Archiv der Kategorie: Klatsch am Teetisch

Schwarztee gegen Stress!?

Betty Bossi schrieb in der neuste Ausgabe über die Wirkung des Schwarztees! Schon wieder eine neue Entdeckung, um Wellness-Bauchladen zu füllen: Schwarztee wirkt bei der Ausschüttung der Stressharmone hemmend. Schwarztee-Trinker erholt sich viel besser nach dem Stress – laut einer unbenannte Untersuchung.

Bin ich auch eine von tausenden schweizer Hausfrauen geworden, die Betty Bossi abonniert? Einmal war ich neugierig über die Welt der „Schweizerinnen“ in ihrem Machtbereich. Als eine teilnehmende Beobachterin bestellte ich die Zeitung und war fasziniert über die ideereiche Küche und immer aktuelle Tipps, die eine Frau in ihrem häuslichen Leben angeblich erleichtert. Hinter dieser sauberen professionellen Haushaltsratgeber ist das Geschäft mit der Frauen wie Kosmetik und Mode verborgen. Frauen werden belehrt, was sie essen, wie sie kochen und welche Image sie nach Außen präsentieren sollten. Die Weiblichkeit ist konzentriert bzw. kastriert in einer von Geschäftsmänner dominierten angenehmen „idealen“ Welt. Keine Weltveränderung, keine Hinterfrage des Systems und keine Nachdenken über die Realität des Lebens. Was ist eine Frau? Zwischen Küche und Wellness gibt es wirklich keinen Platz mehr für eine „Frau“?

Zu faul, um diese Zeitung rechtzeitig zu kündigen ermöglicht mich, diese Weltneuheit zu erfahren! Gott sei Dank!

Gesundheitlich bedenklicher Oolong?

Eigentlich muss man bei Nebenwirkung und Gegenanzeiger einer Droge, wie z. B. Tee immer bei der Apotheke nachfragen oder die Packungsbeilage anschauen. Leider gibt weder unser so genannte Teefach-Geschäft richtige Auskunft über die Auswirkung des Tees, noch könnte man die Packungsbeilage dazu erhalten. Ich bin weder Mediziner noch Experte von Fach Gesundheitswesen und kann an diese Stelle keine autoritäre Aussage machen. Man muss nicht an meine Wörter glauben.

Wovon spreche ich denn eigentlich hier? Oolong und Gesundheit? Vor Tausendjahren schrieb Lu Yu sein Wissen und Reflexion über Tee in seiner legendären Teebibel „Cha Jing (das Buch des Tees, 760 A.C.) nieder, wie ein guter Tee sein sollte und wie er wirkt.

In dem ersten Kapitel schrieb er über die Biographie des Tees – die Entstehung des Namens und Geburtsorten. Er bezeichnete allerdings, dass der wild gewachsene Teebaum besser als Kultur-Teebaum sei, die Purpur-farbigen Tipps besser als grüne sei und leicht gerollte Blatt (wie z. B. der originale Tie Guanyin-Baum) besser als flache Teeblatt sei. Tee aus schattigen Tälern sollte man nicht trinken, weil dieser Tee die Lebensenergie stagniert.

Die Wirkung des Tees geht über den Geschmack. Er wirkt abkühlend und bringt die Energie (Qi) nach unten fließen. Menschen, die ein einfaches Leben führt und einen unkomplizierten Lebensstil lebt, könnten den Genuss des Tees richtig kosten. Für Lu Yu ist der Tee nicht nur ein Genussmittel, sondern ein Getränk, das Menschen im Leben begleitet. Tee schmeckt nicht dominant und oft nur sehr subtil und dezent. Menschen, die ein einfacheres Leben führen, könnten mit der Einfachheit des Tees besser im Einklang zu sein.

Wenn der Körper zu warm, zu durstig, wenn man unter Kopfschmerzen, Schwindel, Druck im Brust und Gelenk-Schmerzen leidet, ist Tee ein Hilfsmittel – vergleichbar mit göttliche Getränke. Aber wenn der Tee in falschen Zeitpunkt gepflückt wird oder falsch hergestellt ist oder mit anderen Kräutern beliebig gemischt wird, ist das Teetrinken wie kranke Energie zu tanken!

