Archiv der Kategorie: Klatsch am Teetisch

Ein Tag in Tee Expo, in Genf

Ein Tag in Tee Expo, in Genf

So eine grosse Teabag-Verpackungsmaschine habe ich noch nie gesehen! Aber in Tee und kaffee World Cup in Genf habe ich endlich gesehen! Pro Minuten 500 Teabags! Die Geschwindigkeit trägt uns ins Teeland. Wunderland, Teeland? Ins Teebagsland.

Bei dem Stand von Keiko (ein berühmter Importeur von jap. Bio-Tee in Deutschland) habe ich Matcha-Maschine auch zum ersten Mal live gesehen! Es wurde sogar mit verschiedenen Aromen angeboten! Muss das sein? Es muss so sein. Stefan und Monika tranken mit Neugier den Matcha aus der Maschine. Als ich die fast olive Farbe und den wenige Schaum mit riesen Blase in der Schale sah, war meine Appettit auf diesen Tee verloren gegangen.

Viele Klatsch und Trasch berichte ich andersmal, leider. Heute muss ich früher ins Bett fallen, denn morgen besuche ich meine Tee-Eltern in Bodman.

Blumige Grüsse aus Strassburg beim Tee

Blumige Grüsse aus Strassburg beim Tee

Teefreundin Suzanne schicke mir einen wunderschönen Gruss aus Ihrem Fenster. Letzte Zeit hatte ich kaum Zeit etwas richtiges zu schreiben und mich um andere Dinge zu kümmern. Ein wichtiger Mensch in meinem Leben liegt nun im kranken Haus und wir haben versucht, um ihn zu kümmern.
Das Leben ist vergänglich und die Schmerzen begleiten uns das Leben. Man kann viel Mitgefühl und Geduld üben und von Buddha-Lehre sprechen. Aber wenn das Leben sich tatsächlich an dem Tod nährt, fängt es mit der Auseinandersetzung mit der Buddha Lehre erst richtig an. Der Körper folgt dem Vergänglichkeitsregel, aber unser Verstand will es noch nicht verstehen…
Für mich ist es ein schmerzhaftes Prozess, mit anzuschauen, wie ein mensch, der mich so viel über das Leben gelehrt hat, nun im wahrsten Sinn des Wortes „das Leben ist Leiden“ mit seinem Körper durchlebt.

Nun trinke ich eine Tasse Schneeflocken Oolong Jahrgang 2003, während der Computer ein grosses Datei mühsellig übers Internet „ausspuckt“. Der Körper ist beim Tee, aber der Geist ist bereits bei –
„Wie sollte ich diesen Oolong allen Teefreunde vorstellen?“

news.ch: Erste Teeernte Europas im Tessin

Nachrichten aus der Schweiz:

Erste Teeernte Europas im Tessin

Ascona – Auf dem Monte Verità oberhalb von Ascona wird am Pfingstwochenende erstmals in Europa Tee geerntet. Auf dem Hügel, wo einst Revolutionäre, Künstler und Philosophen neue Lebensformen erprobten, befindet sich die nördlichste Teeplantage der Welt.

Lesen Sie hier weiter: http://www.news.ch/Erste+Teeernte+Europas+im+Tessin/276489/detail.htm

Das Kommentar über das Projekt habe ich bereits vor einem Jahr geschrieben. Das scheinbar grossartige Projekt wollte versuchen, den Menschen hier, einen Überblick über die Produktion des Tees und die japanische Teekultur zu vermitteln. Die Frage ist, ob man mit dem scheinbar Japanische und Verallgemeinerung der Teeprozesse (denn jede Gattung des Tees wird anders produziert und jeder Teebaum ist nicht immer geeignet für allen Teesorten) diese Ambition erreichen kann! Wenn man sich anstatt auf die anstrengende und notwendige kulturelle Auseinandersetzung nur das Exotische konzentriert und es zum Eigen verwandelt, wird wohl das eigene Weltbild und Verallgemeinerung unterstützt!

Eine Verbereitung der Teekultur geht nicht über das Nachmachen und überall Tee anzupflanzen. Die Wurzel der Teekultur auf den euorpäischen Boden einzuschlagen bedeutet die dauerhafte und tiefgründige Auseinandersetzung mit der fremden und eigenen (Tee)Kultur. Nicht blos das Nachbildung der Produktion des Tees oder Amputieren einer Tee-Szenerie auf einen fremden Boden könnte der Entwicklung beitragen. Es bietet wohl mehr Events für die Freizeitsbeschäftigung des städtischen Bürgertums, aber nicht der Entwicklung einer (Tee)Kultur, die Reflexion und Nachdenken fordert!

