Archiv der Kategorie: Tea-history

唐草紋 Tang Cao, ein Muster das Kulturen verbindet 

Im Gongfu Cha lernen wir nicht nur Tee zuzubereiten, sondern auch vieles über das Spielzeug um Tee. Eins davon ist das Muster an Keramik oder auf Textilien.

Ich weiss nicht mehr wo ich es gelesen habe, dass das Muster in Keramik Geschichte erzählen. Sie hatten einen Ursprung von kollektivem Gedächtnis, damit die Identität eines Volkes nicht verloren geht. Oft fragte ich mich, wissen wir überhaupt, was das Teatoys uns erzählen wollen? Können wir ewig auf der Ebene bleiben, nur aus Schönheit sie zu bewundern?

In meiner jetzigen Taiwanreise reiste ich extra nach Süden um koreanisches Celadon zu entdecken. Nur lediglich durch das Betrachten von der Schönheit würde ich ruhig und spürte einen tiefen Frieden! Es geht tiefer und es ist mehr. Mehr als bloss Schönheit! Ich hoffe, das was ich diesmal lernte und verstand in die nächsten Gongfu Cha Lektionen weiter fliessen lassen kann!


Dieses japanische Muster findet man im Alltag oder im Tee als Teetuch für Teekanne oder als Unterlage. Der Name dieses Muster heisst Karakusa, in Chinesisch geschrieben heisst es Tang Cao, das Blumenmuster aus der Tang Dynastie.


In chinesischen Kulturkreis ist dieses Blumenmuster sehr beliebt. Dort heisst es Juan Cao Muster, wickelnde Pflanzen Muster. Das Muster setzte sich seit fast zwei Tausendjahren durch in Textilien und in Keramik. Nicht nur innerhalb China ist das populär, sondern auch in Korea und Japan! Dort wird es eben als der Blumenmuster aus Tang Dynastie genannt.


Das obere Bild zeigt ein in blau bemaltem Gaiwan aus der Meiji Zeit und genau das Karakusa Muster von einer bestimmten Interpretation von einer bestimmten Blumen, während das untere Bild ein in negative (Yin) Weise gravierte Celadon Schale aus Taiwan Yingge. Beide sind Tang Cao, nur in verschiedener Weisen!

Aber was bedeutet dieses Muster? Kommt es tatsächlich aus China?

Ich studierte weiter. Das Muster existiert bereits seit dritten Jahrhundert in China! Es kam eigentlich aus der Seidenstrasse! Es hiess, es stammt aus Indien. Aber nein, es ist viel älter und viel weiter. Am Ende wusste ich dass es ursprünglich aus Syrien stammte! Syrien! Wiege der Kultur! Dort herrschte Krieg! Dort wird unser kollektives Gedächtnis systematisch zerstört!

Es stach in meinem Herzen als ich es lass. Es ist wahr, dass wir alle viel stärker verbunden sind als wir dachten. Verbunden durch ein Muster!

Juan Cao Muster ( Tang Cao oder Karakusa) bedeutet Wiedergeburt. Das Leben und der Tod sind Themen, die alle Menschen konfrontieren. Es ist eine uralte Erinnerung oder Mahnung eines Gottes durch einen Priester oder eine Priesterin, „Lerne aus der Natur! Werde wie die Acanthus, Lotus oder Wein, sie spriessen aus der Erde voller toten Blättern und nahe am Boden. Unbeirrt setzen Sie sich fort!“ 

Nun weiss ich, dass Juan Cao eine Aufforderung an uns hat. Seine Sprache heisst Lebe!

Welchen Tee sollte ich in diesem Gaiwan oder Teeschale zubereiten, der das Leben zum Singen bringt?

Wenn Teeblätter in der Schweizer Himmel tanzen

«Wenn Teeblätter tanzen» – Teegeschichten
Churchill hielt ihn für Englands wichtigste Kriegswaffe, die Japaner destillierten eine Philosophie daraus und Lessing wollte ohne ihn nicht leben: der Tee.

