Archiv der Kategorie: Formosa Oolong Tea 台灣烏龍茶

Nage Nage Cha… 那個那個 茶

CN kenne ich seit der Unizeit, einer der wenigen Freunde seit dieser Zeit, die ich im Moment noch treffe. Es liegt nicht an mir, denn ich zu ungeschickt bin im Beziehungspflegen. Es liegt an ihm, er pflegt nicht nur eine Freundschaft zu mir und vor allem zu meienr Familie. (Meine Familie nimmt gerne Anteil an meinen Freundschaften. Carola und Juerg sind im Moment mit meinen Eltern im heissen Quelle-Baden. Joerg wird erwartet bei mir Zuhause. Die gesamte Mannschaft von der Gruppe wird von meinem Vater herzlich zum Ente-Essen eingeladen. Ich glaube, mein Vater ist nervoeser als ich…)

Wir kannten uns auf der Strasse bei dem Demo. Seitdem wurde er Politiker, ein leidenschaftlicher Politiker, der leider keine Karriere damit macht. Zum Glueck hat er eine tolle Frau, die die Familie ernaehrt. Wir fuhren zusammen nach Sanxia und zeigten Carola und Juerg, den schoensten Tempel 三峽祖師廟 auf Formosa!

Er sagte, ich sei eine seltsame Person, immer noch so direkt und geradeaus wie ein Kind. Wie ein Kind… Ich staunte, waere es besser, dass man ein Navigator braucht, um mit mir zusammen zu sein? Ist es nicht besser, dass mein Gegenueber weiss, woran er ist? CN sagte recht traurig, die meisten Menschen vor allem in der Politik pflegen eine Stadt im Herzen, um diese Stadt zu erkuendigen, braucht man tatsaechlich einen Navogator-System – GPS…. Vielleicht haben sie selbst ein schlechtes GPS, denn sie verlieren so oft sich selbst und wissen nicht, was sie wirklich wollen…

Dinge im Leben sind in der Wirklichkeit einfach zu handhaben. Entweder leave it, or take it. Dazwischen – macht immer Verwicklungen oder verzerrt viel Energie – darunter leide ich immer wieder in meinem Leben. Weil man Angst hat oder blockiert ist, versucht man noetige Entscheidung oder Veraenderung hinauszuzoergern. Am Ende entfernt man sich immer mehr von eigenem Weg.

Andererseits gehoert Umweg auch zum Leben.

Das ist auch so im Tee. Tee ist geradeaus und direkt.

Mein Lehrer versteckt zu viele Tees, machmal vergisst er sie. Mein Job in Taiwan ist oft, solche Tees zu suchen, denn ich zu frech bin und er mag meine Direktheit. Oft werde ich genau so mit derselben Art konfrontiert. Das gefaellt mir ebenfalls am besten.

Ich brachte paar Tees zu degustieren. Bei der Degustation merkte ich, dass ich von dieser Sammlung recht enttaeuscht wurde. Er bemerkte meine Enttaeuschungen und seufzte, „Menglin, Sei nicht beeinflusst von Deiner Beeiehung zu Menschen, wenn Du einkaufst. Tee ist direkt. Entweder ist er gut, oder geht es nicht. Entweder nimmst Du ihn, oder lass es sein! Dazwischen gibt es nichts! Wenn Du so sentimental bist oder jemandem helfen zu wollen, kannst Du nie weiter kommen mit Tee!“ Ich schwieg. Ich kenne meine Probleme. Immer wieder moechte ich den Zustand „Dazwischen“ verlaengern, immer wieder lasse ich mich von dem Umgang mit dem Teebauer beeindruecken. Immer wieder laufe ich in die Falle der Sentimentalitaet.

Die zweiter Runde war Degustation von verschiedenen Oolongs, die von einem anderen Schueler mitbrachte. Mein Lehrer sah es und holte einen privaten Tee, wir nannten ihn „Nage Nage Cha“.

