Rückkehr

Ich bin immer mehr überzeugt, dass es ein dunkles Wolken über meinen Kopf fließt. Wo ich war und bin, gibt es Regen, den grauen Himmel und kühle Tagen. Als ich im April in Taipei war, war es regnerisch, kühl und grau. Alle wunderten sich, ob das April Wetter in Taipei sich inzwischen an das mitteleuropäische nähert. Als ich in Japan ankam, sank die Temperatur bis 5 Grad in Sagano. In der morgen Meditation fluchte, friert und schimpfte ich in der inneren Ruhe über die gnadenlose Kälte, den offenen Raum und das Sich-Nicht-Bewegen… Als ich nun vor drei Tagen wieder in die seit Wochen regenlose Schweiz eintraf, regnet es, weht der Wind und der graue Himmel heißt mich willkommen!

Ja, der graue Himmel begleitete uns auf der ganzen Reise. In den ersten zehn Tagen lag ich mehr oder weniger flach im Bett. Es sind zu viele Einladungen, die meine Verdauung durcheinander brachten. Mit dem Teefreund Florian und seine taiwanesische Frau habe ich gemeinsam den Teebauer in Shiding besucht. Dort haben wir drei Köstlichkeiten „erlebt“! 1. ein alter über 30 Jahren aufbewahrter Paochung, der nach Xiancao 仙草 – ein spezielles Dessert, das jedes Kind in Taiwan kennt und liebt. Dies könnte man inzwischen auf dem asiatischen Supermarkt in ganzer Welt kaufen. Leider ist dieser alte Tee nicht ganz gut aufbewahrt. Auf dem Blatt findet man Schimmel-Spuren. Als ich diesen Tee zu meinem Lehrer brachte, habe ich nur Anschiss bekommen. Was für einen Reinfall? Um meine Augen klarer zu wischen, zeigte er mir dagegen eine himmlische Köstlichkeit! Darüber möchte ich mit einem Beitrag widmen! Ein alter Tee ist nicht nur ein alter Tee! 2. Ein unglaublich interessanter Pu Er. Herr Gao hat immer eine Überraschung beiseite, wenn ich ihn besuche. Er zeigte mir eine Rarität aus Yunnan. Ein Tee, der nur aus wilder Pflückung besteht und auf Steinplatte erhitzt und verarbeitet wird. Der Tee ist wirklich frisch, gerade nur 2 Jahre alt, schmeckt sanft und zugleich charaktervoll, rein und zugleich aromatisch, anstatt wild und reizend. Diese Köstlichkeit wollte ich unbedingt haben! Herr Gao grinste. Nun kommt dieser Pu Er Tee auf dem Weg zu mir. Ich kann es kaum warten, einen Bericht zu schreiben, um Freude mit Euch alle zu teilen! 3. Daye Oolong 大葉烏龍 – Oolong aus einer uralten Teebaumsorte, die bekannt für das große Blatt. Spezielle Duftnote, unverwechselbar und traditionsreich. Ich habe nur 3 Kilos erhalten, weil es im Jahr nur 10 Kilos erhältlich ist…

Letzte Zeit machte ich Pause mit dem Blog. Nicht nur wegen der Reise, die mich stresste. Nicht nur wegen dem taiwanesischen Computer bei der Schwester, der mich inzwischen nicht kennt und mich immer wieder rausschmeißte. Nicht nur wegen zu vielen Erlebnissen, zu vielen Erkenntnissen und zu vielen Eindrücken, sondern auch wegen einer Art wie Depression, wie Pubertät oder wie Distanz zu dem, all was ich gerne machte. Eine Art wie Reflexion, wie Selbst-Beobachtung oder Befreiung.

Ps. Hallo! Florian, ich warte noch auf Deine Fotos!

Huang Jin Gui 黃金桂oder Tie Guanyin 鐵觀音?

Zu meinem Teelehrer Chen brachte ich paar Muster von Suzanne aus Strassbourg. Wir – Suzanne, Antje, Thomas und ich hatten am 4.3. zusammenprobiert. Dieser Tie Guanyin aus Strassbourg gefiel uns als ein gruener Oolong ganz gut. Damals fand ich diesen Tee nicht ein reiner Tie Guanyin, obwohl Suzanne ihn als Tie Guanyin kaufte.

