
Besuch von zwei Schulklassen in Shui Tang.

Besuch von zwei Schulklassen in Shui Tang.

Das Interview von Atong (Chen, Huantang) in NZZ am 9.9. 2009 in Chinesisch
月光晚會
李白和巴哈之間
在2009 年的中秋節… 水美堂歡迎你的雅興.
在時光的隧道裡, 和文化的矛盾中, 茶與聲音的交會, 你遇到的是李白, 還是 自己
Am 3. Oktober möchte ich interesierte Teefreunde einladen zu dem ersten
Vollmondfest in Shui Tang.
Zeit und Raum begrenzen oft das gegenseitige Verständnis der Menschheit.
Aber die wesentliche Frage bleibt: Wie geht der Mensch mit seiner Existenz,
wie mit Freude um, wie wird er mit seinen Zweifeln und Sehnsüchte fertig?
Verbindet dieses Thema vielleicht den chinesischen Dichter Li Bo (701-762)
und den Komponisten J. S. Bach (1685-1750)?
Pi-Chin Chien und Meng-Lin Chou wagen den Versuch, eine Brücke zwischen Zeit
und Raum zu bauen. Ein Brücke, die zugleich ein Regenbogen sein kann, um
die Farbe der menschlichen Freude, Poesie und Melancholie konkret zu
erleben. Sei es als Klang, als Worte oder als eine Tasse Tee.
Dieses im alten China traditionell gefeierte Fest wird zum ersten Mal im
Shui Tang zelebriert. Wir freuen uns auf eine Begegnung zwischen Kulturen
und Menschen im Mondschein!
Am Sa. 3. Oktober 2009
19.00 bis 20.30
in
Shui Tang, Liquid Delicacies
Spiegelgasse 26
8001 Zürich
044-555-9161
info@shuitang.ch
Eintritt: 25 Sfr. (Ermässigung 20 Sfr.)
Reservation ist erwünscht.
Letzer Woche kam eine gepflegte Dame aus Berlin und beliebäugigte die schöne Jade-Kanne. Sie wollte mit mir über den Preis verhandeln. Es ging nicht. Sie kam drei Tage lang täglich.
Eine rare schöne Jade-Kanne sollte geliebt und benutzt werden. Ich sah, wie das schöne Material die Dame beeindrückt hat, aber ihr Herz nicht wirklich berührte. Ich war überzeugt, dass diese Prinzessin ihren Prinz selbst ruft.
B. waren in Juli zweimals in Shui Tang. Eine unscheinbare Person. Er sagte, er schrieb über Ladenkritik. Ich beachte es nicht besonders. In Shui Tang werden alle gleich behandelt. Als B. nach Össterreich reiste, brachte er mir ein Geschenk. Das Geschenk hat eine tiefe Bedeutung. Ich wußte, er ist ein Freund.
Am Freitag tauchte B. wieder auf und brachte einen charmanten Begleiter. Schöne blaue Augen und gepflegte ehrliche Erscheinung. Sehr sympatisch und zugänglich. Die beiden Herrn sassen im Opiumbett, auffällig und unscheinbar zugleich. Sie redeten und redeten.
Am Samstag kamen sie wieder. Wieder im Opiumbett. Sie redeten und redeten. Plötzlich fingen sie an, einzukaufen. Der neue Besucher von Shui Tang wünschte sich ein Set, zum Tee. B. wußte, dass ich immer Spezialität auf Lager habe und fragte, ob ich nicht wieder welche Kuriosität hätte. Irgendwie und aus irgendeinem Grund öffnete ich den Antik-Schrank und er entdeckte die Jade-Kanne! Ach, seine Augen verraten seine Verliebheit in die Prinzessin. Es war mir alles klar. Geld war keine Frage, die Frage ist, ob ML sich von dieser Kanne trennen will.
Dann müssen natürlich die matten Celadon-Tassen von Künstler Hsu zu der in sich geruhten Jadekanne stehen. Dann kommen natürlich nur die besten Tees. Dann sicher nur die besten Duft vor dem Teestunde. Sie entdeckten und suchten. Shui Tang war plötzlich wie eine Schatz-Insel. Alles, was da war, übte eine magische Kraft aus. Selbst das Tuch, das ich bereits mehrfach gebraucht und gewaschen habe, das nur „made in Indien“ ist, wurde zur Stil-Ikon. Mir war es zu peinlich einen Preis zu verlangen. Wenn es dem Besucher so gut gefällt, dann sollte er es haben – von mir. Ich schenkte ihn das Tuch. Vielleicht begleitet das Tuch ihn bei vielen vielen einsamen Teestunde! Oder auch nicht. er war glücklich.
Ich musste den Kaufrausch des Besuchers stoppen. Es genügte für einen neuen Teeliebhaber, der bereits auf dem höchsten Nieveau von teatoys steht. Was sollte denn noch dazu kommen? Nur seine Schritte auf den Teeweg. Die Teatoys wollen geliebt und benutzt werden, anstatt im Schrank für jemanden zu glänzen…
„Dein Laden ist ein Bijou in Zürich!“ sagte der Besucher mit den schönen blauen Augen.
Sonntag Mittag wurde ich von beiden Herrn eingeladen zum essen. Natürlich bei Wendy – die besten Ente Europas. Wendy wußte oft nicht, wer alles schon von mir dorthin mitgeschleppt wurde. Beim Essen, Stück für Stück erfuhr ich erst, mit wem ich zu tun hatte. Sie lobten den schönen Shui Tang und einen tollen Stil. Beiden sind in Kunst und Mode tätig und ich wußte in jenem Moment den Lob richtig zu schätzen. Wir redeten über den Geschmack, über das Leben und über die Spiritualität. Ich fühlte mich wie ein Schwamm, das alles saugen wollte. Es war für mich ein Zeichen, was das Leben und einem Menschen ausmacht. Es sind nicht der Name und Attribute, die in Visitenkarte stehen (bei den beiden stehen gar nichts auf der Karte), sondern die Art des Umgangs. Normal sein. Stolz sein ist nicht stark sein…
Ursula habe ich sehr viel zu danken. Eigentlich ist Shui Tang ihr Werk. Für sie habe ich den Schaufenster schon zu viel gestopft. Aber es ist ihr Stil, ich habe meinen… Bestimmt nicht so gut wie ihres, aber eben meins. (aber, liebe Onejiang ursula, du muss noch den herbstschaufenster coachen…)
