Archiv der Kategorie: Klatsch am Teetisch

Baba und Nyonya 峇峇娘惹

Pinang P. M. Peranakan-Kunststil

Als wir in das alte renovierte Haus eintratt, sahen wir einen gewoehntlichen alten Mann, der das Haus starrte und auf dem Hocker sass. wir beschenkten ihm keine besondere Aufmerksamkeit und folgte dem Fuehrer in die Raeume.

Pinang Peranakan Mansion war das Ziel des Besuches. Die komische Mischung zwischen chinesischen und westlichen „Lifestyle“ in letzter Epoche wechten unser Neugier. Fuehrer erzaehlte uns von Baba und Nyonya… Was ist das? Ich kenne Nyonya Reiskuchen, der ueberall im Kaufhaus Taiwans als malayische Spezialitaet verkauft wird. Aber ws bedeutet dieser Name genau?

Das war die Geschichte der interkulturellen Begegnung. Exotik, Erotik und dann… Chinesen aus armen Provinz Chinas suchten in Fremden ihr Glueck! Herr Zheng 鄭景貴 war einer von vielen. Er kam allein in das fremden Land, wo sich sein Vater und Bruder bereits befinden. Er arbeitete hart, er war der absolute Fuehrer von Clan und Banditen. Er wurde reich durch Zinn-Ausbeutung und natuerlich reich durch Sieg ueber andere durch Banditen-Kriegen. Er heiratete eine Chinesin, natuerlich aus reicher Familie mit gebundenen Fuesse, die als Prestige dienten. Eine  kultivierte Frau aus Mutterland und unzaehlige wilde Frauen aus fremdem Malaysia! Herr Zheng baute das Haus als sein Buero als sein Machtzentrum und besass eine Ehefrau und 7 Nebenfrauen! Natuerlich mit nicht ueberliferten Romanzen und unehrliche Kinder…

Kinder von den Nebenfrauen blieben als Kinder bei der Mutter, die von lokalen fremden Kultur gepraegt wurden. Als Kinder erwachsen wurden, wurden sie ins Mutterland China geschickt – kultiviert zu werden… Diese Kinder von dieser speziellen Mischung sind Peranakan… Maenner nennen wir Baba und Frauen sind die Nyonya…

Chinesische Auswanderer und Einwanderer waren immer ledige Maenner. Wenn es moeglich war, haetten sie gerne Chinesin geheiratet. Zum Vergnuegen waren die interessante exotische wilde Frauen da. Aus dieser exotischen und erotischen Beziehung ist diese einzigartige Kultur entstanden!

Es war mit Taiwanesen nicht anders. In meinem Blut fliesst verschiedene Mischung aus ehemaliger Begegnungen. Menschen sind beste Dokument der kulturellen Kreuzungen!

Peranakan liessen gerne Porzellan in China herstellen. Sie hatten einen speziellen Geschmack! Sie liebten Mudan (eine aehnliche Blume wie Pfingstrose) und Phoenix – Siymbol von Reichtum und Segen. Sie hatten ihre spezielle Mode, spezielle Sprache (Mischung aus Hokkien und Malaisch) und spezielle kulinarische Note – Mischung aus ihrer malayischen Mutter und der chinesischen vaeterliche Tradition!

Dieses spezielle Volk sind von Aussterben bedroht –  sie lassen sich intergrieren in die Main-stream-Kultur… In Singapore sind sie nun richtige Chinesen, waehrend ihre Identitaet in Indonesien und Malaysia immer mehr zu ihrer „Mutter“ tendiert…

Familie Zheng lebt nun immer noch in Penang, aber nicht mehr viele. Die meisten Zheng-Peranakan wandern noch weiter in die Welt – nach der neuen Welt, Europa oder New Zeeland… Der Fuehrer erzaehlte uns, dass das alte Haus im Zerfall war und an fremdem Mann verkauft wurde, der selbst wohl Peranakan ist und fuer diese Gruppe etwas tun moechte. Er baut das Haus zu einem Musuem aus. Er ist reich, kultiviert und sammelt Kunst. Aber der wirkliche Zheng-Peranakan… Er deutete mit Finger den alten Strassen-Mann im Hof, der im tiefen Gedanke versunken war – er ist der letzte Zheng, der immer wieder ins Haus kam, seine Vorfahrer Weihreich und Raecherstaebchen opfert… Er ist ein Fremde in diesem Haus „Hai Shan Hui“ geworden, so fremd wie Peranakan in Pinang. 

