Archiv der Kategorie: Der Teeweg

Aus einem Blatt Tee

Hier möchte ich einen Artikel von Zhou Yu von Wistaria Teehaus mit Teefreunde teilen. Viele von Euch kennen bereits diesen Mann und sein wunderschönes Teehaus in Taipei. Der Titel des Artikels trägt: Aus der Welt der Teeblätter zu einem Praxis-Ort des Geistes (Ren-Wen).

這廿餘年來,在拓展紫藤廬人文藝術與茶文化的軌跡中,我確實曾看到有些逐步深入茶的愛茶人,氣質上產生的變化,他們面容與動作中透出更多的靈氣,同時,他們家中的佈置也發生了變化:更尊重自然,引進更多的自然事物,在他們平日家居生活中與茶、花、木、石、土、陶的細膩對話,賦予自然事物更多的人情味,也在自己的人文世界中含融了更多的自然氣質。(而紫藤廬的內部氣氛,除傳統因素外,一大部分也是循此途徑形成)。

Seit mehr als 20 Jahren, in der Entwicklung von Kunst und Teekultur des Wistaria-Teehauses, habe ich Veränderung bei vielen Teeliebhaber festgestellt, die sich immer mehr auf Tee eingelassen haben. In ihren Gesichter und Verhalten kann man spirituelle Kraft beobachten. Gleichzeitig findet auch eine Veränderung in ihrem Zuhause statt. Die Natur gewinnt mehr Platz und Respekt. Tee, Blumen, Holz, Stein und Erde werden immer mehr integriert in ihrem Alltag und es findet zwischen diesen Elemente und den Menschen Dialoge. Die Natur wird mit Liebe gepflegt. So verleihen die Teeliebhaber in ihrer geistigen Welt immer mehr Bezug zur Natur. (so ist es ähnlich wie die Atmosphäre in Wistaria Teehaus)

但在這類人的身上,我有時也看到他們對現代社會與文明產生的鴻溝:窩在自己的小天地裡固然十分舒適,但走進社會大環境中卻常感到不安與內心深處的不知所措!(雖然有時能掩飾得外人不易看出),我認為,這類小「真人」身上的不安與不知所措,真正深切地反映出東方百餘年來跨越數個世代的「大問題」:就是在東亞土地上長期以來已發展出豐富獨特歷史文化體質與基因的漢民族,在回應強大的西方現代文明的挑戰過程中,至今尚未找到及發展出能延續與創造自我價值歸宿與世界觀的社會、經濟與文化體系。

Ich stelle bei diesen Teeliebhaber allerdings fest, dass es zwischen ihnen und der modernen Zivilisation eine Kluft gibt. Sie sind zwar glücklich in ihrer eigenen Welt, aber fühlen sich sehr ambivalent und gespalten sobald sie mit Aussenwelt in Berührung kommen. (Obwohl sie manchmal recht gut schauspielen können) Für mich bedeutet diese Zerissenheit und Orientierungslosigkeit dieses kleinen „wahren“ Menschen eine Widerspiegelung des „grossen“ Problem des Ostens, das nach Jahrhunderten und Generation immer noch ungelöst bleibt. Das Problem ist dass das Volk Han (so bezeichnen die Chinese sich selbst) noch keinen eigenen Standpunkt gefunden haben in der Auseinandersetzung mit der westlichen Zivilisation. Auch wenn Han ein eigenständiges und spezifisch historisches Reichtum auf den ostasiatischen Boden entwickelt hat. Sie können bis jetzt noch keine Perspektive entwickeln, um ihre eigene Werte fortzusetzen und zu erneuern in dieser Herausforderung mit Westen.

