Der Brücke zur Vergangenheit

Ich musste diesen Text zuerst schreiben, denn seine Worte mich nicht in Ruhe lassen.
Er kam zu Shui Tang, um den Brücke zur Vergangenheit zu kaufen. Ein Tee, der nicht im Programm von Shui Tang steht – wie viele andere tatsächliche Raritäten. Warum nicht? Ich weiß auch nicht. Nicht jede Sache hat einen Grund.

Monate vergehen, Tage häufen sich an,
wie ein trunkener Traum –
Ein alter Mann seufzt. Ryokan (Japan, 1758-1831)

Er kommt immer extra angereist. Ich bereite ihn immer extra seine Tees zu. Seine Tees – es sind erlesene gelagerte Pu Ers, die meistens in dem Schrank verschlossen bleiben. Warum bereitest Du immer für ihn solche Seltenheiten zu? „Weil wir uns gerne haben.“ er schmunzelte zu dem jungen Mann am Tisch. Weil er diesen Tee über alles schätzt.

Ich fragte ihn, weshalb er so beladen war und was für Last er sich herum trug. Er blickte zu Joseph und wollte diese neue Bekanntschaft nicht zu sehr mit Vergangenheit belasten. „Ach, ich will unsere schöne Momente jetzt nicht belasten.“

Schöne Momente und die belastete Vergangenheit… Wer kennt es nicht? Wer hat keine belastende Vergangenheit? Der belastete Gegenwart kann jeder Zeit zu einem schweren Rücksack werden, wenn – der Brücke zu uns selbst nicht gefunden wird.

„Weiß Du, ich wollte den bösen Geist einfangen.“ Er will den bösen Geist im Griff haben, um die schwere Vergangenheit endlich zu entlasten. Er glaubt, dass es jemanden gibt, die Verantwortung für die schwere Vergangenheit trägt – der böse Geist. Er ging mutig zu seinem Elternhaus am See. Das einstige vertraute Haus ist heute eine Sammlungen von liegenden Schachtel, vergessenen Dingen und häufenden Staub. Pflanzen verschliessen die Fassaden, Wildnis herrschte das Horizont. Die fremden Herrscher hatten sich zerstritten nachdem sie das Haus erwarb. Ruhlos und verlassen. Er suchte, suchte und suchte die Spuren der Vergangenheit. Er sammelte, häufte und packte all das, was er glaubte, wo der böse Geist ist! „Weiß Du, dieses Praxis ist einfacher als Psychoanalyse! Nützlicher als Psycho-Therapie!“ Ein Psychoanalytiker müsste wissen, wenn er es sagt.

„Weiß Du, ich habe ein Heucher-Thil (eine Puppe).“ Ich nickte. Ich kenne meine Heucherlei. Ich wollte Menschen gefallen und auf den bequemsten Weg gehen. Ich merkte, wie ich meine Stimmte veränderte, wenn ich mit meinen Eltern telefonierte. Ich weiß, wie ich meine Gesichtsauszüge wechselte, wenn ich bestimmte Menschen begegnete. Ich weiß, wie ich meine Zuneigung inszenierte, wenn ich etwas nicht wirklich absagen konnte… Heucherisch war ich. Vielleicht immer wieder ein wenig… Der lange Weg zu wahrem selbst! Er glaubte aber, dass eine klar definierte Puppe die Heucherlei heilt. Er wurde geheilt. Er schickte zum Beispiel diese Puppe zur Einladung, die er nicht wirklich absagen konnte. Er, als der Akteur, will nicht mehr heuchern.

Ähnlich wie eine Heucher-Thil sollte ein böse Geist endlich gefangen werden, der für die schwere Vergangenheit verantwortlich ist. Seine Erzählung war ruhig, lustig. Mein Herz wurde mehrfach gerüttelt. Wir tranken am Tisch den Brücke zur Vergangenheit – Yingu, ein Tee aus Wistaria Haus, Yunan 1989.

Wie schmeckt die Vergangenheit? Ich weiß es nicht. Mein Speichel sprudelte, meine Augen feuchteten. Der Brücke zur Vergangenheit, war auf der Zunge so sanft und geschmeidig. Es gleitete. Mut haben, auf dem Brücke zu gehen, die Last der Vergangenheit zu sehen, um loszulassen. Der Tee roch ein bisschen nach Blätter auf dem Waldboden. Die erdige Note war zuerst präsent, nahm sehr schnell ab. Die Lichtung durch die Blätter kam in dem dritten Aufguss. Der Geschmack wurde immer leichter, klarer und ruhiger. Ich sah die nackten roten Backsteinen unser altes Hauses, wo wir seit 7 Generation wohnten und abgerissen wurde. Die Luft war voller Staub. Wenn das Licht einmal durch das dunkle Fenster schien, sah ich wie Staub tanzte. Meine kindliche Hand versuchte sie zu fangen und scheiterte… Er sah die drehende Klingel der Haustür und die schöne Stübe, wo er als Kind als riesig emfand. Und Jeannie? Was sah sie?
Wir waren auf unseren Brücke zur Vergangenheit.
Der junge alte Mann seufzte.

2 Gedanken zu „Der Brücke zur Vergangenheit

  1. Menglin

    Ich habe nicht angefnagen mit einem Buch zu schreiben.
    Angefangen habe ich wegen Rogers Bitte über Tee zu schreiben. Dass es ein Buch wird, liegt nicht an meine Hand.
    Ist es komisch, dass ich es so sage?
    Es liegt wirklich nicht an meine Hand. Ich wurde unterstützt zu notieren und ich unterstütze auch die Idee, diese Notizen zu konkretisieren. Ich hatte nie die Idee, dass es so sein wird. Es ist einfach geschehen, wie ich Roger und Martin kennen lernte.

    Gefällt mir

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s