Archiv der Kategorie: Klatsch am Teetisch

Zuckerwattewolken

Liebe Menglin
Alles okay bei dir? Hast du den Film „Cloud Atlas“ gesehen? Falls ja, wie hast du ihn gefunden?
Die Kritik in der NZZ ist gar nicht gut, nur zwei von fünf Punkten.
Liebgruss
Joseph

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Neue Zuercher Zeitung
29. November 2012

Zuckerwattewolken

«Cloud Atlas» – das Regie-Trio aus den Wachowski-Geschwistern und Tom Tykwer hat den als unverfilmbar geltenden Bestseller von David Mitchell adaptiert

Simon Spiegel · Es ist eine Geschichte voller Missverständnisse, die mit der Frage beginnt, was die Qualität des Romans «Cloud Atlas» ausmacht. Das 2004 erschienene Buch des britischen Autors David Mitchell wurde bald als unverfilmbar bezeichnet, da es seine sechs Handlungsstränge quasi halbiert aneinanderreiht: Den Anfang macht ein Reisetagebuch des 19. Jahrhunderts. Es bricht unvermittelt ab, es folgt die erste Hälfte eines Briefwechsels eines jungen Musikers mit seinem Geliebten, und so geht es weiter bis zum letzten Erzählstrang in einer postapokalyptischen Zukunft. Nach diesem kommt die zweite Hälfte der fünften Geschichte an die Reihe, und es geht wieder zurück bis ins 19. Jahrhundert.

Verschiedene Register

Diese Struktur ist zwar ungewöhnlich, ihren besonderen Reiz erhält sie aber erst durch die sprachliche Umsetzung, denn Mitchell hat für jede Episode einen eigenen Stil gewählt: Das Tagebuch des Pazifik-Reisenden Adam Ewing ist deutlich von «Robinson Crusoe» inspiriert, der in den 1970ern spielende Thriller über mörderische Machenschaften rund um ein AKW kommt als rasanter Reisser daher, und in ferner Zukunft spricht ein Ich-Erzähler in einem degenerierten Kauderwelsch-Englisch. Mitchells sprachlichen Spielereien und seiner mitunter überbordenden Freude an den verschiedenen Registern hat der Film wenig entgegenzusetzen. Dass das Regisseur-Trio von «Cloud Atlas», die Wachowski-Geschwister gemeinsam mit Tom Tykwer, die sechs Episoden parallel erzählt, ist dabei eher nebensächlich. Auch ist das Gezeigte visuell durchaus ansprechend, die Vielstimmigkeit der Vorlage, die wohl tatsächlich «unverfilmbar» ist, bleibt aber auf der Strecke.

Dass drei Filmemacher gemeinsam Regie führen, kommt selten vor, «Cloud Atlas» war den Beteiligten aber offensichtlich ein Herzensanliegen. Zugleich waren ihnen die Schwierigkeiten, die sie sich mit der Vorlage einhandelten, zumindest teilweise bewusst. Umso seltsamer das Vorbild, das sie erklärtermassen wählten, um dem Stoff Herr zu werden: Stanley Kubricks «2001: A Space Odyssey». Damit wären wir beim zweiten Missverständnis: Kubricks Science-Fiction-Epos und «Cloud Atlas» haben schlicht nichts gemein, weder strukturell noch inhaltlich. Vor allem aber nehmen die beiden Filme völlig konträre Haltungen gegenüber ihrem Publikum ein. Kubricks Film lässt – anders als der gleichnamige Roman von Arthur C. Clarke – alles offen, erklärt nichts, betreibt vielmehr bewusste Verrätselung. «Cloud Atlas» dagegen drückt einem seine Botschaft rücksichtslos aufs Auge.

«Cloud Atlas» ist unter anderem ein Roman über den fragilen Status des Erzählens. Mehrfach wird der Wahrheitsgehalt einer Geschichte in der folgenden Episode in Zweifel gezogen. Mit solchen Feinheiten halten sich die Filmemacher nicht auf, sie bevorzugen Sentenzen wie die folgenden: «Wir sind alle verbunden. Vergangenheit und Zukunft. Und mit jedem Verbrechen und jeder guten Tat erschaffen wir die Zukunft.» Diese Poesiealbum-Logik – mit der Bezeichnung «Philosophie» will man derartigen Schwulst nicht adeln – ist bei Mitchell durch zahlreiche wiederkehrende Motive, Verweise und interne Anspielungen ebenfalls angelegt, allerdings – nicht zuletzt dank der sprachlichen Kunstfertigkeit – stark abgefedert und ironisch gebrochen. Im Film wird das Reinkarnationsthema vor allem durch ständige Kostümwechsel der Starbesetzung umgesetzt; zu sehen sind u. a. Tom Hanks, Halle Berry, Hugh Grant und Susan Sarandon in multiplen Rollen.

