Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Andrea, Andrea!

Andrea, Andrea!

Ich habe mich sehr gefreut, über den spontanen Besuch von Andrea! Ein Teefee aus Wunderland! Obwohl sie als Teefachfrau, die eine langjährige Erfahrungen im Teebranchen tätig ist und sich bestens mit Tee-Szene auskennt, war sie bescheiden und wissensgierig. Sie sagte immer, sie will etwas von mir lernen. Was hätte ich sie lehren können? Umgekehrt, ich lerne von ihrem starken Wille, die nicht aufgibt, Menschen näher zum Tee zu bringen. Sie glaube an Freude der Menschen, wenn sie etwas neues entdecken. Sie glauben an die schöne Kunst des Tees, der Menschen bereichern. (Ich hätte wahrscheinlich Mühe, mit Teetrinker zu kommunizieren, die gerne aromatisierten Tees trinken. In der Tat ist es mir auch egal, was die anderen machen, denn ich muss ja nicht das trinken, was sie tun. Jeder Mensch hat einen freien Wille und sein Recht, das Leben so oder so zu richten.) Andrea ist anders. Sie bemüht sich mit den Leute zu sprechen und Dinge zu zeigen. Das Resultat ist oft das Anstecken der Begeisterung! Ich bewundere sie.

Es war ein wunderschöner sonniger Tag, aber mein Gemüt war schwer. Aber Andrea schaffte es, mich aus dem Schwermut zu holen und mich mit ihrer Lebensfreude und Begeiterung zu einem Land der Leichtigkeit verführen!

Sie verprach mir, sobald mein Hilfsruf Karlsruhe erreichte, sofort in den Zug zu springen. Was will man denn mehr im Leben, Freunde zu haben, die zu einem stehen?

Mit Andrea war es nie langweilig. Ich begleitete sie zum Auto wie ich letztes Mal sie zum Zug begleitete. Eigentlich fiel es mir schwer, sie wegfahren zu lassen. Eine Person, die mir Geborgenheit schenkt und Freude ansteckt, würde ich so gerne in der Nähe haben!

Anschliessend fuhr ich ganz spontan zu meinem Tee-Schwesterchen Carola. Ich wußte, dass es dort auch jemanden gibt, der mich umarmt.

Zukünftige Verpackung von Tee in Shui Tang

Chraqi hat verschiedene Entwurf für die Tee-Verpackung in Shui Tang gemacht.

Hier.

Und jeder Tee bekommt sogar eine eigene Stick! Chraqi sagte immer, „Cool!“ Seine Leichtigkeit tut mir wirklich sehr gut. Ich als ein faules Löwe, stelle mir immer Dinge als sehr kompliziert und schwer umzusetzen vor. Am liebsten mache ich nur das Notwendigsten anstatt was vielleicht das Bessere. Auf meine naive und dumme Überlegungen reagiert Chragi immer „cool!“

Es ist überhaupt nicht schwer, sich mit jemanden vertraut zu machen. Chraqi ist begeistert von Shui Tang, obwohl er die Welt des Tees erst eintrat. Seine Begeisterung war so offensichtlich, dass diese Begeisterung mich wiederum begeistert! Als ich ihm den seltenen Orchideen Dancong Qilan schenkte, weil er ihm so gut schmeckte, sagte er mir, „Yeep! Ich kann damit Frauen beeindrücken!“ Cheers! Richtig süss.

Der Schlüssel

Der Schlüssel

Zuerst war es nur ein Modellhaus, was Jörg und Marcel für mich baute. Carola nannte es Puppenhaus. Ich sollte jeden Tag Puppen spielen, damit ich mich an den Ablauf und die Situationen gewöhnen kann!
Im Geist war es nur ein Modellhaus und es schien so weit entfernt. Ich ging nach Berlin, nach Bangkok, nach Taiwan und mit der Gruppe durch die Teebergen. Nun kam ich zurück. Das Haus ist in einem neuen Glanz…

Wistaria 

Das Haus duftet nach Wistaria! Das entzückende Gemälde schickte ich sofort per Handy in die alle Richtungen. Meine Schwester sagte, unser Teelehrer Aton würde sofort kommen – nur Wistaria wegen! Akuan würde kommen wegen Schokolade.

