Archiv des Autors: Menglin

Rinbansyo 八拾捌茶輪番所

Mit Alexander gründete ich eine neue Firma Shui Mei Tang https://www.facebook.com/liquiddelicacies, die den Teeweg für die Hotellerie und Gastroszene voranstreiten sollte. Dieser Ort, wo Fremde sich zusammen treffen, einen Raum zu kreieren, um Begegnung zu ermöglichen, reagiert bis heute sehr stiefmütterlich auf das Getränk Tee, der Menschen verbindet.
Durch die Arbeit von Alexander lerne ich einen spannenden Kreis kennen, der aus einer jungen dynamischen weltoffenen Schweizer gebildet sind, meistens von ihnen sind Fremde aus der zweiten Generation. Diese jungen Menschen haben meistens inkohärente Biographie und Welterfahrungen. Sie bauen auf der alten Schweizer Boden etwas neuartiges Verständnis des guten Essen und Schlafen. Ihr grösste Schatzkammer ist die Haltung gegenüber des Anderen in der Welt — ihre Offenheit und Begeisterung und gerne einen Brücke zwischen der Schweiz und des Anderen werden wollen. So lerne ich verschiedene Restaurants in Zürich kennen, die Tee als Erweiterung des kulinarischen Horizonten schätzen und ausprobieren.

Das ähnliche begeisternde Phänomen findet ebenfalls in meiner Heimat statt. Junge Taiwanese haben einen anderen Zugang zu ihrer Kolonialgeschichte als ihr Nachtbar in China. Sie sind gegenüber die alten politischen Symbol recht aufgeschlossen und neugierig auf die ehemaligen Herrschaft Japan. Sie haben meistens die Welt besucht, sogar dort studiert oder mit Familie dorthin ausgewandert. Als ein Zugvögel, das die Heimat besucht, sind sie wieder hier geblieben. Ihr Schatzkammer ist ebenfalls ihre Fremderfahrungen, die sie unter den Fremden sammeln.
So bauen diese jungen Menschen mitten in Taiwan aus dem ehemaligen illegalen Einwanderer-viertel, meistens aus den Immigranten aus China in 40er Jahren, ein Teehaus. Das Teehaus sollte einen Brückenschlag sein zwischen der Entschleunigung wie Gongfu Cha und der Fast-Tea Teebeutel oder Bubbeltea. Ein Ort, wo Taiwan in einem neuen Standpunkt zur japanischen Kultur begegnen kann.
Die Fotos mögen für die europäischen Leser recht japanisch sein. Die Inneneinrichtung ist allerdings sehr taiwanesisch geprägt. Das liegt daran, dass die meisten Europäer das ganze hintere Orient nur mit Japan verwechseln. Das spricht sicher für das Bildungsniveau hier aus. Wie oft muss ich in Shui Tang erklären, dass per Hand ausgelesene Tees meistens NICHT aus Japan stammen und wie oft muss ich mir anhören, dass der beste Tee aus Japan komme.
Falls Du eine Reise nach Taipei planst, ist Rinbansyo vielleicht neben dem Wistaria-Teehaus eine Überraschung. Zwei Teehäuser, zwei verschiedene Generation und aus zwei verschiedenen Weltanschauung. Das reale Taiwan liegt irgendwo dazsichen!

http://www.rinbansyo.com/
https://www.facebook.com/rinbansyo?hc_location=timeline

Frischer Wind in Zürich:
http://www.maisonmanesse.ch
https://www.facebook.com/Canzoniereshop
http://lilys.ch.rtp01.rtp.ch/restaurants/ (Gibt es extra eine Speisekarte mit Tee!)

Besuch von Pu Er Meister You 2014

Herzlichen Dank fuer die rege Interesse fuer Workshop mit You.
So wie es aussieht wird ein Workshop mit ihm am 21.09 in Frankfurt stattfinden. Das genaue Themen und Ort werde ich hier noch veröffentlichen.
In Zuerich wird ein Vortrag mit Degustation am 27.09 stattfinden und ein Workshop am 28.09 in Shui Tang an der Spiegelgasse stattfinden.
Wenn die Themen und genaue Details klarer werden, werde ich hier sofort ankündigen.
Herzlichen Dank!

