Es ist kalt und nass!
Ich hatte eine anstrengende Woche, vor allem einen harten Freitag. An jenem Tag hatte ich paar nicht ganz einfachen Kunde. Manchmal dachte ich schon, „ach, wie kann man einfach seine eigene Unwissenheit so selbstverständlich vor Fremden vorführen, ohne Nachzudenken?“ Was für eine Selbstverständlichkeit? Was für eine Zielstrebigkeit, die Menschen folgen?
Ich frage mich, ob ich selbst nicht denselben tue, und wie oft… Irgendwann gegen Nachmittag war ich erschöpft. Mein rechtes Auge war entzündet und hatte Schmerzen. Ach, ich sehe mich selbst nicht mehr so gut. Mein Mund war trocken und mein Geist fühlte sich erschöpft. War unsere versteckte Sonne schuldig? Ich suchte vergeblich nach Sonne und greifte nach dem „Rescue-Tee Pu Er Grenztee 1990“! Ich brauche Erde unter meinen Füssen, ich brauche halt, ich brauche Licht!
Hungerig nach Sonne. Ich spürte die Dunkelheit des Herzens. Ich vergass, die Sonne ist immer da. Nur wir sehen es nicht, denn es vermeintlichen Wolken gibt! Meine Sonne, wo?
In jenem Moment erinnerte ich mich immer an meinen verstorbenen Lehrer Michel, er sagte stets, „Bringe Licht in die Dunkleheit?“ Aber was ist denn, wenn man selbst im Dunkel ist? Ich spürte, wie der Pu Er mich besänftigte. Im Telefon seufzte ich wieder und Erika machte mir klar, dass die innere Sonne uns nie verlässt, wenn wir bei uns bleiben. Die innere Sonne findet man im Aussen nicht. Vergeblich gesucht. Es wurde mir plötzlich klar. Was sucht man denn ganzer Zeit nach Aussen? Nach Sonne, nach Halt und nach Erfolg! Auch den Tee brauche ich eigentlich gar nicht, um gerettet zu werden! Ich habe meine Sonne in mir und diese Sonne gehört mir. Keiner kann sie von mir weg nehmen
Ich trinke den Pu Er, weil ich ihn gerne trinke – auch wenn er ein Rescue-Tee sei…
Glaubst Du, dass der Tee Dir gut tut? Wellness? Alles Illusion! Man fühlt sich besser, weil man seinen Gegenwart klarer sehen und leben kann, anstatt an die Zukunft zu träumen oder zu fürchten! Wir trinken Tee, weil wir ihn geniessen!
Archiv des Autors: Menglin
Umfrage mit dem Thema Tee
Sabine ist vor ihrem Abschlussarbeit mit dem Tee. Sie schrieb mir, dass sie ihren Traum irdendwann verwirklichen will, ein Teelounge zu eröffnen.
Wer ihr dabei helfen möchte, könnte paar Minuten Zeit nehmen, den Fragebogen auszufüllen.
http://www.q-set.de/q-set.php?sCode=ZPKUSYZWBCCW
Liebe Sabine, ich wünsche Dir viel Kraft und viel Ausdauer, um diesen Traum zu verwirklichen! Tue es, wenn Du spürst, dass die Bedingungen um Dich dafür sprechen. Bevor Du es spürst, arbeite und bleibe daran. Irgendwann wird es so weit sein! Wenn es tatsächlich so weit ist, wird es auch halten!
Sehr geehrte Frau Meng-Lin Chou,
mein Name ist Sabine Schlee und ich bin derzeit Studentin des englischsprachigen Master-Studiengangs Innovative Hospitality Management an der TSI-ESADE Ramon Llull University in Barcelona, Spanien und an der Zuyd Unversity of Applied Sciences, Maastricht Hotel Management School, in den Niederlanden.