Nage – jener. Nage Cha, Jener Tee. Der Tee, den er versteckt. Nage Nage Cha meldete sich sofort in der Runde. Unglaublich schoener unvergesslicher Duft und Aromen! Wie Gerdania! Suess, elegant, erhebend ohne andere Spuren von Unreinheiten. Ein Tee, der uns einfach direkt sagte, „Ja, ich bin es.“

Nage Nage Cha, ein Buddha Hand aus Pinglin von einem alten leider nicht mehr so vernupftiger Teebauer. Seine Frau rief meinen Lehrer an und warnte ihn, sofort zu kommen, um den Tee zu sichern. Mein Lehrer diskutierte nie mit dem Bauer ueber Preis. Er sah diesen Tee und nahm ihn sofort mit. Der Preis war egal.

Neben dem Nage Nage Cha waren alle anderen Oolongs wie ein langweiliger Film. Die Schueler seufzten nebem dem Lehrer. „Du siehst, Tee erzaehlt Dir einfach, wie er ist. Nur die Menschen machen es nicht.“ Wir nickten den Kopf. Carola und Juerg waren nur gestaunt ueber diese klare Aussage und den eindeutigen Schluss.

Ich wollte unbedingt noch einen Nage Nage Cha trinken. Einen Guifei Cha. Er fragte mich welchen? Ich sagte – ich bin schlau und frech, „Nage 那個 !“ Er lachte. Sicher wusste ich nicht, welchen Guifei Cha er versteckt, aber „Nage“ wuerde jenen bedeuten, den er versteckt!

Ein „Nage“ Guifei Cha, Ein von Insekten befallener Alishan Hochlandstee! Honigsuess, duftend nach Blume auf meiner Grossmutters Garten von dem Longgan Baum. In jenen April stand ich unter dem Baum und schmeckte den suessen klaren Duft von Longgan 龍眼 -Blumen. Meine Grossmutter arbeitete gerade auf dem Pamelo Baeume und meine Kinderfreunde spielten (quaelten) mit dem Frosch. Nur ich war verwirrt von dem unvergesslichen Duft im Winde. Meine Eltern waren weit weg und meine Zukunft war so fern… Nage Nage 那個 Cha, versetzte mich in einer anderen Zeit! Wie ein Kind…

Blumenmarkt und Teetraining

Mit Carola und Juerg ging ich am letzten Sonntag auf dem Blumenmarkt, weil meine Schwester mir befahl, fuer sie Blumen einzukaufen.

Blumenmarkt voller Menschen und voller Blumen! Orchideen! Praechtig, anmutig und duftend! Hast Du jemals so viele duftende Orchideen gesehen? Ich nicht! Ich genoss die Duefte und die ganz neue Erfahrungen! An die duftenden Blueten erinnert mich sofot an die Tees, die wir vorhin trank! Der wunderbare Baxian!

Wir rochen Zhizi Hua, der Blume von Huang Zhi Xiang – nach diesem Blumen wurde der Dancong genannt. So duftet diese Blume – suess, warm und umarmend! Ich war so beruehrt von dieser Beruehrung des Duftes.

Wir gingen weiter und weiter. Die Blumen hoerten nicht auf, die Dueften dauerten an…

Ich habe eine Idee: ich werden mit unserer Reisegruppe direkt nach dem Emfang zum diesem Bluhmenmarkt gehen, der immer nur am Wochenende in Jianguo Nan Ro. 建國南路花市 stattfindet! Die Nase werden dort richtig geschult fuer die Tees!

Jetzt hoere ich auf zu schreiben, es ist die Zeit fuer meine japanische Serie 篤姬…

Qilan aus dem Fruehling von Mingjian

qilan

Kristine hatte den Wuensch, als wir in Berlin das Oolongseminar hatte, einen speziellen Seminar fuer Saison-Charakter des Tees zu lernen. Ich nehme diesen Wuensch ernst und moechte gerne dafuer vorbereiten.

Mein Lehrer roestete gerade heute den frisch fertiggestellten Qilan und zeigte mir, zwei Qilan von winter 2008 und Fruehling 2009.

In Qilan 2008 erkenne ich sofort die Person meines Lehrers. Aufguss oelig, faccettenreich, schmeidig. Die Suesse unaufdringlich und nachhaltig. Der Duft praesent und zurueckhaltend. Ein Meisterwerk! Ein gut und einfacher Tee unter seinen persoenlichen Einleitung. Schoen pfefferminz, floral, fruchtig gegen Ende. Eine Pflanzen, der aus der warme langsam zurueck zur Kaelte zurueckziehen muss. Sein Wesen, zurueckhaltend, distanziert und er laesst nur der Duft selbstbewusst fuer sich selbst darstellen.

