Archiv des Autors: Menglin

Einmalig

Ich dachte, dass ich Dinge gut loslassen kann. Unkompliziert und reibungslos.

Kurz vor Ausverkauf ist der Mingjian Jinxuan Paochung. Sollte ich ihn nicht mehr abgeben und dem Kunde mitteilen, dass er schon lang vergriffen ist, oder sollte ich ihn samt meine Erinnerungen noch einmal entbehren? Warum hänge ich denn so an ihn?

Dieser Tee ist das Speicher meiner ersten Tee-DIY Erfahrung, auch wenn es nur Weichei-Erfahrung war. Es war einmalig für mich. Im April war ich mit Gerhard und Kasper in Mingjian, wo wir unter der Leitung von meinem Teelehrer den Tee in einem vollständigen Prozess mit dabei sein duften. Ich schaute eigentlich lieber nur zu, während Gerhard seine Ärmel hoch krempelte und mitarbeitete. Die Körbe von Teeblättern waren mir zu schwer, der Schlaf war mir viel wichtiger und das Pflücken war mir zu anstrengend. Als Teeclub-Freunde mir sagten, dass sie unbedingt 2009 die Teeherstellung mitmachen wollen, war ich richtig geschockt. Ein Hardcore-Programm wollten sie, von Pflücken bis Rösten. Als ich Werner in München davon erzählte, wollte er unbedingt mitkommen. Selbst Tee machen unter der Leitung meines Lehrers sei ein Geschenk, ein einmaliges sogar!

mingjian reise

Gerhard und ich kauften den von uns mitgewirkten Paochung Jinxuan. In Bern ist der Tee bereits ausverkauft und wieder nachbestellt. Gerhard beschwerte in einem sentimentalen Ton, „Menglin, der Tee ist nicht der gleiche!“ Diese Äußerung machte mich richtig stutzig. Sicher, er ist natürlich nicht der gleiche. Wie denn? Die Erfahrung bei Tee-DIY war einmalig und der Tee speichert einfach diese Einmaligkeit!

Dieser Tee hat meiner Meinung nach einen Defekt. Ein Fehler meines Lehrers. Seine Röstmaschine war defekt und er war unaufmerksam. Der Tee litt unter einer zu starken Röstung. Auch wenn der Tee sich gut erholte, hat er eine spezielle Röstnote – nach gerösteter Sojabohne! Geröstete Sojabohne und Schwarzbohne – eine Delikates für meinen Großvater. Für mich gehört dieser Geschmack ebenfalls einem alten Mann, der die Zeit nicht mehr richtig wahrnimmt und nur nach seinem eigenen Rhythmus lebt. Als Kind fragte ich ihm, wozu er eine Uhr trug. Er sagte, die Uhr sei eine Dekoration. Und ich war ganz stolz, dass ich das erste Kind war in unserem Klasse, das eine Uhr trug. Meine Uhr war eine Dekoration. Ich kam fast immer zu spät in die Schule und musste vor der Tür in der Öffentlichkeit stehen…

Wenn ich einmal die Erinnerung an meinen Großvater überwindet, schmeckt der Tee dann leicht nach Honig und gedörrten Früchte. Sanft, vollmundig und fast wehmutig. Die Erfahrungen an Tee-Herstellungen werden immer wieder wach gerufen durch die Düfte und Geschmäcke. Dieser Honig-Süße kommt von der längeren Fermentation, die paar Stunden länger als die herkömmliche Herstellung durchzog. Das Fruchtige basieren auf vollständigem Erhitzen, das einfach länger und aufwendig passiert als die Mainstream-Produktion. Das sonnige gedörrte Frucht war für mich der Geschmack von jenen sonnigen Tagen. Die Teeblätter wurden unter geschirmtem Dach sorgfältig und länger gewelkt als anderes Pflückgut und ich musste stets die zarten Blätter wenden… An was habe ich immer dabei gedacht?

 

Diese unvergessliche Stunden, wertvolle Erfahrungen und lieben Menschen, die schlaflos für Tee arbeiteten werden so präsent durch die Aufgüsse. Was mache ich dann, wenn dieser Tee mich nicht mehr begleitet?

 

Warum kann ich diesen Geschmack nicht vergessen? Warum kann ich diese Erinnerung nicht vergessen? Warum hafte ich an diesen unsichtbaren Ort der Vergangenheit? Wenn dieser Tee aufgegossen wird, werden die Bilder vergegenwärtigt. Die verunsichernden Veränderung, der Abschied eines Abschnittes und die Sehnsucht nach einer Ankunft des neuen Frühlings in der damlaigen Zeit scheinen erst von gestern zu sein. Trennen von einer Erinnerung, die einmalig ist, ist grausam. Trennen von Dinge, die man einmal zähmte, ist schmerzhaft. Eigentlich werden diese Erinnerungen nicht verloren, sie werden einfach archiviert – in die tiefere Schicht des Speichers. Ich will aber nicht, sie in Tiefe des Speichers runter rutschen lassen.

Was machst Du, wenn Du einfach etwas nicht vergessen willst?