Ein aromatischer Ausflug in die Geschichte des Tees, ein Tee-Zeremonien-Abend beim Schweizerischen Teetrinker-Club und ein Blick in die Schatzkammer eines Teehändlers.

http://audio.drs.ch/ramgen//local/logdepot/drs1log/0705301400_start1405.smi

Eine Sendung von Siesta DRS 1 über Tee und Teegeschichte – erzählt von Teemenschen in der Schweiz.

An einem Nachmittag trifft man sich zum Tee. Somit fängt die Geschichte an. Gestern in der Schweizer Himmel wurden Teegeschichte erzählt – darunter auch von Menglin.

Tee in Ceylon

ceylon tee

Noch mehr Fotos aus Ceylon, klick hier.

Herr Hans Obrist erzählte uns seine Erfahrungen als Teepflanzer in seiner Zeit auf Ceylon, wie er die Teeplantage pflegte. Er war stets bescheiden und sagte, dass er keine Ahnung hat von den Kriterien, die Tees zu beurteilen. Sein job war lediglich, auf die Teebäume zu schauen. Den Tee zu testen und zu verifizieren war das Job des Teemakers. Die Teamaker aus Malaysia waren sehr beliebt und leiteten gute Arbeit. Dagegen waren Brocker nicht immer seinem Ruf gerecht.

Der beste Ceylon kann nie aus Zufall entstehen. Vier Faktoren prägen und entscheiden die Qualität des Tees: Klima, Höhenlage, Pflückqualität und Fabrikation. Im Juli und August, wenn das Wetter trocken ist, wenn der Wind kommt anstatt dem Regen, können wir den besten Tee aus Uva Distrikt erwarten. Je höher die Anbaugebiet liegt, desto besser wird der Tee. Uva Distirkt liegt in der hervorrgaenden klimatischen Lage und produziert hervorragende Ceylon-Tee. Wenn das Pflückgut in der richtigen Zeitpunkt – nicht zu früh und zu spät gepflückt wird, kann die Fabrikation nicht mehr viel falsch machen. Auf Ceylon kann alle 40 Tage neue Ernte erzeugt werden. Das bedeutet sehr intensive Arbeit mit Pflücken. Das Pflückgut wird jedoch ohne Verifikation zusammen gemischt und verarbeitet. Es gibt keine bevorzugte Uhrzeit, um bestes Pflückgut zu erzielen.

Alles wird zusammen gemischt und alles wird zusamengeworfen. Das ist der Ceylon-Tee, ganz anders als hoch qualitative Oolongs.

Für ihn sei die Aromatisierung, die im Europa als Trend seit Jahren durchsetzt, ein Schreck. Es sei eine europäische Kreation. Für ihn ist die inzwischen polpuläre mehrfach angepriesende Biotee produktion ebenfalls skeptisch. Er könnte sich als Teepflanzer nicht vorstellen, wie es überhaupt auf Ceylon funktionieren könnte. Der Biotee auf Ceylon muss drei Kriterien erfüllen: Holzanfeuerung, Verzicht auf Kunstdünne und Pestizide. Herr Obrist fragte sich, woher haben die Ceylonesen organische Dünne? Sie brauche doch den Mist von Kühe selbst anzufeuern. Müssen sie es importieren? Holz gibt es so wie so nicht viel – vor allem in so einer Insel, wo Tee eigentlich fremd eingeführt wurde und als Mono-Kultur herrscht… Die Atmosphäre wurde nachdenklich und eine Diskussion wurde sofort aufgelöst.

Hans Obrist in Bern

Hans Obrist in Bern

Am letzten Samstag begegnete ich den „einzigen lebenden“ swiss made Teepflanzer Hans Obrist in Bern bei Länggass Tee.

