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Teebauer Gao in Shiding

Teebauer Gao in Shiding

Ich kenne Herrn Gao seit 10 Jahren. Zuerst war er bekannt in einem kleinen Kreis, in dem man gerne Tofu isst.
Tofu, ist nicht nur eine Trendkost, was gesund ist. Tofu ist eine Köstlichkeit, die unsere Lebenskraft erweckt und sinnliche Erlebnisse verleiht. Natürlich kann man hier im Reformhaus nicht solche Tofu erhalten, was für mich noch nach Tofu schmeckt, außer es aus Soja-Bohne produziert ist. When man Herrn Gaos Tofu beisst, schmelzt Tofu in seinem Mund. Eine Welle von dem Duft des Soja-Bohne zergeht langsam in unserem Gaumen. Meine Eltern nennen ihn Herr Schwarz-Tofu, weil er Tofu mit Schwarzbohne produziert – ein Mittel für Nieren-Ernergie.
Warum Tofu aus Schwarzbohne? Familie Gao sind glaubige Buddhisten und sind strenge Vegetarier. Wenn man nur vegetarische Kost isst, leidet man oft unter Nieren-Energie-Mangel. Schwarzbohne ist ein Heilmittel dagegen.
Herr Gao bietet hier in Bergen noch viele andere wilde Gemüse als unverwechselbare Gaumen-Erlebnisse! Hast Du schon Mal wilde Ingwer-artige Blüte gegessen? Hier kannst Du! Wo kannst Du heute noch das Karamel aus Weizen kaufe`n anstatt Industrie-Produkt? Hier kannst Du! Solche Produktion spricht nicht nur für seine Liebhaberei, sondern auch für seiner Ambition – etwas aufzubewahren, was andere nicht mehr schätzt oder kennt -etwas was bereits verloren geht.
Bei ihm Tee einzukaufen fange ich erst an, als Gerhard Lange mir beauftragte, guten Tee zu importieren. Herr Gao produziert den Tee nicht, sondern sein Bruder. Er macht die letzte Verfahren – Hongpei (den Tee stilisieren und stabilisieren durch Rösten). In seinem Bauchladen gibt es nicht nur klassische Paochung oder Tie Guanyin, sondern auch viele verloren gegangene Teesorte, z. B. Buddha Hand, Da Ye Oolong und Bai Maohou. Eine seiner Spezialität ist mit Holzkohle gerösteter Oriental Beauty und Paochung. Dieser Holzkohle Oriental Beauty nennt er „Poison“ – Gift. Warum? Weil man süchtig wird. Vor drei Jahren hatte ich einen Oriental Beauty von ihn, er machte richtig süchtig. Leider kriegte er seitdem seinen Oriental Beauty nicht mehrso „giftig“ hin. Jedes Mal seufte er, dass er keine Zeit mehr hat, um einen guten „Gift“ herzustellen…
Keine Zeit? Herr Gao ist inzwischen ein Yi-Jing (I-Ching) Spezialist geworden. Er ist oft unterwegs, um Seminare zu geben und Prodbleme des anderen zu lösen. Vielleicht könnte er die Orakel fragen, wann wir wieder einen guten „Gift“ von ihm erhalten könnten!

Sushi, Tee und die Globalisierung 壽司, 茶 與全球化

Lezte zwei Wochen habe ich mit Freunden in Japan verbracht. Auf der Reise war ich nie ein Morgenmuffel. Warum? Das Geheimnis lag an das warme Frühstück: pure Reisesuppe mit grulliertem Fisch, dazu noch eine Tasse Miso-Shiru (Suppe)! Im Tempel Eiheiji oder Sojiji wurden wir sogar um 3 Uhr 30 geweckt. Um 7 Uhr bekamen wir eine Tablette von Reisesuppe mit 8 verschiedenen Beilage!

Japan Essen Von wo fängst Du an?