當漢民族藉著氣功、中醫所呈現的宇宙體系向世界滲透,也在其中找回更多自信時,對近世以西方文明為主體的現代社會與科技文明,政治經濟秩序的思考、消化與反省,大概也才處在一個剛剛開始的階段吧!當具有啟發力的茶世界浸透著這個民族生活的各個層面時,許多沉默卻深沉的反省與源源不斷的創造力,說不定已在社會的各個角落發生,另一場將歷經百年的革命或許已在開始……

Während Han-Volk sein Weltbild mittels Qigong und die traditionelle chinesische Medizin in die ganze Welt vermittelt, hat es in diesem Prozess Selbstvertrauen gewinnen. Es ist zugleich eine Reflexion über die technische Zivilisation und politische economische Ordnung der Welt, dessen Hegemonie in Westen liegt. Dieser Prozess befindet sich gerade in der Anfangsphase. Die inspirierende Kraft des Tees beeinflusst jeglichen Aspekte dieses Volkes. Durch die tiefe Reflexion und sprudelnde Kreativität, was in der Auseinandersetzung mit Westen vollzieht, spielt die Kraft des Tees eine Rolle. In jedem Strassenecken könnte eine hundertjährige lange Reavolution geboren werden….

人原本是大自然的產物,但千百年來早已走上一條自主思考與獨立行動的極富辯證性的歷史道路。人類在摸索與創造科技、制度與社會體系中塑造了自己。在這條自我塑造的不歸路上,我們不能不警覺,世界可能已踏入了極大的誤區!在今天人類對大自然的生態大破壞中,在舉世競逐貪婪、宰制與毀滅性的戰爭中,在現代體制產生出的政治領袖,卻仍可以滔滔謊言惑世!我們似乎急需重新尋找批判、反省與創造的起點,除了美國、西歐以外,各民族文化都應有發言權罷!自然的疾病雖然可怕,而人類歷史與文化出現的大病才是更致命的。
Menschen sind eigentlich Produkte von der Natur. Aber die Menschheit hat sich nun die Selbstdefinition in der Erfindung der Teckniken, der Insitutionen und sozialen Systemen gefunden. In diesem Holzweg der Selbstfindung müssen wir das Warnsignal erkennen, dass unsere Welt einen grossen Fehler macht. In der verheerenden Zerstörung an Natur, in dem Kriege der Gier und Mächte können unsere Politiker immer noch ihre Lüge und unersättliche Begierde ausleben. Wir müssen dringend einen neuen Standpunkt finden, zu reflektieren, zu kritisieren und zu erneuern. Ausser Vereinigten Staaten und Europa haben alle Menschheit dieser Welt Recht sich selbst zu artikulieren! Die Krankheiten sind zwar zu befürten, aber die grosse geistige Krankheit unserer Menschheit ist lebensgefährlich!

一片茶葉在水中可展開一個小小的「自然道場」,一間茶館或家居茶空間可開展出一角自然與人文的雙重道場。「人文道場」不同於「宗教道場」,它沒有絕對教義與絕對權威,它是一個開放的人性場、開放的美學場、開放的語言場與開放的批判與創造場,它是全面的、可深入歷史反思的,不像「宗教」(東亞以佛教為主)的「非歷史性」,要命地迴避了對形成人類性格與命運、社會文明體制的基礎的歷史透視與反省,自然也無從建立對個人真切的理解與解決人類最真實的現世問題。

Aus dem Wasser eines Teeblattes öffnet sich ein winziges Ort der Übung – eine Übung mit der Natur anders umzugehen. Ein Teehaus oder ein Teeraum (einfach ein „Raum“) kann ein Platz schaffen für jeden Menschen zwischen dem Geist und der Natur. In diesem geistigen Übungsort ist anders als ein religiöser. Es exisitert keine absolute Autorität und Dogma. Es ist ein offener Raum für Menschlichkeit und Ästhetik. Ein offener Platz für Sprache und kritische Kreativität. Es ist umfassend, es kann tief in die Geschichte reflektiert werden. Anders als eine Religion, die keine historische Qualität hat. In Ostasien z. B. der Buddhismus vermeidet die Diskussion von der Prozess, der menschliche Charakter und Schicksale formt und reflektiert nicht die Grundlage des sozialen System und hat kein richtiges Verständnis der Geschichte. Deswegen kann der Buddhismus auch nicht eine Antwort geben, auf das, was jedes Individuum in der realen Leben braucht.
「自然精神的再發現,人文精神的再創造」是「紫藤廬」1981年1月18日的開幕宣言。在已跨過白色恐怖、跨出戒嚴體制的今天,紫藤廬被有心的藝術界、學術界、文化界人士與社會大眾爭取為台北市的文化地標古蹟(活蹟!),劃為台北市文化局管理督導後的重新開幕,我深切地期望:將來更多從茶天地中開展、涵融「自然道場」的「人文道場」的建立與壯大!
Die neue Entdeckung von Natur und Erneuerung der geistigen Kraft ist das Eröffnungsmanifest von Wistaria Teehaus am 18.Jan. 1981.

