Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Morgen früh in Fukuoka

Möglichkeit für ein Fussbad im gesegeneten Wasser gegen 100¥.

Wunschplatte für Menschen die ihre Sorgen mit der Gottheit teilen möchten. 500¥.

Hände waschen, Mund spülen bevor man den Gott begegnet.

Man kann einen Rat von der Gottheit holen, gegen 100¥.

Ich wuchs neben einem Tempel Mazu, Göttin des Meeres, auf. Meine Mutter sagte uns, dass man bei vorbei laufen, der Göttin mit Herzen grüssen sollte, ich tat es fast jeden Tag, fünfzehnjahren lang. Ob ich deswegen beschützt wurde? Ich glaube ja.

Der Punkt ist nicht, ob es sich lohnt, Göttin zu grüssen. Es geht um die Worte von der Mutter.

Morgen früh in Fukuoka, kühl und klar. Männer in Kravatten und Frauen in Blazer. Eilig und gezielt. Ebenfalls im Tempel. Trotz der Eile kamen Menschen mit viel Respekt und Demut. Sie warfen 5 Yen, schlugen kurz Glocken und klatschten zwei Male ihre Hände, bevor sie der Gottheit, ihre Sorgen und Wünsche erzählen.

Was für Sorgen und Wünsche muss es sein, dass man in dieser Uhrezeit, bevor man in die Schule geht, zur Arbeit fährt und unterwegs ist?

In diesem von Hochhäuser und modernen Fortschritten umgebenden Tempel strahlt die Ewigkeit aus. Auf einmal würde es mir klar, um eine Tradition zu vermitteln, geht nicht über das Museum, sondern von Müttern!

Existiert da tatsächlich eine Gottheit?

Ich weiss nicht. Aber ich ahne ein Hauch von kraftvollen, friedlichen und beruhigenden Atmosphäre. Bin ich der Gottheit begegnet? Vielleicht nicht die, die wir personalisiert haben. Vielleicht ist es eine Ansammlung von Energie, die an diesem Ort und diese Kraft respektieren und glauben. 

Wozu Keramik III

Warum versucht man nicht, einfach etwas fröhliches auf eine Schale zu dekorieren? Sondern ein Blatt? Ein grünes Blatt auf der Oberfläche zu kleben und anschliessend im heissen Ofen brennen zu lassen, ist nicht eine gewagte Geschichte?

Es ist gewagt.

Eine Schale aus Meissen Porzellan mit farbhafter Porzellanmalerei kostet sogar mehr wegen Meissen. Für viele Menschen ist ein feines Porzellan sogar etwas wertvoller als dunkle unauffällige dickwandige Keramik.

Das stimmt alles. Eine Seite zeigt diese Äusserung von Menschen, die bunte fröhliches Leben zelebrieren wollen. Anderseits wurde ein Skelett eines Blattes auf eine schwarze Schale die Orientierung von der sogenannten Wabi Sabi japanische Ästhetik. Die Vergänglichkeit des Lebens, die oft Leiden und Konflikte hervorrufen wurde unmittelbar zur Schau gestellt.

Einmal fragte ich dem Professor, der eine Vorlesung über Vajra-cchedika-Prägnanz-paramita- Suta, wie kann Darstellung von leider zu einem ästhetischen Konzept? Er antwortet mir, dass Kunst die umfassenden menschliche Erfahrungen zum Ausdruck zur Reflexion versucht, nicht um das Leben zu unterhalten. Realisieren von Leiden ist Anfang des Buddhasweges. Das ist der Anfang der Wabi Sabi Ästhetik. Keine Selbstdarstellung des Ichs.

Can Ye Tian Mu, ist in diesem Sinn entstanden und bekam eine grosse Resonanz bei den chinesischen Teeliebhaber in Song Dynastie (1127-1279).

Die schwarze Hintergrund kommt aus der Mischung von eisenhaltiger Erde mit verschiedenen Asche aus dem Alltag. Eine andere Methode von Can Ye Tian Mu zu produzieren ist ein Blatt sorgfältig zu gravieren. Solche Werke zeigen die Kunstfertigkeit eines Künstlers,

Ein Blatt auf der Schale ist hier kein Ornament. Es wird zu einem Ornament dekodiert, wenn der Betrachter das Wahrnehmungsvermögen bzw. Bildung nicht zur Verfügung hat.

Leider gibt es solche Menschen heute einige.

Treffen im Mondlicht

Treffen im Mondlicht in einer Zeit als Mann und Frau nicht offiziell begegnen können. Nur im Dunkeln passieren die Dinge wie Liebe bei einer Schale Tee.