12 Jahre lang war er auf Ceylon als Teepflanzer. Es war 1950 bis 1962. Es war eine Welt nach dem Krieg. Es war eine Welt, wo Okzident und Orient noch weit auseinander lagen. Es war eine Welt des Aufbruchs. Er reiste mit dem Schiff von der Schweiz über Italien nach Ceylon. Der Abschied mit der Schweiz und den Bergen wechselte sehr schnell mit dem Schiffen ins Oszean. „Ich fühle damals sehr einsam, so dass ich das Radio ganz dicht an mein Ohr presste. Ich wollte etwas erfahren von der Welt – von dem Rest der Welt.“ Als ein weisser Mann lebte er paralle zu dem indischen Alltag seiner Arbeiter. Die Ordnung zwischen den Menschen war klar – zwischen den Rassen und zwischen den Kasten. Einsamkeit aus dem Abgeschnitten-sein von der Herkunftkultur wurde begleitet von der Konfrontation mit der Fremdheit. Fremdheit in doppelten Sinne: fremd als ein weisser, fremd als ein Mann.

Mit einfühlsamen Wörter erzählte er zurückhaltend von seiner Faszination der fremden Kultur und der fremden Weiblichkeit. Junge Pflückerin arbeiteten zwischen den Teebusch. Man sah sie nicht, man sah nur bunte Saris. Man hörte sie. Sie sangen und schwartzen. Sie waren wetterfest, aber nicht ohne Anmut. Eine junge Pflückerin namens Alagamma berührte den jungen weissen Teepflanzer mit ihrem Anmut und natürlicher Schönheit ohne selbst davon zu erfahren. Er fotograhpierte sie und ging an ihr vorbei, ohne sie zu berühren oder anzusprechen. Die Welt war in Ordnung und die Ordnung musste eingehalten werden. Seine Erzählung war poetisch und rührend, während Frau Obrist ruhig mit zuhörte und ihren Kopf nickte. Er wollte sie doch noch sehen, als er nach Jahren wieder nach Ceylon zurückkehrte. Er hätte sie fast nicht erkannt. Sie war in weisser Sarin, in Witwe-Gewand. Mager, verbraucht und alt. In dem Seufz und Nachdenken fragte er sich, wie würde sie wohl über ihn denken, wie er nun aussieht? Auch alt und hinfällig?

Sehr schnell bemerkte er ebenfalls, wie kurios seine Arbeiter bestimmte Arbeit fokusierten und bestimmte Arbeit ablehnte. Er realisierte sehr schnell, dass eine andere Weltordnung zwischen den dortigen Menschen herrschte – das Kastem-System. „Ich lernte sehr schnell ihre Sprache… die ist aber ganz anders als die Hochsprache von den in die Schweiz eingewanderten Tamilen. Auf der Plantage lernte ich die Ausdrücke wie z. B. mach´ des schnell. Bringe´das bitte.“ Diese Erfahrungen forderten ihn aus seiner eigenen Grenze hinauszugehen. Ihm ist es jedoch gelungen, seine Erlebniswelt zu erweitern. „Ceylon ist wie meine Heimat. Ich spürte in mir eine Art von Heimweh. Aber das heutige Sri Lanka ist nicht mehr der Ort, wo ich mich wohl fühle. Ich möchte nicht mehr dort leben.“

Als man ihn fragte, wie er seine Frau kennenlernte, lachte er leicht verlegend. In seinem zweiten Urlaub (als Teepflanzer konnte er nach vier Jahren Arbeit ein 6 monatiges Urlaub nehmen) in Paris, lernte er seine Frau in einem Tearoom kennen. Drei Monaten später heirateten sie und gingen gemeinsam wieder nach Ceylon. „War es nicht ungewöhnlich, dass Sie Ihren Mann nur nach 3 Monaten heirateten? War es nicht mutig, dass Sie nach Ceylon gehen wollten?“

Das war Ende 50er Jahren. Konservativ und verschlossen. Alle arbeiteten hart für den Wohlstand. Frau Obrist lachte laut, als sie diese Frage erfuhr. Als eine Schwedin zeigte sie uns weder eine Brise Kühlheit noch Distanz. Sie sagte mit einer unbeirrten Stimme: „Schweden war damals ein kleines Land. Ich wollte weg, ich wollte in die Welt gehen!“ Wenn ein Mann eine lebenshungrige junge Frau fragte, ob sie nicht mit in die weite fremde Welt zu gehen, um das Unbekannte gemeinsam zu erleben. „Ja, ich komme mit!“

Viele Teilnehmer kauften das Buch „Geschichte aus meiner Zeit als Teepflanzer in Ceylon zwischen 1950 bis 1962“ und bat Herrn Obrist um Autogramm. Ich ebenfalls.

