Reise Impression von Carola und Jürg

Reise Impression von Carola und Jürg

Vielen Dank für Jürg und Carola, dass sie mir heute das Stick voller Fotos gebracht haben. Da ich selten dazu kam zu fotographieren, kann ich hier kaum Fotos zeigen. In nächten Tagen werde ich paar Beiträge posten und lassen die Bilder für sich sprechen!

Wir sehen hier, wie die Gruppe von langen Nase auf dem Markt im Südtaiwan sassen – es war eine Sensation!

Wilde Formosa Lilie

Als wir gemeinsam auf der Teereise waren, sahen wir oft in den Bergen die wilde Formosa Lilien. Die wilde Lilien wachsen am Berghang, auf dem nährstoffarmen Boden und fielen uns überhaupt nicht auf, wenn ich nicht ein Wild-Formosa-Lilien-Komplex hätten, hätte ich den mitreisenden Teefreunde gar nichts davon erwähnt!

Es war einmal eine Studentenbewegung auf Insel Formosa und diese Bewegung setzte die Insel in die Bewegung. Die erwünschte und schwer ersehnte Demokratie wurde durch die Proteste und Schreien langsam sichtbarer. Damals auf dem großen Platz in Taipei wurde eine wilde Lilie aufgestellt. Die kleine unauffällige Lilie, blüht ohne Bewunderung und Pflege, am Berghang, im Schatten und im Schweigen. Wild, hartnäckig und zäh. Der Geist des Formosas wurde mit dem Wesen des wilden Lilie gleichgesetzt. Diese Studentenbewegung hiess, „Wilde Lilie“.

„Wilde Lilie erlebt auch seinen Frühling“, es war ein beliebtes Lied von dem Rock-Musiker Luo Dayou in Taiwan. 

„Alles war wie ein Traum. Unsere kurze Begegnung war wie der Frühlingsbrise… Auch wenn Du die prächtige verführerische Narzissen im Wasser liebst, vergesse nicht, dass auch die einsame unauffällige wilde Lilie auch seinen Frühling erleben wird…“

In Blankenberge kamen viele Taiwanese zusammen, aus Taiwan, aus Deutschland, aus Italien und aus ganzen Europa. Sie bezahlen ihre Reise selbst, nur um ein zweitägiges Event in dieser kleinen Küstestadt am Nordsee teilzunehmen, nur damit der so genannte Taiwan-Tag unternehmenslustig, bunt und fröhlich werden konnten.

Die kleine einsame Stadt, wenn die Touristen die Küsten vergessen würden, würde diese Stadt farblos und grau. Das Tanz und Gesang von dem „Eingeborenen“ aus tiefen Bergen Taiwans war fast wie der erste Sonnenstrahl in diesen grauen Tagen, bevor der Frühling länger verweilt und wechselhaft bleibt. Diese fremde Truppe belebte die Stadt, heiterte die Menschen auf und war das Publikumsmagnet. Bunt, powerful und fröhlich!

Nur waren die Tänzer nicht wirklich die Eingeborenen. Die wirklichen Eingeborenen hätten die Chance nie, diese Reise zu unternehmen. Sie leben im tifen der Bergen, was nicht Unglück verspricht. Glück hat nicht zwangsläufig mit dem Wohlstand und Erfolge zu tun. Sie sind vernachlässig, vernachlässig von der Mehrheit der Insel. Sie werden plakativ demonstriert und gezeigt, wenn „Taiwan!“ hervorzuheben ist- sie sind die Vorzeiger-Objekte des Taiwans. Was ist denn eigentlich Taiwan?

Mein Landesleute sind sehr freundlich, sehr gastfreundlich und flexibel. Dies erlebten alle Mitreisend. Sie sind neugierig und freundlich gegenüber Fremde, vor allem den Weissen. Sie haben das Gefühl, dass sie sich Mühe geben müssen, denn die politische Lage ihres Landes so prikär aussieht. Der Nachbar China sieht bedrohlich aus. Die Frage ist, erzeugen die Freundlichkeit und Großzügigkeit die politische Sympathie beim „Fremden“, vor allem den weissen „Fremden“?

