Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Sommerselektion von Shui Tang

Die Sommerselektion von Shui Tang ist nun online!
http://www.shuitang.ch

Ein milder weißer Tee aus dem besten Pflueckgut, das innere Hitze sediert und ein Hauch von Entspannung am sommerlichen Abend verleiht.
Ein Oolong, der zum Loslassen und Versöhnung in der hitzigen Stimmung einlaedt.
Ein Pu Er aus dem wertvollen Two Leibes and One Bud von sehr alten Teebauemen von Yiwu Bergen stammt, vermittelt uns die suesse Seite des Lebens!

Euch wünsche ich einen genussvollen Sommer!
Ich freue mich sehr auf meinen Ferien!

Shui Tang in Monocole

Shui Tang in Monocole

Für die paar Zeilen und paar Fotos war es eine Haufen Arbeit. Paar Stunde verbracht ein Profi-Fotograf, der bereits viele VIP der Welt verewigt in Shui Tang. Ich konnte am Ende nicht mehr lächeln…
All die Arbeit für die paar Zeilen zeigt mir wie dieses berühmte Magazin arbeitet. Es geht um die Bestrebung der Perfektion, nicht um den Aufwand. Trotz dem Aufwand wurde mein Name falsch geschrieben…
Ich möchte mich hier besonders an Roger Fischer und Ursula Kaspar bedanken. Die wunderschöne Webseite und grafische Erscheinung war aus Rogers Hand und Chragis Können. Ursula ist die wirkliche Zauberin von Shui Tang. Ich bin unschuldig in dieser ganzen Geschichte – bloss zufällig dort, wo so ein wunderschöner Ort geschaffen ist!
Vor etwa fünf Jahren zeigte Roger mir das Magazin Monocole bei einem Abendessen. Er ist Fan von Monocole und das Magazin war mir nie ein Begriff. Er sagte, „Wenn Du einmal ins Monocole schaffst, dann gehörst Du zu dem „Top der Welt“.“ Ich bin ehrlich gesagt, nie ambitioniert, etwas zu werden und mache nur meine Arbeit, weil ich es will.
Es ist so entstanden – ich habe es nicht gewollt.
Shui Tang ist bald vier Jahre alt. Ich möchte mich bei allen Teefreunde bedanken, vor allem Shui Tang regelmässig kommen, tragen und helfen! Ohne Euch wäre das Teehaus nicht hier.

Tee und die Mystik des Wassers

Tee und die Mystik des Wassers

„Die Teezubereitung ist eine Kunst,
die nach der innersten Seele des Wassers sucht“.

Dieses Zitat von Soho Kitami soll uns als roter Faden durch diesen Lichtbildervortrag führen.
Wir betrachten die unterschiedlichsten Aspekte des Wassers – von der taoistischen Mystik
bis in die tägliche praktische Übung einer Teezeremonie.

Vortrag von Ulrich Haas, Teemeister in der Urasenke-Tradition des japanischen Teewewgs
und Priester der Rinzai-Tradition des Tenryu-ji.

Ort: Shuitang
Zeit: Samstag, den 1. Juni 2013
Um 18.30 Uhr
Umkostenbeitrag 20 Sfr. (Ermässigung bitte per Anfrage)
Anschliessend nach dem Vortrag gibt es einen Tee (selbstverständlich mit Wasser).
Anmeldung unbedingt erforderlich!

