Archiv des Autors: Menglin

Der erste Schwarztee kommt aus China

Dass China die Heimat des Tees ist, ist unbestritten, aber viele Leute halten England für die Heimat des Schwarztees. Stimmt das?

In der chinesischen Literatur kann man nicht mehr ganz genau datieren, seit wann Chinesen den roten Tee trinken. Der rote Tee wird als der Schwarztee in Europa bezeichnet. Ca. Mitte der Ming Dynastie (16. Jahrhundert) erwähnt ein Buch „Duoneng Bi Shi“ 多能鄙事von dem roten Tee. Das ist his jetzt die frühste Dokumentation über den roten Tee. Später in der Qing-Dynastie (1773) dokumentierte der Hofbeamte Liu Jing 刘靖von Landkreis Chongan 崇安in Fujian 福建einen Xiaozhong roter Tee 小种红茶und seinen Hauptmarktsplatz Dorf Xingcun 星村. Das ist die frühste detaillierte Beschreibung von rotem Tee und er ist Zhengshan Xiaozhong aus Xingcun, Fujian.

Xingcun liegt nürdlich von Wuyi Shan. Dieser rote Tee wächst im hohen Gebirge – Tongmuguan. Da dort oft benebelt wird, verwendet Teebauer Kieferholz, um Welkensprozess und Trocknensprozess zu begleiten. Der berühmte rauchige Geschmack ist auf das Kieferholz zurückzuführen. Obwohl der Nebel und Feuchtigkeit das Wachstum der Teebäume begünstigen, behindert dieses Klima jedoch die Herstellung des Tees. Berühmte Berge haben oft berühmte Teesorte, dessen Qualität allerdings abhängig von dem Wetter des Herstellungstags ist. Nicht jeder Hochlandstee ist ein guter Tee.

Weil der Xiaozhong aus Wuyi Gebirge 武夷山 so geschätzt wurde, entstanden natürlich gleich Nachahmungen! Alte Chinesen waren bewusst von Notwendigkeit des Herkunftsschutzes. Nur der Xiaozhong aus Xingcun darf als Zhengshan 正山Xiaozhong genannt werden. Alle andere, wie z. B. Zhenghe, Tanyang, Beiling oder Pingnan, konnten nur als Waishan 外山 Xiaozhong (außerhalb dem Bergen) bezeichnet werden. Zhengshan bedeutet aus Hochland und den originalen Herkunftort.

Seit es Zhengshan Xiaozhong gibt, ist diese spezielle Herstellung des roten Tees immer bekannter. Dieser Tee aus dieser speziellen Herstellung wird als Gongfu roter Tee bezeichnet und bedeutet einen roten Tee aus aufwendigen Verfahren. Gongfu roter Tee (Gongfu Hongcha) ist nun ein richtiger Begriff für hochqualitativen roten Tee!

Der bekannte Qimen (Qimun) 祁门红茶 roter Tee ist aus Anhui 安徽 und entstanden erst im Jahr 1876. Ein enttäuschter Hofbeamte Yu Ganchen 余干臣, der seine politische Karriere in Fujian aufgab und in die Heimat zurückkehrte. Er brachte die Teebäume aus Wuyi und die Herstellungsmethode von Zhengshan Xiaozhong. Nach paar Versuchen schaffte er einen hervorragenden roten Tee zu kreieren.

Wuyi Shan (Wuyi Gebirge gehört zu UNESCO’s World Heritage) ist nicht nur das Heimat von bekannten Felsen Oolong oder Ursprungsort von verschiedenen Oolongtees, sondern auch die Heimta des roten Tees und des alten Teebäumen aus Darjeeling! 1835 wurden chinesische Teebäume aus Wuyi Shan nach Indien gebracht. 1827 pflanzte Indonesien die chinesischen Teebäume aus Wuyi Shan und fing ihre eigene Teeanbau Geschichte an. Wuyi Shan ist wohl die Wiege der Teekultur der Welt.

Zhenshan Xiaozhong hat einen anderen Name in Europa: Lapsang Souchong.

