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Guzhang Maojian

Guzhang Maojian ist ein berühmter grüner Tee aus Hunan, China. Er kommt aus Wuling Gebirge, Landkreis Guzhang. Ein Gegend von oft benebelten üppigen Wälder mit genügend Niederschlag.
Die direkte starke Sonnestrahlung wird hier erst gegen 9 Uhr spürbar, nachdem die Wolken weitergezogen sind. Jedes Jahr wird dieser Tee von guter Qualität vor dem April gepflückt – ähnlich wie Longjing. Nach 8 aufwendigem Verfahren wird dieser Tee erst hergestellt:
Pflücken von einem Tipp und einem Blatt.
kurzes Ruhen ohne Sonnestrahlung
Erhitzen
Rollen
Ruhen und abkühlen
Formen
Trocknen
Sortieren
Dieser Tee ist in einer Nadelform (ähnlich wie bei kap. Sencha), heller leicht gelblicher grüner Aufguss, feiner lieblicher Abgang. Frischer klarer eleganter blumiger Duft, der sich leicht an Minz, an Melissen erinnert.
Dieser Tee wurde seit Han-Dynastie (220 AC)dokumentiert. In Tang-Dynastie (7.-9. Jh) wurde er als Kaiser-Tribut Tee ausgewählt. 1982 wurde Guzhang Maojian als 10 bester chinesischer Tee ausgezeichnet.

PS. ich habe in Europa früher schon Guzhang Maojian probiert. Dann habe ich mich gefragt, wie kann es sein, dass dieser Tee zu 10 besten chinesischen Tees gehört? Der Aufguss war einwenig trübt und der Duft war schwer. Die trockene Blätter zeigen keine Glanz.

Nun durch den Kontakt zu einem Teebauer in Hunan konnte ich endlich verstehen und „erleben“, warum dieser Tee zu 10 besten chinesischen Tees zählt!

Nanyue Maofeng 南岳毛峰

Man leidet unter der Sommer-Hitze oft Kreislauf-Probleme und Migräne. Eine Tasse Grüntee könnte unsere innere (Stress) und äußere Hitze lindern. In China trinkt man gerne im Sommer eine Tasse Longjing, um sich zu entspannen.

 

Vor einer Woche erhielt ich einen wunderschönen Grüntee aus Hunan, China. Dieser Tee hat zwar eine lange Tradition, ist allerdings im Westen kaum bekannt.

Nanyue Maofeng wächst im Henshan Gebirge 衡山, wo als einer der fünf bekanntesten Bergen Chinas 五嶽 bezeichnet wird und sich seit Tausend Jahren unzählige taoistische und buddhistische Einsiedlerei und Tempel befinden. Der Tee wächst zwischen 800 bis 1000 Meter hohen Gebirge, wo kaum Umwelt Verschmutzung vorhanden ist. Nebel und Wolken herrscht die Umgebung. Durch wenige Sonnestrahlung und ausreichende Niederschlag enthält dieser Tee feines außergewöhnliches Aroma.

 

Nanyue Maofeng wurde seit Tang Dynastie (618-907) als kaiserlichen Tribut-Tee berühmt. Er wurde in Lu Yu 陸羽 Cha Jing 茶經 bereits dokumentiert. In Tang Shi (offizielle Geschichte der Tang Dynastie) wurde beschrieben, dass der Tee aus Hengshan unvergleichbar gewesen sei. Die Geschichte des Nanyue Maofengs wird begleitet mit einer taoistischen und buddhistischen Tradition, die in Hengshan-Gebirge seit Tausenden Jahren etabliert und verschiedene Höhepunkt erlebt.

 

Nanyue Maofeng

Nanyue Maofeng

Dieser Tee schmeckt frisch nach Frühlingstriebe. Leichte Kastanien-Note und leicht blumige Aroma kennzeichnen diesen wunderbaren Tee. Nach der Erkalten duftet es leicht eine zarte Spur nach Zitrus-Blüte. Maofeng hat immer spiral-formige Blätter. Da dieser Tee im frühen Frühling hergestellt wurden, sieht man die frische leuchtende grüne Farbe, die oft bei dem Grüntee auf dem europäischen Teemarkt nicht zu sehen ist.