Faszination Penang (Pulau Pinang)!

Nach Penan zu Reisen, war nie meine Idee. Wir sind nach Penang gereist, weil China Airlines Promotion macht. Nicht widerwillig auch nicht begeistert flog ich nach Penang ab. Penang, eine tropische Insel voller Chinesen und Freunde meines Vaters, die dort Fabriken innhaben und eine Art von Getto formen. Mich interessiert doch nicht Overseas Chinese – dachte ich, vor allem nicht aus Suedasien.

Aber nach Cameron Highland moechte ich gerne anschauen – das aelteste Teeanbaugebiet in Malaysia.

Der erste Tag in Penang war unter dem Wasser. Meine Beinen und Aermen sind verstochen. Das Monsun ist bereits ein Monat frueher angekommen. Taxifahrer erzaehlte uns beim Inselrundfahrt, dass sich das Klima nach dem Sunami bereits veraendert. Er war gerade am Strand, als Tsunami kam. Solche Welle war wie weisse Drachen! Er habe noch nie so etwas gesehen! Wir gingen in die Bergen, Villen, Landwirtschaft und ausgebeutete Erde. Als wir am Meer vorbeifuhr, sah ich eine Reihe von grossen Immobilien-Plakat. Am Meer auf geschuettetem Grund sollte riesigen Villenanlagen gebaut werden und eine schoene exklusive Aussicht wird versprochen. Wer sollte hier her ziehen? „Rich Chinese from everywhere.“ Taxifahrer gringste und sagte, „Tsunami will take everything away again and the coast will be cleaned.“ Wir lachten.

Martin wollte wie alle andere westliche Touristen im Restaurant essen, um gemelkt zu werden und wir wurden richtig gemelkt – warum nicht. Die EssStaende auf dem Nachtmarkt waren fuer eine frische Ankoemmlinge nicht ganz appettitlich.

Indisch, chinesische und arabische Grueche fullten die Luft. Inder, Chinese und Malayer gehen kreuz und quer auf der Strasse und in der Landschaft.

Wir uebernachteten in Betonblock Holiday Inn, waehrend die Einheimischen unter dem Blechdacht ihr Glueck im Regen suchen…

Stadt Penang  –  in der Wirklichkeit die so genannte George Town ist ein gefaehrlicher Ort, wo die fliegenden Mopad-Fahrer jeder Zeit zu Terroristen werden koennten. Feucht, warm und laut. Bei mir juckt ueberall. Es war Fasten Zeit von Islam. Strassen waren leer, ausser zwischen 5-7 Uhr abend. Alle frommen fastenden Menschen gehen auf die Strassen und begluecken die Essen-Staenden. Voll, Gerueche und Laerm. Sie sind aber gluecklich, so gluecklich, dass sie nur noch 2 Stunden warten muessen bis die Sonne runtergeht… Ein Taxi Fahrer sagte uns, dass Islam eine sehr interessante Religion sei – sie fasten tagsueber und fressen in der Nacht… Der Fahrer ist ein Inder in meinem Auge, er sagte aber, dass er ein Malayer ist. “ Wir are Malaysia. We live with eachother!“ Er liebt Penang! Ein Ort der Kreuzung der Voeklerwanderung, ein Ort der interkulturellen Beruehrungen! Ein Ort der Sehnsuechte nach Paradies voller Gewuerze und Duefte…

Englaender waren hier und sie haben die Insel endeckt… Es hiess „Prince of Wales Island „. Der Gruender war Francis Light – war ein Trader von  the British East India Company. Er starb an Malaria und wurde auf dieser Insel beerdigt…

Nein, Chinesen waren vorher da. Vor den Chinesen waren die dunkelen lebensfreudigen Malayer schon dort. Aber vor ihnen, war wer?

pinang map

Copeland and Garrett 7237 N und A

Copeland and Garrett 7237 N und A

Ich wäre froh, wenn jemand weiss, was diese Nummerierung von „Copeland and Garrett „bedeutet.

