Pestizid-Cocktails in der Grüntee-Tasse – Kassensturz – Schweiz er Fernsehen: SF Videoportal

Rafael schickte mir heute das LInk mit folgendem Kommentar:
Ich weiss, dass für dich Bio
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=57bcf713-ed37-4b5d-857f-f6b2ce18e7b9

Von meinem iPhone gesendet
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Das muss jeder selbst wissen, was das Wichtigste für jeden ist. Ich habe kein Recht, die Handlung des anderen zu beurteilen.
Moral ist ein Spiel von Menschen, die ihre Lebenseinstellung in die Welt druchsetzen wollen. Unmoralisch und unbequem wird man, wenn plötzlich entdeckt, dass es ausser dem Kopf noch ein Herz hat. Und das Herz kennt Kompromisse nicht.

Keine Ausbeutung, kein Fairtrade.
Kein Gier nach billigen Produkten und kein Gier nach Reichtum gibt es keine
Massenprodukte.
Keine Illusion, kein Leiden.
Alles existieren in Gegensätze.

Was bedeutet Luxus?
Was bedeutet Moral?
Was ist die rechte Lebensführung?
Ich werde versuchen über diese Thematik zu schreiben.
Anregung für das unbequeme Denken Unfair Trade: How Big Business Exploits
the World’s Poor – and Why It Doesn’t Have To
von Conor Woodmen

Abgesehen von der ganzen Diskussion ist das Teehaus Winterthur ein wunderschönes Geschäft. Frau Amsler eine schone und kompetente Teeliebhaberin.

Geld und der Widerstand

Ich lebe von Sucht des anderen. Oft fühle ich mich verantwortlich, meinen Klienten zu warnen, dass diese Droge, den Sie kaufen, süchtig macht! Ich habe eine nicht zu rettende Sucht von Dianhong und Pu Er. Noch schlimmer – meine Sucht nach Kaffee. Also das Geschäft mit dem Sucht von Menschen…
Die Frage von dem Besucher am Donnerstag klingt immer noch an mein Ohr: „Warum sind Sie denn hier in Zürich!“ er sagte in einer Klarheit, „diese Stadt stinkt!“ Ich antwortet mit einem Schalk, „Natürlich wegen Geld!“ Ich bin niemandem eine Rechenschaft schuldig, weshalb ich hier bin – sicher nicht wegen Liebe. Wegen Geld? Er hat gelacht und sagte, „das Göttliche Wesen ist keck.“
Wenn es sich ergibt, ergibt immer spannende Gespräch am diesen Teetisch. Ich kenne mein Gegenüber nicht, aber irgendwie nichts ist zufällig. Wenn man das Geschäft bewundert, fühle ich mich immer unschuldig. Das Geschäft ist von Ursula Kaspar gestalten. Ich habe nur die Dinge ausgestellt, fertig. Wenn es sich ergibt, kommen die Besucher wieder, manchmal mit einem kurzen Abstand, manchmal mit einem sehr langen Abstand. Es ist freie Willen von jedem. Vor paar Wochen wurde ein prächtiger Besucher von meiner Klientin gebracht. Scheinbar ein Aphaltier. Ich sollte ihm einen Tee machen, was ihm passt. Ich wähle den Dancong Shuixian, faccettenreich, aromatisch und widerstandsfähig. Das Herbe und die bittere Nuance des Tees sind die geradeliniege Eigenständigkeit. Obwohl dieser Tee die geschmeidigen Schönheit gleichzeitig offenbart. Das macht diesen Tee eben widerstandfähig, weil man ihn immer wieder, immer wieder trinken will… Als er wusste dass ich ihm einen „widerstandsfähigen“ Tee machte, wurde er sprachlos. „So wie Sie.“ sagte ich einfach und wusste nicht, was dieser Satz alles bewegte.