News.ch hat mein Foto am 23. Mai in diesem Blog „geklaut“, ohne die Quelle zu zitieren und ohne mich anzufragen. Soll ich mich nun auf ein juristisches Spiel einlassen?

Wie bereite ich Sashimi zu?

Eigentlich ist es kein Küche-Blog. Ich wollte nur Vorschläger von jap. Freundin dokumentieren.

Der Fisch – nicht jeder Fisch bei jedem Fisch-Laden kann zu diesem Zweck verwendet werden. Das ist eine Trauenssache! Rohen Fisch-Essen kann Dein Leben kosten!

Der Fisch zuerst im Kühlschrank lagern, sollte aber am gleichen Tag verzehrt werden. Als ganzes vom Kühlschrank rausnehmen und im Zimmertemperatur ruhen lassen. Ganz kalt kann man die Aromen des Fisches nicht geniessen. Natürlich auch nicht warm! nach 10 Minuten schneiden – nach Fasern und sofort servieren!

Der Fehler von der Küche in Hasenberg-Restraurant war, dass das ganz Nigiri bereits gemacht wurde und einfach im Zimmertemperatur stehen lassen wurde.

Woher kommt das Essen Sashimi? Natürlich aus China! Es hat bereits über 2000 Jahre alte Geschichte!

Warme Nigiris aus Hasenberg

Hast Du schon Mal warme Nigiri (rohen Fisch auf sushi-Reis) gegessen? Nicht? Das ist normal. Aber ich habe es leider erlebt.

Wo? Ja, im Hasenberg! Hasenberg? Wo? Ja, weiss Du, in der Nähe von das Finanzzentrum der Schweiz Zürich.Hasenberg Teezimmer 

Teezimmer in einem Hotelzimmer intergriert. Sommer-Stellung mit Fu-Ro

Teefreund Jürg wollte unbedingt ein Restaurant aussuchen für die Veranstaltung des Teeclubs, das inzwischen immer mehr Teeliebhaber anzieht und grössere Veranstaltung mit Andrang rechnen muss.

Dann wir waren in Hasenberg unweit von Zürich mit seiner Familie und Freundin Antje. Er sagte mir im Telefon, dass er einen Kaiseki-Tisch reservierte, obwohl das Wort Kaiseki ihm mehr oder weniger fremd klang, aber die Telefonistin oder Telefonist hat keine Zeit für ihn verschwendet. Zuerst waren wir lautwarm empfangen von einem Italien-Secundo mit Bart. Wir wurden zum Tisch gebracht und das war’s. Der Kellner verschwand. Wir zogen unseren Stuhl selbst – „Menglin, reg‘ dich nicht auf, dass ist nur ein gewöhnliches Restaurant, wo man selbst mehr oder weniger bedienen muss.“ ich sage zu mir leise.

Inzwischen sind andere Gäste angekommen und wurden sofort von Chefin bedient – mit Speisenkarten und Apero. Wir sassen allein und schauten es zu. Unser Tisch für 6 Personen ist aus drei kleinen Bistro-Qutrat-Tische zusammengeschoben. Kein Tischtuch oder sonstige Dekoration. In dem Raum wurde mit Japan-Like-Deco geschmückt. Aber ganz dem Ryokan (traditionelles japanisches Hotel aus der traditioneller Architektur) in Japan ähnelt es überhaupt nicht. Vielleicht für einen Zürcher, der seine Japanreise sparen wollte, wirkt der Raum noch ziemlich exotisch.

Jedenfalls kamen wir endlich dran. Die Speisekarte waren nicht vollständig – die Chefin entschuldigte sich. Ich blätterte kurz in die Menü-Blätter und… erlebte voller Ueberraschung! Menü ab Preis 97 Sfr.! Von 97 Sfr. bis zum 300 Sfr. kann man hier essen! Ist das Restaurant ein 3 Sterne Michelin Restaurant? Oder… So saftiger Preis und das Service??? Ich fange an deutlich zu motzen! Jürg fragte uns, ob wir gleich weiter fahren sollten. Ich war nicht ganz klar, weil es zu meiner asiatischen Erziehung nicht passt. Anjte meinte, warum sollen wir uns nicht gut gehen lassen?  Also die Entscheidung wurde gefällt und ich beschloss mich als teilnehmender Beobachter das japanische Theater mitzuspielen und als Kritiker für Michelin zu beobachten. Vielleicht ist das Essen ja in Ordnung… tröstete ich mich selbst.