Bitterer Ernst statt Ironie

Und damit wären wir beim letzten Missverständnis, das freilich auf der Seite des Publikums und der Kritik zu suchen ist: Als Tom Tykwer 1998 mit seinem dritten Spielfilm, «Lola rennt», seinen Durchbruch schaffte, wurde dessen Replay-Struktur vielerorts als ironisches Spiel mit Kinokonventionen wahrgenommen. Ähnlich erging es den Wachowskis, als sie in «The Matrix» in einem postmodernen Furor die halbe westliche Philosophiegeschichte plünderten. Wer Tykwers frühere Filme kannte, mochte schon damals ahnen, dass der Regisseur in Wirklichkeit anderes im Sinn hatte. Die beiden unsäglichen «Matrix»-Fortsetzungen liessen ähnliche Zweifel aufkommen. «Cloud Atlas» macht nun aber endgültig klar: Das ist alles todernst gemeint.

Kinos Abaton, Arena, Arthouse Le Paris, Metropol.
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Cloud Atlas

Beim Abendessen erzählte Sandro mir von diesem Film und bracht ein Flyer. Er ist begeistert von der Darstellung des Verlinkens. Ich dachte an Synchronität zu meinem Leben – Yumi fragte mich heute nachmittags, ob wir gemeinsam ins Kino gehen.
http://www.cloudatlas-derfilm.de/#
http://www.youtube.com/watch?v=KgI6EeYbV84

Grossartig, was das Kino machen kann! Ich liebe das Kino!

Pestizid-Cocktails in der Grüntee-Tasse – Kassensturz – Schweiz er Fernsehen: SF Videoportal

Rafael schickte mir heute das LInk mit folgendem Kommentar:
Ich weiss, dass für dich Bio
http://www.videoportal.sf.tv/video?id=57bcf713-ed37-4b5d-857f-f6b2ce18e7b9

Von meinem iPhone gesendet
…………………………………………..
Das muss jeder selbst wissen, was das Wichtigste für jeden ist. Ich habe kein Recht, die Handlung des anderen zu beurteilen.
Moral ist ein Spiel von Menschen, die ihre Lebenseinstellung in die Welt druchsetzen wollen. Unmoralisch und unbequem wird man, wenn plötzlich entdeckt, dass es ausser dem Kopf noch ein Herz hat. Und das Herz kennt Kompromisse nicht.

Keine Ausbeutung, kein Fairtrade.
Kein Gier nach billigen Produkten und kein Gier nach Reichtum gibt es keine
Massenprodukte.
Keine Illusion, kein Leiden.
Alles existieren in Gegensätze.

Was bedeutet Luxus?
Was bedeutet Moral?
Was ist die rechte Lebensführung?
Ich werde versuchen über diese Thematik zu schreiben.
Anregung für das unbequeme Denken Unfair Trade: How Big Business Exploits
the World’s Poor – and Why It Doesn’t Have To
von Conor Woodmen

Abgesehen von der ganzen Diskussion ist das Teehaus Winterthur ein wunderschönes Geschäft. Frau Amsler eine schone und kompetente Teeliebhaberin.

La Stanza

Nebel, fallende Blätter und unangenehmer Druck im Kopf – es ist herbstlich.
In dem Kongresshaus war die Luft stickig und auch wenn das Thema spannend ist, muss ich ab und zu meine Augen zumachen. Mein Kaffeesucht meldet sich ganz laut und meine Hände fangen zu zittern. Es ist ein schlimmer Tag mit einer schlimmen Sucht!
Swiss Brother Alex wollte mir zu seinem Lieblingscafe bringen. Ich wollte Schritte sparen, fand leider keine Kaffeestände im Haus. Schliesslich liefen wir tatsächlich zu seinem Cafe.
Aber das Cafe gefällt mir sofort! Ich spüre wie Freude aufsteigen, Eine Tasse bracht mir der junge Kellner. Ich trank den ersten Schlucht…
Ja, es ist ein Kaffee, der meinen Tag retten kann! Es sind Tropfen, die mich so glücklich zum heulen bringen können.
La Stanza, kann ich wirklich nur empfehlen. Die besten Zutaten in diesem Cafe sind natürlich die hübschen und gut gekleideten Herren, die am Bar stehen.