Tee ist unsere gemeinsame Sprache! Teil III

Meistens weiss ich nicht, wer mir in Shui Tang gegenüber sitzt. Oft interessiert es mich auch nicht. Das, was der andere macht ist häufig uninteressant. Das, was er mir offenbaren kann und will, ist interessant. Manchmal weiss ich doch, was meine Besucher machen, wenn sie mir erzählen. Dann beobachte ich, dass es eine Weile Banker-Welle gibt, eine Weile Anwälte und eine Weile Uhrenhändler. Meiste Besucher sind Banker, die mir erzählen, dass sie unbedingt ihren Beruf wechseln wollen.
Es war ein recht ruhiger Mittag. Ein Herr öffnete die Tür und fragte, ob er bei mir eine Tasse Tee trinken kann. „Was möchten Sie denn gerne trinken?“ „Was Sie für richtig halten.“ Okay. Was wollte ich ihm denn zubereiten? Ich goss eine Kanne Yiwu 2008 von You. Ein Tee, der mich an die süsse Seite des Lebens erinnert.
„Der Tee ist ausgezeichnet. Sie haben einen guten Riecher, was gut ist für mich.“
Ein Kompliment, das gut ankam.
Ich sass zu ihm. „Wo kommen Sie her?“
„Aus der Schweiz. Im Moment pendele ich zwischen Mailand und Zürich.“ eine kurze Atempause, „Ich fühle mich immer fremd als Schweizer in der Schweiz.“
Ich nickte meinen Kopf. Ja – ich fühlte mich oft an einem falschen Ort.
„Fühlen Sie Sich auch fremd hier?“ fragte er mich.
Ich wusste nicht wie zu antworten. In einem schmall talk über meine Gefühle unter den Fremden zu sprechen schaffe ich nicht.
Der Fremde wartet nicht auf meine Antwort und erzählte mir von seiner Reise in Taipei. „Taipei? waren Sie dort? Ich komme aus Taipei!“ Was für einen Zufall.
Er erzählte weiter. Ein Anwaltfreund kam mit Tränen zu einer Besprechung. Er fragte ihm, was los war. Der Freund antwortet mit Tränen, dass der Pianist Horowitz gestorben sei und er sein grösster Fan ist! „Könnten Sie Sich vorstellen, dass Sie in Zürich einen Anwalt treffen können, der wegen Horowitz weint und vor allem vor Ihnen weint?“
Ich schüttelte meinen Kopf.
„Wissen Sie, das kann nur in Asien passieren!“
Mein Besucher erzählte weiter. „Als ich zum ersten mal die alten chinesischen Bronzen in einer Ausstellung sah, wurde ich zutiefst berührt. Ich hatte keine Ahnung was vor mir stand. Aber es war mir so klar, dass es sich um etwas handelt. Etwas, was über Schön oder unschön hinausgeht. Etwas, was eine Seele berührt, auch wenn er die Sprache nicht kennt. Es ist – “ er schaute zu mir, “ das Erleben von dem Wert der inneren Wahrheit!“
„Das ist Kunst!“ mein Besucher rufte. „Die Kunst ermöglicht uns als Menschen auf dieser Erde zu leben mit all das, was wir herum schlagen müssen.“ Er wurde Kunsthändler.
Seine Augen erzählten mir, dass es viel erlebt hat. Sehr wahrscheinlich trägt er auch viele Fragezeichen in sich. In dieser Ozean des Lebens passieren genügend Geschichte, die mich verwirren und emotional durcheinander bringen. Ich frage mich oft, warum? Und wie so gerade ich? Es sind nicht angenehme Frage und man findet keine Antwort.
Plötzlich dachte ich an die alten Bäume in Yiwu. Plötzlich wurde es mir klar, warum ich diesem Herrn diesen Tee servierte. Das Leben von der inneren Wahrheit ist das, was der Tee mir vermittelt und das, warum ich in Shui Tang bin. Die alten Bäume in Yunnan überleben verschiedene Zeitepoche, politische Systeme und klimatische Bedingungen. Sie stehen immer noch dort, nicht um auf uns zu warten, sondern weil sie eben Bäume sind. Und jeder Frühling erinnert sie zu wachsen. Jeder Winter erinnert sie zu warten.
Alexander sagte, ich muss nicht mit auf der Wanderung zu den alten Bäumen. Ich kann mit seinem Vater im Dorf Kaffee trinken und Zigarren rauchen. Die Gruppe braucht keinen Uebersetzer. Denn die Sprache des Baums kann jeder.
Manchmal wenn ich Tim und Alexander sehe, wie sie von Tee begeistert sind und experimentieren – sehe ich einen Anfänger, der mit Spontanität und Naivität seinen Weg bereichert. Sie geben sich Mühe und erleben Freude. Not und Druck machen einen erfinderisch. Ich war auch so frisch – bin nun aber träge und manchmal arrogant. Sie erinnern mich, wie ich einmal war.
Bruno wollte Abschied nehmen und bedankte sich für den Tee. „Das war ein grossartiges Geschenk, was Sie mir geben.“ „Glauben Sie mir – ich tue es nur für mich.“
„War es ein Zauber? Sind Sie die feminine Form von Merin?“
„Nein. Ganz normal, nur Menglin.“ Ich will nicht mehr als es. Es ist schwer genug nur so zu sein
Er ging zur Tür, drehte sich um und suchte. Ich bewegte mich nicht. „Ich glaube, dass ich hier etwas liegen lassen habe.“ er lächelte verlegen. „Ich dachte nur oder ich habe Angst davor etwas zu vergessen…“
„Ja, Sie haben hier den Wert der inneren Wahrheit liegen lassen.“

