Shenxian Cha – ein göttlicher Tee

Shenxian Cha - ein göttlicher Tee

Zhou Yu war sehr glücklich. Dieser Austausch zwischen ihm und unserer Gruppe hat ihm sichtbar berüht. Er bat mich noch einmal zu kommen – allein. Er wollte mit mir sprechen.
Ich erzählte immer Atong von den Dinge, die ich tue. Dann erzählte ich ihm wieder, was ich erlebe – egal ob es ihm gefällt oder nicht.
Es war noch nicht drei. Meine Gesundheit war nicht in einem guten Zustand. Mein Herz schlug gerade 60 Male pro Minuten. Ich kam recht früh. Die Damen wussten von meinem Besuch. Sehr schnell kam eine Tasse Wulong – ehrlich gesagt, ich kann wirklich nicht mehr jeden servierten Wulong trinken. Ich wartete, gerne ohne Ziel.
Er überreichte mir eine Dose Tee, ein unverkäuflicher Tee aus den 50er Jahren. „Für Dich. Du bist ein Teeliebhaberin.“ Ich wollte etwas Bescheidenes sagen. Er stoppte mich mit der Hand. „Lass Dich überraschen.“ Ja, ich lasse mich immer gerne überraschen.
„Ich möchte mit Dir ein paar Tees trinken und du sagst mir, was Du spürst.“ Er holte die wunderbaren Silber-Geschirr hervor und bereitete uns einen hervorragenden Qizi-Bing aus den 70er Jahren: Xiao huang Yin. Was hätte ich sagen sollen? Sprachlos teilten wir eine Tasse nach einer anderen. Der glänzende dunkle Aufguss offenbarte uns eine Geschichte dieses Tees. Einwandfrei gelagert, eine aus den alten Baumstamm erzeugte Fladen. Ich nickte und ein Wort wäre dabei überflüssig gewesen. Der Tee kommunizierte mit Menschen. Wir sind ineinander geflossen, seine Geschichte und seine Temperament wurden vertraut. Stark, direkt und schlagfertig. Die Reife verwandelte ihn aus der Wildheit zur aufrichtigen Präsenz. Werde ich jemals ihn wieder erkennen? Ich speicherte ihn mit seinem Gerüche, seinem Töne und seine Farbe. Ich werde Dich immer wieder erkennen!
Dann holte er einen neuen Tee. Er sagte nicht viel dazu, bloss, dass dieser Tee ein Dancong – eine Partie aus einem einzigen Baum, und aus Yiwu stammt. Er gab mir die Tasse. Ich roch und trank. Ach! wie soll ich denn es erzählen?
„Es ist, als ob ich mich zwischen Wolken und Nebel befinde. Als ob ich Feder werde. Ich spüre eine Leichtigkeit wie Feder. So leicht, als ob ich eine Gottheit werde…“ich konnte nichts anders als meine Unsicherheit ausdrücken anstatt es zu verleugnen. Was hätte ich vor so einer Persönlichkeit verstecken sollen?
Er schaute mich nicht an. Er guckte woanders hin – sehr weit und sehr fokuslos. „Ja, weiss Du, dieser Baum atmet seit bereits 1200 Jahren!“
Der Aufguss war so weich wie Seide. Er war so leicht wie Feder. Sein Duft war so zart wie die Blüte eines Orchidee. Er war scheinbar mild, hat gewisse Etwas. Er war irgendwie stark, aber doch so geschmeidig wie das Wasser!
Einen göttlichen Tee nannten wir ihm.
Er erzählte mir weiter von diesem Mann, der wie ein Verrückte nach Yunnan geht und solche Tees sucht und macht. War er ein Teeliebhaber? Zhou Yu lachte. Dieser Mann war wie ich ein Kaffeeliebhaber! Aber auch als ein Kaffee-Liebhaber kann Pu-Er Rausch auch nicht widerstehen!

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