La Stanza, Bleicherweg 10, 8002 Zürich.

Der herbtliche Vollmond, ein Fest

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Gestern war das traditionelle Vollmondfest in der chineischen Kultur. Eine Nacht, wo vertraute Menschen sich versammeln, um zu essen…
In Taiwan grillieren wir am Abend und essen Pamelos. Bei einer Tasse Tee teilen wir den Mondkuchen. Meine Schwester schickte mir vor 5 Tagen den frischen Mondkuchen, dafür hat das schweizer Zoll 47 Sfr. abkassiert.
Anstatt zu grillieren war ich bei Escholzmatt bei dem Alchemist Stefan. Wir haben zusammen eine Tasse Pu Er aus Bangwei (ein 1400jähriger Baum) geteilt. Zufrieden und verhext freuen wir uns auf die nächste Tasse Tee in Shui Tang.
Das süsse Vedeo erhielt ich von dem Produzent dieses Bangweis You Jinsong. Ich hoffe es versüsst auch Euren Abend!

Suche nach der verlorenen Zeit

http://www.tagesschau.de/inland/speed112.html
Die Zeit an sich fasziniert mich immer mehr. Jemand kam zu mir ins Shui Tang und wollte, dass seine Uhr langsamer laufen lässt. Er behauptet Tee könnte es.
Martin Suter glaubt, dass die Zeit Wunden nicht heilen kann. Kann man wirklich Fehler der Vergangenheit nicht reparieren?
Existiert überhaupt die Zeit? Begrenzt uns tatsächlich die Zeit als Handlungsraum?
Ich kenne paar Zeitlöcher auf dieser Erde.
No.1 Shui Tang 水美堂. Das ist ein grosses Zeitloch. Wer keine Zeit hat, wird dort mit der Zeit verschuldet.
No.2 Der Teich 曹源池 in Tenryuji 天龍寺. Dort zu verweilen gleicht eine Zeitreise.
No.3 Alishan 阿里山 in Taiwan. Man weiss nicht mehr, wo man tatsächlich ist, man hätte das Gefühl zwischen den Toren der Zeit zu sein.
Aber die wirklichen Erlebnisse in diesen Zeitlöcher kann man nicht immer mit anderen Menschen teilen, ausser mit dem Tee.

Mosch Mosch

Eigentlich würde man so etwas in Asien nicht essen…

Das Flugzeug hatte Verspätung und vier Stunde kostet die Verspätung in Frankfurt auf den Anschluss zu warten. Ich hatte Hunger, wollte aber kein Brot essen. Nein… ich bin noch nicht bereit, noch nicht bereit für einen Geschmackwechsel.
Ich kam aus Asien und wollte noch ein bisschen so bleiben.

Dann lief ich in diesen riesen Flughafen Richtung irgendwo.
Dann entdeckte ich das so genannte Japanische Nudelbar.
Dann entschied ich mich jetzt noch einmal richtig zu essen.

Es war 9 Uhr morgens und ich bestellte einen Kurry-Gericht. Ich dachte ich würde einen süssen japanischen Kurry-Gericht erhalten, so wie ich in Japan es bekam.

Ich wartete mit Freude.
Dann bekam ich ein Schälchen. Es sah aus wie Thai Kurry. O.K. es ist auch nicht schlimm.
Dann rühte ich das Essen. Die Gemüse sind fast roh… und eine sehr dicke Sosse auf einen undefinierbaren Reismasse.
Es ist nicht schlimm. Man kann es essen.
Ich ass und ass.
Dann fand ich es richtig schlimm, dass ich für so etwas 15 Euros bezahlte!
Wie kann man so etwas anbieten unter den Name von einem japanischen Nudelbar? Was hält man die Esser in Europa? Hält man die Esser in Europa für dumm oder anspruchslos?
Ich schäme mich als ein Asiat.
So etas würde man in Asien nie verkaufen!
Das war mein Reisebericht über meine Fremderfahrung bei dem Japanische Nudelbar MoschMosch in Frankfurter Flughafen.

