Lichterfest: Taiwan-Reise Fotoabend 24.11.2011

Taiwan 2011 Fotos für 20111124 -4.pdf

Damit ich die Nicht-Mitreisenden ganz neidisch machen kann, poste ich hier, was Hans uns präsentierte. Hans, vielen Dank!

Man sieht ganz gut, was ich dabei gemacht habe – nichts.

Paul kam nach der Reise zu mir, „Menglin, ich bin kein Herdentier.“ Er wollte mir damit sagen, dass er eigentlich ein Individualist ist und niemals auf eine Gruppenreise gehen würde – eigentlich. Meine Antwort war ganz einfach: „Ich auch nicht! Meinst Du, ich sei Alpha-Tier?“

Nein, ich bin ein Omega-Tier. Aber für Tee nahmen wir uns als Omega-Tier zusammen und gaben uns Mühe für Frieden auf dem Alp. Nur für Tee.
Es war nicht ganz einfach…

Unsere Gruppe auf der Teereise

Unsere Gruppe auf der Teereise

Mit diesen neugierigen und weltoffenen 24 Menschen war ich auf der Reise.
Gestern bei Lichterfest hat Hans uns ein grosses Geschenk gemacht, indem er uns an die Spuren unserer Schritten erinnerte! Es war ein sehr schöner Abend. Mit Stefft, Jiri und Romeo waren wir noch bei mir und haben gemeinsam auf das Sofa ein schönes Glas Whisky von Björn auf TEE angestossen! Björn, Schade, dass Du nicht da warst!

Tee richtig zubereiten

Fast jeden Tag fragt man mich, wie man den Tee richtig zubereitet. Viele wollen unbedingt zu meinem Kurs kommen.
Ich gebe keinen solchen Kurs.
Meine Standardantwort lautet: „Gehen Sie doch einfach zu You Tube. Dort gibt es ja viele Experten, die es Ihnen gerne zeigen.“
Eigentlich halte ich nicht sehr viel von solchen Selbstdarstellung der Experten.
Mit Chragi und Roger haben wir nun endlich schöne Seite geschaffen, wo man zuschauen kann, wie die Schritte sein können. Es sind auch nur Vorschläge und bieten KEINE Grundlage für ein Bibel!

http://www.shuitang.ch/preparation
Euch wünsche ich viel Spass.
Natürlich möchte ich mich hier auch bei Tashi bedanken! Er hat wunderbare Fotos gemacht!!
Bald wird ein richtiges Shop von Shui Tang online gehen. Ich werde es hier berichten!

Abraxas

On the way.
Auf den Weg treffen Menschen, die ein Zeichen an Stirn tragen. Es mag sein, dass die anderen diese Menschen als komisch oder verrückt halten. Vielleicht haben die anderen Recht, denn sie wollen ihre Energie dort einsetzen, um ihre Ueberzeugungen durchzusetzen. Aber die Menschen, die das Zeichen tragen, möchten eine Klarheit für selbst finden und die höhere Wille manifestieren lassen anstatt die eigene. So formuliert Herman Hesse in Demian über „das Zeichen“.
Und Abraxas ist der Gott, der zugleich Engel und Satan ist. Er vereint alles – gut und böse. Er verlässt Menschen, die zu „sauber“ sind…
Viele Leute bezeichnen Shui Tang als ein Oase. Ich mag diese Bezeichnung nicht. Es hört sich so an, als ob es eine Welt und eine Gegenwelt gibt.
Ist es draussen zu laut – dann sucht man die Ruhe. Gehören nicht Lärm und Ruhe zusammen?
Im Moment tauchen ich ganz tief in die Welt der alten chinesischen Kalligraphie. Kalligrahpie ist für viele Menschen heute eine Gegenwelt. Sie lernen es sehr fleissig und machen Ausstellung. Ich schreibe meine Briefe immer noch mit Pinsel. Nicht weil ich es gut kann, sondern weil es für mich eine Lebenshaltung ist anstatt eine Kunst.
In den hoch verehrten und überlieferten Texten von alten Chinesen lese ich Briefwechsel zwischen Freunde. In jenem kriegerischen Zeit des 5. Jahrhunderten war ein Gruss mehr als ein Gruss im Facebook, ein Besuch anders als ein Besuch per Auto. In diesen Texten schrieben die Menschen, wie sie aneinander denken. „Ich wollte Dich besuchen gehen. Kurz bevor ich Dein Dorf erreichte, erreichte mein Freude auf dem höhen Punkt. Ich kehrte um…“ „Als Du kamst, war ich nicht da. Ich schicke Dir nun ein Lächeln.“
Ich lese Menschen, Menschlichkeit. Ich spüre Freude und Schmerzen durch die Striche und Kurven. Weil wir alle Menschen sind, können wir nur mit Turbelenz der Welt mit einer inneren Haltung umgehen – Menschlichkeit leben.

