Archiv der Kategorie: Pu Er und gelagerter Tee

Zhutong Xiang Cha

Liebe Meng-Lin,

Vor einigen Wochen habe ich mir im Internet unter anderem einen Pu Erh
bestellt, der in ein Bambusrohr gepresst ist. Der Tee riecht schon sehr
interessant… nur leider habe ich es immer noch nicht geschafft, ihn aus
dem Bambus zu befreien… Ich will es nicht einfach aufsägen oder so und
dabei den Tee beschädigen. Kannst Du mir da eine elegante Methode
empfehlen? Der Tee ist ca. 1cm im Durchmesser und das Bambusrohr ca. 5mm
dick und sehr hart…

Dann noch eine Frage zu Yixing-Kännchen. Soweit ich das auf dem Blog
mitbekommen habe, bist Du ja eher für Keramikkännchen zu begeistern. Ich
habe hier einen Qi Lan von Madame Tseng, den ich sehr mag und schätze.
Ich habe ihn immer in einem kleinen Yixing-Kännchen zubereitet und war
damit auch sehr glücklich. Bis ich eines Tages ihn dann doch mal in
einem Keramik-Gaiwan gemacht habe und überrascht war, wie frisch der Tee
geschmeckt hat und ganz neue Aromen offenbart hat. Ein anderer Oolong
aus dem Wuyi-Gebiet hingegen scheint in dem gleichen Kännchen
interessantere Aromen zu entwickeln als im Gaiwan. Liegt das nun daran,
dass ich den Qi Lan »falsch« zubereitet habe (Wasser zu heiß/kalt, zu
wenig/zu viel Tee) oder gibt es Tees, die sich in Yixing besser
entwickeln als andere? Gibt es da allgemeine »Richtlinien« oder muss man
es für jeden Tee ausprobieren? Vermutlich muss man es, aber so eine
grobe Richtlinie, vielleicht nach Fermentierung oder so? Ich habe da
noch nicht die Erfahrung, dass ich das beurteilen könnte…

Schließlich möchte auch ich Dir meine Unterstützung zusagen. Sollte ich
mal nach Zürich kommen, würde ich mich sehr freuen, Dein Teehaus
besuchen zu können. Ich wünsche Dir, dass du alles schafftst, was Du Dir
vorgenommen hast…
Wir haben uns zwar noch nie gesehen, aber wenn ich an einem tristen Tag
lese, mit welcher Begeisterung Du über Tee schreibst und dieses einfache
Blättergetränk zu einem ganzen Universum werden lässt, blühe auch ich
innerlich auf…

Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr!

Arno

Lieber Arno,

1. Zhutong Cha. 竹筒香茶

Der Tee, der im Bambus-Rohr gefüllt ist, stammt aus China, Yünan. Traditionell wird er aus Frühlingsernte hergestellt, die nur getrocknet war und nach und nach ins Bambusrohr gefüllt wird. Durch das leichte Rösten übers Feuer samt der Bambusrohr wird der Tee weich und kann weitere Menge gefüllt werden. Aber man zerlegt tatächlich das Bambusrohr, das aufgeschnitten werden muss. Um diesen Tee zuzubereiten bricht man ein wenig von dem runden Tee-Stock ab und bereitet man mit kochendem Wasser.

Eigentlich sollte dieser Tee nicht in dem Bambusroher verkauft. Dieser Tee sollte eigentlich nach der Endproduktion bereits aus dem Bambusroher entfernt und im Bambusblätter oder Papier verpackt und aufbewahrt werden.

Da das Material für diesen Tee von der chinesischen Minderheiten im Südyünan sehr zart ist, wird er auch als „der Jungfrau Tee“ (Guniang Cha 姑娘茶) genannt. Tee ist im chinesischen Auge stets begleitet mit Erotik, nicht wahr?

Zhutong Xiang chaSieht Dein Zhutong Cha auch so aus?

