landschaft. Der Schutzpatron von Teeland sind drei taoistische Gottheiten 受天宮. Jeden Tag außer Juli im chinesischen Mondkalender (das ist ein Geister Monat) war der Tempel überfüllt und am dem Tempelplatz waren besetzt von Teeläden! Dort wurde nicht nur gebetet, getröstet, sondern auch gehandelt. Das war vor 2000 Sommer, bevor ein großes Feuer die heilige Idylle zerstörte. Gerettet waren nur die drei Statuen der drei Gottheiten… Eine zeitlang stand Mingjian allein da und wusste nicht, wohin.
Das Teeland erreichten ihren Höhepunkt vor dem Feuer 2000. Zuerst war Mingjian nur ein kleines Dorf, das Zuckerroh, Ananas anbaute. Als im Jahr 1975 der Präsident Jiang Jingguo, der Sohn von Jian Kaishek, der den Krieg gegen Mao verlor und mit seinen Soldaten nach Taiwan übersiedelte, den Tee aus Mingjian lobte und den Name „Ewiger Jugend“ 松柏長青茶 gab, wurde der Tee von Mingjian übernacht bekannt.
Hauptsächlich wurden Teebaumsorte wie Qingxin Oolong, Qingxin Dapong und Wuyi angebaut, bevor Tee aus Mingjian den Markt richtig eroberten. Im 80er Jahren wurden Qingxin Dapong (der Teebaum für Oriental Beauty) aus dem Teegarten ausgewiesen, weil er wirtschaftlich schlecht darstellt. Später Wuyi und anschließend Qingxin Oolong, weil diese Bäume nicht pflegeleicht sind und zu wenig Ernte versprechen. Der Tee aus Mingjian ist nun bekannt und bräuchte eine Menge Tee, um ihre Position auf dem Markt richtig zu behaupten. Die alten Teebaumsorten wurden mit neuen Formosa Helden ersetzt. Nun ist Mingjian Teeland bekannt für die drei neuen Helden von Formosa Oolong: Jinxuan 金萱, Cuiyu 翠玉 (Jadeoolong) und Sijichun 四季春 (Ewiger Frühling oder four seasons).
Morgen können wir weiter über ihren Schlüssel zum Erfolg sprechen.

Der Tempel 受天宮 wird wieder aufgebaut. Wir hoffen, dass die Gottheiten unser Teeland Mingjian weiter beschützen. Hier im Tempel gibt es Pension für müde Wanderer.

Eine neue Geschäftsidee: Wanderweg durch Mingjian Teeland! Der Anfang dieses Tee-Wanderweges.