welch ein jammer

Das Leben hat Höhe und Tiefe.

Was bedeutet Arbeit? Was ist denn eine Berufung? Ist die Arbeit das, was mit dem Futter zu tun hat? Oder beinhaltet die Arbeit das, was wir als „Selbstverwirklichung“ verstehen wollen?

Und jede Arbeit ist hart.

Wäre ich wo anders glücklicher sein? Wäre ich wo anders mein Frieden finden?

Wenn ich Yoga mache, wäre ich glücklicher? Wenn ich die Tasche von LV besitze, bin ich besser?

„Was wir ganz einfach und 

rein bewahren sollten

zum eigenen Vorteil missbrauchen

die selbsttüchtigen Menschen es

immer wieder

welch ein jammer“

Nach einem Arbeitstag kam ich endlich zum Briefkasten. Mein Teevater Detlef schrieb mir die paar Zeilen von Verse des Rikyu als Anschluss an unser Gespräch vor einem Monat. Damals fragte ich ihn, was wohl die Kraft sein sollte, weshalb wir auf den so genannten Teeweg gehen. Er antwortete damals in der Dunkelheit, “ meine liebe Menglin, weil es uns schlecht geht. Weil wir auf der Suche im Aussen sind, weil wir jammern.“

Er schrieb im den wenigen Zeilen, “ Von Sen No Rykyu (1521-1591) wird berichtet, dass er oft diesen Vers von Jichin Osho (1155-1225) vor sich hingesummt haben soll.“

Ich spürte die warmen salzigen Tropfen auf mein Gesicht.

3 Gedanken zu „welch ein jammer

  1. Achim

    Liebe Meng-Lin Chou,
    viel Energie wünsche ich Ihnen und glaube, dass Sie bald aus dem Jammertal heraus finden werden. Ich bin sehr fasziniert bin von Ihrem Teeblog. Die Art und Weise wie Sie schreiben, wie Sie von Ihrer Arbeit und Ihren Erlebnissen mit dem Tee berichten, wie Sie Ihre ganz besondere Beziehung zum Tee vermitteln, das hat meinem Eindruck nach eine große Kraft.
    Viele Grüße von Achim aus Norddeutschland

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  2. Menglin

    Vielen Dank für deine ermutigenden Worte.
    Ich glaube nicht, dass man auf das Jammern verzichten kann. Das gehört wohl zum Unzulänglichkeit des Lebens.
    Frühlingshafte Grüsse aus Zürich!

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  3. Marc

    Es ist doch auch schon, wenn das Leben einem nicht immer die gleiche Stimmung beschert. Ein Wenig auf und ab gehört schon dazu. Man muss es akzeptieren, doch ich bin der festen Überzeugung, das wissen Sie bereits.

    Beste Grüße in die Schweiz.

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