Tee kann sogar zur Katastrophe führen, wenn man den Tee aus falschem Anbaugebiet trinkt – das ähnliche Prinzip wie Gingsen (Rensen). Gingsen aus dem Gebiet Shangdang enthält die beste Wirkung, während der aus Südkorea nur bedingt wirkt…

Heute werden meiste Oolongtees nicht mehr in der richtigen Zeitpunkt gepflückt. Meistens werden Tipps gepflückt und begehrt anstatt die reifen offenen Blätter. Junge Tipps sind einfacher zu rollen, zu formen und zu verkaufen, weil der heutige Geschmack der Konsumenten den erfrischenden grünen Tee bevorzugt. Diese Art von grünem Oolong reizt die Magenschleimhaut und verursacht Magenschmerzen und Kreislauf-Problem. Viele unwissende Menschen betrachten solche Symptome als Nebenwirkung von Tee. Eigentlich liegt das Problem an den Herstellungsfehlern!

Lu Yu hat uns auf einen wichtigen Punkt aufmerksam gemacht – das Cocktail des Tees. Heute ist man nicht mehr zufrieden mit dem einfachen Geschmack des Tees. Es muss irgendwie Mandarinen-, Zimt oder Vanille-Geschmack sein. Bevor man einen Teeladen entdeckt, erfährt man bereits von dem Parfum! Dieses Cocktail-Verhalten bringt uns selten zu dem wahren Tee-Genuss nah, sondern eher von dem einfachen Geschmack des Tees befremdet zu sein. Gesundheitlich wirkt es laut Lu Yu eher bedenklich…

Oolongs, die nicht aus reifen Teeblätter bestehen und falsch hergestellt wird – zu wenig gewelkt, zu wenig fermentiert etc, würde ich als „gesundheitlich bedenklich“ bezeichnen.

Frage zu den „gesundheitsschädlichen Oolong“

Sehr geehrte Frau Menglin Chou,
haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Informationen. Ich bin wirklich sehr angetan von Ihrer Mühe, uns “Trink-Anfängern” die Welt des Tees näher zu bringen! Man spürt Ihre tiefe Begeisterung für den Tee sehr deutlich, und so sind alle Ihre Hinweise, Kniffe, Hintergründe und Ratschläge stets sehr autenthisch und überzeugend!

Also: nochmals vielen Dank!

Sie haben Recht: Mit Worten lassen sich all die Facetten eines Tees nicht umschreiben. Das gilt genauso für gute Wein (bei dem ich mich etwas besser auskenne als beim Tee , aber auch nicht so gut…). Es ist doch ein großer Unterschied, ein Weinmagazin zu lesen oder eine Flasche zu öffnen und den Wein selber zu probieren. So auch mit dem Tee. Letztlich entscheidet der Geschmack, die Wirkung auf Körper und Geist, ob der Tee “gut” oder weniger gut ist.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es viel Betrügerei gibt, insbesondere in den Touristenorten wie Hangzhou. Vielleicht haben Sie Recht und ich sollte mich auf einen europäischen Händler verlassen. Nichtsdestoweniger will ich es zumindest mal probieren, doch einen guten Griff zu machen. Auf jeden Fall würde ich vor einem Kauf eine Degustation machen. Und im Zweifelsfall gehe ich zum von Ihnen genannten Teeladen “Tian Fu” (in Shanghai?)

….

Eine Rückfrage habe ich noch: Sie schrieben, dass es schwer sei, einen nicht gesundheitschädlichen Oolong zu finden? Wie genau meinen Sie das und wie gesundheitsschädlich kann ein solcher Tee sein?

Beste Grüße Ch. D.

Morgen werde ich mich bemühen, auf diese Frage einzugehen. Noch einen schönen sonnigen Tag an alle! Heute ist eigentlich unser Garten-Tag. Ich sollte heute Steckzwiebel in die Erde einpflanzen… Um 5 Uhr ist der Tee bei Hannes im seinen bezauberten Garten angesagt. Wir planen die Päonie-Fest 2007.