Früher hätte ich gesagt, schaffe Dir einfach etwas Neues an. Nun geschieht etwas Seltsames. Einen neuen Tee zu haben ersetzt nicht diese Einmaligkeit. Ich werde wohl so sentimental wie Gerhard, aber zu wem sollte ich denn jammern gehen?

Werner sagte mir, dass er den Tee abkaufen würde, den er selbst macht. Denn er hat den Tee gemacht. Er würde ihn sogar rahmen! Er würde diesen gerahmten Tee in seinem Laden hängen!

Life Balance

Als das älteste Kind einer konservativen Familie wurde ich geboren. Dass es kein Sohn war, war sicher schwer für meine Eltern. In der Schule staunten allen, wenn man meinen Name rief, aber ein Mädchen erschien. Für meine Mutter war es ein unbewusstes Wiedergutmachen mit meiner Vatersfamilie, obwohl ich kein Junge bin, aber einen Name trage wie ein Junge. Als mein 6 Jahre jüngerer Bruder gebar, waren alle erleichtert. Der Stammbaumhalter ist endlich zur Welt gebracht.

Mein Bruder wurde von allen geliebt, an der Strasse von dem Fremden, in der Familie von allen Sippen und sogar von meiner Hauslehrerin, die mir zu Hause Unterricht erteilte und sein Foto vergrößerte. Er hatte eine Pflegemutter, sie vergötterte ihn. Wir spielten mit ihm, verkleideten ihn als Mädchen, malen mit Lippenstift in seinem Gesicht. Er lachte immer wie ein Prinz, wenn wir kriechend über ihn lachten. Später untermauerte ich mich in dem Elfenbeinturm, die chinesische Erziehung war mir zu wider und lebte in meiner eigenen Welt. Es war eine Flucht gegen meine kühle dominante Mutter, nur mein Vater zeigte sein Gefühl, wie sehr er seine Tochter liebte. Mein Bruder lebte auch in einer anderen Welt, in der Sonne und Liebe fluchten.

 

Ich schaue selten zu meinem Bruder, nur einmal und es war eine einmalige Erinnerung zwischen Bruder und Schwester. Meine Eltern waren in Japan oder vielleicht in Hongkong, ganz selten zu zweit. Ich nahm meinen Bruder mit zum beliebten Ausflugziel wie Disneyland. Ich war 14 und mein Bruder 8. Wir hielten unsere Hände stets zusammen, ganz selten und wahrscheinlich war es das einzige Mal. Er wollte Hot Dog, und ich kaufte ihm Hot Dog. Er wollte mit dem Riesenrad fahren, also wir fuhren Riesenrad. Er wollte Eis essen, also wir aßen Eis. Er wollte essen, während wir liefen, also wir aßen während wir liefen. Das war alles eigentlich von unserer familiären Erziehung nicht erlaubt. Wir taten es und hielten unsere Hände immer zusammen. Er war glücklich und ich war glücklich. Zum Schluss fragte er mich, wann meine Eltern wieder fort gingen, und ich ihn wieder mitnehmen konnte. Es war aber das einzige Mal.

 

Später hielt ich immer nur im Ausland auf und mein kleiner Bruder geriet in der Schulsystem-Schleuder. Wenn ich ab und zu zu Hause war, sah ich nur einen gequälten Jungen, der nachts noch lernen musste. Allen sagten ihm, Deine Schwestern schafften es und Du muss es auch. Er blickte zu zwei dominanten Schwestern und fühlte sich wohl ohnmächtig zugleich. Später ging er nach London und absolvierte zwei Master, nur um länger in London unter den Fremden allein aufzuhalten. Unfreiwillig ging er nach Hause und wurde Manager eines traditionellen japanischen Unternehmens. Er hat kaum Zeit. Sein Zuhause ist das Flieger und der Firmwagen. Selten ist er zu Hause. Er heiratete eine wunderschöne Frau, eine Tochter eines chinesischen Soldaten. Sie kam mit unserer traditionellen konservativen Familie nicht klar. So viele Namen, so viele Fest und ständige Versammlungen überfordern diese junge Frau aus einem anderen Verhältnis. Mein Bruder lebt zwischen seiner jungen Familie und meiner Familie, zu der er eine Verpflichtung schuldet, denn er ist der Prinz der Hoffnung. Meine Schwester beschwerte sich oft über die Zustände. In dieser Angelegenheit gibt es keine Opfer und Täter. Es ist nur ein Lernprozess für allen Beteiligten. Ich schweige meisten.