Ich kann es nicht zusehen und schweigen!

Wenden unseren Blick nicht ab, obwohl wir es nicht sehen können!

Lieber Teefreund, ich möchte heute einen erschreckenden Bericht an Euch weiter reichen. Es geht nicht um den Tee. Zum ersten Mal konnte ich den Tee nicht mehr schlucken.

Ich kann es nicht zusehen, ich kann es nicht ansehen und ich kann es nicht übersehen! Ich kann es nicht schweigen! Der Wahnsinn unserer Menschheit, das Elend unserer Menschheit und die Zukunft unserer Menschheit müssen in Frage gestellt werden.

Die Bilder, die wir in dieser Nummer 76 des Journal Franz Weber veröffentlichen , als verantwortungsbewusste Bürger veröffentlichen müssen, sind die unwiderruflichen, entsetzlichen Beweise des furchtbarsten Verbrechens, das je von Menschen an der Menschheit und an der gesamten Schöpfung begangen wurde! Es sind Beweise, die von keinem George W. Bush, von keiner Condoleezza Rice weggeleugnet werden können.

Wenden Sie den Blick nicht ab, sagen Sie nicht: „Ich kann das nicht sehen!“ Sie müssen es sehen und gleichzeitig Ihren Geist und Ihre Seele mit einem heiligen Zorn aufladen, der Ihnen die Kraft und den unerschütterlichen Willen vermittelt, gegen die Verbrecher und die feigen Duckmäuser an den Schalthebeln der UNO, die das Verbrechen totschweigen, anzukämpfen.

Denn was uns aus diesen Bildern ins Gesicht schreit, darf nicht sein!

Franz Weber

Das elende Foto müsst Ihr es allerdings darauf klicken. French.

Les images que nous publions, que nous sommes obligés, en tant que citoyens responsables, de publier dans ce numéro 76 du Journal Franz Weber sont les témoignages irréfutables du plus horrible crime jamais commis par des hommes contre l’humanité et contre toute vie sur terre. Ce sont des témoignages que ni un George W. Bush, ni une Condoleezza Rice ne pourront jamais renier.

Ne fermez pas les yeux devant ces images ! Ne dites pas : « Je ne peux pas regarder ça… » Vous devez les voir ces images, devez en faire pénétrer votre esprit et votre conscience, devez vous laisser emporter par une sainte colère qui seule pourra vous donner la force et la volonté inébranlable de lutter coûte que coûte contre les auteurs de l’inimaginable et contre ces lâches opportunistes aux postes clés de l’ONU qui taisent le crime.

 

Car ce qui ressort de ces images et nous crie à la figure, ne doit pas être !

Franz Weber

Verzeih´es mir… Ich habe die Fotos leider nicht geschafft, … hier … zu posten…

Zhenshan Xiaozhong Degustation

Zhenshan Xiaozhong

Zwei Zhenshan Xiaozhong: links von Strassburg Espirit Du The und rechts von Länggass Tee aus Bern

Suzanne gab mir einen Zhenshan Xiaozhong 正山小種 als sie zum Besuch kam. Als ich diese Verpackung öffnete, steigt sofort die typische Rauchnote und eine fruchtige Longgang-Note in meine Nase ein! Ich war sehr begeistert von diesem Zhenshan aus Strassburg.

Gestern war ich bei Gerhard und Kathrin in Bern zu Besuch. Es war ein unglaublich schöner Tag! Wir sassen im Garten und ich wurde kulinarisch von der Familie Lange richtig verwöhnt! Wir tranken den Zhenshan ebenfalls zum Schoki-Kuchen! Kathrin und Gerhard haben ebenfalls Zhenshan Xiaozhong von zwei verschiedenen Qualitäten in ihrem Sortiment.

Ich habe einen schönen Zhenshan als Geschenk erhalten, nicht nur Zhenshan, sondern auch Shifeng Longjing, Fenghuang Dancong und Tie Guanyin aus Anxi!

