Archiv der Kategorie: Formosa Oolong Tea 台灣烏龍茶

Yushan Oolong 玉山烏龍茶, der Oolong aus dem höchsten Berg Taiwans

Am Ende des zweiten Weltkriegs flog ein Militärflugzeug eines Tages in die Wälder in der Nähe eines Ureinwohner Dorfes Shalixian 沙里仙. War es ein japanisches, ein chinesisches oder sogar ein ameriaknisches? Niemand wusste es und keiner kümmerte sich darum. Paar Tage später kamen paar mutige Dorfbewohner heimlich in der Nacht in den Tante Emma Laden einer Han-Familie Wu 吳 (Han ist ein später nach Taiwan eingewandertes chinesisches Volk. Zwischen Han 漢族 und Ureinwohner gab es zahlreiche ethnische Konflikte. Momentan hat Han-Volk die politische Macht auf der Insel).

Man wußte nicht, was da genau geschah, verhandelt und was ausgetauscht wurde. Es wurde nur heimlich erzählt, dass Chef Wu heimlich Goldstange gegen Land kaufte und das Land heimlich mit Teesetzlingen bedeckt wurde. Eine Erzählung von Paar besoffenen Ureinwohner und einer rasch reich gewordenen Han 汉Familie, die Teebauer wurde und heute noch Tee neben dem Wald des zerstörten Flugzeugs anbaute.
Nun ist es schon die dritte Generation der Familie Wu, die das Land hütet und auf ihr Land Qingxin Oolong (Ruanzhi Oolong) und Jinxuan anbaut. Nicht alle Teebauer, die nach Yushan ansiedeln, haben das Glück, Gold gegen Land auszutauschen. Die meisten Länderei im Gebirge Taiwans gehören den Staaten, National Universität Taiwan oder Ureinwohner Reservat. Teebauer müssen Länder pachten und sich auf einen Zeitvertrag einlassen. Teegärten in Yushan hat die ähnliche Situation. Meiste Teebauer stammen von Mingjian (Mitte Taiwan) oder Lugu und siedeln ins Hochland an, als die wirtschaftliche Aussicht mit Hochlandoolong immer besser wurde.
Teegarten Familie Wu
Um diesen Teegarten und diesen Wald gab es eine geheim gehaltene Geschichte. Teegarten von Familie Wu in 沙里仙 Shalixian Dorf.

Die Teegärten in Yushan ist nicht auf dem höchsten Gipfel Taiwans (3997 M, fast so hoch wie Jungfrau…). Zwischen 600 Meter bis 2000 Meter kann man alles als Yushan Tee verkaufen. Da National Park dazwischen liegt, dürfen sich eigentlich die Teegärten nicht verbreiten. Darum gibt es nicht viel Ernte von Yushan Tee und der Tee aufgrund der Erde und fehlender Sonne wegen umgebenen hohen Bergen im Osten schmeckt eigentlich auch nicht besonders. Nach dem Naturgesetz könnte man die Teeblätter in Yushan erst im Mai pflücken. Da dieser Termin wirtschaftlich nicht interessant für Teebauer ist, wird es Ende April gepflückt. Ende April kann man nur junge unreife Blätter pflücken, die sich entsprechend in der Aroma und Aufguss manifestiert…
Yushan Oolong hat verschiedene Herkunften: Tee aus Tatajia 塔塔加oder Shalixian沙里仙haben starke Qualitätsschwankung, während der Tee aus Shangan 上安村Dorf eine stabile Qualität aufweist. Das Hochlands-Qi ist ebenfalls der Traum des Yushan Hochlandoolongs!

Möchtest Du nun Formosa Oolong kaufen? Ende März gab es zwar schon Paochung, dessen Qualität sich mit der von April nicht vergleichen lässt. Im April kann man schönen Oolong von Nantou, Pinglin und Shiding genissen. Auf den Hochlandoolong 高山烏龍茶 muss man leider geduldig warten… Wenn es allerdings schon Hochlandoolong aus Taiwan zu verkaufen gibt, ist es entweder von 2005 oder etwas, was man Glück haben muss.