 

Heute wutet Taiphone in Taipei. Sturmisch und regnerisch, ich bekam zufällig ein Email meines Bruders. Er machte sich Sorge um mich, schrieb er. Denn mein Vater jammerte vor meinen mangelnden Nachrichten. Wir skypten ein wenig. Er erzählte von Streitigkeit meiner Eltern, von unserem Verwandten und von seiner Firma, nur nichts von ihm. Ich fragte ihn direkt, wie es ihm geht. Er schwieg kurz und sagte mir, dass er nun anfangen will, mehr Oolong zu trinken anstatt Coke. „Weiß Du, ich bin älter geworden. Ich muss auch schauen wegen life balance!“ Life Balance? „Life Balance.“ Wiederholte er noch einmal. Er fragte mich, ob ich mich erinnern könnte an unseren einzigen Ausflug, nur Bruder und Schwester. Ja, meine Tränen tropften schon vor Bildschirm. Er sah mich aber nicht. Als Prinz der Familie lebt er immer im Traum des anderen. Life Balance bedeutet für ihn den ersten Schritt nur als ein Mensch zu leben. Als Protest gegen unsere strenge Erziehung hasste er gesunde Getränke. Nun entdeckt er, dass er auch lernen kann, nur aus seinem Impuls zu handeln anstatt aus Protest. Er lernte neue Menschen kennen, meinte er. Coke macht viel Blasen im Glas, es bleibt aber nicht viel übrig, lachte er. Er lernt, Zeit zu nehmen, auch für seine Schwester, die selten auf ihn schaut. Er lernt, sagte er, nicht als Sohn oder als Ehemann zu leben. Er lernt, dass andere auch lernen müssen, mit neuer Situation selbst zu Recht zu kommen. Er lernt, dass er nur die Hände ausstrecken muss, um Freiheit zu nehmen. Freiheit zu nehmen, um optimistisch zu sein. Er fragte mich, ob ich jemals das Gefühl hätte, dass es eine Freiheit ist, nur Entscheidung für sich selbst treffen zu können? Er lernt, Entscheidungen zu treffen aus einem freien Willen anstatt aus einer Abhängigkeit.

 

Den Life Balance Tee habe ich meinen Bruder empfohlen, einen gerösteten Tie Guanyin zu trinken. Ein gerösteter Tie Guanyin spendet Energie und Wärme. Oder einen Paochung, der Einsteiger mit Düfte und eleganten Aromen verführt. Aber Liefe Balance schafft der Tee allein nicht. Er lachte im Skype.

Wir hatten das Gefühl, dass wir wirklich Bruder und Schwester sind. Wir waren fast überzeugt, dass unser Leben in guten Bahnen verlaufen wird und alles zu Guten wenden müsste.

Hallo, Isar!

„Hallo, Isar!“ grüsste die kleine Mirella den geliebten Fluss. Mit ihrem Vater gingen wir Isar am sonnigen Nachmittag grüssen.

Die kleine blonde Mirella drehte ihrem Rücken zu mir, wenn sie mich sah. Ihr Vater erklärte mir, dass sie eigentlich Menschen beobachtete indem sie ihren Rücken zeigte. Ich kenne es, liebe Mirella, ich bin genau so wie Du. Ich schaue Menschen gerne aus dem Augenwinkel anstatt in die Augen. Denn das Wesentliche für die Augen unsichtbar ist. Hoffentlich verlernst Du es nicht während Du erwachsen wirst. Wir gingen zu Isar. Auf einmal vergaß Mirella, dass ich eine Fremde bin für sie. Sie ließ mich tragen – an der Isar. Liebe Mirella ich liebe Fluss genau wie Du, denn ich bin am einen Fluss aufgewachsen, der jedes Jahr Überschwemmung verursachte und mir durch seine jährige Wiederholung das Respekt vor der Natur vermittelte. Das blonde Mädchen ist nobady, unbeschwert schrie sie nach Isar, sammelte Blätter und jammerte vor Hunger. Das kleine Nobody hat unbegrenzte Möglichkeiten, alles Mögliche zu werden. Nur ihr Mut und Phantasie wird ihr eine Grenze setzen, wie sie somebody wird. Irgendwann wenn sie somebody wird, wird sie vielleicht genau das schreien, was Ulrich Rückriem sagte, „ich will nur noch wegfliegen.“ – und nur noch Vögel verschenken anstatt „anständige“ Kunst zu produzieren, um zu verkaufen.

Das Wiedersehen mit Isar war von Götterspeise veranlasst. Ein 2tägiges Teeseminar für Freunde und Crew zu gestalten war ein besonderer Auftrag. Wieder unterschiedliche Menschen zu begegnen, Kaffeetrinker, Raucher, Italiener, Türke und Ureinwohner aus Bayer treffen sich wegen Tee. Die besondere Begegnung mit dem Schriftsteller Paul Zucker und seine Frau waren eine „un-zufällige“ Überraschung. Wegen seiner Beziehung zur Chocolaterie kam der Auftrag eine Schokolade Ausstellung das schwarze Geheimnis auf ihm zu und mit Faszination und Leidenschaft erzählte er mir, wie die Geschichte um das schwarze Geheimnis immer größer und breiter wurde. Was steckt denn alles hinter dieser dunklen bitteren und klebrigen Masse? Was für eine Sehnsucht könnte durch diese zähe aromatische Flüssigkeit erweckt werden? Was für Geheimnisse könnte durch das Verschmelzen von Kakaobutter gelüftet werden? Was für einen Gegensatz ist der Tee, der uns widerspiegelt in seinem klaren Aufguss?