Nanyue Maofeng, Jahrgang März 2006. Nanyue (Landkreis), Hunan, China.

 

Hengshan Map

Hengshan Map

 

Wann sollen wir Pu Er trinken?

Warum sollen wir Pu Er Tee nicht nach 15.30 trinken?

Theoretisch kann man alles machen, was man machen will. Warum sollen wir im Winter Mantel anziehen, wenn unserer Körper genug Wärme enthält. Natürlich kann man Pu-Er nach 15.30 noch trinken, solang man Tee nur als Genussmittel betrachtet und Mensch getrennt von der Natur wahrnimmt. Man kann Pu Er so trinken, wie man es gerne hat, so lang man sich wohl dabei fühlt. Für Chinesen ist der Mensch das, was er trinkt und isst. Er nimmt die Energie (was wir gerne als Qi verstehen) von seiner Umwelt und Nahrungsmittel auf. Wenn er Pommes und Schnitzel isst, bekommt er dessen Energie. Darum sollten Menschen mit Zuckerkrankheiten vorsichtig mit „Götterspeise“ umgehen!

Andererseits ist der Mensch nicht getrennt von dem ganzen Kosmos. Jeder von uns unterliegt dem Einfluss von Umwelt – vom Jahreswechsel (die so genannte Wetterfühligkeit…), von Wohnort und vom Klima! Im Winter brauchen wir mehr Wärme, während wir im Sommer gerne Kühle haben. Im Winter essen wir gerne Käsefondue oder Fondue Chinoise, während wir im Sommer gerne Mövenpick Eis lecken. In der chinesischen Medizin beeinflussen die Sonne bzw. die Uhrzeiten unsere Organe. Nach bestimmten Uhrzeiten sollen wir uns zur Ruhe kommen, weil unsere Organe Energie auftanken müssen.

Tee ist ebenfalls ein Energielieferant für uns. (Das ist allerdings nur ein Aspekt des Tees. Man trinkt den Tee, weil man ihn gerne trinkt – nicht wegen seiner so genannten Wirkung! Wenn ein Tee uns nicht schmeckt, braucht der Körper wohl ihn auch nicht.) Wenn wir Grüntee trinken, genießen wir den feinen frischen Geschmack und erfrischenden Aspekt. Da Grüntee unseren Körper abkühlt, könnte es ungünstig für Menschen, die eher Wärme bräuchte – z.B. ich. Ein Pu Er Tee, ein gelagerter Tee, ein roter Tee oder ein stark gerösteter Oolong spendieren uns eher Wärme und Kräfte zu arbeiten. In China gibt es eine Tradition mit Tee, Lebensenergie zu pflegen. Mit rotem Tee pflegt man schöne Haut und guten Stoffwechsel, während man mit grünem Tee die geistige Arbeit vorantreibt.

Nach 15.30 sollte man schauen, dass der Körper langsam zur Ruhe kommt – nicht alles auf einmal, sondern langsam. Tee, der uns Energie spendiert, sollte vermieden werden. Für eine bewusste Ernährung wäre z.B. Rettich zu empfehlen. Nicht nur Tee und Kaffee, was so genanntes Koffein enthält, sollte mit Vorsicht genossen werden. Eigentlich alle Nahrungsmittel, was uns Yang-Energie (Wärme) spendieren, sollte bewusst am Abend vermieden werden- z. B. Ingwer und Pfeffer. (Mit Ausnahme von Nachtmensch, der gerne durch Nächste feiert und arbeitet.)

Meine Meinung nach ist der „Wellness Yogi Tee“, der als „No Black“ Tee (ohne Aufpusch-Wirkung) geworben wird, nicht unproblematisch.

Glauben Sie an es, oder nicht? Ist es eine Glaubenssache? Kann man selbst nicht durch bewusstes Leben bei sich beobachten und erleben? Müssen wir alles von den Zeitungen und Bücher oder Experten überzeugt werden?

Ich möchte hier keine Wahrheiten verkünden. Es ist nur ein kleines Aspekt, was Tee uns vermitteln kann – bewusst mit unserem Körper umzugehen, der mit der Natur und dessen Rhythmus im Einklang steht.