Das Geschirr, das jede Teeparty und Teestunde begleitet, speichert einen Lebensstil einer Epoche. Vorstellung eines feinen Lebens und Gedächtnis guter Lebensart kommen durch das Porzellan zum Ausdruck. Als Porzellan eine Neuheit in Europa war und Menschen begeisterte, ist der Kunststil Chinoserie entstanden.

Chinoserie, Dokumentation einer interkulturellen Begegnung, eine Faszination von gestern und heute! Ich kann mich – genau wie August der Starke von dieser Faszination nicht entziehen…

Meine Entdeckungsreise im Brockenhaus

Meine Entdeckungsreise im Brockenhaus

Mein frührer Chef Onkel Fan war ein Entdecker auf den deutschen Flohmarkt. Eine Qi Baishi Malerei, eine Malerei in der Ming Dynastie und Manchu Kaisersiegel etc. hat er bereits auf dem Flohmarkt in Deutschland entdeckt. Er kaufte z. B. eine Malerei con Qi Baishi für 70 DM und liess sie in Taiwan schätzen. Der Wert dieser Malerei wäre eigentlich 50,000 DM gewesen! Er verkauft seine gefundenen Schätze nicht. Er sagte mir, sie haben mich gefunden und wollen bei mir bleiben. Einmal erzählte er mir, was diese Entdeckungsreise für ihn bedeutet. Er war im Mai 199? auf den kontanzer Flohmarkt. Eine wunderschöne Malerei entdeckte er von Entfernung. Er lief dort hin. Vor ihm war das Qigong und Teemeister Paar Wu. Sie suchten und liefen vor ihm. Er dachte, dass er keine Chance mehr hätte, weil das Paar diese Malerei bestimmt als erstes entdeckten. Aber der Meister war fixiert auf eine gewöhnliche Teekanne, sagte Onkel Fan, sie liefen einfach an den Schatz vorbei und sahen nichts. Er bekam diese Ming Malerei für 70 DM und der Wert dieser Schatz wäre 30,000 DM gewesen! Das Fazit von Onkel Fan war, die Dinge suchen uns aus, nicht ungekehrt! Wenn es keine Verbindung zwischen Dir und dem Schatz gäbt, bekommst Du es so wie so nichts! Du wirst als seine Zuflucht ausgesucht…

Mit dieser Einstellung betrachte ich ebenfalls mein Leben. Es muss Resonanz geben zwischen Menschen und seiner „Mitwelt“.

Da ich mich auf meinen Umzug freue, schaue ich bereits herum, was ich mein ZUHAUSE (hoffentlich diesmal eine „langfristige“) gestalten kann. Ich gehe auf meine Entdeckungsreise. Freundin Antje ist eine Trödelmeisterin, die mir den Weg gezeigt hat. Wir gingen gerne ins Blockenhaus, wo meiste Bürgerliche sich schämen würden, dort aufzukreuzen. Dort ist mein Schatzkammer! Ich habe bereits wunderschöne alte Yixing-Kanne für Spotpreis erhalten, wunderschöne Silber-Kerzenstände und interessante alte Mocca-Geschirr etc.

Die Dinge suchen mich aus, nicht umgekehrt. Ich bin ein Fan von Louise-Phillip-Stil. Momentan tauchen andauernd solche Möbel vor meinen Augen. Natürlich sind nicht alle Dinge taugbar, aber viele wunderschöne Stücke! Sie warten auf das neue belebte Leben! Sie warten auf meine – ihre Teaparty!

Ich bin vielleicht eine seltsame Person. Einfach Geld im Laden „hinzublätter“ und etwas im Zimmer „hinzusellen“, macht mir kein Spaß. Natürlich kann man viele schöne Dinge kaufen. Aber das einfache Kaufen befriedigt mich nicht. Mir gefällt es, dass die Dinge mich aussuchen, nicht umgekehrt. Eine Resonanz zwischen mir und der Mitwelt zu erleben, ist ein Genuss des Lebens. Das zu entdecken, was andere nicht tun, weil sie von einem bestimmten gesellschaftlichen Konzept gefangen sind, bereitet ebenfalls eine Art vom Erlebnis.

Freunde sagen mir, erzähl´ das Geheimnis bloß nicht weiter, ansonsten gehen alle dorthin. Warum sollte ich die Freude anderen „Mitmenschen“ nicht gönnen? Schöne Dinge gehören mir nicht, sondern allen!