Fragen zum Tee-Einkauf im Teeanbauort

Vor paar Tagen bekam ich ein Mail von Herrn Ch. D. aus Deutschland. Ein Glückpilz, der selbst nach China für Tee einkaufen kann.

Sehr geehrte Frau Meng-Lin,
ich bin häufiger Besucher Ihres wunderbaren Tee-Blogs und möchte mich zunächst sehr herzlich für Ihre stets spannenden Informationen und Hintergründe zur Welt des Tees bedanken! Ich selbst bin seit Jahren mal mehr, mal weniger ambitionierter Teetrinker und liebe vor allem grüne Tees. Alle meine Tees stammen aus China, die ich über Bekannte direkt beziehen kann.

Nun habe ich im April die Möglichkeit, wieder nach China zu reisen (Shanghai, Huangzhou, Huangshan, Nanjing, Beijing, Xi’an) und möchte dies zum Anlass nehmen, selber mich mit neuen Tees einzudecken. Dazu hätte ich ein paar Fragen an Sie. Es wäre ganz wundervoll, wenn Sie die Zeit fänden, mir eine kurze Rückmeldung zu geben.

Mich interessieren vor allem Tees, die ich direkt im “echten” Anbaugebiet kaufen kann. Ich Glückspilz bin sowohl in Hanghzou und Huangshan und möchte direkt in Longjing den gleichnamigen Tee besorgen. In Huangshan soll der Huangshan Maofeng eine gute Wahl sein.

So wie ich es gelesen habe, läuft im April bereits die Erntezeit. Dazu meine erste Frage: ist es überhaupt möglich (oder sinnvoll?), einen deart frischen Tee zu kaufen? Könnte ich beispielsweise direkt nach dem Vearbeitungsprozess (Pflücken, Erhitzen, Verpacken) den Tee in Empfang nehmen, mehr oder minder direkt aus der ? Oder sollte ich eher auf die letzte Ernte zurück greifen?

Zu Longjing im Allgemeinen: was sind die wichtigsten Kriterien, die einen hervorragenden Longjing ausmachen (Farbe, Tipps, Schwimmverhalten im Wasser…)?

Gibt es einen oder mehrere Hersteller, von denen man “guten Gewissens” Tee kaufen kann, die hohen Qualitätsansprüchen genügen? Und was hat es qualitativ mit dem Shifeng Long Jing, Löwenklasse-First Grade von den Firmen Hangzhou Shifeng Tea Company und Konnal Long Jing Production & Trade auf sich?

Tja, all die ganzen Fragen rund um Qualität und “Tee-Analyse” habe ich auch beim Huangshan Maofeng…

Und wenn Sie noch einen Tipp für mich hätten, mir vielleicht einen anderen Tee oder auch sehr gerne einen Oolong mir empfehlen könnten, dann würde ich mich sehr freuen! Vielleicht kennen Sie auch ein hervorragendes Teegeschäft in Shanghai?

Nochmals ganz herzlichen Dank für Ihre wunderbaren Tee-Informationen und beste Grüße aus Hamburg,

Ch. D.

Ich versuche, seine Fragen zu beantworten:

1. Kann man direkt vor Ort wirklich guten Tee kaufen?
Ich habe sehr viel Zweifel. Eherlich gesagt, ich weiss nicht, wie oft ich selbst im Reinfall gefallen bin. In Ferien ist man in einer guten Stimmung und der Teebauer sieht authentisch aus. Aber wie ist der Tee? In Hangshou und Wuyishan wurden bereits viele Tricks praktiziert, verbrauchte Teeblätter an Touristen weiter zu verkaufen. Ich weiss nicht, wie ich Ihnen vorwarnen könnte. Ist es nicht besser, in Hamburg, einen guten zuverlässigen Teeladen zu finden?
2. Der Lungjing von Konnal empfehle ich nicht. Dieser Lungjing von Löwen-Klasse, der hier in Deutschland vertrieben ist, ist für mich wirklich ein Fragezeichen. Bis jetzt habe ich einen schönen Lungjing in Europa bei Bern (Länggass Tee) gefunden. Obwohl der Preis mich abschreckt. Versuchen in china bei dem Laden „Tian Fu„. Dort könnten Sie vielleicht eine gute Wahl treffen.
3. Wie muss ein Lungjing aussehen? Flache Blattform, nur Tipp schwimmt in der Tasse. Leicht erfrischend, mild und aromatisch – nicht nur grasig. Farbe: leicht Jadegrün und leicht gelblich.
4. Wirklich guten Huangshan Maofeng habe ich nur in der Schweiz bei einem Versandhaus (Reichmuth von Reding) gefunden. Es liegt in Seewen.
5. In diesem Jahr ist es alles früher. Wir können nun schön Frühlingsernte erwarten. Dank der Klimaerwärmung… Bei dem chinesischen Grüntee sollten Sie die neuen Ernte kaufen und ihn noch bei Ihnen eine bis zwei Wochen ruhen. Sie könnten auch eine experiment machen: eine Degustation in einer Woche und eine andere Degustation in zwei Wochen. Sie könnten eine interessante Veränderung feststellen.
6. Es gibt viele interessante Oolongs. Was Sie unbedingt kaufen sollen ist Phönix Dancong – einer meines Lieblingstee! Es ist nur sehr schwer, einen richtigen zu erwerben. Wissen Sie, dass es selbst für mich sehr schwer ist, einen guten chinsischen Oolong, der richtig hergestellt und gesundheitlich nciht schädlich ist, zu bekommen?
 
Ich hoffe, Ihnen ein wenig geholfen zu haben. Es ist sehr schwer, nur schriftlich zu beschreiben. Tee-Wissen beruht auf konkrete Fakten, nicht auf Literatur. Ich habe bei meinem Lehrer von Tee zum Tee erst gelernt, dass die Sprache des Tees viel wichtiger ist, als die Argumente und Garantie des Verkäufers.

Menglin Chou

Ein Link für das kulinarische Japan in der Schweiz

Itoen Modernes Teegetränke von Itoen, Japan

Jesse schickte mir ein Link für das kulinarische Japan in der Schweiz: www.jafoo.ch

In diesem Online-Shop werden nicht nur japanische Gewürze, Sake und Lebensmittel verkauft, sondern auch das moderne Tee-getränke – Instant Tee – Flasche. Für 3 Franken bekommt man eine Flasche fertige Tee PET-Flasche von Grüntee, Hojicha (gerösteter Grüntee) und geröstetem Weizentee.

Gerösteter Weizentee ist im chinesischem Kulturraum ebenfalls sehr geliebt. Gerösteter Weizen – Getränk wirkt nach der chinesischen Medizin Sommer-Hitze vertreibend und erfrischen den Körper nach einer Anstrengung. Natürlich ist dieses Getränk ein Produkt der nördlichen Kulturräume wie Nordchina, Korea und Japan. Denn die Trennlinien zwischen Reisanbau und Weizenkultur bei Huai-He (ein bedeutender Fluss in China. Er trennt den Nord und Süd chinesischen Kulturraum) stattfindet. Wir kennen diesen Tee in Taiwan durch die Chiang Keishek Einzug auf die Insel. Seine Soldaten aus Nordchina brachten ihre Esskultur und Lebensgewöhnheiten mit. Insel Formosa war somit ein Einwanderungsland und ein Beispiel des Pluralismus!

Diese Seite jafoo.ch ist mit drei Sprachen ausgestattet. Pluralismus pur.

 

Guanyin – Kannon

Hast Du Dich vielleicht Mal gefragt, weshalb Tie Guanyin so heisst?

Was ist bzw. wer ist Guanyin?