Im Moment wird auch diese Art von Zhutong Cha in Taiwan hergestellt. Wo? Natürlich in dem innovativen Teegegend im Südformosa – Natou Lugu. Es sind zwei moderne Urheber, die nun sich zurück auf die alte medizinische Weisheit besinnen, den Formosa Oolong Jinxuan im Formosa-Bambus aus dem Bergen zu füllen. Diese Art von Formosa-Oolong-Bambus-Tee sollte die Aufmerksamheit der japanischen Gesundheitsministerium bereits erregt haben. Denn dieser Tee hat keine Teein oder kofein. Das so gennante Bambussirup, das man den Bambus durch langes Rösten gewinnt, war in der chinesischen Medizin ein Wundermittel gegen Problem durch innere Hitze wie z. B. Lungen-Entzündung, Schlaganfall etc. (Li Shizhen) Diese wertvolle Flüssigkeit verschmelzt in dem gefüllten Jinxuan-Oolong und wird zusammen mit Tee getrunken. Für Menschen, die im heissen Süden leben und an solche Krankheit leiden, ist es ein Geschenk der Natur.

2. Den Betrag vom Tee und seine richtige Teekanne darf ich morgen erst schreiben. Für heute ist es genug zu lesen.

Dein Bambusrohr wird wohl mit einer elegenaten deutschen Säge geöffnet oder einem richtigen militanten schweizer Messer.

Qian Liang Cha aus Hunan

Qian Liang Cha aus Hunan

Hast Du schon Mal einen Tee, der mind. vor 1958 hergestellt wurde?

Herr Wang in Shengkeng gab mir diese Ehre, so einen alten Tee zu kosten! Ich fühlte mich zwar sehr verehrt, aber der Geschmack dieses Tees war nicht besonders begehrenswert für mich.

Dieser Qianliang Cha, war der Tee für die heutigen chinesischen Minderheiten am Rand des Reiches und damals für die Barbaren neben dem Reich. Er wurde in Hunan als Grüntee hergestellt, ursprünglich wie der Pu Er, der allerdings heute zum Spekulationsobjekt vom chinesischen und ausländischen Teehändler wurde. Der Hunan Grüntee wurde als einfachen Shaiqing hergestellt – einfach nur unter der Sonne getrocknet. Mit Schnurr und Bambusblätter wurde der Tee Schicht für Schicht gepresst und gleichzeitig nach-fermentiert, so dass er in der chinesischen Tee-Gattung ein Schwarztee wurde. Jeder Träger in altem China trug zwei so ein riesigen Stock. Selbst wenn er Pause machte und ass konnte er diese Stöcke nicht abnehmen. Somit verdienten die kleinen Menschen ihr Geld durch Transport des Tees aus Hunan nach Tibet, Mongolien oder Turkistan – über den so genannten Tee und Pferde Weg.

Taiwanese war ursprünglich Piraten, Eingeborene oder chinesische Flüchtlinge/Sträflinge. Tief in ihrem Charakter steckt ein Abenteurer-Geist. Herr Wang ist ein Beispiel. er ging kurz nach der chinesischen Eröffnung nach China und entdeckt diesen merkwürdigen Tee. Er entdeckte, dass dieser Tee nach 1958 nie mehr produziert wurde! Er kaufte die ganzen Lager ab und liess den Tee wieder beleben! Seit er in Hunan war, gibt es diesen Tee wieder.

Er selbst, fand diese Entwicklung lustig und hebt noch ein einziges Stock auf. Die Rest hat er bereits ausverkauft. Über den Geschmack dieses Tees wollte er nicht zu viel „lästern“. Er sagte einfach, jeder Tee ist ein guter Tee, wenn er einen Liebhaber findet.

Er hat recht. Ich bin nicht der Liebhaber.

Mir schmeckte dieser Tee wie eingelegtes Gemüse. Wie soll ich sagen? Merkwürdig. Stark, faules stinkendes Gemüse… Es tut mir leid. Vielleicht habe ich zu wenig Respekt vor so einem alten Tee!

Pujing Hao – Pu Er Tee 2006

Neifei內飛 Die Identitätskarte von Pu Er. Dieser Zettel erzählt uns, von wo dieser Pu Er Tee stammt – aus welcher Fabrik und welchem Ort. Fast in jedem Pu Er Fladen steckt ein kleines Zettel. Auf Chinesisch nennen wir es Neifei.