Dann kam dieser widerstandsfähige Herr wieder und erzählte mir, dass es schlaflose Nächte gab und seine Widerstand gegen verschiedene Dinge, die er bereits im Leben trug wurde auf einmal sichtbar. Der Satz war eine Art wie Medizin. Ich schaute ihn sehr unschuldig an. Ich kann echt nichts dafür, sagte ich. Dann wollte er wissen, warum ich in meinem Buch über Urangst und Existenzangst schrieb, das sei ja selten. Eherllich gesagt, dass es doch so gewöhnlich, dass wir miteinadner in dieser Welt darüber sprechen. Ist es privat? Die alten Griechen haben darüber philosophiert und Sisyphus hat uns gezeigt, dass wir alle die Ambivalenz von Ja und Nein aushalten müssen. Und jeden Tag vom neu Anfangen zu fragen, Ja oder nein? Warum haben wir alle Sehnsucht nach Einheit und suchen es vermeintlich nach Aussen mit irgendjemandem? Eben wegen Angst. Ich bin da nicht alleine. Wir sprachen viel miteinander, dann kam Sandro, auch ein spezielles Paradiesvögel. Spannend was für Menschen zueinander geführt werden – ich schaue immer mit einem Schmunzeln zu. Beim Abschied wollte er mir für das Gespräch bezahlen. Ich verweigere es. Ich habe kein Mangelgefühl an Geld (aber ich kann Geld immer gebrauchen). Sein Gesicht war sprachlos. Ich scherzte mit einem Schalk – „Mache doch ein Geschenk für mich!“ (ich bin nicht scharf auf ein Geschenk.) Dann rief er, „Ach, jetzt muss ich ein Geschenk für Dich kaufen…“ In seiner Verzweifelung wusste ich, dass da doch etwas getroffen wurde – aber ich bin wirklich unschuldig. Ich wünsche ihm erholsame Nächte.
Ja, es ist einfacher mit Geld die menschlichen Beziehung zu regeln. Ein Geschenk ist zu viel mit Preisgeben. Das tut einem Menschen aus diesem Alpenland schwer. Ein Geben ist oft verknüpft mit einer Erwartung. Eine Erwartung kann hier selten ausgesprochen werden. Aber ich weiss, dass es Dinge in dieser Welt gibt, die nicht an irgendeiner Bedingung verknüpft ist. Ich möchte so leben.
Sandro staunte, was für Leute sich hier versammeln und was für Stories wir später miteinander kauen können. Er seufzte. Dann kam Jörg, mit dem ich etwas zum Nachtessen abmachte. Sandro ging und kam in 15 Minuten, brachte mir ein Geschenk zum Abeschied…
Am nächsten Tag kam Otto, ein gebildeter und gesprächiger Verleger. Ich erzählte ihm was so läuft. Beim Abschied sagte er zu meinem nächsten Besucher, „Viel Spass bei einem Tee-Gottesdienst.“