Zusammen mit einem Tie Guanyin 2005 aus Anxi von Laenggass haben wir die beiden Tee aufgegossen. Der duft des Strassbourger Tie Guanjin stieg sofort in die Nase. Meiste fand trotzdem den von Laenggass besser, obwohl er aelter und bereits Fremdgeruch hat. “ Du hast diesen Tee neben dem Adlerholz gelagert, oder?” Mein Gesicht wurde rasch rot. Tee luegt nie…was soll ich ueberhaupt noch sagen? “Wenn dieser Tee weiter verarbeitet werden koennte, waere er stabiler und solide. Sein Aufguss ist trotzdem zu duenn. Ein guter Tee als ein Rohmaterial muss einen intentiven Aroma aufweisen, ansonst waere er nicht fuer die weitere Verabeitung gebrauchen.” Wie schmeckt ein intensiver Aufguss? Das kann ich nicht wirklich mit Woerter ausdrucken, man kann es nur erleben. Einfach gesagt, nicht ganz waesserlich, leicht pickelnd auf Zunge und aromatisch ohne “Zusammenziehen”. “Ein gutter Tee kommt in englischen Degustier-Set oft nicht zur Geltung. Man kann Tees nur beurteilen, wenn man ihn kalt beurteilt. Die Ausdauer eines Tees sagt uns sehr viel uebr die Qaulitaet.”

„Aber dieser Tie Guanyin aus Frankreich… Er ist gar kein Tie Guanyiin, sondern ein Huang Jin Gui!” Sein Duft schmeckte anders als Tie Guanyin; sein aufguss hat keinen speziellen Abgang eines Tie Guanyin; seine Blaetter sind anders als von Tie Guanyin. Aber er hat die Verwandlungsprozess eines Oolong bereits durchgemacht und bekam eine leichte prieckende liebliche Note. Das ist ein guter Huang Jingui, der als Tie Guanyin verkauft wurde. Ich habe das Gefuehl, wie ein Kind das Geheimnis des Kosmos erfahren zu koennen, aufgeregt, neugierig und gluecklich. Warum liess man einen guten Huang Jin Gui als ein Tie Guanyin verkaufen? “ Ein Huang Jin Gui, auch wenn er gut ist, kann nur die Haelfte eines Tie Guanyin kosten. Warum sollte man ihn nicht teuer verkaufen?” erklaerte Meister mir. Ich fragte ihn, dass viele Leute glauben, direkt in China besser einkaufen zu koennen. “Nur wenn Du die Kompetenz besitzt, die Sprache des Tees zu verstehen und zu beurteilen, kannst Du nach Anxi gehen und einkaufen. Ansonst muss man sehr viel Lehrgeld bezahlen. Wenn man Glueck hat, einen guten Lehrer zu treffen, ihm zu folgen, koennte man seine wertvolle Erfahrungen teilen. Ansonst tappert man selbst in der Dunkelheit.”

Als Teehaendler ist man eigentlich verpflichtet, den Tee zu deklarieren, was er ist. Als Teehaendler “muss” man eigentlich wissen, wie man Tee beurteilt und verifiziert. Als Konsument koennten wir Durck auf die Haendler ausueben, dass der Jahrgang und Herkunft klar und deutlich deklariert. Wir sind ausgeliefert von der Verantwortungsbewusstsein eines Teehaendlers. Wenn die Konsumenten das Bewusstsein ueber Tee nicht besitzen, das kaufen, was Teehaendler uns futtern, entwickelt sich die Teekultur in Europa nur mit Schneckentempo und die Richtung ist bedenklich…
anxi Der Teemarkt in Anxi. Anxi, der Geburtsort von Tie Guanyin und Huang Jingui

Ong’s Tea und die Tagen in Bangkok

“Madame Liu und deine Schwester warden Dich auf dem Flughafen abholen. In diesen Tagen wird sie dich begleiten. Don’t bother her too much.” “ Hi, Papa.” Als ich in Bangkok ankam, war Madame Liu mit ihrem Limosine dort. Sie versuchte mir anzulaecheln, “ Welcome to Bangkok.” Sie liess mich wissen, dass sie von meinem Vater beauftragt ist, sich um uns in diesen Tagen zu kuemmern. Sie ist fuer unsere Sicherheit verantwortlich. Ich werde dort gebracht, wo ich es mir wuenschen.