Genau wie Sie bin auch ich eine begeistertere Tee-Trinkerin und ich freue immer sehr über die interessanten Beiträge Ihres Blogs. Da ich meine Leidenschaft irgendwann mit einer eigenen Tee-Lounge zum Beruf machen möchte, habe ich mir überlegt meine Abschlussarbeit den Tee-Trinkern zu widmen.
Untersucht wird das Verhalten der Tee-Konsumenten um aus den späteren Ergebnissen Rückschlüsse ziehen zu können, welche potentiellen, neuen Tee-Produkte die Deutschen gerne haben würden und welche Trends sie nicht mitmachen werden.
Daher hätte ich Sie als Experten gerne in meiner Online-Umfrage mit dabei!
Der Fragebogen besteht aus einfachen Ankreuzfragen und ein paar demographischen Angaben. Alle Daten werden selbstverständlich von mir und der Universität streng vertraulich behandelt werden. Das Beantworten der Fragen dauert nur 4-10 Minuten und ich würde mich sehr über Ihre Unterstützung freuen!
Ich dachte auch schon an die Möglichkeit, ob Sie vielleicht meinen Link in einem Beitrag in Ihren Blog mit aufnehmen könnten, so könnte ich viele andere Teetrinker erreichen. Aber ich verstehe natürlich, wenn Sie von so etwas Abstand nehmen möchten, sonst könnte ja jeder kommen:-)Hier der Link:
http://www.q-set.de/q-set.php?sCode=ZPKUSYZWBCCWIch würde mich sehr über eine Antwort von Ihnen freuen und sende Ihnen viele sonnige Grüße aus Hamburg,
Sabine Schlee
Shui Tang hat eine neue Teeseite
http://www.shuitang.ch/tea
Seit einem Tag kann man online die Selektion von Shui Tang anschauen und gleichzeitig bestellen.
Shui Tang freut sich auf Euren Besuch!
Viele Leute haben mir gesagt wegen der fehlenden Öffnungszeiten. Nun ist die Öffnungszeit klar zu sehen auf der ersten Seite.
Herbstselektion ist im Moment versandfertig. In zwei Wochen ist es online zu sehen!
Ein Club von Teefreunde
Wie jedes Club ist jeder mit eigener Ambition und Vorstellung ins Teeclub eingetreten. Dass es ein Teeclub heißt, sollte bedeuten, dass Menschen von diesem Club sich sehr für Tee interessieren. Das kann sein.
Ich traf ins Teeclub ein seit paar Jahren. Angefangen war ich nur neugierig. Irgendwann reichte Neugierde nicht mehr um in einem Club zu bleiben. Der Grund, der mich bewegt, dort zu bleiben, war zuerst der Jörg Meier.
Eigentlich kann ich nicht sagen, dass diese Person mir sofort ein Freunde war. Aber er schätzt meine Arbeit im Tee und meine Kenntnisse. Wir haben zusammen viele spannende Tee-Veranstaltungen in der Schweiz gestalten und ich lernte ihn schätzen. Oft bin ich zu sehr fixiert auf eine bestimmte Vorstellung von Tee. Er hat eine gute Klarheit, dass das Club ein Ort ist, für alle. Ein Plattform für Möglichkeiten im Tee. Er arbeitet, tut und macht alles für Tee. Ich schätze seinen Einsatz, seine Offenheit und seine Ausdauer. Das kann nur funktioniert, wenn er Tee liebt und eine Frau hat, die hinter seinem Hobby steht!
Dass ich mich wohl fühle, in diesem Club, hat es mit Menschen zu tun, die Tee lieben. Diese Menschen habe ich im Teeclub kennen gelernt und wir waren zusammen auf der Reise in Teefelder Taiwans. Sie haben meine Temperatment ertragen, meine feuerige Art geduldet und meinen Einsatz geschätzt. Sie tragen mich und Shui Tang von ganzem Herzen. Ich kann nur meine Dankbarkeit hier ausdrücken. Sie halfen mir beim Aufbau, helfen mir bei jeder Veranstaltung, indem sie kommen. Sie helfen mir moralisch, wenn sie mich immer ganz herzlich umarmen!