Bei einer Schale Tee, wenn der Tee zur Sprache kommt, wenn der Mensch aufhört, zu reden, entsteht ein grosser Raum für andere Klänge, andere Gefühle oder andere Färbung. Gestern hörten wir bei einer Schale Longjing Original von Mingqian 2017, die Gesänge von Theater Spiel aus der Ming Dynastie. Eine junge Frau verkleidete sich als Tochter eines Hofbeamters im Mondlicht, um einen Mann zu begegnen, den sie seit langen ins Herzen geschlossen hat. 

Da Sie eine junge Dame aus Südchina stammt, spricht sie einen Satz in verschiedenen Phase, mit verschiedenen Schritte, Mal nach vorne, mal wieder Rückzug… Anders als Peking Oper aus Nordchina in Qing Dynastie ist die südchinesische Weiblichkeit in Mingdynastie zart, sensibel und selbstbewusst.

Eine zarte Liebe, ein gelebte blühende Eros und ein fein floraler Aufguss von Longjing! Was für einen Frühling!

老班章茶王 der Königsteebaum in Lao Ban Zhang

Dieser Baum wurde heute gepflückt und es wurde richtig zelebriert!

Es kostet 1 kg Tee, 32000 RMB! 4617 sfr für ein Kilo Tee! Die Ernte ist schon lang unter Vertrag!

Der Klimawandel in Yunnan

Yu schrieb mir heute dass die Ernte von Gushu ist sehr verspätet.

Morgen fährt er nach Lao Ban Zhang.

Zu trocken war das Monat März und dazu noch herzlose Hagel. Alles schlägt auf die Teeblätter die sich zögern zu kommen!


Die fallenden Blätter werden zersetzt und als Nahrung für andere Lebewesen. Und dann die Wurzel und den alten Stamm beschützen!

Hier poste ich ein poetisches Bild in Taiwan bei Lishan. Als Trost.

Pu Er oder?

Dieses Bild zeigt uns, was man heute in Yunnan aus Taidi Cha alles machen kann.

Taidi Cha, der Pu Er Tee aus der Plantage. Ein Tee, der rund ums Jahr gepflückt wird. Ein Tee, der Menge ausmacht, anstatt Qualität. Die Teepflanzen sind gestresst, die Erde ausgelaugt und der Tee hat keine Identität. Das macht nicht. Die Pflanzen können ausgetauscht werden, wenn sie sterben oder nicht mehr produktiv sind. Die Erde kann man dünnen. Der Tee kann man mit Zertifikat aufpeppen.

Man kann ihn zu Yinzhen Baihao herstellen, zu grünem Mao Jian, zu roten Dian Hong!

Alles, was Du denken kannst.

Und sie sind alles BIO.

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Metal, Holz oder Erde?

Am vergangenen Sonntag zogen 15 Teefreunde ins Shui Tang zurück und widmete den ganzen Tag Pu Er. Franco sagte mir am Dienstag, er war so glücklich als er nach Hause ging.

Wie kann man sich so glücklich fühlen, wenn man so viele Sorte Tee degustieren muss? Muss? Nein, wir wollen!

Wir haben degustiert wie die Lagerung von Wuliangshan Gushu 2012 in Metaldose, Kirschbaumrindedose und in Tongefäss ausmacht.

Metaldose hat keine einzige Stimme erhalten. Der Tee ist darin zu frisch, zu wild und zu wenig abgerundet. Wozu lagert man wenn der Tee so langsam reift?

Marie-Florence hat recht, ein Tee, der reift, hat Geschichte, ist interessant und verbirgt eine ganz Menge Erwartung und Vorfreude!

Kirschbaumrindedose hat 10 Stimme, während Tongefäss aus Taiwan 5 Stimme bekam. Fabio sagte, er war in einer Dilemma. Das Stimmt, der gelagerte Tee im Tongefäss ist wirklich gut, harmonisch, rund und tiefgründig.

Ich habe meine Stimme für Kirschbaumrindedose gegeben. Weil ich darin eine zentrierte Duftströmung wahrnehmen konnte und ein bisschen mehr Eleganz und Geschmeidigkeit in der Textur bemerkte. Jedenfalls war das Tongefäss genau so gut wie die Kirschbaumrindedose! Vom Preis her ist sicher die Tondose von einem großen Vorteil!

Beim Erwerben von Tongefäss, zeigte ich im Seminar, wie man aufpassen muss. Das Klang von Gefäss sollte hell und knackig klingen anstatt schwer und stumm. Einkaufen von Keramik ist eine Wissenschaft. Ein Teeliebhaber kann langsam aus der Fokussieren von schöner Form wegkommen und sich auf das Material befassen. Für mich als Teehändler bedeutet diesen Schritt von essentiellen Bedeutung! Ton kommuniziert mit Tee, es ist nicht bloß reine Erde, sondern eine lebendige Zusammenspiel von Mineralien, Bakterien und Zeit…

Die Suche hat ein Ende I

Als ich im Januar in Taiwan war, unterhielt ich mit meinem Lehrer über die Suche.

