Ich habe mich entschieden eine Filmkritik zu schreiben während viele emotionale beschimpfende Texte im Netz kursieren!
Natürlich war es eher eine Idee ohne viel Hintergedanke. Ich schrieb dem Moderator von dem Forum an und fragte ob sie es veröffenlichen konnte. Dann zwei Tagen verstrichen und ich dachte, ok. das wars.
Dann plötzlich ist meine Kritik im Netz und sehr bald danach wurde diese Kritik als ausgezeichnet ausgezeichnet.
Danach fing alles plötzlich ausser meiner Kontrolle.
Das wollte ich ja gar nicht, dass so viele Leute lesen. Jeden Tag 10000 Klicke und jeden Tag knapp 100 Message zu beantworten.
Ich schreibe Roladn Barthes, Campbell, Freud und C.G Jung. Mit diesem Werkzeug führe ich dem Leser durch das Fetische in dem Serie, über die Urwald der Emotion von Akteurer und durch die Grenze zwischen Osten und Westen! Ich staunte, wie sie Synchronizität so einfach verstehen, wie sie das Symbol einfach begreifen und mir folgen! Unglaublich ist es wie lieb die Leser sind und wie freundlich und gefühlsvoll sie mir mir ihre Gedanke teilen!
Jeden Tag schreiben sie mir, dass sie morgens und abends auf meine Texte warten, und wie meine Texte ihr Leben innerhalb paar Tagen verändern!
Das Blog in diesem Forum ist das einzige, wo keine Beschimpfungen stattfinden und Respekt, Freude an Film ausgetauscht wurde. Dann wurde ich als Gott, oder Mondgott verehrt – natürlich weil die Leser sehr jung sind und ich es selbstverständlich nicht missbrauchen.
Viele schreiben mir, ob ich den Film zu positiv beurteile und viele Flecken übersehen wollte. Ich antwortete, nein, das ist nicht meine Aufgabe Euch zu sagen, ob ich es gut oder schlecht finde. Wir schaffen ein Basis um die Filmsprache zu verstehen und zu disskutieren, ob Du es gut findest oder nicht, ist Deine Sache. Ausserdem ich will die Emotion nicht manipulieren, meine Rolle erlaubt mir es nicht, ich bin kein Politiker.
Gestern schrieb ich dass ich mich langsam abklingelte – ein Geschrei. Mein Leser in meinem Teeblog werden ungeduldig. Sie sagten, dann lass dich dort beurlauben. Sie brauchen mich noch für eine Weile – eben wegen Synchronizität!
Nie hätte ich gedacht, so eine elitäre Person wie ich so etwas schreiben würde! Nie hätte ich gedacht, dass ich mit dem Massen beschäftigen sollte. Ich bin ja in meinem Shui Tang an einer Seitengasse… Aber es ist vielleicht die Zeit, genau weil ich einen Brücke aufbauen will, ein Brücke zwischen mir und meiner Vergangenheit, zwischen Hier und Dort und zischen der Seitengasse und der Ozean!
Ihr werdet mich vielleicht noch ein bisschen vermissen, aber ich komme bestimmt wieder zurück! Jetzt möchte ich für meine Leute in Asien etwas tun.
Archiv des Autors: Menglin
Mein Offline Zustand
Das stimmt, dass ich lange das Blog nicht mehr erneuert habe. Das liegt an einem sehr merkwürdigen Grund…
Eigentlich ist es mir recht peinlich Euch es zu schreiben, aber ich möchte mich einfach hier entschuldigen.
Seit meiner letzten Asienreise beschloss ich mit meiner Vergangenheit mit meinem Heimat zu beschäftigen. In meinem Garten gibt es noch recht viele Ecken, wo ich nicht kenne und besuche. Diese Ecken kommen immer wieder zum Vorschein in einer fremden Stimme, die eine gewisse Dissonanz klingt!
Wie könnte ich einen Brücke für mich selbst, nicht für jemanden anders, zwischen Jetzt und meiner Vergangenheit und zwischen dem Osten, wo ich jetzt bin und dem Ost wo ich herkomme,und zwischen mir und meiner Familie?
Aus einem bestimmten Grund wurde ich aufmerksam gemacht über eine FernsehenSerie… Menglin und TV? Unmöglich. Jeder würde lachen, ich auch. Vor vier Monaten würde ich auch nie daran denken… Aber es ist wahr. Ich habe dem Trailer erhalten und spürte eine interessante fremde Resonanz… aus dem fremden Ecke meines Gartens. Ich hörte zu.
