Es war ein spätsommerlicher Abend. Wir waren bei Martin, in seinem Salon. Wir sollen über Tee sprechen.
Martin fragte mich, ob der Tee uns den Zugang zur chinesischen Kultur führt.
Ich weiss es nicht.
Wenn es so ist, ist Tee ein sehr gutes Mittel zweck Propaganda nicht wahr?
Ich weiss es nicht.
Hat der Tee mich näher zu meiner kulturellen Wurzel geführt?
Was ist an Tee denn so chinesisch? Muss man ein Chinese sein, um Tee zu verstehen?
Ich erinner mich an die Momente als ich Cha No Yu begegnete. Sprachlos und zufrieden. Brauche ich Sprache um es zu verstehen? Brauche ich die kulturellen Codes um es zu tätigen? Ich fühlte mich vollkommen angekommen und so glücklich bei mir ZUHAUSE zu sein.
Es sind Dinge, die alles überschreiten und Grenze sprengen!
Wenn wir die Sprache des Tees lernen wollen, brauchen wir nur Nase und Gaumen, ein bisschen Offenheit, ein wenig Vertrauen. Den Kopf können wir zu Hause liegen lassen und das Ego beiseite schieben. Auch wenn Du ein Schweizer oder Deutscher bist, kannst Du einfach das riechen, was Du riechen kannst und willst, das wahrnehmen, was möglich ist. Der Duft, die Aroma des Tees sprechen die Sprache Deines Herzens, nicht die Sprache eines Fremden.
Für mich führt der Tee mich nicht nach Asien. Der Tee erleichtert meinen Weg über Europa nach Asien. Er führt hauptsächlich zu mir selbst.
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Der Kompass des Lebens
Wuliangshan in Yunnan ist heute ein Nationalpark. Früher war er bewohnt von Menschen, die ihre eigene Geschichte haben. Sie haben keine Schrift, aber Kompass. Ihre Kompass waren die Felsen, den Fluss und die Sonne. Die scheinbar unbewegliche Dinge bieten die Orientierung und Stabilität für die Weitergabe ihrer Geschichte und Mythen.
Was kann passieren, wenn die Menschen nicht mehr erlaubt sind dort zu leben und ihre Kompass bei sich zu haben?
Jahr für Jahr liefen die Bewohner von Wuliangshan in jedem Frühling ins Innern des Berges und pflückten die zarten Frühlingsblätter. Jahr für Jahr. Seit Wuliangshan ein Nationalpark wurde, dürfen sie nicht mehr, weil der Berg beschützt werden soll von zivilisierten Chinesen.
Ich weiss nicht, was mit diesen Menschen nun passiert und was dann mit ihrer Geschichte weiter passiert. Ich weiss nur, dass der verbotene Tee aus Wuliangshan mir ein Mythen erzählt von unbeweglichen Teebäume, die einmal Kompass war und nun immer noch Kompass ist – für mich.
In der Beliebigkeit unserer Welt, in der man alles weiter erfinden kann und selbst mischen kann, versuche ich in Shui Tang den jungen Menschen zu vermitteln, die zu mir kommen, den Kompass.
Wenn wir eine Schale Tee zubereiten, egal wo wir sind und wann wir es tun, bleiben paar Dinge für immer gleich wie ein Kompass: der Weg des Tees ist der direkte und einfachste Weg.
Steht der Kopf in der Mitte des Körpers? – wie findest Du den Mitte?
Steht die Kanne oder Schale genug weit von Dir oder genug nah? – wie finde ich die Nähe und Distanz zu den Dinge, die ich tue?
Möchtest Du einen Tee von klar ausrichteter Konzentration trinken und servieren? Was kann mir widerspeigeln, ob ich klar und konzentriert bin?
Was geht jetzt vor? Was steht im Vordergrund? Der Tee, der Gast oder ???
Paar Dinge im Tee verändern sich nie. Bestimmte Dinge im Leben auch nicht.
Die Sprache des Herzens
Es ist absurd zu denken, dass die Fussverletzung ein Geschenk ist – aber doch!
Dass meine Unbeweglichkeit ein Not wurde, erhalte ich plötzlich Hilfe von Unerwarteten. Viele junge Engel flogen auf mich zu und wollten mir helfen. Diese auferweckten männlichen Seelen sind hilfsbereit und freundlich, haben aber auch paar Haken. Ich scherze immer, dass diese Engel defekte Flügel haben und repariert werden sollen. Alexander sagte, Shui Tang habe nun einen neuen Name: „Flügelreparatur-Werkstatt“.
