Welcher Tee zu welcher Jahreszeit

Heute habe ich einen interessanten Artikel über die Wechselbeziehung des Teetrinkens und der Jahreszeiten gelesen.

Teetrinken ist in alten China gesundheituntersützend. Je nach der Jahreszeit wird verschiedener Tee empfohlen, um Gesundheit zu fördern.

In dem Frühling wird Blumentee gerne empfohlen. Denn der Frühling Wachstum signalisiert und Entfalten stimuliert. Blumentee wie Jasmintee, Osmanthus Oolong wirken sanft wärmend und vertreibt die innere Kälte aus dem Körper. Somit könnte unser Körper sich vom Winter erholen und entfalten. Das Yang wird stimuliert und wir fühlen uns inspiriert – auch wegen dem Duft des Tees? Natürlicher Blumentee duftet fein und bringt Schwung ins Alltag. Die Frühlingsmüdigkeit könnte dadurch besser überwunden werden und wir fühlen uns vom Winter und Depression „erfrischt“.

Im Sommer wäre ein Grüntee das ideale Getränk, um die innere und äußere Hitze zu vertreiben. Ich habe in letzen Beitrag viel dafrüber geschrieben. Nur der legendäre Kräuterarzt Li Shizhen sprach etwas gegen Grüntee, wenn man unter kalten Magen und Darm leidet (wenn das Magen- und Darmproblem durch Hand darauf Legen verbessert werden kann) und Frauen müssen besonders auf den Grüntee Konsum achten. Denn Grüntee kühlte den Körper stark ab und verbraucht übermässigen Konsum (Yin und Yang sind nicht mehr im Gleichgewicht) die Lebensenergie – Qi.

Im Herbst ist das Klima trocken und staubig (das beste Beispiel Spanien im Herbst…trocken, gelb und überall Staub) Man hat oft das Gefühl, dass man auch austrocknet (obwohl es jetzt noch Sommer ist, fühle ich mich heute schon so…). In diesem Zustand wäre schön, einen Oolong zu trinken. Oolongtee hat die Eigenschaften zwischen Grüntee und rotem Tee. Weder kalt, noch heiß. Er befeuchtet und wärmt zugleich. Der spezielle „Yun“ – schöne balsamierende Abgang im Hals wirkt besonders pflegend und angenehm in der Trockenheit.

Im Winter sollte man eher den roten Tee oder nicht künstlich behandelten Pu Er trinken. Das Yang im Körper geht mit dem Jahreszeitwechsel zurück. Der rote Tee und der natürliche Pu Er Tee spendieren uns Wärme auf einer sanfter Weise und harmonieren das Yin und Yang in einer kalten Jahreszeit! Der künstlich fermentierte Pu Er enthält im Vergleich mit dem natürlich gelagerten Pu Er sehr viel zugesetzte Hitze, die unseren Körper eher aus dem Gleichgewicht bringt als harmonisiert!

Das ist ein anderes Aspekt des Tees.

Ich wünsche Euch viel Freude und neuen Impuls zum Tee! 

Matcha Zeit

Es ist Matcha Time! Es ist einfach zu heiss. Hier in Mitte Europa erlebt man nicht nur extreme verschiedene Menschen (nett und böse), sondern auch extremen klimatischen Wechsel!!

Teemeister Ulrich Haas in Freiburg gab mir ein Rezept für Matcha Eis:

2 Eigelb mit 5 Esslöffel Zurcker verrühren bis weiss.

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1/4 L Sahne schlagen

Anschliessend Sahne, Eigelb und Matcha (1-2 Teelöffel) zusammen mischen. 

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2 Eiweiss schlagen. Am Ende 1 Esslöffel Zucker dazu. Diese Eiweiss-Masse den Sahne-Matcha Creme unterrühren. Tiefkühlen.

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Grüntee ist nach der chinesischen Medizin abkühlend und Qi-senkend. Im Sommer ist es die ideale Zeit, diesen Tee zu trinken. Er vertreibt die innere Hitze, wirkt entgiftend und befeuchtet den Organismen – baut Yin-Energie auf (wenn man nicht zu viel trinken und dauernd Wasser lassen muss – Tee trinken ohne zu übertreiben). Li Shizhen, ein legendärer chinesischer Arzt, der ein Kräuter-Bible (Ben Cao Gang Mu) geschrieben hat, warnte vor übertriebenen Grüntee-Konsum, dass viele Frauenkrankheiten und Kältekrankheiten dadurch entstehen könnten. Er äusserte gleichzeitig sein Bedenken über Auswirkung der falschen Teeherstellung und falschem Zeitpunkt der Pflückung.