Veränderungen

Mich fragen Leute oft, wie man Tee richtig lagert. Mich fragen Leute oft, wie lange man einen Tee tatsächlich lagern kann.
Man kann einen Tee lagern, wenn der Tee gut genug ist, zu lagern…
Wozu lagerst Du einen Tee, der sich gar nicht verändert?
Martin Sutter schrieb, dass die Zeit nicht existiert, sondern nur Veränderungen.
Diesen Satz kann ich nur unterschreiben. Die Zeit ist etwas wie ein Konstrukt und wir glauben daran, dass es tatsächlich gibt. Aber die Veränderungen – die können wir nicht aufhalten.
Veränderungen sind aber in unserer modernen Gesellschaft nicht sehr erwünscht, vor allem die natürliche Veränderung. Wir wollen gerne die Dinge sich so verlaufen, wie wir es gerne haben. Warum denn eigentlich? Sehr wahrscheinlich wegen Angst. Angst vor Unkontrollierbarkeit.
Meine Antwort auf diese Fragen, die man mir wöchentlich stellt, ist nicht spektakulär…
Wenn ich den guten gelagerten Pu Er oder Oolong anschauen, weiss ich, dass sie gewisse Kriterien erfüllen. Die Blätter sind lang genug am Baum gelassen, die Herstellung sorgfältig genug, um die Teeblätter richtig zu erhitzen und Teefladen ausreichend in der Luft trocknen zu lassen oder meisterhaft geröstet. Damit diese erzeugten Teeblätter die Witterung und Zeit gut überdauern. Weil die Veränderung an Teeblätter ein fester intergrativer Bestandteil des Teeverständnis war, bereitet man sich für die Veränderungen vor!
Tee verändert sich. Wir auch.
Und die Zeit ist so was von ohne Bedeutung.
Heute wollen wir die schönen Grüntee und Oolong im Kühlschrank aufbewahren und die Pu Ers zum veralten beschleunigen. Was sollte dabei festgehalten werden?
So antwortete ich heute meinen letzten Besucher. Es war Lichterfest, ich wollte früher gehen und Men kann sich um Shui Tang kümmern. Aber ein ansprüchsvoller und frecher Teemensch verhinderte mein Plan. Ich kann mich gut an ihn erinnern. Vor zwei Jahren war er da. Er sagte, wenn der Oriental Beauty nicht gut ist, dann sehe ich ihn nie wieder. Meine Antwort war schnell und klar: „Das ist Ihr Verlust!“
Heute fragte er mich wegen Lagerung und wollte die magischen Tee meiner Lager anschauen. Meine magischen Tees… „Haben Sie es verdient?“ Frech und blitzschnell bin ich auch. Es war natürlich nur der Anfang. Ich schätze Menschen, die frech aber mit Formatt sind, sich preiszugeben. Ich lud ihn ein für eine Tasse Bangwei aus meinen magischen Kiste. Dann wurde es auf einmal stil. Ich geniesse diese Leere am Tisch. Eine Vertrautheit mit einem Fremden. Wörter wurden überflüssig. Also er sagte zu mir, er wollte gar nicht nach Zürich, nur weil der Zug nicht in Talwiel hält. Also sein Pech, sagte ich. Er würde wieder kommen, wenn er es nicht vergesse. Ich sagte, das macht ja gar nichts.
Am Ende des Lichterfestes sagte dieser sehr stolze, freche wortgewandte Besucher zu mir, dass dieser Ort eine unglaubliche Bereicherung sei für Zürich. Den Tee braucht Zürich und hier sei die Hohenspriesterin. Also, eine neue Bezeichnung für das Haustier in Shui Tang. Ich betrachtete diese Veränderung zwischen diesem Stunde, vergesse aber nicht, wo ich herkomme. In Züge der Veränderung fragt man sich dringend, was bleibt? Ich bleibe bei mir.

