Archiv für den Tag 01/10/2010

Joseki

Ich will auf ihr spielen, hikabaya na
Jetzt, wo nur der Mond und ich tsuki to ware to ni
ganz alleine sind. nari-nikeri

Eine Maus klettert im Mondlicht über eine an der Wand abgestellte Koto, die japanische Zither, und entlockt ihr dabei Töne!
Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin diese Maus.

Das 2. Vollmondkonzert mit Shakuhagi war wunderschön. Joseph brachte mir eine Überraschung, einen Aufschnitt von NZZ (Neue Zürcher Zeitung). Am vergangenen Freitag wurde sogar das Konzert mit Gedichte von Hangshan in NZZ vorgestellt. Ich habe wenig „Fehler“ gemacht, Während Wolfgang die Atmosphäre voller Konzentration und Harmonie mit Shakuhagi verzauberte. Wir, alle Anwesende waren – in Klange und Stille, Worte und Ton – eins.

Die nächsten Töne, die diese kleine Maus erklingen lässt, sind viele Ideen. Ende November wird Shui Tang mit japanischen Klänge gefüllt und man kann mitte in Zürich, in einem kleinen Laden die schöne fernöstliche Teehausatmosphäre erleben. Diesmal mit Zither (KODO) und Shakuhagi, natürlich verwöhnt und bereichert mit kulinarischen Köstlichkeit! Ich bin sehr gespannt. Das Datum werde ich noch hier posten, wenn ich mehr erfahre, was die Musiker vorhaben!

Vor einem Monat war Christoph in Shui Tang und wir tranken Tee. Zwei Löwen, die neugierig und wissensgierig sind, probierten Tee aus Lackbecher zu trinken. In meiner letzten Reise lernte ich einen Lackmeister kennen und brachte wunderschönen Lackbecher aus Bambus und Holz mit. Natürlich sind all diese schönen Dinge jetzt ausverkauft. Damals wußte Christoph noch nicht, wie das Erlebnis des Tees in einem Lackbecher sein könnte! Wir probierten es aus. Ich bereitete einen Pu Er, denn dieser Tee am nähsten zu dem getrunkenden Tee in der Sung-Dynastie – eine Zeit, wo die schönen Teatoys erfunden wurden. Der sanfte geschmedige Lackbecherrant schmeicherte einfach meine Haut. Ganz anders als Keramik. Weich, sanft und hautwarm. Ein Hauch des Luxus spürten wir unabhängig vonander. „Wow!“ Wir seufzten. Das verwöhnte Luxus-Gefühl passt „echt“ zum „Löwen!“ Christoph entschied sich ein Becher zu besitzen.

Gestern trafen viele wunderschöne Keramik aus Taiwan ein. Es sind wunderschöne Teatoys von Shino-Glasur und Jun-Glasur. Carola war bereit hin und weg. Sie sicherte sofort ihre Liebhaber. Heute kam die Gabi, eine Person von guter ästhetischen Erziehung, obwohl sie so bescheiden ist. Sie tat denselben wie Carola. Jeannie fragte mich gestern, wie will ich denn all diese schönen Dinge verkaufen? Was machen wir dann zu Weihnachten? Ich weiß auch nicht. Irgendwie liebe ich all diese schönen Dinge. Am liebsten möchte ich sie für mich behalten!
Wozu braucht man so viele verschiedene Teatoys? Denn jedes Material und jede verschiedene Glasur uns verschiedenen Zugang zum Tee und zur Beziehung mit Tee vermittelt! Ich liebe Pu Er im schönen Jun-Glasur, wobei diese nachgemachte Jun-Glasur muss mehr rötliche Veränderung aufweisen, wie es tatsächlich in Sung-Dynastie einmal war. Ein wunderschöner Anxi Tie Guanyin kommt herrlich in einem Jun-Glasur in Purpur-blauen fliessenden Fluss zur Geltung! Ein köstlicher Taiping Houkui spricht durch ein Shino-Glasur!

Franz kam heute, um die leere Teedosen wieder zu füllen. Mit Stolz zeigte ich ihm die geliebten Teatoys. Er war begeistert. Wir tranken verschiedenen Tees in verschiedenen Gefässe. Wir tauschten aus. Wir plauderten. Shino-Glasur war das erste Ofen in Japan, das versuchte die chinesischen weiße Porzellan nachzuahmen. Durch die weiße matte Oberfläche und das im Weiss versteckte feurige Temperament gewinnt Shino-Glasur eine einzigartige Ausstrahlung. Leider kommt es in Shui Tang nicht sehr gut an. Vielleicht liegt es an mir, an mein Unwissen und ich konnte es nicht gut vermitteln. Trotzdem fühlte ich mich bei der letzer Reise immer noch angezogen, angezogen von der Indivialität und die Freiheit der Feuer und heiße Rythmen, die hinter dem Zurückhalten von Weiß verbirgt! Vielleicht habe ich Franz angesteckt. Er beanspruchte vier sehr schönen Teatoys für sein Kommen! Davon eine herrliche Jun-Glasur-Schale in Abwechselung von Purpur, weiß, Blau und Rot! Das tat mir weh…

Das Nutzlose macht das Leben eben so schön!

Wie eine kleine Maus dachte ich schon, wie man Töne aus dem Zither machen kann. Es wäre so schön, in Shui Tang mit Teefreunde zusammen mit verschiedenen Material, verschiedene Tees auszuprobieren und zu experimentieren. Es ist wirklich nicht nutzlich mit all diesen Dingen zu spielen. Aber, es ist so schön!

Das Teeseminar am 31.10. ist ausgebucht

Das Teeseminar am 31.10. ist ausgebucht.
Vielen Dank für die rege Interesse!
Obwohl ich in Shui Tang keine Werbung mache und niemandem wirklich davon erzähle, ist das Seminar seit einer Woche schon ausgebucht. Viele Teefreunde kommen aus der Ferne. Ich freue mich sehr über das Vertrauen!
Die später eingetroffenen Anmeldungen nehme ich trotzdem auf. Es könnte wieder diese oder jene Veränderung geben.

In dem kommenden Seminar werden wir hart arbeiten müssen, die Vielfalt des Oolongs mit eigenem Körper zu erleben.

Ich hoffe – im Frühling 2011 könnte ich in Shui Tang Blockseminare geben, für die Leute, die sich für Zubereitung, Experimentieren und ästhetischen Umgang mit Tee und Teatoys interessieren. Vor allem hoffe ich sehr mit Kinder und Jugendlichen arbeiten zu können!