Ich habe wirklich gute Teefreunde in diesem Club gefunden.
Am vergangenen Sonntag war general Versammlung von Teeclub in einem noblen Hotel Zürichs. Dass man sich oft in noblem Haus trifft, ist oft ein Punkt für anderen zu kritisieren: „Versnobt“. Das kann sein.
Wenn es der einzige Grund ist, um nicht in das Club einzutreten, verpasst man richtig viele Dinge, um Tee in der Schweiz zu bewegen.
Hans und seine Idee „Tee-Scout“ in der Schweiz umzusetzen sind für mich ein tolles Beispiel, etwas in Bewegung zu sezten, anstatt nur zu reden. Ich freue mich, wie eine Vision viele Teefreunde ansammeln und gemeinsam etwas tun. Eine Vision bringt Menschen Hoffnung und Sinn für die Gemeinschaft. Es ist nicht ein Club für schönes Teetrinken. Es ist ein Club von arbeitsfreudigen Menschen, die etwas für Tee hier tun wollen! Natürlich ziehe ich mich von diesem Projekt zurück (weil ich selbst ein Teehaus führe), stelle immer nur ganz kritische Frage und äußere meinen Zweifel an die Kompetenz und Neutralität des Scouts. Meine Kritik wurden von Hans sehr willkommend geheissen. Ich hoffe und freue mich auf die erste Publikation!
So wie in der GV gesprochen wurden, hat der Vorstand vieles vor. Ein Internet-Forum und ein umfangsreichen Mitgliedszonen. Super! Da ist etwas los!
Was fehlt noch jetzt? Dich! Ein Teefreund, der gerne etwas bewegt!
Melde Dich beim Teeclub.
Mitgliedbeitrag für Singel: 120 Sfr. im Jahr (Dank Joseph…)
Mitgliedbeitrag für Paare: 200 Sfr. im Jahr
Studenten: NUR 50 Sfr.!
Joseki
Ich will auf ihr spielen, hikabaya na
Jetzt, wo nur der Mond und ich tsuki to ware to ni
ganz alleine sind. nari-nikeri
Eine Maus klettert im Mondlicht über eine an der Wand abgestellte Koto, die japanische Zither, und entlockt ihr dabei Töne!
Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin diese Maus.
Das 2. Vollmondkonzert mit Shakuhagi war wunderschön. Joseph brachte mir eine Überraschung, einen Aufschnitt von NZZ (Neue Zürcher Zeitung). Am vergangenen Freitag wurde sogar das Konzert mit Gedichte von Hangshan in NZZ vorgestellt. Ich habe wenig „Fehler“ gemacht, Während Wolfgang die Atmosphäre voller Konzentration und Harmonie mit Shakuhagi verzauberte. Wir, alle Anwesende waren – in Klange und Stille, Worte und Ton – eins.
Die nächsten Töne, die diese kleine Maus erklingen lässt, sind viele Ideen. Ende November wird Shui Tang mit japanischen Klänge gefüllt und man kann mitte in Zürich, in einem kleinen Laden die schöne fernöstliche Teehausatmosphäre erleben. Diesmal mit Zither (KODO) und Shakuhagi, natürlich verwöhnt und bereichert mit kulinarischen Köstlichkeit! Ich bin sehr gespannt. Das Datum werde ich noch hier posten, wenn ich mehr erfahre, was die Musiker vorhaben!