Ein Raum im Tee

Vor einer halb geöffneten Tür, Du denkst, Du könntest von einer möglichen Landschaft ahnen. Die wirkliche Landschaft lässt sich nur bewundern, wenn Du diese halb offene Tür öffnest. Tee ist dieser Garten. Ein Garten, wo Menschen sich begegnen und versammeln, um gemeinsam etwas Wunderbares zu schaffen oder einmalige Momente miteinander zu teilen. Manchmal begegnet man auch nur sich selbst.
Normalerweise bin ich selten mittwochs im Geschäft. Weil ich zu erschöpft auf der Reise war, war ich zufällig am diesen Mittwoch da anstatt Dienstag. Am jenen Nachmittag versammelten sich paar Freunde in Shui Tang, um drei interessante Tees aus tiefen Wald Yunnans zu degustieren.
Als ich ins Geschäft kam, schwizte Men, weil drei Herren auf Tees warteten. Wahrscheinlich Ungeduldige. Der jüngere wollte Celadon-Tassen erwerben, dann hat der ältere Herr diese Tassen geschnappt. Während sie streiteten, wer diese Tassen kaufen durfte, schlug ich dem älteren Herrn vor, die matten Celadon anzuschauen. Er zweifelte an meinen Vorschlag: “ glauben Sie, dass so etwas zu mir passen würde?“ Ich nickte meinen Kopf und sagte sehr überzeugt, dass diese matten zurückhaltenden Tassen eine ruhige Eleganz ausstrahlen und genau dies würde ihm sehr passen. Nach einem geschwiegenen Moment fingen beiden Herren wieder an zu streiten, wer diese Tassen kaufen dürfen. Ich staunte aber versicherte, dass ich je ein Set an jedem verkaufen konnte. Dann wurden immer mehr Schönheiten von Shui Tang von diesem Herrn aus hohen Norden entdeckt und immer weniger loslassen konnte. Dann wollte er mit mir über den Preis verhandeln. Der Preis von einem Teil der Schönheiten lag etwas im 1300 CHF und er wollte 1000 bezahlen. Ich lächelte und sagte ihm sehr freundlich, dass er nicht alles kaufen musste. „Lassen Sie doch diese schönen Dinge weiter bei mir bleiben. Sie müssen ja gar nicht kaufen.“ Er staunte und staunte. „Das, was ich heute bei Ihnen sehe, habe ich noch nie in meinem Leben gesehen – Sie einschliesslich.“ Er zeigte auf mich. Ich war sprachlos über die Kommentare. Eigentlich gehöre ich nicht Shui Tang. Mir gehört aber der Laden! Ich bewegte mich nicht in der Verhandlung. Ich bin nicht stolz. Stolz-Sein bringt einen nicht weiter. Aber Würde möchte ich mir selbst und meinem Gegenüber einbringen. In Würde möchte ich leben.
Es war ein verrückter Mittwoch, als ob alle Sammler sich an diesen Tag abgemacht hätten. Es ist amüsant zu sehen, wie Menschen in Shui Tang ausflippen, nur weil man sich nah an Schönheit des Lebens fühlt. Aber machmal frage ich mich schon, was sie eigentlich sammeln!
Gegen Abend trafen wir mit Gleichgesinnten am Teetisch. Philipp rief zuerst mich an und sagte, dass sein Magen verdorben sei. Als er kam, war die Stimmung leicht eingedämmt. Als die Tees aufgegossen wurden, wurde es plötzlich auf einmal anders. Sein Magen tat nicht mehr weh und der Tee erhellte das Gemüt. Hanspeter seufzte, dass diese Tees gar nicht für den Genuss sein… „Menglin, sie sind für die spirituellen Momente. Jenseits von dem, was wir kennen!“ „Wie alt sind diese Bäume?“ „Sehr alt. Sehr wahrscheinlich aus dem 9. Jahrhundert.“ Hanspeter fing an zu träumen. „Wie wäre es, wenn- „
Wenn wir diesen Tee trinken, eine Geschichte aus dem Tang-Dynastie anhören, zu lauschen, was auf dieser Seidenstrasse stattgefunden hat und dabei von einem wunderbaren Stück von Musik begleitet bekommen… Das Leben ist fast perfekt… Nicht wahr?
Beim essen sagte Hanspeter zu mir, dass ich ein Gestirn in Zürich sei… Ein Gestirn jenseits vom Markt. Das, was heute aufgegossen und erlebt wurde, sei absolut und nicht vergleichbar. Absolut und unvergleichbar sind wir alle. Im Tee begegnen wir das einzigartige und würdige Ich. Und aus diesem Bewusstsein können wunderbare Zusammenkunft und werke geschaffen werden!

Altstadt Lichterfest

Altstadt Lichterfest

Lichterfest_Einladungskarte_2012_web.pdf

Am 22.11. ist die traditionelle Lichtfest in der Altstadt Zürichs. Die
Geschäfte sind bis 20 Uhr geöffnet. In nächsten Tagen werde ich
veröffentlichen wegen speziellen Verkaufstagen am Sonntag im Dezember. Nach den Weihnachten werden Shui Tang wieder für zwei Wochen geschlossen.
Lichtvolle Tage wünsche ich allen!