Der Tagesablauf war nicht viel zu wuenschen. Meine Schwester betimmte, was wir wir unternehmen wollten: Shopping und Massage. Heute wurde Aromaterapie angesagt und morgen Thai Massage. Madame Liu holte uns ab und brachte uns wieder zum Hotel. Wir wurden ueberall chauffeurt, wo wir gingen. Von einem kuenstlichen Ort zu einem anderen. Ich sah Kaufhaus Siam Paragon, Kaufhaus Central. Ich sah Hermes, Gucci und Chanel. Wir assen im italiensischen Restaurant und beim Sushi-Spezialist. Ich fragte mich, weshalb bin ich ueber den halben Globus gereist? Fremdheitsgefuehl wurde in dieser Fernreise ausgelassen. Ich blieb immer in der Sicherheitszone – innen und aussen. Meine Denkweise und mein Weltbild wurden nie in Frage gestellt. Die fremde Luft des Thailand, wo ich mich so gerne aufhalte, konnte ich nur zwischen Ein – und Aussteigen des Limosine schnuppern. Der Geruch von Bus-Abgas von Ess-Staende und von Menschen-Menge in einem tropischen Land war wie eine Dissonanz dieser “angenehmen und sicheren” Reise. Vielleicht bin ich deswegen hier her kommen wollen. Die Inkohaerenz einer realen unverschoenerten Welt richtig zu erleben. Madame Liu verschmaehte diese typische Alltaeglichkeit. Sie schimpfte ueber die Thai Korruption, ueber die Politik und ueber die sozialen Unruhe in einem so genannten “das Land des Laechelns” Ja, die Thais laecheln nicht mehr so spontan und herzlich. In ihrem Gesicht wurde das Wort “Kummer” gross geschrieben. Das Benzin kostet knapp eine Franken pro Liter, das Preisniveua gleicht den taiwanesischen, obwohl die meisten Thais nur ein Fuenftel vom taiwanesischen.Lohn beziehen. In Augen von Madame Liu ist Thailand ein Land ohne Hoffnung, das weltweit einzige korrupte Land ausser Taiwan. “Ihr habt das Problem in Europa nicht. Dort ist es alles besser!” “Was haben europaeische Touristen in Thailand zu suchen, wenn Europa das irdische Paradies sei?” fragte ich sie. Madame Liu schwieg und wir stiegen in einem top trendigen verglassten neuen Kaufhaus ein.

Siam Paragon Siam Paragon

Sie wollte mir einen Top-Teashop in Bangkok zeigen, wo die Thai-Prinzesin auch besucht. Das Teehaus in einem vornehmenen Kaufhaus intergriert waren von zwei Verkauferinnen besetzt. Wir sahen nur Kung-Fu Geschirr im Schaufenster. Ein Haus, das mit Chinoiserie ausgestattet und vermarktet ist. Die Verkauferinnen sprachen spaerlich Englisch, nur Thai. Ich schaute mir genau die Sortiment an. Nur Top-Oolongs aus Fujian und Guangdong. Selbst Madame Liu war beeindruckt von dem verlangten Preis. Ich war neugierig und wollte degustiert warden. Madame Liu war nicht begeistert, weil sie sich zum Kaufen verpflichtet fuehlte. Wir wurden degustiert. Die Thai-Verkaeuferin bereitete den Tee in Zhuni-Yixing-Kanne zu. Zuerst wurden wir Rougui serviert. Der Rougui duftete beim trockenen Blatt leicht lieblich und karamelisiert. Die Blaetter waren jedoch gruen und zerbroeselt. Der Tee dufte bitter und zusammenziehend schmecken, weil das Welken fehlerhaft war – dachte ich. Gleich sah ich die zusammengezogenen Gesichter meiner zwei Begleiterinen. Dann kam Da Hongpao. Er schmeckte nicht aussergewoehnlich, obwohl der Preis uns ein anderes Geschmack versprach. Der 10 Jahre alte Shuixian schmeckte nur nach Karamel – wegen der Roestung. Der Geschmackswandel eines gelagerten Oolongs fehlte im Aufguss komplett. Was sagte dieser Tee mir? Was erzaehlte er mir von der Realitaet hinter diesem noblen Fassade? Mein Gesicht zeigte meine Reserviertheit. Zum Schluss wurde mir eine gruene Tasse serviert. Ich bewunderte die schoenen vollstaendigen Blatt. Die Verkaeuferin erwiderte mir ein katzhaftes Laecheln: “ This is Yun Wu!” “Yun Wu?” Ich trank langsam, der bittere Geschmack kann von ihrer Aussage nicht getaeuscht warden:”No! This is Kuding CHA!” Ihr Gesicht wurde rasch rot. Wir standen auf und verliessen den Laden. “Dieser Laden ist ein Betrug.” “ Das kann doch nicht sein. Das ist ein sehr bekannter Laden in einem sehr bekannten Kaufhaus wie Siam Paragon…”