Ich geniesse das Essen wie Sudoku zu lösen – Mal fange ich von links an, Mal von rechts. Mal von oben und Mal von unten. Ich geniesse das Labyrinth dieses kulinarischen Abenteuers, obwohl es mir nicht klar war, richtig oder falsch anzufangen. Eifrige schweizer Freunden hatten es nicht so einfach wie ich. Sie waren verwirrt und gestresst von diesem kulinarischen Rästel.  Ihr Gesicht standen ein grosses Fragezeichen: „mache ich nun richtig oder falsch?“

Für manche war es wie ein Qual. Sie vermissten wohl das knusprige Biss eines schweizer Gipfelis. Dieses Moment kam endlich, als wir in Kyoto ankamen. In einer französischen Bäckerei konnte der heisse Hunger nach „Teig“ endlich gestilt werden. Viele besuchten das scheinbar französische Restaurant morgens, mittags und abends. Sandwiches, Cabonara und Pizza etc trösteten den Magen eines Fremden in Japan. Nur M war verrückt nach Sushis! Er wartete jeden Morgen auf die Oeffnung des Supermarktes und kaufte sein Frühstück. Während alle anderen im Restaurant das Sandwiches beissten, sass er allein auf der Treppe vor dem Lokal und ass sein Sushis.

Sushi

Sushis, das Trendfood auf der ganzen Welt! Du findest Sushis in London, in Paris, in New York, in Bangkok und in Sidney! Ausser der berühmten California Roll gibt es inzwischen Philadephia Roll oder Boston Roll. Anstatt mit rohem Fisch und Pickles gibt es nun mit Cheese und Salat. Die amerikanische Regierung hat sogar einen Ersatz für die Algenblätter entwickeln lassen: Sie haben eine Substanz aus Brokkoli und Karroten erfunden… Sie haben ebenfalls eine tolle Idee mit dem Dessert aus neuen „Sushi“: cremige Käsekuchen umgewickelt in einer blauen Beeren – Mantel!

Sushi ist nun globalisiert. Alle glauben, dass Sushis aus Japan kommt und das Sushis seien, was sie essen. Die so genannte Kreativität des fremden Köche sind beflügelt in dem freien Himmel. Aber der wirkliche Erfinder – ein unbekannter Koch aus der Tang-Dynastie in China, kann wohl nicht mehr so gut im Himmel lachen. Immerhin waren seine Nachfolger in Japan ihm Tausendjahren treu gefolgt. Es wurden unterschiedlichste Variationen ausprobiert und entworfen. Aber Sushis sind das Gericht aus leicht gesalztem, gezuckertem und gesäuertem Reis mit verschiedenen Beilage und umgewickelt von einem gerösteten Algenblatt. Knapp paar Jahrzehnte wurde das Gesicht des Sushis im Westen verändert und die innere Logik eines kulinarischen Kunstwerk wurde nicht beachtet – nur einfach „reformiert“. Die Frage ist: wie könnte man ein Werk reformieren oder verbessern, wenn man seine innere Logik nicht wirklich versteht?

Man kann Krautwinkel nicht als Sushi bezeichnen, oder?

Das passiert ähnlich mit dem Tee. Die einfallsreichen Tee-Blend oder Mischungen in Europa verkunden eine neue Message: Tee ist nur Grundlage einer Kreation, wir bestimmen den Geschmack, wie er schmecken soll.

Bi Luochun 三峽碧羅春

Bi Luochun 三峽碧羅春

Sanxia, ein Ort in der Nähe von Teipei. Ein Ort, eines der ältesten Teeanbaugebeiten Taiwans. Zuerst wurde grüner Tee dort angebaut. Später wurde dort Assam angepflanzt, als die japanischen kolonialen Herrschaft, auf den Tee-Weltmarkt behaupten wollte. Die Herrschaft auf dieser Insel wechselte sich, aber Teebauer bleiben als Teebauer. Familie Huang war bereits Teebauer. Bis heute 5. Generation. Herr Huang lachte und sagte mir, „Weiss Du, mein Sohn und ich sind neben Tee aufgewachsen. Als ein sieben jähriger Knabe konnte ich und kann er beim Tee-Welken entscheiden, wann der Tee bereit ist. Unsere Nase kann nichts tauschen.“

