Freude?

Hast Du Freude nach Hause zu gehen?
Mit dieser Frage bin ich zur Zeit wieder konfrontiert.
Freude?
Nach Hause?
Als ich zum ersten Mal Oblivion von Piazzolla hörte, war ich zutiefst berührt von seiner Sprache. Ich dachte ein bisschen von Mysterium verstanden zu haben. Wie kann man Glück benennen? Wie kann man das Zuhause wirklich sehen…
Das Glück oder Freude werden überhaupt in unserer Gesellschaft hoch stilisiert als das höchste Ziel des Lebens. In Oblivion bekam ich eine Antwort. Das Leben ist nie Dauer vom Glück und Freude ist eine Vorstellung.
Es gibt etwas, was darüber hinaus geht.
Mein Weg nach Hause, zu dem Haus meiner Eltern geht diesmal über Umwege via Frankfurt.
Mein Weg nach Hause, zu mir selbst, geht über den Weg des Tees.
Die Schritte nach Hause sind für uns gewöhnlichen Menschen oft unbewusst schwer genug, dass wir kaum daheim sind und schon wieder die Schuhe anziehen. Warum denn?
Das Zuhause verlangt ein Bild von uns, was wir sein sollen. Und wir wollen das Bild aufrechterhalten. Weil wir gerne den widerstandlosen Weg gehen.
Meine Beziehung zur chinesischen Kultur ist in ähnlicher Art und Weise geprägt. Dort wurde mir vermittelt, was ich sein sollte und nicht wie ich selbst werden kann…
Werde Dir selbst… das habe ich auf dem Teeweg gelernt. Werde mir selbst und niemand anders. Aber diesen Raum zu nehmen, selbst zu werden und es zu leben erfordern Mut und Ausdauer.
Auf diesen Teeweg fand ich einen neuen Weg nach Hause zu gehen. Das kulturelle China, wo ich einst davor floh, erscheint nun mit einer Modernität – nachdem ich das Ich nun als eine Frau anfangs 21 Jh. unter den Fremden gefunden habe. Auf diesen Teeweg treffe ich viele Menschen, die noch nach dem Weg nach Hause zu gehen erkunden.
Freude?
Ich empfinde immer wieder Freude in mir und es muss nicht in dem Moment in dem heissen Sommer nach Hause zu gehen geschehen.
Es gibt etwas, was darüber hinausgeht. Einfach es tun, um auf dem Weg zu bleiben.
Freude oder nicht? Ich kümmere mich nicht mehr darum.
Ich glaube an Mysterium. Zumindest an das, was Musik mir offenbart.

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