Der Pu Jin Hao – Pu Er sollte eine Ernte von 2006 Frühling sein. Im 2006 Herbst wurde diese Ernte erst zu Pu Er Fladen verarbeitet. Im Moment herrscht bei Pu Er eine Mode ähnlich wie die Mode überall: Nostalgie. Ein guter Pu Er sollte aus wilden alten Teebäumen stammen und mit der traditionellen Methode – mit Stein gepresst werden.

Ich kenne junge Pu Er. Solche Tees sind eigentlich nicht zum sofort Trinken gedacht. Sie schmecken scharf und man spürt die „Wildlife“ noch in diesem Tee.

Aber dieser Pujin Hao vermittelt mir ein neues Genuss-Erlebnis mit dem Pu Er. Der Fladen duftet noch nach der Frühlingswiese und man sieht noch die weißen Tipps und schöne fette Blätter. Der Aufguss ist hell – das heißt, dass er ist jung und „roh“ – nicht künstlich nachfermentiert. In meiner Nase duftet es wie ein Hauch von der Wiesen-Frische, von dem Honigsüß und von der Wildnis. Einerseits sanft und elegant, andererseits versteckt er nicht sein ungezügeltes Temperament.

Bei dem ersten Aufguss entfalten sich die Blätter bereits sehr gut. Elastisch und weich. Diese weichen elastischen fast unbeschädigten Blätter erzählen uns, dass er tatsächlich mit traditioneller Methode mit Stein gepresst wurde und aus wilden alten Bäumen stammt. Pu Er Tee, der mit moderner Technik gepresst sind, sind meistens zu hart, zu öffnen. Man muss fast mit „Gewalt“ den Tee zu öffnen. Pu Er Tee zu öffnen ist eine spezielle Technik erforderlich. Mit Stein per Hand gepresster Pu Er Tee ist elastischer und einfacher zu öffnen. Von der Erscheinung des Fladens könnte man bereits sehen, ob dieser Tee wirklich traditionell gepresst wurde.

Wenn es um einen Teegarten genügend alte Teebäume und Bäum-Bestand gibt, bedeckt ausreichende Feuchtigkeit und Nebel um den Garten. Das ist eine hervorragende Bedingung für Teebäume zu wachsen. Wilde alte Bäumen haben grossen und fetten Blätter, während kultivierte Teebäumen eher kleine Teeblätter und harte Stande aufweisen. Die grossen Teeblätter und die Stange zeigen uns eine elastische Weichheit, die uns einen schönen aromatischen Geschmack verleiht. Diese Information gibt uns wiederum Bescheid, ob dieser Tee tatsächlich aus den alten Teebusch stammen.

Man lebt zwar immer im Hier und Jetzt, aber ich freue mich schon, was dieser Tee mir wohl in zehn Jahren zeigt oder zeigen kann!

Puer Fladen Pujin Hao 普金 號

Puer Fladen Pujin Hao 普金 號

Diesen Pu Er habe ich beim Besuch mit Florian und Daiyu in Shiding beim Herrn Gao kennengelernt. Ein „Yunnan Arbor Old Tree Tea“.

Herr Gao bekam ihn vom einen guten Freund, der gute Vietamin B in der Politik hat und eine spezielle Anfertigung in Yunan machen liess, um das Netzwerk noch schneller und tiefer auszubauen. Er war sehr begeistert von diesem Pu Er, der angeblich nach der traditionellen Methode hergestellt wurde.

Ich war an diesem Tag ebenfalls sehr begeistert und wollte unbedingt einen haben, egal wie teuer er kostet.

Nun kommt er endlich an. Wie schmeckt er?

Probleme mit Pu Er

Ich war total erschrocken als man mir erzählte von einer Zigerrete im Pu Er gefunden zu haben.

Wie kann so etwas passieren? Viele Probleme mit Verpackung und Qaulitätsmangel entstehen nun durch viele kleine private Unternehmer. Sie ermöglichen eine Vielfalt des Marktes, erwecken aber auch Probleme des Qualitätskontrolle. Pu Er Fladen sind gepresst und man kann von Aussen nicht sehen, was innen ist. Durch Stichprobe könnte man nicht unbedingt versteckte Mangel entdecken.

