Tee und Kindererziehung

Liebe Menglin,

Ich hatte heute einen interessanten Gedanken beim Teetrinken. Wir haben ja im Kurs sehr viele Proben kosten dürfen. Darunter auch einige, die nicht besonders gut geschmeckt haben. Dieser Geschmackseindruck hatte sich eigentlich auch schon optisch vorausgekündigt. Die zwei Teesorten, die ich mitgebracht hatte, brauchtest du z.B. noch nicht einmal aufzubrühen. Allein schon das Aussehen der Blätter hat gereicht um zu wissen, ob sie die Behandlung erfahren haben um etwas Besonderes zu werden und um dem Teeliebhaber Freude zu bereiten.

Was mich auch fasziniert ist die Tatsache, dass im Prinzip von ein und demselben Teebaum, Tee von ganz unterschiedlicher Güte gewonnen werden kann. Das erinnert mich irgendwie an Menschen. Wenn man mal von den genetischen Unterschieden absieht, verhält es sich doch sehr ähnlich. Die Art und Weise wie man ein Kind von klein auf behandelt, ob man ihm Liebe schenkt und sinnvoll fördert, auf seine speziellen Bedürfnisse eingeht, erkennt welches Potenzial in ihm steckt also die richtigen Bedingungen schafft, damit etwas Besonderes entstehen kann sind für seine Entwicklung unverkennbare Faktoren. Schau dir doch die Menschen ringsherum an. Manchen ist ihr Unglück doch förmlich ins Gesicht geschrieben. Man sieht fast (ohne sie zu schmecken, ohne mit ihnen zu sprechen) an ihrem Aussehen, in welcher seelischer Verfassung sie sich befinden und welche grausame Behandlung sie erfahren haben. Wie beim Tee eben. Natürlich braucht es schon etwas an Sensibilität und Erfahrung um so fein sehen (schmecken) zu können. Könnte uns der Tee vielleicht dabei helfen so feine und sensible Menschen zu werden? Acht zu geben, wie wir mit allem was uns umgibt umgehen? Ich denke viele Probleme der heutigen Gesellschaft wären einfach behoben, wenn doch die Menschen die Behandlung erfahren würden, die sie brauchten, damit sie sich so entwickeln könnten, wie ein ganz besonderer Tee eben. Nicht nur äußerlich, sondern in allen Belangen, die einen Menschen erst zum Menschen machen. Zu „Besseren Menschen“ halt.

Naja genug philosophiert für heute 🙂

Viele Grüsse
Cenk

Lieber Cenk, das Praxis des Tees vermittelt uns eben diese Fähigkeiten zu entwickeln Grenze zu überschreiten: sehen ohne zu sehen; hören ohne zu hören; denken ohne zu denken. Wir werden alle frei von der Einschränkung der fassbaren Sinne und nehmen Dinge wahr, was vordergründlich nicht fassbar und messbar erscheint.

In der chinesischen Kultur existiert ein Ideal, anstatt Jemanden zu werden, sich selbst zu werden. „Tian Sheng wo cai bi you yong.“ – jeder Mensch hat nach seinem Geburt einen Platz in diesem Kosmos. Wenn jedes Kind nicht zu irgendjemanden erzwungen werden muss, wird unsere Welt friedlicher. Ich hasste solche Frage, wenn ich als Kind gefragt wurde, „Menglin, was willst Du werden?“ Ich antwortete immer „Die Präsidentin!“ Diese Antwort aus dem Mund eines Mädchens schockte oft Erwachsene – das wollte ich wohl auch. Nun antwortete ich auf die Frage, wenn eine Frau/Mann mich fragt, „Menglin, willst Du nicht ein Kind?“ „Ich bin unfruchtbar.“

Du hättest keinen Informatiker werden sollen, sondern ein Philosoph, der allerdings viel weniger verdient. Also bleib so wie Du bist.

Gute Nacht!

Menglin

5 Gedanken zu „Tee und Kindererziehung

  1. Jörg

    Hallo an Alle,
    Informatiker und Feingeist das passt nicht. Man hat ein Analytiker zu sein. So lernen wir das, so ist das eben. Basta.
    Du Cenk beweist eindrucksvoll dass es doch geht. Schöne Worte nette Gedanken ohne dein wahrscheinlich gewohntes C++ Umfeld. Grins

    Jörg

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  2. Jörg

    Hallo an Alle,
    Informatiker und Feingeist das passt nicht. Man hat ein Analytiker zu sein. So lernen wir das, so ist das eben. Basta.
    Du Cenk beweist eindrucksvoll dass es doch geht. Schöne Worte nette Gedanken ohne dein wahrscheinlich gewohntes C++ Umfeld. Grins

    Jörg

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  3. Jörg

    Wer weiß, wer weiß????
    Wenn ich mich jetzt als „Killerspiel-Spieler“ oute, der das ganze sogar im Umfeld eines Clans macht /machte, dann ist das eine Sache die man mir sicherlich auch nicht zugeschrieben hätte, oder????? Aber glaube mir auch im Clan habe ich die Tee-Fraktion würdig vertreten. Lustig wurde es immer dann wenn ich zur LanParty mit Wasserkocher, Gaiwan und Tee angereist bin anstatt mit dem handelsüblichen Bierkasten. Aber ich habe den Spagat zwischen sophisticated tea und einer Panzerfahrt im Spiel stets gemeistert.
    Die Welt braucht Querdenker.
    Grins

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  4. Jörg

    Wer weiß, wer weiß????
    Wenn ich mich jetzt als „Killerspiel-Spieler“ oute, der das ganze sogar im Umfeld eines Clans macht /machte, dann ist das eine Sache die man mir sicherlich auch nicht zugeschrieben hätte, oder????? Aber glaube mir auch im Clan habe ich die Tee-Fraktion würdig vertreten. Lustig wurde es immer dann wenn ich zur LanParty mit Wasserkocher, Gaiwan und Tee angereist bin anstatt mit dem handelsüblichen Bierkasten. Aber ich habe den Spagat zwischen sophisticated tea und einer Panzerfahrt im Spiel stets gemeistert.
    Die Welt braucht Querdenker.
    Grins

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