Wenn Ente das Donner hoert…

Martin moechte gerne wissen, wie es mir auf einer fernen kalten Insel geht?
Ich habe in letzten zwei Tagen nur geschlafen. Sher gluecklich ungestoert. Mir geht es nicht schlecht. Auf dem Flughafen in Bangkok habe ich doch fuer meinen Vater und Bruder zwei BOSS-Hemden gekauft. Es wurde ohne Kommentare angenommen.

Von dem Buch habe ich meiner Familie nichts erzaehlt. Mitgenommen habe ich welche, weil ich zumindest ein Exemplar daheim lassen wollte. Aber meine Schwester war schnell mit dem SMS. Sie war bis vor kurzen in Zurich und hat meinem Bruder gleich per SMS mitgeteilt, als NZZ ueber Blaetter vom Teeweg schrieb.
Der erste Satz, was mein Vater sagte, war „AA tia-lui“, das bedeutet auf Taiwanesisch etwa wie “ wenn Ente Donner hoert, eine Ente versteht die Sprache vom Donner nicht.“ Aber er sagte, das Buch sei meine Dissertation – das Ziel, was mein Vater mich nach Europa schickte.
Ein Doktor bin ich nicht gworden. Scheinbar macht es ihm nicht mehr so viel aus.

Am naechsten Tag ging ich zu Atong. Er war hell begeistert von meinem Geschenk. Was wuenscht denn mein Lehrer? Mais. Ziehmais. Wegen diesen komischen Mais ging ich paar Male in den Blumenladen auf dem Paradeplatz, nur um die Mais sicher zu stellen. Er lachte. Es gefaellt ihm, alles was mit Essen und Pflanzen zu tun hat.
Zu diesem Buch sagte er genau wie mein Vater, „wenn Ente das Donner hoert.“ Aber es wird jemand lesen koennen, behauptete er. Er hobt das Buch samt der Rezesion von NZZ auf.
Naja, ich kann nicht sagen, ob die beiden Maenner von dem Buch begeistert sind. Weiss Du, Martin, fuer bestimmte Menschen sind die Gefuehle manchmal schwer zu entziffern. Aber sie waren sehr gluecklich, mich wieder bei sich zu haben. Sie sagen oft, eigentlich haetten wir lieber, dass Du nicht so hart hast bei den Fremden…

2 Gedanken zu „Wenn Ente das Donner hoert…

  1. Martin Frischknecht

    Danke, Menglin,
    diesen Donnerschlag hat die Ente in Winterthur wohl vernommen.
    Und wenn sie nächstes Mal bei dir ins Teehaus watschelt, möchte sie auf neue Weise begrüsst werden. «Ach, hier kommt mein Verleger!», das war von gestern. Künftig wird es heissen: «Sieh an, hier kommt mein Doktorvater!»
    Donner und Doria!

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  2. Menglin

    Auch vielen Dank, lieber Martin!
    Mein Vater ist tatsaechlich sehr gluecklich, obwohl er mir es nicht direkt ausspricht.
    Meine Ersaztdoktorarbeit wuerde bestimmt vielmehr Menschen erreichen und mehr bewegen als ein akademisches Buch in der Bibliothek.

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