Vor einem Monat war Christoph in Shui Tang und wir tranken Tee. Zwei Löwen, die neugierig und wissensgierig sind, probierten Tee aus Lackbecher zu trinken. In meiner letzten Reise lernte ich einen Lackmeister kennen und brachte wunderschönen Lackbecher aus Bambus und Holz mit. Natürlich sind all diese schönen Dinge jetzt ausverkauft. Damals wußte Christoph noch nicht, wie das Erlebnis des Tees in einem Lackbecher sein könnte! Wir probierten es aus. Ich bereitete einen Pu Er, denn dieser Tee am nähsten zu dem getrunkenden Tee in der Sung-Dynastie – eine Zeit, wo die schönen Teatoys erfunden wurden. Der sanfte geschmedige Lackbecherrant schmeicherte einfach meine Haut. Ganz anders als Keramik. Weich, sanft und hautwarm. Ein Hauch des Luxus spürten wir unabhängig vonander. „Wow!“ Wir seufzten. Das verwöhnte Luxus-Gefühl passt „echt“ zum „Löwen!“ Christoph entschied sich ein Becher zu besitzen.
Gestern trafen viele wunderschöne Keramik aus Taiwan ein. Es sind wunderschöne Teatoys von Shino-Glasur und Jun-Glasur. Carola war bereit hin und weg. Sie sicherte sofort ihre Liebhaber. Heute kam die Gabi, eine Person von guter ästhetischen Erziehung, obwohl sie so bescheiden ist. Sie tat denselben wie Carola. Jeannie fragte mich gestern, wie will ich denn all diese schönen Dinge verkaufen? Was machen wir dann zu Weihnachten? Ich weiß auch nicht. Irgendwie liebe ich all diese schönen Dinge. Am liebsten möchte ich sie für mich behalten!
Wozu braucht man so viele verschiedene Teatoys? Denn jedes Material und jede verschiedene Glasur uns verschiedenen Zugang zum Tee und zur Beziehung mit Tee vermittelt! Ich liebe Pu Er im schönen Jun-Glasur, wobei diese nachgemachte Jun-Glasur muss mehr rötliche Veränderung aufweisen, wie es tatsächlich in Sung-Dynastie einmal war. Ein wunderschöner Anxi Tie Guanyin kommt herrlich in einem Jun-Glasur in Purpur-blauen fliessenden Fluss zur Geltung! Ein köstlicher Taiping Houkui spricht durch ein Shino-Glasur!
Franz kam heute, um die leere Teedosen wieder zu füllen. Mit Stolz zeigte ich ihm die geliebten Teatoys. Er war begeistert. Wir tranken verschiedenen Tees in verschiedenen Gefässe. Wir tauschten aus. Wir plauderten. Shino-Glasur war das erste Ofen in Japan, das versuchte die chinesischen weiße Porzellan nachzuahmen. Durch die weiße matte Oberfläche und das im Weiss versteckte feurige Temperament gewinnt Shino-Glasur eine einzigartige Ausstrahlung. Leider kommt es in Shui Tang nicht sehr gut an. Vielleicht liegt es an mir, an mein Unwissen und ich konnte es nicht gut vermitteln. Trotzdem fühlte ich mich bei der letzer Reise immer noch angezogen, angezogen von der Indivialität und die Freiheit der Feuer und heiße Rythmen, die hinter dem Zurückhalten von Weiß verbirgt! Vielleicht habe ich Franz angesteckt. Er beanspruchte vier sehr schönen Teatoys für sein Kommen! Davon eine herrliche Jun-Glasur-Schale in Abwechselung von Purpur, weiß, Blau und Rot! Das tat mir weh…
Das Nutzlose macht das Leben eben so schön!
Wie eine kleine Maus dachte ich schon, wie man Töne aus dem Zither machen kann. Es wäre so schön, in Shui Tang mit Teefreunde zusammen mit verschiedenen Material, verschiedene Tees auszuprobieren und zu experimentieren. Es ist wirklich nicht nutzlich mit all diesen Dingen zu spielen. Aber, es ist so schön!
Das Teeseminar am 31.10. ist ausgebucht
Das Teeseminar am 31.10. ist ausgebucht.
Vielen Dank für die rege Interesse!
Obwohl ich in Shui Tang keine Werbung mache und niemandem wirklich davon erzähle, ist das Seminar seit einer Woche schon ausgebucht. Viele Teefreunde kommen aus der Ferne. Ich freue mich sehr über das Vertrauen!