 

Guanyin, ist das Synonym der Helfer im Leben für jeden Chinese (Koreaner und Japaner). In meiner Kindheit rezitierte meine kranke Großmutter oft Sutras von Guanyin. Sie rief oft Guanyin, als das Rheuma sie quälte und jämmerlich in die schlaflosen Nächte trieb. Guanyin, ein Abbild am meinen Familiealtar, uns gültig, lieb und friedlich schaute, begleitet uns jeden Tag. Guanyin, ein Statue im Tempel, hat tausenden Ärmer, Ohren und Augen. Sie sieht, hört und hilft Dir, wenn Du sie rufst. Für die kleinen nicht erleuchteten Menschen ist Guanyin die helfenden Stütze des leidvollen Lebens. Guanyin, Sieht – Guan und hört – Yin.

 

Im Kleinasien sollte sie als Prinzessin geboren sein. In Indien war „sie“ eigentlich ein Mann. In China ist die weibliche mütterliche Figur, die alle Menschen in Not helfen. Eigentlich ist „sie“ ein buddhistischer Boddhisattva, der die kharmischen Ketten der menschlichen Handlung auflöst, ins Nirvana zurückkehrt, aber beschließt, wieder in die menschliche Welt zu gehen, um Menschen auf dem Weg der Befreiung zu helfen. Nur nach eigener Befreiung zu suchen, Buddha zu werden, will ein Buddhisattva nicht. Er kann Menschen in ihrem Leiden und Verwirrung nicht zusehen und möchte alle helfen, zum wahren Glück zu bringen. In der einfachen Welt des chinesischen Alltags wird nicht viele spirituelle Entwicklung diskutiert oder intellektuelle religiöse Dialoge durchgeführt. Fremde Kultur wird nicht vergöttert oder verteufelt, sondern einfach integriert (Buddhismus ist eine fremde Religion aus Indien). Menschen suchen einfache Hilfe, um Glück zu finden. Guanyin wird im Alltag als Göttin verklärt und vergöttert, obwohl Götter im Buddhismus keine Rede und keine Rolle spielen! „Sie“ wird verehrt, angebettet und abgebildet bis in die moderne Welt.

 

Heute fing eine Ausstellung von Guanyin – Kannon auf Japanisch in Zürcher Rietberg Museum an. Auf dem Plakat stand „Göttliches Mitgefühl“. Das Mitgefühl ist nichts Göttliches, sondern aus dem Geist eines erleuchteten Menschen, der anstatt seinem persönlichen Erlös sucht, auf die phänomenale Welt zurückkehrt, alle andere Menschen auf Weg hilft! Vielleicht meint das Museum somit mehr Menschen anzusprechen. Vielleicht kommen Menschen ins Museum wegen der fremden Kunst und Ästhetik. Aber das mitgefühlsvolle Guanyin – Kannon sehen, hören und helfen Menschen, die in ihrer Verblendung stecken und zu ihr kommen. Sehen und hören Zuschauende vielleicht durch die Bewunderung der Ästhetik und Gestaltung auch den Ausdruck des Mitgefühls, was der Künstler damals darzustellen versuchte?

 

Wei Yin, ein einfacher Teebauer in Fujian (oder Wang Shiliang) entdeckte Ende des 18. Jahrhunderts einen wunderbaren Oolongtee. Um seine Dankbarkeit auszudrücken, nannte er diesen Tee „Guanyin“. Dieser Tee liegt schwer wie Eisen – Tie in der Hand. Darum gab er dem Tee den ganzen Name: Tie Guanyin. Dieser Tee erzählte uns von einem einfachen frommen Teebauer in Südchina, der aus seinem bescheidenen Alltag diese Welt verstand, anstatt nach seinem eigenen Name zu nennen und versuchte, etwas zurückzugeben. Eiserne Mitgefühls-Boddhisattva tröstet heute tausende Seele in ihrem bunten oder eintönigen Alltag!

 

Kannon – Göttliches Mitgefühl

KannonFrühe buddhistische Kunst aus Japan

Neubau Museum Rietberg
18. Februar bis 9. April 2007

Mit dieser Ausstellung feiert das Museum Rietberg Zürich die Eröffnung seines Neubaus.