„Weiss Du, die Pflanzen auf Formosa wissen sehr gut was Sommer und Winter bedeuten. Wenn der Nordwind weht, blaesst er die Feuchtigkeit des Wassers ab. Die Pflanzen muessen sich schutzen. Der Teebauer freut sicht, weil der Wind ein grosser Helfer ist fuer einen grossartigen Tee!“ Der Wind berueht dem Gesicht eine alternde Frau. Der Wind blaesst die Haut der zurueckziehenden Blaetter. Die Blaetter weden ledrig, rauh, wie die Gesichter der Pflueckerinnen im Nordwind.

Der Fruehlingstee ist von einem anderen Wesen. Der Fruehlingswind ist warm, startbereit – Start fuer einen neuen Anfang, fuer einen neuen Zyklus, fuer eine neue Unternehmung. Gut oder schlecht, spielt keine Rolle, Der Fruehling verlangt weitere Schritte in der Natur und auf der Erde. Nur der Mensch sit traege, denn er hat Gedaechtnis.. Er kann seine Schmerzen in der vergangenheit nciht vergessen und traut sich nicht vor einem Fruehling. Wie ein Wolken, der nicht weiss, wohin. Der Fruehling kommt, die Pflanzen waechst. Von der Kaelte zur Waerme wechselt die Erinnerung der Wurzel. Die Wurzel fangen an, Nahrung zu saugen. Er will wachsen! Die Wolken kommen, der Regen bleibt. Alles wird wechselhaft. Teepflanzen freuen sich, waehrend der Teebauer furchtet. Wie schafft ein Teemaker einen grossartigen Tee unter einer wechselhaften unklaren Bedingung?

„Menglin, Du sollst nun Buddha oder Jesus beten, wenn die Gruppe in zwei Wochen nach Mingjian gehen wollen, um Tee zu machen.‘ lachten die Leute im Teezimmer. Ein guter Fruehlingstee in einer unklaren Wetterlage muss tataechlich mit Hilfe der uebernaturlichen Kraft geschehen! Ja, ich bete sicher fleissig.

Der Fruehlingsqilan, schwer zu fassen, in Worte. Floral, lebendig und in Entwicklung. Der Fruehlingsbriss schmeckt im Aufguss wie ein Hauch der zarten Beruehrung. „Was fuer einen zarten sanften Tee?“ ich spuerte im Tiefen eine leise Seufz. Wie eine Hand, die Dein Haar auf Dein Hemd unauffaellig wegnimmt, Deine Haut mit einem Blick vorbei streift, Deine Schuhe mit dem leichten Rand eines Rockes unbeabsichtigt beruehrt. Scheinbar oder konkret. Tatsaechlich oder unwirklich. „Willst Du diesen Tee noch weiter roesten?“ „Nein, es ist gut so, oder?“ „Ja, es ist gut so.“

Foto:

links Qilan Winter 2008; Qilan 2009 Fruehling

Teatoys zu roesten

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So roestet mein Lehrer seinen hochwertigen Tee im Winter. So ein Furo (Wind-Ofen) dient gleichzeitig als Heizquelle.

Unten werden Holzkohle angefeuert und im gluehenden Zustand setzt man das Bambuskorb auf dem Feuer. Ich habe ihn gefragt, ist es nicht besser mit Computer zu steuern? Er sagte, Computer kann die Qualitaet des Tee leider nicht unterscheiden. Wenn die Substanz des Tees stimmt, dann ist die Roestung kein geheimnis mehr, behauptet er. Er liess den Tee uebers Feuer uebernachten und meinte, dass es so wie es ist gut ist. Computerprogramm ersetzt nicht seine Urteilsvermoegen und seine innere Uhr.