Ong’s Tea

Ground Fl., Siam Paragon Rama I Rd.,

Bangkok 10330

Tel: +66-2610-7516

„Neues“ über Japan

Japan EssenWie Japan tauglich bist DU?

Teemeister Ulrich Haas verschickte in seinem neuen Newsletter viele interessante Links rund ums Japan:

Für Menschen, die wissen wollen, warum die japanische Küche als gesund angesehen wird:

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,5249136,00.html

 

Für Menschen, die zum ersten Mal mit Japaner begegnen „müssen“ und sein Wissen Japan tauglich testen wollen:

http://www.handelsblatt.com/news/default.aspx?_p=302706&_t=mct&mct_xmlfile=japan-knigge.xml

 

Und welchen Fisch darf man noch essen, um unser Meer nicht leer zu fischen?

http://www.stern.de/wissenschaft/ernaehrung/585099.html

Ist Oolong ein Tie Guanyin 鐵觀音?

Teefreund Jürg fragte mich, was Tie Guanyin ist. Ist Oolong ein Tie Guanyin oder ist Tie Guanyin die bekannteste Sorte des Oolongs?

Tie Guanyin 鐵觀音hat zwei Bedeutungen:
Name von einem Teebaum
Name einer bestimmten Machart von Oolong
Wenn die beiden Bedeutungen vereint werden können, ist dieser Tee ein originaler Tie Guanyin 正欉鐵觀音.
Die meisten Tie Guanyin sind nicht von originalen Tie Guanyin-Baum. Der Duft und Geschmack  – der typische Abgang – des Tees verraten uns, ob es stimmt. Auch das Teeblatt verrät vieles – das Blatt vom originalen Baum hat leicht nach oben rollende Ende, das spürt man, wenn man das Blatt berührt.
Tie Guanyin ist nur eine Sorte – Machart von Oolong. Seit 90er Jahren wird Tie Guanyin verwandelt – zu einem sehr grünen Oolong, so dass der typische Guanyin Abgang 觀音韻nicht mehr präsent schmeckt und die Schwierigkeit, die Originalität immer schwieriger festzustellen ist…

Heutzutage ist es schwierig, einen originalen Tie Guanyin nach der traditionellen Methode zu finden. Meiste braune Tie Guanyin, die man hier zuerhalten hat, sind billige und Massen-Produktion aus anderen Provinzen. Viele braune Tie Guanyin werden nicht mehr richtig „geröstet“ – Hongpei, die Teeblätter dieser Art schmecken wie verkohlt und sind im Aufguss hart anstatt elastisch. In Fujian werden nun viele verschiedene Oolongs produziert – anstatt den richtigen traditionreichen Tie Guanyin zu produzieren, werden viele Formosa Oolong kopiert… Diese Entwicklung tut mir richtig weh.

tie guanyin

Die Heimat des Tie Guanyin-Baums Anxi 安溪.

Erfahrungsaustausch mit Kungfu Cha

Vor zwei Wochen besuchte mich Bruno. Er wollte ein Kungfu Kanne Set erwerben für seine Reise ins Teeland. Wie viele andere Tee-Begeisterte möchte er versuchen, ob der Tee dadruch wirklich anders schmeckt. Ich plädierte zwar immer wieder, dass man Tee nicht in einer 1 Liter Kanne zubereitet, sondern in einer kleinen Teekännchen. Diese Art von Tee-Zubereitung fällt einem doch ziemlich fremd und deshalb schwer. Teeliebhaber braucht Mut und ein bisschen Abenteuer-Geist, sich auf diese „Reise“ zu starten.