Originalitaet und Tee – eine nachdenkliche Entwicklung

Gestern war ich beim Teebauber Hsu in Miaoli. Wir haben schoenen Oriental Beauty zusammen getrunken.

Hsu war vor kurzem in Korea und unterrichte koreanische Teebauer die Teekunst von Oolong. Er seufzte und erzaehlte, ei das Zusammenhalt und Loyalitaet von Koreaner das zweite Wirtschaftswunder hervorbringt und wie sie ihr Land liebt – im Gegensatz zu Taiwan, wo Menschen muehe und Problem haben mit ihrer politischen und kulturellen Identitaet. Wohin gehoeren wir? China oder Taiwan? Wohin gehen wir? Zu China? Ist der Weg zu einem China die Loesung dieser Formosa Insel?

Er erzaehlte weiter mit Wut und Bedauern. „weiss Du, dass Chinesen in China bereits Alishan Oolong, Lishan Oolong und Shanlixi Oolong mit ihrem Tee patentiert!? Obwohl diese Teesorten Formosa Oolong gemeint „war“!!??“ Diese Bergen und diese hochlandoolongs sind typische Formosa Gebirgen und typische Hochlandoolongs aus Taiwan. Aber nun… chinesische Tees koenen nun unter diesem Name verkauft werden und von ihrem Gesetz geschuetzt werden. „Was machen wir dagegen? Wir sind so isoliert in der Welt? Wissen unser Teefreunde in europa, ob sie wirklich den Formosa Hochlandoolong wirklich Formosa ist?“ Er erzaehlte weiter, dass Oriental Beauty das gleiche Schicksal erlebte. Das erinnerte mich an die Tatsache, dass ein traditionreicher Teeladen in der Schweiz ? Basel einen Oriental Beauty  aus China verkauft und behauptet, dass dieser halbkugelige Tee der „Oriental Beauty“ sei!

Dieser Nachricht tat mir weh und bereitete mir Sorgen. Herr Reichmuth hat mir bereits darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig die Originalitaet und Herkunft fuer die Entwicklung des Tees in Europa sein koennte und wie einflussreich die juristische Aktion ist.

Taiwanesische Regierung kann nicht viel dagegen tun, weil diese Regierung in der politischen Weltgemeinschaft isoliert ist. Viel wichtig ist das bewusstsein von Teetrinker und Teeliebhaber ueber den Tee, den sie trinken und lieben. Woher kommt dieser Tee und wie ist er gemacht!

Liebe Freunde, einen guten Tee trinken zu koennen ist kein Zufall. Hinter ihm stecken eine Tradition, eine Entwicklungsgeschichte und viel Arbeit vieler Menschen. Versuchen wir gemeinsam dieses Glueck zu bewahren, indem wir lernen, auf die Originalitaet und Herkunft zu achten. Unser Haendler werden auch lernen, so einzukaufen. Somit bewahren wir eine wertvolle Tradition unserer schnell veraendernden Welt!