Der Weg nach Hause führt uns zum unseren eigentlichen Geburt des Mensch-Seins. Unsere Mütter haben uns einmal geboren, aber uns selbst zu gebären müssen wir selbst tun.
Mich interessieren viele Dinge zum Glück nicht mehr. Nur der Weg nach Hause, der Abraxas nicht verdammt, der mich nicht mehr von mir trennt, bleibt.
Und auf diesen Weg treffe ich Menschen, die dieses Zeichen an Stirn tragen. Möglicherweise lieben wir ein Getränk Namens Tee!
Im Moment führt mich der Weg in den tiefen Wald von alten Teebäume in Yunnan. In dem intensiven, harzigen und vielschichtigen Geschmack von den alten Bäume (Gushu 古樹) begegne ich Abraxas. Er sitzt zwischen den Blätter und Zweigen und singt.
Kennst Du die Komposition „Bilder der Ausstellung“? Ich höre BABA-YAGA!

Erinnerung des Körpers

Erinnerung des Körpers

Samstag morgen, nebelfrei. Ein Vater mit einem sehr jungen Sohn kamen zu Shui Tang. Sie sprachen Spanisch, diskret und ruhig. Das Kind wollte den kostbaren Lackbecher von Meister Liao Shengwen anschauen. Ich liess es ihn bewundern, dachte aber dabei, dass es nicht verkauft wird – wer würde solche Kostbarkeit für ein kleines Kind ausgeben? Zur meinen Überraschung ging der Becher mit dem jungen Liebhaber nach Hause. Sein Vater erklärte mir, dass sie eine Teekultur zu Hause pflegen und es ist nun so weit, dass das Kind mit seiner anfängt. Ich war in jenem Moment gerührt von der Liebe des Vaters. Mit Freude zeigte ich dem Kind, wie man mit einem Anfängergeit, den Becher anfasst und pflegt. Das Geld spielt dabei keine Rolle, aber das Herz. Das Geld kann manchmal einen behindern, einen Becher nicht als ein Becher zu sehen, sondern als ein Freund. Dieser junge kleine Teeliebhaber fasste nach meiner Anweisung den ersten Teebecher seines Lebens. Wird er sich immer daran erinnern? An dieses Moment?

You erzählte mir von einem Wald in der Nähe von Jingmai. Die Fläche so gross wie endlos. Ein Wald voller alten und sehr alten Teebäumen. Zwischen diesen Teebäumen wachsen Orchideen und Farn. „Kommst Du einmal mit, zu sehen, wie klein wir sind.“ Eine Körpererinnerung, die wir als Kind haben, wie wir diese Welt anschauen, die wir während reich und berühmt werden verlieren. Ich will nicht dahin gehen, sagte ich. Ich will diese Bäume so alt werden können wie sie sein sollen. 2007 – ein Superjahr für die Pu Er Tee-Spekulanten! Die Preise von Pu Er wurden getrieben zur einen zerstörerischen Höhe. Damals wurden viele, sehr viele, alte – sehr alte Teebäume gefällt, nur um die Blätter bequemer und schneller zu pflücken! Und die zwei tausendjährigen Teebäume, die einst iauf der Erde in Jingmai-Berg standen, wurden nach Kunming zur Schau gestellt. Sie staben an Verlust der Körpererinnerung! Sie starben mitten des grössten Shows ihres Lebens!
Als ich Jingmai 1999 trank, erinnerte es mich an Bunnahabhain (peated). Das Gefühl mitten in einem sehr alten Tempel zu sein – der harzige Wind in einem vermoosten und schattigen Garten. Eine Erinnerung, die mich an Respekt und Einklang mit allen erinnert. Egal wie turbulent und irreführend unsere Zeit wird, glaube ich an die Liebe zu unserem wahren Selbst. Es ist möglich, es so zu leben, wie wir es sind. Es ist eine Körpererinnerung vielleicht auf die Kindheit zurückzuführen, wie wir unbeschwert den ersten Anblick zur Welt blickten.
Anja und ihre Familie waren zu Besuch. Das Kind tanzte, lachte und drehte in dem Raum. Als sie müde wurde, lag sie neben ihrem Vater und streichelte seine Haare. Beim Zuschauen wußte ich, dass Anja es irgendwann vergessen wird. Aber ihr Körper vergisst es nicht. Die Erinnerung wird gespeichert und irgendwann wach gerufen, wenn es so weit ist.