Natuerlich ist es alles anders als er sagte. Er lacht ueber meine Ernsthaftigkeit, diese Geheimnisse unbedingt zu erfahren. „Menglin, Du bsit nicht dafuer gemacht! Schaue doch Deine Haende an, Deine Haende kann nicht Mal Feuer anzuenden!“ Ich schaute meine Haende an. Er hat recht.

Teatoys zu roesten

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Es war sehr heiss, als ich in Bangkok ankam. Ueber 30 Grad und strahlende Sonne. Als das Flugzeug in Taipei landete, reiselte der Regen und es war grau. 13 Grad.

Ich hatte sehr wenig an, denn ich dachte, ich sei daheim. Der Winter sei sehr lang, wechselhaft und kalt. Weil es kalt war, hatte mein Lehrer viel Moeglichkeiten, Tee zu roesten.

Verschiedenene Tees, Hochlandoolong, Buddhas Hand und Lishan wurden unter seiner Hand geroestet! Niemand dufte diesen Tee probiert, weil er fuer mich und Teereise-Freunde reserviert hat, sagte Onkel Chong. Nicht einmal der Fondmanager Chen…

Ich ass Ananas, gluecklich und gierig. Es gab eine ganze Menge Dinge zum essen, weil sie wussten, ein Hungeriger kommt nach Hause. Eine Tochter der Formosa. Meine Mutter sagte, Toechter seien Raeuber.

Was fuer Tee trinken wir heute? Mein Lehrer ging ins Hinterzimmer.

Ein wunderschoener Bi Luochun aus dem Baum Bai Maohou in Pinglin. Geschmeidig, sanft und oelig. Ein Tee, der atmet, der lebt und spricht.

Ein herrlicher Buddhas Hand aus Pinglin. Ich schmeckte ein Cocktail der subtropischen Fruechte! Intensive vielschichtige fruchtige Duefte entfalteten sich unaufdringlich auf meine Zunge und in meine Kehle. Oelig und smooth like silk. Wie waere es dieser Tee zum Lagern? Ein glueckliches Seufz! Er schaute zu mir, „Menglin, Du bist zu sentimental.“ Das bin ich nicht, das ist Dein Tee. Das bist Du.

Ein auf Holzkohle geroesteter Lishan! Wie denn? Er hat alle seine Kapazitaet von  Lishan Winter 2008 geroestet. 18 Kgs, ausnahmenslos. Was fuer eine Kapitalbindung, seufzte ich wieder. Die Leichtigkeit des Formosa Berges schwingte im Aufguss. Tiefsinnig und zugleich federleicht. Ohne Schwermuth, aber voller Ernsthaftigkeit. Elegant und aufrichtig. Ich schmecke noch leichte schokoladige Roestnote. Dieser Tee braucht noch ein wenig Ruhe, bevor er richtig gejubelt wird. Was bedeutet eine Sucht? Sucht hat untershciedlichste Form, nicht wahr? Sucht ist jedenfalls eine Abhaengigkeit, die eigentlich aus Mangel des Innernen entsteht. Dann gestehe ich zu meinem Mangel. Ich bin gerne suechtig, suechtig nach diesem Tee, nein, eigentlich nach der Beruehrung dieses Tees!

Ich bin sicher, Teefreunde aus Deutschland und der Schweiz werden hier ihre Teeerlebnisse neu beschreiben.

Degustationsabend mit Formosa Oolong

Degustationsabend mit Formosa Oolong

Ein total verregneter Tag. Ausgerechnet an diesem Tag mussten so viele Dinge passieren. Selbstverständlich erwischte ich eine falsche Bus, in eine falsche Richtung und dann kam ich wie erwartet viel zu spät in die Veranstaltung. Das ist fast schon wie ein Regel, dass ich stets zu spät komme. Ich schäme mich richtig, aber fühle mich total ausgeliefert in dieser Situation.  Jürg rief mich schon unterwegs an, als ich mich in dem Rotlicht-Quatier Langstrasse irrte. Als ich ankam, fragte Carola, „Warst Du überhaupt in dem richtigen Bus?“

Alle warteten auf den Formosa Oolong. Die Mitreisenden und die Daheimbleibenden. 