Dann steckte ich in diesen TV Serie.
Ich komme aus Universität und habe Werkzeug für Filmanalyse und Hermeneutik gelernt. Es fällt mir einfach nicht schwer, diese Serie auseinander zu nehmen. Ich entdeckte in diesen Serie viele spannende Felder und Werte, was Joseph Campbell als immer wieder kehrende universale Weisheiten bezeichnete. Eine Geschichte, die eigentlich mit vielen shamanistischen und Symbol arbeitet, ist Kulturgrenze überschreitend und decodierbar.
Aber diese Seirie hat China und Taiwan zum Kochen gebracht und zutiefst gespalten. Alle sind verrückt nach diesen Serie. Als Chinese diese Serie aus Taiwan erkannten, bracht es zu Kracht. Die Medien aus Taiwan und China schaukelt sich gegenseitig, rezitieren sich wechselseitig und heizen die Gemüter von beiden Ufer! Es wurde alles höchst emotional und in dem Internetforum ist unmöglich heiss! Ich war zuerst als teilnehmender Beobachter, weil ich plötzlich an diesem Zeitpunkt Interesse entdeckte, diese Effekte von diesen Serie zu verstehen – als ein Brücke zu Asien. Als es zu heiss wurde, beschloss ich vor einer Woche etwas zu tun.
Neue Seminar Daten 2013 in Shui Tang
Nach dem Sommerferien sind wir alle wieder Mal in der Lage neue Termine zu planen.
Folgende Daten sind nun fest. Ein Pu Er Seminar, ein Oolong Seminar und ein Vortrag von Ulrich Haas, der im Juni wegen Krankheit verlegt wurde.
Am 29.09. Sonntag findet ein Pu Er Seminar statt.
In diesem Seminar möchte ich gerne das neu gewonnene Wissen über Pu Er Tee aus meiner Yunnan-Reise mit Teefreunde teilen.
10-16 Uhr in Shui Tang
Seminargebühr: 140 Sfr.
Am 17.11. Sonntag findet ein Teeseminar mit Schwerpunkt Oolong statt.
Da ich im Oktober mit Atong nach Anxi reise, den Tie Guanyin Herstellungsprozess selbst erlebe und den Phönix Berg besuche um den Shuixian Dancong zu verstehen, wird das Seminar mit meinem neuen Erkenntnis bereichert – ich freue mich sehr.
10-16 Uhr in Shui Tang
Seminar Gebühr: 140 Sfr.
Ermässigung bitte per Anfrage.
Wiederholungsermässigung bitte per Anfrage.
Am 25. 01. 2014 Samstag 18.30 findet der Vortrag „Die Mystik des Wassers im Tee“ statt.
Vorgetragen von Ulrich Haas, Urasenke Freiburg.
Ich freue mich auf Eure Teilnahme und auf sehr bald!
Paar Notizen
Manchmal kann ein Tag ganz komisch anfangen.
Selten fahre ich Sbahn nach Zuerich, aber gestern schon. In Sbahn bin ich oft süchtig mit Handy und SMS schreiben wie alle anderen. Plötzlich fragte mich eine Dame, ob HB das nächste Stop ist. Ich sagte, es ist erst Hardbruecke. Plötzlich piepste mein iPhone und tippte noch ganz schnell paar Zeilen. Während ich Zeile tippte, fragten mich zwei Herren, ob nun Zürich Hauptbahnhof kam. Als ich gerade Antworten wollte, spürte ich, dass jemand meine Tasche rührte. Der Herr vor mir war leicht bedeckt mit seinem Anzug und seine Hand war gerade in meiner Tasche.
„Was haben Sie vor?“ Fragte ich ihn.
„Ach! Sorry!“ Er war so erstaunt.
Erstaunt, weil ich ihn fragte?
Dann sagte ich ihm mit einem Schalk: “ Passen Sie auf Sie auf.“
Ich habe immer noch alle in meinem Tasche. Es geschah allerdings sekundeschnell und ich haette alles verloren – mein Geld, meine Kreditkarte und Beweissmittel, um mich als Menglin zu identifizieren.