Schließlich sollten Sie bei Fragen, Sich an Apotheke und Ärzten wenden 🙂

 

Gongfu Cha (Kungfu Cha)

Meister Chen ezählte mir, was er unter Kongfu Cha versteht. Jeder kennt das Wort Gongfu und weiß, dass diese Terminologie mit dem Kampfsport zusammenhängt. Für einen Qi-Gong Meister bedeutet Gongfu Cha wirklich eine Art von Tee-Zubereitung, die mit Qi (Energie) gearbeitet wird.

Er schaute mich genau zu und beobachte, wie ich den Tee zubereite. Lächelnd erklärte  er mir, was für eine Rolle „Qi“ im Tee spielt.

Qi bereichert den Tee und verändert ihn. Wenn wir die Teeblätter in unserer Hand nehmen und bewusst tief ein- und ausatmen, nehmen die Blätter unsere Energie auf. Wenn wir gesund sind, wäre es eine Bereicherung für den Tee. Wenn wir gerade nicht in gutem Zustand sind, wäre es nicht immer positiv. Es geht nicht um Aroma des Tees, sondern um die Energie des Tees, wie er in uns wirkt.

Jeder Tee hat seinen spezifischen energetischen Haushalt, der sich in uns auswirkt. Ein grüner Tee erfrischt den Geist, kühlt den Körper gleichzeitig ab. Ein Pu Er, der unsere Energie sanft aufbauen könnte, sollte ein natürlich gelagerter und alter Pu Er sein. Dieser Tee wäre nach 15.30 nicht mehr geeignet zu trinken – man hat zu viel Energie. Nun durch das Qi von uns könnte den Tee zusätzlich energetisiert werden. Meister Chen erklärt mir, dass er auf diese Art und Weise Gongfu Cha praktiziert.

Auf der Teefest im China Garten Zürich zeigte er viele Teeliebhaber, die sich bei uns verweilten, wie er die Teekanne „energetisiert“. Er hielt die Teekanne in der Hand und atmete bewusst ein und aus. Eine Teekanne sah sofort glänzend aus und strahlte eine Lebendigkeit aus. Die Zuschauer waren entzückt von der „Magie“ des Qi. Meister lächelte und sagte, „Das kannst Du eigentlich auch. Du muss es einfach selbst ausprobieren und erleben!“

Tee und Tradition

China Garten

Meister Chen sass neben mir in Tee-Fest (24.Juni) im China Garten Zürich. „Gib´die Tee-Tradition so weiter, wie sie ist. Vermische nicht Deine Projektion und lass Dich nicht von der Welle treiben!“

 

Liebe Freunde, ich habe Euch sehr vermisst.

In letzter Zeit begleite ich Meister Chen auf die Reise nach Griechenland. Meister Chen flog mit seiner Familie aus Taiwan und besuchte Europa für knapp 12 Tagen.

Es ist nie Zufall zwischen Menschen, die sich begegnen. Durch einen unsichtbaren Band werden Menschen geführt, zueinander zu finden! Ich lernte Meister Chen durch meine Schwester kennen, die vor vier Jahren einen Verkehrsunfall hatte und ihr Steißbein gebrochen hat. Freund meiner Eltern riet meinem Vater, dass er seine Tochter zu einem traditionellen Arzt Chen schicken sollte statt seine Tochter ins Krankenhaus zum „Metzger“ zu liefern. Meine Schwester wurde zu ihm gebracht und sie wurde ohne Messer und Gips geheilt. Es war nur 21 Tage. Ich wollte diesen interessanten Menschen unbedingt kennen lernen. Ich weinte ununterbrochen als ich ihn zum ersten Mal traf. Das Gefühlt, dass jemand Licht in meiner Dunkelheit brachte und ich zu Sonne stehe anstatt im Schatten, war einfach und wahr. Warum habe ich es so lange warten müssen?