Der Laden schien gute Leute gefunden zu haben. Er strahlt im Licht und Licht aus.

Laden 

Ganz leise lief ich hinein. Der Maler machte gerade pause. Der Hausherr war nicht zu finden. Die Tür war offen. Ich schleichte ganz leise, ich wollte den Hausgeist nicht stören. Er kennt mich noch nicht gut, obwohl er mich gefunden hat. Wir werden uns bestimmt vertragen, aber ich bin noch nicht offiziell da. 

In der Ruhe bewundere ich die Ruhe. In der Ruhe bewundere ich die liebvollen Details, die Onejiang (Schwesterchen) Ursula (die Shui-Tang Designerin) und meine lieben Vermieterin in meiner Abwesenheit verzauberten.

Als meine Vermieter mir zeigten, was nun alles steht. Mich überkam ein glückliches Strom. Sie haben ihre Liebe in diesem Haus gesteckt. Diese Liebe bekomme ich für Shui-Tang. einfach so. Hochwertige Renovation und erstklassige Ausstattung! „Ich weiß nicht, was ich sagen soll! All das was Sie für mich tun, weiss ich sehr zu schätzen!“ sagte ich zu den beiden lieben Leute. „Sie sind auch immer so gültig zu uns.“ meine Vermieterin nahm meine Hand. Der Schlüssel zum Shui-Tang war die Liebe zum Tee von Hubert – er hat mir diesen Ort vermittelt. Mein schlüssel zum Shui-Tang war meine Liebe und Leidenschaft zum Tee, die ich nicht aufgebe. Den Schlüssel von Schui-Tang bekam ich von diesen lieben Leute, weil sie ihr Haus lieben. Sie geben und tun das Beste für ihr Haus. Shui-Tang hat das Glück, hier zu sein!

Ich bekam den Schlüssel. Morgen kann ich Chragi zeigen, damit er weiter an Shui-Tang Brand arbeiten kann. Ich wollte noch viele Leute zeigen, die den Schlüssel zum Shui-Tang haben – die Liebe zum Tee. Vielleicht, vielleicht ist der Schlüssel zu anderen Teeliebhaber die gemeimsame Sprache des Herzen!

Shui-Tang ist nicht Menglin. Zuerst wurden meine Vermieter enttäuscht, dass mein Name nichts mit dem Brand zu tun hat. Ich versuchte ihnen zu erklären, dass gute Dinge für sich selbst sprechen. Shui-Tang ist ein Synonum von guten Tee. Shui-Tang kann für sich sprechen. Menglin steht dahinter, aber es ist nicht Menglin, die der Schlüssel ist. Es sind die Liebe zum Tee, die Liebhaber des Tees, die gemeinsam Shui-Tang tragen, und das Herz, das hier ausgelebt werden kann!

Ganbarimashou!

In Mittenacht ist das wahre Licht

Die Morgendaemmerung ist nicht hell.

Die Zeit vergeht wie ein Pfeil. Ploetzlich stehe ich vor der Schwelle, einen weiteren Schritt zu schreiten. In welcher Richtung, in welche Ungewissheit? Wie ein Blinder in einem dunklen Tunnel stehe ich vor der Ungewissheit der Zukunft. Wie soll das Projekt Shuitang weiter gehen? Wie soll die Verpackung aussehen? Wie soll das Teehaus tatsaechlich aussehen? Wie mein Konzept wirklich in Zuerich  aufgenommen werden? Wie sollte das Ganze in der Tat finanziert werden?

Viele Fragehzeichen ohne Antwort. Wie in der Mittenacht ohne Licht.

Die Nacht ist lang. Der Winter ist muehselig. Vor der Morgendaemmerung spuere ich ein Ungeduld, ein Hunger nach Licht.