Die später eingetroffenen Anmeldungen nehme ich trotzdem auf. Es könnte wieder diese oder jene Veränderung geben.
In dem kommenden Seminar werden wir hart arbeiten müssen, die Vielfalt des Oolongs mit eigenem Körper zu erleben.
Ich hoffe – im Frühling 2011 könnte ich in Shui Tang Blockseminare geben, für die Leute, die sich für Zubereitung, Experimentieren und ästhetischen Umgang mit Tee und Teatoys interessieren. Vor allem hoffe ich sehr mit Kinder und Jugendlichen arbeiten zu können!
Der schmale Weg
Die meisten Freunde wissen, dass ich den Tie Guanyin der modernen Art nicht besonders mag. Ich schrieb bereits zu viel Negatives über diesen Tee und berichte häufig wie oberflächlich dieser Tee sein kann.
Aber, wenn ich einen schönen Tie Guanyin in der modernen Machart begegne, wechsele ich auch meine Meinung, nicht wahr?
Was gibt es denn einen guten Tee für einen Herbst? Kühl, wechselhaft und distanziert? Ist das Wetter distanziert – oder ich? Distanziert – weil es zu heiß war und es kalt wird? Dieser Tee vermittelt mir das Gefühl des Abstands zur Dinge um mich. Irgendwie ist dieser Tie Guanyin Anxi 2010 Frühling für mich im Moment der Herbsttee.
Balthasar war zu Beusch. Wie Immer bereite ich ihn seinen Tee zu. Dann kam ein schönes Paar, aber verwirrt. Ich sah sie. Er, begeistert, bezaubert von der Schönheit von Shui Tang. Er wollte unbedingt hinein, unbedingt Tee. Sie lächelte, hübsch und freundlich, ein bisschen unsicher. Tee! „What would you prefer?“ Er wußte nicht. Sie lächelte. Also, ich hatte zwei Ideen und machte eine Tasse Buddhas Augen und eine Tasse – den Anxi Tie Guanyin 2010. Sie war zufrieden. Er nicht. Er guckte, suchte. Seine Beine zitterten, ruhlos. Balthasar war so freundlich und wechslete paar Worte mit Ihnen. Er war neugierig, wie die zwei fremden Gäste auf den Tee in Shui Tang reagieren konnten. Die Gäste hatten ihre Vorstellung. Sie wollten weiter bestellen. Balthasar ging.
Er stellte mir viele Fragen. Mein schlechtes Englisch konnte all seine Frage nicht beantworten. Er schickte mir dort hin, um diese Teedose zu bringen, verlangte mir die anderen Teedosen zu zeigen. Er sagte und die anderen machten. Ich blieb dort und sagte zu ihm in einfachen englischen Worte, dass ich nichts tun muss, wenn man mir gegenüber kein richtiges Respekt zeigt.
Meine Gäste waren erstaunt. Respekt? Was ist Respekt?
Die junge Dame versuchte die Situation zu vermitteln. Sie wollte gerne den Hongyu probieren. Ich lächelte und bewegte nicht. Er fragte, weshalb meinte ich, dass er mir gegenüber keinen Respekt zeigte?
„You do what you want. But it does not work here.“ Ich mache nicht alles, was die anderen wollen. In dieser Welt kannst Du nicht einfach das machen, was Du willst. Es gibt noch andere Menschen, mit den Du zusammen leben muss. Ansonsten gibt es nur eine Kommunikation zwischen Geld und Macht. Eine Kommunikation zwischen Schmerzen und Verletzung.
Aber nicht mit mir.