Vor 10 Minuten goss ich die beiden Zhenshan Xiaozhong 正山小種 auf. Die Blätter sind verschieden. Der Zhenshan aus Strassburg hat fast Dancong-artige Blätter, während der aus Bern gewöhnliche Schwarztee-Blätter hat. Mich würde es interessieren, warum dieser Zhenshan aus Strassburg lange grosse Blätter hat. Von Duftnoten der trockenen Teeblätter empfinde ich beide gleich fein und intensiv. Beide haben die typische feine fruchtige Duftnote nach Longgan (Longyan 桂圓湯). Wobei der aus Strassburg intensiv rauchig duftet – das stört Suzanne wohl, sie sagte, dieser Geruch sei nach „Speck“.

Beim Aufguss zeigt der Zhenshan aus Bern intensiver, obwohl der aus Strassburg grössere längere Blätter hat. Von Geschmack schmeckt der aus Bern geschmeidiger, aber der Zhenshan von Strassburg zeigt wesentlich mehr diese longgan-fruchtige Note und schmeckt dadurch interessanter. Für Suzanne wäre allerdings der Zhensahn aus Bern mehr ansprechen, denn dieser Zhenshan kaum rauchige Note besitzt und fein lieblich schmeckt.

Beider Zhenshan Schwarztees sind für mich zweifellos schöner chinesischer Schwarztee aus Fujian! Die Form und der Geschmack des Zhenshan aus Strassburg machen mich aber neugierig. Warum diese längliche Form wie ein Dancong oder besser gesagt wie ein Yancha? Wegen der originale Herkunft aus Wuyishan?

Zhenshan Xiaozhong 正山小種, der älteste roter Tee (Schwarztee) Chinas (Mitte der Dynastie sollte dieser Tee entstanden sein – 16. Jh.), stammt ursprünglich aus Wuyi Gebirge in Fujian (ca.. Zhensahn bedeutet – aus Wuyi-Gebirge! Die andere Xiaozhong Schwarztee kann nur Xiaozhong heissen, nicht Zhenshan!

Die Magie des Tees

Plötzlich fing es an zu schütteln als wir am See waren. Der Regen kam so unerwartet, dass wir am Ufer nicht verweilen konnten. Suzanne war ein bisschen enttäuscht, aber sie hat den See wieder gesehen. Bodensee, das schwäbische Meer, ist so gross, dass man das andere Ufer nicht sehen kann. Mein Gast aus Strassburg, ein Teefreund durch das Teeblog, mit dem nur visuelle Briefe und Schriften ausgetauscht wurden, kam nun live nach Konstanz!

Suzanne beim Tee

Suzanne beim Tee

Zuerst waren wir bei Ali. Ali und seine Frau halten momentan in Antalya auf. Uns hat Alis Vater empfangen. Mit einer Tasse türkischen Tees haben wir angestossen. Die französische Besucherin brachte in den kleinen Kebap Laden ein Hauch von Frankreich. Der Gassi, ein Iraker, flüsterte extra zu uns, dass sein Tellerservice nur für die charmanten Besucher war. Danach machten wir uns bereit, auf die Reise ins Teeland! Suzanne brachte viele schöne Tees mit, darunter aus Strassburg und von Taipei – Stefane. Ich habe die Zhenshan Xiaozhong sofort aufgemacht. Oh! Der typische Longgan-Duft steigt gleich in meine Nase! Darüber werde ich einen ausführlichen Degustationsbericht schreiben.

Wir haben verschiedene Teesorte aufgegossen und zusammen probiert. Eine Oolongrunde: Sijichun 2006, Lishan Hochland 2005 und Dongding Original 2006. Die vielfältigen Duftnoten des Oolongs erheben uns sofort ins Teeland. Der Sijichun erinnerte sie an Flieder, der Lishan Hochland-Qi ist einfach unvergleichbar und das Dongding verführte uns in ein anders Sphäre! Der Buddha Hand und seine stets verwandelnde Duftnote fesselten uns in seinem Reich. Der Phönix Dancong war der absolute Treffer, und sie konnte nichts anders als nur seufzen: „Oh, Menglin, so einen Tee habe ich noch nie getrunken!“ Ich lachte und wusste, was sie damit meint. Es ging mir genau so…

Wir plauderten miteinander, obwohl wir uns erst seit paar Stunden face to face sahen. Wir sprachen über die Welt, über unser Leben und über unsere Leute, die wir lieben. Was macht es möglich, dass zwei fremde Menschen aus verschiedenen Kulturen so fliessend miteinander sein können? Ist es die Magie des Tees?