Besuch von You 2014 in Frankfurt in Zürich

Wie kann man die Entwicklung des Tee im Europa vorantreiben? Eine gute Entwicklung mit fundiertem Wissen und einem klaren Geist?
Seit einiger Zeit führe ich regelmäßig Teefreunde nach Teeanbaugebiet wie in Yunnan und Taiwan. Aufgrund von der Kapazität kann ich immer nur wenige Teefreunde mitnehmen. Und die mitgehenden Teefreunde müssen meine Temperament ertragen und den Stress der Reise mit erleben. Auch wenn viele Leute oft mitgehen wollen, sage ich oft ab, weil es nicht um die Reiseerfahrung eines Individuums handelt, sondern eher um Tee. Man muss verrückt nach Tee sein, um mit mir auf Reise zu gehen.
Das Beste ist, den Meister nach Europa einzuladen.
You arbeitet seit fast 15 Jahren mit Pu Er Tee, nicht bloss als ein Händler, sondern als ein Mensch, der eine Vision hat. Damals war der Preis von den so genannten Taidi-Cha (Plantage Tee) höher als der Gushu Cha (Tee aus alten Teebäumen, die mindest über Einhundertjahre alt ist) und die meisten Teebauer in den Bergen wussten nicht mehr wie man in der alten Zeit den Tee machte.
Er trug Gusseisenwok in die Bergen, schlief bei den Bauer auf den Boden und ging mit Tee pflücken. Somit wird Vertrauen Stück für Stück aufgebaut, das Wissen über die alte Teeproduktion Schritt für Schritt wieder ausprobiert und entwickelt und weiter gegeben.
Es sieht so aus, dass er am 21. 09. in Frankfurt ein Workshop geben wird. Und am 28.09. in Zürich. Weiter Themen und Details werde ich hier ankündigen.
Wenn Du Dich für Pu Er interessierst, verpasse es nicht.

Neue Ernte, neue Entwicklung 2014

In jeden Frühling hört man wieder aus der Ferne neue Nachrichten über frische Ernte.
Manchmal ein Schock, manchmal ein Trost.
Was gibt es denn in diesem Frühling?
Es gibt keine Trockenheit in Yunnan. Also die Teebäume treiben recht gut in dem frühen Frühling. Ein gutes News.
Dann kam allerdings die Meldung, dass sich die alten Bäume in den Wälder in diesen Jahr anders entwickeln. Normalerweise wachsen alle sechs Wochen neue Trieben und man kann theoretisch immer wieder im Frühling ernten. In diesem Jahr entwickeln die neue Trieben allerdings nur einmal und es ergibt sich eher eine Ernteausfall. In Menghai-Region sieht die Ernte ehr mager aus, das treibt den Teepreis in Yiwu-Region zu neuer Höhe.
Sehr wahrscheinlich ist es eine natürliche Entwicklung, weil die rücksichtslose Ausbeutung von Menschen an den Teebäumen bestimmte Konsequenzen hervorbringen.
Wer weiss, dass es vielleicht ein gutes Zeichen ist, dass die Bäume weniger treiben.
Wenn wir es als Warnsignal wahrnehmen und mit der Natur anders umgehen können und wollen, dann ist ein Verlust immer ein Gewinn.
In diesem Jahr ist der Preis für den Pu Er Tee auf ein Record gestiegen.
You erzählte mir von den astronomischen Preis.
Er sagte aber, dass sich die erfahrende bzw. proffesionellen Käufer in diesem Jahr anders verhält als in dem letzten Recordjahr 2007. Damals stiegen die Preisen von allen PuEr-Sorten.
Diesmal sei es anders. Professionelle Händler verhalten sich recht konservativ und rational, hingegen kamen sehr viele Newcomer auf den Markt, meistens aus dem Finanz-Branchen. Sie verpackten viele Teegarten, in denen alte Teebäume wachsen. Die Firmen kaufen sich gegenseitig die Ernte ab und somit treiben den Preis auf die Höhe, obwohl der Tee eigentlich immer unter bestimmten Hände laufen.
Ich lachte es im Telefon – das hört sich wie die neue Strategie von der Finanzindustrie an. Die Durchschnitts-Dauer von dem Besitz einer Aktien sei – so wie ich Gerüchte in der vergangenen Woche vernommen habe, 37 Sekunde. Mit jedem Wechsel kann der Preis erhöht werden.
Der Ansteig des Preises hängt auch damit zusammen, dass viele Newcomer nicht die Professionalität und das Urteilsvermögen besitzen. Sie kaufen Tee blind, weil sie es zur Geldanlage machen. Ausserdem viele Teehändler, die in Anxi Tie Guanyin Tee handeln, kommen immer mehr auf den Pu Er Markt. Weil es dort verführerische Gewinne zu versprechen sei. Das habe ich in meiner letzten Teereise nach Anxi mit Atong bereits erlebt!
Wir beobachten das Chaos der Entwicklung und Geldgier vieler Spekulanten, blicken aber vertrauensvoll in die Zukunft. You und ich sind Menschen, die gerne das Leben auf Substanz aufbauen anstatt auf Prunk und Schein. Wenn die Blase abplatzen, sind wir immer noch da mit den guten Tee. Wenn die Blase aufbläht, sind wir auch noch da mit den guten Tee, auch wenn wir vielleicht weniger produzieren lassen können und weniger gegen die kapital reiche Spekulanten konkurrieren. Aber weniger ist oft mehr.

