Archiv der Kategorie: Formosa Oolong Tea 台灣烏龍茶

Gankou Cha

Gankou Cha

Ich kenne Meeroolong, der in Manzhou wächst und eine Ausnahme und zugleich ein Augenzeuge der taiwanesischen Teegeschichte.

Er ist ein Ausnahme, weil er nicht aus manipulierten Teesetzlingen hergestellt werden, sondern aus dem einzelnen Unikat - jeder Teebaum ist anders als der andere. Trotzdem ist seine Qualität ziemlich gleichgeblieben – die Kunst des Teebauers.

Er ist ein Augenzeuge der taiwanesischen Teegeschichte, weil er ursprünglich von dem chinesischen Beamte mitgebracht wurde, aber auf Formosa Wurzel eingeschlagen hat. Der chinesische Beamte, der diesen Tee in seiner Amtszeit auf der barbarischen Insel nicht entbehren konnte, kam wieder nach China zurück, aber der Tee und der Teepflanzer sind hier in Taiwan geblieben. Dieser Tee aus Manzhou am Gankou Fluss überlebt verschiedene Dynastie und Massaker, ist in seiner Einzigartigkeit geblieben. Obwohl Formosa Oolong immer grüner wird und weniger als braunes Drachen lebt, ist er mit seinem unverwechselbaren „Meer“-Geschmack ein Unikat!

Ich dachte, dass dieser Tee in dem Zeitwandel stehengeblieben ist. Diese Illusion wurde gebrochen, als mein Lehrer mir dieser „echten“ Meeroolong zeigte. Er kennt natürlich den Teebauer Zhu so gut, dass er das Originale bekommen konnte. Dieser Meeroolong ist gar kein OOlong, sondern ein grüner Tee wie in Südchina. Er schimmert ganz weiss – ein langer und langsamer Röstungsprozess verleiht dem Tee den weissen Mantel. Er ist bitter und das typische Meergeschmack war fast nicht zu erkennen!

Wie kann das sein! Das ist der Originale? Was ist der, den ich kaufte? Ein angepasster Meeroolong, der heutige Insel-Konsumenten ansprechen sollte!

Tee verändert sich, wenn der Geschmack der Menschen sich verändern. Eine logische Sache. Nur der Dumme - wie ich, traurt nach meiner Enttäuschung. Das Orginale ist nicht immer der bessere…

Wuyi Oolong 武夷烏龍

Wuyi Oolong in Formosa ist eine bestimmte Oolongsorte gemeint. Ich bin sicher, dass dieser Teebaum ursprünglich auch aus Wuyi-Gebirge in Fujian stammte und sehr früher schon nach Taiwan eingeführt wurde. Es wurde erzählte, dass dieser Baum als „der weisse Blatt-Baum“ von den früheren Einsiedler im Norden Taiwans bezeichnet wurde.

Heute findet man in Wuyi-Gerbirge allerdings nirgendwo diese sepzielle Sorte!

Wuyi Oolong wird normalerweise schwer verwelkt, schwer fermentiert und stark geröstet. Dieser Tee gewinnt in diesem Verfahren starke Aroma und Süsse, der spezielle Geschmack dieses Baums – was man in Taiwan oft als dominant und nicht besonders elegant empfindet, könnte korigiert werden. Oft werden sie wie Paochung hergestellt oder einfach als Paochung verkauft. In Muzha wird er zu Tie Guanyin verarbeitet und als Tie Guanyin verkauft.

Aber der Wuyi Oolong aus Nantou ist überrascht frisch, elegant und aromatisch. Nur eine Spur von „Heu“ erinnert mich noch an den Wuyi. Eine Überraschung, die der Teebauer Chen in Südtaiwan uns beschenkt, zeigt uns, was dieser Oolong auch sein kann und erfahrende Teeliebhaber aus dem Konzept bringen könnte!

大葉烏龍 Daye Wulong

Ein fast vergessener und verlorener Daye Oolong wächst zum Glück noch beim Teebauer Gao in Shiding. Er wollte mir nie verkaufen. Seit mehr als fünf Jahren wolte ich diesen nur in Bücher dokumentierten Tee live probieren. Er hat mir immer verweigert. Die kleine Qauntität und sein langjähriges Versprechen bei einem Kunde, der jedes Jahr die ganze Ernte „wegräumt“, macht meinen Wünsch so unmöglich.