Teetrinken könnte unsere Erlebnisse bereichern und das Leben auf verschiedene Art und Weise bewegen. Andererseits könnte er uns gesundheitlich unterstützen. Trotzdem ist er ein Naturprodukt, der dem kosmischen Rythmus unterliegt. Teetrinken ohne zu übertreiben und auf die Jahreszeit und Uhrzeit zu achten, helfen uns den Teegenuss ohne Bedenken zu erleben.

TEE WEG

 

Bodman

Abendmahl in Bodman. Detlef und Ingrid mit einem unerwateten Gast

Unter der stichigen Hitze stand ich im Bahnhof Radolfzell und wartete vergebens auf Detlef. Wir haben abgemacht, zu einer Schale Tee. Im Telefon entschudligte sich Imgrid, dass die von der Hitze beschädigten alten Teeleute in Bodman nicht mehr von der vereinbarten Teetreff wussten. Er „rasierte“ gerade seinen Garten und ahnte nicht, dass ich im Bahnhof stand.

Auf dem Garten reichte mir Detlef sein neues Werk: „CHADO TEEWEG. Literatur und Praxis im deutschsprachigen Bereich„.

Nach mehr als 10 Jahre TEE WEG, blickte Detlef zurück, wie er auf diesen Weg kam. Er fragte sich ebenfalls wie der TEE WEG nach Westen kam. In letzem Winter machte er sich auf den Weg des Forschens und fand verschiedene interessante verborgene Quelle, wie der Teeweg im Westen erfahren und verbereitet wurde.

Die Missionaren waren die ersten, die den Teeweg in die Berührung kamen. Wie haben Sie denn ihre Fremderfahrung in ihrer abendländischen Erfahrungshorizont eingeordnet? Wer waren die ersten Vermittler, die zwischen den Kulturen lebten? Wie wurde TEE WEG überhaupt verstanden?

Lieber Teefreunde, mach´Euch auf den interessanten Weg, um diese noch nicht „erfahrene“ Vergangenheit zu entdecken – als Orient und Okzident noch so „gegensätzlich“ erschien und „unberührt“ war…

Englisch

Der LITERATURbericht beginnt mit den Rückmeldungen der Jesuiten, die ab Mitte des 16. Jahrhunderts die japanische Teezeremonie in die Missionsarbeit in Japan integriert hatten. Dann folgt eine detaillierte Darstellung der Arbeiten von Engelbert Kaempfer und Philipp Franz von Siebold, die im Dienste der VOC auf Deshima zwei bzw. sechs Jahre stationiert waren und detaillierte Informationen über das abgeschlossene Japan sammeln konnten. Nach der Öffnung Japans erscheinen bis 1914 sieben Berichte zur Teezeremonie von Entwicklungs-Experten, die im Dienste der japanischen Regierung im Lande tätig waren. Auch das in schwedischer Sprache 1911 erschienene Buch von Ida Trotzig wird vorgestellt. In der Zeit zwischen den Weltkriegen erscheinen fünf Arbeiten, darunter auch die deutsche Übersetzung (1919) des 1906 in Boston verlegten „Book of Tea“ von Kakuzo Okakura. Die umfangreiche Arbeit von Anna Berliner „Der Teekult in Japan“ (1930) wird in einem eigenen Kapitel gewürdigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erscheinen neunzehn weitere Arbeiten in deutscher Sprache über den Teeweg, sie werden chronologisch abgehandelt. Auf „Das Buch vom Tee“, das in vier deutschen Übersetzungen inzwischen vorliegt, wird in einem eigenen Kapitel ausführlich eingegangen und der Autor als früher Grenzgänger zwischen Ost und West vorgestellt. Im Exkurs „Teeweg als Gegenstand der Sozialforschung“ werden zwei aktuelle Arbeiten von japanischen Wissenschaftlerinnen über die heutige Situation des Teeunterrichts in Japan referiert. Unter PRAXIS wird das Japanische Teehaus im Englischen Garten beschrieben, eine Schenkung des XV Großmeisters der Urasenke-Teeschule an die Stadt München. Ausserdem werden die heutigen Einrichtungen und Schulungsmöglichkeiten der Urasenke-Teeschule im deutschsprachigen Bereich vorgestellt. Der Text ist mit 37 Bildtafeln zu Personen und Dokumenten illustriert.