Dann kam ich ins Geschäft. Sofort wurde mir Blumen gebracht, dann ein Paket mit besten Nusstorte aus Piement. Dann Whisky und Bier, dann noch Ananas Kuchen aus Taiwan. Die Welle von Geschenke hielten bis jetzt immer noch an. Tim fragte mich vorhin, wie sollen wir alles essen? Ich weiss auch nicht.
Hmm, das Ganze verstehe ich bei einer Tasse Tee zum Nachdenken auch nicht. Zwei Diebe und viele viele Geschenke – solche Tagen. In der Nacht glaube ich, das mein Computer von Virus befallen wurden.
當爐, Am Feuer
若是當爐的女子不死
Wenn die Dame am Feuer nicht vergänglich wäre, (in alten chin. Gedichte werden Frauen, die Getränke öffentlich verkauften als die Dame am Feuer bezeichnet)
倒不盡的是茶, 是酒
Der Tee, der Wein fliesst immer aus dem Kelch,
訴不僅的是什麼
Was ist dann, was nie fertig erzählt wäre?
如果我是當爐的女子
Wenn ich die Dame am Feuer wäre,
惹不完徘徊來去的容顏
wäre ich sentimental, wenn die Gesichter sich wechseln?
看穿的是滾水裏的冷暖
Ich würde im heissen Dampf des Wassers das Vergängliche durchschauen!
他們喜歡駐足之地
Dort, wo sie sich gerne aufhalten –
睸飛眼笑交杯處
Ist dort, wo Becher und Tassen zwischen schönen Augen und Gelächter austauschen.
我駐足的心愛角落
Hier, wo ich mich befinde,
就在爐火陰暗裏
Liegt irgendwo im Schatten des Feuers.
Noch ein Monat kommt das geplante Vollmondkonzert. Während der Vorbereitung spürte ich eine sehr starke Ambivalenz und Widerstand. Am liebsten will ich damit nicht beschäftigen! Je mehr ich die Texte lese, desto stärker verweigere ich es. Irgendwann wurde es mir klar, weil das Thema, was ich unbewusst wähle, ein Stück meinem Leben widerspiegelt.
Es wurde mir zu nah.
Ich weiss nicht, was ich preisgeben will und was nicht.
Hanspeter sagte mir, dass es das Beste was ich jemals vorstellen kann. Nur wenn die Dinge unser Herzen tief berühren, kann es zur Poesie umverwandelt werden.
Fabian ist ganz voll am Komponieren, es wird sehr schön. Pichin kann die Posie zwischen Text und Note zur höchsten Schwingung schwingen. Hanspeter ist am besten vertraut mit Wort und Schrift. Dann ist nur mein Teil, was mir so nervös macht…
Je tiefer die Zerrissenheit spürbar wird, desto stark wird der Wandel – ich hoffe, dass ich es schaffe.
Das 3. Vollmondkonzert in Shui Tang
Einladung vom 3. Vollmondkonzert
Das 3. Vollmondkonzert in Shui Tang:
Der erste Vollmond im Herbst ist nach chinesischer Tradition der klarste Mond.
Gefeiert wird er in vertrautem Kreis als Symbol wohlwollender Verbundenheit.
Der Mond scheint im Westen wie im Osten. Er scheint Dir und mir, wie auch gestern, heute und morgen.
Qin Se Zai Yu, Mo Bu Jing Hao 琴瑟在御 莫不靜好 – so wurde vor 2000 Jahren das Zusammenkommen von Menschen poesievoll beschrieben:
Männer trommeln, Frauen spielen die Zither, alle sind an ihrem Platz, das ist Zeit des Friedens, des Glücks.
In diesem Rahmen musizieren, rezitieren und erzählen wir – und laden Sie dann zum Tee.
Musik: Fabian Müller
Violoncello: Chien Pichin
Rezitation: Hanspeter Reichmuth und Meng-Lin Chou
21.09. 2013 am Samstag
um 19.30
Anmeldung:
044 555 9161
info@shuitang.ch
Chofu – Ting Feng 聽風, Die Brise zuhören
Eigentlich wollte ich wieder Mal allein zu Ulrich gehen, wieder einmal Chabako machen, wieder einmal schauen, ob mein Fuss wieder alles im Teeraum mitmacht. Als Tim es erfuhr, wollte er unbedingt mit. Als Michael es erfuhr, wollte er unbedingt mit. Am Ende wurde es eine kleine Truppe.