Chinesische Keramik im Rietberg Museum

Dank Alexander bekam ich das wunderbare Tip!
http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/museum-rietberg-1.17933511 
Im Film behaupten sie, dass das Licht für die Austellung einmalig sei, weil es gar keine Schatten mehr gibt.
http://www.rietberg.ch/de-ch/ausstellungen/meiyintang-collection.aspx

Michael sagte gerade, dass das Schatten doch eigentlich dazu gehört, oder?

Diese Austellung eigent sich wunderbar für einen Ausflug von ShuiTang – Helfer. Ich werde einen Besuch organisiere und selbst die Führung übernehmen – nicht dass ich mehr weiss als die Prosfis, nur wegen dem gelebten Freude an Keramik.

Hier noch ein chinesischer Film über die Schätze der chinesischen Kultur in Taipei.

Atongs Gemüsebeet

Atongs Gemüsebeet

Wie kalt kann es sein, wenn man allein unter den Fremden unterwegs ist?
Wie warm kann das Herz schlagen, wenn es berührt wird?

Kurz vor meinem Abflug zeigte mir mein Lehrer Atong sein Gemüsebeet. Unweit von seinem Büro hat er seine Nachbaren bearbeitet, so dass er ein bisschen Samen setzen kann. Ich sah die winzige Pflanzen und lachte, „warum willst Du nicht fertige Blumen kaufen? Du kannst doch gleichen den schönen Augenblick geniessen. So langsam wachsen die Keimen…“ Er sagte zu mir mit vollem Ernst: „Mädel! Ich will eben diese Langsamkeit geniessen! Wer will schon schöne fertigen Blumen anschauen? Ich will aussäen, Wasser giessen und Unkraut jäten. Ich freut mich jeden Tag, wenn es neue grüne Blätter kommen. Ich will mich darüber freuen…“ Er bezeichnete mich als moderne Menschen, die eben nur ernten wollen, nicht dafür arbeiten. „So ist es auch mit Tee, verstehst Du! Du muss lernen, zu knien, zu bücken und von der Erde berührt werden. Kennst Du das Wort DEMUT?“
Dann kann ich die Schönheit der einfachen Dinge erkennen? Kann ich noch bücken, knien und meine Hände schmutzig machen?
Kurz vor meinem Abflug besuchte ich den Räuchermeister Chen in seinem unscheinbaren Geschäft in dem sehr betriebsamen Viertel. Aber hinter diesem zurückhaltenden Mann und diesem unauffälligen Geschäft verbirgt das grösste Schatz an Adlerholz (Aloewood) im asiatischen Raum, auch das Tokugawa Museum in Kyoto könnte nicht verglichen werden. Ich besuche ihn selten, nicht weil ich es nicht will, sondern wegen Respekt. Ich liebe die Welt der Düfte. Aber ich kann mich nicht dieser Schönheit widmen. Ich möchte noch Tee lernen, nur eine Sache gut machen. Er wartete auf mich und ich bemerkte gleich eine Veränderung in diesem Raum. Er sagte, „Ja, ich hätte Dir etwas zu zeigen.“
Es war eine Ehre und eine grossartige. Ohne viel Höflichkeit zu verschwenden, was er nicht gerne hat, wurde ich vor einer traumhaften Welt des duftenden Adlerholz geführt. Wie kann man es davon träumen? Wenn man sich gar nicht vorstellen kann?