Die Idee mit einem Teehaus reifte seit Jahren in meiner Seele. Seit Jahren pflege ich den Wuensch einen Ort fuer Menschen zu schaffen, einen Ort der Begegnung und erleben. Immer wiedr glaube ich, wenn die Zeit reif ist, wird das Unisversum mir eine Antwort schicken. Ich hoffe, ich bin in der Lage dieses Zeichen wahrzunehmen. Die Chance bekommt jeder, sie wahrzunehmen kann nicht jeder. Es war wie ein langes Geburt bis die tragenden Energie zusammenfinden. Die Idee begeisterte mich und begeistert viele Menschen. Ich habe das Gefuehl, als ob Shuitang ein eigenstaendiges Wesen waere, selbst zu organisieren. Shuitang findet sein Liebhaber, die fuer sie schaffen. Shuitang findet Leute, die sie pflegen. Ich bin nur der Initiator, der die Idee aus der geistigen Ebende auf der materiellen Ebene konkretisiert. Im Grund genommen macht Shuitang selbst. Ich muss nur wach sein, die tragenden Energie aufzunemen, zuzulassen und zusammen arbeiten lassen. Die Leute finden zueinander, die ein wunderbares Teehaus wie Shuitang verwirklichen. Manchmal fuehle ich mich richtig ueberfluessig, denn die momentane Arbeit wie Inneneinrichtung und Blend Entwicklung nicht meine Staerke ist und ich ueberlasse lieber anderen Profis, die besser sind! Ich bin sehr dankebar fuer allen, die mithelfen und mit tragen!

Kurz vor meinem Abflug sind alle Helfer nervoes! So lang! Ein ganzes April! Ich war furchtbar nervoes. Denn es nicht nur das Teehaus Shuitang vor meinen Aguen steht, sondern auch die very special Teereise von Teeclub Schweiz! Hoffentlich geht alles reibungslos ueber die Buehne und ich kann im Flugzeug Richtung Europa wieder ausatmen!

In Mittennacht ist das wahre Licht, die Morgendaemmerung ist nicht hell – sagte ein chinesisches Zenmeister. Ich weiss nicht, wie lang dieser Prozess mich noch begleitet. Auch in dieser dunklen Zeit werde ich mit dem inneren Licht begleitet, Vertrauen in mich selbst und in Menschen, die zu mir stehen. Die Menschen, die zu uns stehen sind das wahre Licht genau in Dunkelheit. Oft sehen wir sie nur nicht, weil wir vergeblich nach einer Vorstellung suchen. In der Morgendaemmerung verschwindet die Grenze der Dunkelheit und ueberall gluaben wir Licht zu finden.

Ursula sagte mir ganz kur vor meinem Abflug – eine Seele wie meine eigene Schwester, asiatischer als asiatisch. „Menglin, Ganbarimashou!“ Ganbarimashou! „Gebe es nicht auf! Gebe Gas, wir machen es gemeinsam weiter!“

Liebe Freunde, Ganbarimashou! 

Shui Tang

Sonne schien wunderbar über den Himmel Zürichs. Mit einer Leichtigkeit und frühlingshafter Stimme fuhr ich zum Techno-Park und wollte Roger abholen. Wir möchte weiter über das Shui-Tang Projekt besprechen.

Ohne Roger wäre das Teeblog tee.kaywa.com nicht hier, ohne Roger wären viele Teefreundschaften zwischen Cyperspace nicht entstanden, ohne Roger wäre Shui-Tang lang noch nicht da!

Wie hat dieser Mann eine Ahnung bekommen, in einer unbekannten uninteressanten Person wie mich etwas zu fördern und ein Potential zu erkennen? Er müsste ein gutes Riecher haben! Ich vertraue ihn und vertraue seine Intuition. Gerne bespreche ich mit ihm und Miriam über vielen Dingen, gerne lass mich von ihm führen. Der Name Shui-Tang war seine Idee, eine interessante Idee, eine vielversprechende Idee.

Shui Tang 水堂 bedeutet in Chinesisch:

Wasser und Ansammlungsort. Ort des Wassers. Ort der Quelle.

Shui (sui) 美 Tang 堂 bedeutet in Taiwanesisch (meine Muttersprache, die in der Tangzeit als Mandarin gesprochen wurde):

Schöner Ort.

Shui水 Tang 湯 bedeutet in Japanisch:

Heißes und kaltes Wasser

Ein Ort des schönen Wassers, ein Ort der Ansammlungen von schönen Dingen, ein Ort der Quelle!

水美堂, Shui Tang in Zürich!