Es gab Haufen Geschenke in unserem Stand in Blankenberge, um zu verschenken oder für ein kleines Erlös zu verkaufen. Maler Peng, Mingtong zahlte seine Reise, brachte seine Materialien mit und spendierte das Erlös für die Organisation in Blankenberge. Was macht einen Maler aus Taiwan an, so eine Reise selbst zu finanzieren, um zu arbeiten? Er erfuhr, dass ich in der Schweiz lebe. Er schenkte mir ein Fächer, was er malte. „Weiss Du, was das bedeutet?“ Er deutete auf das Muster. Ich schüttelte meinen Kopf. Es sind chinesische Worte. „Der Heimweg.“ „Heimweg?“ ich spürte eine leichte pflaumige Geschmack, säurig und salzig in meinem Mund. „Der Heimweg, der sich kreisen, zu einem Kreis. Alles kehrt sich zum Urpsrung und alles geht weiter. Endlos. Dein Heimweg ist der Weg in die Ewigkeit.“ Wenn ich den Heimweg finde, finde ich auch den Schlüssel zur Ewigkeit, zur Quelle des Lebens? Mein Heimweg.

Ich hütete vorsichtige das Fächer. So frech wie ich bin, verlangte nach einem anderen Fächer mit Muster von Lotus (Foto siehe die letzte Post). Er verstand nicht, wozu Lotus, Es sind bloss kischiges Muster, nicht wahr? Ich gab ihm eine Tasse QIlan Mingjian. Er seufzte, „Ach, das Gefühl wie daheim zu sein…“ Er wiederholte es und ich wußte nicht, etwas zu sagen. Der Heimweg beginnt im Tee?

Gegen 12 Uhr kamen immer mehr Leute zurück zum Stand. Meine Arbeit wurde langsam zu Ende und ich packte meine Sache. Alle packten die Sache. Es gab noch sehr viele wilde Lilie, bunt, fröhlich und zwart gefaltet. Mir wurden ein buntes Strauss der Lilie geschenkt, als sie erfuhren, dass es ein Teehaus in Zürich eröffnet wird. Ich beschenkte keine besondere Aufmerksamkeit auf die zarten bunten Lilie… Ich war fixiert auf andere Dinge, z.B. das getrockenete aromatische Scheinefleisch aus Keelung…

Ein freundliches altes Gesicht lächelte mir an und ich gab ihm ebenfalls eine Tasse Tee. Diesmal Alishan Jinxuan. Man sagte mir, dass er der Star im Stand von Gestern war. Er ist der Origami-Meister, Tänzer und Bergsteiger. Die zwarten bunten Lilien waren von diesem Mann mit rauhen Gesicht und großen Händen!? Sprachlos starrte ich ihn an! Meine Welt brach einwenig zusammen. Ich habe relative kleine Hände mit schmalen Finger, leider sehr linkisch und ungeschickt. Aber wie kann die zarten Lilien aus diesen Händen stammen?

Er lächelte. Als ob er mein Schweigen gelesen hätte, fing er an, kleines Papier zu falten. Er hing leicht seinen Kopf, konzentrierte auf seine große Finger. Seine Atmung war ruhig und tief. Entspannt, schnell und kontinuiertlich faltete er viele kleine Papier zu einem Dreieck. Aus vielen vielen kleinen Dreieck entstand ein Schwann. Ein wunderschöner eleganter Vögel aus vielen vielen Dreieck. Seine unauffällige konzentrierte Bewegung des Faltens, sein Schweigen und seine Sorgfalt bewegte mich und meine Tränen liefen fast aus dem Lid der Augen.

„Für Dich, mein Fräulein,“ er gab mir noch einmal ein buntes wilden Formosa Lilien-Strauss. (foto siehe Post von letzen Beitrag) Der Frühling war da. “ Dein Laden kann die Lilien gut gebrauchen nicht wahr? Sie brauchen kein Wasser, keine Pflege. Sie werden Deinen Laden schmücken.“ Ich hütete die Lilien, die Fächer und viele viele Liebe dieser fremden Leute aus meinem Land. Langsam ging ich auf dem Heimweg. Mein Heimweg in die Fremde, die inzwischen meine Leute werden. 

Es gibt eine gemeinsame Sprache in dieser Welt. Es kann Tee sein. Es kann Lilie sein. Menschen sprechen gerne durch die Blume. Tee verbindet Menschen. Nur den Heimweg muss man kennen, damit man in die weite Welt gehen und wieder zurückkehren kann. Damit man weiss, was das Gefühl wie Zuhause zu sein ist und das Gefühl unter den Fremden sein könnte.