Adlerholz stammt aus tropischen Bäumen. Manchmal hat so ein Baum einen wunderbaren Standplatz. Er wächst und wächst, die Zeit spielt keine Rolle, Hundertenjahren… So prächtig, dass es scheinbar nur er zwischen dem Himmel und Erde stehen würde… Eines Tages kommt ein Sturm und es verletzt dem Stamm. Dann kommen die Bienen, Insekten die sind angezogen von den Träumen des Baumes, weil er verletzt wird… Diese Trännen duften. Die Lebenwesen fressen das Holzige, was bleibt ist das Harz. Sehr hart. Irgendwann wird das Harz eine Last des Baumes. Irgendwann fällt das lästige Harz auf den Boden. Menschen wie ich finden das Harz auf den Boden und freut sich auf die Beute. Aber solche wie Chen oder Atong, sie nehmen es nicht. Sie lassen das Harz unter den Erde verschwunden. Nach vielen Hundertenjahren wird das Harz aus einstigem prächtigen Baum so gezämt unter den Erden, dass er ein reines duftendes Wesen wird – sanft, klar und unafufällig. Das will Chen haben. So geht er Zeit für Zeit, bückt, kniet und gräbt aus der Erde, nur um mit Qinan (das beste von Kyara) zu begegnen. „Weiss Du, Du kannst es nicht wollen. Du kannst nur versuchen… und der Versuch ist das, was mich fasziniert…“ Ich ging immer wieder zu einem Schrank und innerlich spürte ich einen Andrang zu weinen. „Warum?“ fragte ich ihn. Er antwortete, „Menglin, diese Bäumen sind viel älter als wir. Sie sind über Tausenjahren… Was sind wir denn dagegen? Dein Herz ist berührt…“ Wir schauten uns an. In seinen Augen erkannte ich das, was ich auch sah. Ich sah wie dieser prächtige Baum stand, wie er verletzt wurde und fiel und wie er unter der Erde warteten, gefressen wurde und warteten… Eines Tages war die Zeit reif und er begleitet Chen bis heute!
Wie ist es denn mit einem Menschen? Jeder will erfolgreich werden…
Kurz vor dem Abflug habe ich oft Stress mit meinem Vater. „Hast Du Deinen Pass? Hast Du Dein iPad? Hast Du Dein iPhone? Hast Du überhaupt genug zu essen?????“ Seine Sorgenliste ist sehr lang und ich muss warten. Irgendwann macht er sich Sorgen um mein Gepäck. „Wie willst Du denn alles schaffen?“ Ich sah durch seine grasigen Augen viel viel Unterdrückung von Sorgen. Er erkennt meine Last. Meine Last trage ich alleine unter den Fremden in einem fremden Land. Es ist mein Leben, an dem er nur wenig Anteil nehmen kann. Es ist schwer zu lieben. Zu sehen, dass der geliebte Mensch Last trägt. Aber er muss es alleine tragen.
Durch das Tragen von Last werde ich vielleicht mehr von Demut verstehen.
Wenn es kalt wird, weiss ich zu bücken und knien.
Wenn paar Teeblätter heiss aufgegossen werden, bücke ich meinen Kopf nach unten, in aufsteigendem Duft wird mein Herz bestimmt sehr warm.