Ich möchte mich hier noch einmal ausdrücklich bei Miriam und Roger Fischer bedanken!

Angst und Vision

Angst und Vision

Foto: Ein Kulturnachmittag mit jap. Kammermusik, Lesung und Tee in Zürich

Freundin Anna kam aus Berlin und war zutiefst besorgt wegen meinem neuen Projekt mit dem Teehaus an der Spiegelgasse. Sie redete mir zwei Tage lang über die Gefahr, wie ich mich finanziell ruinieren kann. Ich sollte wieder zurück nach Deutschland und dort etwas machen anstatt in diesem Bergland umgebend von Mountain-People, die eigentlich nur Kühe und Bankier haben. „Was willst Du von den Menschen hier?“ „Nichts. Ich will nur meine Vision verwirklichen.“ „Hast Du keine Angst.“ Oh, doch. Eine ganze Menge.

 

Eine ganze Menge Angst begleitet mich schon seit Geburt. Angst steuert unbewusst unser Leben, treiben uns in die Anhängigkeitsbeziehung und entscheidet unseren Weg. Aus Angst werden wir konditioniert, auf den widerstandlosen Weg zu gehen. In einer Krisenzeit reagieren wir meistens auf Angst und aus der Konditionierung. Selten hören wir auf unsere Intuition. Auch wenn ich eine ganze Menge Angst beobachte, sollte ich mein Leben der Angst übergebe?

 

Urangst, die mit Existenz verbunden ist, ist ein Spiegelbild unseres Selbst. Ein Kampf ist von Anfang an verloren. Ich sehe sie und kann nur mit ihr befreundet sein. Angst kann mich bremsen, verhindern und meinen Boden wegziehen, in eine Abhängigkeit zu treiben, Menschen zu gefallen, Dinge aufzublasen und das wahre Ich aus den Augen zu verlieren. Muss man tatsächlich armselig werden, wenn man in der materiellen Armut steckt? Ist der innere Reichtum zwangsläufig abhängig von der materiellen Fülle? Ich sehe eine große Lektion des Lebens vor mir, eine Erbsenprinzessin.

 

Wenn die Angst die bremsende Kraft im Leben ist, was wäre die treibende Kraft unser armseliges Dasein?

 

In meiner ersten Reise nach China, traf ich mein „Teespion“ Luo in Fuzhou. Es war unsere erste Begegnung. Ein aufrichtiger schüchterner Mann, der mich in den ersten 15 Minuten nicht in die Augen anschauen konnte, zeigte mir mit einem chinesischen maskulinen Stolz die Stadt. Er lief vor mir und gab mir das Gefühl beschützt zu sein. Mit seiner in den Teebranchen tätigen Studienkollegin gingen wir zusammen in ein sehr edles Teehaus. Ein hübsches Mädchen geschminkt und geschmückt von einem chinesischen Kleid bereitete Tee für uns zu. Das Gespräch fing mit Celadon an. Luo fragte mich, ob ich koreanisches Celadon kenne. Ich liebte einst Celadon, Celadon in jeglicher Interpretation bis ich den Keramiker Hsu kennen lernte. Celadon, meistens ein Blendwerk, glänzt in grün. Selten schafft ein Keramiker Celadon matt und die Farbe zwischen Himmelblau und grün zu brennen. Koreanisches Celadon, andere Farbton, andere Art des Berührens und ein anderes Gefühl der Schwerkraft. Für mich ist das koreanische Celadon schwerer, dunkler und eigenartig. Wir sprachen über viele Dinge, viele schöne Dinge und noch mehr Dinge über die Schönheit des Lebens. Das Mädchen, mit ihren Orchideenfinger stets Tee zubereitete, fragte mich, ob sie alle diese schönen Dinge lernen kann, wenn sie nach Taiwan geht. Sie würde so gerne mit mir nach Taiwan gehen, diese schönen Dinge für ihr Leben zu lernen. Mich schauten sechs Augen an. Sechs leuchtende Augen voller Lebenshunger und Freude. Luo sagte, er würde gerne mit mir nach Taiwan gehen, bei meinem Lehrer Tee lernen. Seine Kollegin sagte, sie hat die Liebe zum Tee nie in dieser Form erlebt. Schöne Dinge geben uns Kraft zu glauben, dass das Leben sich zum Guten wendet. Schöne Dinge geben uns Licht und zeigen, wohin wir weiter gehen wollen – zur Veränderung, zum Aufbruch in ein anderes Ufer.