Ich schlug ihr eine Schale Matcha. Das leuchtende Grün schimmelte in der dunklen blauen Tienmu-Schale. Suzanne trank und ihre Augen leuchteten. „Was für einen Tee!“ „Ja. Die Samurais haben den Tee früher immer getrunken, bevor sie mit dem Schlacht anfingen.“ Sie haben wohl genau so geseufzt?

Vergänglich ist das Leben und viele schöne Momente der Begegnungen! Es war wieder die Zeit des Abschieds. Wir tranken noch eine Runde Pu Er und Suzanne verschob ihren Zug. Wir haben drei Pu Er aufgegossen: 1990 von Stefane, 1990 von Kieferkohle behandelter Pu Er, 1982 von Menghai. Der Aufguss 1990 war leicht und angenehm, während der auf Kieferkohle getrockneter Pu Er charaktervoll schmeckt. Als Suzanne den von 1982 kostete, sagte sie mir, dass sie das Qi dieses Tees spüren könnte! Ein unbeschreibbares Qi, was sich nicht verwörtlichen lässt. Dieser Tee wärmte uns und brachte Licht. Wir lächelten uns an, als ob Sonne über uns scheinen würde. Wir lächelten uns an, als ob wir uns schon lange kennen würden.

Im Tee muss man an nichts glauben, was man schmecken muss und soll. Man kann es nur selbst erfahren und erleben!

Es regnete noch, als Suzanne unbedingt gehen musste! Es regnete und regnete draussen, während Sonne in uns schien. Es schien die Sonne und sie wird wohl noch eine Weile weiter scheinen!

Katze entdeckt Schätze

Suzanne erzählte mir, dass ihre Katze sofort die Schätze entdeckte!

Oriental Beauty, wer bist Du?

Oriental BeautyDer Oriental Beauty aus Beipu, Taiwan.

Oriental Beauty hat nun verschiedene Kandidaten. Der einstige Formosa Oolong ist nun konfrontiert mit verschiedenen Kandidaten aus China. Fujian war ursprünglich die Heimat von verschiedenen Oolongs, die von anderen nachgeahmt wurden. Paochung und Dancong sind Kopie von Wuyi Yancha, während Tie Guanyin aus Taiwan auf den Tie Guanyin aus Anxi zurückzuführen war. Nun gibt es auch Kopie von Oriental Beauty aus Fujian. Eine historische Ironie?

Als China noch kulturelles Mutterland war, pilgerten Japaner, Koreaner, Südasiaten nach dem Reich der Mitte. Dort lernten sie Buddhismus, Tee und verschiedene Sitten kennen. Japanischer Kimono ist eine abgeguckte Mode aus Sechs Dynastien in China. Diese kulturelle Adaption erlebt in dem jeweiligen nacheifernden Land eine kulturelle Blüte und dessen Früchte können wir heute sehr gut beobachten. Japanische Kultur ernährt sich aus dem chinesischen Boden, aber entwickelt sich zu einem eigenständigen Stil und Richtung. Japaner verstehen ihre Kultur als eine eigenständige, nicht als eine Kopie.