Ein schmaler Weg

Es sind zwei Jahre vergangen.
Alexander schrieb mir am Mittwoch ein SMS, dass ein Typ in seiner kurzen Anwesentheit in Shui Tang nach mir suchte. Gedanke habe ich keins gemacht. Es ist ein Stück meines Alltags.
Als er heute ins Shuitang eintraf und wieder seinen Platz aufsuchte, wusste ich sofort, dass er es ist. „How are you!“ Es war Aufrufszeichen, kein Fragezeichen. „Ich need my tea, Doctor!“ Er sagte, die Tees haben ihn zwei Jahre lang begleitet, einen Prozess durchgelaufen, vieles losgelassen und vieles verändert. Er kam gerade aus Indien zurück.
Genau wie vor zwei Jahren an einem herbtlichen Tag sass er an seinen Platz, wo er nach ein Schluch Pu Er Grenztee eingeschlafen hat. Er sagte mir, dass er sich noch genau erinnern kann, was ich ihm in jenem Moment gesagt habe, „Now you are at home…“
Mein Besucher kam nicht wegen Tee, er hat vieles vieles im Gepäck. Zwischen London und Cairo lebt er, zwischen Gestern und heute lebt er, nur keine Zukunft. „Where is my way?“ fragte er mich am Teetisch. Woher soll ich denn wissen, wo sein weg geht? Ich antwortete, dass ich eine Verkäuferin sei und verkaufe nur Tee. „But, why are you sure that you get right tea for right people?“
Ich weiss nicht, ob ich wirklich den richtigen Tee für die richtige Person auswähle. Das ist bloss eine Einbildung. Aber es ist mir klar, dass es ein Unterschied gibt zwischen Denken und Fühlen. Ich sass vor ihm, dachte nicht, fühlte nur. „We can learn to feel, instead to think.“ „And why you are sure, this is the way?“ Ich zuckte mein Schulter, woher sollte ich denn es wissen? Wir wissen alle nicht, wie es weiter geht! Seine verzweifelte Augen erzählten mir viele Geschichte in seiner Vergangenheit, sehr wahrscheinlich geplagt von Erwartungen und Vorstellung des anderen, wie er sein Leben leben sollte. Ich kenne es nur zu gut. Was haben wir as Menschen in dieser Welt zu verlieren? Geld gehört uns nicht. Das Haus auch nicht. Der Partner hat sein eigenes Leben. Der Körper hat eine begrenzte Dauer. Was haben wir wirklich, was wir tatsächlich as Menschen haben? „As a humen beiing – we have only the chance to believe and to love.“ Dann fragte er mich, was Liebe und Vertrauen sein sollten. Ich weiss es auch nicht. Liebe ist für mich, an die Person zu glauben, die wir lieben, eine richtige Entscheidung für sich treffen zu können, ihr den Raum zu geben, zu gehen. Vertrauen kann man lernen, indem man einfach auf den Weg geht und sich auf alles freut, was man begegnen kann. Ich weiss nicht, ob ich etwas richtiges mache oder nicht. Ich lerne einfach zu vertrauen in das, was ich tue. Ob die anderen es gut finden oder nicht, ist ihre Freiheit. Ach, was haben wir denn eine andere Wahl?
Dann kam Alexander. Es war eine interessante Kombination. Sie fingen an über den Brücke zwischen Spiritualität und Materialismus zu diskutieren. Ich hörte es mit Vergnügen an. Es musste sein, dass sie sich kennen lernten. Dann kam noch der Tämer. Geschichte entstehen.
Dann begann der Araber sein Einkauf. Genau so wie ich von meinen Onkels kenne, kaufte er für das halbe Clan ein. Ich weiss, er wäre nicht zum letzten Mal hier. Eine Antwort wird er nie finden, wo sein Weg ist. Er ist bereits auf den Weg. Vertrauen ist ein sehr schmaler Weg, da führt nichts mehr zurück.
Als andere Gäste die Tür öffneten und an den Tisch kamen, sagte mein Gast aus Cairo mit einem Schalk: „Would you like a mirror? You will get it here.“