Shui Tang wurde und ist von vielen Leute gemeinsam getragen. Ich weiß, dieser Lob zu vielen vielen Händen gehört! Glanz von Shui Tang gehört allen.
Atong ist in NZZ! Neue Zürcher Zeitung widmet erneut ein wunderschönes Bericht über Tee und den Besuch von Atong. Urs Bühler war in Shui Tang zu Besuch. Ein bekennender Kaffee-Trinker liess sich von Atong begeistern.
Gibt es Widerspruch zwischen Kaffee und Tee? Verträgt Tee die Geschwindigkeit?
Die Grenze liegt dort, wo man selbst nicht weiter gehen möchte – im Kopf, aber nicht in der Wirklichkeit!
Es war eine schöne Begegnung in Shui Tang zwischen den Kulturen und zwei fremden Menschen. Ich hatte das Glück, dabei zu sein.
Die eingescannte Fassung von Joseph ist besser als meine…
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Unsere Intuition spürt oft auf, dass unser Leben einen Wandel durchziehen muss. Oft fehlt es uns schwer, die Zusammenhänge und Hintergründe zu verstehen, und den Wandel tatsächlich zuzulassen.
Es gibt eine Frau in unserem Leben, die von Anfang an, mit uns emotional in Verbundenheit steht. Egal wie wir versuchen, uns von ihr zu distanzieren und von ihr zu entnabeln, sind wir mit ihr für immer verbunden. Diese Frau heißt die Mutter. Die Mutter tut alles für ihr Kind und sieht oft das Kind als die Erweiterung ihres Lebens.
Meine Eltern sind heute abgereist. Eigentlich wollten sie länger bleiben, aber mein Vater hat den Rückflug verändert, denn er sich stets durch das Nutzen und die Leistung definiert. Hier in der Schweiz fühlt er sich nutzlos und überflüssig. Er jammerte jeden Tag, dass er nutzlos in Shui Tang saß, langweilige Dinge wie Tee abpacken, Teepackungen zählen und im Sofa schlagen tätigen musste.
Meine Mutter kümmerte sich nur um das Essen. Sie beschwerte sich nicht. Sie putzte meine Küche, meinen Boden und meinen Kühlschrank. Sie waschte ganz leise das Geschirr und bewahrte das abgewaschene Geschirr in der Spülmaschine auf. Als ich das seltene Phänomen entdeckte, sagte sie, sie wollte mich nicht bei der Arbeit stören. Darum sortierte sie das Geschirr in der Spülmaschine. Sie praktizierte ihre Buddhas Lehre und sagte mir stets, was ich mit meiner Umwelt und mit Tee besser machen sollte. Oft geraten diese Ratschläger quer in meinem Kopf und meine emotionale Abweisung brachte sie zum Schweigen. Sie wollte, nur das Beste für mich. Aber ich bin nicht in der Lage es anzunehmen. Ich bin kein Kind mehr und will nicht, dass meine Mutter mir sagte, was ich hätte tun sollen.
Aber ich bin doch ein Kind. Zuerst plagte mich ihre Einreise zur den Einweihung von Shui Tang. Als sie ankamen, war ich nur gestresst. Als sie doch gar nicht in Shui Tang erschien, fühlte ich mich erst richtig als ein verlassenes Kind. Sie dachte, sie ließen mich in Ruhe. Meine Ambivalenz war mir nicht bewusst. Einerseits war es ein riesiger Stress, wenn die Eltern kommen. Andererseits bin ich für immer ein Kind und es ist schön, wieder ein Kind zu sein. Ein Kind, das das Leben nicht allein tragen muss, das bei jemandem richtig ausweinen darf und das wieder kindisch sein kann, ist für immer in jedem Herzen. Ich beobachtete meine innere Ambivalenz und Emotionen, konnte aber nicht darüber hinweg, ein Schritt weiter gehen. Ich sah, Gefühle kommen und gehen, Emotion aufgewühlt und abgekühlt wurde, aber einen Ausweg war nicht in der Sicht.
Meine Eltern waren oft sprachlos und hilflos in diesen Tagen. Mein Vater läuft seit einiger Zeit nicht mehr gut. Ihm fehlt oft die richtige Balance im Körper. Seine Hand trägt kein schweres Gepäck mehr. Aber sein Kopf und Körper hören nicht auf, mich beschützen zu wollen. Aber er ist hinfällig. Er wusste, dass er mir nicht mehr so helfen kann, wie er es wollte. Auch wenn er es will, schafft der Körper und die Distanz nicht mehr. Diese Ohnmacht konnte er nicht akzeptieren und die Situation wurde oft emotional belastet. Wir schwiegen, denn wir nicht wussten, wie anzufangen zu reden.
Als er heute ins Auto einstieg, sagte er mir den einzigen Satz zum Abschied, „Du muss auf Dich selbst schauen. Wir können Dir nicht mehr helfen.“ Er schaute mich nicht mehr an. Es war gut so.
Ich musste mich nach diesem Abschied sammeln. Meine Eltern sind abgereist mit einem Gefühl der Ohnmacht. Eine fremde Tochter in einem fremden Land. Er sagte mir in Frankfurt, wie hätte er sich damals freuen können, als ich mich vor 16 Jahren entschied nach Europa zu gehen. Wie hätte er sich damals vorstellen können, wie die Dinge ihren Lauf nehmen? Er wünschte, ich wäre zu Hause geblieben. Und ein ganz normales Leben geführt.
Im ICE sassen wir zu Dritt zusammen. Sie schliefen ganz geruht im Sessel. Süß und entspannt. Ich musste plötzlich aufstehen, zur WC zu gehen. Meine Tränen tropfen wie Wasserfalls in den Becken.
Nach vielen vielen Stunden schrieb ich ein SMS an meinen Vater. Ich schrieb ihm, dass ich ihn sehr liebe. Hoffentlich ist es nicht zu spät.