Lishan 梨山- 台茶最高峰! Der höchste Gipfel des Formosa Oolongs 3

Formosa Oolong war ein Oolong, der die Welt mit seinem Duft und Geschmack verzauberte und dadurch seinen Name machte. Heute ist der Formosa Oolong, der immer mehr nach Grüntee schmeckt und immer mehr nach der Höhe des Anbaugebietes gemessen wird. Lishan Hochland Oolong ist ein Produkt, der diesen Trend widerspiegelt.
Warum Hochland Oolong?
Die taiwanesischen Hochgebirge sind hoch, so hoch wie die Alpen in der Schweiz. Der Geschmack dieses Tees aus so einer Höhe ist bestimmt nicht so weit, wie der vom Paradies. Tatsächlich fahren Teepflückerinen und Teemeister oft direkt ins Paradies, wenn sie Auftrag von Lishan-Teegärten erhalten. Viele subtropische Stürmen und Erdbeben erschweren den Zugang nach Lishan 梨山 und zerstören oft die Verkehrsverbindung. Oft gibt es keine richtige Strasse und oft gibt es nur gebastelte Seilbahnen. Ab Lishan Dorf zum Teegarten muss man noch zwei Strecken mit Seilbahn zurücklegen. So weit, so hoch. Der Preis dieses Tees ist auch so steil wie die Seilbahn. Aber die Qualität? Ist die Qualität entsprechend auch so „steil“?

In Bergen kann man den Garten nicht mit dem industriellen Mittel betreiben. Die steile Lage kann ausschließlich durch Pflückerin bedient werden. Die Tee-Blätter in der Hochlandslage wachsen besonders „dick“ und der Abstand zwischen dem Knospe und Blätter sind größer als die Blätter auf der Ebene – das ist ein Zeichen, um einen Hochlandstee von einem aus der Ebene z. B. Minjian名間 etc. zu unterscheiden! Morgens ist es eigentlich keine ideale Zeit, um Blätter zu pflücken, weil die Feuchtigkeit sich in Pflanzen ansammelt. So ein Tee schmeckt blass und langweilig. Die Pflückerinnen und Teemeister verdienen durch das Gewicht der gepflückten und hergestellten Blätter. Sie werden dem Teebauer nicht erlauben, dass sie nur zwischen 10 Uhr und 15 Uhr arbeiten dürfen! Alle wollen Geld an dem Hochlandsoolong verdienen: Teepflückerin pflücken Tee von 7 Uhr bis 17 Uhr. Teeblätter haben nicht so viel Zeit, um unter der Sonne gewelkt zu werden. Da es nachmittags oft Nebel gibt, muss man eine künstliche Sonne anschaffen. Wir können nur hoffen, dass der Tee an die industrielle Täuschung auch gerne glaubt! Teebauer sagten mir oft, „kein Problem“. Der Tee im Aufguss zeigt mir allerdings oft eine andere Wirklichkeit…
Teeernte in Lishan
Teepflückerinnen und Teemeister werden in der Saison nach Lishan geholt. Dort verdienen sie allgemein auch besser, vor allem Pflückerinnen. Denn die Blätter in Lishan-Garten wiegen schwerer.

Im Hochland Tee Garten anzulegen muss man zuerst Bäumen fallen und das vorhandene Öko-System verändern. Wenn es in Taiwan nicht so oft regnen würde oder Erdeben und Taifoon uns nicht so gerne besuchen würden, wäre alles nicht so schlimm. Jedes Mal nach dem schweren Sturm finden unzählige Erdrutsche statt. Viele Stauseen im Hochland sind schwer betroffen. Den Preis, den man für diesen Tee tatsächlich zahlt, ist nicht in unserer Generation in Taiwan zu berechnen. Das ist der Grund, warum es immer diskutiert wurde, ob man überhaupt ein Gesetz entwerfen sollte, um Hochlandgebiet wie Lishan zu schützen.
Nach Erdbeben 1999 wurden Strassen Richtung Lishan zerstört. Die Teegärten waren allerdings verschont geblieben, aber der Zugang wurde erschwert. Als die Pflücksaison kam, hörte man paar Male, dass der Fahrer samt dem Pflücker-Mannschaft zusammen ins Paradies fuhr…
Wolken in Lishan
Das Hochland Qi…
Aber warum der Hochland Oolong? Ja, wegen dem Hochland Qi! Ein schwer fassbarer Duft und „Qi“, der nach dem Aufguss direkt hervor steigt…Wegen dem legendären Qi tanzen Teebauer, Teepflückerinnen und Teeliebhaber auf eine Seil… Was riskiert wird, ist schwer mit Zahlen zu fassen.
Sollte man überhaupt keinen Hochland Oolong mehr trinken? Würdest Du auf Schokolade verzichten, nur sie Dich DICK macht?