Zwischen Licht und Schatten

In Bodman streitetn Detlef und Ingrid oft wegen Licht oder Schatten. Einer bevorzugt einen schattigen Teeraum, der andere wünscht gut sehen zu können.
„So sieht man ja gar nichts!“
„Was muss man denn da sehen?“
Ich hielt mich immer voll daraus. Licht und Schatten existieren ja immer gleichzeitig. Eine Ambivalenz der Menschen.
In unserem alten Haus waren Zimmer immer ganz dunkel. Nur manchmal schien die Sonne ins Zimmer und ich beobachtete als Kind die tanzenden Staub im Lichstrahl. Ein sehr altes Haus hat sehr viel Schatten. Auch die Beleuchtungen konnten nur die Schattierung noch klarer leuchten.
Heute morgen erzählte mir Ulrich beim Frühstück, wie der Aufenthalt in Japan ihn verändert. Er hat dort gelernt, Schatten in der Helligkeit zu intergrieren. Eine schöne perfekte Schale muss man mit Spot sehen und will mit viel Bewunderung gesehen werden. So ist unser modernes Leben und ästhetisches Konzept konzepiert. Aber eine handgekenetete Raku-Schale, eine dunkle Tenmuku Chawan verlieren im Schatten vollkommen ihre Farbe. Unsere Augen treten in der Dämmerung in den Hintergrund. In Schattierung der Dunkelheit fassen wir die Teeschale an und berühren die schmalen Teelöffel. Nur der Geschmack des Tees ist vielleicht noch fassbar für den Intellekt. Was für die Wahrnehmung bleibt, ist der Kontakt zwischen Hände und Objekte. Eine Rakuschale gewinnt an Lebendigkeit und füllt die Leere zwischen den Finger…
Es war ein sehr schöner Sonntag mit Heiterkeit und Wissensgier. Der Teeraum war voll gefüllt. Die Stimmung war so high, dass ich unbedingt ein Steak essen wollte. Nur weil ich ein Steak nach so viel Geschwätz über Tee unbedingt essen wollte, gingen wir allen mit ins Steakhaus. Die Jünger aus Aarau waren sehr sympatisch und fit. Peter war so in Fahrt, dass er uns alle eingeladen hat! Ich kenne Peter seit 1999, genau so lang wie den Chanoyu. Selten sehe ich ihn, aber es spielt überhaupt gar keine Rolle. Das Wesentliche ist nie mit Augen zu sehen. Beim Abschied umarmte er mich und sagte zu mir: „Menglin, versprichst Du mir, dass Du immer so lustig bleibst!“ Ich weinte fast und war sprachlos. Was ist denn das, was hinter der Fröhlichkeit steckt? Aber ich halte diese Ambivalenz schon aus, mit aller Kräften. Ich nickte meinen Kopf.
Nach dem Abschied mit Ulrich flanierte ich alleine in Freiburg, eine Stadt voller Erinnerungen. Ich wusste, dass ich zu Markhalle gehen muss und zu Cafe Kolanda. Ich muss schauen, ob alles noch in Ordnung bleibt. Es existiert keine Zeit, nur Veränderungen. Ich habe Angst vor Veränderungen. Ich fand einen Platz visavis von einer sympatischen Dame. Wir teilten den kleinen Bistro-Tisch. Eine Leere füllt den Raum zwischen uns. Wir assen zusammen, ohne füreinander zu interessieren. Wir ahnen das Dasein voneinander, ohne gegenseitig anzuerkennen. Eine sehr angenehme Unverbindlichkeit. Ich atmete auf und genoss diese Leere. Nachher werde ich in den ICE einsteigen und zu einem Ort fahren, wo inzwischen mein Zuhause wurde. Eine Ambivalenz von Vertrautheit und Gebundensein. Ich kann es aushalten, sagte ich zu mir.
Am Frühstücktisch unterhielten wir uns noch über das Sterben. Ich sagte, dass der Tod das einzige ist im Leben, worauf wir gar keinen Einfluss haben – auf die Art, wie es stattfindet – ausser dem Freitod. Und es ist gut so. Ulrich sagte, die Asiaten haben einen anderen Umgang mit dem Sterben. Ich dachte an meine Mutter und dann an mich selbst.
Nach Markthalle trank ich eine Tasse bei Kolanda und dann ging ich unbewusst noch ein Stückchen weiter. Als ich an die Confiserie Rafael Mutter vorbei lief, wurde es mir klar, warum mir plötzlich das Früstückgespräch einfiel. Ich stand vor der Confiserie und sah ein Bild von Ulla. Das war unser letzter gemeinsamer Rundgang vor ihrem Tod. Ulla und ich sass im Oktoberwetter noch draussen und teilten ein Stück Kuchen. Sie muss inzwischen die Ambivalenz nicht mehr aushalten. Aber ich tue es – freiwllig. Ich schob entschlossen die Tür auf und fing an zu schoppen.