Alexander hat eine Tochter bekommen und sein Leben nimmt einen neuen Sinn an. Er entdeckt Tee und Tee beflügelt ihn zu seiner Bestimmung. Er sagte, viele Menschen haben den Draht zum Herzen verloren und sind nicht mehr fähig eine Entscheidung zu treffen und dann zu tragen. Aber, das Wort „Herze“ sei doch zu „falsch“ und würde Leute abschrecken, vor allen Männer.
Ich weiss nicht, ob das Wort Herz falsch sei oder die Bezeichnung Liebe zu oberflächlich.
Aber die Sprache des Tees, die ich kenne, ist eine Sprache des Herzens.
Wenn diese Sprache des Herzens Leute abschrecken würde, dann sollte es eben sein. Daran ändert sich nichts.
Wie kann man Tee verstehen wollen ohne Herzen? Oder meinst Du über Tee reden? Geht es um den Tee oder um Dich oder um Deine Fähigkeit über etwas zu blasen?
Es sind bloss paar Blatter aus einer so genannten Pflanzen Camelia Sinesis. Man kann sie in heissem Wasser kochen zerquetschen oder malen. Sie können bedeutunglos sein oder beladen von Bilder. Diese Bilder malen wir selbst. Wir sind der Schöpfer und Teeblätter lediglich ein Ferment. Wir kreieren die Fülle der Bilder, indem wir unser Reichtum an Einfühlen, an Fantasie und an Ausruck zur Sprache zu bringen. Das Radar des Sinnes ist das Herz, nicht der Verstand der Augen, der viel lesen kann und weiter spricht. Wir sind der Schöpfer, nicht Opfer. Wir sind der Schöpfer, der gestaltet, nicht der Opfer einer Tradition oder Ideologie. Wenn das Herz zur Sprache kommt, dann verschmelzt der Verstand einer Tradition oder Ideen mit dem Erleben des Gegenwarts!
Im Moment ist mein Flügel auch verletzt, meine Beweglichkeit ist eingeschränkt. Im Moment habe starkes Berdürfnisse an Bangwei Pu Er oder Lao Banzhang Pu Er. Es ist unsinn über die Tee blätter zu sprechen. Es ist bereichernd – zum Mindest für mich über das, was der Tee mit mir macht, zu reflektieren!
Begegnung mit Erde und Feuer

Teefreundin Ulricke schickte mir wunderbare Fotos von meiner ersten
Begegnung mit Erde in Rasa (Tessin)! Evi war meine erste Lehrerin!
Ich hätte nie träumen können, dass ich selbst eine Teeschale kreieren
könnte! So eine unbegabte Person wie ich und zwei ganz linke Hände!
Doch Erde macht keinen Unterschiede zwischen Menschen. Mit kindlichem
Freude und unaufhaltsamen Neugierde ging ich an die Tonerde und entdeckt
ein neues Paradies für mein Kind in mir!
So einfach ist das, mit dem kindlichen Ich in Berühung zu bleiben!
Der Mann, der einen Baum pflanzt
Es war ein amüsanter Flug.
Als ich gebordet war, erkannte ich sofort ihn. Wir haben zwei Male Mittagsessen gehabt und uns sehr gut ausgetauscht. In letzten paar Jahren haben wir uns ab und zu in sehr offiziellen Rahmen getroffen und ich pflege eine Sympathie zu dieser Person. Ich war frech wie ich immer bin und sagte, „Ich will neben Dir sitzen.“ Die Flugbegleiterin hat mich gestoppt, weil das Flugzeug scheinbar ausgebucht war. Ich ging zu meinem Platz, an die Nachbarreihe von ihm. Dann kamen zwei deutsche Bundestagabgeordeten am Bord. Mein Nachbar grüsste mich mit einem Lächeln und sass direkt neben mir. Sein Kollege, der neben ihm sitzen sollte, war scheinbar sehr unglücklich, dass man ihn von seinem Kollege trennte und beschwerte sich gleich. Naja, ich wollte ja so wie so neben ihm sitzen und bat freiwillig meinen Platz zum tauschen. Merkwürdigerweise beschwerte sich dieser Mann wieder: „Sie müssen aber anständig bleiben!“ Ich sollte anständig bleiben? Was hätte ich anstellen können? Ich lächelte sehr charmant zu dem Abgeordneten: „Wenn Sie hier Polizei spielen wollen. Bitte schön!“
Wir haben uns über den ganzen Flug unterhalten, aber anständig und leise.
Eine zufällige Begegnung und ein Moment in der Luft, an einem Nirgendwo-Ort… Ist man deswegen offen und ehrlich?