Die Suche nach einem guten Meister, die Suche nach einem idealen Partner, die Suche nach den besten Tees! Die Menschen sind stets auf der Suche.

Mein Lehrer lachte und brachte mir zwei volle Körben. „Du siehst, das ist die Ergebenisse von der Suche!“ Was meinte er?

Er packte die Körben aus. Es sind volle Teedosen und Teetüte. „Es sind die Teesorten die Deine Teeschwester Yueli gesammelt hat. Teilweise hat sie geschenkt bekommen, teilweise hat sie mit teuren Lehrgeld bezahlt. Nachdem sie bei mir gelandet ist, bracht sie mir alles, was sie nicht mehr trinken will. Ihre Suche hat ein Ende.“

Ich lachte. Solche Körbe habe ich auch, im Keller. Ich kann sie nicht trinken, nicht verkaufen auch nicht wirklich verschenken.

„Warum glaubt sie, dass sie bereits angekommen ist?“

„Warum glaubt man nicht?“ Atong fragte zurück.

„Im Europa würde man nicht so leicht glauben, dass nur dieser Mann oder dieser Lehrer den besten Tee hat.“

„Es geht auch nicht um den besten Tee.“ er grinste, „Es geht um das Leben von dieser Person.“

Was ist schon der beste Tee? Ich lachte nicht mehr so fröhlich. Was bringt mir der beste Tee? Für mich inzwischen ist diese Frage erledigt. Für mich inzwischen ist die Frage nach dem, was ich will mit Tee, viel wichtiger.

„Wenn die Suche zu Ende geht, spürt man eine Erleichterung. Man kann endlich sich auf das Wesentliche konzentrieren, anstatt auf das Aeusserliche.“ Es geht nicht mehr um ICH HABE und ICH KANN sondern um Tee mit mir.

Wir werden nie wissen, ob wir bereits den besten Tee trinken. Der beste von heute ist der zweite beste von morgen, vielleicht. Und dann? Die Welt des Tees ist vielschichtig. Je tiefer man hinein taucht, desto ruhiger bescheidener wird einer. Die Ruhe verleiht einem einen Raum, eigenen Rhythmus und Stil zu entwickeln. Bescheidenheit hilft einem den rechten Blick und Fokus zu richten – das Wesentliche anstatt den Schein.

Heute war eine in Ruhestand lebende Aerztin in Shui Tang. Ich sass zu ihr beim Tee. Sie lobte den Laden, wie wunderbar. Ich antworte „Es ist bloß eine Fassade, die Sie sehen. Sie sehen ein schöner Raum mit wunderbaren Objekte und vielleicht eine tapfere Frau. Sie sehen aber nicht, wie hart ich arbeite, wie meine Träne fließen und wie letztlich ich eigentlich bin. Heute morgen sah ich eine verstorbene Menglin in der Meditation. So musste ich stets Abschied nehmen von der Vergangenheit und Verletzlichkeit.“ Ich sah diese Menglin von Storm im Fluss weg floss. Die erfahrene Besucherin, die vieles im Leben angepackt und erlebte, nickte ihren Kopf. Es war ihr erster Besuch. Wir teilten die Ruhe und Schönheit in diesem Raum.

Die Suche kommt zu Ende, während die Dinge plötzlich auf dem Schoss fallen. Man kann eine Synchronizität beobachten. Man wünscht sich etwas und es geschieht. Man ahnt etwas und es kommt. Meiste Besucher fragen mich immer, wie komme ich zu diesen schönen Objekten. Ich sagte immer, es ist bloß Resonanz. Weil ich nicht mehr auf der Suche bin!

 

Wie in der Tang-Zeit

Am Wochenende vom 22.09-24.09 wird ein Zeit-brücke gebaut, ein Brücke zwischen Heute und 8. Jahrhundert. Der Gesang aus dem tiefen Zentrum des Menschen, als Ausdruck der Lebenssituation oder Phantasie der Freiheit, erzählt uns Farbe und Gefühle der alten Zeit. Es wird begleitet von Shakuhachi, dessen Herkunft in China bis zum 3. Jh vor Christus zu führen ist.

Wir sind noch dabei am geeigneten Ort zu finden, damit Tee, Musik und Menschen ineinander verschmelzen können. Es sollte keine Trennung zwischen Zuschauer und Spieler sein. Ein Hauch von alten Teehaus, Klänge begleiten den Tee, sollte wahr werden!

Für Menschen, die sich dafür interessieren, bitte unbedingt das Nanguan Konzert DICK ins Kalender eintragen!

欣霏不疚-縮 (2)