Man sagte mir, dass Menschen ein Gewöhnheitstier sind. Ich erwiderte, dass Menschen Gewöhnheitstier werden, wenn sie träge sind. Wenn man einmal auf den Geschmack des Tee kommt, wie könnte man es missen wollen? Meisten edelen Teesorten brauchen Auseinandersetzungsvermögen von Teetrinker. Sie brauchen individuelle Zubereitungsweise und Zuwendungen. Manchen Teesorten möchte nur mit dem leicht abgekühltem Wasser aufgegossen werden, manchen möchte nur mit Besen aufgeschäumt werden. Mit Einheitskonzept kommen wir im Teeland nicht weiter. Das Denken mit Einheitskonzept ist genau das Problem unseres Lebens und unserer Gesellschaft. Pillen retten alle Menschen, egal wer sie sind. Alle „wollen“ Karriere, Trend und Konsum, egal wer sie sind. Warum wundern wir über die Jugendgewalt, gefragte Irrenhäuser und verwirrte Menschen auf unserer Strassen? Hat unsere Gesellschaft Menschen alternative Modele für die Seele angeboten als Wellness-Ferien, Bausparverträge und Versicherungen? Für mich war die Auseinandersetzung mit Tee eine Befreiung meines Konzepten und meiner Erziehung.

Bruno bekamen seine Teekanne und versprach mir sein Feedback zu schreiben. Nun könnten wir zusammen seine Erfahrungen teilen.

Hallo Menglin, wie geht es dir?

Das Teekannen-Set ist wirklich sehr hilfreich, insbesondere auch die „Duft-Kanne“. Die Tees gelingen mir viel besser, weil man durch das kleine Volumen mehr Kontrolle hat bei der Zubereitung. Ich möchte es nicht mehr missen!

Ausserdem habe ich inzwischen Buddha Hand getrunken. Er ist wunderbar! Den Muskat-Geschmack, welchen ich beim Oriental Beauty als „beissend“ bezeichnet habe, ist beim Buddha Hand viel angenehmer und stets begleitet von einer dezenten Süsse. Das macht ihn für meinen Geschmack sehr ausgewogen. (Aber wie du erwähnt hast, gab der Oriental Beauty damals noch nicht seine beste Seite Preis. Ich möchte ihm also nicht Unrecht tun.) Beim DongDing Oolong setzt sich nach drei Aufgüssen ein klarer „hölzerner“ Geschmack durch, welchen ich ja bekanntlich nicht so mag. Beim Buddha Hand hab ich selbst beim fünften Aufguss nur ansatzweise diesen Geschmack ausmachen können. Vier Aufgüsse sind perfekt, der fünfte immer noch gut. Nun werde ich darauf achten, wie er sich in der nächsten Zeit verhält, wenn er noch etwas „Luft schnappen“ kann.

So, das wäre mal ein Versuch eines Feedbacks meinerseits.

Ich wünsche dir alles Gute und weiterhin viel Durchsetzungsvermögen bei all den Irren im Tram… 🙂

Liebe Grüsse,
Bruno

Letze Woche kam Marco mich ebenfalls zum Besuch und erwarb ein Kungfu-Kannen-Set. Er ist selbst ein Feinschmecker und kommt ursprünglich aus diesem Branch. Ich freue mich auf sein Feedback.

Teeblog – ein Ort für Erfahrungsaustausch für Teeliebhaber.

Lebensbilder von Teemenschen

Schriftrolle

Ich lernte Bruno kenne über Miya, meine Teelehrerin in Zürich. Ein ruhiges und blasses Gesicht saß in ihrem Wohnzimmer. Ich dachte damals „Ach, ein typischer Schweizer“. Der junge Mann kam wegen Sencha – Miya führt ein hervorragendes Sencha-Sortiment von Kanbayashi, ein traditionsreiches Teefachgeschäft in Kyoto, das sogar einen eigenen Teegarten besitzt. Bruno war nicht müde von meinem Geplapper über Tee. Seine Augen wurden groß und leuchteten.