Rituale oder Gebrauchsanweisungen

http://www.tagesanzeiger.ch/leben/essen-und-trinken/Tee-aus-Kapseln–what-else/story/25067956

Lieber Joseph schickte mir den neusten Bericht über die Teemaschine.
Ich habe persönlich keine schlechte Meinung von einer Teemaschine, wenn ein guter Tee dadurch zubereitet werden kann. Auch eine Maschine gehört zu unserem Alltag. Wenn man genug hinguckt, wird eine Maschine unser Leben erträglich und angenehm erleichtern. Für viele Menschen in verschiedenen Räumen und Lebenssituationen ist sogar eine Teemaschine etwas Schönes, weil sie endlich in diesem Rahmen eine gute Tasse Tee trinken kann, wenn die Maschine einen guten macht.
Ich will hier nicht diskutieren, ob eine Maschine gut oder schlecht ist. Ich fände nur die Kommentare von dem Marketingleiter der Tee-Maschine etwas lustig:

«Wir respektieren die alte Tradition, doch gibt es nur noch wenige Menschen, die das Ritual des Aufbrühens wirklich durchführen. Für mich hingegen ist die Special.T-Maschine zum Ritual geworden.»

Was bedeutet hier das Ritual?
Ist das ein Ritual bloss Schritte, die zusammen eine Handlung bilden, wie zum Beispiel Tee-Zubereitung?
Ist Tee-Zubereitung ein Ritual?
Ist das Duschen ein Ritual?
Ist das Busfaren ein Ritual?
Worin unterscheidet sich ein Schwachsinn von einem Weisheitsspruch?

Kann alles ein Ritual werden? Oder ein Ritual ist eine Ansammlung von Gebrauchsanweisung, wie eine Maschine bedient wird, oder wie man eine Teekanne benutzt?

Ich möchte hier keine allgemeine Antwort schreiben. Jeder ist selbst verantwortlich es zu beantworten.
Gerne teile ich ein Kommentar von Detlef – mein Teevater aus Bodman mit Euch mit:
Menglin, Bist Du jetzt in der Küche einen Macha zu rühren? oder jetzt in einem Teeraum?
Das Aehnliche frage ich oft meine Junger, wenn sie vor mir Gongfu Cha zubereiten:
Bist Du jetzt auf ein Velo wie ein Swissboy? Oder bist Du ein Ritter sogar ein Samurai auf ein schreitendes Pferde?
Darin liegt der Unterschied, was eine Handlung zu einem Ritual macht, nicht bloss die Wiederholung einer Gebrauchsanweisung – das ist der Geist den eigenen Rythmus zu spüren und zu folgen. Mit anderen Wörtern viele Menschen erleben eine Art von Entschleunigung. Weshalb geschieht das? Weil man alles langsamer und aufwendiger machen muss, dadurch den eigenen Rythmus anstatt der Rythmus der Gesellschaft wieder zum Ausdruck gebracht werden kann.
Kann man mit einer Maschine diesen Geist leben und darin den eigenen Rythmus spüren und folgen anstatt den Rythmus der Industrie und der Gesellschaft?