Lishan 梨山- der höchste Gipfel der Formosa Oolongs 2

Für mich gehört Lishan meiner Erinnerung vom Geschmack des Apfels.
Als Taiwan noch ein subtropisches Entwicklungsland war, war Apfel ein Symbol des absoluten Luxus. Als Kinder bekam ich ein Stück dieses paradiesischen Frucht zum Genuss war außer Festtagen nicht denkbar. Äpfeln bekamen wir nur von reichen Verwandten und Geschäftsfreunde des Vaters geschenkt und wurden von Oma sorgfältig gelagert. Diese gelagerten Äpfel schmeckten mehlig und weich. Den Geschmack könnte ich mich noch sehr gut erinnern. Ein einfacher kindlicher Verstand kapierte damals nicht, wie so Adam und Eva wegen dem Geschmack des Apfels das Paradies freilich verlassen wollten.
Äpfel in damaligem Taiwan wurden meistens importiert – außer aus Lishan. Die ehemaligen Soldaten von Jiang Kaishek verwandelten dem von Formosa Jäger – das Volk Taiya 泰雅 bewohnten wilden nützlosen Bergen in einer furchtbaren Farm. Fushoushan Farm wurde landesweit berühmt und Jiang baute eine Villa in dieser Farm. Dort pflanzten sie Äpfeln und Birnen an. Die Qualität des Apfels konnte leider nicht mit den Importwaren konkurrieren, aber der Anbau mit Birne, die japanische Herkunft hat, erntete Erfolg. Lishan bekam einen neuen Name, der den ursprünglichen Name, den Ureinwohner Taiya einst gaben, endgültig ersetzt.

Seit 70er Jahren fing Familie Chen an, Tee auch in Lishan anzubauen. Durch wirtschaftliches Wachstum und zunehmenden Wohlstand bekommen immer mehr Taiwaneser auf den Geschmack des Hochlands. Man sucht nach der Exklusivität. Man glaubt, das Qi 气 – die Energie unser heiligen Bergen im Oolong erkennen zu können. Dieser Hochlandsqi – Gaoshanqi 高山气macht einen Oolong zum Hochlandoolong! Der Lishan-Oolong ist teuer? Das macht nichts. Die Neureichen brauchen gerade das neue Statussymbol, um sich von anderen abzuheben! Aber das Qi (?), das von den wilden zentralen Gebirgen in die reichen zivilisierten Städte weht, summt wohl eine Welle von Wehmut!
Blüte von Birnen in Lishan
Blüte von Birnen in Lishan

Nun lebe ich in Deutschland. Man nennt hier Apfel als eine göttliche Frucht. Ein Kilo kostet in Aldi nicht Mal 1 Euro. Trotz dem preiswerten Charakter kann ich mit dieser Frucht nicht anfreunden. Der Apfel und sein Geschmack gehören in einer taiwanesischen Erinnerung immer noch etwas – was Außeralltägliches und Unerreichbares… und es sollte auch so bleiben.

Lishan 梨山 – der höchste Gipfel des Formosa Oolongs

Der beste Schinken – natürlich aus Parma oder Ibirico; der beste Wein – klar, von Parker gesegnet; das beste Restaurant – sicherlich mit Michelin-Steinchen ausgezeichnet. Der beste Formosa Oolong? Selbstverständlich aus dem höchsten Teegarten: Dayuling 大庾嶺 in Lishan!
Jiang
Herrscher Jiang und seine Frau Song Meiling