Der Tee kam nach Taiwan durch chinesische Einwanderer, die eigentlich Wirtschaftsflüchtlinge waren. Sie fanden in Taiwan eine neue Heimat und pflanzten dort ihren Tee, den sie in ihrer Heimat gerne tranken. Durch den Engländer Dodd wurde Formosa Oolong Ende 19. Jahrhundert (1866) richtig weltberühmt – dieser Formosa Oolong war der Oriental Beauty (Baihao Wulong Cha)! Ein Zufallsprodukt, der aus Sparsamkeit und Überlebenswille des taiwanesischen Teebauer entstanden ist. Wir wussten nicht mehr, woher dieser Name stammt. Wir wussten nur, dass dieser Tee eine einzige taiwanesische Kreation ist. Alle andere Formosa Oolong, sei es Paochung, sei es Dongding oder Hochlandoolong, sind mehr oder weniger inspiriert von dem Fujian Oolong. Sie entwickelt sich zwar zu einer eigenen Richtung, aber ihr Ursprung ist chinesisch. Nur den Oriental Beauty könnte man nirgends in der chinesischen Literatur im Festland China, in ihrer Tradition nachschlagen.

Nun findet die Einwanderungsrichtung umgekehrt statt. Es ist so unberechenbar wie die Geschichte. Taiwanesische Einwanderer gehen nun Richtung China – nicht als Wirtschaftsflüchtlinge, sondern als Investoren! Taiwanesischer Teebauer kehrt nach Anxi zurück und pachte Länderei, um ihren „taiwanesisierten“ Oolong herzustellen. Darunter auch Oriental Beauty. Manche produzieren Oriental Beauty nach dem Formosa Vorbild, manche… produzieren einfach etwas und verkaufen weiter ins Ausland!

Der Wind weht nun in einer anderen Richtung. In Europa gibt es nun verschiedene Oriental Beauty! Die „wirkliche“ Beauty, die von Insekten gebissen wurden und wunderschönen honigarigen fruchtigen Aufguss anbieten, ist konfrontiert mit anderen „Beauties“, die halbkugelige Form und starke Röstung zeigen, oder nach Kastanien schmecken. Die Konsumenten in Eurpan können sich als Kaiser fühlen, zwischen verschiedenen Oriental Beauties aus verschiedenen Herkünften zu wählen. Aber wer ist die „wirkliche“?

Der chinesische Harry Potter erzählt seine Geschichte schon mit 9 Bänden, während das englische Original weniger hat – nur 6 Bände. Wer ist die Kopie, wer ist der original? China ist die Weltfabrik.

Wenn der Teehändler in Europa sich nicht mit der Geschichte des Tees und der Sprache des Tees beschäftigt, ist ausgeliefert von dem so genannten „Experten“ aus Asien. Der Expert oder der Verkäufer kann immer etwas erzählen, aber ein Tee spricht immer dieselbe Sprache, wie er ist. Der Händler hätte dann Interesse sein Fachwissen selbst weiter zu bilden und den Tee wirklich zu verstehen, wenn der Konsument ihn auffordert.