Das gesehnte heisse Handtuch kam überhaupt nicht, obwohl es in Japan überall selbst in einem einfachsten Restaurant üblich ist. Kein Tee zum Empfang. Die Personal waren „beschäftigt“, so dass man sie erwischen musste, wenn man bestellen wollte. Das Essen war nicht besonders überraschend. Das so genannte Sushi mit Reis in einem Bambus-Blatt eingewickelt schmeckt fade und der Fisch ist fischig! Ueberhaupt schmeckten alle Fisch und Meeresfrüchte an diesem Abend fischig. Ich frage mich, wie die Meeresfrüchte vom Koch behandelt und gelagert wurden. In einer gute Küche wird Fisch, die fischig schmeckt – nicht mehr so frisch, in Taiwan nur zum Süss-Sauer verarbeitet. Keine Köche in unserem Land würde sich getrauen noch als gekochte Gerichte zu servieren!

Ich sah Gerichte, die in schönem Geschirr vor mir gebracht wurde und schön dekoriert erschienen. Der Geschmack ist O. K. manchmal fade, aber man kann es akzeptieren. Aber für diesen Preis hätte ich wirklich mehr erwartet oder erwarten muss! Freunde assen und schienen zufrieden zu sein. Ich schwieg und bemühte mich zusammenzunehmen.

Trotzdem platzte meine Bemühung, als ich das warme Nigiri kamen! Ich nahm die Nigiris mit meinem Stäbchen und der Fisch klebt leicht auf dem Teller – ich zog meine Augenbraun zusammen und verstand noch nicht, was das bedeutete. Als der Fisch in meinem Mund landete, schrie ich fast und wurde richtig sauer.

Wenn wir Sashimi oder Nigiri in Taiwan essen, möchten wir den Fisch in seinem Frischen geniessen. Die Aestethik den rohen Fisch zu essen besteht in dem Erlebnis, dass seine leicht knackige und geschmeidige Fasern und Fleisch fast im Mund verschmelzt, aber der Freude des Gauens spielte in diesem Genuss eine wichtige Rolle! Nur frische Fische geben uns ein Hauch des knackigen Gauens und das Süsse und die Aromen vergeht in den Mund! Aber hier ist der Fisch fast trocken, warm und fade. Der Reis hart und trocken. Das sagte mir, dass dieses Nirigi bereits lang in dem Zimmertemperatur standen. Ich konnte mich nicht mehr zurücknehmen und sagte sofort der Chefin des Restaurant. Sie wechselte ihr höfliches Gesicht und sagte mir, dass sie der Küche weiter sagt. Sie ging sehr schnell. Aber der Kellner mit ost-deutschen Akzent konnte mein ungebildetetes kulinarisches Wissen nicht sein lassen. Er belehrte mich, dass der Chefkoch den Fisch nur im Zimmertemperatur servieren. Denn die Aromen des Fisches am besten entfalten und am besten seine Frisch zum Ausdruck zum bringen. Ich schwieg.

Anschliessend zeigte er uns noch das Teezimmer in originalem Stil. Er erzählte ständig von Ryku, als ob er die ganz Tradition bestens kennen würde. Er erzählte uns, dass das Packet mit Teezeremonie und Kaseiki für ein Wochenende für ca. 1500 Sfr. kostet. Aber es sei so gut besucht, dass man bis zum Ausgust kaum ein freies Zimmer bekommt… Das Teezimmer steht noch im Februar-Stellung. Das Ro bleibt immer noch auf dem Boden… Es war allerdings bereits Mai-abend! Gut besucht oder nicht? Das Ro hat uns verraten.

Freundin M. lachte über mein Erlebnis in Hasenberg. „Warum hast Du mich nicht zuerst gefragt?“ sagte die Japanerin zu mir. Sie war vor zwei Jahren dort und seitdem lachte sie über jeden Bauer, der dort gefangen wurde.