Sollte man aufgrund solche Phänomenen nur kontrollierte Waren in EU-Raum kaufen? Diese Art von Pu Er ist extra für hier produziert – durch eine künstliche Nachfermentation mit Hitze und Wasser. Er ist sauber, aber nicht wirklich ein Pu Er Tee. Ich würde aufgrund der chinesischen Medizin behaupten, dass dieser Pu Er nicht gesund wirkt, eher im Gegenteil. In der künstlichen Nach-Fermentation entsteht zusätzliche Hitze, die unser Körper eigentlich zusätzlich verdauen muss, nicht für Gesundheit gebrauchen kann. Ein lang gelagerter grüner Pu Er enthält eine natürliche angenehme und safte Energie, die aufbauend im Körper wirkt.

Die Frage ist, was sollen wir als Teeliebhaber tun? Einfach ausgeliefert an die chinesischen Geldmacher auf dem Teemakrt oder lieber den „künstlichen“ Pu Er trinken? Wir müssen eigentlich gemeinsam Druck auf chinesischen Teemacher ausüben, nur sauberen und guten Tee zu produzieren. Das Problem müssen wir gemeinsam anschauen. Teebauer in China wären nur bereit mit dem Problem auseinanderzusetzen, wenn Teehändler Fachwissen besitzen und Konsumenten auf das „gute“ Tee insistieren!

Pu Er 2001

Pu Er 2001

In so einem nass kalten Wetter kann man nur mit einer Tasse Pu Er ein wenig Energie tanken.

Herr Wang schickte mir einen schönen Pu Er aus dem Jahrgang 2001. Die Fladen sieht sauber aus, kaum zerbröselten Blätter. Die Oberfläche sind voller goldenen Tipps – es war sicherlich weisse Tipps im Jahr 2001 gewesen. Die Tipps entfalten sich im Aufguss zu schönen „one Bud and two Leaves“.

Dieser Tee ist aus klassischem Dian Qing – Yünan Grüntee auf Chinesisch. Zarte Tipps und saftige Blätter garantieren das Potenzial der Lagerung. Ein Pu Er ist geeignet zum Lagern, wenn die Veränderung durch die Zeit und Reifung zu einem geschmackshaften Gaumenerlebnis ermöglicht. Zarte saftige Tipps und Blatt liefern die beste Grundlage für eine Lagerung. Nicht alle Tees sind geeignet zum Lagern. Ein guter Tee kann durch die Lagerung noch interessanter werden, während ein schlechter Tee so bleibt… In Taiwan haben wir einen Spruch: “ Der Ochse ist ein Oschse, selbst wenn man ihn nach Beijing führt…“

Momentan sind viele private Teefabriken entstanden. Das ist allerdings keine Garantie für die Steigerung der Qualität. Herr Wang erzählte mir sehr besorgt über diese Entwicklung. Stefan aus D.D. hat in diesem Sinne recht, wenn er BIO befürtwortet – das Missbrauch von Pestizide ist ein grosses Problem in Yünan – je ländlich der Anbaugebiet ist, desto unbewusster gehen Teebauer mit Pestizide um. Das Harmonisieren zwischen Menschen, Natur und Kultur muss unser Bewusstsein stärker prägen.

Zurück zu dem Aufguss: Die Farbe des Aufgusses ist orangenfarbig – mein Handy macht heute nicht mit – nach 3 MMS Versuche, blieb das Senden fehlgeschlagen. Es duftet nach wilder frischen Wiese und zugleich dem typischen Nach-Fermentationsgeschmack. Aber der leichte scharfe jedoch aromatische liebliche Geschmack sagt mir, dass er wirklich ein grüner Pu Er war. Ein Tee zum Lagern, ja ohne Zweifel. Auch nun gleich aufzugiessen wäre auch keine schlechte Idee!

Dieser Pu Er ist aus Reispapier verpackt und in der Mitte steht ein gelbliches „Cha“ – Wort. Was bedeutet dieses gelbliche Wort in der Erkennung eines Pu Er Tees, werde ich demnächst einen Beitrag schreiben. 