Tee. Nicht nur ein Phänomen

Tee. Nicht nur ein Phänomen
Am einen nebligen Nachmittag machten Antje und ich auf den Weg nach Aarau, um die Ausstellung „Tee. Ein Phänomen“ anzuschauen. Das etwas verschlafene Städtchen versank im Nebel, als wir endlich ankamen. Der Weg zu dem Schlossplatz war unkompliziert und der Empfang war recht herzlich. Ein Eintrittsritual musste vollzogen werden, indem man die Hausschuhe wechseln musste, bevor man die Ausstellung eintrat.
Wir sahen einen Pfad zu Räumen, die allerdings mit Kieselstein gefüllt war. Ich denke sofort an die Steingarten im japanischen Tempel. Sollte ich hier vor dem Pfad kurz meditieren, bevor ich meine „Tee-Reise“ begann? Wir waren recht unsicher und wollten nicht wie ein Barbar verhalten. Antje sagte „Komm´ wir gehen zuerst auf die Toilette!“
Wir trauten uns danach doch auf dem „Kieselstein-Pfad“ zu gehen und befanden uns gleich in dem 1. Raum. Ein etwas kränklich aussehender Teebusch stand Central im Geschehen. Ein Lautsprecher erzählte uns ohne zu verlangen die Entdeckung des Tees und seine Geschichte. Wir sollten mich hier informieren lassen, wie und woher der Tee kommt. In diesem etwas künstlich gestalteten Raum fühlte ich mich nicht ganz wohl und verhielt mich wie ein Barbar – nach 2 Minuten verließ ich den Raum.

Der 2. Raum ist dekoriert mit wunderschönen Teekisten aus Indien. Freundlich und exotisch. Hier sollten Teenamen, Teeformen und Teesorten dem Publikum näher bringen.
In dem 3. Raum standen ein Leinwand und paar Stühle. Das Publikum kann den Tee visuell genießen, wie er aufgegossen wird. Das ist eine interessante Idee, die jeder zu hause praktizieren kann. Wir vernachlässigen diesen Aspekt sehr gerne, indem wir die Ziehzeit des Tees zu gerne nutzen, um gleichzeitig andere Dinge parallel zu erledigen. Wir sahen, wie Teeblätter im Wasser schwammen, tanzten und sich entfalteten. Wir beobachte, wie eine Teeblume ins Wasser fiel, zögerlich seinen Platz suchte – sie schwamm, zögerte und suchte… In nächstem Augenblick erlebten wir, dass sie sank und stehen blieb, als ob sie dort ewig lieben würde… Diese Szenerie erinnerte mich an einem Stück von Peking Oper “ Ba Wang Bie Ji“. Als Xiang Yu, der Rivalen vom Kaiser Liu Bang, keinen Ausweg mehr in seinem gescheiterten Feldzug sah, sang seine Geliebte Yü Ji ihm ein Lied. Sie war die letzte treue Begleiterin, die ihm noch liebte und folgte. Sie verstand, dass ihr Geliebter sich zögerte und sie nur zur Last ihrem Geliebten fiel. Sie sang ein Lied, versuchte ihm aufzumuntern und nahm ihr Leben vor seinen Augen. Er sollte weiter gehen und kämpfen. Er ist ein Held und sie eine fallende Blume. Er hatte noch eine Welt vor sich und sie machte ihm den Weg frei. Sie sang ein Lied und tanzte. Plötzlich schwankte sie, sie fiel nach links und dann nach rechts. Sie suchte nach einem Halt. Sie fand ihn nicht. Sie versuchte sich zu halten und landete am Boden erschöpft. Der Augenblick wurde durch Liebe verewigt. Das Oper verewigt die Liebe.

Zum Schluss landeten wir selbst im 4. Raum, wo wir Tee mit Geschmackssinn erleben durften. Hier durften wir einen Tee zwischen vier verschiedenen Teesorten aussuchen und ihn erleben. Auf den Regalen standen viele alltägliche Teetassen, die im Europa den Tee-Genuss erleichtern. Wer sich für das Phänomen Tee noch mehr interessieren, können sich mittels Bücher, die ebenfalls ausgestellt waren, beim Tee-Erleben weiter vertiefen.
Das Ziel der Ausstellung versucht wohl das Phänomen Tee an Menschen näher zu bringen. Für einen gelegentlichen Teetrinker ist diese Ausstellung ein gelungener Versuch, Oberfläche eines Phänomen Tees zu kratzen. Wer sich einen Extra Weg für eine Tee-Ausstellung machte, fragte sich, wie geht der Weg weiter?