Individualität eines Filmmachers

„In unserer Gesellschaft werden Menschen gepuscht und zu einem bestimmten Typus geformt… Egal ob es sich um einen Regisseur oder einen Künstler handelt, sie befinden sich stets in einem Verwandlungsprozess. Menschen brauchen Raum, damit wir zum Individuum reifen können. Kino ist eine sehr individuelle Sache. Es gibt kein standarisierte Kriterien oder Norm. Akzeptanz des Publikum ist kein Norm, aber die Geschichte, die ein Film schreibt.“ Tian Zhuangzhuang

„Ich habe Delamu 茶马古道·德拉姆 gedreht, nicht weil es sich finaziell lohnt, sondern weil das chinesische Kino diese Gattung noch nicht kennt… Kino muss keine Geschichte erzählen.Ein Gegend und seine Menschen, so wie es ist, konkret ungeschminkt mit der Filmsprache darzustellen ist die stärkste Kraft, andere Menschen direkt anzusprechen!“ Tian Zhuangzhuang 

Der Film Delamu von Tian Zhuangzhuang wurde im Mai 2004 fertiggestellt und rief eine heftige Diskussion in der Öffentlichkeit hervor. Das ist der erste digital chinesische Dokumentarfilm und wurde von NHK (Japan) finanziert. Das ist der erste Film von einer Serie über den „Tee und Pferde Weg“. Viele Botschafte und sein persönliches Experiment wurde von der Presse in die Frage gestellt. Der Film kam bei den meisten Publikum nicht gut an. Der Regisseur gab nicht nach und bleibt treu zu seinem Weg…

Tianzhuangzhuang Tian Zhuangzhuagn in einem Interview

Delamu -茶馬古道 Ein Weg von Tee und Pferde

Tian Zhuangzhuang 

Tian Zhuangzhuang (rechts) und ein Ma Jiaozi (chin. Cow boys ohne Zigeretten)

Chinesischer Regisseur Tian Zhuangzhuang 田壮壮 widmete seinen Dokumentationsfilm Delamu diesem historischen Tee-Weg zwischen China und Südasien, zwischen Han-Volk und anderen Naturvölkern, wo Tee seit Zweitausendjahren von Pferde und „chinesischen Cowboys“ zwischen steilen Hängen und tiefen Schluchten getragen wurde!
Dieser Tee-Weg überquerte das Gebiet, wo wir als „Shangri-La (香格里拉 Xiānggéli lā)“ nennen – ein Ort der Sehnsucht nach paradiesischem Frieden und irdischem Glück.
Menschen, die hier leben, lernen mit der Natur umzugehen. Sie verändern die Natur nicht. Sie passen sich an und leben in einem unglaublich bescheidenen Verhältnis im Gegensatz zu einer so genannten „Wohlstandsgesellschaft“. Die Pferde, die Tee in die fernen Welt transportieren, waren die einzigen Gäste in diesem Paradies, das fast melancholisch, bescheiden und einsam von der Zivilisation abgeschottet allein steht…
Seit Zweitausendjahren existiert diesen Weg, der genau so berühmt wie die von Touristen überfüllte Seidestrasse war. Der Weg führt der in Yünan produzierte gepresste Teefladen in die ferne Welt – nach Tibet, nach Burma, nach Laos und nach Indien. Tee war und ist ein Grundnahrungsmittel von Tibeter. Tibeter hatten wiederum die nötigen Kampfpferde für die Song-Dynastie. Tee und Pferde bildeten Stütze zwei verschiedener Zivilisation und schrieben die Geschichte zwischen Völkern.
Die Pferde wurden getrieben und geritten von so genannten „Cow Boys“ Ma jiaozi – bescheiden anonyme Wesen, das den Tee aus China in die Welt trug, den Buddhismus nach Tibet mitbrachte und Schritt für Schritt die Weltgeschichte schrieb. Sie blieben allerdings gesichtslos, spurlos und unbekannt, während Herr Busch und Frau Rice (eine der 10 besten gekleideten Frauen der „Welt“) im klimatisierten Büro ihre Geschichte mit weissen Handschuhen schreiben.
Tian Zhuangzhuang versucht uns ein Blick in den Alltag dieser bescheidenen Menschen zu vermitteln, wie sie gegen die Grausamkeit der Natur kämpfen, sich der Wechselhaftigkeit der Natur anpassen und ein einfach ungestörtes Leben führen. Der Buddhismus kam und ging. Die Pferde kamen und gingen. Der Gottes Sohn Jesus kam und blieb. Tian sagte, dass dieser Dokumentationsfilm nicht den gesellschaftlichen sozialen Aspekt dient, sondern einen spirituellen Aspekt. Realismus und Ethnographie waren nicht seine Absicht. Exotik war nicht sein Thema. Er sei einfach berühmt von der Einfachheit dortigen Menschen, von ihrem Rücksichtnahme mit der Natur und ihrer Mitmenschen, von den Pferden (Esel)-Karawanen, die wie Wellen zwischen Bergen und Wolken ziehen.