Ich spreche gerne vorher mit Menschen ab, wie die Sache aussehen können bevor man eine falsche Vorstellung hat. Zusammen etwas zu unternehmen ist eine Abhängigkeit, die geklärt werden möchte. Wenn ich Teeseminar mache, gibt es Teilnehmer, die sich auf die Tees stark fixieren und vergessen, dass es noch einen Leiter gibt, der entscheidet, wann man den Tee probiert. Ich nehme dieses Verhalten nicht immer ernst. Aber mein Lehrer und die Taiwanese schon. Bei jeder Degustationsrunde mit meinem Lehrer wird zuerst von ihm probiert und wenn er O.K. gibt, kommen die Schüler ran. Im Europa gibt es bereits viele Teekenner, die ins Teeland reisen. Aber so eine Nummer wie meinen Lehrer sicher noch nie erlebt, eine schwierige Nummer, die sein wahres Wesen lebt. Manche Teilnehmer fragen mich, ob man mit ihm über Teepreis verhandeln kann. Ich musste fast tot lachen. Ich sagte, man muss froh sein, wenn er überhaupt seinen Tee an Dich verkaufen will.

Heute bekam ich zwei gute Aufträge, die sofort bestätigt werden wollen. Zwei wunderbare Tees aus dem Frühling auf Formosa! Gute Rohstoffe sind rar, sie werden gesucht, gejagt. Es ist manchmal sehr spannend zu sehen, welche Kundschaft welchen Tee bekommen kann. Manche Kundschaft fühlen sich unsicher und eigentlich zu wenig Kenntnis haben für Tee, sie entscheiden sich viel zu langsam und bekommen meistens nicht die besten Waren. Dagegen gibt es kompetente Kundschaft, die sofort den Auftrag geben, nur um gute Ware zu sichern. Das Phänomen nennen wir in Chinesisch Karma, wer findet wen und wer findet etwas. Zwei Dinge die zusammen nicht gehören, finden den Weg nicht zueinander. Weil der einen den anderen nicht sieht. Teebussiness ist wirklich wie ein Puzzlespiel.

Manchmal möchte mein Lehrer mir helfen, einen Auftrag zu erledigen und möchte seine Arbeit gratis geben. Ich nehme es nie an. Ich bezahle gerne etwas, etwas zu symbolisieren, dass seine Arbeit sehr wertvoll ist. Das Geld ist nur ein Mittel, manchmal unbedeutend und für die meisten zu bedeutend. Er freut sich über meine Geste und tut immer sein Beste für das Verständnis und Respekt zwischen uns. Das ist für mich das wahre Geschenk.

Heute degustieren wir drei Runde und ich versuche, einen kleinen Überblick von modernen Oolongsorten bis zu traditionellen Sorte zu vermitteln.

Moderne Oolongbaum:

Jadeoolong, Jinxuan, Sijichun – meistens aus Mingjian, meistens als Dongding Oolong verkauft.

Qingxin Oolong, der beliebste und eleganteste Oolongsorte. Meist angebaut und nachgefragt.

Traditionelle Sorte

Tie Guanyin: Muzha und Pinglin

Oriental Beauty – zwei wichtige Anbaugegend: Taoyuan / Xinzhu und Pinglin. 

Fancy Oolong – wird nun auch in Sanxia angebaut.

Seit 80er Jahren werden Hochlandsoolong immer beliebter:

Alishan und Lishan sind für mich zwei wichtigste Anbaugebiet, weil sie zwei markante Richtlinien von Hochlandoolong aufweisen. Zwei verschiedene Wesen und zwei verschiedene Temperatment.

Im Moment werden alle Tees als Hochlandoolong bezeichnet, wenn sie über 1000 ü. M. angebaut werden.

 

Oolongrunde für die Daheimgebliebenen.

Morgen Abend findet eine Oolongdegustationsrunde in Zürich statt. Ein „Trost für Daheimbeliebenden, die die Oolongs nicht vor Ort erleben. Ein „Muss“ auch für die Mitreisenden für unsere Teereise in April.

Ich hätte gerne dieses Post früher bekannt gemacht. Leider fand ich keine Zeit. Danke für viele Bloggfreunde, die mich nachfragen, wegen meiner Abwesenheit. Ich werde mich bemühen mehr Zeit für Teefreunde zu nehmen. Mich kann man nicht aus den Augen verlieren, da man mich hier immer findet.