Dongding Oolong heute und gestern 凍頂鳥龍茶的过去和现在

Formosa Dongding Oolong 凍頂鳥龍茶 aus Mitte Taiwan 南投 Nantou wird sogar offiziell von Beijing Regierung als chinesische Spezialität für Olympia 2008 gewählt. Das Volk in Formosa könnte wohl tiefst berührt sein.
Was hat China mit dem Formosa Dongding zu tun?
Ende des 19. Jahrhunderts ein Mandariner Lin Fengchi 林鳳池 aus Lugu bestand kaiserliche Hofbeamte-Prüfung von Manchu 滿洲 (Manchu herrschte in dieser Zeit in Taiwan. Jahrzehnte später übergab Manchu die Macht über Taiwan an die Japaner.) Als Dank an sein Clan, das ihn finanziell unterstützte, brachte 1885 Oolongbäume aus Wuyi Gebirge 武夷山 nach Lugu 鹿谷zurück. Verwandte Lin Sanxian 林三顯 pflanzte die Teebäume im Dongding Berg 凍頂山 (700 M ü. M.). Dieser Teebaum heißt Qingxin Wulong, dessen Verwandte heute in China Aijiao Wulong heißt.
Heute werden nicht nur Qingxin Oolong 青心烏龍 im Dongding-Berg angepflanzt. Jinxuan und Cuiyu (Jadeoolong) erobern auch den „heiligen“ Berg des Formosa Oolongs!
Früher war der Dongding Oolong ein Oolong, der orangenfarbigen Aufguss zeigt und leicht nach Osmanthus duftet (typische Duftnote von Qingxin Oolong 青心烏龍 – da Duft von Osmanthus in Europa nicht bekannt ist, versuche ich diese Duftnote umzubeschreiben – mit Maiglockchen-Duft). Die aufgegossenen Blätter weisen deutlich rötliche Ränder und olivgrüne Farbe im Zentrum der Blätter. Der Geschmack ist vielseitig, lieblich, leicht säuerlich und geschmeidig. Der Duft ist langhaltig und langsam entfaltend. Farbe und verschiedene Bilder werden hervorgerufen. Ich, Roger und Miriam hatten das Glück, diesen Tee in dieser alten Art zu trinken – am einen regnerischen Nachmittag an der Limmat. Roger fragte mich, ob er diesen Tee haben könnte. Leider war der Tee ausverkauft. Man muss heute Teebauer bieten, diesen Tee in dieser Art herzustellen. Mal sehen, ob der Teebauer in diesem Winter wieder macht. Frühlingsernte enthält oft zu viel Feuchtigkeit, die diese Art von Tee nicht besonders begünstigt. Tie Guanyin aus Anxi ist deswegen berühmt für seine Herbst-Ernte, nicht für die Frühlingsernte.
Heute ist der Dongding ein grüner Oolong geworden. Heute heißt alle Formosa Oolong außer Oriental Beauty und Hochlandoolong Dongding Oolong. Eigentlich hat Dongding eine typsichen Duftnote und einen typischen Geschmack, denn der Dongding Berg ein spezielles Klima hat, das Teeanbau besonders begünstigt. Aber wer kann uns heute garantieren, dass dieser Dongding Oolong aus Dongding kommt? Selbst für den Tee-Wettbewerb in Dongding wird Tee aus Hochland eingekauft und als Dongding bezeichnet. Solcher „falscher“ Dongding gewinnt sogar Preise im Wettbewerb. Wenn man nur an die Wörter der Menschen glaubt, nicht mehr an dem Tee selbst, verliert man immer mehr Bezug zu der Realität!

Dongding Berg

Dongding Berg

Wo Geld eine Rolle spielt, wird wohl die Qualität eines Menschen getestet. Eigentlich kann man nur der Formosa Oolong Dongding bezeichnen, wenn der Tee aus Zhangya, Fenghuang und Yonglong Dörfer stammen. Heute werden umgehende Dörfer auch zu Dongding gezählt. Ruitian 瑞田 (nur 100 M. ü. M.) und Fenghuang 鳳凰山 (Teegarten von National Taiwan Universität, 800 M. ü. M.) sind zwei völlig verschiedene Teegegend und Klimazone. Aber ihr Tee heißt immer Dongding Oolong. Also viel Glück braucht ein Teeliebhaber, wenn er Dongding Oolong einkauft.

Dongding Oolong wird 5 Ernte pro Jahr vom April bis November getätigt. Momentan gibt mind. 3 verschiedene Teewettbewerbe von Dongding und jeweils im Frühling und Winter. Der erste Preis kostet oft 1000 € für 600g!! Warum sollte man gegen den Trend und Geld arbeiten?

Dong Dong Oolong (Tung Ting Oolong) 鹿谷凍頂烏龍茶

Dongding Aufguss

Aufguss von Dongding 2006 Frühling. Der goldene Aufguss und offene reife Blätter. Wenn man genau hinschaut, wird dieser Tee übewiegend aus reifen offenen Blätter hergestellt. Selten mit Tipps. Olivgrüne Farbe des Tees und leichte Rötung am Rande der Blätter offenbaren der Fermentation und den Welkensprozess.