Ma Bang2 Gewalt der Natur, Mekong 澜沧江 schneidet eine Kurve..

„Delamu“ heißt auf Tibetisch „Göttin des Friedens“.  Tian sagte in einem Interview, dass er mit einer Religiosität Filme dreht. Das Respekt, das durch die Einfachheit und Bescheidenheit dortiger Völker in ihm erweckt  war das zentrale Thema seiner Dokumentarfilm. Er bekam einen Zugang zu sich selbst und erreichte einen reinen Zustand des Glücks, als er auf den Tee-Pferde Weg wanderte. „Was ist das Wesen der Menschheit“ stellte der Regisseur seinen Rezipienten.

Ma Bang Pferde auf den Tee-Weg

Dieser Tee-Pferde Weg steht einfach, einsam und unberührt seit Tausendjahren zwischen den Bergen und Flüssen. Nun ist es ein neues „Insider“ Tipp für Abenteuer und Rücksacktouristen aus Westen geworden. „“Shangri-La“ (香格里拉 Xiānggéli lā)“ wird bald wohl von „Sheraton Hotel“ gefüllt…

Der Tee, der nach Russland ging…

Einmal fragte mich Thomas, ob der Zhenshan Xiaozhong der Tee sei, der nach Russland ging.

Ich habe lange rescherschiert und kann nun wohl sagen, dass der Tee als Geschenk von Mongolei an Russland übergab, kein Schwarztee – im europäischen Sinn war. Dieser Tee ist ein so genannter Schwarztee in chinsischen Sinn.

Ein chinesischer Schwarztee „Hei Cha 黑茶“ wird ähnlich wie Grüntee produziert, aber macht nach dem Erhitzen und Rollen einen speziellen Ruhen-Prozess durch. Dadurch bekommt er eine dunkle Farbe und schmeckt besser, wenn er gelagert wird.

Dieser Tee wurde produziert für „Grenzgebieten“ zu China, z. B. Mongolei, Tibet, Türkistan (Xinjiang China) und Südasien. Um diesen Tee zu transpoertiert wurde „Pferde Karawanen“ – Ma Bang auf Chinesisch eingesetzt.  Manchmal dauert mehr als über ein Jahr, um den Tee ans Ziel zu bringen. Um mit diesen schlechten Bedingungen umzugehen presste man den Tee zusammen, zu einem Ziegel, zu einem Backstein oder zu einer Fladen. Die Qualität konnte dadurch gehalten werden und es ist leichter zu transportieren. So ein Tee wurde mind. seit 641 AC bereits dokumentiert. Später schrieb ein Diplomat Chang Lu Gong über seine Tee-Time unter dem „West Barbaren – Xi Fan“. Der König von dem Königsreich Xi Fan (westlich-nördlich von China) fragte ihn, was er gerade zubereitete. Er erwiderte dem König:“Etwas, was Sorgen und Unangenehmigkeit reinigt und Durst besänftigt. In China nennen wir ihn Tee. Der König gab begeistert Befehl, Tee haben zu wollen…

Vor mehr als Tausend Jahren wurde der Tee aus Anhui, Zhexiang und Hubei ins Grenzgebieten exportiert. Die Geschichte des Zhenshan Xiaozhong fing erst viel später an.

Ich würde sagen, dass der Tee, der sehr früh nach Russland ging, eher so ein Schwarztee war. Warum bekommt dieser Tee Rauchgeschmack? Denn solcher Schwarztee gerne über den Kieferholz getrockenet wurde, z. B. Xiang Jian 湘尖 oder Lubao Cha 苍梧六堡茶.