Tee ist unsere gemeinsame Sprache! Teil II

viele Menschen finden den Weg zu Shui Tang und ich lerne viele Menschen an diesem Ort kennen. Ohne Tee hätten wir uns wohl nie begegnet.
Oft habe ich in meinem Leben das Gefühl, dass ich an einem falschen Ort sei. An einem falschen Ort – ein Gefühl als ein Fremdlinge zu sein. Man ist fremd, weil man anders denkt. Man ist fremd, weil man etwas anders will.
Erst bis vor paar Jahren verschwindet sich das Gefühl immer mehr aus meinem Horizont und man ist immer mehr und mehr zu den Menschen geführt, die einem etwas vermittelt, wie Seelenverwandte.
Man hat das Gefühl, dass man schon lange darauf gewartet hätte oder schon lange kennen würde.
Shui Tang ist wie eine Reise. Sobald wie man an diesen Ort eintritt ist die Zeit unbedeutend. Es gleicht wie ein Schwarzloch, was alles frisst und alles beinhaltet – deswegen – was hat die Zeit überhaupt noch etwas zu sagen?
Fast jeden Tag stehe ich an diesem Ort und mache mich bereit für verschiedenen Menschen, die kommen. Manche wollen nur immer den gleichen. Manche wollen immer einen anderen. Manche wollen bloss sich selbst zeigen. Ich sage mir jeden Tag, ich komme nicht um den Menschen etwas zu zeigen, nicht um Menschen zu beurteilen und nicht um etwas hevorzuheben . Ich bin da, um meine Glaube an Tee zu leben.
Ein Leben für das, was wir glauben. Eine Kultur, eine Tradition, eine Lebenshaltung und ein Schatz, was nicht verloren gehen darf.
In unserer heutigen Zeit, wo meisten Menschen an ihre Jobs kleben, wo meisten Menschen die Herrlichkeit des Lebens mit Ferienwohnung, Autos und Freizeit verwechseln – in einer Zeit, wo das Materielle immer mehr überhand erhielt, während der Wohlstand immer mehr ins Schwanken gerät… getraue ich hier über Glaube zu sprechen…
Das, was viele Menschen bewegt, auf den Weg zu den alten Bäume im tiefen Wald Yunnans zu gehen, erzählt uns eine Kraft. Diese Kraft bringt fremden (wirklich wild fremd aus Europa) Menschen freiwillig unter den alten Bäumen (Gu Shu) zu zelten, zu pilgern und zu verehren. Das ist die Kraft einer Glaube, die nichts mit der Religiosität zu tun hat, sondern mit einer Lebenshaltung.
Etwas tun für etwas Nutzloses – eben bloss für eine Tasse Tee – es sind bloss paar Blätter…
Während meiste Menschen auf der Bahnhofstrasse herum irren und Buchstaben auf den eigenen Körpter tragen, um den eigenen Körper zur Schau zu stellen – geht man auf den schmalen steinigen Weg zu den alten Bäumen, die sich nicht bewegt, nur weil jemand jetzt kommt. Diese alten Bäume machen sich immer im Frühling bereit zu wachsen, egal wie die Welt sich verändert!
An dieser Seitengasse in der Altstadt Zürich passieren spannende Geschichte. Ich kann keine Geschichte erfinden. Tee im Shui Tang hat seine eigene Dynamik und ist das Zentrum des Geschehens. Ich war einfach der Initiator. Ich fühle mich von einem Ozean gerufen und kann mitgehen. Es ist wie und eine Reise. In dieser Reise teile ich mit andern meine Träume und teile Träume des anderen. Die Zukunft ist ungewiss und ich bin voller Ambivalenz. Ich hoffe, ich lebe noch, wenn diese Reise zu Ende geht.
Ich hoffe, ich lebe noch, wenn diese Reise zu den alten Bàume zu Ende geht.

Tee ist unsere gemeinsame Sprache! Teil I

Es sind bloss paar Teeblätter, ein bisschen heisses Wasser und eine einfache Schale oder Pot. Warum werden so viele Geschichte erzählt?
Am Samstag erzählte You mir, dass er uns in Yunnan zu Koreaner führen wollte. Koreaner in Yunnan? Er lächelte in Face-Time: „Ja. Sie zelten dort – über den ganzen Frühling.“ Sie zelten unter den alten Teebäumen (Gu Shu). Wozu? Um ihren Tee zu schützen oder genau gesagt, sie kämpfen um ihren Tee.
Yous Stimme waren voller Respekt. Respekt vor den Kämpfer des Pu Ers. „Weiss Du – wir können wirklich von ihnen lernen. Sie schätzen Pu Er, sie wollen Pu Er und sie bekommen den Pu Er, den sie wollen.“ Egal wie sie von Insekten bestochen sind, egal wie es draussen regnet und egal wie sie belächelt werden, sie wollen eins – ihren Tee!
Was ist Pu Er? Was ist das, was diese Menschen bewegen, diese Strapazen auf sich zu nehmen?
Ich frage mich, was ist das, was diese Menschen bewegen mit mir nach Yunnan gehen zu wollen?
Wir werden in Jingmai einen Pu Er Fladen machen, der Wilden Menschen Fladen heisst. Diese Menschen, die mit mir nach Yunnan gehen, bezeichnen sich freiwllig als Wilde. Die Bäume von unseren Fladen stehen irgendwo im tiefen Wald von Jingmai Berg. You sagte, dass es 1-2 Stunde Fussmarsch pro Weg dauert und ob die Wilden hin gehen wollen. Selbstverständlich – dachte ich – ich hätte sie nicht fragen müssen. Die Wilden wollen wandern und es ist ihr Volkssport. Aber Wandern hat kein Ziel – die Wilden im Europa wandern gerne einfach vom Ort A zum Ort B, während die mitkommenden Wilden hier ein klares Ziel verfolgen – sie wollen zu den Bäumen gehen. Zu den Bäumen – den alten Bäumen, die seit paar Hundertenjahren dort stehen, wo sie immer stehen, egal wie die Aussenwelt sich verändert.
Was ist der Grund, was diese Menschen dazu bewegen, sich als Wilde anzugeben und diese alten Bäume verehren? Einfache Exotik?