Schoko-FalamencoSchokoflamenco mit Joaquin Ruiz in der Ausstellung von „Das schwarze Geheimnis.“

Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar, wiederholte ich immer wieder in den zwei Tagen. Die Augen spielen bei Tee oft eine betrügerische Rolle. Ein guter Tee manifestiert sich selten durch die perfekte Form und Farbe, sondern durch die klaren Düfte und Nuance wie ein Fächer, der uns Schicht für Schicht klärend öffnet. Geheime Sprache des Tees könnten nur gelüftet werden, wenn das Herz sie durch das Verschmelzen von Tee und Menschen zuhört. In dieser Verschmelzung sah ich manchmal nachdenkliche Gesichter, manchmal fragende Augen und manchmal erleichtertes Lächeln. In dieser Entdeckungsreise funktioniert das Konzept von Schwarz und Weiß, von Richtig und Falsch, von Stark und Schwach nicht mehr. Was ist denn ein guter Tee? Wie muss man den Tee zubereiten? Wie sollte man denn welchen Tee trinken? Es gibt kein Muss, kein Faustregel und keine Grenze. Das gewöhnliche Denken ist ins Schwanken geraten. Jemand fragte mich, ob es erlaubt sei, Zucker im Tee zu süßen. Meine Antwort lautet: „Was nicht erlaubt ist, mache doch einfach heimlich.“ Alle lachten, aber nachdenklich.

Ein Tee muss meine Erwartung gar nicht erfüllen. Er ist so wie er ist. Es gibt keinen falschen Tee, nur ein Tee am falschen Ort. Das gleiche gilt beim Menschen – man ist so wie man ist in Ordnung. Nur Mut und Phantasie entscheiden unsere Entscheidung, was wir erleben. Ich hoffe, dass ich genügend Mut besitze, mich zu entscheiden für die Freiheit, die Tee mir vermittelt.

Selten gibt es so großzügige Menschen wie das Wirt-Ehepaar Henseler. Sie haben sich nicht nur um die Weiterbildung und Wohl ihrer Crews gekümmert, sondern auch um mich. Reichlich beschenkt, gastfreundschaftlich empfangen und herzlich umgegangen. Ich war in guten Händen – es war mir ganz sicher.

In guten Händen war ich auch bei Cenk und Esra. Ihr neues Zuhause gab der wandernden Seele ein Hauch der Geborgenheit und des Familiäres. Seltsame wunderbare Freundschaft zwischen unbekannten Menschen aus verschiedenen Erdteilen, sie sind nur zusammengeführt wegen einem wunderbaren Pflanzen namens Tee…Das Zugvögel wandert weiter. Vergeblich wartet es auf den Nordwind, der es vielleicht endlich zur Ruhe bringt. Vergeblich und unter Zugzwang. Ein Zugvögel hat eben das Schicksal als Zugvögel.

Das schöne Gefühl, dass mein Leben von guten Händen gelenkt wurde, brachte mich beinah zu weinen. Ich war in diesem himmlischen Gefühl, dass sich alles zu Gutem wenden kann – den Abschied von der Isar und meinen Freunden genommen zu haben. Der Zug fuhr punktlich ab.

Götterspeise

Götterspeise

Was hat eigentlich eine Chocolaterie mit Tee gemeinsam?

Die bittere, süsse, intensive, klebrige Masse hat eigentlich mit dem klaren erfrischenden und flüssigen pflanzlichen Brühe nichts zu tun. Aber das sinnliche, zauberhafte und Sehnsucht erweckende in den beiden Getränke verbinden nicht nur Menschen und Phantasie, sondern auch Menschen untereinander!

Teeseminar für eine „Szene“-Chocolaterie in München war eine bereichernde Erfahrung für mich. Es war ein wunderschönes Wochenende mit Götterspeise und Co. (Friends)!

Götterspeise

Jahnstrasse 30

80469 München

089-23887374

Laos und Tee

Liebe Menglin

Ich bin in Luang Prabang, Laos und geniesse the slow pace of life in
diesem sehr schoenen alten Koenigsstadt mit alten Tempeln eingebettet
in einer praechtigen Landschaft.
Ausnahmsweise trank ich zum Fruehstueck Laos Kaffee, da ich dachte,
dass es keinen guten Tee gaebe. Weit gefehlt, am zweiten Tag empfahl
mir der Kellner Laos Green Tee, der sehr gut schmeckte. Ich konnte es
nicht glauben. Wie der Tee heisst, konnte er mir nicht sagen. Ist es
Laos Cong Shui Xiang Oolong oder Old Bush Water Sprite? Diese Namen
fand ich im Internet. Falls du Informationen zu Tee aus Laos hast,
wuerde mich das sehr freuen.
Herzliche Gruesse aus Laos

Joseph

Das 1. Lebenszeichen von Joseph erfreut mich sehr. Aber den Tee, den er beschrieb, kenne ich leider nicht. Kennt Ihr den Tee aus Laos? 

Teemanufaktur

Von Ulrich bekam ich die Meldung, dass ein unbekannter Fan von diesem Blog im hohen Norden für Tee und Teekultur einsetzt.

Teeseminar bei Teemanufaktur von Frieder:

http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=080904025&phrase=teemanufaktur

Ich liebe zwar Insel, aber bin noch nie im hohen Norden. Der Nordwind hat mich vergessen. Zugvögel nehmen mich nie mit. Wahrscheinlich finden sie mich zu schwierig und zu zerbrechlich. Ich könnte im hohen Norden frieren.