 

Wir besuchten die Antike-Städten. In Olympia standen wir unter der prahlen Sonne und hörten die Steinen zu, die ihre Geschichte erzählten. Er seufzte, die Steine sind viel älter als die Menschheit. Sie erzählen uns das, was Bücher nicht dokumentieren. Ich suchte einen ruhigen Platz, wo Touristen sich nicht aufhielten. Plötzlich spürte ich etwas, was einen so beruhigte. Ich fühlte mich wie daheim. Endlich angekommen und nirgendwo weiter ziehen zu müssen! Martin erschien plötzlich vor meinen Augen und fragte mich, ob ich weiß, wo ich mich befand. „Du bist bei Zeuss gelandet, weiß du?“ Ach, ich lachte. Meister war nirgendwo zu finden. War er irgendwo, wo er die Grenze des Raums und der Zeit überschrie und die Sprache dieser alten fremden Welt verstand?

 

„Es sind nur Steine geblieben. Der brüchige Rest wird von Geschichte erzählt. Was habe die jetzigen Menschen in Griechenland mit der antiken Welt gemeinsam?“ fragte er sich und mich. „Generation zu Generation wird eine Tradition weiter übermittelt. Es muss nicht eine Menge von Menschen sein, die diese Tradition verstehen und weitergeben. Es reicht einen einzigen, der den Geist verstand und weiter gab.“ Er sprach zu uns. Aber hier in Griechenland – „ wer ist die Erbe dieser Kultur?“ „Das ganze Abendland!“ versuchte ich ihm zu beantworten. „Ach. Ach?“

 

Großvater des Meisters war nahe Begleiter (bzw. Bodyguard) der chinesischen Republik Gründer Dr. Sun Yatsen und zugleich ein Taoist. Er gab seiner Familie einer Stofftasche, als er starb. Es befand ein Brief in der Tasche, dass die ganze Familie aufgrund bald ankommender Katastrophe nach Phillippins flüchten sollten und sein Enkelkind diese Verantwortung für die Weitergabe seiner Lehre übernehmen muss. Er ist sehr bewusst über seine Wurzel und treu zu diesem Wurzel. „Intelligente Schüler sind nicht interessant für die Weitergabe einer Tradition, sondern einen dummen Schüler, der seinem Lehrer folgt. Denn er die Weisheit statt Intelligenz entwickelt, weil er weiß warum er bei einem Lehrer sein will. Einer dummer und weiser Schüler mischte nicht eigene Dinge hinzu und kann eine Lehre Generation zu Generation authentisch weitergeben.“

„Du muss unsere Tee-Kultur so weiter vermitteln, wie sie ist, vermische nicht mit Deiner Projektion.“

 

China Garten Pavillon

 

In Zürich gab er einen Qigong Kurs und beantworte Frage des Besuchers. Viele Freunde und Freunde des Freundes kamen, die diese seltene Chance nicht verpassen wollten. Eine lange Warteschlange bildete sich. Viele Fragende kamen strahlend aus dem Haus und waren unbeschreiblich glücklich auf dem Heimweg. Auch viele, die mit Neugier und Zweifel kamen, standen weinend und erleichtert vor der Tür. Warum leiden Menschen, warum werden Menschen krank? Ich begleite ihn in letzen Tagen und musste Gespräch übersetzen. „Warum haben Menschen hier so viel Zweifel?“ Menschen leiden, weil wir nicht wissen, dass wir zu Sonne schauen sollen statt gegen Sonne. Wenn wir im Schatten des Anderen stehen, wie können wir den Sonneschein erleben? Wenn wir ständigen Widerspruch zwischen dem Bewusstsein und Unterbewusstsein nicht erkennen, wie können wir Licht in die Dunkelheit bringen? Wenn wir ständig Zweifel an sich und an anderen Menschen pflegen, wie können wir Chance wahrnehmen und Unterstützung erkennen? Wir sind in unserer Erziehung und Wissenschaft stets erzogen, dass wir an alles zweifeln sollen, nicht wahr? Er glaubt nicht an die Dualität, sondern an „Ganzheit“- nicht der Zweifel uns Glück ermöglicht, sondern das Vertrauen in die Menschheit und Kosmos.