Das Bild zeigt meinen neu gefundenen Schatz: ein Teller Copeland and Garrett! Mehr Bericht darüber – bis zum nächsten Mal!

Tee und Brasileirinho

Reinhard erzählte mir, dass er sehr gerne den Geschmack des Fancyoolongs mit Aprikose-Duft, der einst lieferbar war und in der Literatur gepriesen wurde, einmal probieren würde. Ich verstehe seine Sehnsucht und versichte ihn diesen Wünsche zu erfüllen. Nach dem er diesen speziellen Oolong degustierte, schrieb er mir, dass er den Teebauer bewundert, wie er dieses Kunstwerk schaffen könnte! Ich schrieb ihm, wahrscheinlich hat dieser Teebauer einfach seinen Vater gefolgt, was der Vater gezeigt hat, wie man einen richtigen Baihao Oolong (Fancy Oolong oder Oriental Beauty) produziert. Der Teebauer hat die Teeblätter einfach Schritt für Schritt verarbeitet, ohne an Mode und Markttrend zu denken. Ein einfacher Teebauer macht seinen Tee einfach nach seiner Tradition. Dadurch entsteht ein großartiger Tee, der jemanden in der Schweiz fast zu weinen bringt…

Film

 

Das ähnliche Erlebnis habe ich gestern im Kino erlebt. Mika Kauriskäki erzählt in „Brasileirinho“ die Geschichte und Lebendigkeit des Choro – die Alltagsmusik von kleinem Volk. Die Musik wurde von Darstellung verschiedener Stars präsentiert. Die künstlerische Fähigkeit des Stars ist beeindruckend und die musikalischen Klänge sind unvergesslich ausgezeichnet. (Mir gefällt trotzdem der Film vom Wim Wenders – Bueno Vista Social Club besser, weil es dort nicht nur Stars zum Wort kommen, sondern der Mensch.) Nicht die filmische Darstellung oder Musikalität mich berührt, sondern das brasilianische Wesen. Ein einfacher armer Schlucker wie meiste in diesem Land, sang über seine Hütte, seine unerfüllte Träume in einfacher Wörter und Melodie von seiner einfachen Poesie. Diese einfache Poesie, die überall in brasilianischen Texten und Lieder zu finden ist, brach mich zu weinen. Diese Poesie ist der große Schatz von Brasil!

Teebauer oder Künstler, die einfach ihrem Werk mit Herz und Fleiß widmen, einfach ihre Arbeit tun, sind heute unser Schätze geworden. Heute geht es um „Neuigkeiten“, „Innovation“, „Wirtschaftlichkeit“ und „Trend“, selbst die „Schlich-heit“ wird inszeniert – geht doch einfach ins super moderne Möbelhaus und beobachte, was „Designer“ uns von „schlich“ und „kalt“ erzählt.

Teetaster Chen wollte, dass ich ihm eine Kücheuhr kaufe. Ich suchte überall in Konstanz nach einer eleganten Kücheuhr – ohne Erfolg. Ich sagte, dass es modern ist, eine Digitaluhr zu haben. Er lachte im Telefon und sagte, er sei ein einfacher Mensch und wollte eine einfache drehbare Kücheuhr. Nun ist es dieser einfache Wünsch schwer zu erfüllen, weil unsere Gesellschaft kompliziert geworden ist und komplizierte Uhr mit Batterie „einfacher“ geworden ist…