Dieses Jahr rief er mich an und sagte, „Menglin, ich habe für Dich welche beiseite gelegt. Es sind nur 3 Kgs. Aber immerhin…“

Seit mehr als fünf Jahren kann ich diesen Tee endlich in einer kleinen Quantität zu erhalten. Gestern kam er an und ich schnitt ganz vorsichtig die Tüte auf. Kurz liess ich die Teeblätter frische Luft in Zürich einatmen und giesse ich den Tee auf.

Der Duft war so erfrischend, anmutig und blumig. M. kam ins Haus und nahm die Tasse ohne zu fragen. Sofort wurde der Tee weg. Ich schrie fast dabei. Nur den Duft konnte ich einatmen, aber der erste Aufguss meines Traumtees konnte ich gar nicht kosten…

Daye Oolong stammt ursprünglich aus Anxi, wurde 1731 bereits entdeckt. Sein Name bekommt er wegen seinem grossen und dicken Blatt. Da der Baum nicht viel Blattgut dem Menschen gibt, wird dieser Baum immer mehr von dem Teegarten verbannt. Obwohl er flexibel und immunstark ist und braucht kaum Gift, um zu überleben, wurde er immer mehr von dem Markt aussortiert. Dieser Baum ist geeignet für Grüntee und Oolongtee. Bei der Herstellung zum Oolongtee wurde er stärker welken lassen, so dass die Feuchtigkeit der Blätter stark ausgedünstet wird und eine interessante anstatt grasige Aroma entstehen kann.

Herr Gaos Familie rollte die Blätter vom Daye Oolong wie von einem Baozhong. Der Geschmackt ist trotz dem langen starken Welken unter niedrigen Temperatur sehr frisch, mild und aromatisch. Er hat die frische Leichtigkeit eines Hochlandoolong, aber die Anmut eines lebendigen Mädchen. Heller eleganter Aufguss, frischer Duft und blumige Aroma würde ich ihm beschreiben.

Dayei Oolong

Daye Oolong in einem Teegarten Taidong.

Duft des Tees

OolongteeblattTeebaum im Frühling

Man spricht im Qigong stets von Qi. Ich spreche auch stets in meinem Blog von Qi. Was ist Qi? In Haungdi Neijing – ein chinesisches Bibel von Heilkunde spricht ca. 15000 Male von Qi und Qi wurde von mehr als 1400 verschiedenen Deutungsweise interpretiert.

Qi ist ein Vermittler und Stimulator zwischen Menschen und Kosmos, zwischen Lebensmittel und unserem Körper, zwischen Tee und uns. Alle Lebensmittel beinhaltet Qi. Alle Teesorte enthalten Qi. Qi transportiert Blut. Das Blut fliesst in dem ganzen Körper. Ohne Blut und Qi wäre der Mensch leblos.

Das Qi des Tees ist der Duft des Tees. Es kann nur aufgenommen werden, wenn das Dampf des Aufgusses noch in der Luft „rauscht“. Darum sollten wir den warmen dampfenden Tee geniessen, wenn wir das Qi des Tees aufnehmen möchten. Dieses Erkenntnis spricht leider gegen alle Regeln, die wir im Westen kennen – beim grünen Tee Temperatur senken, beim japanischen Tee lautwarm trinken…

In den letzten drei Wochen besuchte Qigong Meister Chen die Schweiz und erklärt stets den Fluss des Qis – im Wohnraum, im Körper und im Tee. Ich werde in nächster Zeit umgehend darüber berichten.

Wasser und Tee – ein Experiment von Florian

Florian aufguss

Teefreund Florian und seine Frau Daiyu besuchte Taiwan in April. Wir trafen uns zum Tee und hatte einige schöne Tee-Stunde. Er brachte aus Taiwan Steine Mai Fan Shi, was ein hervorragendes Wasser versprechen sollte. Nun berichtet er uns, was er herausgefunden hat:

 

Hallo Meng-lin,

heute bin ich endlich zu meinem Experiment gekommen.
Folgenden Versuchsaufbau hatte ich: (Bild Kannen)

Die linke kann für Wasser ohne den Stein, die rechte Kanne für Wasser mit Stein gekocht. In beide
Kannen habe ich 4g TieGuanYin aus Shiding. Für beide Kannen habe ich mit Britta-Filter behandeltes
Münchner Wasser genommen.