Der Oolong Teebaum, der hier dominiert, ist Qingxin Ganzhong. Sein Tee ist lieblich, duftet allerdings nicht überzeugend als ein Oolong. Aber als ein Tee für Formosa Bi Luochun, der als Ersatz von chinesischen Bi Luochun für die vor Kommunisten geflohenen chinesischen Einwanderer, ist ausgezeichnet. Der chinesische Bi Luochun zeigt seine unverwechselbare weiße Tipps, während der Formosa Bi Luochun uns von seinem süssen und frischen Aroma überzeugt.
Wie jeder Teebauer auf Formosa seufzte auch Herr Huang 黃. Er war letztes Jahr der exzellente Teebauer in Sanxia, denn er den absoluten ersten Preis gewann, obwohl er mir nichts davon erzählte. Er ist nicht stolz auf seinen Können im Wettbewerb. „Ja, Wettbewerb… Wenn die Jury so kompetente wäre…“ In Sanxia herrschte ein Trend, chinesischen grünen Tee in die Formosa Bi Luochun zu mischen. Somit kann man den Produktionspreis reduzieren und mehr Geld verdienen. „Das kann man schon verstehen, wenn man als normale Teebauer mit Tricks arbeitet, um die Familie zu ernähren und paar Rappen mehr zu verdienen. Aber es geht dann zu weit, wenn die Jurys solche „Blend“ nicht Mal merken! Wie könnten Sie wirklich beurteilen, wer den besten Tee erzeugen kann?“ Trotzdem muss er an die Wettbewerb teilnehmen. Um hier zu überleben geht es nicht anders. Eine Art von Ohmacht und Wut zeigte er nur sehr dezent in seinem Gesicht. „Früher konnte der Jury Ran Yimin alles erkennen. Er erkennt sogar, dass manche Bi Luochun zu weit gewelkt wurde, so dass er fast wie Oolong schmeckte.“ Heute lebt er leider in China und Direktor von einem privaten Teemuseum geworden. Die jetzigen jungen Jurys können nicht einmal Formosa Bi Luochun von dem Blend mit China Tea verifizieren…
Trotzdem duftete der Bi Luochun und tanzte in unserer Tassen. Um besser zu überleben, produziert Herr Huang auch Mixian Hong Cha. Ein Schwarztee, der aus den von Insekten befallenen Teeblätter hergestellt wurde. Er duftet nach Honig und schmeckt rund im Mund. Man braucht sogar keinen Zucker für diesen Tee! Der Honig-Geschmack kommt noch besser zur Geltung, wenn der Tee kalt wird.

Gegen Abend verließ ich Sanxia. Herr Huang versprach mir, weiter an seine Tradition zu denken und sie zu bewahren. Schliesslich ist Tee nicht nur ein Lebensmittel oder ein Ware. Tee ist eine Kultur, die gepflegt und aufbewahrt werden muss, auch wenn sie keinen kommerziellen Wert besitzt…

Familie Huang

Frau Huang, Großmutter Huang und Herr Huang, drei Teebauer in einer Familie in Sanxia.

Rückkehr

Ich bin immer mehr überzeugt, dass es ein dunkles Wolken über meinen Kopf fließt. Wo ich war und bin, gibt es Regen, den grauen Himmel und kühle Tagen. Als ich im April in Taipei war, war es regnerisch, kühl und grau. Alle wunderten sich, ob das April Wetter in Taipei sich inzwischen an das mitteleuropäische nähert. Als ich in Japan ankam, sank die Temperatur bis 5 Grad in Sagano. In der morgen Meditation fluchte, friert und schimpfte ich in der inneren Ruhe über die gnadenlose Kälte, den offenen Raum und das Sich-Nicht-Bewegen… Als ich nun vor drei Tagen wieder in die seit Wochen regenlose Schweiz eintraf, regnet es, weht der Wind und der graue Himmel heißt mich willkommen!