Er sagte, ich habe ihn nicht so gut behandelt wie Balthasar. Er sah meine Zuneigung und meine liebvollen Umgang zu einem Teefreund. Vertraut und harmonisch. Es berührte ihn. Aber ich behandelte ihn anders! Ich lachte. Natürlich! “ It is the first time for you to come here! My friend!“ Zuneigung und Liebe kann man halt nicht mit Geld kaufen! Es sind Zuneigung zur Zuneigung, Liebe gegen Liebe. Menschen begegnen sich mit Herzen, nicht wegen Geld! Und es braucht Zeit. Es braucht Pflege! Es braucht Demut…
Ihre Augen waren riesig gross, als ich es aussprach. Waren meine Worte zu fremd, zu komisch? Weiß Du, wenn Du Geld hast, bist Du nicht besser! Wenn Du arm bist, bist du einfach arm, aber nicht elend!
Ich lud sie an den Tisch ein, wo Balthasar sass. Ich goss den Tee. Plötzlich schlief er ein. Seine Beine zitterten nicht mehr, sein Geist verlor Kontrolle. Ich lachte und sprach zu ihm: „Ja, Du bist jetzt angekommen. Hier ist das Zuhause. Du muss nichts mehr kontrollieren. Gehe dort hin, dort kannst Du schlafen.“ Er stand auf und schlief tatsächlich in Shui Tang ein. Ich unterhielt mit dieser schönen Person vor mir. Sie erzählte mir Bruchteile ihrer Geschichte. Ich sah ihr Gesicht. Ich spürte ein tiefes Mitgefühl. Vertrauen schenkte sie mir, einem Fremden.
Als Er wieder wach wurde, sagte ich zu ihm, weshalb ich für ihn einen Anxi Tieguanyin brachte. „Ein Tee, der auf den Punkt bringt.“ Er war verwirrt, als er kam. Dennnoch spürte ich seine Stärke und seine Person. Ein orientierungsloser Samurai, der viel Kraft hat, aber kein Schwert. Tie Guanyin aus Anxi, in kühlem Temperatur langsam die Feuchtigkeit entzogen wird, langsam langwierig fermentiert, zeigt uns schöne blumige Note, die jedem gefällt. Aber er hat nicht nur diese Freundlichkeit. Er hat eine Klarheit, die einen erfrischt, wach rüttelt und einem hilft vor Phänomenen zu distanzieren. Er schaute mich an. Sie nickte. Es ist ein schmaler Weg, wenn Menschen sich begegnen. Man braucht kein Gepäck, keine Attribute und keine Schmuck. Es ist ein schmaler Weg zu unserem wahren Selbst. Denn wir an nichts mehr festhalten können, weder ans Geld, oder an Macht oder an Status. (Mein Gott, meine Worte hören sich wie ein Priester an!)
Jedenfalls waren meine Gäste begeistert von Tee. Er kaufte viele schöne Tees gegen paar Hundertenfranken – wie kann man für Tee so viel Geld ausgeben? Sie wollte mir unbedingt ihre Karte mit handgeschriebenen Adresse geben. Ja, ich kann sicher googlen gehen und schauen, was für Menschen sie waren, weshalb sie so viel im Rücksack tragen.
Gute Dinge können sich zum Schlechten entwickeln. Schlechte Dinge können sich zum Guten wenden. Was machst Du, wenn Du bereits alles hast? Wie ein toter Fisch, der sich von Strom treiben lässt?
Der Brücke zur Vergangenheit
Ich musste diesen Text zuerst schreiben, denn seine Worte mich nicht in Ruhe lassen.
Er kam zu Shui Tang, um den Brücke zur Vergangenheit zu kaufen. Ein Tee, der nicht im Programm von Shui Tang steht – wie viele andere tatsächliche Raritäten. Warum nicht? Ich weiß auch nicht. Nicht jede Sache hat einen Grund.
Monate vergehen, Tage häufen sich an,
wie ein trunkener Traum –
Ein alter Mann seufzt. Ryokan (Japan, 1758-1831)
Er kommt immer extra angereist. Ich bereite ihn immer extra seine Tees zu. Seine Tees – es sind erlesene gelagerte Pu Ers, die meistens in dem Schrank verschlossen bleiben. Warum bereitest Du immer für ihn solche Seltenheiten zu? „Weil wir uns gerne haben.“ er schmunzelte zu dem jungen Mann am Tisch. Weil er diesen Tee über alles schätzt.