Der erste Schwarztee kommt aus China

Dass China die Heimat des Tees ist, ist unbestritten, aber viele Leute halten England für die Heimat des Schwarztees. Stimmt das?

In der chinesischen Literatur kann man nicht mehr ganz genau datieren, seit wann Chinesen den roten Tee trinken. Der rote Tee wird als der Schwarztee in Europa bezeichnet. Ca. Mitte der Ming Dynastie (16. Jahrhundert) erwähnt ein Buch „Duoneng Bi Shi“ 多能鄙事von dem roten Tee. Das ist his jetzt die frühste Dokumentation über den roten Tee. Später in der Qing-Dynastie (1773) dokumentierte der Hofbeamte Liu Jing 刘靖von Landkreis Chongan 崇安in Fujian 福建einen Xiaozhong roter Tee 小种红茶und seinen Hauptmarktsplatz Dorf Xingcun 星村. Das ist die frühste detaillierte Beschreibung von rotem Tee und er ist Zhengshan Xiaozhong aus Xingcun, Fujian.

Xingcun liegt nürdlich von Wuyi Shan. Dieser rote Tee wächst im hohen Gebirge – Tongmuguan. Da dort oft benebelt wird, verwendet Teebauer Kieferholz, um Welkensprozess und Trocknensprozess zu begleiten. Der berühmte rauchige Geschmack ist auf das Kieferholz zurückzuführen. Obwohl der Nebel und Feuchtigkeit das Wachstum der Teebäume begünstigen, behindert dieses Klima jedoch die Herstellung des Tees. Berühmte Berge haben oft berühmte Teesorte, dessen Qualität allerdings abhängig von dem Wetter des Herstellungstags ist. Nicht jeder Hochlandstee ist ein guter Tee.

Weil der Xiaozhong aus Wuyi Gebirge 武夷山 so geschätzt wurde, entstanden natürlich gleich Nachahmungen! Alte Chinesen waren bewusst von Notwendigkeit des Herkunftsschutzes. Nur der Xiaozhong aus Xingcun darf als Zhengshan 正山Xiaozhong genannt werden. Alle andere, wie z. B. Zhenghe, Tanyang, Beiling oder Pingnan, konnten nur als Waishan 外山 Xiaozhong (außerhalb dem Bergen) bezeichnet werden. Zhengshan bedeutet aus Hochland und den originalen Herkunftort.

Seit es Zhengshan Xiaozhong gibt, ist diese spezielle Herstellung des roten Tees immer bekannter. Dieser Tee aus dieser speziellen Herstellung wird als Gongfu roter Tee bezeichnet und bedeutet einen roten Tee aus aufwendigen Verfahren. Gongfu roter Tee (Gongfu Hongcha) ist nun ein richtiger Begriff für hochqualitativen roten Tee!

Der bekannte Qimen (Qimun) 祁门红茶 roter Tee ist aus Anhui 安徽 und entstanden erst im Jahr 1876. Ein enttäuschter Hofbeamte Yu Ganchen 余干臣, der seine politische Karriere in Fujian aufgab und in die Heimat zurückkehrte. Er brachte die Teebäume aus Wuyi und die Herstellungsmethode von Zhengshan Xiaozhong. Nach paar Versuchen schaffte er einen hervorragenden roten Tee zu kreieren.

Wuyi Shan (Wuyi Gebirge gehört zu UNESCO’s World Heritage) ist nicht nur das Heimat von bekannten Felsen Oolong oder Ursprungsort von verschiedenen Oolongtees, sondern auch die Heimta des roten Tees und des alten Teebäumen aus Darjeeling! 1835 wurden chinesische Teebäume aus Wuyi Shan nach Indien gebracht. 1827 pflanzte Indonesien die chinesischen Teebäume aus Wuyi Shan und fing ihre eigene Teeanbau Geschichte an. Wuyi Shan ist wohl die Wiege der Teekultur der Welt.

