Wie im Früchtegarten der Großmutter

In dem Garten meiner Großmutter Süden Taiwans reifen Bananas, Magos, Ananas, Guaven und Pamelos. In der schönsten Zeit unserer Kindheit – meine Schwester und ich, verbrachten wir in diesem sonnigen Land. Ich lernte Blumen zu binden und Hexentrank mit den gesammelten Kräuter herzustellen, Hüne zu ärgern und Frosch zu jaggen. Nur dort duften wir mit anderen Kinder spielen, anders als in Taipei, wo wir nur mit Büchern gestopft waren.

Meine Großmutter war Alleinerziehende. Tapfer, hart und stark blieb sie in meiner Erinnerung. Sie verteidigte das Grundstück in einer sehr hungrigen Zeit und verzeunte das Grundstück nicht, denn viele Nachbaren durch ihren Garten täglich passierten. Ich kann mich noch recht gut erinnern, als sie uns sagte, „Niemals versperren wir den Weg des anderen.“ Eine sehr einfache Weisheit, die eine einfache Frau ihr Leben lang praktzierte. Als sie starb, war ich kaum traurig. Überall im Haus und im Garten wurde mit knalligem Rot geschmückt. Es gäbe etwas zu feiern…

Mein Großonkel verspielte das ganze Grundstück und starb sehr rasch danach. Aus diesem Früchtegarten sind 20 Reihenhäuser entstanden. Zwei davon seien Geisterhäuser. Niemand schaffte dort unbeschädigt zu verweilen.

Seit mehr als 10 Jahren besuchte ich diesen Ort nicht mehr. Als ich letztes Mal da war, war ich nicht allein. Ich roch die frisch blühenden Pamelo-Blüte im Februar und fand kaum Früchte. Die Zeiten haben sich geändert. Das Land wurde zum Spekulationsmittel und die Gesichter der Menschen wechselten. Eine traurige Ahnung überwältigte mich und ich beschloss all diese Bilder für immer auf das Speicher zu legen.

Sehr viele Menschen fragten mich nach dem Qimen Hongcha. Ein berühmter Schwarztee, der einst von Twinning mit Ceylon zusmman mischte und als Englisch Breakfast vermarktet wird. Ein einfacher Tee, der selten auffällt und nie abstossend wirkt. Ich fand diesen Tee charakterlos und viel zu einfach. Als er in letzten zehn Jahren auf dem Teemakrt Chinas zum Spekulationsmittel wurde, fand er bei mir noch weniger Gefallen.

Ich liebe Dianhong. Am liebsten Hongyu. Ach, ein Qimen, wie langweilig? Langweilig war auch der gefällige Duft und einfallsarme Aroma…

Dieses Jahr, in dem die meisten Tees problematisch wurden, bekam ich einen Qimen von Luo zu degustieren. Er sagte, er sei vernüpftig und einfach. Das arrogante Ich erwiderte ihn, „Weiß Du, Vernüpftig ist nicht genug.“ Mit einer gepflegten Distanz und dem gewollten Abstand goss ich nicht besonders erfreut diesen Tee auf. Es war sonnig warm. Die Zürcher waren meistens am See. Zuerst wärmte ich die Gaiwan auf. Dann paar Blätter hinein, Deckel zu. Nach paar Sekunde entdeckte ich die reifen Früchtegarten in der Tasse, als der warme süsse Duft in meine Nase aufstieg. Was roch ich? Bananas, Mango, Guaven, Pflaumen… Ich sah meine Großmutter, die ihre Füchte sortierte. Mein Onkel, der nur einen Arm hatte, lächelte mir mit einem reifen roten Mango. Meine Schwester fing an zu weinen, weil sie an dem Tag des Rückkehr nach Taipei dachte. Und ich – versteckte mich hinter dem großen Pamelo-Baum und träumte.

Ein Gedanke zu „Wie im Früchtegarten der Großmutter

  1. CT Yang

    Hey sister,
    This is CT, your cousin; how are you!
    Found your blog while doing tea research. You have ran a very nice tea house as well as the blog. There is a lot of tea info. that I cold learn from!! Great site!!!
    CT

    Gefällt mir

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s