Wann wandern denn Zugvögel wieder? Es ist wieder die höchste Zeit.

Da Hongpao 2008

Der Herzen weich klopfende Da Hongpao 2007 ist komplett ausverkauft – seit einem Monat. Einen Jahrgangsdahongpao zu suchen war mir lästig. Lästig, weil eine Erwartung zu erfüllen im Wege steht.

Meine Ungeduld war von Geburt an nicht zu übersehen. Einmal provozierte ich meinen Vater so sehr, dass er mich als Säugling auf den Boden warf. Denn meine Mutter war zu langsam mich zu stilen. Wünsche nicht ins Leben umzusetzen könnte ich nie lassen. Dinge, die stockend kreisen, machen mich oft fertig. Diese Art des Umgangs stößt oft beim Tee an der Grenze. Weil Tee unberechenbar ist. Die Suche nach einen einfachen und guten originalen Da Hongpao 2007 war schwer genug, und nun einen, der mindest so gut ist wie der letzte…

Das Business mit dem Tee ist eigentlich eine Männerwelt. Es hat nichts mit Diskriminierung zu tun, sondern mit der vorhandenen Arbeitsstruktur. Die Event Olympia hat alle Transport aus China durcheinander gebracht. Die Verspätung bringt das Lieferplan durcheinander. Das mangelnde Bewusstsein von sorgfältiger Verpackung in China sorgt mir oft Wutanfall. Ich kann es nie ertragen, wenn eine Lieferung von mit Mühe und Anstrengung hergestellten Top-Teesorten halb kaputt nach Europa ankommt. Alle Mühe und Sorgfalt des Teebauers und Teemakers, meine Hoffnung, meine Mühe und meine Kraft, um einen guten Tee zu finden werden in diesem Moment für nichtig geklärt. Weinen kann ich in diesem Moment nicht, aber Wut sprudelt. Aus Wut und Emotion mache ich meistens nichts. Wenn die Welle vorbei ist, schreibe ich ein sachliches Email, um dem Lieferant klar zu machen, dass das Geld nicht ankommt. Hoffentlich sind sie scharf auf das Geld, dann wäre diese Methode gut, um guten Tee vor Grobheit des Arbeiters zu retten. Chinesen sprechen gerne in Taiji-Stil – einen Kreis in der Luft um die Sache malen und hoffen, dass der Geschäftspartner nachgibt und sich outet. Von einer Frau erwaten sie eine „anmutige, anschmiegsame“ Art. Leider kommen sie mit ihrer Art bei mir nicht weiter. Es fällt einem in dem Moment schwer sich klar zu positionieren – denn man muss wissen, was man will und ehrlich zu dem, was man für richtig hält, aber auf Dauer vereinfacht dieser klare Umgang die Zusammenarbeit. Gute Arbeit wird belohnt, schlechte Arbeit gibt es kein Geld. Diskussion und Missverständnisse werden gespart, während Respekt wächst.

 

Die Jagd nach einem guten Tee kann nur gut laufen, wenn der Lieferant in China Respekt vor dem Publikum im Westen hat. Wenn das Respekt mangelt, könnte irgendein Longjing als Original Longjing angeboten werden. Ein Konsument hier könnte es nicht wirklich überprüfen, dass die Angabe der Originalität stimmt. Wenn meine Arbeitsweise nicht klar wäre, wäre dieser Brücke nicht möglich. Man weiß, was man von einander zu erwarten hat. Auf dieser Basis entsteht Vertrauen und Respekt, was beide Seiten wohl tut. Das ist eigentlich das, was wir beim Menschen und im Leben suchen.

Da Hongpao, der bekannteste Felsentee in Wuyishan. Bekannt für seine Heilwirkung – Stoffwechsel anregend und entschlackend. Menschen, die Energie bräuchte für Kopf und Kraft, könnte von diesem Tee unterstützt werden. Die beste Zeit, Da Hongpao zu trinken, ist nach einer Mahlzeit oder morgens – nur nicht im leeren Magen.

Drei Da Hongpao wurden degustiert. Da Hongpao 2007, Da Hongpao 2008, Da Hongpao 2006 von Mingcha. Der Felsengeschmack kam von Mingcha am undeutlichsten zum Ausdruck, während die anderen beiden Da Hongpao ihn eindeutig zeigten. Fruchtig in der Zunge, leichtblumig und süss in der Nase, starke Röstung manifestiert der 2008er in der kräftige Farbe. Der langhaltige Abgang voller Felsennote und klärender Herbe. Ich spürte, wie die Augen klarer werden und Wirbelsäule sich richtet. Das schönste und faszinierendste Moment! „Das ist es!“ Der 2007er ist lieblicher, weicher und anmutiger – durch die Lagerung. Der 2008er ist im Vergleich wilder, gerade und kompromisslos. Seine klare Position macht ihn wirklich zu einem Felsentee!