Das Teehaus Shuitang wird ein Heim werden. Ein Ort für eine Ansammlung von Menschen, die sich dort zu Hause fühlen. Auch die wilde Formosa Lilie.

Geschenke

Geschenke

Mit Lanhua war ich drei Tage in Belgien unterwegs. Nur wegen Taiwan.

Wegen dieser Veranstaltung musste ich die Reise aus Taiwan frühzeitig abbrechen. Nur weil Taiwan in Blankenberge einen Teestand brauchte.

Heute kam ich fix und fertig wieder zwischen Flughafen an. Sie sagte mir, „Menglin, Du muss wirklich nach Hause…“ Sprachlos wußte ich nicht, was zu antworten.

Drei Tage zwischen Reisen und Flügel. Drei schöne Tagen wieder mit eigenen Leute, in eigene Sprache – meistens in Taiwanesisch zu schwatzen und alles nur für Taiwan. Reichlich beschenkt, gut gehütet. 

Mir schenkte kurz vor der Abreise noch der alte Präsident von Bergsteiger-Verein in Taipei eine Flasche Erdnüsse – erlesene Formosa Erdnüsse und per Hand seiner Frau geröstet. Eigentlich esse ich keine Erdnüsse. Aber er war so warmherzig… Er sagte, ich darf ihn nicht vergessen. Eines Tages will er nach Zürich kommen und Schokolade essen. Mich findet er bestimmt, da ich in einem Teeladen gebunden bin…

Benjamin

Benjamin

Das kleine Benjamin lernte ich heute in Blankenberge kennen. Niemand wusste, woher er kommt, wohin er geht.

Seltemes Kind, seltsame Eltern. Er war allein auf diesen großen turbelenten Platz am den ruhigen Sonntagsmorgen. Er kam immer wieder zu dem Teestand. Immer wieder. Was hat das kleine Kind eigentlich hingezogen? Er trank den Qilan Formosa Oolong. Er hätte ihn so gerne. Er blieb bei dem Stand, auch wenn er sich körperlich entfernte.

Was hat ihn denn eigentlich angezogen? Das hätte ich so gerne gewusst. Leider sprach er nur Französisch und ich nur Chinesisch.

Hast Du auch im Tee und in der Bewegung um Tee etwas für Dich – wie für mich entdeckt? Das hätte ich ihn so gerne gefragt.

Weitere Berichte

Es sind wieder weitere Berichte über usnere Teereise im Netz anzuschauen. Da ich gleich wieder unterwegs bin (eigentlich bin ich zu müde und schreibe doch lieber Blog…) und meine Eindrücke erst viel später weiter schreiben kann, könnten itneressierten Teefreunde mit Lesewut bei

Teesalon (von Jürg, Hans, Hannes und Heidi!)

oder Teeschnorr (von Christoph und Hansjürgen) weiter lesen!

Es ist durchaus spannend zu beobachten, wie unterschiedliche Dinge thematisiert werden, nciht wahr? Obwohl wir alle auf der gleichen Reise waren, werden Dinge durch verschiedenen Referenzen und Wahrnehmungen verschieden zur Sprache gebracht. Wie schön!

Zan! 讚 Das magische Code in Taiwan.

Die Gruppe hat auf der Reise viel originellen chinesischen und taiwanesischen Wörter kennen gelernt! Vor allem das Wort „Zan!“

Da unser Meister nur Taiwanesisch spricht – auf der ganze Reise, hat die Gruppe mich stets gefragt, was die Worte, die er verwendet, zu bedeuten haben. Viele Teilnehmer haben Chinesisch vorher schon gelernt und konnte viele einfache Ausdrücke verstehen, aber unser Meister spricht eine andere Sprache.

Der Präsident hat extra ein Wörterbuch von Chinesisch für sein I-Phone runter geladen und suchte vergeblich nach dem Wort „Zan!“

Zan, ein wort des taiwanesischen Ausdrucks und ein fester Bestandteil des sozialen Lebens. Meister fragt oft, “ Wie geschmeckt das Essen?“ Dann schrieen alle in der Gruppe „Zan!“ Natürlich mit dem Daumen nach Oben zu zeigen. Dann lachte der Meister wie ein kleines glückliches Kind!