Bunnahabhain (peated), 13 Jahre alt, Circle

Bunnahabhain (peated), 13 Jahre alt, Circle

Als ich zum ersten Mal Bunnahabhain (peated) zur Nase bekam, lief ein Strom durch meinen Körper. Nur zur Nase, nicht einmal zum Mund. Steffi reichte mir auch noch dazu Springbank 1997. Meine Nase roch den leicht rauchigen Springbank und mein Herz war bereits bei dem Bunnahabhain.
Wie kann ich denn diese Begegnung mit Bunnahabhain beschreiben?
Es war eine regnerische Nacht in dem Bergen voller Kiefer und Hinoki. Das Tropfen wärmte mich und sein Echo – leicht rauchig, harzig, weich, samtig – versetzte mich nach Sanzenin 三千院 bei Kyoto. Im Garten vom diesen alten Tempel stand ein prächtiger Kiefer. Seine Farbe bleibt immer treu grün. In jenem Moment glaubte ich wieder in diesem Garten zu stehen und hörte den Wind, der zwischen den Kiefernadel wehte. Meine Füsse spazierten auf Moos, weich samtig und geborgen. Das Räucherwerk wurde von Wind in die Nase gebracht, rauchig, alt und ruhig. Ich bekam Respekt. Respekt vor dem alten Baum, vor dem alten Tempel und vor diesen alten Tropfen. Auf einmal fand ich glücklich, aich auch ALT fühlen zu können!
Wie fühlt sich denn eigentlich ein alter Baum? Ein Baum, der sich nicht bewegen kann, der immer nur als Zuschauer ist und der nur Wasser einnehmen und atmen kann, kann uns gar nicht mitteilen.
Wie wäre es, wenn ein Wald gibt, so gross wie Uetliberg um Zürich, das nur solchen uralten Tee-Bäume hat? Wie wird dieses Wald riechen? Wie fühle ich mich denn darin? Wie riecht dann so einer Tee aus diesem Wald?
Jingmai Gushu 1999 – ein alt gelagerter Fladen aus dem Wald von alten Bäumen.
Ich roch an dem Fladen. Alt und frisch zugleich. Das Süsse und das harzige zugleich. Der erste Aufguss – ich habe im Moment Lust den Tee sanft zuzubereiten, auch wenn er in meiner Erinnerung anders sein konnte. Er war sanft und weich. Der zweite Aufguss süss und weckend. Der dritte Aufguss tiefer und breiter. Der vierte Aufguss – ich schmeckte das Innen des Baums und die Rinde von rauhen Haut. Ich seufzte.
Ja, ich will ihn immer an einem Tag trinken, wenn es draussen schneit und der Schnee die Strasse beruhigt und wenn ich, von der Kälte getrennt, und mit mir in eins bin.
Dann schaue ich auch wie ein alter Baum die verschneiten Strasse zu. Dann kann ich mich auch wie ein alter Baum fühlen:
Wie viele habe ich bereits gesehen?
Höhe und Tiefe, Auf und Ab… was kann mich denn noch bewegen?
Was bleibt an meinem Stamm, wenn der Winter kommt und der Schnee verschmelzt?
Es ist schön, wenn man / Baum so alt ist.
Aber meine Leidenschaft, Liebe und meine Lebenskraft bleiben in mir erhalten.
Jedes Jahr, wenn der Frühling kommt, treiben die neuen Knospe und schreien die Zweige nach Sonne, nach Leben!
Es ist ein Glück, wie ein alter Baum, das Leben zu betrachten und zu leben!