Eine Tasse türkischer Tee

Wenn ich keinen Appetit habe, wenn es für mich zu kalt und müde ist und wenn ich nicht weiß, was ich tun sollte, gehe ich gerne zu Ali. Egal wie sich die Außenwelt verändert, leuchtet das Licht bei Ali immer und die Wärme der Kebap-Grill strahlt in die Lust.
Wahrscheinlich geht es bei vielen so.
Heute habe ich Geburtstag. Familie und Freund sind weit weg – im Ausland. In Konstanz begleitete mich nur der Regen.
Ich ging zu Ali. „Menglin, Willst Du eine Tasse Tee?“ Seine Frau Zahide gab mir einen warmen Gruß. Sie wusste nicht, dass ich Geburtstag habe. Sie gibt Menschen das warme Herz, so – wie es einfach so ist. Ein Couscous Salat und ein Glas türkischer Tee. Ich beobachte das Kommen und Gehen der Menschen und schluckte langsam den einfachen und wärmenden Tee.
Ein kleines Mädchen kam, weinend und traurig. Sie hatte schlechte Noten und fürchtete vor ihrer Mutter. Ali gab ihr ein kleines Kebap und tröstete sie. Das Kind ging und ein Afrikaner kam. Eine alte scheinbar armselige Seele. Ich sehe ihn manchmal beim Zeitungverkaufen am Straßenrand. Sein bescheidenes Wesen warf ein Schatten in der Stube und saß schweigend am einen unauffälligen Ecke. Zahide brachte ihm einen vollen Teller und ein Glas Tee. Er lächelte ihr zurück. Sie brachte nicht nur einen Teller Futter, wohl auch Würde. Eine fremde polnische Familie kam und schlürfte eine Tasse Tee. Ihre schüchternen Köpfe wurden von dem Duft des Tees umgehüllt. Die Grenzpolizei kam ebenfalls. Laut, eilig und ungeduldig. Sie hätten wohl keinen Tee gewollt.

Eine Tasse nach einer anderen. Dieser einfache türkische Schwarztee wird wohl für immer bei meinem geheimen Garten bleiben. Eine Erinnerung von einer Zeit, in der alles in Wandlung ist und sich alles in Veränderung befindet. Dieser Geschmack des türkischen Tees ist ein Geschmack der Freundschaft und Menschlichkeit. Alle kommen gerne hier her. Denn man ist in diesem bescheidenen einfachen Kepap-Restaurant selbst, wie man ist. Kein Show, kein Selbstzuschaustellen und keine Inszenierung einer bestimmten Szenerie.  Einfach, sich selbst sein.

„Möchtest Du noch eine Tasse Tee?“ „Eine Tasse Tee? Ja, gerne!“

Kuyu Kebap
07531/25952
Kreuzlinger Str. 18
78462 Konstanz

Matcha Zeit

Es ist Matcha Time! Es ist einfach zu heiss. Hier in Mitte Europa erlebt man nicht nur extreme verschiedene Menschen (nett und böse), sondern auch extremen klimatischen Wechsel!!

Teemeister Ulrich Haas in Freiburg gab mir ein Rezept für Matcha Eis:

2 Eigelb mit 5 Esslöffel Zurcker verrühren bis weiss.

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1/4 L Sahne schlagen

Anschliessend Sahne, Eigelb und Matcha (1-2 Teelöffel) zusammen mischen. 

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2 Eiweiss schlagen. Am Ende 1 Esslöffel Zucker dazu. Diese Eiweiss-Masse den Sahne-Matcha Creme unterrühren. Tiefkühlen.

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Grüntee ist nach der chinesischen Medizin abkühlend und Qi-senkend. Im Sommer ist es die ideale Zeit, diesen Tee zu trinken. Er vertreibt die innere Hitze, wirkt entgiftend und befeuchtet den Organismen – baut Yin-Energie auf (wenn man nicht zu viel trinken und dauernd Wasser lassen muss – Tee trinken ohne zu übertreiben). Li Shizhen, ein legendärer chinesischer Arzt, der ein Kräuter-Bible (Ben Cao Gang Mu) geschrieben hat, warnte vor übertriebenen Grüntee-Konsum, dass viele Frauenkrankheiten und Kältekrankheiten dadurch entstehen könnten. Er äusserte gleichzeitig sein Bedenken über Auswirkung der falschen Teeherstellung und falschem Zeitpunkt der Pflückung.

Teetrinken könnte unsere Erlebnisse bereichern und das Leben auf verschiedene Art und Weise bewegen. Andererseits könnte er uns gesundheitlich unterstützen. Trotzdem ist er ein Naturprodukt, der dem kosmischen Rythmus unterliegt. Teetrinken ohne zu übertreiben und auf die Jahreszeit und Uhrzeit zu achten, helfen uns den Teegenuss ohne Bedenken zu erleben.

Exotik, Erotik und dann?

Monte Verita Teegarten

Der Teegarten in Monte Verita

Teegarten in Monte Verita, ein ambitioniertes schweizer Projekt im eigenen Boden Tee herstellen zu wollen? Ein kleiner Fläche, wo Teepflanzen aus Japan eingeführt wurden und hier ihre neue Heimat gefunden hat, kann als Mustergarten dienen, allerdings nur beschränkte Produktion liefern. Drogist Peter Oppliger führte uns durch sein großartiges Projekt.