Seit einigen Zeit beschäftigt mich das Gedanke von Weitergabe – ein Spiegel meiner eigenen Tätigkeit in Shui Tang. Es wird immer mehr angefragt, ob es mehr Unterrichten gibt, ob es möglich wäre, dies oder jenes zu lernen. Ich sehe mich ungerne als eine Autorität und würde freiwillig darauf verzichten. Aber wie lange noch und wie sehe ich meine eigene Rolle in diesem Kontext?
Der Film THE GRANDMASTEr von Wong Karwei bracht mir viele Funken für die Zukunft. Ich kann es zwar riechen, aber noch keine Vision. Das, was ich in Yunnan auf den Bergen erlebte, war der pure Ausdruck von einem Machtsystem eines Patriarchats, das von dem Zement von Wissen, Macht und Geld lebt und es zu Höhepunkt bringt. Was bedeutet teilen, was bedeutet Weitergabe und was ist Wissenübermittlung?
Wind, wird gerne als eine Form von Unfassbarkeit und als Ausdruck der Freiheit in der chinesischen Kultur verstanden. Wenn sich viele Menschen versammeln, wenn eine heisse Diskussion stattfindet, freut man sich auf eine Brise, frische Brise. Frische Brise wird erst wahrgenommen, wenn die Anwesende zuhören und miteinander harmonisieren können. Eine frische Brise strömt durch den Raum und in dem Zuhören der Brise wird der Geist erfrischt und besänftigt.
Nach dem schmerzhaften Knien auf Tatami unterhalte ich mich gerne mit Ulrich. Wir unterhielten uns über das Grossmeister-System von unserer Teeschule. Eine Patriarchat verlangt eine absolute Loyalität. Was ist eigentlich „loyal“? Was bedeutet Loyalität in einem feudalen System und in der heutigen Zeit?
Ich seufzte. Seit ich ein Kind bin, liebe ich Tragödie, vor allem Geschichte über Helden, die glauben ihr Schicksal nicht verändern zu können. Diese Helden sind vielleicht auch ein Kontrukt von meinem inneren Mann, der verzweifelt gegen das Schicksal kämpft und nicht wusste, dass es ausser dem Kampf noch andere Entwicklung im Leben hat. Eine meine Lieblingsfigur ist ein Prinz, der vor 1400 Jahren in der kriegerischen Zeit Chinas lebte, der zwar den Frieden durch Siege schaffen wollte und aber ermordet wurde – von dem Neid des Bruders – der König. Er war so schön – es war so wie so eine spannende Zeit, es gab so viele überlieferte schöne Männer, dass er im Schlachtfeld immer eine Maske trug. Mit diese erschreckende Maske konnte er sein schöne Gesicht verstecken und Kriege erfolgreich führen. Aus ihm ist ein Tanz-Theater Lan Ling Wan Ru Zhen Qu 蘭陵王入陣曲entstanden. Um seine Soldaten zu ermutigen, um die Erinnerung an Sieg wach zu rufen entwarf er, ein schöner Prinz, erfolgreicher Krieger und natürlich auch ein gut ausgebildeter chinesischen Aristokrat, der Tanz, Musik und Literatur beherrschte, das Werk. Dieses Stück verliefert jedoch in China seine „Ernsthaftigkeit“ und wurde dann von Kaiserhof verschmäht. Am Ende wissen die Chinese selbst nicht mehr, wie das Stück vorgeführt werden kann. Die Japaner lernten das Stück in jener Zeit kennen, brachten es nach Japan, während es in China immer unbedeutend wurde. Bis heute wird das Stück in Japan im Tempelfest, in nationalen Theater durchgeführt. Sogar wurden sie nach China eingeladen und vor dem Grab dieses Prinzen noch einmal im 21. Jahrhundert gespielt.
Was dachte wohl der Prinz im Grab, als er diese Vorführung sah?
Ich sagte zu Ulrich, das wertvolle in China verlorene Stück kann nur in Japan konserviert werden, weil es so ein Patriarchat-System gibt und eine absolute Individualisierung verweigert. Ansonsten würden wir heute etwas sehen, was nie einmal war. In Westen könnte so etwas nie aufbewahrt werden – auch nicht einmal in China selbst. Ulrich sagte nicht viel dazu, nur: „Es funktioniert nicht mehr. Die Rolle des Lehrers muss modern interpretiert werden. Ich bin ein Begleiter, nicht mehr.“
Ich spürte eine Brise.