Wo liegt Lishan? Lishan liegt im zentralen Gebirge in Taiwan. Ein Ort, wo der chinesische General Jiang Kaishek 蒋介石seinen Ferienort klärt und seine Soldaten für sich in Anspruch nahmen. Lishan bedeutet der Berg der Birne. Nach dem zweiten Weltkrieg fand ein Herrschaftswechsel in Taiwan statt. Nach dem Japaner kamen Jiang und seine Soldaten. Als sie verstanden, dass sie die Rückeroberung nach China nicht mehr so schnell realisieren konnten, verwandelte Jiang seine Soldaten zum Bauer. Sie beanspruchten Lishan als ihre Obstplantage und pflanzten dort Äpfel, Birne und Pfirsich. Dayuling ist der Gipfel des Berges. Dort gibt es eigentlich keinen Teegarten. Die Teegarten, die auf dem Weg zum Dayuling führt, bezeichnet sich als Dayuling Tee (über 2000M). Wenn Hochlandstee, dann von dem höchsten Gipfel! Taiwanese denken pragmatisch und Teebauer sind intelligent genug. Nun alle Teegärten, die in der Nähe von Lishan liegen, nennen sich als Lishan Tee!
Eigentlich kann Teegarten über 2000 Meter in dem Gebiet liegen, erst den Lishan-Hochlandoolong tragen. Heute wird Tee von Cuiluan 翠巒, Cuifeng 翠峰und Xin (Jiu)Jianyang佳陽 (1500-1800 M) auch als Lishan Tee verkauft! Möchtest Du unbedingt von dem höchsten Teegarten von Formosa Oolong haben? Dann passt gut auf!
Der höchste Teegarten gehört der Familie Chen. Er baute zuerst Pfirsich an. Herr Chen war ein außergewöhnlich mutiger und visionärer Bauer. Es wurde erzählt, dass er einmal Jiang im Spaziergang sah. Er pflückte ein Pfirsich, riskierte sein Leben und brachte Jiang sein Frucht. Er wurde bekannt und seine Pfirsiche schloßen an einen großen Markt. Dieser Bauer Chen wechselte seinen Geschmack zum Tee. Er pflanzte Teepflanzen zwischen Äpfel und Birnebäume. Wenn Teebäume nach paar Jahren Ernte bereit waren, fiel er die Obstbäume ab. Lishan Hochland Oolong Tee wurde durch sein Unternehmen berühmt und das Synonym von „der beste Oolong“ in Formosa!
Nach dem Erbeben 1999 wurde immer wieder diskutiert, ob man Lishan vor weiterer Nutzung sperren sollte. Warum? Darüber sprechen wir ein anderes Mal!

Taiya Volk
Das Volk Taiya lebte friedlich in Lishan bis die Zivilisation sie erreichten. Sie bekämpften chinesische Einwanderer und japanische Herrschaft erfolglos und mussten sich unterordnen. Nun sind sie Normanden in der Baustelle in den Städten geworden. Die einstigen Formosa Jäger wurden heute entwurzelte Alkoholiker…

