Alte Teeschalen, alte Meister

Alte Teeschalen, alte Meister

In einem Landgasthof haben wir gut gegessen. Dann im Schrank dieses Hotels sah ich etwas, was mich anzieht. Bei Ulrich erzählte ich von dieser schönen Schale. Er sagte mir, dass wir doch einmal gemeinsam zu der Töpferin im Markgräflerland hinfahren können. Er sagte, er kannte Herrn Kerstan sehr gut, eine unglaublich spannende und speziele Persönlichkeit, die er nach seinem plötzlichen Tod sehr vermisst.
Wir fuhren heute gemeinsam zu ihr. Als ich die schönen Seladon in verschiedenen Farbtöne sah, wusste ich, dass diese Schalen sehr vielen Teemenschen in Shui Tang ermöglichen an Schönheit des Lebens teilzunehmen! Anmutige und zugleich elegante Form beflügelt mit lebendigem Glasur schmeichelt an meinen Finger! Es ist wie Regenbögen, der uns zu einem anderen Ufer führen kann!
Eigentlich sehen meine Finger viel zu versnobt aus, zu fein und weiss. Diese Finger könnte nie eine Kyoto-Schale (gold bemalt und aus Porzellan) gut halten – viel zu fragil. Diese Schale von Beatrix Kerstan-Sturm gibt meinen Hände einen Boden und neben der Eleganz gleichzeitig eine Ausstrahlung von Aufrichtigkeit. Für manche starken Finger verleihen solche Schalen eine weiche friedliche Linie.
Eine Teeschale sollte Hände unterstützen, die Persönlichkeit zur Sparche zu bringen oder einen Ausgleich zu vermitteln. Teeschale lebt nicht von der Schönheit des Scheins, sondern von der Beziehung zwischen den Händen und ihr. „Was macht eine Teeschale mit mir?“
Dann wurden wir zu der alten Teeschalen-Sammlung von alten Herrn Kerstan geführt. In jenen Momente dachte ich viele alte Meister zu begegnen! Ulrich erzählte von einem Misusashi (Wassergefäss), dass er dieses Gefäss Stunden lang aus verschiedenen Perspektiven anschauen konnte. Ich nickte meinen Kopf – ich könnte hier gleich Zazen machen vor diesen Teeschalen und ihnen zuhören, was sie mir erzählen! Sie werden mich wohl fragen: „Mädchen, wie bist Du denn hier her gekommen?“ Ich werde wohl weinend antworten, „Wegen Euch. Ihr habt mich gerufen.“ Ich folge immer eine unsichtbare Faden im Leben, die mich dort hin führt, wo ich sein sollte. Diese alten Teeschalen, leicht verstaubt, an ihre Schönheit unverändert, egal wie unsere Welt dadraussend sich verändert, erzählen mir das, was bleibt!

Der Kieferbaum bleibt Tausendjahren bei derselben Farbe, 松樹千年翠
Egal ob die Zeitgenossen diese Farbe mögen! 不入時人意

Glücklich stieg ich ins Auto ein und weiss, dass ich wieder kommen werde.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s