Eine Brise, als ob jemand etwas zu mir zuflüstern würde, als ob ein Fenster öffnet wurde. Eine Brise zündet noch mehr das Fackel. Solange ein Fackel brennt – wie meine Grossmutter sagt – kann jeder den Weg nach Hause finden.
Hier poste ich gerne eine neue Interpretation von dieser Tragödie des Lan Ling Wang. Das Tanztheater wurde heute China Rock:
http://www.youtube.com/watch?v=47gpB0wciBU
… und mit meinem Lieblingsschauspieler Feng Shaofeng und von meinem Lieblingsband May Day gesungen.
Sommerselektion von Shui Tang
Die Sommerselektion von Shui Tang ist nun online!
http://www.shuitang.ch
Ein milder weißer Tee aus dem besten Pflueckgut, das innere Hitze sediert und ein Hauch von Entspannung am sommerlichen Abend verleiht.
Ein Oolong, der zum Loslassen und Versöhnung in der hitzigen Stimmung einlaedt.
Ein Pu Er aus dem wertvollen Two Leibes and One Bud von sehr alten Teebauemen von Yiwu Bergen stammt, vermittelt uns die suesse Seite des Lebens!
Euch wünsche ich einen genussvollen Sommer!
Ich freue mich sehr auf meinen Ferien!
Dichte Beschreibung
Ein Lachen ist ein Lachen. Was sagt eine Beschreibung über Asien: „das Land des Lächelns“ aus?
Ein Lachen ist bloss ein Lachen. Ein Lachen plus eine Betrachtungsweise ist nicht nicht bloss ein Lachen, sondern ein Code. Ein Code, das decodiert wird und recodiert wird – von Sender und Interpret. Dieser Vorgang beschreibt der US-Wissenschaftler sehr prägnant: „ein bißchen Verhalten, ein wenig Kultur und – voilà – eine Gebärde“.
Ein fremder Besucher am Samstag fragte mich, was ich studierte. Ich konnte nicht beantworten. Diese Frage ging zu nah an mir. Soziologie und Germanistik sind nicht schwer auszusprechen, aber was ich genau studierte…
Ich erzähle meine Geschichte immer wieder anders. Ich erzähle Tee gerne immer wieder anders. Immer wieder anders, weil ich mich immer wieder anders werde. Ich entdecke immer wieder andere Teile in mir, die mir zuvor fremd waren. Und durch jede Begegnung mit dem fremden Teil in mir werde ich erneuert.
Wer ist denn nicht so?
Alexander sollte morgen seinen Vortrag bei Teeclub halten. Ich möchte sehr gerne dabei sein. Weil diese Reise mir sehr viel bedeutet. Während ich seinen sehr gut vorbereiteten Text lass, gingen viele Lichter in mir auf. Wir waren zwei fremden Menschen die in einem fremden Land einreisten, sogar gemeinsam, aber wir würde diese Reise unterschiedlich beschreiben weil wir so geprägt sind durch unsere kulturellen Muster! Was für eine Entdeckung?
Tee verbindet uns. Aber unsere kulturelle Grenze makieren verschiedene Pfade!
Ich hasse solche Aeusserung wie „das Land des Lächelns“ oder „geheimnisvollen Tee“. Solche Sätze findet man überall in Werbungen oder Bücher. Ich bin eine Asiatin, die gerne im Europa in einem bestimmten Kontext zugeschrieben werden! Exotisch und erotisch verfügbar! Das Objekt, was zu entdecken und zu konsumieren bedeutet liegt gerade in solchen Aussage. Tee ist nicht geheimnisvoll, er spricht einen klaren Text. Was kann er dafür sein, wenn Du ihn gerade nicht verstehst?
Genau wie ich meine Reise beschreibe, wird die gleiche Reise unterschiedlich beschrieben.
Der Unterschied reflektiert die kulturelle Grenze und Haltung zu dichten Beschreibung wie wir Fremdheit thematisieren.
Im Moment bereite ich Texte vor für das Vollmondkonzert im Herbst. Da wollen wir in Shui Tang musizieren, rezitieren und erinnern. Während ich die Gedichte über fremden Frauen in für sie fremden Land – China von 3. Jh und 8. Jh. vorbereite, wurde es mir immer klarer, dass es ein Stück mich selbst reflektiert. Plötzlich wurde ich gelähmt und konnte nicht mehr weiter daran arbeiten. Ich leide über Wochen und werde krank, weil ich gegen diesen Text kämpfe. Mein Unterbewusstsein wusste, dass ich eine Geschichte über mich selbst rezitiere. Ich weiss nicht, welch Stück von mir preisgegeben werden will, welches nicht. Plötzlich wurde es mir klar, je mehr Widerstand ich gegen etwas leiste, desto wichtiger ist diesse Sache für mich.