Taiwan Trip Warm-Up – für Teilnehmer und Daheimbleibende

Datum:

Mi, 25. März 2009
Zeit: 19 – 21 Uhr
Ort:

Technopark Zürich, Turbinenplatz, 8005 Zürich (Zürich West), Raum Newton 1008, Flügel Newton, 1. Stock Lageplan

Kosten:

Mitglieder kostenlos, Nichtmitglieder Fr. 20.-

Oriental Beauty, Zikade und der Insektenforscher

Ich komme aus einer Sub-Tropischen Insel, wo ein Oase bedeutet für Ungezifer! Katalaken sind die schlimmsten, was es auf der Erde überhaupt gibt! Mein Vater war immer der Feuerwehrmann und später wurde mein Bruder. Einen Insekten-Forscher zu werden war sicher nicht mein Traum!

Einen insektenforscher lernte ich in meinem Teeseminar kennen. Er erzählte von den Insekten, die den Zauber von Oriental Beauty ermöglicht. Ich bat ihm für unsere Teefreunde einen kurzen Text zu schreiben, um die Geheimnisse zu lüften.

Ich bewundere Menschen, die im Hintergrund für Ihre Leidenschaft arbeiten, die Menschen, die ihren Weg gehen. Vor allem wenn sie sich mit Dinge beschäftigen, was „nutzlosen“ Ungezifer heisst. 

Ich danke Berhard Merz, ein Teeliebhaber und ein hervorragender Insektenforscher. Ein Mann, ein Wunder – seine Liebe zu einem geheimnisvollen Getränk und zu einem mysteriösen Welt der Ungezifer pflegt.

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Nun zu den Insekten: Nach meinem Wissen heisst der „Oriental Beauty“ so, weil die Blätter der Tee-Pflanze von Insekten befallen werden. Es handelt sich dabei um sogenannte Kleinzikaden, das heisst Insekten, die wie die echten Singzikaden aussehen (und im Mittelmeerraum vor allem sehr häufig sind), aber eben sehr klein sind, so um 2-3 mm lang. Sie sind überall auf der Welt sehr häufig, auch in der Schweiz kennen wir über 400 verschiedene Arten! Zikaden ernähren sich ausschliesslich von Pflanzen (wir haben also nichts zu befürchten) und haben einen kleinen Stechrüssel. Damit stechen sie die Pflanzenzellen an und saugen den Inhalt aus den Zellen heraus. Das hat zur Folge, dass die Blätter mit einem Befall von solchen Kleinzikaden nachher „gesprenkelt“ sind, d.h. sie haben kleine braune Flecken auf der grünen Fläche (und es verbreitete sich vor etwa 20 Jahren einmal die Nachricht in den Medien, dass das Ozon die Pflanzenblätter kaputt macht, bis man sah, dass die kleinen braunen Flecken von Zikaden-Stichen stammten, also war dies eine Fehlmeldung!). Nun, damit die Zikaden die Zellen auch aussaugen können, müssen sie zuerst ein wenig Speichel in die Pflanze spritzen, der den Pflanzensaft ganz flüssig macht und verhindert, dass diese Zuckerlösung (Pflanzen-Zell-Saft enthält viel Zucker) den Rüssel verstopft. Offenbar geht dieser Speichelsaft mit dem Zellsaft eine spezielle Verbindung ein, welche dem Tee-Blatt neue Duftnoten vermittelt und so zur Berühmtheit des Oriental Beauty beiträgt. Ein weiterer Punkt ist, dass die kleinen Löcher in den Zellen natürlich den Zugang von Sauerstoff zu den Zellen erleichtern. Das führt dazu, dass der Oriental Beauty stärker oxydiert ist als zum Beispiel ein Pouchong oder Tien Guan Yin, nicht nur am Rand, sondern auch auf der ganzen Fläche kann er oxydieren. Eine Internet-Seite mit Fotos der Zikade, die fälschlicherweise also „Paoli“ bezeichnet wird, gibt es auf der folgenden Internet-Seite:
http://freebsd.tspes.tpc.edu.tw/~afu/6401.htm

Der Name „Paoli“ bezieht sich auf die Person, welche die Zikade zum ersten Mal beschrieben hat und ihr den Namen „formosana“ gegeben hat. Heute heisst diese Zikade wissenschaftlich Jacobiasca formosana. Sie hat natürlich keinen deutschen oder englischen Namen, da sie in Ländern, in denen Deutsch oder Englisch gesprochen wird, gar nicht vorkommt.