Reise ins Pu-Er-Land

Teefreund Gerhard würde gerne nach Yünan gehen, um Geheimnisse von Pu Er zu entzaubern. Mit einem Pu Er Händler Herr Wang in Taiwan sollte ich telefonieren, ob er uns interessante Adresse für Pu Er Herstellung weiter vermitteln könnte.

Was Herr Wang mir erzählte, hat mich richtig überrascht. Er erzählte mir, dass es inzwischen über tausend private Teefabriken entstanden sind. In der Stadt Kungming gibt es einen Teemarkt, wo man Pu Er aus ganzer Provinz aussuchen kann. Aber in einzelne Fabrik zu gehen rät er uns ab, weil die Distanz zu groß ist und man verbringt zu viel Zeit mit der Fahrerei. Was macht man aber, wenn man Geheimnisse dieses Tee unbedingt erkündigen möchte? Er sagte, was kann man dort besser erfahren als bei einem vertrauensvollen Teehändler in der Nähe abzufragen? Bist Du sicher, dass es keine Show ist, was gezeugt wird? Bist Du schlau genug zu wissen, was dort abläuft? Selbst er vertraut nur seine Nase und Gaumen. Er sagte mir, „lerne verschiedene Pu Er -Sprache zu verstehen, indem Du eine zuverlässige Quelle hast.“ Z. B. ein Pu Er aus wildem Teebaum zeigt uns größere Blätter und Tipps, aber die Blätter sind weich und elastisch nach dem Aufguss. Alte Blätter sind zwar groß, aber schmecken eher zusammenziehend und hart nach dem Aufguss. Die Blätterformen variieren sich, weil sie nicht aus Monosorte (durch Setzlinge gepflanzt) stammt, sondern aus unterschiedlichen Teesamen – wild gewachsen ohne Setzlinge.

Er empfiehlt, nach Guangzhou zu reisen. Dort gibt es einen großen Teemarkt zwischen Flughafen und Innenstadt. Dort kann man die Vielfalt des chinesischen Tees und des Pu Ers erleben.

Für viele Menschen, die gerne Mal die Herstellung des Pu Ers erlebt, empfiehlt er im Herbst zu gehen. Im Herbst wird Frühlingsernte aus guter Qualität verarbeitet. Im Frühling die Ernte von letztem Jahr. Tuo Cha ist seiner Meinung von besserer Qualität als die Pu Er Fladen. Leider erzielen die Fladen viel besseren wirtschaftlichen Profit. Die Fladen sind deswegen spekulativer und teuer als Tuo Cha.

Zum Schluss lachte er im Telefon, als ich unbedingt eine Adresse für einen Besuch haben wollte. „Wenn es touristisch mit Pu Er wird, kannst Du überall die Shows anschauen – wie am Westsee in Hangzhou Longjing. Aber Du bist nicht sicher, dass es ein originaler Longjing ist, was Du direkt beim Bauer kaufst.“ Dort kann man spazieren, verweilen und direkt Bauer besuchen. Leider ist es mit Pu Er noch nicht so weit, aber wer weiß, wie lange noch…

Wann sollen wir Pu Er trinken?

Warum sollen wir Pu Er Tee nicht nach 15.30 trinken?

Theoretisch kann man alles machen, was man machen will. Warum sollen wir im Winter Mantel anziehen, wenn unserer Körper genug Wärme enthält. Natürlich kann man Pu-Er nach 15.30 noch trinken, solang man Tee nur als Genussmittel betrachtet und Mensch getrennt von der Natur wahrnimmt. Man kann Pu Er so trinken, wie man es gerne hat, so lang man sich wohl dabei fühlt. Für Chinesen ist der Mensch das, was er trinkt und isst. Er nimmt die Energie (was wir gerne als Qi verstehen) von seiner Umwelt und Nahrungsmittel auf. Wenn er Pommes und Schnitzel isst, bekommt er dessen Energie. Darum sollten Menschen mit Zuckerkrankheiten vorsichtig mit „Götterspeise“ umgehen!