 

 

Foto am China Garten 

 

Heute bin ich müde und habe zu wenig Schlaf. Es waren sehr intensive und anstrengende Tage. Ich habe nur einem Menschen geholfen und er hat Licht für viele Menschen gebracht.

In Olympia

Bei Zeuss-Tempel in Olympia

Urpsrung des Oolongs

wuyishan 

Wuyi Shan, ein heiliger Berg des Taoismus.

Viele berühmte chinesische Teesorte stammten aus dem buddhistischen Kloster. Der berühmte Lungjing oder der gelbe Tee waren die Kreation des Kloster-Lebens. Denn das Sitze der Meditation und der schäfrigen Stile behinderten die geistige Entwicklung des Mönches. Der Tee wurde entdeckt und eingesetzt, die Verdauung zu fördern und gegen die Schläfrigkeit zu bekämpfen. Nur die Entstehung des Oolong hat keine buddhistische Hintergrund, sondern einen taoistischen.

Wuyishan (Wuyi Gebirge) ist seit Jahrtausend einen heiligen Berg des Taoismus. Viele taoistische Priester lebten in diesem Gegend. Neben ihrer geistigen Ausbildung und Meditation beschäftigen sie sich in ihrer Freizeit mit Tee-Forschen. Sie gingen ins tiefen Wildnis und entdeckten verschiedene Teebäume auf dem steilen Hang oder im tiefen Schlucht. Sie pflegten die wilden Teebäumen und stellten den Tee aus solchen Bäumen her. Jedes Jahr im Frühling tauschen sie miteinander ihre Errungenschaft aus und fanden heraus, was für wunderbare Teebäume im Wildnis existierten!

So ein Tee-Treff war ein bisschen anders als Tee-Wettbewerb heute. Es ging nicht um den besten Tee, sondern um einen guten Tee, mit dem man miteinander eine Tasse teil. Es war wie eine Zusammenkunft der Tee-Menschen, die sich zusammentreffen, um die wunderbare Welt des Tee zu geniessen. Das Ego spielt keine Rolle und dies gehört ebenfalls zu dem geistigen Training des Priesters.

Durch solchen Treffen werden verschiedene wunderbare Teebäume entdeckt und benannt. Man macht Setzlinge aus dem Teebaum und baut im Teegarten an. Interessanterweise schmecken dieser Tee sofort anders, sobald sie nicht mehr in der gleichen Umgebung gedeihen können.

Die ausgesuchte Teebäume, die ursprünglich von taoistischen Priester entdeckt wurden, werden als Mingcong – bekannter Teebaum genannt. Es sind die Pioneer des Oolongs.   

Namen des chinesischen Tees

Viele Teeliebhaber kommen mit dem Name des Tees nicht ganz zurecht. Die Fremdheit der chinesischen Bezeichnung zählt zu der ersten Verwirrung. Zweitens die chinesische Vorstellung von Namengebung.

Ich möchte hier nur eine kleine Erklärung geben in Bezug auf Oolongtee.

Oriental Beauty 東方美人– dieser Name wurde laut Erzählung von Königin Viktoria aus England gegeben. Die Königin ist längst vergangen und kann leider nichts dagegen sagen. Also glauben wir einfach an die schöne Projektion…

Dan Cong 單叢– dieser Oolongsorte ist nur aus einzelnem Teebaum, dessen Blätter individuell verarbeitet wird. Berühmter Phönix Dan Cong (Fenghuang Dancong) kann nur als Phönix genannt werden, wenn er aus Phönix Berg (Fenghuan Shan) stammt. Alle andere Dan Cong kann nur als Dan Cong mit seiner Duftbeschreibung bezeichnet werden. Z. B. manche Dan Cong duftet nach Jasminblüte. Dieser Art von Dan Cong wird als Moli Dan Cong genannt. Der Name von Dan Cong wird nach der Duftnote unterschieden, außer Baiye Dan Cong, dessen Name nach seiner Farbe (weiß) des Blattes gegeben wird.

