Grenzerfahrung

Wegen meinem vergangenen Blogbeitrag schrieben mir Teefreunde, ob es mir etwas Unangenehmes passiert ist. Mir geht es gut. Das Weihnachstgeschäft läuft im Moment auf hoch Touren. Heute hatte ich kaum Zeit zum essen. Zwei kauffreundige Männer – sehr typisch in Shui Tang liessen die Kasse richtig klingeln.

Es ist halt so in der Realität, dass die Dinge zwei Seite haben. Es ist nicht immer nur schön, in Shui Tang zu arbeiten, sondern auch hart. Ich stosse oft an meine eigene Grenze und oft die klare Grenze auch zu ziehen. Wer ist denn nicht gerne nett und freundlich? Hast Du nicht gehört, dass der Kunde ein König ist?

Vor zwei Wochen an einem regnerischen Mittwoch hörte ich plötzlich zwei junge Menschen vor meiner Tür plaudern und knutshen. Ich dachte, sie wollte vielleicht in die Tür hinein. Nein, sie blieben draussen. Nach paar Minuten wurde ich neugierig und öffnete die Tür. Ein kunges Paar rauchten und knutschten vor meiner Tür. Über die TÜr gibt es ein kleines Dach. In diesen ganz winzigen Platz standen die beiden eng aneinander. „Was machen Sie hier?“ „Es regnet! Wir rauchen halt eine Zigerretteli, es ist harmlos!“ sagte der junge Mann. „Sie stören hier. Sie rauchen.“ sagte ich. „Es regnet!“ bestand er. „Ist es Ihr Problem, oder ist es mein Problem? Meins ist es nicht“ ich sagte sehr klar, „Sie müssen gehen.“ Da ich eine Aisatin bin, schloss ich wieder die Tür und wartete, dass sie von sich aus selbst gehen. Sie gingen nicht. Sie plauderten weiter und rauchten vor dieser Tür. Natürlich kamen die anderen Gäste nicht hinein. Nach 5 Minuten Beobachtung öffnete ich wieder die Tür, „Jezt gehen Sie!“ Sie gingen nach meiner Aufforderung und schmiess die Zigerettli auf den Boden. Eine Minute später kamen zwei Kunde in die Tür und der Rauch war noch zu riechen.
Ich hätte kein Problem, dieses junge Paar in Shui Tang vor dem Regen ein Asyl anzubieten. Aber nicht mit Zigerettli. Außerdem hätten Sie mich fragen müssen! Einfach vor einer Ladentür zu rauchen und zu knutschen, den engen Eingang zu blockieren, war für mich ein Zeichen der Respektlosigkeit!
Ich „musste“ die Grenze klar ziehen.
Ich bin allerdings ungerne in dieser „bösen“ Rolle. Ich bin auch gerne die „gute“ Menglin in Deinen Augen!
Solche Beispiele kamen immer wieder vor. Ich lerne zu meinem Gefühl zu stehen, gutem und schlechten. Ich lerne es auszusprechen anstatt es in meinem Körper gären zu lassen. Ich will dass es mir gut geht. Nur wenn es mir auch gut geht, geht es meinen Mitmenschen gut!
Es sind meine Grenzerfahrungen. Ich lerne über die Grenze von Gutem und Bösen zu überschreiten. Dass ich so bin wie ich bin zu akzeptieren, ist im Moment meine Lektion. Ganz frei bin ich nicht. Ich arbeite daran.

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