Zhenshan Xiaozhong hat einen anderen Name in Europa: Lapsang Souchong.

Shin Cha – der neuste Tee aus Japan

IppodoIppodo

Heute erhalte ich Newsletter von dem renomierten Teeladen Ippodo in Kyoto, Japan. Shin Cha ist da! Frischer Sencha im Jahr 2006 ist auf dem Markt. Für den Teeanbaugebiet Uji ist die Ernte für Frühlingstee erst im Mai. Nun stehen überall Plakate von Shin Cha auf der kyotoer Strasse.

Letztes Jahr war ich mit meiner Schwester, Teefreund Gerhard und seinem Sohn in Kyoto. Es war ein regnerischer Tee. Trotzdem genossen wir die aussergewöhnlichen Gastfreundlichkeit (manchmal eine zu geformte Gastfreundlichkeit), frischen feinen Tee und seine Süssigkeiten. Wir waren in Ippodo. Dort haben wir zuerst Matcha getrunken und Süssigkeit genommen. Gerhard führt ebenfalls einen renomierten Teeladen in der Schweizer Hauptstadt. Er bewunderten die Zeit, die man in einem asiatischen Geschäft für seine Gäste nimmt. Wir sollten einen sehr guten Gyokuro kaufen (ca. 8o€ /100g) und wollte vorher probieren. Die Verkäuferin bittete uns für einen kleinen Geduld. Sie zog eine „Duschhaube“ an und bereitete uns eine Tasse Gyokuro zu. In 5 Minuten bekam jeder von uns eine sensationelle Tasse von einem leuchtenden grünen Gyokuro! Der Laden hat viele Mitarbeiter, alle waren konzentriert auf ihre Arbeit, trotzdem freundlich und aufmerksam, wenn eine neue Kunde in den Laden eintratt! Ganz anders als hier in Deutschland oder in der Schweiz, dass man zuerst warten muss, bis man überhaupt begrüsst und registriert wird. Gerhard fragte mich, wie könnte der Laden sich leisten, so viele Personal zu bezahlen? Das ist wohl das Hauptproblem in Europa. „Menschen sind Kosten auf vier Beine! – Viel zu teuer!“

In früherer japanischen Zeit lagerte man den Tee, der im Mai geschnitten wurde, in Bergen. Im November wurde eine grosse Fest gefeiert, wenn der Tee „frisch“ geöffnet wurde! Tee wurde zuerst gelagert, so dass ihr Charakter stabiler und der Geschmack harmonisch werden könnten. Darum benutzen wir in der Teezeremonei für Usucha und Koicha mit leicht abgekühltem Wasser. Im Winter, wenn der Tee frisch ist (wird erst im Nov. geöffnet) könnte man mit kochendem Wasser aufgiessen. Im Sommer ist der Tee normalerweise alt, giesst man das mit kaltem Wasser gemische Wasser. 

Heute gibt es keine Sehnsucht mehr nach dem neuen Tee! Man könnte rund ums Jahr Long Jing, Gyokuro und Matcha kaufen. Moderne Kühltechnik hilft, das Gier, den Tee für jeder Zeit greifbar zu machen. Shincha ist ein neuer Produkt dieser Zeit. Weil man immer etwas neues braucht, um das reine Begehren zu stilen. Ist der frische Tee in der Gattung Sencha wirklich sensationell? Warum hat man früher den Tee absichtigt gelagert? Ich fragte einmal meine jap. Teelehrerin. Sie sagte mir, dass Sincha eigentlich in dieser Form nicht sein kann. Ganz frischer Tee schmeckt nicht harmonisch und sehr aufdringlich.

Aehnlich bei Tie Guanyin, Buddha Hand und Yan Cha. Diese Oolong Tee muss auch gelagert werden, damit sich ihre Aroma und Geschmack entfalten können.

Viele gute Dinge brauchen Zeit. Nicht alles Neues und Schnelles sind gut. Aber „Zeit ist das geknappste Gut, das wir haben.“ (Ernest Hemingway)

Shin Cha Shin Cha von Ippodo