Er erzählte mir, ohne zu ahnen, dass ich mich auch mit der Vorstellung von Zuhause beschäftigt. Der Weg nach Hause scheint immer mit Umwege, die Ambivalenz des Ankommens und Aufbrechens kann ich immer noch nicht intergrieren. Er sagte, dass er immer Abträume hat, heimatlos zu sein. In seinem Traum fand er nicht mehr sein Zuhause, er stand alleine und bekam Angst. Ich nickte. Ist es das Trauma unserer Generation? Sind wir nicht mehr richtig von der Tradition verankert und überfordert von den Optionen der Möglichkeiten?
Er fragte mich, was heisst Freude? Was heisst Glück? Er fragt sich schon lange, warum er freudlos ist und warum er das Glück kaum wahrnimmt. Muss man Freude haben? Sollte man nach dem Glück jaggen? Was bedeutet schon, Freude zu haben?
Seine Frage schienen ernsthaft zu sein. Ich beobachte meinen Nachbar. Eine gesellschaftliche Elite, politische Oberschicht. Eigentlich sollte er sich doch erfolgreich fühlen und stolz sein.
Aber er schien, dringend meine Antwort zu hören!
Ich lächelte. „Weiss Du, bei mir ist es anders!“ Ich bin immer egoistisch und habe immer Freude an das, was ich tue. Ich wollte Glück haben und Freude leben, es war mir relative egal, was die Anderen sich fühlen. Ich bin oft glücklich und habe Freude an mein Leben. Aber das Glück war nie von Dauer und ich muss erkennen, dass das Glück mich nicht befriedigt!
Es gibt etwas im Leben, mehr als Glück und Freude zu haben.
Ich muss und habe gelernt, dass das unglücklich sein und Freudelosigkeit auch zum Leben gehört!
Meine Antworte schienen etwas bewegt zu haben. Wir schwiegen und dann lachten.
Naja… so ist das Leben, nicht wahr?
Wer nie das Glück gelebt hat, wenn man das Leben so wie man führen will lebt, würde niemals erfahren, dass das Glück auch nur eine Vorstellung ist und nie von Dauer wirkt. Das Glück und Unglück gehören zusammen. Dann ist es auch nicht mehr so wichtig, ständig nach dem High zu jaggen…
Ich erzählte Atong von dieser Begegnung. Mein Lehrer sagte bei einer Tasse Lala Shan, „Du sollst diesem Mann Teesamen schenken. Er kann einen Teebaum pflanzen.“
Wenn Teesamen keimt, erlebt man Wachstum und Chance. Man erlebt das einfache kleine winzige Freude, wenn der Teebaum Blätter bekommt…
Wahre Uebung, in der der Geschmack des Tees sich zeigt
Um den Geschmack des Tees zum Ausdruck helfen zu bringen, hat Ulrich paar Vorschläge für uns im Westen zusammengefasst…
http://teeseminar.blogspot.ch/2012/07/vorschlage-und-hinweise-fur-eine.html#more
Das Problem ist der Weg
Am Sonntag sollte eigentlich ein taiwanesische Weise nach Zürich reisen und einen Vortrag halten. Eigentlich hätte ich mich für das Thema Tee und Yiching sehr interessiert. Ich hätte mich sehr gefreut, über die Zusammenhänge zwischen Tee und Mystik zu erfahren. Leider sagt der Weise ab und ich selbst sollte den Vortrag halten.
Das Thema wurde angekündigt mit Pu Er Tee und seine Qualitätsmerkmale. Naja. Was gibt es denn da zu erzählen? Man kann ja soooo viele Informationen über das Internet erhalten. Wozu sollte ich denn Senf dazu geben?
Das reizt mich überhaupt nicht, etwas über Pu Er und seine Qualitätsmerkmale zu erzählen. Tee spricht so wie so für sich selbst. Ich rede ungerne über Tee. Diesmal würde ich gerne paar Frage stellen. Frage, die mich beschäftigen!
Innert paar Wochen kamen zwei Tophotels von Weltrang zu Shui Tang und interessieren sich für eine Zusammenarbeit. Ich bin ein Faulpelz und viel zu arrogant, um Werbebriefe zu schreiben. Ich habe gerne wenn die Dinge sich organisch entwickeln und ihren Lauf selbst nehmen. Ich staune über diese Entwicklung und fragt mich warum jetzt.
Warum jetzt? Warum interessieren sich Menschen im Europa jetzt für Tee? Sogar Top-Hotels fangen an, sich nachzudenken. Nur weil die Chinese reicher werden?