Tee hat viele Facetten. Für manche ist es ein Sport wie Jogging, wie Qigong und wie Yoga – eine Art von Körperbeschäftigung. Für manche ist es ein Akt des Genusses. Für vielen ist es Wellness. Für anderen ein Hobby. Für mich ist es nicht zu verwortlichen, was Tee bedeutet. Es ist mehr als Philosohpie, mehr als eine Form, mehr als ein Getränk und viel mehr als Wörter.
Tee kann nie für sich selbst sprechen, insofern dass er immer in unserer Beziehung zwischen uns und diesem Getränk existiert. Er ist leer. Er ist eine weisse Fläche unserer Poesie, unserer Verlangen und unserer Imagination.
Aber, darf ich fragen, was ist das, warum Du dieses Blog liest und ich hier etwas schreiben will in dieser späten Stunde?

Ein Bericht über Shui Tang und Shui Mei Tang

Hotel et Gastronomie Zeitung Shui Mei Tang Mar 13.pdf

Shui Tang existiert seit 2009 Sommer. Seitdem gibt es einen Zufluchtsort für Teeliebhaber an der Spiegelgasse. Jeder, der den Weg findet, entdeckt einen Ort des schönen Wassers. Wer bereit ist, findet immer weitere Winkel dieses Ortes, immer tiefere Wellen des Wassers… mitten in der Zürcher Altstadt!
Seit 2012 Herbst wurde Shui Mei Tang gegründet, für Menschen, die auf Reisen sind, sich für einen Raum der Begegnung freuen. Alexander und ich haben die Idee eine Firma gemeinsam zu gründen, um Tee in solchen Räume zu bringen, wo Menschen aus verschiedenen Kulturen und Grenzen kommen. Denn Tee spricht die Sprache des Herzens, werden Herzen aller Welt hier geöffnet!
Ich danke Frau Bissig für Ihren fliessenden informativen Artikel über Tee und unsere Vision. Es war ein Freude, Menschen wie sie in Tee zu begegnen!

Tee, Schnee an der Spiegelgasse

http://shuimeitang.ch/schnee-kalte-und-sieben-tees-das-video-zur-winterdegustation/
Tanzende Schnee fielen auf der Spiegelgasse…
in diesem Moment möchte ich am liebsten Lishan Holzkohle trinken – ganz hoch in den Himmel – um Funken aus der Zukunft zu riechen, um mit den Schneeblumen aus dem Gegenwart zu schweben!
Danke Alexander, seine Kreativität hat nun einen Raum bekommen und seine Bilder rufen meine Takt mit Tee zu tanzen.

Eine kurze Geschichte

Ich sage schon immer, dass ich eine schlechte Verkäuferin bin.
Heute kam eine schöne Frau zu Shui Tang und fragte mich, ob ich einen Tee namens Harmonie hätte.
Harmonie-Tee?
„Meinen Sie einen Tee, der einem hilft, Harmonie aufzubauen oder ein Tee, dessen Name Harmonie ist?“
„Einfach Harmonie Tee.“
Hmmm….
Mir fiel wirklich gar nichts ein.
Hätte ich ihr irgendeinem Tee verkaufen mit irgendeinem Wort, der Harmonie ist?
Irgendwie fiel es mir einfach gar nichts ein.
„Es tut mir leid… Ich habe diesen Tee, der Harmonie heisst nicht…“
Sie ging und suchte weiter nach einem Tee, der Harmonie heisst.

Michael lachte im Hintergrund. „Du hättest ihr doch irgendetwas verkaufen sollen.“
„Ja, ich weiss. Ich bin einfach blöd!“
„Also, nächtest Mal.“ er ermutigte mich.

Ach, ich hätte auch gerne einen Tee, der Harmonie heisst. Warum bin ich denn so unharmonisch?