Viele haben mir gesagte, dass unser Meister wie Dalai Lama lacht. Das stimmt. Kindlich und unschuldig. Wenn man sich mit der Dinge beschäftigt, was man ein Freude macht und sich selbst sein kann, ist man glücklich und unschuldig. Obwohl unser Meister nicht ein Buddhist ist, sondern eher ein Taoist – würde er behaupten. In der Wirklichkeit interessiert ihn die Religion nicht.

Das heißt allerdings nicht, dass er nicht spirituell ist.

Stets sagte er zu uns auf der Reise, dass man durch die Beschäftigung mit Tee das kosmische Gesetz versteht:

Menschen können sich nur an die Natur und dem kosmischen Regeln unterordnen und nie die Natur bezwingen!

Wenn ein Teebauer die Natur bezwingt erntet er am Ende sein karma! Die stark ausgebeutete Erde würde ihm nicht einen schönen Tee schenken, sondern ein bitterer und trockener Tee!

„Sei gewiss, lebe mit der Natur und versuche sie nie mit Gewalt und Tricks zu bezwingen.“ es war sein Rat.

Immer wieder schrieen wir im Bus oder beim Essen das Wort „zan“ (Super!!!)! Vor allem vor dem TV-Teams Camera. Die Taiwanese waren sehr berührt, dass unsere Gruppe sofot den Draht zu unserer Kultur hatte und das Wort wie ein magische Code zwischen menschlichen Kontakt ausrufte. Taiwanese waren beeindruckt, dass unsere Gruppe, ausnahmelos Stäbchen benutzen konnten. Sie waren beeindruckt, dass die Gruppe so taiwanesisch waren, wie sie sich nie vorstellen konnten!

Fremdheit kann spannend sein. Für die Taiwanese war es fremd, dass diese Fremde gar nicht fremd waren. Wir tranken immer nur Taiwan Bier (Bilu – das Wort war ein Muss für unsere Gruppe), assen immer Reis und Nudel mit Stäbchen, marschierten immer brav hinter dem Meister. Unglaublich!

Irgendwann hat meine Mutter vergessen, dass sie mit den fremden Ausländer paar Tage reiste. Sie sagte zu mir, warum reisen wir nicht noch länger? Es gäbe so viele schöne Orten in Taiwan… Ich sollte allen Leute unsere Telefonnummer geben, wenn sie einmal Taiwan wieder besuchen würden…

„Wie war das Essen?“ „Zan!“

„Wie war der Tee?“ „Zan!“

Dieses Wort wird für immer für unsere Teegruppe in der Erinnerung bleiben!

Alle Wege führen nach Rom, oft über Umwege

Alle Wege führen anch Rom. Das war der erste Satz, was unser Lehrer nach 11 Tagen Teereise uns schenken wollten. Er sagt ganz klar, dass alle Wege nach Rom führen, leider oft über Umwege.

Wie weit ist die Distanz zwischen Vermissen und Vergessen zu messen?

Wie weit ist die Entfernung zwischen Schmerzen und Erkenntnisse auszumalen?

Wie weit ist die Wahrheit zwischen Deiner und meiner zu rekonstruieren?

Kann man es messen?

Oft geht der Weg über den halben Erdkugel.

Oft passiert der Weg über unsere eignen Leichen.

Noch öfters geraten wir in Panik kurz bevor wir ankommen, denn wir nicht wissen, ob wir es auch wert sind und in der Lage wären, anzukommen. Auch wenn jemand auf der anderen Strassenseite zu Dir winkst, traust Du Dir einfach nicht, die Strasse zu überqueren. Denn die Vergangenheit und Angst vor der Zukunft haben wieder die Überhand genommen.

Am Ende fragen wir alle, wozu Umwege? Warum über den halben Kugel und nicht direkt dort hin?

Ich bin über Umwege zu meinem Lehrer gekommen. Bis heute ist es mir klar, es muss halt so sein. Denn ich bräuchte meine Erfahrungen und Enttäuschung bis ich diesen Menschen sehen kann, so wie er ist.

Nach diesen intensiven Tagen mit allen und mit einem Meister bin ich nun tatsächlich fix und fertig heute angekommen. Meine Reise geht heute nachmittags leider schon wieder weiter. 

Er sagte, dass wir lernen können Tee zuzuhören. Es ist nur möglich, die Sprache des Tees kennen zu lernen, wenn wir unsere Sentimentalität beiseite legen. Nur wenn wir nur die Sprache des Tees zuhören können, kommen wir weiter. Die Sentimentalität sollte dem Poet beim Teetrinken allein lassen.