Der Duft einer Blume

Ich kam gerade von einem wunderschönen Kino, Hanami und lass die zwei Kommentare von Romeo und Suzanne. Das Thema des Verlustsgefühls und des bewussten Lebens verbindet die beiden Kommentare und ebenfalls das Kino.

 

Im Garten von Carola fragte sie mich, was ich machen würde, wenn heute mein letzter Tag am Leben wäre. Sie sagte, sie würde Dinge nie mehr verschieben, weil sie den Abschied eines wertvollen Freundes verpasste. Ich würde alle Menschen anrufen, die mich einmal zähmten, ihnen zu wünschen, glücklich zu sein. Die Liebe, die man einmal empfunden hat, geht nie verloren. Es wird nur anders, es wird anders aufbewahrt im Garten. Und wenn der Körper erlischt, wird alles zu Sternchen im Himmel verwandelt – hoffe ich. Meine Leute könnten dann die Sterne anschauen und sich glücklich fühlen.

 

„Man läuft Gefahr, ein bisschen zu weinen, wenn man sich hat zähmen lassen…“ schrieb Antoine de Saint-Exupery als Ich-Erzählter im „Der Kleine Prinz“. Es ist beim Tee so: man lernt ungeplant ihn kennen; man lässt sich unbemerkt zähmen, bevor man sich wehren kann; man nimmt ungewollt hin, dass man nun ohne ihn auskommen muss. Aber würden wir ohne Duft eines Tees und seine Nebenwirkung weiter leben? Wie schaffen wir den Duft und die Sprache des Tees  zu vergessen?

 

„Ich kenne einen Planeten, auf dem ein puterroter Herr haust. Er hat nie den Duft einer Blume geatmet. Er hat nie einen Stern angeschaut. Er hat nie jemanden geliebt. Er hat nie etwas anderes als Additionen gemacht. Und den ganzen Tag wiederholt er wie du: Ich bin ein ernsthafter Mann! Ich bin ein ernsthafter Mann! Und das macht ihn ganz ungewollt vor Hochmut. Aber das ist kein Mensch, das ist ein Pilz.“ (S. 27)

Wir wollen nicht Pilz sein. Zum Glück lernen wir den Duft einer Blume zu bewundern und die Schönheit der Schöpfung einzuatmen. Ohne Sich Zähmen zu lassen geht es wohl nicht.

„Wenn einer eine Blume liebt, die es nur ein einziges Mal gibt auf allen Millionen und Millionen Sternen, dann genügt es ihm völlig, dass er zu ihnen hinaufschaut, um glücklich zu sein…“weinend erzählte der kleine Prinz. „Ich habe das damals nicht verstehen können! (…) Sie duftete und glühte für mich. Ich hätte niemals fliehen sollen! Ich hätte hinter all den armseligen Schlichen ihre Zärtlichkeit erraten sollen. Die Blumen sind so widerspruchsvoll! Aber ich war zu jung, um sie lieben zu können.“ (S.31)

der kleine prinzDer kleine Prinz liess sich von einer schwierigen Blume zähmen, die ihm mit Worten quälte. Beim Abeschied entschuldigte sie für ihre Dummheit und gestand ihm, dass sie ihm liebt. (S.32)

Naja, so ist es mit dem Zähmen. Wer könnte ohne Duft einer Blume oder Tee morgens aufwachsen, könnte sich das Weinen nach dem Zähmen ersparen. Als ein gewöhnliches sterbliches Wesen bevorzuge ich das Weinen. Und der Tee, der nicht immer verfügbar ist, ist eben eine Rarität. Fast einzig, ebenfalls wie bei Menschen.

„Die Menschen bei dir zu Hause“, sagte der kleine Prinz, „züchten fünftausend Rosen in ein und demselben Garten… und doch finden sie dort nicht, was sie suchen…“

„Und dabei kann man das, was sie suchen, in einer einzigen Rose oder in ein bisschen Wasser finden…“

„Aber die Augen sind blind. Man muss mit dem Herzen suchen.“ (S.79)

Antoine de Saint-Exupery: Der Kleine Prinz. Zürich-Hamburg 2006.

Man kennt nur die Dinge, die man zähmt.

Der kleine Prinz suchte Freunde und begegnete einem Fuchs. Er bat den Fuchs mit ihm zu spielen. Der Fuchs antwortet, „ich kann nicht mit dir spielen. Ich bin noch nicht gezähmt.“ „Was ist zähmen?“ „Das ist eine in Vergessenheit geratene Sache. Das bedeutet: sich vertraut machen.“

Tom möchte gerne eine Empfehlung von einem Oolong, der häufige und intensive Aufgüsse gibt. Zu einem gewöhnlichen Einsteiger zählt Tom bestimmt nicht. Er hat sich bereits ein wenig vertraut gemacht mit Tee. Theoretisch kann jeder guter Tee eine intensive Aroma und mehrere Aufgüsse geben. Die Frage liegt nicht an dem Tee selbst, sondern, wie Tom zu solchen Tee findet?

der kleine prinzer weinte im gras

 

Als der kleine Prinz bemerkte, dass seine Rose in der Realität allen anderen Rosen gleicht, war er zutiefst enttäuscht. Er warf sich ins Gras und weinte. Dann traf er einen Fuchs, der ihm bat, ihn zu zähmen. „Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchse gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für Dich einzig sein in der Welt…“