 

Hast Du schon Mal die Maiglockchen vor der Nase gehabt? Maiglockchen blühen leise und unauffällig im Wald und am Wegrand. Grosse Blätter von dieser kleinen winzigen weißen Blüte könnten Menschen umbringen, wenn man sie mit Bärlauch verwechselt. Die winzigen weißen Blüten duften intensiv und atemberaubend. Ein intensive zitrusfrüchteartige erfrischende fast „kalte“ Duft, der wohl jeden mühe Wanderer auf den Weg erfrischen und entspannen sollte.

Heute glaube ich diesen Duft in dem Dongding Oolong wieder zu erkennen, als der Duft des Tees in meine Nase erreichte. Dongding Oolong aus dem Dongding Berg ist nun auch eine Seltenheit geworden. Dieser Dongding zeigt mir einen schönen vertrauten goldenen Aufguss. Sein Duft ist warm, anders als der „kalte“ Duft von Maiglockchen. Aber in einer ähnlichen Intensivität und beim Abgang ähnlich in einer zitrusartig fruchtigen Note. Blumig und zugleich bereits fruchtig.

Teataster Chen erklärt mir, wie er Oolong versteht. Ein klassischer Paochung hat ebenfalls einen goldenen Aufguss, aber zeigt frische Duftnote, wie eine zarte Blume gerade sein Lächeln offenbar…

Ein schöner Dongding und Buddha Hand zeigen intensive reife Duftnote, der blumig und zugleich fruchtig ist – es sind eben stärker fermentiert und geröstet, während ein klassischer Tie Guanyin fast nach einem reifen Frucht duftet – noch in stärkerer Röstung, die die Blätter jedoch nicht verkohlt.

Ein nicht gelungener Oolong schmeckt zwar frisch, hat allerdings nur Gemüse Duftnote.

Der Aufguss schmeckt warm, duftend und geschmeidig. Ein Hauch des Frühlings und ein Wink aus Formosa!
Dongding Oolong 2006 aus Nantou 南投, Dongding Berg 凍頂山, Zhangya Dorf 彰雅村.

 

Lebensenergie pflegen mit Tee 以茶養生

Nach der alten chinesischen Ernährungslehre ist jeder Geschmack zu einem wichtigen Organ im Körper zugeordnet (im Westen bekannt als 5 Elemente):
Sauer               Leber
Bitter               Herz
Süss                 Milz
Scharf              Lunge
Salzig               Nieren
In der Qing-Dynastie erklärt Mediziner Zhang Muping erneut diese Theorie:
Bei Leber-Krankheit ist der Scharfe Geschmack mit Mass zu geniessen.
Bei Herzkrankheit ist der salzige Geschmack mit Mass zu geniessen.
Bei Milz-Krankheit (Stoffwechsel-Probleme) ist der sauere Geschmack mit Mass zu geniessen.
Nieren-Krankheit ist der süsse Geschmack mit Mass zu geniessen.
Lungen-Krankheit ist der bittere Geschmack mit Mass zu geniessen.

Mancher Tee schmeckt süsslich und fordert die Verdauung und den Stoffwechsel. Z. B. wie Oolongtee und alter gelagerter Pu Er.

Mancher Tee schmeckt leicht bitter und macht wach (Kreislauf simulierend). Z. B. Wie grüner Tee.

Der Meeroolong aus Südtaiwan, wenn er im Winter hergestellt wird, besitzt er eine leichte salzige Note. Für Menschen, die zu stark auf Harn treibenden Effekt des Tees reagieren, wäre dieser Tee vielleicht eine Alternative?

Teetrinken und Lebensenergie Pflegen 養生

Meine Mutter studierte die klassische chinesische Literatur an der Universität. Als ihre Kinder bekommen wir strenge klassische konfuzianische Erziehung. Als wir drei wurden, mussten wir bereits Gedichte und Texte auswendig lernen. Später versuchte ich mich von dieser alten Welt befreien und lass Goethe, Voltaire und Heine. Die Auseinandersetzung mit der Eltern-Kind Erziehung widerspiegelt durch die Auseinandersetzung zwischen den Kulturen. Ich ging nach dem Westen und glaube meinen Weg im Okzident zu finden.

