Archiv für den Tag 02/04/2013

Tee ist unsere gemeinsame Sprache! Teil II

viele Menschen finden den Weg zu Shui Tang und ich lerne viele Menschen an diesem Ort kennen. Ohne Tee hätten wir uns wohl nie begegnet.
Oft habe ich in meinem Leben das Gefühl, dass ich an einem falschen Ort sei. An einem falschen Ort – ein Gefühl als ein Fremdlinge zu sein. Man ist fremd, weil man anders denkt. Man ist fremd, weil man etwas anders will.
Erst bis vor paar Jahren verschwindet sich das Gefühl immer mehr aus meinem Horizont und man ist immer mehr und mehr zu den Menschen geführt, die einem etwas vermittelt, wie Seelenverwandte.
Man hat das Gefühl, dass man schon lange darauf gewartet hätte oder schon lange kennen würde.
Shui Tang ist wie eine Reise. Sobald wie man an diesen Ort eintritt ist die Zeit unbedeutend. Es gleicht wie ein Schwarzloch, was alles frisst und alles beinhaltet – deswegen – was hat die Zeit überhaupt noch etwas zu sagen?
Fast jeden Tag stehe ich an diesem Ort und mache mich bereit für verschiedenen Menschen, die kommen. Manche wollen nur immer den gleichen. Manche wollen immer einen anderen. Manche wollen bloss sich selbst zeigen. Ich sage mir jeden Tag, ich komme nicht um den Menschen etwas zu zeigen, nicht um Menschen zu beurteilen und nicht um etwas hevorzuheben . Ich bin da, um meine Glaube an Tee zu leben.
Ein Leben für das, was wir glauben. Eine Kultur, eine Tradition, eine Lebenshaltung und ein Schatz, was nicht verloren gehen darf.
In unserer heutigen Zeit, wo meisten Menschen an ihre Jobs kleben, wo meisten Menschen die Herrlichkeit des Lebens mit Ferienwohnung, Autos und Freizeit verwechseln – in einer Zeit, wo das Materielle immer mehr überhand erhielt, während der Wohlstand immer mehr ins Schwanken gerät… getraue ich hier über Glaube zu sprechen…
Das, was viele Menschen bewegt, auf den Weg zu den alten Bäume im tiefen Wald Yunnans zu gehen, erzählt uns eine Kraft. Diese Kraft bringt fremden (wirklich wild fremd aus Europa) Menschen freiwillig unter den alten Bäumen (Gu Shu) zu zelten, zu pilgern und zu verehren. Das ist die Kraft einer Glaube, die nichts mit der Religiosität zu tun hat, sondern mit einer Lebenshaltung.
Etwas tun für etwas Nutzloses – eben bloss für eine Tasse Tee – es sind bloss paar Blätter…
Während meiste Menschen auf der Bahnhofstrasse herum irren und Buchstaben auf den eigenen Körpter tragen, um den eigenen Körper zur Schau zu stellen – geht man auf den schmalen steinigen Weg zu den alten Bäumen, die sich nicht bewegt, nur weil jemand jetzt kommt. Diese alten Bäume machen sich immer im Frühling bereit zu wachsen, egal wie die Welt sich verändert!
An dieser Seitengasse in der Altstadt Zürich passieren spannende Geschichte. Ich kann keine Geschichte erfinden. Tee im Shui Tang hat seine eigene Dynamik und ist das Zentrum des Geschehens. Ich war einfach der Initiator. Ich fühle mich von einem Ozean gerufen und kann mitgehen. Es ist wie und eine Reise. In dieser Reise teile ich mit andern meine Träume und teile Träume des anderen. Die Zukunft ist ungewiss und ich bin voller Ambivalenz. Ich hoffe, ich lebe noch, wenn diese Reise zu Ende geht.
Ich hoffe, ich lebe noch, wenn diese Reise zu den alten Bàume zu Ende geht.