Sushi, Tee und die Globalisierung 壽司, 茶 與全球化

Lezte zwei Wochen habe ich mit Freunden in Japan verbracht. Auf der Reise war ich nie ein Morgenmuffel. Warum? Das Geheimnis lag an das warme Frühstück: pure Reisesuppe mit grulliertem Fisch, dazu noch eine Tasse Miso-Shiru (Suppe)! Im Tempel Eiheiji oder Sojiji wurden wir sogar um 3 Uhr 30 geweckt. Um 7 Uhr bekamen wir eine Tablette von Reisesuppe mit 8 verschiedenen Beilage!

Japan Essen Von wo fängst Du an?

Ich geniesse das Essen wie Sudoku zu lösen – Mal fange ich von links an, Mal von rechts. Mal von oben und Mal von unten. Ich geniesse das Labyrinth dieses kulinarischen Abenteuers, obwohl es mir nicht klar war, richtig oder falsch anzufangen. Eifrige schweizer Freunden hatten es nicht so einfach wie ich. Sie waren verwirrt und gestresst von diesem kulinarischen Rästel.  Ihr Gesicht standen ein grosses Fragezeichen: „mache ich nun richtig oder falsch?“

Für manche war es wie ein Qual. Sie vermissten wohl das knusprige Biss eines schweizer Gipfelis. Dieses Moment kam endlich, als wir in Kyoto ankamen. In einer französischen Bäckerei konnte der heisse Hunger nach „Teig“ endlich gestilt werden. Viele besuchten das scheinbar französische Restaurant morgens, mittags und abends. Sandwiches, Cabonara und Pizza etc trösteten den Magen eines Fremden in Japan. Nur M war verrückt nach Sushis! Er wartete jeden Morgen auf die Oeffnung des Supermarktes und kaufte sein Frühstück. Während alle anderen im Restaurant das Sandwiches beissten, sass er allein auf der Treppe vor dem Lokal und ass sein Sushis.

Sushi

Sushis, das Trendfood auf der ganzen Welt! Du findest Sushis in London, in Paris, in New York, in Bangkok und in Sidney! Ausser der berühmten California Roll gibt es inzwischen Philadephia Roll oder Boston Roll. Anstatt mit rohem Fisch und Pickles gibt es nun mit Cheese und Salat. Die amerikanische Regierung hat sogar einen Ersatz für die Algenblätter entwickeln lassen: Sie haben eine Substanz aus Brokkoli und Karroten erfunden… Sie haben ebenfalls eine tolle Idee mit dem Dessert aus neuen „Sushi“: cremige Käsekuchen umgewickelt in einer blauen Beeren – Mantel!

Sushi ist nun globalisiert. Alle glauben, dass Sushis aus Japan kommt und das Sushis seien, was sie essen. Die so genannte Kreativität des fremden Köche sind beflügelt in dem freien Himmel. Aber der wirkliche Erfinder – ein unbekannter Koch aus der Tang-Dynastie in China, kann wohl nicht mehr so gut im Himmel lachen. Immerhin waren seine Nachfolger in Japan ihm Tausendjahren treu gefolgt. Es wurden unterschiedlichste Variationen ausprobiert und entworfen. Aber Sushis sind das Gericht aus leicht gesalztem, gezuckertem und gesäuertem Reis mit verschiedenen Beilage und umgewickelt von einem gerösteten Algenblatt. Knapp paar Jahrzehnte wurde das Gesicht des Sushis im Westen verändert und die innere Logik eines kulinarischen Kunstwerk wurde nicht beachtet – nur einfach „reformiert“. Die Frage ist: wie könnte man ein Werk reformieren oder verbessern, wenn man seine innere Logik nicht wirklich versteht?

Man kann Krautwinkel nicht als Sushi bezeichnen, oder?

Das passiert ähnlich mit dem Tee. Die einfallsreichen Tee-Blend oder Mischungen in Europa verkunden eine neue Message: Tee ist nur Grundlage einer Kreation, wir bestimmen den Geschmack, wie er schmecken soll.