Eines Tages schrieb er mir, dass er das Thema Teeweg seiner Matura-Arbeit widmen möchte. Somit fing unser Tee-Freundschaft an. Ohne Tee wären wir aneinander vorbei gelaufen in Ozean der Menschenmenge. Er fing an Oolong zu trinken, zu mögen und zu entdecken. Wie jeder von uns, stand er vor einer neuen unentdeckten Welt. Wie ein kleines Kind fing er an, zu schmecken, zu riechen und zu verifizieren. Ehrliche Antwort zu eigenem Geschmack und klare Wörter zu eigenen Zuneigung und Abneigung zeigt er mir immer wieder, was er „erlebt“, ohne auf meine Empfindung abzuwarten und seine zu korrigieren. Ich lerne von ihm, von seiner Beigeisterung und von seiner „Ernsthaftigkeit“.

Heute freue ich mich sehr, seine Arbeit bei allen Teefreunden vorzustellen. Bruno widmet seine Abhandlung den Teemenschen, die in der Schweiz auf den japanischen Teeweg gehen. Wer sind diese Menschen, die sich auf die scheinbar kulturellen Kuriosität und Fremdheit einlassen und kontinuierlich es als einen „Weg“ praktizieren? Sind Sie Außenseiter der Gesellschaft, ein Exot oder ein gar „Versager“? Es sind bewegende Lebensbilder interessanter Menschen, die wie Du und Ich auf der Strasse unauffällig laufen aber sich die Grenze zu überschreiten wagen.

 

 

Dancong Milanxiang

In letzter Woche bekam ich einen schönen Dan Cong Milan Xiang (Dancong von Honig-Orchideen-Duft). Dieser Oolong hat einen feinen wunderschönen Duft von Honig und Blume. Ganz ähnlich wie der edle Fenghuang Dan Cong Milanxiang, nur einfacher und natürlich auch günstiger. Dieser Duft ist einfach nicht zu verwechseln und zu verkennen! Das ist fach wie ein Zauber! Dieser Tee verzauberte die Familie Rogers und mich am gestrigen Abend! Teebauer Huang sagte mir, dass dieser Tee eine Mischung ist aus Oolong Meizhan und Shuixiang.

Was ist ein Meizhan?

In Taiwan gehörte Meizhan ebenfalls zur Pioneer des Oolongs. Er wurde viel angepflanzt und zum Tie Guanyin hergestellt. Die Teebauer in Muzha beschützte ihre Geheimnis, wenn andere Teebauer nach dem originalen Tie Guanyin-Baum fragten, wurden immer Meizhan eingereicht.

 

Dieser Oolong mit ausgestreckten zackigen Blättern verschwamm immer mehr aus dem Teegarten Taiwans. Er teilte Schicksal mit vielen anderen traditionellen Teesorten! Wirtschaftlich ist er nicht mehr so interessant und wurde von Cuiyu, Jinxian ersetzt.

In seinem Heimat Anxi wird er noch angebaut, aber nicht als ein Solist, sondern eher für die Mischung. Er wird nicht als der „Meizhan“ Oolong dargestellt, sondern als Grundmaterial für andere bekannte Oolongtees – z. B. für Dan Cong. Obwohl er eine lange Tradition und bereits seit 1821 in der Teegeschichte bekannt ist, bekommt er nie die Stellung eines Oolong-Stars…

Meizhan hat eine spezielle Duftnote, wenn er zum Oolong verarbeitet wird. Er duftet fein nach Orchideen. Das ist der Grund, warum Teebauer Hunag ihn mit Shuixian zusammenmischt und zu einem Dan Cong Milan Xiang verarbeitet.

 

Diese Art von Mischung ist sicherlich nicht zu vergleichen mit dem Single Bush – eine Ernte nur aus einem einzigen Baum. Edeler Dan Cong Shuixian werden immer nur aus einem Baum separat hergestellt werden – nicht gemischt, nicht vermengt. Insofern ist dieser Dan Cong Milanxiang ein Einstiegstee, während der originale Fenghuang Dan Cong Shuixian aus Chaoan eine wirkliche Originalität von einzigartiger Teekunst! Eine Ernte aus einem Baum, sorgfältig und aufwendig verarbeitet…

Nichts über Tee, sondern über Schweigen

Sehr müde kehrte ich nach Zürich zurück. In der Abenddämmerung sahen ich viele erschöpfte Gesicher des Arbeitsvolkes. Es herrschte unruhige und angespannte Stile. Niemand konnte niemanden in die Augen sehen. Jeder versteckte sich in dem eigenen Schneckenhaus – ich einschliesslich. Dann tauchte er auf. Weit entfernt hörte man bereits diese unangenehme Geräusch. Dissonanz und Inkohärenz. Viele Blicke suchten nach der Quelle. Blicken vermieden jedoch gegenseitig zu kreuzen.