Ja, der graue Himmel begleitete uns auf der ganzen Reise. In den ersten zehn Tagen lag ich mehr oder weniger flach im Bett. Es sind zu viele Einladungen, die meine Verdauung durcheinander brachten. Mit dem Teefreund Florian und seine taiwanesische Frau habe ich gemeinsam den Teebauer in Shiding besucht. Dort haben wir drei Köstlichkeiten „erlebt“! 1. ein alter über 30 Jahren aufbewahrter Paochung, der nach Xiancao 仙草 – ein spezielles Dessert, das jedes Kind in Taiwan kennt und liebt. Dies könnte man inzwischen auf dem asiatischen Supermarkt in ganzer Welt kaufen. Leider ist dieser alte Tee nicht ganz gut aufbewahrt. Auf dem Blatt findet man Schimmel-Spuren. Als ich diesen Tee zu meinem Lehrer brachte, habe ich nur Anschiss bekommen. Was für einen Reinfall? Um meine Augen klarer zu wischen, zeigte er mir dagegen eine himmlische Köstlichkeit! Darüber möchte ich mit einem Beitrag widmen! Ein alter Tee ist nicht nur ein alter Tee! 2. Ein unglaublich interessanter Pu Er. Herr Gao hat immer eine Überraschung beiseite, wenn ich ihn besuche. Er zeigte mir eine Rarität aus Yunnan. Ein Tee, der nur aus wilder Pflückung besteht und auf Steinplatte erhitzt und verarbeitet wird. Der Tee ist wirklich frisch, gerade nur 2 Jahre alt, schmeckt sanft und zugleich charaktervoll, rein und zugleich aromatisch, anstatt wild und reizend. Diese Köstlichkeit wollte ich unbedingt haben! Herr Gao grinste. Nun kommt dieser Pu Er Tee auf dem Weg zu mir. Ich kann es kaum warten, einen Bericht zu schreiben, um Freude mit Euch alle zu teilen! 3. Daye Oolong 大葉烏龍 – Oolong aus einer uralten Teebaumsorte, die bekannt für das große Blatt. Spezielle Duftnote, unverwechselbar und traditionsreich. Ich habe nur 3 Kilos erhalten, weil es im Jahr nur 10 Kilos erhältlich ist…

Letzte Zeit machte ich Pause mit dem Blog. Nicht nur wegen der Reise, die mich stresste. Nicht nur wegen dem taiwanesischen Computer bei der Schwester, der mich inzwischen nicht kennt und mich immer wieder rausschmeißte. Nicht nur wegen zu vielen Erlebnissen, zu vielen Erkenntnissen und zu vielen Eindrücken, sondern auch wegen einer Art wie Depression, wie Pubertät oder wie Distanz zu dem, all was ich gerne machte. Eine Art wie Reflexion, wie Selbst-Beobachtung oder Befreiung.

Ps. Hallo! Florian, ich warte noch auf Deine Fotos!

Huang Jin Gui 黃金桂oder Tie Guanyin 鐵觀音?

Zu meinem Teelehrer Chen brachte ich paar Muster von Suzanne aus Strassbourg. Wir – Suzanne, Antje, Thomas und ich hatten am 4.3. zusammenprobiert. Dieser Tie Guanyin aus Strassbourg gefiel uns als ein gruener Oolong ganz gut. Damals fand ich diesen Tee nicht ein reiner Tie Guanyin, obwohl Suzanne ihn als Tie Guanyin kaufte.