Rückkehr

Ich bin immer mehr überzeugt, dass es ein dunkles Wolken über meinen Kopf fließt. Wo ich war und bin, gibt es Regen, den grauen Himmel und kühle Tagen. Als ich im April in Taipei war, war es regnerisch, kühl und grau. Alle wunderten sich, ob das April Wetter in Taipei sich inzwischen an das mitteleuropäische nähert. Als ich in Japan ankam, sank die Temperatur bis 5 Grad in Sagano. In der morgen Meditation fluchte, friert und schimpfte ich in der inneren Ruhe über die gnadenlose Kälte, den offenen Raum und das Sich-Nicht-Bewegen… Als ich nun vor drei Tagen wieder in die seit Wochen regenlose Schweiz eintraf, regnet es, weht der Wind und der graue Himmel heißt mich willkommen!

Ja, der graue Himmel begleitete uns auf der ganzen Reise. In den ersten zehn Tagen lag ich mehr oder weniger flach im Bett. Es sind zu viele Einladungen, die meine Verdauung durcheinander brachten. Mit dem Teefreund Florian und seine taiwanesische Frau habe ich gemeinsam den Teebauer in Shiding besucht. Dort haben wir drei Köstlichkeiten „erlebt“! 1. ein alter über 30 Jahren aufbewahrter Paochung, der nach Xiancao 仙草 – ein spezielles Dessert, das jedes Kind in Taiwan kennt und liebt. Dies könnte man inzwischen auf dem asiatischen Supermarkt in ganzer Welt kaufen. Leider ist dieser alte Tee nicht ganz gut aufbewahrt. Auf dem Blatt findet man Schimmel-Spuren. Als ich diesen Tee zu meinem Lehrer brachte, habe ich nur Anschiss bekommen. Was für einen Reinfall? Um meine Augen klarer zu wischen, zeigte er mir dagegen eine himmlische Köstlichkeit! Darüber möchte ich mit einem Beitrag widmen! Ein alter Tee ist nicht nur ein alter Tee! 2. Ein unglaublich interessanter Pu Er. Herr Gao hat immer eine Überraschung beiseite, wenn ich ihn besuche. Er zeigte mir eine Rarität aus Yunnan. Ein Tee, der nur aus wilder Pflückung besteht und auf Steinplatte erhitzt und verarbeitet wird. Der Tee ist wirklich frisch, gerade nur 2 Jahre alt, schmeckt sanft und zugleich charaktervoll, rein und zugleich aromatisch, anstatt wild und reizend. Diese Köstlichkeit wollte ich unbedingt haben! Herr Gao grinste. Nun kommt dieser Pu Er Tee auf dem Weg zu mir. Ich kann es kaum warten, einen Bericht zu schreiben, um Freude mit Euch alle zu teilen! 3. Daye Oolong 大葉烏龍 – Oolong aus einer uralten Teebaumsorte, die bekannt für das große Blatt. Spezielle Duftnote, unverwechselbar und traditionsreich. Ich habe nur 3 Kilos erhalten, weil es im Jahr nur 10 Kilos erhältlich ist…

Letzte Zeit machte ich Pause mit dem Blog. Nicht nur wegen der Reise, die mich stresste. Nicht nur wegen dem taiwanesischen Computer bei der Schwester, der mich inzwischen nicht kennt und mich immer wieder rausschmeißte. Nicht nur wegen zu vielen Erlebnissen, zu vielen Erkenntnissen und zu vielen Eindrücken, sondern auch wegen einer Art wie Depression, wie Pubertät oder wie Distanz zu dem, all was ich gerne machte. Eine Art wie Reflexion, wie Selbst-Beobachtung oder Befreiung.

Ps. Hallo! Florian, ich warte noch auf Deine Fotos!

Ong’s Tea und die Tagen in Bangkok

“Madame Liu und deine Schwester warden Dich auf dem Flughafen abholen. In diesen Tagen wird sie dich begleiten. Don’t bother her too much.” “ Hi, Papa.” Als ich in Bangkok ankam, war Madame Liu mit ihrem Limosine dort. Sie versuchte mir anzulaecheln, “ Welcome to Bangkok.” Sie liess mich wissen, dass sie von meinem Vater beauftragt ist, sich um uns in diesen Tagen zu kuemmern. Sie ist fuer unsere Sicherheit verantwortlich. Ich werde dort gebracht, wo ich es mir wuenschen.