 

Wir suchen bewusst oder unbewusst die Nähe bestimmten Menschen. Wir vermissen bewusst oder unbewusst Begeleitung bestimmten Dinge. Manche finden es in Tee, manche finden es in Fernsehen, manche finden es in Sex. Die Dinge sind unschuldig und spiegeln nur, wer wir sind. Die Dinge sind unschuldig und spiegeln uns nur, wie wir sie sehen. Wie wir sie sehen, entscheidet dann, ob wir Glück anziehen oder Pech.

In diesen leuchtenden Augen am diesen Herbstabend sah ich Licht und die treibende Kraft in Menschen, die mir vorher unbekannt waren, aber ab jenem Moment Weggefährten wurden. Wir werden diesen kurzen Abend nicht vergessen, dass wir von schönen Dingen umgebend waren und so nah an die Schönheit des Lebens saßen. Wir waren im Einklang mit allen.

 

Heute Nachmittag lass Dirk den Text von Okakura. Was ist Teeismus? Okakura erklärte ihn in kurze Sätze:

Teeismus ist ein Kult, gegründet auf die Verehrung des Schönen inmitten der schmutzigen Tatsache des Alltags… Den Wesen nach ist er eine Vereherung des Unvollkommenen, denn er ist ein zarter Versuch, etwas Mögliches zu vollenden in diesem Unmöglichen, das wir Leben nennen.

 

Das Projekt, in der Bankenstadt Zürich ein Teehaus zu starten, ist ein zarter Versuch, etwas Mögliches zu vollenden in diesem Unmöglichen, das wir Leben nennen.

Ein Teehaus, sehr chinesisch

Ein Teehaus, sehr chinesisch

Architektur ist nicht mein Fach. Aufgewachsen bin ich in einem alten chinesischen Einwandererhaus auf einer fremden Insel im Pazifik, das im 19. Jahrhundert stammte. Am Fluss von Taipei standen das Haus unweit am Ufer, mit einer Gartenanlage und viele kleinen Häuser. Als Kind spielte ich mit meiner Schwester allein im hintersten Garten bei einem Teepavillon. Wenn meine Großmutter aus Süden zu Besuch kam, schlief ich mit ihr in diesem Pavillon. Die ganze Nacht konnte ich aus Angst meine Augen nicht verschließen bis ich aus der Erschöpfung einschlief. Ich hörte zu viel Geistergeschichte und dachte immer, meine alte magere Großmutter, die ein verfluchtetes Grundstück allein verteidigte, würde zu einem bösen Geist in der Nacht verwandeln…

 

Die Häuser in unserem Haus waren so groß wie der Garten vertragen hat. Später wurden die Häuser eins nach dem anderen abgerissen. Ein Hof nach dem anderen. Vom Staat gezwungen und von meinem Onkel befürwortet. Mein Ururgroßvater sei reich geworden durch Sesamöl-Verkauf. Es wurde erzählt, dass es viele fette Tausendfüße gesichtet wurden, die gerne Sesamöl rochen, als das Stammhaus Stück für Stück von Backer zerstört wurde. Tausendfüße galten in China als Drachen. Das Haus habe laut fengshui-Meister eine Drachenhöhle, was Reichtum und Segen garantiert.

 

Der Yu-Yuan Garten war richtig chinesisch im Vergleich mit unser alten Haus, das von den chinesischen Einwanderer auf Formosa gebaut wurde. Meine Vorfahren bauten ein Haus in Orientierung nach „Min-Stil“ (Fujian) und die Familie leben dort seit sieben Generationen. Der Yu-Yuan Garten sah schön und prächtig aus, so prächtig, dass es mir richtig leid tut. Zwischen den vorhandenen Institutionsbauten (Völkerkundemuseum) sah der Garten zerquetscht am Ecke. Der blasse karge Garten im Winter strahlte keine Geborgenheit, sondern eine Entfremdung. Eine Entfremdung zwischen Menschen und Natur. Gerade sollte die Harmonie zwischen Menschen und Natur, zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zwischen dem Vorhandenen und dem Zukünftigen im Zentrum der chinesischen Architektur stehen, anstatt der menschlichen Willes.