Er schenkte uns ein Schlusswort. Oft gehen wir über Umwege, um Tee oder eine Wahrheit zu erkunden, denn wir nicht unterscheiden können, was wahr und nicht wahr ist. Aber er ist überzeugt, dass jeder Mensch im Herzen ein klarer Blick hat, wenn jemand die Wahrheit spricht. Wahrheit ist – es ist so wie es ist.

Wir haben das – es ist so wie es ist, in den zwei Tage in Mingjian mit Teeblätter hautnah erlebt. Teeblätter sprechen nur eine Duftsprache, nicht eine andere intellektuelle!

„Obwohl wir nicht die gleiche Sprache sprechen, aber wir sprechen von der gleichen Dinge. Denn wir sprechen mit dem gleichen Code.“ Unser Lehrer schenkte uns diesen Satz zum Schluss der Reise. Tee verbindet uns, unser Herzen und unsere Zukunft.

Da er nicht gerne social lifing macht, wollte er nicht mit zum Schluss-Essen. Seine Frau kam mit und sagte ihm, „Du hast so wie so nicht gerne high-classe-japanisch essen. Du liebst nur low-class. Also Du gehst nach Hause und hole uns (mich und sie) ab.“

Der Meister nickte den Kopf.

Sieben Venus

Wir waren sieben Venus.

Am Sonne-Moon-See landen wir in einem schoenen Hot-Spring-Hotel. In diesem praechtigen Anwesen gibt es eine schoene Spa-Landschaft und ein traditionelles Bad, wo Maenner und Frauen getrennt baden. Alle wollte in das traditionelle Bad gehen anstatt mit Schwimmen-Anzug die modernen Spa-Landschaft.

Als ich in das Bad eintrat, hoerte ich schon entspanntes Lachen und Patschen. Ganz nackt miteinander baden ist im europaeischen Vorstellung nicht gewoehnlich, obwohl man im Europa an das gemischte Saune gewoehnt ist. Das „Nackt vor einander stehen“ erzeugt ploetzlich eine andere Art der Begegnung von entspannender Intimitaet und Gemeinschaftsgefuehl. Eine frische Begegnung auf eine andere Ebene, wo man einfach „nackt“ ist. Was haette man denn noch vor einander zu verstecken? Nichts. Ach, wie schoen!

Wir schwatzten im Wasser oder lagen einfach nebeneinander neben dem Bad, ab und zu gab es Schweigen. Meistens laechelten wir uns in die Augen. Wir waren 7 Venus, entspannt und lustig. Doris sagte, dass sie ihre Familie anrufen moechte, um zu sagen, sie sei im Paradies.

Wir waren im Paradies. Nicht weil wir tatsaechlich keine Sorgen hatten. Sondern weil wir nach paar Tagen Reise-Strapazen nun nichts vor einander zu verstecken haben und einfach miteinander im Wasser zu sein, das Gefuehl, etws Schoenes im Leben miteinander zu teilen!

Man kann sich immer frisch begegnen. Ich bin davon ueberzeugt, dass Menschen sich immer veraendern koennen und ihren Geist wechseln. Auch wenn man Muehe miteinander hatte, koennte die naechste Begegnung anders sein. Menschen bleiben nicht dort wo sie waren. Das gemeinsame Bad ist eben so eine Moeglichkeit, eine neue Begegnung zu ermoeglichen.

Wir rieben gegenseitig unseren Ruecken wie in der frueheren Zeit und eine tiefe Zufriedenheit stand in unserem Gesicht.

Was macht einen Menschen gluecklich? Nicht an eigenen Profit zu denken, glaube ich. Sondern das Gefuehl mit anderen Menschen in tiefen Verbundenheit zu sein…

Nach dem Bad hoerte ich, dass fast alle Maenner auch zum Baden gegangen sind. Anscheinend verschwanden alle Asiaten, nachdem sie gekommen sind. Die Frau meines Lehrers sagte, „Ja, das ist unsere Gastfreundschaft! Weiss Du, wir wollen nicht, dass Europaeer Complex bekommen, wenn sie uns nackt sehen…!“

Wie Taiwanese ueber uns berichten?

http://tnews.cc/049/newscon1_9722.htm

Bei unserem Besuch in Lugu (Luku) wurde unsere Reise Gruppe von Teebauerverband herzlich empfangen. Nicht nur Parlamentarier waren dort, sondern auch Kmera-Team. Obwohl unser Name falsch geschrieben sind, wurden wir von drei Medien-Anstalt unter die Lupe genommen.