Was ist ein gelagerter Oolong?

Vergleich zwei gelagerten Oolongs

Oben: Aufguss von Dongding Jahrgang 1981 mit aufgegossenen offenen Blätter; unten Aufguss von Ban Tianyao 1993 mit aufgegossenen Blätter. 

Teefreund Gerhard hat mir einen gelagerten Oolong aus Wuyishan 武夷山 geschickt. Dieser Tee heißt Ban Tianyao 半天妖 ein sehr berühmter Yancha!

Heute goss ich ihn mit Freude auf und war sehr gespannt auf einen Yancha von 1993!

Der Tee duftet sehr stark nach dem Feuer, als ich die Tüte öffnete. Der Röstungsduft ist sehr dominant, so dass ich den Tee selbst kaum wahrnehmen kann. Der Tee wurde aufgegossen und der Aufguss war recht dunkel. Der frisch zubereitete Yancha duftet leicht säuerlich – ja, ein Merkmal eines gelagerten Oolong. Jedoch ist der Duft dominiert von der Röstungsnote. Der Ausguss schmeckt leicht geschmeidig und stark nach der Röstung – malzig, schwer. Der Abgang kam mir ziemlich heftig vor: er wirkt zusammenziehend und trocknet mein Hals sehr stark – so dass mein Hals in nächsten paar Stunden wie verbrannt wäre.

Ich konnte es mir nicht vorstellen – ein Yancha von 1993? Wie sollte ein gelagerter Oolong sein?

Sofort holte ich einen Dongding Oolong 凍頂烏龍 Jahrgang 1981. Diesen Tee erhielt ich vor einem Monat von Teataster Chen. Er wurde ebenfalls aufgefrischt. Nun schmeckt die Nuance der Röstung nur noch sehr schwach und andere Noten kommen zur Geltung. Der frische Duft, der nach Pflaumen duftet, die kurz vor der Reifung platzt – lieblich, säuerlich und süß. Der Aufguss schmeckte sehr geschmeidig, balsamierte mein Hals und die Würze aromatisierten den Mund! Ein Tee, der gereift wurde und immer noch weiter reift, könnte einen frischen Tee zu einer reifen Frucht verwandeln.

Ein gut gelagerter Oolong schmeckt lebendig. Aufgrund seiner speziellen halben Fermentation schmeckt ein gelagerter Oolong nach einem Pflaumen, der kurz vor der Reifung platzt! Säuerlich und süß! Der Aufguss schmeckt sanft und geschmeidig aufgrund der guten Lagerung. Der Abgang ist wohltuend! Die aufgegossenen Blätter sind vollständig aufgegangen, elastisch und stark – nicht verkohlt, auch nicht grün.

Man kann selbst Oolong lagern – dieser Tee verändert sich auf einer sehr interessanter Art und Weise – wegen seiner speziellen Fermentation. Manche Teebauer erfrischen gelagerten Oolong jedes Jahr, weil die Feuchtigkeit in Taiwan den Tee schaden könnte. Dadurch werden die Blätter verkohlt und der Tee ist praktisch wie tot! Manche Teebauer erfrischen den Tee, bevor sie ihn verkaufen. Die erfrischende Röstung schmeckt zwar anfangs stark, aber schwächt nach paar Wochen. Der Tee bleibt lebendig und die erlebnisreiche und genussvolle Duftnote und Geschmack kommen wunderbar zur Geltung!

Hast Du auch Oolong daheim, der Dir zuerst nicht schmeckt? Versuch´ ihn doch zu lagern. In fünf Jahren zeigt er Dir eine Überraschung!

Milchverkäufer und die Entwicklung des Tees

Qigong Meister Chen erzählte mir eine Geschichte, als ein Seminarteilnehmer seines Kurs nach seinem Rückkehr nach Taiwan eine so genannte Einführung für alle anderen Seminarteilnehmer anbieten wollte. Seiner Meinung nach hat der Meister Chen keinen Rücksicht auf „Basis-Wissen“ von Qigong. Meister antwortete darauf mit dieser Geschichte.