Wuyi Yancha 岩茶 – Yancha aus Wuyi Gebirge 武夷山 werden nach verschiedener Kategorien bezeichnet. Yan Cha ist ähnlich wie Dan Cong. Sie werden auch einzeln kultiviert. Jede Sorte wird getrennt gepflegt und verarbeitet. Die Kategorien, dem Name zu geben sind:

-nach der Umgebung: Z.B. Gottheit im Wasser (Shui Zhong Xian 水中仙)- dieser Baum wächst wohl in der Nähe vom Wasser. Geister am Steilen Hang (Ban Tian Yao 半天妖) – dieser Baum wächst laut Erzählung auf gefährlichen Felsen.

-Nach der Form vom Teebaum: Betrunkene Gottheit 醉洞賓(Zui Dongbin) – dieser Baum hat wohl eine Form einer betrunkenen Menschenfigur…

-Nach der Blattform: Goldene Melone Samen 瓜子金(Guazi Jin)

-Nach der Farbe des Blattes: Sonne (Taiyan), Mond (Tai Yin)

-Nach der Zeit des Keimes: Der Tee, der nicht weiß, wann Frühling kommt (不知春Bu Zhi Chun) – früh keimende Sorte.

-Nach der Duftnote: Rou Gui 肉桂 – hat eine Zimtnote. Foshou 佛手 (Buddha Hand, kein Yancha, sondern Oolong in Süd Fujian und Taiwan) – hat Furcht FoShou (eine Art von Zitrusfrucht) Duftnote.

-Nach der Zeit der Entdeckung des Teebaums: Song Wang Shu 宋王樹 – König des Songs (Song-Dynastie 11. Jh.)

-Nach Legende: Da Hong Pao 大紅袍

Hochland Oolong aus Taiwan 高山烏龍茶 wird nach dem Anbaugebiet genannt. Z. B. Lishan, Alishan oder Shanlixi.

Oolong aus Taiwan wird auch nach der Erntezeit genannt. Z. B. Hong Shui Oolong 紅水烏龍 – eine Sommerernte, die stark geröstet wird.

Hoffentlich hilft es Teefreunden sich einwenig zu orientieren. Bei Frage und Anregung freue ich mich auf Eure Meldung!

Paochung 包种, ein Oolong oder ein gelber Tee?

Gestern erzählte mir Teefreund Jürg, dass der Paochung (Baozhong) ein gelber Tee sei. Ich bin fast vom Stuhl runter gefallen. Ich spürte, dass mein Blutdruck hoch steigt. Er bemerkte es und lachte. Die Information stammt von einem Buch „All the Tea in China“ von Kit Chow und Ione Kramer, S. 150.

Ist Paochung ein gelber Tee? Was ist ein gelber Tee und was ist ein Oolong? Wenn wir den Herstellungsprozess beider verschiedenen Tee genau in die Lupe nehmen würden, würden wir uns wundern, wieso konnten so genannten Experten so etwas behaupten!

Ein Oolong ist ein Tee, der nach der Pflückung gewelkt werden muss. Dieser Prozess entscheidet die Qualität des Aufgusses und Duft. Zu kurz gewelkter Oolong schmecken zusammenziehend und duftet nach Gras. Ein gelber und grüner Tee werden dagegen nicht gewelkt, sondern direkt nach der Pflückung erhitzt. Der Unterschied zwischen gelbem und grünem Tee liegt daran, dass der grüne Tee gleich getrocknet wird, während der gelbe weiter ruhen gelassen wird. Durch diesen Prozess des Ruhens bekommt dieser Tee eine spezielle Note. (siehe aus hier).

Paochung ist ein Oolongtee, der ursprünglich eine Nachahmung von Wuyi Yancha 武夷岩茶 ist. Die Einwanderer aus China im 19. Jahrhundert bauen ihre vertrauten Pflanzen ein, die angeblich von Engländer Dodd finanziert wurden. Die chinesischen Einwanderer produzierten ihren vertrauten Teetypen her, wahrscheinlich auch um ihre Heimweh zu stillen. In Taiwan war Paochung ein Synonym von Oolong. Heute unterscheidet man verschiedene Typen von Oolong:

halbkugelige Form: die Machart stammt von Anxi, die Teenamen sind Tie Guanyin, Dongding und Hochlandoolong.

länglich streifenartig: die Machart stammt von Wuyi Shan, die Teenamen sind Paochung. In Guangdong gibt es einen Tee Dan Cong, der ähnliche Form und Urpsrung hat.

blattform: die einzig neuartige Machart aus Taiwan – der Oriental Beauty. Seine günstigen Varianten sind als Fancy Oolong im Westen weltberühmt.