Andererseits ist der Mensch nicht getrennt von dem ganzen Kosmos. Jeder von uns unterliegt dem Einfluss von Umwelt – vom Jahreswechsel (die so genannte Wetterfühligkeit…), von Wohnort und vom Klima! Im Winter brauchen wir mehr Wärme, während wir im Sommer gerne Kühle haben. Im Winter essen wir gerne Käsefondue oder Fondue Chinoise, während wir im Sommer gerne Mövenpick Eis lecken. In der chinesischen Medizin beeinflussen die Sonne bzw. die Uhrzeiten unsere Organe. Nach bestimmten Uhrzeiten sollen wir uns zur Ruhe kommen, weil unsere Organe Energie auftanken müssen.

Tee ist ebenfalls ein Energielieferant für uns. (Das ist allerdings nur ein Aspekt des Tees. Man trinkt den Tee, weil man ihn gerne trinkt – nicht wegen seiner so genannten Wirkung! Wenn ein Tee uns nicht schmeckt, braucht der Körper wohl ihn auch nicht.) Wenn wir Grüntee trinken, genießen wir den feinen frischen Geschmack und erfrischenden Aspekt. Da Grüntee unseren Körper abkühlt, könnte es ungünstig für Menschen, die eher Wärme bräuchte – z.B. ich. Ein Pu Er Tee, ein gelagerter Tee, ein roter Tee oder ein stark gerösteter Oolong spendieren uns eher Wärme und Kräfte zu arbeiten. In China gibt es eine Tradition mit Tee, Lebensenergie zu pflegen. Mit rotem Tee pflegt man schöne Haut und guten Stoffwechsel, während man mit grünem Tee die geistige Arbeit vorantreibt.

Nach 15.30 sollte man schauen, dass der Körper langsam zur Ruhe kommt – nicht alles auf einmal, sondern langsam. Tee, der uns Energie spendiert, sollte vermieden werden. Für eine bewusste Ernährung wäre z.B. Rettich zu empfehlen. Nicht nur Tee und Kaffee, was so genanntes Koffein enthält, sollte mit Vorsicht genossen werden. Eigentlich alle Nahrungsmittel, was uns Yang-Energie (Wärme) spendieren, sollte bewusst am Abend vermieden werden- z. B. Ingwer und Pfeffer. (Mit Ausnahme von Nachtmensch, der gerne durch Nächste feiert und arbeitet.)

Meine Meinung nach ist der „Wellness Yogi Tee“, der als „No Black“ Tee (ohne Aufpusch-Wirkung) geworben wird, nicht unproblematisch.

Glauben Sie an es, oder nicht? Ist es eine Glaubenssache? Kann man selbst nicht durch bewusstes Leben bei sich beobachten und erleben? Müssen wir alles von den Zeitungen und Bücher oder Experten überzeugt werden?

Ich möchte hier keine Wahrheiten verkünden. Es ist nur ein kleines Aspekt, was Tee uns vermitteln kann – bewusst mit unserem Körper umzugehen, der mit der Natur und dessen Rhythmus im Einklang steht.

Schließlich sollten Sie bei Fragen, Sich an Apotheke und Ärzten wenden 🙂

 

Pu Er Degustation von Yiwu 易武 2004 und 2003

茶友 Teefreund Stefane wollte unbedingt meinen Bericht hören. Vielen Dank für sein Vertrauen.
yiwu
Die Degustation von Yiwu 2004 (links) und Yiwu 2003 (rechts)

Bevor ich es berichte, möchte ich drei Standpunkte meines Berichts erklären:
1. Die beiden Pu Er sind nicht von dem gleichen Ausgangspunkt. Ein jüngerer grüner (roher, nicht künstlich nach behandelter) Pu Er enthält die Eigenschaften von Lebendigkeit, Wildheit, Eindringlichkeit und Frische. Ein älterer Pu Er vermittelt uns ein Hauch von Reife, Erde und Tiefe. Ein 2003 Pu Er, der in einer warmen feuchten Insel in Taiwan gelagert wurde, ist anders als in einem kalten trockenen Land – Deutschland.
2. Die beiden waren aus einer Fladen. Ein Pu Er Fladen 餅茶 wird immer aus drei verschiedenen Qualitäten von rohem Materialien hergestellt. Auf der Oberfläche kommt die beste Qualität, die unterste Seite des Fladens die zweite beste Qualität und in der Mitte die einfachste Qualität. Drei verschiedene Qualitäten von grünem Tee werden zusammen in einem Fladen gepresst. Die Stichprobe ergeben sich verschiedene Ergebnisse, wenn man verschiedene Seite des Pu Er Fladens erwischt…
3. Das beste Tee zu suchen und das Beste zu haben, ist nicht meine Absicht als ein Teeliebhaber. Ich möchte nur Tee verstehen und lieben, so wie er ist. Meine online Teefreunde sind alle erwachsenen Individuen, die keinen Führer bräuchten, um Meinungen zu bilden. Es wäre mir wichtig, es zu gelingen, einen Tee aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und zu genießen. Die Sprache des Tees steht im Vordergrund, nicht wie gut er angeblich sein könnte. Alle chinesische Intellektuelle schätzen die spirituelle Aspekte und die sinnliche Erlebnisse im Genuss des Tees, nicht das Niveau des „Strebers“, dessen Interesse eigentlich an Tee selbst liegt.