Den ersten Aufguss habe ich in beiden Kannen 40 Sekunden ziehen lassen (siehe Bild 1). Der rechte
Aufguss wirkt etwas dunkler.
Das Ergebnis: Der linke Aufguss (ohne Stein) schmeckt kräftiger und intensiver als der Aufguss mit
Stein. Das Aroma breitet sich stärker im ganzen Mund aus.

Das war auch bei Aufguss zwei und drei so (Bild 2, jeweils 30 Sekunden). Hier wurde das noch
deutlicher. Der mit Steinwasser gebrühte Aufguss entfaltet seinen intensiven Geschmack nicht. Es ist
als würde der Tee zugedeckt. Die Unterschiede sind nicht riesig, aber sogar für meinen unerprobten
Gaumen spürbar, für dich wären sie vielleicht riesig.

Jetzt bin ich gespannt, ob das nur beim TieGuanYin so ist oder auch bei anderen Teesorten. Das werde
ich ebenfalls nochmals ausprobieren.

Viele Grüße,

Florian

Vielen Dank, Florian, dass wir an Deine wertvolle Erfahrungen teilnehmen könnten!

Teebauer Gao in Shiding

Teebauer Gao in Shiding

Ich kenne Herrn Gao seit 10 Jahren. Zuerst war er bekannt in einem kleinen Kreis, in dem man gerne Tofu isst.
Tofu, ist nicht nur eine Trendkost, was gesund ist. Tofu ist eine Köstlichkeit, die unsere Lebenskraft erweckt und sinnliche Erlebnisse verleiht. Natürlich kann man hier im Reformhaus nicht solche Tofu erhalten, was für mich noch nach Tofu schmeckt, außer es aus Soja-Bohne produziert ist. When man Herrn Gaos Tofu beisst, schmelzt Tofu in seinem Mund. Eine Welle von dem Duft des Soja-Bohne zergeht langsam in unserem Gaumen. Meine Eltern nennen ihn Herr Schwarz-Tofu, weil er Tofu mit Schwarzbohne produziert – ein Mittel für Nieren-Ernergie.
Warum Tofu aus Schwarzbohne? Familie Gao sind glaubige Buddhisten und sind strenge Vegetarier. Wenn man nur vegetarische Kost isst, leidet man oft unter Nieren-Energie-Mangel. Schwarzbohne ist ein Heilmittel dagegen.
Herr Gao bietet hier in Bergen noch viele andere wilde Gemüse als unverwechselbare Gaumen-Erlebnisse! Hast Du schon Mal wilde Ingwer-artige Blüte gegessen? Hier kannst Du! Wo kannst Du heute noch das Karamel aus Weizen kaufe`n anstatt Industrie-Produkt? Hier kannst Du! Solche Produktion spricht nicht nur für seine Liebhaberei, sondern auch für seiner Ambition – etwas aufzubewahren, was andere nicht mehr schätzt oder kennt -etwas was bereits verloren geht.
Bei ihm Tee einzukaufen fange ich erst an, als Gerhard Lange mir beauftragte, guten Tee zu importieren. Herr Gao produziert den Tee nicht, sondern sein Bruder. Er macht die letzte Verfahren – Hongpei (den Tee stilisieren und stabilisieren durch Rösten). In seinem Bauchladen gibt es nicht nur klassische Paochung oder Tie Guanyin, sondern auch viele verloren gegangene Teesorte, z. B. Buddha Hand, Da Ye Oolong und Bai Maohou. Eine seiner Spezialität ist mit Holzkohle gerösteter Oriental Beauty und Paochung. Dieser Holzkohle Oriental Beauty nennt er „Poison“ – Gift. Warum? Weil man süchtig wird. Vor drei Jahren hatte ich einen Oriental Beauty von ihn, er machte richtig süchtig. Leider kriegte er seitdem seinen Oriental Beauty nicht mehrso „giftig“ hin. Jedes Mal seufte er, dass er keine Zeit mehr hat, um einen guten „Gift“ herzustellen…
Keine Zeit? Herr Gao ist inzwischen ein Yi-Jing (I-Ching) Spezialist geworden. Er ist oft unterwegs, um Seminare zu geben und Prodbleme des anderen zu lösen. Vielleicht könnte er die Orakel fragen, wann wir wieder einen guten „Gift“ von ihm erhalten könnten!