Es gibt noch einen ganz ähnlichen Fall, nämlich denjenigen des sogenannten „Muscatel“ Darjeelings. Es handelt sich dabei um einen Sommer-Darjeeling, der in einigen Gärten in der Darjeeling Provinz vorkommt und dort ebenfalls von Kleinzikaden gestochen wird. Damit bekommt der Tee auch hier eine neue Duftnote, eben dem Muskat-Duft. Dabei handelt es sich aber um eine andere Zikade, die den Namen „Empoacsa flavescens“ heisst (oder auch Empoasca vitis, je nach Forscher, das Problem der Namensgebung bei Insekten!). Diese Zikade kommt übrigens auch in der Schweiz vor und ist hier ein gefürchteter Schädling auf Weinpflanzen. Zu dieser Art habe ich gerade keine Fotos auf dem Web gefunden, aber sie sieht sehr ähnlich aus wie die Jacobiasca formosana.

Übrigens: Tee-Gärten, die von diesen Zikaden befallen sind, dürfen natürlich nicht gespritzt werden, das heisst, sie sind mehr oder weniger „biologisch“, auch wenn sie kein solches Zertifikat tragen. Auch sind diese Tees erst im Sommer erhältlich, da ja die Zikaden zuerst die Zellen stechen müssen. Das ist normalerweise erst ab etwa Mitte Mai der Fall (vorher sind diese Tiere noch im Ei-Stadium, sie müssen zuerst schlüpfen und können erst dann saugen). Deshalb gibt es z.B. keinen Frühlings-Darjeeling mit dem Muskat-Duft, sondern erst der 2nd flush hat diese Eigenschaft.

Ist Dir diese Antwort schon genügend ausführlich. Sonst helfe ich gerne weiter und suche Informationen. Das dürfte für mich doch einfacher sein, da ich den ganzen Tag mit Insekten arbeite. Selber beschäftige ich mich mit Fliegen und kenne Zikaden nicht gut. Aber im Nachbar-Büro arbeitet ein sehr netter Forscher, der sich fast ausschliesslich mit Zikaden beschäftigt und mir gerne hilft!

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Wer hätte noch mehr Frage zu disen Zikaden? Unser Insektenforscher in Genf steht uns exklusiv zur Verfügung!

Tie Guanyin – ein Muss für Oolong-Liebhaber

Frage zum Tie Guanyin

Liebe Menglin,

Zuersteimal wünsche ich Dir ein behütetes neues Jahr 2009! Und obwohl ich “ Erfolg“ nicht als Kategorie eines guten Jahres sehe und daher selten wünsche, tue ich es in Deinem Fall: Viel Erfolg für Dein Teehaus!!!

Nun zu meiner Frage: Ich sehe wie Dein Tie Guanyin Angebot wächst und freue mich darüber. Meine nächste Bestellung will ich dieser Teesorte widmen. Ich habe diesen Tee schon in ein paar festlandchinesischen Qualitäten probiert und bin nun gespannt auf Dein Angebot. Doch mir fehlt etwas die Übersicht:Wenn ich die Bandbreite Deiner Angebote an Tie Guanyin kennenlernen will, welche Tees empfiehlst Du mir da als unverzichtbar – bzw. welche Tees sind sich doch eher ähnlich, dass man nicht beide probieren muss?

Ich freue mich auf Deine Antwort

Mit freundlichen Grüßen

Stefan

Ich habe neuen Tie Guanyin in meinem Schatzkammer aufgenommen, weil es im Moment Gelegenheit anbietet, durch diesen Tee ein Panorama von Röstung des Oolongs zu gewinnen.