Die neuen Helden von Formosa Oolong 台灣烏龍茶的后起之秀

Gestern haben wir genug gelesen von Qingxin- Oolong 青心烏龍(Ruanzhi-Oolong 軟枝烏龍) – Oolong vom weichen Stamm. Heute möchte Oolongbäume vom „starken“ Stamm darstellen.
Das geheime Labor von Formosa Oolong sitzt in Taoyuan. Dort werden neue Teebäume geklont, oder neue Sorte experimentiert. Die Japaner gründeten den Geheimdienst und Chinesen führen nun weiter ununterbrochen. Das Ziel, neue Teebäume zu züchten verbindet zwei verschiedene verfeindete Herrschaften!
1981 entdeckte der Vater des Formosa Oolongs Wu Zhenyi zwei neue Teebäumen: Jinxuan 金萱 und Cuiyu (Jade) 翠玉. Alle andere Oolongbäumen stammen ursprünglich aus China. Jinxuan und Cuiyu sind nun die erste taiwanesische Generation des Formosa Oolong! Ein wichtiger Schritt der Tee-Geschichte.
Die Karriere dieser neuen Sorten liegen nicht an dem taiwanesischen Komplex des eigenen Oolongs, sondern an der Wirtschaftlichkeit, die diese Bäume anbieten! Der Ernteertrag von Jinxuen beträgt 20-25% mehr als Qingxin. Beim Cuiyu liegt der Ernteertrag ebenfalls mind. etwa 20% höher als Qingxin!
Jinxuan wachsen regelmässiger als andere Sorte und sind deswegen geeignet für industrielle Verarbeitung. Die typische Note ist bei allen Oolongs einmalig. Er schmeckt leicht nach Osmanthusblüte, aber noch mehr nach feiner aromatischer Alpenmilch – in taiwanesischer Vorstellung! Diese geheimnisvolle Milchnote kennzeichnet der beste Oolong aus Jinxuan-Baum. Jinxuan wurde beliebt und erobert den taiwanesischen Markt. Beim Hochlangoolong unter 1600 Meter findet man auch seine Spuren, während der Platz beim Hochlandoolong über 1600 Meter auschliesslich den Qingxin-Oolong verfügt. Jinxuen Oolong ist der zwei verbreitete Oolong in Taiwan.
Cuiyu (Jadeoolong) enthält sehr fesselnden feinen Blumenduft. Er erinnert mich oft an natürlichen Jasminduft. Momentan verbreitet sich der Jadeoolong in Pinglin, Yilan, Taidong und Nantou. Er findet beim Hochlandoolong über 1000 Meter auch keinen Platz, denn seiner „starker“ Stamm sammelt sich im Gebirge zu viel Wasser. Seine Blätter werden in der hohen Lage dicker und der Nebel in Bergen verhindert ausreichende Welken- und Ruhe-Prozesse. Darum scheitert der Jadeoolong seinen Anspruch in diesem Territorium Wettbewerb.

Wu Zhengyi
Wu Zhenyi vor dem Verwandte des Qingxin Oolongs in Jianyang

Die beiden neuen Helden bereichern die Welt der Formosa Oolongs, aber verdrängen gleichzeitig den Lebensraum vieler tradtioneller Sorten. Die grausame Evolution findet überall statt, auch beim Tee… Diese Tendenz ist leider nicht aufzuhalten

Qingxin Oolong 青心烏龍 – Ruanzhi (Luanzi Oolong) 軟枝烏龍

Teefreund Gerhard Lange erzählte mir von einem Oolong Namens „Luanzi“ Oolong. Der Name hat mich irritiert. Später realisierte ich, dass Luanzi Oolong der „Ruanzhi“ Oolong 軟枝烏龍 sei. Eine Oolongteebaumsorte, der am längst in Formosa angebaut wurde und am breitesten verbreitet ist.
Teebauer in Dongding bezeichnet Qingxin Oolong 青心烏龍als „Ruanzhi“ Oolong, während man in Pinglin ihn als „Jinhiah“ 種仔nennt. Ruan 軟- weich. Zhi 枝- Stamm.
Es wurde erzählt, dass englischer Teehändler Dodd 1866 nach Formosa kam und aus Anxi Qingxin Oolongbäume mitbrachten. Er verteilte die Bäume an Vertragsgebundene Teebauer und dieser Bäume setzten sich im Lauf der Geschichte in Formosa durch. Da Samen und Setzlinge von Qingxi Oolong eingepflanzt wurden, gab es viele verschiedene Variationen dieser Sorte. Allgemein treibt diese Sorte später als andere Sorte. Die Erntezeit verändert sich durch Klima und Höhe des Anbaugebietes. In Taidong könnte im Februar bereits ernten, während die Ernte in Nantou im April und Lishan erst Ende Mai oder Juni stattfindet.
Die Beliebtheit von Qingxin Oolong ist auf die Duftnote dieses Tees zurückzuführen. Diese typische Duftnote des Qingxin Oolongs (im Taiwanesisch 種仔旗 or 烏龍旗) prägt den Geschmack aller Teeliebhabers in Taiwan. Ein wenig nach Orchiden und doch eine Spur von Osmanthusblüte (ich empfinde auch eine Note von Zitronenbluteduft – vor allem, wenn er leicht nach fermentiert wurde) sollte dieser Traumduft des Qingxin Oolong sein!
Dieser Oolong ist der zwei teuerste Oolong nach dem Tie Guangyin auf dem taiwaneischen Teemarkt!
Wie erkennt man diesen Oolong von anderen Oolongbaumsorten? Von den Blättern! Dieses Teeblatt hat ovale Form und deutliche Zacken am Rande!
Die Bezeichnung Ruanzhi Oolong (oder Luanzi) wird nur selten verwendet. Allgemein verständigt man diesen Oolong mit dem Name „Qingxi Oolong“. Diese Teebaumsorte ist sehr gut geeignet für die Herstellung von Hochlandsoolong, Dongding 凍頂 烏龍 (originaler Dongding Oolong muss von diesem Baum hergestellt werden) und Baozhong (Paochung), Oriental Beauty aus Pinglin.
Qingxin Oolong
Die typische Blattform von Qingxin Oolong