Zusammen mit einem Tie Guanyin 2005 aus Anxi von Laenggass haben wir die beiden Tee aufgegossen. Der duft des Strassbourger Tie Guanjin stieg sofort in die Nase. Meiste fand trotzdem den von Laenggass besser, obwohl er aelter und bereits Fremdgeruch hat. “ Du hast diesen Tee neben dem Adlerholz gelagert, oder?” Mein Gesicht wurde rasch rot. Tee luegt nie…was soll ich ueberhaupt noch sagen? “Wenn dieser Tee weiter verarbeitet werden koennte, waere er stabiler und solide. Sein Aufguss ist trotzdem zu duenn. Ein guter Tee als ein Rohmaterial muss einen intentiven Aroma aufweisen, ansonst waere er nicht fuer die weitere Verabeitung gebrauchen.” Wie schmeckt ein intensiver Aufguss? Das kann ich nicht wirklich mit Woerter ausdrucken, man kann es nur erleben. Einfach gesagt, nicht ganz waesserlich, leicht pickelnd auf Zunge und aromatisch ohne “Zusammenziehen”. “Ein gutter Tee kommt in englischen Degustier-Set oft nicht zur Geltung. Man kann Tees nur beurteilen, wenn man ihn kalt beurteilt. Die Ausdauer eines Tees sagt uns sehr viel uebr die Qaulitaet.”

„Aber dieser Tie Guanyin aus Frankreich… Er ist gar kein Tie Guanyiin, sondern ein Huang Jin Gui!” Sein Duft schmeckte anders als Tie Guanyin; sein aufguss hat keinen speziellen Abgang eines Tie Guanyin; seine Blaetter sind anders als von Tie Guanyin. Aber er hat die Verwandlungsprozess eines Oolong bereits durchgemacht und bekam eine leichte prieckende liebliche Note. Das ist ein guter Huang Jingui, der als Tie Guanyin verkauft wurde. Ich habe das Gefuehl, wie ein Kind das Geheimnis des Kosmos erfahren zu koennen, aufgeregt, neugierig und gluecklich. Warum liess man einen guten Huang Jin Gui als ein Tie Guanyin verkaufen? “ Ein Huang Jin Gui, auch wenn er gut ist, kann nur die Haelfte eines Tie Guanyin kosten. Warum sollte man ihn nicht teuer verkaufen?” erklaerte Meister mir. Ich fragte ihn, dass viele Leute glauben, direkt in China besser einkaufen zu koennen. “Nur wenn Du die Kompetenz besitzt, die Sprache des Tees zu verstehen und zu beurteilen, kannst Du nach Anxi gehen und einkaufen. Ansonst muss man sehr viel Lehrgeld bezahlen. Wenn man Glueck hat, einen guten Lehrer zu treffen, ihm zu folgen, koennte man seine wertvolle Erfahrungen teilen. Ansonst tappert man selbst in der Dunkelheit.”

Als Teehaendler ist man eigentlich verpflichtet, den Tee zu deklarieren, was er ist. Als Teehaendler “muss” man eigentlich wissen, wie man Tee beurteilt und verifiziert. Als Konsument koennten wir Durck auf die Haendler ausueben, dass der Jahrgang und Herkunft klar und deutlich deklariert. Wir sind ausgeliefert von der Verantwortungsbewusstsein eines Teehaendlers. Wenn die Konsumenten das Bewusstsein ueber Tee nicht besitzen, das kaufen, was Teehaendler uns futtern, entwickelt sich die Teekultur in Europa nur mit Schneckentempo und die Richtung ist bedenklich…
anxi Der Teemarkt in Anxi. Anxi, der Geburtsort von Tie Guanyin und Huang Jingui

Ong’s Tea und die Tagen in Bangkok

“Madame Liu und deine Schwester warden Dich auf dem Flughafen abholen. In diesen Tagen wird sie dich begleiten. Don’t bother her too much.” “ Hi, Papa.” Als ich in Bangkok ankam, war Madame Liu mit ihrem Limosine dort. Sie versuchte mir anzulaecheln, “ Welcome to Bangkok.” Sie liess mich wissen, dass sie von meinem Vater beauftragt ist, sich um uns in diesen Tagen zu kuemmern. Sie ist fuer unsere Sicherheit verantwortlich. Ich werde dort gebracht, wo ich es mir wuenschen.