Ich fragte ihn, weshalb er so beladen war und was für Last er sich herum trug. Er blickte zu Joseph und wollte diese neue Bekanntschaft nicht zu sehr mit Vergangenheit belasten. „Ach, ich will unsere schöne Momente jetzt nicht belasten.“
Schöne Momente und die belastete Vergangenheit… Wer kennt es nicht? Wer hat keine belastende Vergangenheit? Der belastete Gegenwart kann jeder Zeit zu einem schweren Rücksack werden, wenn – der Brücke zu uns selbst nicht gefunden wird.
„Weiß Du, ich wollte den bösen Geist einfangen.“ Er will den bösen Geist im Griff haben, um die schwere Vergangenheit endlich zu entlasten. Er glaubt, dass es jemanden gibt, die Verantwortung für die schwere Vergangenheit trägt – der böse Geist. Er ging mutig zu seinem Elternhaus am See. Das einstige vertraute Haus ist heute eine Sammlungen von liegenden Schachtel, vergessenen Dingen und häufenden Staub. Pflanzen verschliessen die Fassaden, Wildnis herrschte das Horizont. Die fremden Herrscher hatten sich zerstritten nachdem sie das Haus erwarb. Ruhlos und verlassen. Er suchte, suchte und suchte die Spuren der Vergangenheit. Er sammelte, häufte und packte all das, was er glaubte, wo der böse Geist ist! „Weiß Du, dieses Praxis ist einfacher als Psychoanalyse! Nützlicher als Psycho-Therapie!“ Ein Psychoanalytiker müsste wissen, wenn er es sagt.
„Weiß Du, ich habe ein Heucher-Thil (eine Puppe).“ Ich nickte. Ich kenne meine Heucherlei. Ich wollte Menschen gefallen und auf den bequemsten Weg gehen. Ich merkte, wie ich meine Stimmte veränderte, wenn ich mit meinen Eltern telefonierte. Ich weiß, wie ich meine Gesichtsauszüge wechselte, wenn ich bestimmte Menschen begegnete. Ich weiß, wie ich meine Zuneigung inszenierte, wenn ich etwas nicht wirklich absagen konnte… Heucherisch war ich. Vielleicht immer wieder ein wenig… Der lange Weg zu wahrem selbst! Er glaubte aber, dass eine klar definierte Puppe die Heucherlei heilt. Er wurde geheilt. Er schickte zum Beispiel diese Puppe zur Einladung, die er nicht wirklich absagen konnte. Er, als der Akteur, will nicht mehr heuchern.
Ähnlich wie eine Heucher-Thil sollte ein böse Geist endlich gefangen werden, der für die schwere Vergangenheit verantwortlich ist. Seine Erzählung war ruhig, lustig. Mein Herz wurde mehrfach gerüttelt. Wir tranken am Tisch den Brücke zur Vergangenheit – Yingu, ein Tee aus Wistaria Haus, Yunan 1989.
Wie schmeckt die Vergangenheit? Ich weiß es nicht. Mein Speichel sprudelte, meine Augen feuchteten. Der Brücke zur Vergangenheit, war auf der Zunge so sanft und geschmeidig. Es gleitete. Mut haben, auf dem Brücke zu gehen, die Last der Vergangenheit zu sehen, um loszulassen. Der Tee roch ein bisschen nach Blätter auf dem Waldboden. Die erdige Note war zuerst präsent, nahm sehr schnell ab. Die Lichtung durch die Blätter kam in dem dritten Aufguss. Der Geschmack wurde immer leichter, klarer und ruhiger. Ich sah die nackten roten Backsteinen unser altes Hauses, wo wir seit 7 Generation wohnten und abgerissen wurde. Die Luft war voller Staub. Wenn das Licht einmal durch das dunkle Fenster schien, sah ich wie Staub tanzte. Meine kindliche Hand versuchte sie zu fangen und scheiterte… Er sah die drehende Klingel der Haustür und die schöne Stübe, wo er als Kind als riesig emfand. Und Jeannie? Was sah sie?