Erinnerungen

Heute schneit es Wieder, obwohl Vögel ständig nach dem Frühling rufen. Meine Sehnsüchte nach dem Frühling werden immer aufdringlicher in dem leisen rieselnden Schnee.
Magengrippe, Kopfschmerzen und das entfernte Dasein von meiner Heimat, wo Wärme, Geborgenheit und Boden bedeutet, machen mich in diesen Tagen ziemlich zu schaffen. Ruhelose Nächte zerrten meine Lebensenergie.
Manchmal. Nur Manchmal fühle ich mich wie eine Spinne. Eine Spinne, die aus ihrem Netz runter gefallen ist und nicht mehr schafft, wieder zurück zu seilen.
Der Durst, der Geschmack und das unbewusste Verlangen schreien nach einer Befriedigung. Ich machte mir zuerst einen Kaffee. Da meine Vater zu Export Pioneer von Taiwan zählte, kannte ich seit der Kindheit Kaffee. Vater liebt alle Exotische und Neuigkeit. Er pflegt seine Kaffeeliebhaberei, indem er Bohne selbst röstete und frisch mahlte. Ich kannte Jacobs Kaffee in Taiwan nicht und das macht mein Leben in Deutschland ziemlich schwer. Der frische Kaffee Geschmack ist in meiner Kaffee-Erfahrungen in Europa eine Rarität geworden. Während mein Vater mich mit seiner neuen Errungenschaft verzauberte, trank mein Opa immer in Stile seinen Tie Guanyin. Opa ist nun schon längst im Paradies und Vater ist weit entfernt. Durch seine ständige Geschäftsreise war er eigentlich in meiner Kindheitserinnerung abwesen. Was bleibt, ist der Geruch des frisch gebrühten Kaffees.
Nun trinkt er immer weniger Kaffee wegen seinem Herz. Die Zubereitungsaufgabe übernimmt heute meine Schwester. Seit man in Taipei den jeden Tag frisch gerösteten Kaffee kaufen kann, wird in der Familie auch nicht mehr Kaffee geröstet. Schwester macht meinem Vater nun meistens Tee. Ihm ist es allerdings egal, was für einen. Er versteht meine Leidenschaft mit Tee nicht. Er trinkt hauptsächlich Oolong und nur keinen Oriental Beauty. Mit diesem Angeber Tee mit seinem hohen Preis kann Vater nie befreunden. Seine Generation hat Taiwan Reichtum und Wohlstand erarbeitet, aber er lebt wie viele seine Freunde immer noch in einem einfachen Verhältniss. Für ihn ist der Geschmack des einfachen Oolong der Geschmack des einfachen Lebens. Der Tee, der den ruhigen Lebensabend eines tüchtigen Mannes begleitet.

Wie beurteile ich einen guten Tee?

In Europa kann man leider nicht im Teeladen vor dem Einkauf zuerst den Tee kosten und probieren. Ein Kunde kann nur mit seinen Augen, die Tees beurteilen. Wie beurteilen wir Tee in dieser Situation?
Nehmen wir das Beispiel von Oolong:
Ein guter Oolong sollte eine glänzende Farbe aufweisen. Egal ob braun oder grün. Rötliche Färbung gibt uns über die Information der Fermentation. Die Winterernte glänzt in saftiger Grün, während die Frühlingsernte leicht oliv färbt. Je kugeliger und kleiner der Oolong aussieht, desto größer ist die Gefahr, einen Oolong, der aus unreifen Blätter hergestellt wird, erwischt zu haben.
Wenn ein streifenartiger Oolong in der Hand liegt, wenn er die Hände leicht kitzelt, ist er zu wenig lang gewelkt. Er würde im Aufguss herb schmecken. Wenn er ein kugeliger Oolong ist, sollte er nicht zu weich sein – das ist ein Zeichen von Feuchtigkeit. Er sollte ein wenig Gefühl vom Gewicht vermitteln.
Wenn wir im Laden die Blätter „riechen“ dürfen, sollten wir drei Male versuchen, die Blätter zu „riechen“. Wenn der Duft andauert und immer stärker wird, ist er ein guter Tee! Oft können wir jedoch leicht grasigen Geschmack entdecken – ein Zeichen von einem mangelhaften Welkensprozess. Ein Oolong sollte nie nach Grass oder Gemüse duften – das ist von einem normalen Sencha vielleicht in Ordnung, keineswegs beim Oolong! Ein guter Oolong, je nach Sorten, sollte nach Blumen und Früchte duften!
Plantage Alishan
Oolongtee-Ernte in Taiwan