 

Es war morgen früh. Oh, es war eigentlich um 11.15. Mit den anderen Besucher aus Bayreuth waren wir die ersten Besucher. Ein gut deutsch sprechender Chinese kam mit einem roten Weste, die bereits verschmutzt war. Die Teekarte besteht aus Longjing, Bi Luochun, Anxi Tie Guanyin, Da Hongpao, Qimen, Dianhong und Pu Er. Ach, das wichtigste: mit Jasmin aromatisierte Teeblumen! Ich wollte einen Da Hongpao. Er sagte, er kann ihn heute nicht anbieten, weil die zuständige Dame, die Tee zelebrieren sollte, nicht da ist. Ich sollte etwas anders bestellen. Ich bestand auf den Da Hongpao. Dann kam eine Dame im Chinoserie-Kleid und lächelte. Ein Da Hongpao in Gongfu Art. Sehr schnell aufgegossen, sehr schnell abgegossen.

 

Ich möchte hier nicht über die Dinge des anderen lästern. Das Teehaus sieht schön aus. Die Möbel sind echt aus Holz und in chinesischem Stil. Die Tees werden unterschiedlich zubereitet, Mal im Glas und Mal in Gongfu. Die Literatur von Konfuzius-Institut ist sehr informativ und für mich genussvoll, zu lesen. Das Kulturprogramm hört sich wahnsinnig spannend an. Am liebsten hätte ich an jede Veranstaltung teilgenommen. Das Baozi schmeckt wirklich hervorragend. Die Gäste sind interessierte Teeliebhaber, die sich nicht scheuen vor dem langen Weg. So lernte ich die Bäckermeister aus Bayreuth. Sie waren sehr interessiert und sprachen mir sehr freundlich an. Zuerst unterhielten wir uns über Kaffee, um das Thema Tee auszuweichen. Dann erzählte ich von Georges Cafe, von seiner Leidenschaft zum Kaffee und von seiner Vision ein wirkliches Cafe für Kaffeeliebhaber zu eröffnen. Kaffeehäuser könnten ein Bildungsstätte sein, wenn der Besitzer eine Vision hat. Bei George lernt man Kaffee kennen, lieben und trinken! Meine Augen strahlten wohl auch mein Glück aus, so einen Mann kennen gelernt zu haben, an so einen Ort gewesen zu sein und so einen Genuss zu haben. Die Bäckermeisterin seufzte, „Ach, wir haben eigentlich diese Erfahrung hier gerne gemacht und gesucht!“

 

Mein Da Hongpao kostete 18 Euros. Ein Tee, der sehr grün war. Klare Orchideen-Note. Meine Kehle fühlte sich so an, als ob man sie mit Sandpapier gerieben hätte. Ich habe zwei nette Teefreunde kennen gelernt. Für mich war es ein schöner Besuch. Meine neuen Teefreunde fanden unsere Begegnung ebenfalls inspirierend und ein Foto wurde sogar gemacht als Meilenstein unseres Wegs.

Foto: Teehaus Huxin-Ting in Yu-Yuan

Feldbrunnenstraße 68, 20146 Hamburg

Kaffee, mehr als nur dunkle Bruhe II

Kaffee, mehr als nur dunkle Bruhe II

Geduld ist mir stets ein Fremdwort. Eigentlich wäre ich gleich wieder gegangen, als ich diese lange unpraktische Schlange sah. Wenn die Empfehlung dieser Kaffeerösterei  nicht von einem guten Keffeeröster wie der Stefan wäre, hätte ich bloß auf meine Ungeduld reagiert. Reaktionen auf die Emotion, die aus der gewöhnten Konditionierung entsteht, wie der unübersichtlichen Schlamm im Geist funktioniert, führt uns oft blind durchs Leben und öfter an die Wand. Geduld abzuwarten bis der Schlamm sich wieder setzt bedeutet für mich eine Aktion selbst herauszufordern. Was ist, wenn der Schlamm sich setzt?