„Mein Leben ist eintönig. … Ich langweile mich also ein wenig. Aber wenn Du mich zähmst, wird mein Leben wie durchsonnt sein. Ich werde den Klang Deines Schritts kennen, der sich von allen anderen unterscheidet…. Du siehst da drüber die Weizenfelder? Ich esse kein Brot. Der Weizenfelder erinnern mich an nichts. es wird wunderbar sein, wenn Du mich einmal gezähmt hast! Das Gold der Weizenfelder wird mich an dich erinnern. Und ich werde das Rauschen des Windes im Getreide lieb gewinnen…“

 

Tee ist wunderbar. Wunderbar sind alle Tees! Wie unterscheidet ein Tee von einem anderen? Nichts, außer deiner eigenen Entdeckungsreise durch die Teelandschaft. Ein langer fermentierter gerösteter Oolong entfaltet sich außer blumig, auch fruchtig. Ihr Abgang ist unvergesslich. Ein leicht richtig fermentierter Oolong wie Hochland Formosa oder ein wunderbarer Tie Guanyin aus Anxi schenkt uns blumige süße Stunde. Wenn Du Dich einmal mit dem Tee vertraut machst, ist der Tee nicht mehr ein Tee, sondern der Tee, der Dein stressiges Dasein begleitet, der Deine festliche Stunde verzaubert, oder der Dir Trost spendet. Wie beginnt denn der Prozess des Zähmens?

 

Der kleine Prinz sagte dem Fuchs, dass er wohl ihn zähmen wollte, aber er hatte keine Zeit. „ich muss Freunde finden und viele Dinge kennen lernen.“ „Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alle fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn Du einen Freund willst, so zähme mich!“ Der Fuchs lehrte ihn: „Du muss sehr geduldig sein, Du setzt dich zuerst einwenig abseits von mir ins Gras. Ich werde dich so verstohlen, so aus dem Augenwinkel, anschauen und du wirst nichts sagen. Die Sprache ist die Quelle der Missverständnisse. Aber jeden Tag wirst Du Dich ein bisschen näher setzen können….“

 

Die Zeit und die kontinuierliche Annährung entscheiden das Vertrau-Machen. Da die Zeit ein Luxus ist, ist es fast unmöglich sich mit Tee vertraut zu machen. Da die Zeit Luxus ist, ist es fast unmöglich eine tiefe Beziehung zu pflegen. Geben wir es somit auf? Ich könnte es nicht. Der Fuchs hätte eine gute Idee für uns über das Zähmen.

„Es muss feste Bräuche geben.“ sagte der Fuchs. Der kleine Prinz versteht es nicht. „Auch etwas in Vergessenheit Geratenes.“ erklärte der Fuchs. „Es ist das, was einen Tag vom andern unterscheidet, eine Stunde von den andern Stunden. (…) Wären die Tage alle gleich und ich hätte niemals Ferien.“

Eine Abmachung mit uns selbst, eine klare Priorität setzen und eine Entscheidung treffen, was nun geschehen sollte, könnte uns helfen ein Tee-Ritual zu entwickeln. Nur das und nicht anders. Jeder von uns ist gefangen von jeweiligen Zwänge und Denkmuster, es ist fast unmöglich, Zeit zu nehmen, den gewöhnten Ablauf abzubrechen. Das liegt in der Entscheidung des einzelnen. Ist es tatsächlich besser im Hamsterrad zu rennen oder eine „Aus-Zeit“ für sich zu nehmen? Ich könnte es nur für mich selbst beantworten, nicht für andere. Die Antwort liegt jenseits der Moral. Jeder könnte für sich selbst beantworten. Das Wesentliche ist nicht mit Augen zu sehen, somit ist es nicht mit dem gewöhnlichen Denkmuster zu verstehen.

Menschen haben immer Verlustangst. Aus Verlustangst bleibt man lieber bei alter Struktur und bei gewöhnlichem Verhaltensmuster. Meine Teesüchtige Klienten jammern oft in ausverkauften Momenten. 2008 kaufte ich 120 Kgs Bi Luochun ein – von zwei hervorragenden Teebauern aus Sanxia. Heute sind nur noch knapp zwei Kilos verfügbar. Es war eigentlich ausreichend, dachte ich. Vor zwei Wochen rief mich Andy an und wollte zwei Kilos bei sich lagern. Seine Frau möchte ihren Tag nicht ohne den Bi Luochun aufwachen. Bis zur nächsten Ernte sind noch mindestens 7 Monaten. Wie gehen wir mit dem Verlustsgefühl nach dem Sich-Vertaut-Machen?

fuchs

„Ach! Ich werde weinen.“ Sagte der Fuchs im Moment des Abschieds. „Das ist deine Schuld…“ meinte der kleine Prinz. „So hast Du also nichts gewonnen!“

 „Ich habe die Farbe des Weizens gewonnen.“ Der Fuchs schickte ihn noch einmal zu Rosengarten, wo er so traurig war, weil er dachte, seine Rose nichts anders sei als alle anderen. Der Fuchs hatte ein Geheimnis für den kleinen Prinz, wenn er zuerst die Rosen anschauen ging.