Eine unscheinbare leicht gebuckte graue Figur kamen aus dem Unterground an die Tramgleise. Er reibte eine Ballon. Die Ballon tobte. Er provozierte seine zürcher Umwelt mit dem Lärm und schimpfte zugleich über sie. „Ihr Schweine Hund, die Schweiz!“ Die Schweizer nebenan schauten weg, so weit sie konnten. Sie verstanden ihr Verhalten als Toleranz.

Der Tram kam, ich sprang ein, viele andere auch – er ebenfalls. Er sass hinter einer gut gekleidetetn Blondine. Er schimpfte so nah an ihrem Ohr über die Schweiz weiter. Sie bewegte sich nicht, ihr Nachbar auch nicht. Alle andere Schweizer auch nicht. Alle andere Mitinsassen auch nicht. Er wurde immer lauter und schrie, dass er provozieren wollte. Ballon machte laute Dissonanz in der schweigenden Stile. Eine unausgesprochene Spannung in der Stile. Ich schaute meine Uhr und wollte zählen, wie lang die mitfahrenden Schweizer in dieser Situation noch schweigen können und zusehen können, wie das blonde Mädchen von diesem Mann beslästigt wurde.

Natürlich hielt eine Taiwanesin mit ihrem Temperament nicht lang aus. Ein älterer Herr versuchte ihn zu stoppen und scheiterte, weil er zu leise und höflich war. Ich konnte nicht mehr zuschauen und schrie ihm an „Hör ENDLICH auf, Du VERRükter! Merkst Du nicht, dass wir alle Dich ERTRAGEN müssen?“ Es wurde plötzlich stil. Alle schauten mich an anstatt ihn. Eine seltene Situation. Bin ich der Verrückte? Er fing an über die ilegale Einwanderer zu schimpfen und lachte selbst dabei vor dem Bruch des Schweigens. Er lachte und ich ebenfalls. Nur die Zuschauenden nicht.

Bei der nächsten Tramstation stieg er aus. Es war Asylstrasse.

Die Fahrgäste fingen an zu diskutieren. Die Schule sei schlimm, die Gewalt sei nicht zu bremsen und die Jugendlichen seien schlecht erzogen. Ach, unsere Gesellschft voller Probleme…

Warum merkten die Menschen nicht, dass Ihr Schweigen das Problem ist? Mit Schweigen kann man Kinder keine Grenze setzen. Mit Schweigen kann man die Gesellschaft nicht verändern. Durch das gemeinsame Schweigen waren viele Katastrophe der Menschheit entstanden!

Schwarztee gegen Stress!?

Betty Bossi schrieb in der neuste Ausgabe über die Wirkung des Schwarztees! Schon wieder eine neue Entdeckung, um Wellness-Bauchladen zu füllen: Schwarztee wirkt bei der Ausschüttung der Stressharmone hemmend. Schwarztee-Trinker erholt sich viel besser nach dem Stress – laut einer unbenannte Untersuchung.

Bin ich auch eine von tausenden schweizer Hausfrauen geworden, die Betty Bossi abonniert? Einmal war ich neugierig über die Welt der „Schweizerinnen“ in ihrem Machtbereich. Als eine teilnehmende Beobachterin bestellte ich die Zeitung und war fasziniert über die ideereiche Küche und immer aktuelle Tipps, die eine Frau in ihrem häuslichen Leben angeblich erleichtert. Hinter dieser sauberen professionellen Haushaltsratgeber ist das Geschäft mit der Frauen wie Kosmetik und Mode verborgen. Frauen werden belehrt, was sie essen, wie sie kochen und welche Image sie nach Außen präsentieren sollten. Die Weiblichkeit ist konzentriert bzw. kastriert in einer von Geschäftsmänner dominierten angenehmen „idealen“ Welt. Keine Weltveränderung, keine Hinterfrage des Systems und keine Nachdenken über die Realität des Lebens. Was ist eine Frau? Zwischen Küche und Wellness gibt es wirklich keinen Platz mehr für eine „Frau“?

Zu faul, um diese Zeitung rechtzeitig zu kündigen ermöglicht mich, diese Weltneuheit zu erfahren! Gott sei Dank!