Mein Lehrer

Mein Lehrer

Ja, ich bin wieder da. In einer herbstlichen Stimmung kam ich an. Die scheinende Sonne kündigt ein gutes Zeichen. Vor mir liegt wieder ein Berg voller Arbeit – ich sage mir, nein, ich falle nicht wieder in mein altes Muster hinein. Ich habe Zeit.
Wir hatten nicht nur sehr lehrreiche schöne Tage mit meinem Lehrer Atong, sondern auch einen wunderbaren Vormittag mit Zhou Yu.
Zhou Yu gab uns einen perfekten Vortrag, der uns einen zusammenhängenden Hintergrund von chinesischen Philosophie und Tee veranschaulicht. Unsere Leute waren nicht nur zutiefst berührt von seiner Haltung als ein chinesicher Intellektueller, sondern auch von einem einfachen Teemensch.
Atong und Zhou Yu scheinen sehr verschieden zu sein. Einer ist ein wirklicher Teemensch, der per Hand und Füsse für Tee lebt, der anderer, ein sentimentaler Denker, der unausweichlich seine Kritik stets ausübt, wenn es um die Verantwortung eines chinesischen Intellektuellen handelt. Ich habe beide Elemente in mir. Es ist einfach so. Aber mein Leher ist Atong. Zu Zhou Yu rufe ich sehr höflich „Zhou Laoshi.“ Er ist ein wahrer Meister.
Was haben sie dann gemeinsam?
Sie leben ihr eigenes Leben. Sie kümmern sich selten um die Vorstellung und Kategorien des Anderen. Zhou Yu bekam sehr gute Schokolade. Da er es sehr gerne isst, packte er sofort das Schachtel und schob gleich ein Stück in seinen Mund, „Fein…“ sagte er. Ohne ein Wimper zu zucken ass er weiter.
Zu unserer Gruppe sagte ich, dass die Socken für den Tatami-Raum obligatorisch ist. Ich wollte, dass unsere Leute Respekt haben und mit einem Demut kommen. Dieses Demut kam sehr gut an. Wir waren sehr ruhig und bei uns selbst. Diese Atmosphäre spürte Zhou Yu und lobte das gute Niveau von uns. Stefanie sagte zu ihm, dass sie extra ihr Sonntagssocken anhatte. Er lachte und wollte unbedingt die schönen Socken anschauen. Diese spontane Frage brachte uns allen zu lachen. Ja, das neugierige Kind in einem Teemenschen macht es aus, wie und ob man sich weiter entwickeln kann!
Zum Schluss schenkte er jedem von uns seine eigene Kalligraphie. Jeder dufte zu ihm gehen und eine zu sich bezogene Kalligraphie wünschen. Die Gruppe war so glücklich, die Stimmung war unglaublich high. Wir spazierten durch den Park Da-An-Gong-Yuan. Herrlicher Herbst begleitet uns auf den Weg.
Ein Beitrag von Werner über den Besuch bei Zhou Yu könnte man unter
http://www.teahouse.de/tee-blog
lesen – ein anderes Aspekt des Geschehens zu erfahren.

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