 

Ich schaute den jungen Mädels zu, wie sie den Kaffee-Zubereitung wie die Fließbandarbeit fertigten. Die praktische schicke italienische Kaffeemaschine machte ihr Job ohne Schwankung und Beschwerden. Ich bestellte eine Tasse Hochlandskaffee aus Tansania und dachte gleich an eine dunkle Brühe, die mich bald enttäuschte. Ach, wozu landete ich denn hier? Kaffee-Trinken kann man einfach nur in Taiwan bei George. Hier in Europa versteht man Kaffee nur als dunkle Brühe, die immer so schmecken muss – aus der Maschine von Hamburg bis Sizilien. Kaffee wird nur verstanden als nüchternes Wachmittel. Ein Mittel gegen Erotik und Muße, was Menschen fern zur Arbeit hält – Arbeit, die gemacht werden muss anstatt gemacht werden möchte.

 

Die flinken Mädchen brachten eine Tasse an die Theke. Ich musste dort lange auf meinen Kaffee warten – alles, was hier geschah, nennt man SpezialitätenShop, Erlebnis-Gastronomie! Hier sollte man einen Einblick in die einstige alte Welt des Kaffeehandels vermitteln bekommen. Dort sollte man einen Überblick über erlesenen Kaffee aus ganzer Welt erhalten kann. Ein Ort des kollektiven Gedächtnisses und ein Ort der kulinarischen Bildung. Eine Bildung auf höchstem Niveau.

 

Manche Kunden standen absichtlich in der falschen Schlange und hofften, schneller bedient zu werden. Ich hatte keine Lust über die zu lästern. Wenn ich könnte, würde ich ebenfalls mit Tricks anwenden, um schneller die dunkle heiße Brühe zu bekommen. Irgendwann bekam ich meine Tasse. An der Theke musste ich schon entscheiden, ob ich Milch nehmen wollte. Ich spürte im Herzen wieder einen Stich der Schmerzen. Es war kein Ort für Kaffeeliebhaber! Wenn Milch in meinem Kaffee sank, wurde mein Kaffee einfach nur eine trinkbare Brühe. Wenn ein Kaffeeliebhaber Wahl hätte, würde er zuerst keine Milch nehmen. Wenn der Kaffee gekostet wurde, dann kann der Kaffeeliebhaber machen wie er es gerne hätte.

 

Ich vermisse eine gute Kaffeebildung in Europa, auch wenn das Getränk massenhaft konsumiert wird. Das bedeutet schon die Zahlen der Popularität? Gar nichts. Die Tasse von Speicherstadt war erstaunlich gut. Geschmeidig und vielschichtig. Erstaunlich schnell floss die Flüssigkeit in meine Kehle und eine Zufriedenheit spürte ich in den ganzen Körper. Was für ein Glück! Wenn man eine gute Tasse Kaffee bekommt! Wenn diese Rösterei doch schafft, einen guten Kaffee zu kreieren, warum sind sie zufrieden mit einem gewöhnlichen Kaffeebetrieb, das vielleicht nur Geld wirft? Wer sollte sich um die breiten Massen der Kaffeetrinker kümmern?

Ich vermisse George.

Der Besuch von Georges Kaffeehaus gehört nun in meinem Reiseplan für die Reise von Teeclub. Eine gute Kaffeebildung hilft dem Verständnis des Tees – ich bin davon überzeugt.

Als ich zum ersten bei George war, wurde ich mit 10 minutige Vorstellung über das Verständnis des Kaffees eingeleitet. Kaffee sei Fruchtsaft von einer tropischen Frucht. Samen aus dieser Frucht werden fermentiert, geschält, getrocknet und geröstet. Nach der Röstung wird diese Samen gemahlen und gebrüht. Dieser Saft schmeckt selbstverständlich fruchtig säuerlich und zeigen uns unterschiedliche Facetten wegen unterschiedlichen Herstellung und unterschiedlichen Anbaugebieten. Ähnlich wie beim Tee. Dann wurde ich aufgeklärt, dass es im Haus ein Milch-Verbot gibt, weil Milch die Verkostung von Kaffee behindert. Ich bewunderte sein Bildungsangebot in diesem kleinen Cafe in Taipei und empfing die Liebe von Hausherrn zum Kaffee. Sein Kaffee ist per Hand gebrüht. Diese Hand ist menschlich, erzeugt aber stets stabilen Aufguss. Mich wurde empfohlen, den Kaffee so lang zu trinken wie möglich. Denn der gute Kaffee entfaltet sich erst richtig durch die Zeit. In warm, in kalt und am Anfang und am Ende kann man die Nuance verschiedene Stationen feststellen – wie im Leben.