Der Tagesablauf war nicht viel zu wuenschen. Meine Schwester betimmte, was wir wir unternehmen wollten: Shopping und Massage. Heute wurde Aromaterapie angesagt und morgen Thai Massage. Madame Liu holte uns ab und brachte uns wieder zum Hotel. Wir wurden ueberall chauffeurt, wo wir gingen. Von einem kuenstlichen Ort zu einem anderen. Ich sah Kaufhaus Siam Paragon, Kaufhaus Central. Ich sah Hermes, Gucci und Chanel. Wir assen im italiensischen Restaurant und beim Sushi-Spezialist. Ich fragte mich, weshalb bin ich ueber den halben Globus gereist? Fremdheitsgefuehl wurde in dieser Fernreise ausgelassen. Ich blieb immer in der Sicherheitszone – innen und aussen. Meine Denkweise und mein Weltbild wurden nie in Frage gestellt. Die fremde Luft des Thailand, wo ich mich so gerne aufhalte, konnte ich nur zwischen Ein – und Aussteigen des Limosine schnuppern. Der Geruch von Bus-Abgas von Ess-Staende und von Menschen-Menge in einem tropischen Land war wie eine Dissonanz dieser “angenehmen und sicheren” Reise. Vielleicht bin ich deswegen hier her kommen wollen. Die Inkohaerenz einer realen unverschoenerten Welt richtig zu erleben. Madame Liu verschmaehte diese typische Alltaeglichkeit. Sie schimpfte ueber die Thai Korruption, ueber die Politik und ueber die sozialen Unruhe in einem so genannten “das Land des Laechelns” Ja, die Thais laecheln nicht mehr so spontan und herzlich. In ihrem Gesicht wurde das Wort “Kummer” gross geschrieben. Das Benzin kostet knapp eine Franken pro Liter, das Preisniveua gleicht den taiwanesischen, obwohl die meisten Thais nur ein Fuenftel vom taiwanesischen.Lohn beziehen. In Augen von Madame Liu ist Thailand ein Land ohne Hoffnung, das weltweit einzige korrupte Land ausser Taiwan. “Ihr habt das Problem in Europa nicht. Dort ist es alles besser!” “Was haben europaeische Touristen in Thailand zu suchen, wenn Europa das irdische Paradies sei?” fragte ich sie. Madame Liu schwieg und wir stiegen in einem top trendigen verglassten neuen Kaufhaus ein.

Siam Paragon Siam Paragon

Sie wollte mir einen Top-Teashop in Bangkok zeigen, wo die Thai-Prinzesin auch besucht. Das Teehaus in einem vornehmenen Kaufhaus intergriert waren von zwei Verkauferinnen besetzt. Wir sahen nur Kung-Fu Geschirr im Schaufenster. Ein Haus, das mit Chinoiserie ausgestattet und vermarktet ist. Die Verkauferinnen sprachen spaerlich Englisch, nur Thai. Ich schaute mir genau die Sortiment an. Nur Top-Oolongs aus Fujian und Guangdong. Selbst Madame Liu war beeindruckt von dem verlangten Preis. Ich war neugierig und wollte degustiert warden. Madame Liu war nicht begeistert, weil sie sich zum Kaufen verpflichtet fuehlte. Wir wurden degustiert. Die Thai-Verkaeuferin bereitete den Tee in Zhuni-Yixing-Kanne zu. Zuerst wurden wir Rougui serviert. Der Rougui duftete beim trockenen Blatt leicht lieblich und karamelisiert. Die Blaetter waren jedoch gruen und zerbroeselt. Der Tee dufte bitter und zusammenziehend schmecken, weil das Welken fehlerhaft war – dachte ich. Gleich sah ich die zusammengezogenen Gesichter meiner zwei Begleiterinen. Dann kam Da Hongpao. Er schmeckte nicht aussergewoehnlich, obwohl der Preis uns ein anderes Geschmack versprach. Der 10 Jahre alte Shuixian schmeckte nur nach Karamel – wegen der Roestung. Der Geschmackswandel eines gelagerten Oolongs fehlte im Aufguss komplett. Was sagte dieser Tee mir? Was erzaehlte er mir von der Realitaet hinter diesem noblen Fassade? Mein Gesicht zeigte meine Reserviertheit. Zum Schluss wurde mir eine gruene Tasse serviert. Ich bewunderte die schoenen vollstaendigen Blatt. Die Verkaeuferin erwiderte mir ein katzhaftes Laecheln: “ This is Yun Wu!” “Yun Wu?” Ich trank langsam, der bittere Geschmack kann von ihrer Aussage nicht getaeuscht warden:”No! This is Kuding CHA!” Ihr Gesicht wurde rasch rot. Wir standen auf und verliessen den Laden. “Dieser Laden ist ein Betrug.” “ Das kann doch nicht sein. Das ist ein sehr bekannter Laden in einem sehr bekannten Kaufhaus wie Siam Paragon…”