Außerdem ist mein Wissen mangelhaft 🙂
Ich habe die beiden Tees drei Male aufgossen, damit es von verschiedenen Seite betrachtet werden konnte.
Zuerst habe ich einen Fehler gemacht, dass ich 1,5 g von dem 2003 Stückchen und 1,5g von dem 2004 lose Blätter rausgenommen. Im Aufguss zeigen sie zwar ähnlich Duftnoten, weil sie wohl alle aus Yiwu-Gegend stammen. Der von 2004 zeigt mir kleinere Blätter und Knospe, während der von 2003 eher größere reifere Blätter und Stange zeigt. Der 2004 Pu Er von mir haben noch richtig schöne weiße Tipps auf der Oberfläche von Fladen, wenn er vollständig, noch nicht aufgemacht ist. Beide Tees duften schön blumig. Von Aufguss her duftet der von 2003 intenviser und deutlicher als von 2004. Die Duftnote von 2004 ist leichter und ich dachte, Flügel dieses Tees zu sehen. Das hängt mit weißen Tipps, denn sie sind zart und jung. Sie verfeinern zwar den Geschmack und Duft, aber Der Geschmack ist deswegen auch dezenter. Dem Aufguss schmeckt beides gut. Der von 2003 schmeckt tiefer, runder und deutlich nach dem Geschmack der natürlichen Nachfermentierung.
Beim 2. Mal habe ich von beiden Tees nur den losen Blättern genommen. Interessanterweise zeigen der von 2004 schöne vollständige Blätter und Knospe, während der 2003 kürzere Blätter aufweist. Dies ist wohl auf das Transport zurückzuführen. Der Aufguss von 2004 schmeckt nun wirklich eleganter (wegen den Tipps), leichter und eine kleine Spur von Bitterkeit, die sich beim Abgang spürbar ist, sich sehr schnell verschwindet. Im Gaumen bleibt eine feine Süße. Bei dem 2003 schmeckt der Aufguss ein bisschen „einfacher“ (grob), aber sehr solide. Er hat ausgezeichnet keine bittere Nuance. Beide Tees schmecken nicht zusammenziehend!
Beim 3. Mal habe ich erneut einen Fehler gemacht, dass ich Stückchen von 2003 genommen habe und lose Blätter von 2004. Die Blätter von 2004 gehen schön auf, während der von 2003 noch ziemlich zusammenbleibt. Nach paar Stunde duftete der von 2004 immer noch nach Blumenwiese.

Alle Degustation sind unter gleicher Bedingung: 1,5 g Tee, 5 Minuten ziehen lassen und 150ml kochend heißes Wasser.
Ich hoffe, dass Stefan mit meinem kleinen Test zufrieden sein könnte und meine Fehler tolerieren könnte. Selbstverständlich ist der Yiwu 2003 ein wunderbarer Tee, der noch besser wird! Bis nähtest Mal!

Ein Haus in Yiwu
Yiwu war in der früherer Zeit der Ort, wo man mit Pferde Tee nach Tibet transportierte. Heute gibt es eine schöne Reiseroute: Tee und Pferde Weg in Yünnan. Hier ein Photo von einem alten lokalen Haus.

Teepacken in Yiwu
Ein junges Mädchen in Yiwu Gegend packt gerade den Yiwu Tee.