Diese Gelegenheit ist eine Gelegenheitssache. Wenn der Tee ausverkauft ist, wenn das Wetter oder Teebauer nicht mitspielt, dann wird es wieder schwierig mit dem Spass. Teebauer hat nicht immer Freude qualitativ gute Tees zu produzieren, weil es anstrengend und unvorhersehbar ist. Manchmal wie Sisifusarbeit. Maintream-Tee zu produzieren ist einfacher, wirtschaftlicher und sicher. Es klappt immer und der Käufer merkelt nicht.

Anxi Tiaguanyin ungeröstet ist ein neuer Versuch, einen gut produzierten Tie Guanyin in dieser modernen Machart zu finden. Nur eine sehr kleine Menge ist verfügbar, weil dieser Tee nicht stabil genug ist, langfristig zu lagern. Er bietet uns einen schönen frischen Oolongnote, gereicht mit Orchideen-Duft. Beim Abgang eine leise Guanyin-Yun (balsamierende Wirkung). Ungeröstet und genügend lang unter 18 C fermentiert. Für Einsteiger, einen traditionreichen Oolong zu probieren, ein Muss.

Anxi Tieguanyin 2005 geröstet von Chen Huantang. Einen schönen nach modernem Vorbild hergestellten Tie Guanyin röstete mein Lehrer sorgfältig, so dass dieser Tee haltbar und geeignet ist für eine langfristige Lagerung. Das Interessante an diesem Tee ist, die Verwandlung eines Oolongs im Spiel und Wechsel mit der Zeit zu beobachten. Ein in sich geruhter, viel zu erzählender Gentlman.

Muzha Tie Guanyin ist ein Muss für Teeliebhaber, der sich lang mit gewöhnten Oolong besschäftigt hat und etwas Ungewöhnliches sucht. Interessante Aromen von reifen Frucht bis zum süßen Tabak duftet und schmeckt er. Ein Bündel von Erzählungen, Ereignisse und Energie. Ein Oolong, wie er einmal ein schwarzer Drachen war, ganz anders als der „grüne“ Tie Guanyin!

Pinglin tie Guanyin war meine neue Entdeckung, die im Hinterzimmer meines Lehrers versteckt war. Ich schmeckte in diesem Tee fruchtige Ananas-Note – ich liebe Ananas! Am liebsten esse ich jeden Tag Ananas! Jedesmal im Frühling wartet im Büro meines Lehrers, wenn ich komme, eine Schale Ananas. Die alten Männer in diesem Büro verbieten anderen Schüler diese Frucht zu essen, nur weil ML allein alles weg essen kann! Seit ich diesen Tie Guanyin Ananas-Duft roch, wird dieser Tee als Ananas-Tie Guanyin bezeichnet. Ein Tie Guanyin zwischen dem Varianten Muzha und Anxi. Lang genug fermentiert wie der Muzha, aber leichtere und kurze Röstung. Ein neues Erlebnis und ein gelungener Versuch von Kreation Tie Guanyin!

Mit Tie Guanyin aus Nantou möchte ich Teefreunde erleichtern, die nur Mal versuchen möchten, was Röstung bei einem Tie Guanyin sein kann. Dieser Tee ist nicht aus dem originalen Tie-Guanyin-Baum, sondern aus Blend mit anderen Oolong. Lang genug fermentiert und geröstet. Der Unterschied liegt an der Autentizität. Wer allerdings gerne einmal erleben möchte, was Guanyin-Yun bedeutet, muss auf diesen Tee verzichten. Ein Einsteiger, der einfach Mal verstehen will, was Röstung einer traditionellen Machart ist, ist dieser Tee eine gute Wahl!

Tie Guanyin 1995, eine Einladung ins Teeland, wo Zeit, Pflanzen, menschenlichen handwerkliche Kunst alles zusammen spielt. Zu Schade nur um als Prestige zu kaufen oder als Spaß, ein Tee, der verstanden werden will!

Von Rösungsstufe ausgehend könnte ich so formuliren:

Anxi Tie Guanyin 2008 (gar nicht geröstet) – Anxi Tie Guanyin 2005 (leicht) – Pingling Tie Guanyin (mittel) – Muzha Tie Guanyin (traditionell)

Fermentationsgrade nicht wesentlich verschieden.

Ich hoffe, Stefans Frage geantwortet zu haben!