Wie konnte ich dem fremden Besucher erzählen, dass ich Fremdheit in meinem Studium verarbeitet habe. Meine Fremdheit, die Verwirrung in einer etablierten Gesellschaft wie in Deutschland auslöst und die in mir meine eigene Selbstfindung verwirklicht.
Was heisst Kultur? Was heisst Tee?
Wie beschreibst Du eine fremde Kultur? Wie beschreibst Du Tee?
Wenn das Verstehen von Kultur über ein Bedeutungssystem in uns stattfindet, ist somit diese Artikulation eine Reflexion. Tee zu beschreiben ist genau so über die Akte des Selbstreflexions!
Ansonsten – wozu gehst Du auf Reisen? Wozu trinken wir Tee? Nur um zu geniessen? Vielleicht viel mehr…
Reiseberichte und der postkoloniale Blick
Ich komme aus einer kolonialisierten Insel und habe in ehemaliger kolonialen Macht studiert.
Eine meiner Magisterprüfungen handelte sich um eine Thema:
„Reiseberichte über China in der deutschen Literatur.“ In dieser 4-stündigen Klausur habe ich die beste Note trotz meinen Grammatik-Fehler erhalten…
Es war eine andere Zeit meines Lebens, als ich noch auf der Identitätsuche war. In diesem Studium habe ich verstanden, wie und warum die hiesigen Menschen mich und meine Herkunft so wahrnehmen. Irgendwann wurde ich bewusst, dass auch ich den postkolonialen Blick nicht vermeiden kann und ihn selbst verinnerlicht habt!
Jeden Tag werde ich in Shui Tang mit diesem Blick konsumiert.
Jedesmal wenn ich nach Asien gehe, betrachte ich mit einem distanzierten Blick und oft sehr kritisch.
Immer wieder wenn ich eine Tasse Tee aufbereite, suche ich einen Punkt, um alles um mich noch einmal zu reflektieren.
Weil die hiesigen Menschen, die mich kennen, mich nicht mehr als ein reiner Exot betrachen, reden sie auch so mit mir, wie mit einem von ihnen. Oft ist es sehr unreflektiert, was kulturelle Ueberheblichkeit angeht. Ich schweige meistens. Es ist nicht mein Problem für dieses Nicht-Reflektieren zu verantworten. Ich rege mich auch nicht auf, weil es nicht mein Problem ist, dass die anderen Menschen unbewusst durch ihr Leben gehen.
Ich erinnere mich an die immer kehrenden Szene in Bergen Yunnans. Die Pflückerinnen lächelten schüchtern, aber sehr entschlossen – sie wollten nicht fotografiert werden!! Sie wollte nicht. Sie sprang aus dem Baum runter und rannte weg. Meine Gruppe reagierten wie Bienen und Flieger auf sie und blitzen und blitzen.
Ich schaute zu. Ohne Emotion und sagte auch gar nichts. Wozu? Das Mädchen wusste sich zu wehren. Wir sind alle bloss nur Menschen. Wenn ich Europäer wäre, wäre ich ncht anders als mit diesen Blick durch die Welt zu gehen…
Zufällig gestern Nacht entdeckte ich diesen interessanten Beitrag:
http://www.teetalk.de/topic/1229-reiseberichte-darjeeling-und-nepal/?p=13260
Teeforum interessiert mich nie. Ich bin ja kein Teefreak. Aber dieser Teebegeisterter Paul schrieb ein Thema an, was in mir Resonanz fand: Tee, Kolonialismus und Reise…
Das ist der Grund, weshalb ich meine Reiseeindrücke anders thematisiert und warum ich Texte über Tee anders schreibe – stets mit Reflexion. Mehr als über 20 Jahre lebe ich zwischen dem Osten und dem Westen. Es ist klar, dass ich die belden Blicke in mir habe – den kolonialen und den kolonialisierten… Ohne Reflexion wäre mein Leben ein Brei – ein Schlammschlacht! Wer könnte sich von diesem Schlacht entziehen in so einer vernetzten kommerziellen Welt?