Abraxas

On the way.
Auf den Weg treffen Menschen, die ein Zeichen an Stirn tragen. Es mag sein, dass die anderen diese Menschen als komisch oder verrückt halten. Vielleicht haben die anderen Recht, denn sie wollen ihre Energie dort einsetzen, um ihre Ueberzeugungen durchzusetzen. Aber die Menschen, die das Zeichen tragen, möchten eine Klarheit für selbst finden und die höhere Wille manifestieren lassen anstatt die eigene. So formuliert Herman Hesse in Demian über „das Zeichen“.
Und Abraxas ist der Gott, der zugleich Engel und Satan ist. Er vereint alles – gut und böse. Er verlässt Menschen, die zu „sauber“ sind…
Viele Leute bezeichnen Shui Tang als ein Oase. Ich mag diese Bezeichnung nicht. Es hört sich so an, als ob es eine Welt und eine Gegenwelt gibt.
Ist es draussen zu laut – dann sucht man die Ruhe. Gehören nicht Lärm und Ruhe zusammen?
Im Moment tauchen ich ganz tief in die Welt der alten chinesischen Kalligraphie. Kalligrahpie ist für viele Menschen heute eine Gegenwelt. Sie lernen es sehr fleissig und machen Ausstellung. Ich schreibe meine Briefe immer noch mit Pinsel. Nicht weil ich es gut kann, sondern weil es für mich eine Lebenshaltung ist anstatt eine Kunst.
In den hoch verehrten und überlieferten Texten von alten Chinesen lese ich Briefwechsel zwischen Freunde. In jenem kriegerischen Zeit des 5. Jahrhunderten war ein Gruss mehr als ein Gruss im Facebook, ein Besuch anders als ein Besuch per Auto. In diesen Texten schrieben die Menschen, wie sie aneinander denken. „Ich wollte Dich besuchen gehen. Kurz bevor ich Dein Dorf erreichte, erreichte mein Freude auf dem höhen Punkt. Ich kehrte um…“ „Als Du kamst, war ich nicht da. Ich schicke Dir nun ein Lächeln.“
Ich lese Menschen, Menschlichkeit. Ich spüre Freude und Schmerzen durch die Striche und Kurven. Weil wir alle Menschen sind, können wir nur mit Turbelenz der Welt mit einer inneren Haltung umgehen – Menschlichkeit leben.

Der Weg nach Hause führt uns zum unseren eigentlichen Geburt des Mensch-Seins. Unsere Mütter haben uns einmal geboren, aber uns selbst zu gebären müssen wir selbst tun.
Mich interessieren viele Dinge zum Glück nicht mehr. Nur der Weg nach Hause, der Abraxas nicht verdammt, der mich nicht mehr von mir trennt, bleibt.
Und auf diesen Weg treffe ich Menschen, die dieses Zeichen an Stirn tragen. Möglicherweise lieben wir ein Getränk Namens Tee!
Im Moment führt mich der Weg in den tiefen Wald von alten Teebäume in Yunnan. In dem intensiven, harzigen und vielschichtigen Geschmack von den alten Bäume (Gushu 古樹) begegne ich Abraxas. Er sitzt zwischen den Blätter und Zweigen und singt.
Kennst Du die Komposition „Bilder der Ausstellung“? Ich höre BABA-YAGA!

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