Ein Streifzug durch die Pu Er-Landschaft

Carola wollte unbedingt eine Pu Er Schulung haben. Immer mehr Leute kommen zu Shui Tang und verlangt nach diesem Tee. Sie, als eine perfakte Löwin, ist gewöhnt immer nur das Beste zu geben und zu machen. auf ihre Bitte haben wir heute Abend eine Pu Er Schulung durchgeführt.

Jeanine kam im August, als Shui Tang nach der Sommerpause wieder eröffnet wurde. Eine Gruppe von Teebesessenen waren da. Sie fragte mich so direkt, dass sie gerne bei mir Tee lernen und arbeiten möchte. Ich verstand es als ein Wink aus dem Kosmos und sagte ihr, „warum nicht? Komme einfach doch einmal vorbei.“ Ich dachte mir, dass diese junge Frau es nicht ganz ernst meinte. Doch sie kam sofort nach paar Tagen. Ein gutes Zeichen. Sie kam, sehr vorsichtig, sehr bewußt. Sie fragte mich jedesmal, bevor sie etwas anfasste. Sie berüht die Dinge, wenn ich es zustimme. Ich beobachte, wie wir langsam aneinander gewöhnen und voran tasten. Zwei verschiedene Menschen mit zwei Geschichten fingen langsam miteinander anzuvertrauen. Fein und geschmeidig. Sie hatte wirklich „keine Ahnung“ von Tee. Sie trank am liebstens komische Teefladen, was sie irgendwo in Brüssel oder Paris kaufte. Es war sehr angenem für mich, ein weißes Blatt in eine farbige Welt des Tees einzuführen. Sie sollte selbst ihre Farbe finden und Stricke trauen – mit einer Haltung von Offenheit und Demut! Was wollte sie bei mir lernen? Wahrscheinlich meine Haltung gegenüber Tee – Demut. Tee spricht für sich selbst. Wir lernen Tee zuzuhören anstatt über sie zu sprechen.
Jeanine entdeckte in Shui Tang den Matcha und Pu Er. Sie sagte mir heute, „Ja, viele Tee würde ich heute nicht mehr trinken. Die drei Monate haben so viel verändert!“ Ein Weg, der kein Rückflugticket hat…
Für die lieben Leute, die Shui Tang tragen, mache ich gerne die Einführungen. Wir degustieren heute zuerst das offezielle Programm des Pu Ers von Shuitang:
Pu Er Grenztee 1990, Pu Er Simao 1999, Pu Er Tuocha Xiaguan 1999, Pu Er Nanuo 2006, Pu Er Yiwu 2008 und eine künstlich nachfermentierte von Dayi 2002.
Wir merkten sofort bei 2008, wie dieser Tee fein, ruhig und sanft schmeckt. Ich schmunzelte, „Ja, wie der Mensch You.“ Matsu You, der Produzent, ist eben so wie dieser Tee – ruhig und stets bei sich selbst. Ein tiefes Wasser. Wir merkten auch, wie der Gartentee von Xiaguan 1999 eine ganz andere Sprache spricht wie der Simao wilde Sammlung 1999. Der Gartentee ist eleganter und klarer, während der wilde Sammlung charaktervoll und kräftig zur Sprache kommt. Wir merkten anhand der Blätter von Simao 1999, wie sie uns verraten, dass die Zeit zwischen der Ernte und Produktion einfach zu lang liegt und der Tee entsprechend ausweichende Note bekommt.

„Wie merkst Du, dass der Tee ein Problem hat?“ „Wenn man immer einen guten Referententee trinkt und versteht, dann werden die „richtigen“ Aromen und Geschmäcke im Körper gespeichert. Dann melden diese Information sich zu Wort, wenn der Körper merkt, dass es dort etwas nicht stimmt.“ Es ist unglaublich wichtig, einen guten Tee, der „richtig“ gemacht ist, zu trinken und im Körper zu speichern. So lernt der Körper die Gerüche und Geschmäcke kennen, antsatt nur intellektuell zu imaginieren!!
Das geschieht ganz automatisch, dass man das Horizont unbewußt und bewußt erweitert, Dinge wahrzunehmen, ohne anzufassen.
Dann führten wir noch eine Runde Pu Er von offenen Blätter durch. „Brücke zur Vergangenheit 1979“, Yiwu 2010, Yiwu Mengla 2010, Taihe 2005. Alle waren beeindruckt von der feinen fruchtigen Noten von You´s Produktion 2010. Sehr schön gelungen! Der Brücke zur Vergangenheit, der eigentlich ein gestreckte Pu Er ist, missfiellen den Anwesenden, leider. Denn er gegenüber dem anderen Fladen von 1979 von Xiao Haungyin kann einfach seine „Falschheit“ als ein gestreckter Pu Er nicht verstecken!
Tee lügt nicht!

Wir lernten noch die feinen Unterschieden zwischen paar Anbaugebieten. Der Wuliangshan 2010 ist einfach ein herrlicher Tee, der mit einem leicht harzigen und ruchtigen Note uns unvergesslich macht! Ich sagte heute zu Fabio, dass es immer ein Bild bei diesem Tee in mir aufkommt: ein schönes Mädchen spaziert durch eine wilde üppige Landschaft zwischen Wasserfall, Felsen und ururalten Bäumen! Das süsse und die Schönheit des Mädchen begleitet von der starken natürlichen Landschaft!
Jeanine möchte in 10 Jahren ihr Teehaus in Australia eröffnen. Sie will bei mir alles lernen, nicht nur von Tee (wir hatten heute auch eine kleine Keramik-Stunde von Song-Dynastie). Ich bin glücklich, jemanden dabei helfen zu können, ihren Weg zu gehen! Es ist nicht ein Traum, sondern ein langer Weg! Auf diesen Weg braucht man viele aufrichtige Freunde und Demut, dass man weiß, was man vieles nicht weiß. Caleb, ihr Gatte, sagte zu mir, dass ihr Geschmack sich komplett verändert hat, seit sie jetzt nur „gute Tees“ trinken. Das kann man nicht wollen. Das geschieht einfach so.

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