Ein Milchverkäufer kaufte die Milch direkt beim Bauer ab und mischte anschließend Wasser in die Milch. Der nächste Händler kaufte bei ihm ab und mischte anschließend Zusatzaroma hinzu. Der nächste Händler kaufte bei dem Verkäufer ab und mischte anschließend noch mehr Zutaten hinein, um noch mehr „persönliche“ Noten hervorzuheben. Der Endkonsument kaufte bei dem Händler ab und wusste schon nicht mehr, wie eine „reine“ Milch schmecken kann…

Diese Geschichte erinnert mich an Aromatisierung des Tees.

Man ist nicht zufrieden mit dem reinen Aroma des Tees und fügt vermeintliche Aromastoffe hinzu. Oder besser gesagt, dass man den Zugang verloren hat, den Tee in seinem reinen Geschmack zu entdecken! Man glaubt nicht mehr an eigene Empfindung und Entdeckungsfähigkeit, sondern an die industrielle Anfertigung, die mit Geschmacksverstärke und reizenden Zusatzaromen. Der reine hochwertige Tee, dessen Duft und Aroma erst durch Aufguss zum Ausdruck kommt, ist in ersten Linien unauffällig und muss erst von Teetrinker entdeckt werden. Ein Massentee, dessen eigenen Duft und Aroma spärlich ist, kann durch Zusatzstoffe „aufgewertet“ werden und „überfällt“ vielen Nasen. Aber dieser Tee ist „geschminkt“ und wir wissen nicht, wie sein wirkliches Gesicht ist. Der Teeverkäufer hat wie der Milchverkäufer den Tee „verfeinert“, damit man nicht mehr weis, wie der Tee war!

Wir mischen heute Erdbeeren und Himbeeren „identisches“ Aroma hinzu und im Winter Schokolade und Zimt. Dieses Jahr haben wir diesen neuen Geschmack kreiert und nächstes Jahr? Noch mehr Aroma, noch mehr Neuigkeiten und noch größere Sensation? Unser Geist ist ständig in Rottieren – wie ein Hamster auf dem Rad, in der Suche nach Trend, nach neuen Erlebnissen und nach unentdeckten „Geschmack“! Die Dinge so wie sie sind zu sehen, zu erleben und zu genießen, können immer weniger Menschen. Der Jagd nach dem Aroma und Geschmack widerspiegelt dem Geist unserer Zeit!

Das ist der Hintergrund, warum Meister Chen mich ermutigte, die Kultur des Tees so zu vermitteln, wie sie ist, ohne meine persönliche Neigung beizumischen.

Guzhang Maojian

Guzhang Maojian ist ein berühmter grüner Tee aus Hunan, China. Er kommt aus Wuling Gebirge, Landkreis Guzhang. Ein Gegend von oft benebelten üppigen Wälder mit genügend Niederschlag.
Die direkte starke Sonnestrahlung wird hier erst gegen 9 Uhr spürbar, nachdem die Wolken weitergezogen sind. Jedes Jahr wird dieser Tee von guter Qualität vor dem April gepflückt – ähnlich wie Longjing. Nach 8 aufwendigem Verfahren wird dieser Tee erst hergestellt:
Pflücken von einem Tipp und einem Blatt.
kurzes Ruhen ohne Sonnestrahlung
Erhitzen
Rollen
Ruhen und abkühlen
Formen
Trocknen
Sortieren
Dieser Tee ist in einer Nadelform (ähnlich wie bei kap. Sencha), heller leicht gelblicher grüner Aufguss, feiner lieblicher Abgang. Frischer klarer eleganter blumiger Duft, der sich leicht an Minz, an Melissen erinnert.
Dieser Tee wurde seit Han-Dynastie (220 AC)dokumentiert. In Tang-Dynastie (7.-9. Jh) wurde er als Kaiser-Tribut Tee ausgewählt. 1982 wurde Guzhang Maojian als 10 bester chinesischer Tee ausgezeichnet.

PS. ich habe in Europa früher schon Guzhang Maojian probiert. Dann habe ich mich gefragt, wie kann es sein, dass dieser Tee zu 10 besten chinesischen Tees gehört? Der Aufguss war einwenig trübt und der Duft war schwer. Die trockene Blätter zeigen keine Glanz.

Nun durch den Kontakt zu einem Teebauer in Hunan konnte ich endlich verstehen und „erleben“, warum dieser Tee zu 10 besten chinesischen Tees zählt!

