Veränderungen

Auch ohne den Wind
zerfällt die Pracht im Regen –
Bergkirschenblüten
Tessui

Ich musste ganz schnell weg. Schnell liess ich die Jaloisien runter fahren und wollte mich aus dem Staub machen. Er kam noch bevor ich die Tür verschloss und sagte zu mir, dass das Ereignis in Asien ihm ganz leid tat.
Ich kenne diesen Herrn. Aber ich verstand nicht, was er meinte. Meinte er die Ereignisse mit dem Gau, Erdbeben und Tsunami? Und Asien? „Meinen Sie die Ereignisse in Japan?“ „Ja, ganz schrecklich finde ich. Wie schrecklich sind die Bilder! Es tut mir so leid.“ Er sagte ganz schnell und wollte sein Leid aussprechen. Mein Gesicht war voller Fragezeichen, so dass es ihm sehr verunsicherte. „Meinen Sie – ich übertreibe?“ fragte er vorsichtig. „Ja. Gewiss.“ ich nickte. „Warum?“ „Versuchen Sie doch Ihr Leben hier eine Konzequenz daraus zu ziehen! Nicht so weit an die Menschen dort denken. Viele sind gestorben. Aber wir leben. Tun Sie etwas hier!“ Was machen wir denn jetzt aus unserem Leben, weil wir noch leben?
„Was können wir hier tun?“
„Üben Sie Druck auf Ihre Politiker, Ihre Regierung. Schliessen die AKW! Schrauben wir unser Lebensstandard runter!“

Wer will unser Lebensstandard runter schrauben?
Was machen wir denn jetzt aus unserem Leben, weil wir noch leben?
Viele versuchen jetzt Hamsterkauf von Tee zu tätigen. Manche stornieren die Bestellung von Tee aus fernen Osten. Die meisten sind sehr kritisch wie es weiter geht. Die Ernte vom japanischen Grüntee 2011 ist nun praktisch zu Tode verurteilt. Wir haben Angst. aber nur so viel, dass wir unser Lebensstandard weiter pflegen wollen.
Aber meinst Du, dass wir es können?

Unsere Welt ist in großer Veränderung. Überall gibt es politische oder tatsächliche Erdbeben. Viele Menschen leben mit der Wahrscheinlichkeit einer Erdbeben. Können wir als ein kleiner Mensch von dieser großen Veränderung entziehen? Lybien und Tunesien sind nicht weit. Viele von ihnen sind nach Italien geflüchtet. Italien grenzt an die Schweiz. SVP gewann ihre Wahl genau mit dieser Angst!

Können wir mit Mauer, uns schützen? Ich weiß es nicht.

Was erfahren wir von Japan? Die Sender in Europa sind fokusiert auf die schlechten Nachrichten, die fehlende Transparenz der Informationspolitik und die mangelnde Emotion der Japaner. Wir hören hier nicht, wie gut das Land organisiert ist, wie die nicht nach Hause fahrenden Gäste von Bahn und Stadt betreut werden. Wir erfahren hier nicht, wie die Bevölkerung sich gegenseitig helfen, wie die Restauranten Gratis Bento und Essen auschenken, wie Hotels Gratis-Übernachtungen spendieren und wie Haushalte Ihre Troiletten einfach zur Verfügung stellen! Diese Nachrichten kommen nicht nach Europa. In taiwanesischen TV-Sender werden sie als Vorbild berichtet. Natürlich kann man auch sagen, Taiwan ist pro Japan, nicht wahr?

Ich habe kein Fernseher. Ich habe zwei I-Phones – ein zu veränderndes Lebensstandard, was ich führe. Also, ich schaute deutsche Fernsehen, SF und auch taiwanesischer Sender. Es ist spannend, die Sender zu vergleichen. Es ist noch interessanter die Reaktion von den Ländern und Menschen zu vergleichen. aber ich möchte hier nicht schimpfen. Ich möchte hier nicht kritisieren. Ich möchte hier nur fragen, was machen wir aus unserem Leben, weil wir noch leben? Sind die Menschen dort umsonst gestorben? Können wir noch weiter so leben – nicht hören, nicht sehen und nicht sprechen?

Teebäume wachsen weiter, auch wenn wir sie nicht ernten. Tee wird so produziert, auch wenn das Westen ihn nicht kaufen. Wir wissen nicht, wohin er dann verwandelt wird.
Wer wird von dieser Krise profitieren?
Was wird nun dann anstatt japanischen Sencha ein Verkaufsschlager?
Wie machen wir es weiter – mit uns?

3 Gedanken zu „Veränderungen

  1. Suzanne

    Liebe Menglin,

    es ist so richtig, was Du schreibst … sicher ist unser Bild von Japan falsch; wir hören nur das Schlimme, aber was die Menschen dort alles schaffen, trotz der Katastrophe, das kommt hier gar nicht an.

    Dennoch ist es furchtbar, was die armen Leute dort erleiden, die alles verloren haben in dem Tsunami… mein Mitgefühl und meine Achtung gelten diesen Menschen und allen, die ihnen dort helfen.

    Ich bin schon lange nicht mehr hier gewesen (ich habe nie Zeit, einfach nur zu lesen; darüber bin ich sehr traurig), aber ich gucke immer mal in den Blog, wenn ich einen Moment habe!

    Dir viele liebe Grüße, und bis bald,

    Suzanne

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    Antwort
  2. tom

    Liebe Menglin,

    Danke für diese Zeilen. Es gibt nur eine Frage, die sich jeder stellen kann oder sollte: „Was kann ICH tun?“.

    Liebe Grüße aus Tübingen

    Tom

    Gefällt mir

    Antwort

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