Leider sind unsere Jungs viel zu langsam bei blogen. Ansonsten koennte die Teefreunde richtig schoene Fotos von der Reise anschauen… Ich hatte ja nie Zeit zu photographieren!

Ewigkeit

Wie lange stehen schon die Baeumen hier?

Dokumentiert wurden diese Baeumen, die vor mir stehen, 1900 Jahre alt.

Wie lange wuerden sie denn noch leben?

Ewigkeit. Denn ich werde es nie erfahren, wie lange. Mein hinfaelliger Koerper wuerde den Abschied viel frueher nehmen…

Alishan ist nicht nur beruehmt fuer den Hochlandstee, eigentlich ist Alishan beruehmt fuer seine Kopfjaegger und seine starke alte Baeumen. Die Kopfjaegger sind inzwischen zivilisiert und baut sogar Tee an. Die alte starke Baeumen stehen meistens in Japan in ihren Tempel. Heute stehen noch manche, die von fremden Touristen bewundert werden. Sie stehen noch dort, wo sie sind, weil sie damals unzugaenglich waren.

Alishan ist nicht nur ein bekannter Ferienort fuer Japaner, sondern auch fuer die neu reichen Chinese in China. Alishan ist nicht nur ein begehrter Ort fuer schaulustige Touristen, sondern auch fuer Teeliebhaber aus Europa…

Nach einer muehsamen Fahrt, kamen wir endlich in Alishan an. Eigentlich wollten wir in einem unscheinbaren einfachen Restaurant essen. Da der Praesident von Provinz Chiayi und Parlamentiriarin auch dort assen, wie wir, hatten wir keinen Platz. Die Europaer Teeliebhaber erregte Aufsehen in diesem kleinen Teedorf Shizhuo!

Kamera und Jounalisten richteten ploetzlich an mich wollten unsere Gruppe interviewen. Mein Lehrer versuchte es zu vermeiden. Unvermeidbar wurde ich gefragt, warum ich diesen Auslaender nach Alishan mitbringe? Ich antwortete, “ ich wollte nicht diese Leute hier her bringen. Ich wurde aufgefordert, es zu tun!“ „Warum?“ „Denn Formosa Hochlandsoolong Alishan einmalig ist!“

Formosa Oolong ist einmalig. Diese Gruppe ist einmalig. Die Baeume, die vor uns stehen sind einmalig… ewig.

De Nebel kam. Die Landschaft schien mir wie Feenlandschaft. Ich dachte an Avalon. Ich dachte an Merlin. Ich dachte an meine unbedeutende Existenz vor diesen reisen starken Baeumen! 1900 Jahre alt. Meine kurzfristige Existenz schein dagegen wie ein Eintagflieger sein.

Auch ein Eintagsflieger hat seine Existenz-Berechtigung – das Leben zu geniessen! Ich lebe, ich liebe und ich weine.

Die Baeume waren hoch, gerade. Die Pflanzen subtropisch und satt gruen. Feucht, warm und frisch. Voegle zwitschten. Wer sind noch da? Bin ich noch irdisch?

Gerade erfuhr ich von dem Tod meines Zenlehrer Michels. Ich freue mich fuer ihn. Er hat seine Ruhe fuer die Ewigkeit gefunden und die Welt verlassen. Er liebt Bergen und unterrichtete uns immer, dass wir im Zazen wie ein grosser Baum mit starken Wurzel in die Erde einschlagen sollen. So stark wie ein Baum, so weich wie Seide. In unserer begrenzten Dasein bleibt seine Lehre fuer die Ewigkeit.

Was ist denn schon Ewigkeit und Hinfaelligkeit? Die Baeumen erzaehlen uns nichts, nichts von den Menschen, die vor ihm stehen. Ich kann Michel auch nicht mehr erzaehlen, wie sehr ich ihm dankbar bin, dass ich ihn begegne. Vor diesen Baeumen schein alles unbedeutend zu sein. Die Baeumen schweigen und ich gehe weiter.

Irdisch bin ich wieder. Morgen geht die Reise nach Dongding Berg und Yuchi.