Zwischen Licht und Schatten

In Bodman streitetn Detlef und Ingrid oft wegen Licht oder Schatten. Einer bevorzugt einen schattigen Teeraum, der andere wünscht gut sehen zu können.
„So sieht man ja gar nichts!“
„Was muss man denn da sehen?“
Ich hielt mich immer voll daraus. Licht und Schatten existieren ja immer gleichzeitig. Eine Ambivalenz der Menschen.
In unserem alten Haus waren Zimmer immer ganz dunkel. Nur manchmal schien die Sonne ins Zimmer und ich beobachtete als Kind die tanzenden Staub im Lichstrahl. Ein sehr altes Haus hat sehr viel Schatten. Auch die Beleuchtungen konnten nur die Schattierung noch klarer leuchten.
Heute morgen erzählte mir Ulrich beim Frühstück, wie der Aufenthalt in Japan ihn verändert. Er hat dort gelernt, Schatten in der Helligkeit zu intergrieren. Eine schöne perfekte Schale muss man mit Spot sehen und will mit viel Bewunderung gesehen werden. So ist unser modernes Leben und ästhetisches Konzept konzepiert. Aber eine handgekenetete Raku-Schale, eine dunkle Tenmuku Chawan verlieren im Schatten vollkommen ihre Farbe. Unsere Augen treten in der Dämmerung in den Hintergrund. In Schattierung der Dunkelheit fassen wir die Teeschale an und berühren die schmalen Teelöffel. Nur der Geschmack des Tees ist vielleicht noch fassbar für den Intellekt. Was für die Wahrnehmung bleibt, ist der Kontakt zwischen Hände und Objekte. Eine Rakuschale gewinnt an Lebendigkeit und füllt die Leere zwischen den Finger…
Es war ein sehr schöner Sonntag mit Heiterkeit und Wissensgier. Der Teeraum war voll gefüllt. Die Stimmung war so high, dass ich unbedingt ein Steak essen wollte. Nur weil ich ein Steak nach so viel Geschwätz über Tee unbedingt essen wollte, gingen wir allen mit ins Steakhaus. Die Jünger aus Aarau waren sehr sympatisch und fit. Peter war so in Fahrt, dass er uns alle eingeladen hat! Ich kenne Peter seit 1999, genau so lang wie den Chanoyu. Selten sehe ich ihn, aber es spielt überhaupt gar keine Rolle. Das Wesentliche ist nie mit Augen zu sehen. Beim Abschied umarmte er mich und sagte zu mir: „Menglin, versprichst Du mir, dass Du immer so lustig bleibst!“ Ich weinte fast und war sprachlos. Was ist denn das, was hinter der Fröhlichkeit steckt? Aber ich halte diese Ambivalenz schon aus, mit aller Kräften. Ich nickte meinen Kopf.
Nach dem Abschied mit Ulrich flanierte ich alleine in Freiburg, eine Stadt voller Erinnerungen. Ich wusste, dass ich zu Markhalle gehen muss und zu Cafe Kolanda. Ich muss schauen, ob alles noch in Ordnung bleibt. Es existiert keine Zeit, nur Veränderungen. Ich habe Angst vor Veränderungen. Ich fand einen Platz visavis von einer sympatischen Dame. Wir teilten den kleinen Bistro-Tisch. Eine Leere füllt den Raum zwischen uns. Wir assen zusammen, ohne füreinander zu interessieren. Wir ahnen das Dasein voneinander, ohne gegenseitig anzuerkennen. Eine sehr angenehme Unverbindlichkeit. Ich atmete auf und genoss diese Leere. Nachher werde ich in den ICE einsteigen und zu einem Ort fahren, wo inzwischen mein Zuhause wurde. Eine Ambivalenz von Vertrautheit und Gebundensein. Ich kann es aushalten, sagte ich zu mir.
Am Frühstücktisch unterhielten wir uns noch über das Sterben. Ich sagte, dass der Tod das einzige ist im Leben, worauf wir gar keinen Einfluss haben – auf die Art, wie es stattfindet – ausser dem Freitod. Und es ist gut so. Ulrich sagte, die Asiaten haben einen anderen Umgang mit dem Sterben. Ich dachte an meine Mutter und dann an mich selbst.
Nach Markthalle trank ich eine Tasse bei Kolanda und dann ging ich unbewusst noch ein Stückchen weiter. Als ich an die Confiserie Rafael Mutter vorbei lief, wurde es mir klar, warum mir plötzlich das Früstückgespräch einfiel. Ich stand vor der Confiserie und sah ein Bild von Ulla. Das war unser letzter gemeinsamer Rundgang vor ihrem Tod. Ulla und ich sass im Oktoberwetter noch draussen und teilten ein Stück Kuchen. Sie muss inzwischen die Ambivalenz nicht mehr aushalten. Aber ich tue es – freiwllig. Ich schob entschlossen die Tür auf und fing an zu schoppen.

Reisebericht einer Teereise 2011

Reisebericht.docx

Wer sich fuer den Prozess der Entstehung des Tees interessiert, kann von dem Reisebericht von Steffi profitieren.
Diese Berichte sind auch unter diesem Link zu lesen
http://ziehzeit.blogspot.de/2012/10/die-story-eine-teereise-nach-taiwan.html

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, genau vor einem Jahr – wie wir Bier und Whisky getrunken haben, weil wir Tagesueber zu wenig Tee bekamen. Steffi hat mir eine große Welt des Whiskys geöffnet! Dies auf einer Teereise!