Nanyue Maofeng 南岳毛峰

Man leidet unter der Sommer-Hitze oft Kreislauf-Probleme und Migräne. Eine Tasse Grüntee könnte unsere innere (Stress) und äußere Hitze lindern. In China trinkt man gerne im Sommer eine Tasse Longjing, um sich zu entspannen.

 

Vor einer Woche erhielt ich einen wunderschönen Grüntee aus Hunan, China. Dieser Tee hat zwar eine lange Tradition, ist allerdings im Westen kaum bekannt.

Nanyue Maofeng wächst im Henshan Gebirge 衡山, wo als einer der fünf bekanntesten Bergen Chinas 五嶽 bezeichnet wird und sich seit Tausend Jahren unzählige taoistische und buddhistische Einsiedlerei und Tempel befinden. Der Tee wächst zwischen 800 bis 1000 Meter hohen Gebirge, wo kaum Umwelt Verschmutzung vorhanden ist. Nebel und Wolken herrscht die Umgebung. Durch wenige Sonnestrahlung und ausreichende Niederschlag enthält dieser Tee feines außergewöhnliches Aroma.

 

Nanyue Maofeng wurde seit Tang Dynastie (618-907) als kaiserlichen Tribut-Tee berühmt. Er wurde in Lu Yu 陸羽 Cha Jing 茶經 bereits dokumentiert. In Tang Shi (offizielle Geschichte der Tang Dynastie) wurde beschrieben, dass der Tee aus Hengshan unvergleichbar gewesen sei. Die Geschichte des Nanyue Maofengs wird begleitet mit einer taoistischen und buddhistischen Tradition, die in Hengshan-Gebirge seit Tausenden Jahren etabliert und verschiedene Höhepunkt erlebt.

 

Nanyue Maofeng

Nanyue Maofeng

Dieser Tee schmeckt frisch nach Frühlingstriebe. Leichte Kastanien-Note und leicht blumige Aroma kennzeichnen diesen wunderbaren Tee. Nach der Erkalten duftet es leicht eine zarte Spur nach Zitrus-Blüte. Maofeng hat immer spiral-formige Blätter. Da dieser Tee im frühen Frühling hergestellt wurden, sieht man die frische leuchtende grüne Farbe, die oft bei dem Grüntee auf dem europäischen Teemarkt nicht zu sehen ist.

Nanyue Maofeng, Jahrgang März 2006. Nanyue (Landkreis), Hunan, China.

 

Hengshan Map

Hengshan Map

 

Wann sollen wir Pu Er trinken?

Warum sollen wir Pu Er Tee nicht nach 15.30 trinken?

Theoretisch kann man alles machen, was man machen will. Warum sollen wir im Winter Mantel anziehen, wenn unserer Körper genug Wärme enthält. Natürlich kann man Pu-Er nach 15.30 noch trinken, solang man Tee nur als Genussmittel betrachtet und Mensch getrennt von der Natur wahrnimmt. Man kann Pu Er so trinken, wie man es gerne hat, so lang man sich wohl dabei fühlt. Für Chinesen ist der Mensch das, was er trinkt und isst. Er nimmt die Energie (was wir gerne als Qi verstehen) von seiner Umwelt und Nahrungsmittel auf. Wenn er Pommes und Schnitzel isst, bekommt er dessen Energie. Darum sollten Menschen mit Zuckerkrankheiten vorsichtig mit „Götterspeise“ umgehen!

Andererseits ist der Mensch nicht getrennt von dem ganzen Kosmos. Jeder von uns unterliegt dem Einfluss von Umwelt – vom Jahreswechsel (die so genannte Wetterfühligkeit…), von Wohnort und vom Klima! Im Winter brauchen wir mehr Wärme, während wir im Sommer gerne Kühle haben. Im Winter essen wir gerne Käsefondue oder Fondue Chinoise, während wir im Sommer gerne Mövenpick Eis lecken. In der chinesischen Medizin beeinflussen die Sonne bzw. die Uhrzeiten unsere Organe. Nach bestimmten Uhrzeiten sollen wir uns zur Ruhe kommen, weil unsere Organe Energie auftanken müssen.

