Impression des Besuchs von einer Teekanne-Meisterin

Impression des Besuchs von einer Teekanne-Meisterin

Kommentare und Texte folgen in nächsten Stunden…

Ihre Werkzeuge waren interessant. Ich war neugierig auf all das, was sie hatte. Eine Glühbirne? Das braucht sie um den Deckel der Kanne zu bearbeiten. Denn sie nicht alle Werkzeug mitnehmen konnte, muss man inspirieren mit dem was man finden kann! Die wahre Meisterschaft!

Der Kurs ohne Zhang Jing wäre eine totale Katastrophe!
Der Vormittag wurde mit Worte und unscharfe Bilder gefüllt. Keine Ahnung weshalb das Kurszentrum Ballenberg einen Raum anbot, der nicht verdunkelt werden konnte. Ein Raum, der gar nicht geeignet ist für Vorträge mit Bilder! Die lebendige chinesische Teekultur wurde mit Fakten, Ortsname und Begriffen der Sinologie vermittelt. Ich hatte sehr Mühe damit und konnte mich nicht zurückhalten. Dank der Großzügigkeit der Referentin, die meine Konmmentare nicht übel nahm.

Als das Bild von einem Baumknoten-Teekanne von Ming-Dynastie auf dem Wand projiziert wurde und bloss mit Zahlen und Namen kommentiert wurde, war ich nicht mehr zu bremsen. Ich fragte, weshalb verehren die Chinesen solche Teekanne? „Warum wird eine Teekanne nach dem Vorbild von Baumknote gemacht? Warum überhaupt verklären Chinesen Baumknote? Sind Chinesen so blöd oder animistisch?“ Die Schweizer machten ihre Augen ganz groß.

Baumknote entstehen aus der Natur. Der Mensch kann mit seinem Willen nicht wollen. Er kann sich auf dem Weg gehen, suchen und sammeln. Die Unberechenbarkeit, die Mühe der Suche und die Natürlichkeit des Entstehens von Wuwei (nichts tun) werden in dieser Kultur geschätzt und verehrt. Der Mensch tut nichts. Die Natur schenkt ihm die Schönheit. Die nutzlose Schönheit macht das Leben zu einem Fest. Nicht das Nützliche, das Leben verschönert, sondern das Nutzlose! Und das ist das, was Teekultur ausmacht!

Eine Teekanne, angelehnt von der natürlichen Schönheit, die von „Wuwei“ (Nichts Tun von Menschen) entstanden ist, ist schön.

Ich habe diese tiefe Einsicht der chinesischen Kultur nicht über die Bücher meiner Mutter oder meine Note an der Uni verstanden. Sondern über meinen Großvater, der in meiner Kindheit als Trottel verstanden wurde und nun durch meine Erfahrungen im Tee im neuen Licht gesehen wird. Er war immer „gleichgültig“. Sein Gleichmut, sein Nichts-Tun macht mir klar, was das Leben einfacher macht.

Aber Zhang Jing war ein Phänomen! Als sie vor uns die Teekanne machte, strahlte sie eine Selbstverständlichkeit der Kunst. Sie klopfte, machte und messte. Sie sagte nichts. Sie schaute niemanden an. Wir waren aber mit ihr zusammen, beim Klopfen, beim Messen und beim Stechen.
Gerhard fragte, wie ich dazu kam, den Laden am Samstag zu schliessen – Samstag, einer der besten Tage im Geschäft. „Geld kann ich später noch verdienen. Aber ich will es nicht verpassen!“ Ja, zum Glück habe ich es nicht verpasst!

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