Oriental Beauty und seine Zukunft

Oriental Beauty hat einen anderen Name: Bai Hao Oolong. Bai Hao Oolong war einmal der Synonym von Formosa Oolong. Dieser Oriental Beauty braucht drei Geburtshelfer.
1. Die Xiaolü Yechan 小綠葉蟬 – die Insekten, die den Oolong zum Oriental Beauty machen, sind uneingeladene Gäste der Teegärten. Sie vermehren sich im Wetter, in dem Kein Wind weht, feucht, warm ist. Sie befallen die frischen Triebe, die dann aufhören zu wachsen und vergilbt werden. Sie besuchen nur Teegärten, die natürlich wachsen und nicht mit Chemie gepflegt werden. 2. Glück. Diese ersehnten Gäste besuchen nicht jeden Trieb. Das Wetter ist auch nicht immer optimal. 3. Die wirkliche Oriental Beauty – alte Teepflückerinnen von Haka-Bevölkerung.
Im heißen Sommer fahren wir nach Xinzhu und Taoyuan – die besten Anbaugebiete. Wir steigen aus dem bedeckten klimatisierten Auto aus und steigen in die unbedeckten heißen Teegärten. Die Pflückerinnen, die sich mit voll Kopfbedeckung vor der Sonne schützen, sind fast nur Omas. Omas von Haka – ein Bevölkerungsgruppe, die berühmt von ihrem Fleiss und Ausdauer ist, pflücken gerade die kleine feine befallene Triebe. Die Situation ist klar: welche junge Frau aus Taiwan würde noch diese harte Arbeit unter der kränkenden Sonne annehmen? Vielleicht müssen junge taiwanesische Teebauer die anspruchslosen südasiatischen Schönheiten importieren, die die Tradition des Oriental Beautys fortsetzen.
Oriental Beauty hat außerdem noch andere Sorgen. Die Hightechnik-Industrie, die Acer, BenQ und Siemens Handy etc. produzieren, wollen auch dort aufhalten, wo die Xiaolü Yechan gerne verweilen. Auch Golfplätze, die die junge Professionals nach dem Feierabend ihre Freizeit verbringen, sollen auch in der Nähe sein. Und Tempels, die dem von Arbeit geplagte Seele trösten, sollen auch in der erreichbaren Nähe sein. Reihenhäuser, in den sich gut verdienende Young Professionals als schönes Heim niederlassen, sollen auch naturnah und nebenan sein. Die Teebäume werden rausgerissen, Teegärten als Bauland verkauft und umfunktioniert und das Land steigt noch mehr an seinen Wert… Beim Besuch der Familie Kan im letzten frühen Sommer haben wir festgestellt: wir finden immer mehr Tempels, die Teegärten zum seinen Parkplatz machen; Reihenhäuser, die unter der Sonne glänzen; und Golfplatz, dessen grüne Rasen uns traurigerweise an Teebaum erinnert!

Vielleicht ist es irgendwann nicht mehr lohnenswert, den Oriental Beauty zu produzieren. Es gibt keine fleißige robuste Beauties mehr, die diese harte Arbeit noch machen. Kein Bauer würde seinen Garten weiter pflegen, weil es ihm zu teuer wird. Statt Oriental Beauty aus Taiwan haben wir dem Europa und der Welt Acer und BenQ anzubieten!
Hakka Beauty