one day Haigata class in November

Ein Tag für Asche-Formen. Wer sich dafür interessiert:

Dear Chado follower

Haigata is an importand part of the art of the way of tea

http://www.dogudesign.ch/chanoyu-tuition.html#
(pleas clic on the left side on „about Ash and Haigata“ for detail Informations)

Learn moor about it, in a one day seminar in November.

you will learn about –

different ashes and how to preparer your own ash

basics of History about Furo and what shapes are in use

different styles of Haigata for the Furo, according to the general roles of Urasenk style

and of corse you will learn how to make your own basic Haigata _“nimonji“

Inscription- until 27. October be mail

if you like further informations pleas contact me

whit warm regards for the first cold days

ursula kohli

Pleas pass this Informations to your friends and students which could be Interested on that topic, thank you!

Ein bisschen anders machen…

(Fortsetzung von vorherigem Beitrag)
Ich erinnere mich an mein vorheriges Leben vor drei Jahren. Luftig und schön. Vermeintlich frei. Hinter dieser Frei-Sein verbirgt eine unerträgliche Schwere. Keine Wurzel, kein Heimat und keine Halt. Der Wünsche nach einem Zuhause wurde immer lauter. Als Hubert mir von dem frei gewordenen Laden erzählte, war es ein Angebot von Kosmos, dass ich mein Leben verändern kann.
Heute schaue ich die jungen Menschen an, die nun zu mir kommen und Tee lernen wollen. Sie waren wie ich und kämpfen gegen die Bindungswidrigkeit. Sie verschieben Termine, verändern die Abmachungen oder sagen ab. Ich sehe in ihnen mich selbst. Ich sehe die einstige Erbsenprinzessin. Aber auch diese Erbsenprinzessin kann auch etwas fürs Leben lernen. Ich lerne Mitgefühl für mich selbst zu haben und habe Mitgefühl für diese jungen verwirrten Seelen, die nach dem wahren Selbst suchen.
Auf jeden Weg brauchen wir Weggefährte.
Ich muss gegen meine Erbsenprinzessin-Sein nicht mehr kämpfen. Ich kann lieb sein zu ihr. In jeder Wiederholung meines Musters bekomme ich eine Möglichkeit, ein bisschen anders zu machen. Die wahre Freiheit ist nicht mehr an nichts zu binden, sondern in der Wiederholung das Gleichmut zu bewahren.
Manchmal bekommt man Angst vor Gefühlen und würde am liebsten weglaufen. Die Gefühle können zeitweise ignoriert werden, aber sie fermentieren und gären in den Zellen. Plötzlich werden sie wie Schwarzteeblätter, die keinen Sauerstoff bekommen, werden erstickt!
Hanspeter sagte mir, dass es nicht interessant ist, ein erfolgreiches Leben zu führen, aber ein gelungenes. Ein gelungenes Leben… was heisst das? Leben mit Menschen zusammen, die wir lieben; machen Dinge, die aus den Herzen kommen; in das Heimat unseren Herzens ankommen.
Der Neumond begünstigt den neuen Anfang. Es ist möglich diesmal ein bisschen anders zu versuchen.

