Der Tee und das Kino

Auf der Reise, das was wir häufig bei Teebauer hörten, war „Den Tee, den Du willst (Hier ist Atong gemeint), will niemand!“
Wir waren in Long Yan Lin, dort haben wir wunderschönen Tee gemacht. Teebauer hat uns selbstverständlich zum Tee eingeladen.
Fabio und Chris haben unauffällig den Tee weggekippt.
Ich fragte dem Herrn, ob er etwas anders hat – zum Beispiel wie bei Atong.
Er sagte in einer Freundlichkeit, „Fräulein, niemand würde so einen Tee kaufen!“
Niemand.
Wir waren in Yi-Land bei dem Teebauer, der seit 5 Jahren ununterbrochen den Grandprix von Jury erhalten hat. Er sagte noch direkte zu Atong: „Nur Du suchst so einen Tee. Niemand würde so etwas kaufen! Ich habe immer immer Erfolg bei meinem Tee, verstehst?“
Mein Lehrer blieb ruhig und liess sich nicht bemerken, was er dachte.
Mein Herz tat weh.
Ja, es tut weh. Für wen? Für Menschen, die diesen Tee immer kaufen mit einem hoch Preis? Für meinen Lehrer, der immer wieder solche Kommentare anhören muss? Für die Welt, die nach Jury, nach Trend und nach Massengeschmack rennt?
Gestern wurde in Cannes Preise für beste Filme verliehen. Mein Herz schlug schon seit einer Woche, denn Hou Xiaoxian ist im Spiel.
Ich liebe seine Filmsprache, seine Klarheit im Bild und seine Position im Leben.
Dieser Nie Yin Niang ist ein Kongfu Film, der stark von Kurosawa und Samurai beeinflusst ist, erzählt eine Frau, die täten muss. Sie tat es ohne Wimpel zu zücken, bis sie ihre Gefühle merkte.
Hou sagte, Nie Yin Niang sei einzigartig. Sie ist nichts zugehörig und hat kein ihresgleichen.
Er ebenfalls. Er sagte im Interview, dass die Zuschauer bei dem Prozess der Kreation nicht existiert. Jeder Autor macht sich kein Gedanke in Publikum, verschwendet keine Zeit im Preisgewinne, sondern nur aufrichtig zu sich selbst. Man muss insistieren in das, was man sieht.
Er kann die Bilder entstehen lassen, aber er kann es nicht erklären. Es ist wie etwas in Lauf nehmen lassen und dann packt er das Wesentliche. In solchen Moment existieren kein Publikum, sondern das, was er glaubt.
Hou gilt in Taiwan as ein Filmmacher, der nur für bestimmtes Publikum arbeitet. Für die breiten Massen ist er jemand, der nur Geld verschwendet. Die grösste Schwierigkeit, die er hat, ist Geldgeber zu finden.

Ich verfolgte es mit grossem Interesse. Es war wie eine Prüfung.
Hou fragte in Cannes die Journalisten: “ Hollywood ist überall. Alle Filmmacher wollen Hollywood gerecht werden. Aber was sagen wir zu nächsten Generation? Wollen wir nur das?“
Findet so eine Haltung in dieser Welt noch Zuhörer?
Der Teebauer in Long Yan Lin sagte zu mir, er habe noch nie in seinem Leben so jemanden gesehen, wie Atong Tee macht! Er sah es zu ersten Mal!
So viel Zeit, so viele Mühe, so viel Mut! Ohne Konzept, ohne Gedanke für den Markt, ohne Angst vor scheitern.
Atong steht zu seinen Werte und hat die Fähigkeit sie zu verteidigen. Dank diesem Mut können wir wunderbaren Tee geniessen.
Dank Hous Aufrichtigkeit kann ich wieder träumen auf dem Leinwand.
Jemand fragt mich, „was für Tee kaufen die meisten Taiwanese?“
„Den Tee, der ersten Preis gewinnt.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/cannes/hou-hsiao-hsien-zeigt-the-assassin-in-cannes-13605459.html

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