Tee ist unsere gemeinsame Sprache! Teil I

Es sind bloss paar Teeblätter, ein bisschen heisses Wasser und eine einfache Schale oder Pot. Warum werden so viele Geschichte erzählt?
Am Samstag erzählte You mir, dass er uns in Yunnan zu Koreaner führen wollte. Koreaner in Yunnan? Er lächelte in Face-Time: „Ja. Sie zelten dort – über den ganzen Frühling.“ Sie zelten unter den alten Teebäumen (Gu Shu). Wozu? Um ihren Tee zu schützen oder genau gesagt, sie kämpfen um ihren Tee.
Yous Stimme waren voller Respekt. Respekt vor den Kämpfer des Pu Ers. „Weiss Du – wir können wirklich von ihnen lernen. Sie schätzen Pu Er, sie wollen Pu Er und sie bekommen den Pu Er, den sie wollen.“ Egal wie sie von Insekten bestochen sind, egal wie es draussen regnet und egal wie sie belächelt werden, sie wollen eins – ihren Tee!
Was ist Pu Er? Was ist das, was diese Menschen bewegen, diese Strapazen auf sich zu nehmen?
Ich frage mich, was ist das, was diese Menschen bewegen mit mir nach Yunnan gehen zu wollen?
Wir werden in Jingmai einen Pu Er Fladen machen, der Wilden Menschen Fladen heisst. Diese Menschen, die mit mir nach Yunnan gehen, bezeichnen sich freiwllig als Wilde. Die Bäume von unseren Fladen stehen irgendwo im tiefen Wald von Jingmai Berg. You sagte, dass es 1-2 Stunde Fussmarsch pro Weg dauert und ob die Wilden hin gehen wollen. Selbstverständlich – dachte ich – ich hätte sie nicht fragen müssen. Die Wilden wollen wandern und es ist ihr Volkssport. Aber Wandern hat kein Ziel – die Wilden im Europa wandern gerne einfach vom Ort A zum Ort B, während die mitkommenden Wilden hier ein klares Ziel verfolgen – sie wollen zu den Bäumen gehen. Zu den Bäumen – den alten Bäumen, die seit paar Hundertenjahren dort stehen, wo sie immer stehen, egal wie die Aussenwelt sich verändert.
Was ist der Grund, was diese Menschen dazu bewegen, sich als Wilde anzugeben und diese alten Bäume verehren? Einfache Exotik?

Tee hat viele Facetten. Für manche ist es ein Sport wie Jogging, wie Qigong und wie Yoga – eine Art von Körperbeschäftigung. Für manche ist es ein Akt des Genusses. Für vielen ist es Wellness. Für anderen ein Hobby. Für mich ist es nicht zu verwortlichen, was Tee bedeutet. Es ist mehr als Philosohpie, mehr als eine Form, mehr als ein Getränk und viel mehr als Wörter.
Tee kann nie für sich selbst sprechen, insofern dass er immer in unserer Beziehung zwischen uns und diesem Getränk existiert. Er ist leer. Er ist eine weisse Fläche unserer Poesie, unserer Verlangen und unserer Imagination.
Aber, darf ich fragen, was ist das, warum Du dieses Blog liest und ich hier etwas schreiben will in dieser späten Stunde?

Tee ist unsere gemeinsame Sprache

Ulrich hat wieder ganz spannende Beträge in seinem Blog, vor allem über Lackwaren.
http://teeseminar.blogspot.ch/2013/03/pflege-von-teegeraten-2-urushi-jap-lack.html#more

Ich liebe Lackwaren, weil das wunderschöne Wesen uns zeigt, dass die ästherische Erfahrung nicht nur auf den visuellen Akt beschränkt ist. Die Berührung durch Hände und die Annährung zwischen Mund und Holz sind viel versprechend als die Augenkontakte. Und die Schatterung im Dunkelheit viel interessanter als in hellem Licht!