Der Tagesablauf war nicht viel zu wuenschen. Meine Schwester betimmte, was wir wir unternehmen wollten: Shopping und Massage. Heute wurde Aromaterapie angesagt und morgen Thai Massage. Madame Liu holte uns ab und brachte uns wieder zum Hotel. Wir wurden ueberall chauffeurt, wo wir gingen. Von einem kuenstlichen Ort zu einem anderen. Ich sah Kaufhaus Siam Paragon, Kaufhaus Central. Ich sah Hermes, Gucci und Chanel. Wir assen im italiensischen Restaurant und beim Sushi-Spezialist. Ich fragte mich, weshalb bin ich ueber den halben Globus gereist? Fremdheitsgefuehl wurde in dieser Fernreise ausgelassen. Ich blieb immer in der Sicherheitszone – innen und aussen. Meine Denkweise und mein Weltbild wurden nie in Frage gestellt. Die fremde Luft des Thailand, wo ich mich so gerne aufhalte, konnte ich nur zwischen Ein – und Aussteigen des Limosine schnuppern. Der Geruch von Bus-Abgas von Ess-Staende und von Menschen-Menge in einem tropischen Land war wie eine Dissonanz dieser “angenehmen und sicheren” Reise. Vielleicht bin ich deswegen hier her kommen wollen. Die Inkohaerenz einer realen unverschoenerten Welt richtig zu erleben. Madame Liu verschmaehte diese typische Alltaeglichkeit. Sie schimpfte ueber die Thai Korruption, ueber die Politik und ueber die sozialen Unruhe in einem so genannten “das Land des Laechelns” Ja, die Thais laecheln nicht mehr so spontan und herzlich. In ihrem Gesicht wurde das Wort “Kummer” gross geschrieben. Das Benzin kostet knapp eine Franken pro Liter, das Preisniveua gleicht den taiwanesischen, obwohl die meisten Thais nur ein Fuenftel vom taiwanesischen.Lohn beziehen. In Augen von Madame Liu ist Thailand ein Land ohne Hoffnung, das weltweit einzige korrupte Land ausser Taiwan. “Ihr habt das Problem in Europa nicht. Dort ist es alles besser!” “Was haben europaeische Touristen in Thailand zu suchen, wenn Europa das irdische Paradies sei?” fragte ich sie. Madame Liu schwieg und wir stiegen in einem top trendigen verglassten neuen Kaufhaus ein.

Siam Paragon Siam Paragon

Sie wollte mir einen Top-Teashop in Bangkok zeigen, wo die Thai-Prinzesin auch besucht. Das Teehaus in einem vornehmenen Kaufhaus intergriert waren von zwei Verkauferinnen besetzt. Wir sahen nur Kung-Fu Geschirr im Schaufenster. Ein Haus, das mit Chinoiserie ausgestattet und vermarktet ist. Die Verkauferinnen sprachen spaerlich Englisch, nur Thai. Ich schaute mir genau die Sortiment an. Nur Top-Oolongs aus Fujian und Guangdong. Selbst Madame Liu war beeindruckt von dem verlangten Preis. Ich war neugierig und wollte degustiert warden. Madame Liu war nicht begeistert, weil sie sich zum Kaufen verpflichtet fuehlte. Wir wurden degustiert. Die Thai-Verkaeuferin bereitete den Tee in Zhuni-Yixing-Kanne zu. Zuerst wurden wir Rougui serviert. Der Rougui duftete beim trockenen Blatt leicht lieblich und karamelisiert. Die Blaetter waren jedoch gruen und zerbroeselt. Der Tee dufte bitter und zusammenziehend schmecken, weil das Welken fehlerhaft war – dachte ich. Gleich sah ich die zusammengezogenen Gesichter meiner zwei Begleiterinen. Dann kam Da Hongpao. Er schmeckte nicht aussergewoehnlich, obwohl der Preis uns ein anderes Geschmack versprach. Der 10 Jahre alte Shuixian schmeckte nur nach Karamel – wegen der Roestung. Der Geschmackswandel eines gelagerten Oolongs fehlte im Aufguss komplett. Was sagte dieser Tee mir? Was erzaehlte er mir von der Realitaet hinter diesem noblen Fassade? Mein Gesicht zeigte meine Reserviertheit. Zum Schluss wurde mir eine gruene Tasse serviert. Ich bewunderte die schoenen vollstaendigen Blatt. Die Verkaeuferin erwiderte mir ein katzhaftes Laecheln: “ This is Yun Wu!” “Yun Wu?” Ich trank langsam, der bittere Geschmack kann von ihrer Aussage nicht getaeuscht warden:”No! This is Kuding CHA!” Ihr Gesicht wurde rasch rot. Wir standen auf und verliessen den Laden. “Dieser Laden ist ein Betrug.” “ Das kann doch nicht sein. Das ist ein sehr bekannter Laden in einem sehr bekannten Kaufhaus wie Siam Paragon…”

Ong’s Tea

Ground Fl., Siam Paragon Rama I Rd.,

Bangkok 10330

Tel: +66-2610-7516

„Neues“ über Japan

Japan EssenWie Japan tauglich bist DU?