Tee ist ebenfalls ein Energielieferant für uns. (Das ist allerdings nur ein Aspekt des Tees. Man trinkt den Tee, weil man ihn gerne trinkt – nicht wegen seiner so genannten Wirkung! Wenn ein Tee uns nicht schmeckt, braucht der Körper wohl ihn auch nicht.) Wenn wir Grüntee trinken, genießen wir den feinen frischen Geschmack und erfrischenden Aspekt. Da Grüntee unseren Körper abkühlt, könnte es ungünstig für Menschen, die eher Wärme bräuchte – z.B. ich. Ein Pu Er Tee, ein gelagerter Tee, ein roter Tee oder ein stark gerösteter Oolong spendieren uns eher Wärme und Kräfte zu arbeiten. In China gibt es eine Tradition mit Tee, Lebensenergie zu pflegen. Mit rotem Tee pflegt man schöne Haut und guten Stoffwechsel, während man mit grünem Tee die geistige Arbeit vorantreibt.

Nach 15.30 sollte man schauen, dass der Körper langsam zur Ruhe kommt – nicht alles auf einmal, sondern langsam. Tee, der uns Energie spendiert, sollte vermieden werden. Für eine bewusste Ernährung wäre z.B. Rettich zu empfehlen. Nicht nur Tee und Kaffee, was so genanntes Koffein enthält, sollte mit Vorsicht genossen werden. Eigentlich alle Nahrungsmittel, was uns Yang-Energie (Wärme) spendieren, sollte bewusst am Abend vermieden werden- z. B. Ingwer und Pfeffer. (Mit Ausnahme von Nachtmensch, der gerne durch Nächste feiert und arbeitet.)

Meine Meinung nach ist der „Wellness Yogi Tee“, der als „No Black“ Tee (ohne Aufpusch-Wirkung) geworben wird, nicht unproblematisch.

Glauben Sie an es, oder nicht? Ist es eine Glaubenssache? Kann man selbst nicht durch bewusstes Leben bei sich beobachten und erleben? Müssen wir alles von den Zeitungen und Bücher oder Experten überzeugt werden?

Ich möchte hier keine Wahrheiten verkünden. Es ist nur ein kleines Aspekt, was Tee uns vermitteln kann – bewusst mit unserem Körper umzugehen, der mit der Natur und dessen Rhythmus im Einklang steht.

Schließlich sollten Sie bei Fragen, Sich an Apotheke und Ärzten wenden 🙂

 

Gongfu Cha (Kungfu Cha)

Meister Chen ezählte mir, was er unter Kongfu Cha versteht. Jeder kennt das Wort Gongfu und weiß, dass diese Terminologie mit dem Kampfsport zusammenhängt. Für einen Qi-Gong Meister bedeutet Gongfu Cha wirklich eine Art von Tee-Zubereitung, die mit Qi (Energie) gearbeitet wird.

Er schaute mich genau zu und beobachte, wie ich den Tee zubereite. Lächelnd erklärte  er mir, was für eine Rolle „Qi“ im Tee spielt.

Qi bereichert den Tee und verändert ihn. Wenn wir die Teeblätter in unserer Hand nehmen und bewusst tief ein- und ausatmen, nehmen die Blätter unsere Energie auf. Wenn wir gesund sind, wäre es eine Bereicherung für den Tee. Wenn wir gerade nicht in gutem Zustand sind, wäre es nicht immer positiv. Es geht nicht um Aroma des Tees, sondern um die Energie des Tees, wie er in uns wirkt.

Jeder Tee hat seinen spezifischen energetischen Haushalt, der sich in uns auswirkt. Ein grüner Tee erfrischt den Geist, kühlt den Körper gleichzeitig ab. Ein Pu Er, der unsere Energie sanft aufbauen könnte, sollte ein natürlich gelagerter und alter Pu Er sein. Dieser Tee wäre nach 15.30 nicht mehr geeignet zu trinken – man hat zu viel Energie. Nun durch das Qi von uns könnte den Tee zusätzlich energetisiert werden. Meister Chen erklärt mir, dass er auf diese Art und Weise Gongfu Cha praktiziert.

Auf der Teefest im China Garten Zürich zeigte er viele Teeliebhaber, die sich bei uns verweilten, wie er die Teekanne „energetisiert“. Er hielt die Teekanne in der Hand und atmete bewusst ein und aus. Eine Teekanne sah sofort glänzend aus und strahlte eine Lebendigkeit aus. Die Zuschauer waren entzückt von der „Magie“ des Qi. Meister lächelte und sagte, „Das kannst Du eigentlich auch. Du muss es einfach selbst ausprobieren und erleben!“