Der Prinz ging Rosen anschauen und bemerkte: „Ihr seid schön, aber ihr seid leer. Man kann für euch nicht sterben.“

Man kann ein Verlustgefühl erleben, vielleicht begleitet mit Trauer und Schmerzen, wenn man sich tatsächlich auf etwas einlässt. Um sich vor dem Verlust zu schützen, schreit man oft von der Unabhängigkeit, die zwangsläufig zum Verlust führt. Die Farbe, die Liebe und die schönen Momenten werden oft im Verlustgefühl vergessen. Nicht jeder Schmerz ist entstanden durch eine  Verletzung. Es ist einfach ein Verlust, ein Nicht-erfüllen. Man kann sich entscheiden, es nicht so sein zu lassen, oder sich damit abzufinden, so wie es ist. Für mich ist das Wichtigste, zu wissen, was ich will. Was andere wollen, ist ihre eigene Entscheidung. Das Problem löst von sich dann allein. Entweder muss man den Wünsch aufgeben oder es klappt. Zu mindest habe ich es versucht. Das schafft Klarheit anstatt spätere Reue. Zumindest gehört mir die Erinnerung an den Rausch des Windes…

Vor paar Stunden rief mich jemand am Hauptbahnhof. Es war Claudia, die eine kurze Auszeit für sich und für ihre Beziehung nahm. Auf einer einsamen irischen Insel verbrachte sie ihre Ferien, die frische irische Meeresluft erfrischte sie. Auch der Just-Do-It-Wind weht bis zu Zürich. Sie erzählte mir von dem Oolong, den sie als Halt aus ihrem Leben in Zürich nach Irland mitnahm und dachte, wenn es ihr tatsächlich schlecht gegangen wäre, hätte sie noch meinen Oolong Schneeflocken gehabt. Mit diesem Oolong verführte sie die Iren von dem Whisky und Bier weg. Sie waren so begeistert von dem Oolong. Sie ist so dankbar. Wir umarmten uns.

Eigentlich war es die Claudia, die den Schneeflocken zähmt, eigentlich war es die Claudia, die anderen Menschen mit ihrer Begeisterung ansteckte. Eigentlich war es die Claudia, die den Schneeflocken einzigartig macht. Schneeflocken tat nichts.

„Die Zeit, die Du für Deine Rosen verloren hast, sie macht die Rosen so wichtig. (…) Die Menschen haben die Wahrheit vergessen. Aber Du darf sie nicht vergessen. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast. Du bist für Deine Rose verantwortlich…“ sagte Fuchs zu dem kleinen Prinz.

Alle Menschen sind interessant, aber wir machen manche für uns einzig (nicht umgekehrt) und dann unentbehrbar. Alle gut gemachten Tees sind gut, aber wir verwandeln manchen mit Liebe und Aufwand zu unserem Tee.

Lieber Tom, entschuldige für viele unwesentliche Sätze, die eigentlich nicht direkt mit Deiner Frage zu tun hat. Eigentlich hätte ich Dir paar Sätze schreiben können, was Du kaufen und trinken sollst. Wenn ich tatsächlich eine Ahnung vom Tee hätte, würde ich immer weniger wagen, einfach so zu beantworten. Deine Zeit, die Du für Deine Auswahl verlierst, macht Deinen ausgewählten Tee so wichtig und einzigartig. Im Pinrzip könnten alle gute Oolongs intensiven Aromen und mehrere Aufgüsse anbieten. Und wenn Du keine Zeit hast, wäre Darjeeling, oder Formosa Oolong Dong Ding (oder Tung Ti) oder Tie Guanyin, den man überall in Deutschland problemlos kaufen kann, auch nicht schlecht.

„Adieu“, sagte der Fuchs. „Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach. Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Drei Fragen…

Ni hao,

da Sie offensichtlich wirklich Ahnung von Tee haben, drei Fragen:

1. Welchen Ihrer Oolongs würden Sie empfehlen, wenn man einen intensiven Tee, der viele Aufgüsse erlaubt, möchte? Ich war mal kurz auf Taiwan und habe dort einige tolle Tees probiert, kann aber in Deutschland fast nur Oolongs finden, die eher zart und blumig sind.

2. Können Sie einen Konacha in guter Qualität anbieten? Ich liebe den grünen Tee, den die besseren Sushi-Restaurants in Japan servieren, und finde bisher in Deutschland nichts adäquates.

3. Mein kurzer Taiwanaufenthalt hat mich gelehrt, dass man dort ohne Chinesischkenntnisse nicht sehr weit kommt. Kennen Sie einen Veranstalter, der Taiwanreisen organisiert, bei denen Tee und gute Restaurants im Mittelpunkt stehen (ein paar Museen dürfen auch dabei sein)?

Vielen Dank im voraus,
Tom

 

Nur die 1. Frage könnte ich vielleicht antworten, ansonsten habe eigentlich keine Ahnung davon haben, um den Teefreund T. weiter zu helfen. Ich würde morgen eine ausfürhliche Antwort schreiben.