Wir waren auf unseren Brücke zur Vergangenheit.
Der junge alte Mann seufzte.
Impression des Besuchs von einer Teekanne-Meisterin

Kommentare und Texte folgen in nächsten Stunden…
Ihre Werkzeuge waren interessant. Ich war neugierig auf all das, was sie hatte. Eine Glühbirne? Das braucht sie um den Deckel der Kanne zu bearbeiten. Denn sie nicht alle Werkzeug mitnehmen konnte, muss man inspirieren mit dem was man finden kann! Die wahre Meisterschaft!
Der Kurs ohne Zhang Jing wäre eine totale Katastrophe!
Der Vormittag wurde mit Worte und unscharfe Bilder gefüllt. Keine Ahnung weshalb das Kurszentrum Ballenberg einen Raum anbot, der nicht verdunkelt werden konnte. Ein Raum, der gar nicht geeignet ist für Vorträge mit Bilder! Die lebendige chinesische Teekultur wurde mit Fakten, Ortsname und Begriffen der Sinologie vermittelt. Ich hatte sehr Mühe damit und konnte mich nicht zurückhalten. Dank der Großzügigkeit der Referentin, die meine Konmmentare nicht übel nahm.
Als das Bild von einem Baumknoten-Teekanne von Ming-Dynastie auf dem Wand projiziert wurde und bloss mit Zahlen und Namen kommentiert wurde, war ich nicht mehr zu bremsen. Ich fragte, weshalb verehren die Chinesen solche Teekanne? „Warum wird eine Teekanne nach dem Vorbild von Baumknote gemacht? Warum überhaupt verklären Chinesen Baumknote? Sind Chinesen so blöd oder animistisch?“ Die Schweizer machten ihre Augen ganz groß.
Baumknote entstehen aus der Natur. Der Mensch kann mit seinem Willen nicht wollen. Er kann sich auf dem Weg gehen, suchen und sammeln. Die Unberechenbarkeit, die Mühe der Suche und die Natürlichkeit des Entstehens von Wuwei (nichts tun) werden in dieser Kultur geschätzt und verehrt. Der Mensch tut nichts. Die Natur schenkt ihm die Schönheit. Die nutzlose Schönheit macht das Leben zu einem Fest. Nicht das Nützliche, das Leben verschönert, sondern das Nutzlose! Und das ist das, was Teekultur ausmacht!
Eine Teekanne, angelehnt von der natürlichen Schönheit, die von „Wuwei“ (Nichts Tun von Menschen) entstanden ist, ist schön.
Ich habe diese tiefe Einsicht der chinesischen Kultur nicht über die Bücher meiner Mutter oder meine Note an der Uni verstanden. Sondern über meinen Großvater, der in meiner Kindheit als Trottel verstanden wurde und nun durch meine Erfahrungen im Tee im neuen Licht gesehen wird. Er war immer „gleichgültig“. Sein Gleichmut, sein Nichts-Tun macht mir klar, was das Leben einfacher macht.
Aber Zhang Jing war ein Phänomen! Als sie vor uns die Teekanne machte, strahlte sie eine Selbstverständlichkeit der Kunst. Sie klopfte, machte und messte. Sie sagte nichts. Sie schaute niemanden an. Wir waren aber mit ihr zusammen, beim Klopfen, beim Messen und beim Stechen.
Gerhard fragte, wie ich dazu kam, den Laden am Samstag zu schliessen – Samstag, einer der besten Tage im Geschäft. „Geld kann ich später noch verdienen. Aber ich will es nicht verpassen!“ Ja, zum Glück habe ich es nicht verpasst!
Preview
Hallo Menglin,
Hier schon mal eine Preview:
http://www.shuitang.ch/tea
Wie findet Ihr das neue Gesicht von Shui Tang?