Man kann mit George über sein Verstännis von Rösten streiten. Ich war nicht für seinen Stil, aber sehr beeindruckt von seiner Überzeugung, eine Kaffebildung in dem hektischen urbanschen Labyrinth anzubieten. Sein Mut ist einzigartig wie sein Cafe in der Welt.

Was ist der kulinarische Genuss? Bei George erlebt man DIE KULTUR!

 

Als ich in  Yu-Yuan in Hamburg allein saß und Alexandera und Thomas begegnete, meinten die beiden Bäckermeister, dass sie eigentlich in diesem mehrfach berichteten Teehaus von einer Bildungsstätte für Tee suchten – TEEKULTUR anstatt Chinoserie. Ein Ort für den kulturellen Austausch, kulinarisch und sinnlich, anstatt ein Betriebstätte für ein Getränk – das haben wir genug in unseren Städten.

Kaffeerösterei Speicherstadt

Kehrwieder 5 D 20457 Hamburg

Teehaus Spiegelgasse 26 in Zürich

Ja, es ist wahr.

Heute, kurz vor dem Abflug. Das Telefon klingelt ständig und meine Schritte schreiten ständig. Der Kopf dreht ständig und der Bauch jammert ständig. Nein, eigentlich will ich nicht weg von dieser kalten nassen Stadt, auch wenn ich oft über sie lästere. Es ist nun doch die Stadt, die meine wird.

Jürg erwischte mich gestern nicht und erreichte mich heute im Tram 9. „Ich bin kurz vor Abflug!“ jammerte ich im Telefon. „Ich bin beim Abflug in Kloten! Aber ich will noch wissen, hast Du es oder nicht! Keiner weiß genau, ob Du jetzt wirklich den Laden an der Spiegelgasse hast. Im Blog kann man einfach nicht klar verstehen.“ unser Präsident (von Teeclub Schweiz) wollte unbedingt wissen kurz vor seinem Abflug nach London. Paar Stunde später schrieb Daniel mir ein SMS, „Hast Du es oder nicht? Ist es wahr oder nicht?“

Am letzen Mitwoch rief ich Thomas in Berlin an und sagte ihn, dass seine Bilder von Teefelder in Anxi und Lugu nun einen Raum bekommt, ausgestellt zu werden. Ein Raum für Menschen, für Tee und für anders Denkenden. Menschen, die vorhandene Dinge hinterfragen, die das Leben leben möchten, die sich gerne durch Überraschungen und Begegnungen bereichert werden möchten, sind hier in diesem Raum zu Hause.

Tee ist ein Medium, das alles durcheinander bringt und alles zusammen bringt.

Ich freue mich riesig!

Wie soll das Haus denn heissen?

Gestern rästelten meine Teeeltern mit mir über den Name und heute mittags mit Christoph und später mit Hubert. Es soll nicht esotherisch sein, nicht wellness-like… Ich finde den Name „Teehaus Spiegelgasse“ doch ganz nett. Jeder Europäer könnte ihn aussprechen. Mich schauten die anderen nicht ganz zufrieden an… Naja, es wird schon ein langes Geburt werden… Ich bin dankbar für jeden Tipp und Ratschläger!

Vorhin verabschiedete ich mich von Hubert, der Geburtshelfer des Teehauses. Ich fliege zuerst nach Bangkok und lass mich von Asien inspirieren. Er schmunzelte in voller Schalk, „Ja, lass Dich vorbereiten. Vorbereiten für eine harte Zeit.“ War es Schadenfreude? „Vielleicht. Ein bisschen.“ Er küsste mich ganz sanft auf meinen Backen.