De Ja Vu – Green Spot

Kenne ich Dich? Eigentlich nicht. Aber doch!
Trinke ich Whisky? Eigentlich nicht. Aber manchmal.
Was vermisst man denn eigentlich auf eine Teereise?
TEE! Jiri würde ganz ganz laut schreien. Viele auf unsere Teereise hatten Entzugserscheinung, weil sie zu wenig Tee bekommen!
Was tat man, um diese Entzugserscheinung auszugleichen? Wir tranken Bier und Whisky!

Ich liebe Bier. Manchmal gerne ein Gläschen Whisky, wenn er mir gefällt.
Ich liebe Insel, lebe im Moment auf ein Festland. Immer wieder treibt der Wind mich wieder auf die Insel, ein Ort von Dazwischen. Was haben diese Leute auf eine Insel zu suchen und gar freiwillig selbst eine Insel werden?
Wir waren wie eine kleine Insel, eine Insel des Tees.
In einer regnerischen Nacht bildeten wir eine kleine Insel in einem kleinen Dorf am Bambuswald. Wir tranken Bier und Whisky. Björn lief immer wieder zu Hi-Life (leider kein 7-11) um Suntory zu holen. Suntory – ach, wenn es sein muss. Ich trank ein Gläschen und war nicht sehr angeregt zu sprechen wie in Lost in Translation.
Dann packte die Steffi ihre Wundertüte auf und brachte drei Flaschen Kostbarkeiten.
Sie waren kostbar, so kostbar, dass Steffi auf uns aufpasst, dass wir kein Tropfen zu viel bekommen und sie verschwenderisch schluckten.
Ich roch an die Flaschen und bemerkte was auf mich zukamen. Ein Hauch von…? Venus? Was rutschte bloss aus meinem Kopf? Der Name Green Spot bedeutete mir gar nichts, aber diese Tropfen scheinen mir gar nicht fremd zu sein! Gerne verkostete ich ein, nein – paar Tropfen und war ich auf einmal auf einem wunderschönen Rosengarten. Wer stand am Tor? Eine Schönheit voller Lebenskraft. Sie lächelte voller Anmut. Feminin, anmutig und elegant in ihrer Einfachheit. Die Tropfen ruschte wie Seide einfach unter meine Kehle. Ich wartete. Dann kam das Echo von diesen irischen Green Spot zurück. Auf einmal dachte ich an die Momente, schön sehr sehr lange her – jeder von uns hat es einmal erlebt – wie war es als wir als Säugling die Welt erblickte und unsere Mütter uns die Brüste gaben? Und noch stärker hatte ich das Bild wie das „Satori“ zu erlangen, wenn MAN schöne Brüste küsst! Diese Worte kamen einfach aus meinem Mund und diese Worte „erregten“ allen zu lachen! Die Männer lachten ganz laut und beschwerten sich gleichzeitig, “ Das kann eben nur eine Frau sagen! Wenn wir es sagen, ist es empörend!“
Warum ist es empörend? Was ist daran so teufelisch, wenn schöne Brüste geküsst werden oder umgekehrt?
Es ist doch einfach nur schön!
Steffi schrieb die Kommentare und schickte sie an ihren Vater.
Moses schrieb mir vor paar Tagen und berichtet über diese Whisky:

Tja, der Green Spot Whiskey aus Irland, es werden nur 6000 Flaschen im
Jahr abgefüllt und Deine Aussage über ihn trifft einmalig zu. Sämtliche
Männer in unseren Whiskyabenden legen einen breiten Grins auf und die
Frauen lächeln verlegen….. und kaufen eine Flasche….
mach´ weiter so.

Ich habe keine Kommision erhalten.