Im Okzident wurde es mir klar, dass ich aus einer anderen Welt komme und eine ganz andere kulturelle Wurzel habe. Plötzlich fing ich an, mich Gedanke zu machen, woran die Verschiedenheit der unterschiedlichen Kulturen zugrunde liegt? Liegt es an der Weltanschauung? Ich wollte mich selbst verstehen – das Ich, was meine Mutter (Über-Ich) mir vermittelt. Ich fing an, mich über Tee und Buddhismus zu interessieren, über Qi zu forschen und Teezeremonie zu lernen. Meine eigene Identität bekomme ich durch meine Fremderfahrungen zwischen den Fremden. Meine deutsche Umwelt und Mitwelt haben mir klar gemacht, wer ich bin – keine Cosmo Girls, kein Weltbürger oder Globalplayer, sondern schlicht und einfach – ein Schlitzauge.

Alte Chinesen betrachten unpassende Ernährung als Wurzel aller Krankheiten. Eine gute Ernährung ist der erste Schritt, Lebensenergie zu pflegen. Lebensenergie pflegen ist das Geheimnis der Vitalität. Eine passende Nahrung ist individuell. Die geographischen Unterschiede, Jahreszeiten und der individuelle Körperbau sind entscheidende Faktoren. Während man im heissen Klima und Sommer Chili scharf und Chilli essen sollte, ist diese Art von Essen im kalten Klima und Jahreszeit nicht passend. Chilli treibt Schweiss und öffnet die Poren. Nach einem scharfen Essen geht man direkt in die Schneelandschaft, kann man gleich zitternden Körper beobachten. Ein Ingwer Tee bringt Lebensenergie in unseren Tag, wenn wir ihn morgens trinken. Am Abend könnte dieser Tee uns zum Träumen und Unruhe in der Nacht treiben. Das Durcheinander der kulinarischen Auswahl bedeutet einerseits die Vielfalt der Genüsse Dank der Globalisierung, andererseits das mangelnde Bewusstsein der Nahrungszufuhr. Nicht alle Essen und Nahrungsmittel passen zu unserem Klima und Körper. Manche Menschen brauchen Wärme und manche brauchen stets Abkühlung. Der erste Schritt, eine richtige Nahrung für sich zu finden, ist sich selbst verstehen. Was brauche ich und was tut mir gut. Dogma bringt nicht viel, weil wir uns ständig verändern durch äussere und innere Einflüssen.

Mit Tee könnte man ebenfalls Lebensenergie pflegen. Einen guten Tee zu trinken, der in dem richtigen Zeitpunkt gepflückt und nach dem allen Schritt richtig hergestellt wird, ist eine Unterstützung unserer Gesundheit. Lu Yu warnte uns bereits vor 1000 Jahren, dass unreifer und falsch hergestellter Tee uns krankt macht. Im warmen Klima und hektischer Zeit hilft uns grüner und weisser Tee, die innere „Hitze“ zu vertreiben und den Kopf kühl zu halten. Am morgen und kalter Jahreszeit wäre ein wärmender Tee, wie Z. B. Pu Er, Dian Hong und Oriental Beauty ideal. Der Oolong ist augrund seinem neutralen Charakter – als ein halb-fermentierter Tee, für viele Menschen geeignet.

Qi MaschineModerne Highway zur Lebensernegie – Qi Maschine

Man muss nicht versuchen, selbst zu verstehen und den Rythmus der Natur zu achten. Einfach die Maschine ans Strom anzuschliessen. Der Weg ins schnellen „Heilway“.  

Der goldenen Regel gilt „der mittlere Weg“. Vergesse nicht das klare Wasser zwischen durch zu trinken. Zu viel Tee überfordert unsere Nieren und wir bekommen trockene Haut durch Flüssigkeitsverlust. Teetrinken könnte ein Genuss sein, wenn wir ihn in richtigen Zeitpunkt und in richtiger Menge trinken.