Was ist Vorbereitung?

Vor kürzen bekam ich ein SMS von Alex und er sagte, dass er bei mir Gelassenheit übt. Ich war nicht sicher, ob es ein Lob war oder etwas anders gemeint war. Aber ich weiss, dass die meisten Leute Mühe mit mir haben, weil ich anders plane.
Ich plane Dinge anders, nicht nach Kalender, nicht nach einem Konzept.
Wenn ich überhaupt nicht planen würde, wäre ich nicht in der Lage Shui Tang zu führen. Wenn ich Shui Tang so planen würde, wie man in der Schweiz lernt, dann wäre Shui Tang etwas anders geworden als was man sieht.
Wann fängt ein Plan an, Dinge in Bewegung zu setzen? Wann hört ein Plan auf, die Dynamik des Lebens zu sedieren?
Wo fängt ein Showroom an, lebendig zu werden? Wo hört ein Raum auf, um ein Showroom zu werden?
Weil wir Angst haben – wie die früheren Menschen, den harten Winter nicht zu überleben, versuchen wir Mittel zu horten.
Richtig horten ist gut, zu viel Hammstern ist dann eine Spekulation.
Die Amis wollen die Welt KONTROLLIEREN, deswegen horten sie die Informationen aus aller Welt.
Um alles speichern zu können, werden Kiriminalität geplant, begangen und vertuscht.
Das ist der Geist hinter diesem Horten: Angst, Kontrolle und Macht.
Für die Menschen, die es gerne haben, ist alles richtig.
Für die Menschen wie mich, ist es eine gute Uebung mit den eigenen Schatten zu begegnen.

Am vergangenen Samstag war so ein gelungener Tag für die Vorbereitung. Alles was ich am Freitag machte und was Yvonne packte, konnten über den Ladentisch gehen. Sie sagte zu mir, was für ein schönes Gefühl, wie in einem Fluss. Ich nickte meinen Kopf.
Meistens habe ich Mühe mit den Fragen von Vorbereitung.
Meistens gönne ich mir Ruhe, wenn ich etwas vorbereiten muss. Ich konzentriere mich auf das kommende Geschehen und viele Funken spucken aufs Papier. Ich schreibe oft die Informationen die ich empfange und setze es um. Ich denke nicht und konzentriere bloss auf das Kommende.
Das Denken bringt den Geist in einem Zwang, bedenkliche Situationen auszumalen, so dass Unsicherheit einen packt. In solchen Momenten ist alles ganz dringend vorzubereiten. Das ist keine Vorbereitung mehr, sondern in Not.
Die Funken, die unsere Kreativität und Wegweise bedeuten, kommen aus einem Zustand in Vertrauen, dass alles sich in richtiger Zeit an ihren richtigen Platz manifestieren werden. Dass es so richtig ist, wie es ist.
Ich habe dieses Vertrauen und lebe es in meinem Alltag. Das stimmt, dass ich nicht viel plane und auch oft Dinge verschiebe – in dem Vertrauen, dass alles sich zu Guten wendet. Das gibt viel Gelassenheit. Und Shui Tang ist ein wunderbarer Ort, es zu üben.