Special-T

Als ich die Fotos in dem Bericht (siehe den vorherige Beitrag) sah, sah ich zwei abgebildeten Menschen von zwei Farbigen. Einer davon bin ich. Dessen zu erratenen Nationalitäten beweisen die Buntheit dieser Republik und begründen die Authentizität des Tastings. Rafael bemerkte das sexistische Potential dieses Fotos. Ich antwortete, dass meine Beine eigentlich hätten besser aussehen können als die Abbildung.
Sehr freundliche Redaktorin hat mir angesprochen, ob ich zu dieser Degustation kommen würde. Ehrlich gesagt, war ich recht skeptisch. Skeptisch – weil ich nicht weiss, mit wem ich zusammen teste und wie aussagekräftig diese Degustation sein sollte.
Aber ich war neugierig genug, obwohl ich mehrfach abgeraten wurde. Ich wollte meine eigene Erfahrungen machen und beschloss daran teilzunehmen.
Vorher ging ich zu Nespresso-Boutique an der Bleicherweg und wollte spionieren. Die Verkäuferin war sehr nett und hat mir tausenden Frage nach Teewissen gestellt. Sie sagte, ein Gespräch mit mir sei besser als eine Schulung! Sie würde so gerne mehr über Tee lernen – ich war richtig erstaunt und zugleich sprachlos – wenn sie wissen würde, wer ich bin…

Der Tee, den sie mir zubereitete, war in Ordnung: klarer Aufguss, sauberer Geschmack. Natürlich war dieser Geschmack standarisiert und abgestimmt politisch korrekt – es darf nicht auffallen. Ich erwartete auch nicht viel und war recht zufrieden mit dem Tee. Natürlich war der Tee viel zu teuer für die Qualität, die sie kosten – aber was ist denn in Zürich anders? Was ist in dieser Welt anders? Die Kluft zwischen Sein und Schein in unserer Welt vertieft sich und Special-T ist auch nur eine Bereicherung von diesem Geist.
Ich hatte keine Vorbehalt und war gut besinnt gegenüber Nestle – ich bin nicht naiv, aber verteufelt keinen, der dem Trend einfach ausnützt. Die Moral beeindrückt mich nicht.
Die Degustation war eine super Erfahrung für mich, weil ich den Special-Tee 50% nicht erkannt habe! Warum soll ich? Ich habe immer dem anderen Tee besser benotet und dachte, das sei der Special-Tee. Bei den 50%, die ich richtig getippt habe, bekamenen einfach schlechtere Nöte, nicht weil ich Special-T schlecht finde, nur weil ich die Standarisierung jener Sorten in jenen Fällen als schlechter empfand und die anderen 50% in Ordnung fand. Ich hatte nicht vor, Special-Tee schlecht zu bewerten oder zu spotten. Umgekehrt, ist dieser Standarisierungsversuch in manchen Fällen meiner Meinung nach besser! Weil die herkömmlichen Teesorten aus Teegeschäften neben Dörr-Früchte, Kaffee und Gwürze liegen – es sind katastrophale Bedingungen für einen guten Tee! Der typische Teeladen Geschmack in Deutschland spricht nicht für Tees aus dem Teeladen.
Die Tees von Special-Tee wurden von mir oft als postfermentiert und schlecht gelagert oder mit Fremdgeruch verseucht bewertet – deswegen dachte ich, dass diese Tees aus dem Teegeschäften seien – liegen nicht an dem gut verschweissten Kapsel. Der Tee im Kapsel war bereits schlecht und verrochen, bevor er verpackt wurde!
Ich möchte Special-Tee nicht schlecht machen, weil Nestle sicherlich nicht der einzige ist, diese Graben zwischen Sein und Schein auszunützen. Ich finde es ehrlich, wenn man selbst zugibt, dass wir NOCH SEHR VIEL zu tun haben mit der Qualität des Tees!
Und diese Kriterien, ob man die Special-Tee erkennen kann, macht überhaupt keinen Sinn. Mein Nachbar bei der Degustation hat fast alles richtig getippt, was Special-Tee ist. Das ist allerdings kein Beweis, ob Special-Tee gut oder schlecht ist.
Special-Tee ist weder gut noch schlecht. Er gibt uns als Teeliebhaber eine Chance, nachzudenken, was uns eigentlich bei Tee fasziniert – vielleicht weil Tee uns Zeit nimmt und der Geschmack bei jedem Versuch sich variieren kann???
Was können wir als Teehändler aus Special-Tee lernen? Ich möchte die Kluft zwischen Sein und Schein aufzeigen und möglicherweise einen Brücke darüber aufbauen. Dies schaffe ich alleine nicht. Es muss mehr Teeliebhaber geben, die aus der Einfachheit des Tees Schönheit entdecken wollen!