Teeblume aus D.D.

Teeblume aus D.D.

Vielen Dank für diese schöne Teeblume, lieber Stefan (aus D.D.)

Der Hintergrund dieses Fotos ist wohl die Di Hua Jie 迪化街 (Di Hua Strasse) aus Taipei. Ein Hauch von Heimwehe steigt in mir. Viele Erinnerungen und Bilder spielen vor meinen Augen…

Als Kind brachte meine Grossmutter uns an diese Strasse, immer kurz vor chinesischem Neujahr und Mondfest. Sie traf ihre Freundinnen und suchten Spezialitäten für die Fest aus. Auf der Dihua Jie werden besondere Lebensmittel aus ganzer Welt verkauft. Chinesische Heilkräuter findet man hier in grosser Auswahl. Die Besonderheit ist, dass man alles naschen und probieren kann!

Das ist das alte Taipei, wo ich aufgewachsen bin. Zwischen den Wolkenkratzer stehen noch diese uralten Bauten in der japanischen Zeit nach Vorbild von Barock und Renaissance. Diese Gebäude sind inzwischen Denkmal geworden, vielleicht auch diese spezielle Läden, die uns an Bazar erinnern und immer mehr durch Verdrängung von Supermarkten und Internet verschwinden…

Wenn Du nach Taipei reist, vergess nicht, an die Dihua Jie zu gehen!

Das Leben ist kostbar

Ich möchte diesen Beitrag einem guten Freund G widmen, der gestern diese Welt verlassen hat. Er hat eine Lösung für seine Probleme gesucht und wählte den Tod.

Als das Jahr gerade anfing und ich frisch in diese Wohnung einzog, zog er mit ein. Nur weil er einen Zufluchtsort suchte. Als der erste ersehnte Schnee dieses Winter ankam, verliess er diese Welt. Nur weil seine Ehe zum Ende drohte. Das Ende der Ehe bedeutete ihm die Sinnlosigkeit seines Lebens.

Eigentlich war es mir nicht sehr recht, dass er bei mir wohnte, aber es war die beste Lösung für die Situation. Sein Leiden und Verzweifelung erinnerten mich an meine eigene Vergangenheit. Vielleicht wollte ich etwas wieder gut machen, vielleicht und vielleicht.

Alles seien kaputt. Die Existenz, der Wohlstand und das Leben. Schlaflose Nächte, erschöpfte Körper und die Angst vor der Veränderung bzw. Abwehr gegen eine Veränderung verhinderten ihn einen anderen Blick von dem Leben. Er sah nur im Tod seiner Lösung.

Als ich gestern diesen Nachricht erhielt, wollte ich und konnte ich ihn nicht akzeptieren. Ich hoffte immer noch, dass er über die Treppen kam. Er kam natürlich nicht. Ich spürte Wut und zugleich Trauer. Ich weinte und glaubte, dass er in dieser Welt noch herum irrte. Wie könnte man im Tod die Ruhe finden, was man in seinem Leben nicht findet? Es ist nichts kaputt, es ist nur alles anders geworden.

Alles ist anders geworden – nun ohne ihn. Seine verlassene Frau und Kinder müssen dieses Leben noch ohne ihn ertragen und erleben.

Alles ist anders geworden auch für mich. Das Leben ist um so mehr kostbar für mich. Ich sah, wie ein Mensch verzeifelt in einer Spiral gefangen wird, wie er sich von Außenwelt abschottet und nur seine Probleme als absolut betrachtet, wie er sich gegen die Vergänglichkeitsgesetz unser Welt kämpft. Es tut mir sehr sehr weh, möchte aber laut sagen, das Leben ist so kostbar! Meine liebe Freunde, nichts ist kostbarer als unser Leben! Probleme können wir nicht immer lösen, bitte abwarten und Tee trinken…