Kunde suchen und binden

Als eine Geschäftsfrau bekommt man oft Ratschlag von anderen, wie man Kunden binden soll.
Es gibt immer Unternehmer, die versuchen mich im Telefon zu überzeugen, dass ich meine Kunden binden muss und sie würden mir eine Lösung liefern.
Ich werde oft sprachlos – zum Beispiel wie heute.
Der Herr im Telefon nannt mir viele berühmte Namen in der Geschäftslandschaft Zürichs und fragte mich, ob ich keine Interesse hätte so zu werden wie sie. Ich antwortete, nein. Ich bin zufrieden mit meinem Geschäft.
„Wir können Ihnen trotzdem zeigen, wie Sie Ihre Kunde besser binden können.“
„Danke. Ich binde keine Kunde.“
„Wie bitte?“ die Stimme im Telefon klang überrascht.
„Nein, wir binden keine Kunde.“
Jeder Mensch ist frei. Was habe ich meine Kunde zu binden?
Meine Kunde kommen zu mir, weil sie es wollen. Weil Sie überzeugt sind, dass sie bei mir etwas finden, was ihnen wert sind. Sie binden sich an die Tees, die ihrem Leben bereichern. An mich wird nichts gebunden.
Bin ich komisch? Denke ich komisch?
Nachmittags kam ein junger Herr aus der westliche Schweiz. Er fragte mich, ob er für mich in China Tee suchen kann, weil seine Frau scheinbar genau solche Schlitzaugen hat und Mandarin spricht. Ich war höflich, aber klar: „Nein, Danke.“
„Sind Sie wirklich nicht interessiert?“
Ich schüttelte meinen Kopf.
Wie kann ich ihm erklären, dass die Tees von Shui Tang hauptsächlich nicht aus dem gewöhnlichen Markt kommen und zu finden sind?
Wie kann ich ihm erklären, dass um Tee auf das Niveau von Shui Tang zu verkaufen spielen Abendteuerlust, Schlitzaugen und Mandarin gar keine Rolle, sondern fundiertes Wissen!
Wie habe ich damals angefangen mit Tee zu arbeiten?
Warum kommen Kunde zu mir?
Ich war ganz zufällig in einem berühmten Teeladen und wurde überraschend gefragt, ob ich für sie Tee einkaufen kann. Ich dachte weshalb nicht.
Damals war ich bloss belesen und hatte wenig fundiertes Wissen über Tee. Aber ich habe Schlitzaugen, ein gutes Mundwerk und kein Scheu vor Selbstdarstellung.
Ich hätte weiter so machen können – ich weiss. Ich kann gut reden, gut verkaufen und gut lachen.
Aber all das, reicht nicht – für mich. Für meine Kundschaft, weil ich eben Chinesisch sprechen und lesen kann, würde es vollkommen reichen, wenn ich einfach weiter so tun als ob spielen.
Für mich reicht es aber nicht.
Ich ging auf Suche, Suche nach einem guten Lehrer. Mit grossen Glück habe ich einen ganz tollen Lehrer, der mich in die Sprache des Tee einführt und mir ein Fenster zur diesen Welt der Aromen und Düften öffnet! Ich bin so dankbar und vergesse nicht, alles meinem Lehrer zu verdanken.
Es war mir klar, dass ich sehr wenig weiss und die Welt des Tee grossartig ist.
Seit Shui Tang sich immer besser etabliert scheint, besuchen immer mehr Kundschaft, die anspruchsvolle Teatoys und Teesorten suchen. Anfangs April war ein Punkt für mich erreicht, wie wichtig gute Lieferanten sind und wie wichtig dass ich immer an mir und an mein Wissen zum Tee und zum Teatyos arbeite.
Shui Tang kann tolle Sache anbieten, weil gute Lieferanten da sind und sie wollen auch geschätzt werden. Shui Tang kann interessierte Kundschaft anziehen, weil man hier etwas Aussergewöhnliches findet. Ich plante eine Reise nach Japan und wollte grundlegend etwas suchen gehen.
Ich trug dieses Gedanke Tage lang und war auf einmal bewusst, dass ich aus meiner eigenen Insel Dinge finden muss – aus meinen eigenen Wurzel! Ich musste sie am besten verstehen und wäre der beste Botschafter!
Noch tiefer zu gehen – tiefer in mir selbst und tiefer in die Wurzeln!
Es ist wohl der Grund, weshalb man zu Shui Tang kommen – nicht weil ich nett bin, oder weil der Tee günstiger und besser ist. Man beobachtet eine Entwicklung, eine Entwicklung von meinen Geschmack, von meinem Verständnis zum Tee und von meiner Haltung. Es ist nie perfekt und nie vollendet. Man entwickelt sich mit Tee und mit diesem Geschäft. Es ist etwas organisches, etwas Authentisches und etwas zu erwarten.
Was hätte ich dem jungen Herrn gesagt, wenn er um einen Rat von mir gebeten hätte, wie er zu seinem ersten Teegeschäft kommt?
Sehr wahrscheinlich hätte ich gesagt, als Erstes, lernen wir zu-hören – Tee zuhören und anderen zuzuhören, bevor wir etwas für anderen tun oder verkaufen.
Zuhören und – wir werden ankommen.