Die Gäste sehen zuerst zwei japanische Laternen vor dem Garten. Die Kodes deuten auf das Betreten des anderen fremden Reichs. Ein Holztor, das asiatisch aussieht, ergänzt wunderbar zu den Laternen. Selbst wenn die Gäste die Teepflanzen noch nicht erkannt hätten, hätten sie verstanden, dass hier irgendetwas mit Asien zu tun hat. Durch die Treppen gehen wir hinauf. Pass gut auf, hier ist die berühmte Steinlandschaft aus der Zen-Tradition! Wer unaufmerksam ist und nicht bei sich bleibt – z. B. wie ich – trete gleich ins „Meer“ (Sand) der im Regen versunkenen Steinlandschaft. Neben der Steinlandschaft steht ein Holzpavillon, was als Warteraum der Gäste zum Tee fungieren sollte.

Anschliessend besichtigten wir das Teehaus, das noch auf die Fertigstellung wartet. Darum suchte ich vergeblich nach Tokonoma (das Ort, wo der Gastgeber selbst mittels eine Hängerolle oder Blumen zum Anlass zur Sprache kommt) – überhaupt der wichtigste Platz im Teeraum und Warteraum! Anscheinend wird es später nur 3 Tatami-Matten geben, wo die Gäste wohl auf der Bank sitzen und zuschauen. Das Konzept verläuft nach dem Vorbild des Schauspiels. Der Gastgeber, der die Tee-Zubereitung als Performanz vor den Gästen vorführt, ist nicht mehr der Gastgeber, sondern der Schauspieler. Diese Phänomene können wir überall in großen Städten beobachten, wo Teezeremonie vorgeführt wurde.

Anwesende Teegäste bewunderten die schöne Kimono, die zarte Bewegung und überhaupt die fremdartige anmutige japanische Schönheit. Szenerie von der Usucha Zeremonie (dünner Tee) wurden vorgeführt. Herr Oppliger erzählte uns, dass man während des Verlaufs schweigen muss. Das hilft wohl uns auf das Geschehen zu konzentrieren.

Meine Teelehrerin Nojiri Sensei verlangte uns immer wieder, dass wir während der Teezubereitung auf Gäste eingehen und gleichzeitig auf den Tee konzentrieren müssen. In einer Usucha Zeremonie, die dort Szeneweise aufgeführt wurde, herrschte eine heitere Stimmung. Gäste und Gastgeber unterhalten sich und lachen. Die Kunst besteht in dem offenen Geist des Teilnehmenden. Man unterhält sich und zugleich konzentriert. Gäste und Gastgeber vergessen nicht, was sie tun sollen und zugleich die Atmosphäre zu genießen. Teezeremonie ist jenseits von Ernt und strengen Regel, sondern mitten im Leben!

Mich beeindruckt von der europäischen Zuneigung zu Asien immer wieder. Chinoserie und Japonismus sind nach wie vor im Trend! Die postmoderne Entwicklung, in der man alle kulturellen Elemente zusammenmischt und die tatsächliche Hybridität als Legitimation des kulturellen Austauschs argumentiert, könnte man bei New Age Bewegung, kulinarische Kochbüchern und auch hier beobachten. Man kann nicht ohne eigene Brille die Welt betrachten. Der Orientalist, den Said in dem postkolonialen Diskurs verewigte, ist immer noch präsent. Der Orientalist sieht das Orient im Spiegelbild der Okzident… Die jungsten Bespiele sind der Film „Geischa“ und Mohamed Karrikatur (ich habe bereits darüber kommentiert).

Das Vereinnahmen der fremden Kultur und das Fremde zum eigenen Zweck zu verwandeln sind im Kulturaustausch nicht neu. Die Frage ist, wohin die Teekultur in der Schweiz geht? Sich an einem unvollständigen japanischen Vorbild orientieren? Japanische „Folklore“ im schweizer Boden aufzubauen wäre ein Beitrag zur schweizer Teekultur?

Das Münchener japanische Teehaus Kan Sho An, der von Urasenke-Schule gestiftet wurde, könnte allen schweizer Teeliebhaber zum Nachdenken bringen!

Kan Sho An in München

Kan Sho An in München. Der Teeraum im Winter mit Ro.