Die Finanzkrise, die Zitterpartie um Euro und die Verunsicherung der Rente lesen wir täglich in der Presse. Deutsche Medien reden von Rezession. Das steile Wachstum ist nun ein alter Traum und er ist definitiv vorbei. Die alte Zeit ist vergangen, während die neue Zeit noch unwillkoemmen geheissen wird…aber er kommt so oder so!
Die grossartigen Anfrage und Interesse konfrontieren mich auf eine sehr brutale Art und Weise. Ich kann nicht mehr in mein gewöhntes Muster denken. Die Zeit ist vorbei. Und ich habe sehr viel Angst. Angst vor Ungewissheit. Wohin führt dieser Zug mich? Ich habe Angst. Nach einem Zazentag kommen viele unbewusste Fragen an die Oberfläche. Sie wollen angeschaut werden. Wo möchte ich denn sein? In der Vergangenheit oder im Gegenwart?
In Zugfahrt nach Bern zog die schweizer Landschaft am Zugfenster vorbei, während ich einen Streifzug in meinem imaginären Pu Er-Tee machte. Erde, Waldbogen und Holz würde ich den Geschmack dieses Tees beschreiben. Warum fesseln ausgerechnet solche einfache Geschmäcke die Teeliebhaber? Tief in einem alten Baum eintauchen – ich dachte, ich wäre im Wald Xishuang Banna – ich spüre einen starken Drang, mein Leben in die Ungeweissenheit zu geben. Das Problem ist der Weg. Ich bin bereit, Probleme zu erkennen und mit ihr zu gehen. Erfolge oder Geld sind zum Glück nicht mein Ziel, aber die Herausforderung und dem Leben auf einer anderen Ebene einen anderen Sinn zu geben, verleihen mir viel Kraft und Mut.
Genau ausgerechnet jetzt feiert das Teeclub sein 10jähriges Bestehen. Gerade jetzt erkennen smarten Geschäftsleute an Tee eine grosse Chance. Das blinde Begehren an unersättigten Materialismus und die Sehnsucht nach dem einfachen Geschmack eines Tees scheinen mir nicht widersprüchlich zu sein. Tee ist bloss eine Antwort auf einen Zeitgeist, ein Spiegel einer Epoche!
Ich werde in dem Vortrag am Sonntag paar Frage in den Raum werfen. Frage, die Teeliebhaber im Europa zum Nachdenken anregen. Eine Antwort habe ich nur für mich selbst.
Eine Tasse Tee
1584 brachen vier japanische Adelige auf, um als christliche Repräsentanten Japans nach Europa zu reisen. Es war ein Triumph der Jesuiten Missions in Asien – Voltaire schriebt 1756 über diese Gesantschaft als die „schmeichelhafteste Huldigung, die dem heiligen Stuhl jemals geleistet worden ist. Diese vier japanischen Adeligen sollten im Europa das Glanz und Stärke der katholischen Kirche kennen lernen, ihre Glaube verfestigen und dann nach Japan zurück kehren, um die Mission zu bekräftigen. Als Gastgeschenk an König Philipp II reichten sie eine Schale. Eine Schale… trinken die Japaner heisses Wasser? Diese Frage beschäftigte wohl den spanischen König… „Trinken die Japaner nur im Winter heisses Wasser?“ „Nein… sie tränken das ganze Jahr über heisses Wasser…“
Die Soft-Drink-Kultur war es im Europa einfach nicht bekannt!
Als die vier Adeligen nach Japan zurückkehrten, wurden die Heimkerer Fremde. Valigano, der Missionar warnten seinen inzwischen erwachsenen Schäfer, dass es komische Art um einen Getränk namens Tee zu trinken gibt, dass man sich in einem unglaublich engen Taum versammelt und dass man wertlose Schaben von Töpfe bewundert und dafür Geld ausgibt.
Ja… das ist schon komisch. Was macht man alles für eine Tasse Tee?
Im Europa würde man eine blühende Blüte in die Vase stecken. Dann ist eine Blüte eben nur eine Blüte. Im Teeraum steckt man eine Knospe in die Vase und die Vase vielleicht nicht ganz in der Mitte… dann wird die Vase wie ein Briefträger und diese Knospe wie eine Botschaft…
Stimmt das?
In einem engen Raum, weil es eng ist, muss man loslassen, weil man es loslässt, ist man friedlich. In einem engen Raum wird der Austausch zwischen Menschen intensiver… Deswegen baut man einen kleinen Raum für Tee?