Teemeister Ulrich Haas verschickte in seinem neuen Newsletter viele interessante Links rund ums Japan:

Für Menschen, die wissen wollen, warum die japanische Küche als gesund angesehen wird:

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,5249136,00.html

 

Für Menschen, die zum ersten Mal mit Japaner begegnen „müssen“ und sein Wissen Japan tauglich testen wollen:

http://www.handelsblatt.com/news/default.aspx?_p=302706&_t=mct&mct_xmlfile=japan-knigge.xml

 

Und welchen Fisch darf man noch essen, um unser Meer nicht leer zu fischen?

http://www.stern.de/wissenschaft/ernaehrung/585099.html

Nichts über Tee, sondern über Schweigen

Sehr müde kehrte ich nach Zürich zurück. In der Abenddämmerung sahen ich viele erschöpfte Gesicher des Arbeitsvolkes. Es herrschte unruhige und angespannte Stile. Niemand konnte niemanden in die Augen sehen. Jeder versteckte sich in dem eigenen Schneckenhaus – ich einschliesslich. Dann tauchte er auf. Weit entfernt hörte man bereits diese unangenehme Geräusch. Dissonanz und Inkohärenz. Viele Blicke suchten nach der Quelle. Blicken vermieden jedoch gegenseitig zu kreuzen.

Eine unscheinbare leicht gebuckte graue Figur kamen aus dem Unterground an die Tramgleise. Er reibte eine Ballon. Die Ballon tobte. Er provozierte seine zürcher Umwelt mit dem Lärm und schimpfte zugleich über sie. „Ihr Schweine Hund, die Schweiz!“ Die Schweizer nebenan schauten weg, so weit sie konnten. Sie verstanden ihr Verhalten als Toleranz.

Der Tram kam, ich sprang ein, viele andere auch – er ebenfalls. Er sass hinter einer gut gekleidetetn Blondine. Er schimpfte so nah an ihrem Ohr über die Schweiz weiter. Sie bewegte sich nicht, ihr Nachbar auch nicht. Alle andere Schweizer auch nicht. Alle andere Mitinsassen auch nicht. Er wurde immer lauter und schrie, dass er provozieren wollte. Ballon machte laute Dissonanz in der schweigenden Stile. Eine unausgesprochene Spannung in der Stile. Ich schaute meine Uhr und wollte zählen, wie lang die mitfahrenden Schweizer in dieser Situation noch schweigen können und zusehen können, wie das blonde Mädchen von diesem Mann beslästigt wurde.

Natürlich hielt eine Taiwanesin mit ihrem Temperament nicht lang aus. Ein älterer Herr versuchte ihn zu stoppen und scheiterte, weil er zu leise und höflich war. Ich konnte nicht mehr zuschauen und schrie ihm an „Hör ENDLICH auf, Du VERRükter! Merkst Du nicht, dass wir alle Dich ERTRAGEN müssen?“ Es wurde plötzlich stil. Alle schauten mich an anstatt ihn. Eine seltene Situation. Bin ich der Verrückte? Er fing an über die ilegale Einwanderer zu schimpfen und lachte selbst dabei vor dem Bruch des Schweigens. Er lachte und ich ebenfalls. Nur die Zuschauenden nicht.

Bei der nächsten Tramstation stieg er aus. Es war Asylstrasse.

Die Fahrgäste fingen an zu diskutieren. Die Schule sei schlimm, die Gewalt sei nicht zu bremsen und die Jugendlichen seien schlecht erzogen. Ach, unsere Gesellschft voller Probleme…

Warum merkten die Menschen nicht, dass Ihr Schweigen das Problem ist? Mit Schweigen kann man Kinder keine Grenze setzen. Mit Schweigen kann man die Gesellschaft nicht verändern. Durch das gemeinsame Schweigen waren viele Katastrophe der Menschheit entstanden!