Archiv für den Tag 22/06/2011

Tee – die Sprengkraft weiblicher Kleidung?

Am vergangenen Freitag wurde ich eingeladen bei dem Salongespräch von Ehrung der Preisträgerinnen des Gender Studies Forderpreis Zürich Hochschule der Künste.
Zwei Preisträgerinnen beschäftigen sich mit dem Thema Enthüllen Verhüllen. Deseree kam zu Shui Tang und fragte mich, ob ich es mitmachen würde. Ihr ausgezeichneter Film handelt sich um das Kleid am Teetisch. Tee befreite Frauen einst im Europa aus dem privaten Haus zur Öffentlichkeit. Das Kleid, das Sie zu diesem Tee-Anlass trugen war das Kleid, das von Korsett befreit wurde. Es war ihr Unterkleid! Wie hat der Tee diesen Emanzipationsprozess beigetragen? War der Tee, der Auslöser der weiblichen Sprengkraft?
Der andere ausgezeichnete Film „Hülle“ handelt sich um drei türkischen Immigrantinnen von drei Generationen in Deutschland. Ihr Gespräche finden häufig am Teetisch statt, wo türkischer Tee gerührt wird.
Es wäre doch super, wenn ich am Salontisch Tee zubereite, während des Salongespräch um die Hülle ging. Tee als Ferment zwischen Menschen kann so klar dargestellt werden.
Ich wurde sehr neugierig gemacht und sagte mit ganzem Herzen zu.

Am diesen Abend sassen nicht nur die intelligenten Frauen am Salontisch. Während ich Tee zubereitete, sassen zwei Kinder von 5 Jahre alt neben mir. Sie wollte einfach nicht weg gehen. Sie waren Engels.
Die Tochter von Desiree und ihr kleider Freund, sassen auch am Teetisch ohne Hocker. Sie sassen auf den Boden und verlangten immer den Tee. Sie folgte mir und brachte immer ganz brav den Tee zu ihren älteren Vorbilder. Ich verlangte ihr mit zwei Hände Teetasse zu tragen und zu servieren. Ohne ein Ton von Protest, sie folgte einfach meine Anweisung. Ich war zutiefst berührt. Der kleine Junge neben ihr, lächelte immer zum Tee. Er fragte, ob er es einmal lernen kann – „es sieht nicht so schwer aus, aber so schön.“ sagte er. Ich nickte.
Während die erwachsenen Frauen diskutieren über die Hülle und Enthüllen, über die Burka und Emanzen, trankten die zwei kleinen Engels neben mir den Tee und lächelten zum Himmel!
Link zu dem interessanten Film von Deseree Zappa, Tea for three & Three for tea.
(Das Teehaus, der Teegarten und das Teekleid als Reform, Avantgarde, Experiment)
Link zu dem Film von Maria Müller, „Hülle“.

Wie wäre es gebildet zu sein?

http://www.bkj-remscheid.de/fileadmin/pdf/Bieri.pdf

Bildung und Tee? Gibt es da etwas Gemiensames?
Oh… doch! Tee trinken ist ein Akt des Bildens – sich selbst bilden!
Wenn Du Tee gerne trinkst, nicht weil er schlank macht, gesund verspricht und weil es trendy ist, sondern weil er einem schmeckt!
Dann möchtest Du Deine Erlebnisse beschreiben, Deine Erfahrungen mit anderen austauschen und Dich ausdrücken. Du muss es reflektieren, was Du wahrnimmst. Ist es nicht ein Akt des Sich Bildens? Weil man Sich bilden will, interessiert man sich für Qualitäten und Hintergründe. Somit überschreitet man seine Erfahrungshorizont und die kulturelle Grenze! Ist es nicht der Schritt des sich Bildens?

In Shui Tang hoffe ich eine Möglichkeit zu finden und zu gestalten, dass Teefreunde sich gemeinsam bilden. Das ist ein langer Weg. Wir müssen einfach anfangen.
Diesen Artikel möchte ich gerne mit all Teefreunden teilen, die sich gerne bilden…