„Warum verehrt man in Japan mit Hand geknetete Gefäss, um Tee zu lagern anstatt Edelsteine?“ Jesuit Valigano sollte es gefragt haben vor Rykyu. Der Teemeister antwortete, dass sei Dummheit der Teemenschen das Nutzlose im Leben zu verehren. Er seufzte, es sei nur die dummen Menschen, die in der Lage sind, die Schönheit aus Stücke von Erde zu entdecken!
Endo Shusaku, selbst Katholik und in Manzhou aufgewachsen, fühlte sich angezogen von dem Schicksal der vier japanischen Adeligen, der Fremde unter den Eigenen. Er machte die Lebenswege der vier Japaner zu Stoffe seines Novellen „Samurai“.
Für ihn bedeuten Chanoyu und Ikebana ein grosses Fragezeichen in der heutigen japanischen Gesellschaft. Er fragte, warum stellt man teuere Teatoys zur Schau und trägt glänzende Kimono zum Tee, während man stets Wabi und Sabi singt? Er sagte, warum bereitet man nicht einfach nur eine Tasse Tee zu und freut sich einfach darüber, beobachtet nur das, was bei und nach einer Tasse Tee, BLEIBT?
Ich habe keine Antwort, aber fühle mich angezogen von seiner Sätzen.
Oft habe ich das Gefühl, dass der Tee nur ein Begleiter ist, um mit dem besten Freund zu treffen – mein Selbst ist mein bester Freund!
Gerne erinnere ich mich an das Bild von Michel, mein gestorbener Zen-Lehrer. Er erzählte mir von seiner Kindheit, auf Walliser Berg, am Genfer See, mit seinem Grossvater beim Sonneuntergang zusammen zu sitzen. Friedlich und glücklich. Mein Grossvater sass allerdings im Dunkel immer alleine mit seinem Tie Guanyin…
Päonie-Hanami 2012

Ich möchte mich hier herzlich bei Hannes bedanken!
牡丹花見 Päonie Hanami

Die Fotos erzählen eine Geschichte.
Einst in China, es war Tang-Dynastie. Päonie, auf Chinasisch Mudan wurde als die Blumen der Nation verehrt. die Vergehrung fing beim Hof an und setzte sich überall aufs Land durch. Jedes Jahr, wenn die Blumen blühen, treffen sich die Menschen, so wie heute in Japan zur Kirschblüten-Zeit. Sie tranken, sangen und dichteten.
Hannes hat einen wunderbaren Garten in Zürich. In diesem wunderbaren Garten blühen jedes Jahr im Mai diese herrlichen Blumen. Er ist Teeliebhaber und hat einen sehr guten Geschmack an Musik und an das Kulinarische. Vor allem er hat das Herz mit anderen Menschen die Schönheit des Lebens zu teilen, anstatt sie für sich zu präsentieren. Wir haben bei dem Kosmos einen sonnigen und leicht windigen Tag bestellt. Da Buddhas Mitgefühl für die schwachen Subjekte haben, wurden unsere Wünsche erfüllt. Es war genau wie es sein sollte! Also, Buddhas haben tatsächlich Mitgefühl.
Ich bereitete Tee mit Ryjakupon – die einfachste Teezubereitungsmethode von Cha No Yu. Alex und Adrian bauten eine sehr poetischen Windschutz für das fragile Flammern der Leidenschaft. Sie besteht aus dem Holz von vergangenen Päonie-Asten. Früher, laut Erzählungen, in sehr gehobenen Gescha-Häuser (Dayu) wurden im Winter dieses Holz verbennt. Der Duft des brennenden Päonie-Holzes verleiht die nächtliche Zusammenkunft ein Hauch von Erotik, Nobelness und Poesie.
Wir suchten einen Hang aus. Die Gäste hatten den Blick von bezaubernden Blüten und dem Zürichsee. Sie rutschten während des Teetrinkens immer näher zu mir wegen der Plastik und der steilen Hang. So kamen wir immer näher. Die Atmosphäre war entspannt, spannend und mit vielen vielen Abspann.
Jürg zelebrierte einen Gongfu Cha. Die Gästen hatten endlich Möglichkeit richtig zu sitzen!
Am Ende knallten wir etwas Sprudelndes – es muss immer so sein, denn ich habe eigentlich nur auf das gewartet.
Heute wachte ich mit Muskelkater auf – Nachgeschmack vom Päonie-Hanami.
Gibt es einen Unterschied zwischen dem Freude im 10. Jahrhunder in der chinesischen Tang-Zeit und dem Spass im 21. Jahrhunder am Aplenrand? Nein. Wirklich nicht.