Geschenke

Geschenke

Es sind Kleinigkeiten des Alltags, die den Tag verschönern.
Die erste Päoniebluete in diesem Fruehling und die erste Sendung aus Shifeng Xihu. Von unerwarteten Menschen von irgendwo.
Als er kam, war er irgendwie ein bisschen schüchtern. Er hatte nichts dabei ausser einer Dose.
Er sagte, dass er so einen schönen Longjing nicht allein und täglich trinken kann. Darum wollte er ihn unbedingt mit mir teilen.
Warum nicht jeden Tag einen schönen Tee?
Der junge Pianist sagte, ein schöner Tee ist nicht mehr der Sonderbare, wenn er jeden Tag getrunken wird.
Ich antwortete, warum nicht? Ich würde jeden Tag schöne Musik hören, anstatt schlechtere damit ich Freude an schöne Musik bewahre.
Ist es nicht unsere Erziehung, die uns erzieht, uns mit dem „Gewoehnten“ abzugeben, anstatt mit dem Schoenen zu beschäftigen?
Fuer den Tee selbst ist es egal, ob man ihn stets verehrt oder nur ab und zu. Die Liebe ist nicht ein leidenschaftlicher Ausdruck, sondern eine Art von füreinander Dasein. Eine Art von Begleitung, von zueinander stehen und von Rückhalt, egal was du machst und egal was du angestellt hast. Das ist die Liebe des Tees, die ich verstanden habe. Einfach fuer einander da sein.
Er sagte, dass er gerade den wunderbaren Tee getrunken hat und wollte mir unbedingt welche bringen.
Ich bedanke mich bei ihm, dass er an mich gedacht hast.
Neben meinem Mini iPad, giesse ich ihn gerade auf und es sind schöne Momente an einem sonnigen Tag an dieser schmalen Gasse der Zürcher Altstadt.

Liebe zum Teatoy

Liebe zum Teatoy

Seit einem Jahr fange ich an Antik Japanische Gaiwan zu sammeln, nicht nur Gaiwan sondern auch alte Teeschalen.
Meine Leidenschaft steckt meine Teefreunde an und plötzlich fängt auch der Junge Tim an.
Ich dachte immer dass er zu jung sei, um den Freude um die alten Dinge zu entdecken.
Vor paar Monaten habe ich zwei schönen Porzellan Gaiwan von der Teisho Zeit erhalten und Tim wollte unbedingt eine. Das bemalte Muster von der Gaiwan ist reife hängende Reispflanzen und ich denke, dass es ein guter Symbol ist fuer einen jungen: Reifen, Warten und Fuelle.
Er bekam eine und die andere wurde von mir drei Monate bewahrt und seit etwa einem Monat gab ich frei zu verkaufen.
Heute spazierte ein Herr, den ich seit einem Jahr nicht traf, ins Shui Tang und verliebte sich in die hängende Reispflanzen Gaiwan. Als er hörte, dass diese Gaiwan noch einen Zwinglingsbruder hat, wollte unbedingt von Tim abkaufen. Also ich bekam den Auftrag bei Tim anzufragen und ich darf fuer ca. 100 Sfr. Aufpreis anzubieten.
Tim beantworte meine Anfrage mit einem Coolness:

So leid es mir tut, er ist mir viel zu sehr ans herz gewachsen 😔

Aus einer guten Erziehung, entschuldigte er sich.
Ich versuche ihn zu überzeugen, dass es eine super Chance ist, so viel Rendite zu erzielen! Es sei ein sehr gutes Geschäft.
Er blieb mit seiner Entscheidung und sagte ab 500 CHF mehr würde er sich vielleicht überlegen.
Ich finde super, dass er mit 17 bereits versteht was eine Herzensangelegenheit bedeutet anstatt an das Wirtschaftliche zu denken.
Gerade schrieb ich dem Herrn, dass er sich nur von der Vollständigkeit der Zwilingsgaiwan träumen kann.
Er antwortete mir sofort, dass er gerne den Jungen Tim kennen lernen würde.

Duft von Narzissen

Bevor Sven nach Freiburg zog, pflanzte er mir paar Zwiebel auf meinem Balkon. Er sagte, es sei eine Ueberraschung.
Eine schöne Ueberraschung, wenn dieser Frühling so früh anklopft, sah ich eines Tages blühende Narzissen vor meinen Augen.
Ich wollte nie ein Haus haben, weil es viel Kompliziert ist, sich mit einem Haus zu beschäftigen. Sehr wahrscheinlich liegt irgendwo in meinem Schatten aus einem Haus zu stammen, wo man seit 6 Generationen wohnte.
Eine ideale Form des Lebens ist für mich irgendwie ohne zu viele Unbewegtes bei sich zu haben, zum Beispiel ein Haus, ein Grundstück oder ein Stück wertvolles Möbil. Ich bin gerne eingeladen von Menschen, die irgendetwas besitzen. Sie besitzen es und müssen sich darum kümmern, während ich jeder Zeit abhauen kann.
Sich mit Pflanzen zu beschäftigen tue ich nur mit Kamelia Sinesis. Bei mir überleben aber nur die trockene Form von dieser Gattung oder die selbstständigen Orchideen, die mit mir klar kommen und immer blühen.

Es gibt eine speziele Art von camelia Sinesis, sie heisst Narzissen – Shui Xian, eine Gottheit des Wassers.
Aus diesem Pflanzen des Camelia Sinesis macht man meistens Oolongs und neulich immer mehr Schwarztee. Bekannter Shui Xian kommen aus Guangdong, auch angepflanzt von spezieler Minderheit in China, meistens in Hochland und wenn er von dort stammt, hat er einen wunderbaren Abgang, der uns an das Unbewegte des Lebens erinnert, an Bergen, an Felsen und an einem Halt. Natürlich gibt es auch in Fujian Shui Xian, zum Bespiel aus Zhangping, wo man diesen Tee zu einem viereckigen Ziegel presst und im Papier wickelte.
Aus Taiwan werden diese Pflanzen oft in der Nähe von Taipei angebaut, denn Wenshan-Gebiet (der Bergregion um Taipei) ein ältestes Teeanbaugebiet Taipeis ist. Dort kommt wunderschöner Shui Xian in Oolong und auch als Schwarztee, der ganz selten ist und seit zwei Jahren wieder nicht verfügbar ist.
Sicher kommt auch Shui Xian aus Mingjian von Atongs Garten. Dort ist der Shui Xian als ein allein stehender Baum und wird als Shui Xian Dan Cong bezeichnet. Ich nenne ihn in Shui Tang der Garagebaum – jenseits von jeder Tee-Romantik. Der Shui Xian Dan Cong von Atong steht halt vor dem alten Garage!
Romantik bei Namen des Tees zu suchen ist überflüssig. Der Duft von Shui Xian versetzt mich nach meinem Heimat, wo im Moment ganz heisst in der politischen Auseinandersetzung steht und die Menschen müssen sich überlegen, wohin wir weiter gehen – gemeinsam weitergehen. Ich rieche die schönen Narzissen, nehme eine Tasse Shui Xian aus Shiding und mein Heimat ist nicht so weit.