Paochung aus Shiding

Paochung (Baozhong) aus Shiding, Taipei.

Man könnte einen Tee als Paochung bezeichnen, wenn er aus dem Teebaum Qingxin Wulong 青心乌龙aus Taiwan stammt und eine längliche streifenartige Form hat. Alle andere Nachahmung aus anderen Ländern kann man eigentlich nicht als Paochung nennen, sondern nur Oolong. Wenn der Paochung aus dem Gegend Pinglin, Shiding, Nangan und Muzha in Taiwan kommt, darf man ihn als Wenshan Paochung (Baozhong) Cha bezeichnen. Es gibt nun in Taiwan auch Nachahmung von Paochung, die aus neuen Teebaumsorten hergestellt sind. In guten seriösen Laden in Taiwan werden sie extra kennzeichnet und nicht als Paochung verkauft.

Der Paochung, der nach traditioneller Art hergestellt wird, hat einen goldenen Aufguss. Er strahlt blumige und elegante Duftnote aus. Momentan gibt es viele grünern Paochung, der sehr grün im Aufguss ist und nach „Gemüse“ duftet… 

Was hat der Oolong Paochung mit grünem Tee und gelben Tee gemeinsam, außer dass sie alle Tees sind? Diese Antwort würde ich gerne von so genannten Teeexperten erklärt bekommen!

Degustation von zwei Tie Guanyin aus Anxi

Tie Guanyin 9.6.2006

Zwei Tie Guanyin aus Anxi: rechts von Herbsternte 2005; links von Frühlingsernte 2006.

Heute habe ich zwei verschiedene Tie Guanyin aus Anxi degustiert. Ein Anxi Tie Guanyin von Gerhard 2006 Frühling und der andere Tie Guanyin von Teataster Chen 2005 Herbst. Gerhard unternahm jährlich aufwendige Reise nach Asien, um exzellente Tees aufzusuchen und Teebauer vor Ort zu besuchen. Ich kenne selten Teeliebhaber und Teehändler, die auf diese Art, seine Liebhaberei  pflegt! Wir arbeiten gerne zusammen, weil wir verstehen, dass Tee seine Sprache spricht und wir lernen, ihn zu begreifen.

Zuerst dachte, dass es zwei verschiedene Teesorten sind. Der Tie Guanyin von 2006 duftet nach Huflattich – sagte Freundin Antje. Erfrischend und entspannend. Die grasige Note ist nicht zu verkennen, aber nicht dominant und dezent. Herb und lieblich zugleich. Schön kräftige Blätter geben einen schönen grün-gelblichen Aufguss. Anders als der Tie Guanyin aus Strassburg, der stark nach Gras riecht und herb im Mund wirkt.

Der Anxi Tie Guanyin aus 2005 Herbst war für mich beinah ein anderer Tee. Chen sagte mir, dass Herbsternte von Tie Guanyin in Anxi die beste Ernte sei. Dieser Tee duftet richtig nach Oolong! Blumig und fruchtig zugleich. Den berühmten Orchideenduft finde ich wieder in diesem Tee! Lieblicher Aufguss hinterlässt einen feinen balsamierenden Nachklang im Mund. Ein typischer „Guanyin Yun“!

Eigentlich haben beide Tie Guanyin „Guanyin Yun“! Antje und ich fühlen sich richtig balsamiert nach der Degustation. Die schönen grossen leicht rötlichen Blätter des Tees sagen mir, dass die Tees aus reifen Blättern hergestellt wurden. Die typische Duftnote der Röstung, was einen süchtig machen kann, findet man bei dem von 2006 fast nicht. Ein sehr grüner Tie Guanyin, der aus der modernen Zeit entstanden ist, ist allerdings durchaus gelungen. Geschmeidig, elegant und lieblich. Nach typischem Oolong schmeckt aber der von 2005 Herbsternte.