Ong’s Tea

Ground Fl., Siam Paragon Rama I Rd.,

Bangkok 10330

Tel: +66-2610-7516

„Neues“ über Japan

Japan EssenWie Japan tauglich bist DU?

Teemeister Ulrich Haas verschickte in seinem neuen Newsletter viele interessante Links rund ums Japan:

Für Menschen, die wissen wollen, warum die japanische Küche als gesund angesehen wird:

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,5249136,00.html

 

Für Menschen, die zum ersten Mal mit Japaner begegnen „müssen“ und sein Wissen Japan tauglich testen wollen:

http://www.handelsblatt.com/news/default.aspx?_p=302706&_t=mct&mct_xmlfile=japan-knigge.xml

 

Und welchen Fisch darf man noch essen, um unser Meer nicht leer zu fischen?

http://www.stern.de/wissenschaft/ernaehrung/585099.html

Ist Oolong ein Tie Guanyin 鐵觀音?

Teefreund Jürg fragte mich, was Tie Guanyin ist. Ist Oolong ein Tie Guanyin oder ist Tie Guanyin die bekannteste Sorte des Oolongs?

Tie Guanyin 鐵觀音hat zwei Bedeutungen:
Name von einem Teebaum
Name einer bestimmten Machart von Oolong
Wenn die beiden Bedeutungen vereint werden können, ist dieser Tee ein originaler Tie Guanyin 正欉鐵觀音.
Die meisten Tie Guanyin sind nicht von originalen Tie Guanyin-Baum. Der Duft und Geschmack  – der typische Abgang – des Tees verraten uns, ob es stimmt. Auch das Teeblatt verrät vieles – das Blatt vom originalen Baum hat leicht nach oben rollende Ende, das spürt man, wenn man das Blatt berührt.
Tie Guanyin ist nur eine Sorte – Machart von Oolong. Seit 90er Jahren wird Tie Guanyin verwandelt – zu einem sehr grünen Oolong, so dass der typische Guanyin Abgang 觀音韻nicht mehr präsent schmeckt und die Schwierigkeit, die Originalität immer schwieriger festzustellen ist…

Heutzutage ist es schwierig, einen originalen Tie Guanyin nach der traditionellen Methode zu finden. Meiste braune Tie Guanyin, die man hier zuerhalten hat, sind billige und Massen-Produktion aus anderen Provinzen. Viele braune Tie Guanyin werden nicht mehr richtig „geröstet“ – Hongpei, die Teeblätter dieser Art schmecken wie verkohlt und sind im Aufguss hart anstatt elastisch. In Fujian werden nun viele verschiedene Oolongs produziert – anstatt den richtigen traditionreichen Tie Guanyin zu produzieren, werden viele Formosa Oolong kopiert… Diese Entwicklung tut mir richtig weh.

tie guanyin

Die Heimat des Tie Guanyin-Baums Anxi 安溪.