Ein bisschen anders

Der Neumond begünstigt den neuen Anfang.
Sara und ich machen gemeinsam wöchentlich Zazen. Mit der gemeinsamen Praxis stellen wir fest, dass wir den Sorten der kreativen Chaoten gehören. Wir haben sehr Mühe mit der Regelmässigkeit. Ich hasse die Administration. Mich plagt das tägliche Ladenhüten. Das Pflegen von Ordnung war nie meine Stärke. Wenn der Mensch nicht Triebe hätte, wenn es nicht Hunger und Müdigkeit gäbe, hätte ich bestimmt auch Mühe mit dem wiederkehrenden Bedürfnis.
Sie erzählte mir, dass sie etwas verändern will, zum mindestens seit dem Sonntag. Sie sagte, dass sie seit einem Jahr immer dasselbe Arbeitszimmer verwendet, aber nie genau weiss, welche Nummer das Zimmer trägt. Am vergangenen Sonntag arbeitete sie wieder und stellte fest, dass sie allen Teilnehmern eine falsche Nummer mitgeteilt hat. Sie wurde erschrocken. „Menglin, wenn wir nicht vor 21.12. 2012 unser Leben verändern, wann denn sonst!“ Wo werde ich denn am 21.12. 2012 sein? Ich bin bestimmt in Shui Tang, wo denn sonst? Sie sagte mir, um die weiteren Herzangelegenheit ihres späten Lebens zu tätigen, muss sie das Problem anpacken. Ein bisschen anders zu machen, sagte sie. „Ein bisschen anders werden.“
Ein bisschen anders machen…

Das deutsche Reqium

Ich hätte nie gedacht, dass ich mit einem katholischen Mönch anfreunden würde.
Aber er ist von sich allein gekommen.
Als Kind auf einer kolonialisierten Insel hat man ein zwiespältiges Verhältnis zum Christentum. Die missionarische Eifer auf der Strasse Taipeis und manche wertende dualistische Trennung von Gläubigen und Ungläubigen und daraus entstandenen Heilsanspruch trieben mich als Jugendlichen an die Seite der Atheist. Selbstverständlich bezeichne ich mich selbst als ein Kind der Aufklärung.
Als ich langsam den Weg zu meinem wahren Selbst durch Zazen und Tee gefunden habe und paar Schritte geschritten habe, verstand ich, dass diese emotionale Trennung, was ich von Christentum empfand ein Stück meiner Geschichte ist und nur ich selbst für mich auflösen muss. Je mehr der Weg weiter beschritten wird, desto mehr verschwand die Grenze.
Diese Grenze ist tatsächlich aber nicht gänzlich verschwunden nachdem mein Fuss in Rasa verletzt wurde. Etwas ist anders geworden. Ich begriff allmählich, dass das Leben ein Fluss ist und wir sind diejenigen, die Steine in diesem Fluss legen und um ihn selbst zu brechen. Wenn ich aber aufhöre es zu tun, dann fliesst das Leben grenzenlos. Ich bemerke auf einmal Menschen, die ich sonst übersehen hätte. Ich begreife Chance, die ich mir sonst nicht trauen würde. Ich lerne zu warten und mich zu binden.
Als ich „das deutsche Requiem“ von Brahms zum ersten Mal hörte, war ich im Flugzeug zu dem kranken Bett meiner Mutter. Ganz hatte ich nicht verstanden, worum es geht. Warum wo Tränen gesät werden, wird geerntet. Als ich das kranken Haus betrat und meine Familie beobachtete, wusste ich, das, was wir von Kosmos reichlich beschenkt wird, ist ein Trost für Lebenden und für die Lebenden, die Leid tragen. Auch ich fühle mich getröstet, wenn das Stück jetzt an mein Ohr lief. Klar, der Gott verlässt uns nie, auch mich nicht. Die Liebe ist bedingungslos.
Es schien unglaublich selbstverständlich, dass ich Sebastien kenne. Scheinbar ist es natürlich, dass ein katholischer Mönch über die Schönheit des Lebens mehr bewusst ist als ein Gewöhnlicher. Er entdeckt am Teetisch den Tee und steckt anderen hinter dem Mauer diese Schönheit an. Als ich zu seinem Geburtstag fuhr, stand Dechen vor der Klostertür. Obwohl wir uns nicht kannten, wusste ich, dass ich einfach ihr folgen musste. Ich wurde und werde geführt. Am diesen wunderbaren Abend lerne ich Menschen kennen, die die Grenze zwischen Westen und Osten, Musik und Poesie stets überschreiten. Wenn der Fluss nicht von selbst geworfenen Steinen behindert wird, wenn wir nicht immer von Zweifel oder Denken abgelenkt werden, dann kennt der Fluss keine Grenze.