Teeliebhaber in Frankfurt haben nun das Glück, eine taiwanesische Teeveranstaltung mit Musik, schönem Keramik live zu erleben. Tee ist ein Medium, ein Brücke zwischen zwei Kulturen, zwei Kontinenten und zwei verschiedenen Menschen.
Ich werde dort sein, als einen Brücke zu dienen, zwischen zwei Sprachen, zwischen zwei Kulturen und zwischen vielen unbekannten Menschen.

Till kam am 27.08 nach Zürich, um seine ersehnte Jade-Gaiwan abzuholen, um den Vortrag von Atong zu erleben und vielleicht um mir ein Freude zu machen. Er faltete live vor unseren Augen eine wunderbare Rose! Atong hat alles fotographiert und sagte zu ihn, wenn er nach Taiwan gehen würde, bei einer Frau diese Rose vor ihrem Auge falten würde, würde er sofort ihr Herz erobern.
Seitdem steht die wunderschöne Rose aus Origami-Kunst in Shui Tang!
Heute kamen zwei Besucher zu Shui Tang und wollte diese Rose kaufen!
Ich schüttelte meinen Kopf und erntete das Unverständnis des Käufers. „Sind wir nun in einem Museum?“ fragte der Herr mich. Ich bemühte mich ihm zu erklären, dass es ein Geschenk ist und mir wichtig ist. Jedenfalls wollten sie unbedingt eine Tablett kaufen – eine Tablett, die bereits gebraucht ist – von mir! Wenn sie es unbedingt wollen… Ich verlangte einen Preis. Sie waren dann zufrieden. Ich habe es danach nicht mehr verstanden. Weshalb wollten sie unbedingt ein gebrauchte Tablett von mir? Eine unverkäufliche Rose?
Was ist eine Ware? Was ist ein Geschenk?
Ich erzählte anderen Leute von dem Plan eines Vollmondfestes am 3.Oktober – Mit Chello und chinesischen Gedichte, plus Mondcake und Tee!
„Du machst aus Tee mehr als nur eine Ware.“
Ich mache aus Tee mehr als nur Ware. Weil ich aus dem Leben mehr als nur Leben machen möchte. Weil ich in der Liebe mehr wahrnehme, als nur Liebe zu nehmen.
Wann hört der Tee auf, als Ware zu sein? Wann hört die Ware als nur Ware zu sein? Wann hört die Liebe auf, nur als Vorstellung zu bleiben?
Eine unverkäufliche Rose, eine unverkäufliche Freundschaft und eine rosige Erinnerung.

Danke, lieber Hannes! Die ersten Fotos von der Eröffnungsfeier Shui Tang.