Archiv des Autors: Menglin

Akuan

Akuan

Gestern behauptete Stefan, dass ich durch und durch eine europäisierte bzw. verdeutschte Frau sei. Denn ich zu viel vom unnützlichen Geschwätz von Handlungsfreiheit und Handlungskonsequenz rede. Eine richtige Chinesin würde nie von dieser Dinge sprechen, denn dessen Verantwortung werden immer von anderen getragen.

Als eine Frau zwischen Osten und Westen mache ich mir sicher viel Gedanke über das weibliche Dasein. Oft werden Asiatinnen als gehorsam, genügsam und anschmiedsam zugeschrieben. Oft liest man über die Unterdrückung der Frauen in asiatischen Ländern. Stimmt das, dass Frauen dort unterdrückt sind und keine Verantwortung für sich selbst übernehmen würden?

Vielleicht sind Frauen unterdrückt, es sind nur Variationen von Unterdrückungen. Aber mein Lehrer würde sagen, dass Männer unterdrückt sind. Er sagte es ganz offen in der ganzen Reise im Bus, „Männer teilen ein schweres Schicksal…“

Mein Lehrer Aton erzählte ganz offen im Bus, dass er das Ochsenkod ist. Und seine Frau ist die Blume, die auf das Ochsenkod blüht.

Er sagte, dass das einzige Richtige in seinem Leben sei, diese Frau zu heiraten. Wenn er sie nicht begegnet wäre, wäre er heute am irgendeinen Ecke Taiwans zu heulen.

Wenn sie sagte, dass sie eine klare Brühe essen möchte, kocht er die Suppe im Wasserbad. Denn die Suppe übers Feuer zu kochen macht die Brühe trüb.

Fäulein Akuan nennen die Männer in seinem Büro. Man hat Respekt vor ihr und weiß anders zu benehmen, wenn sie da ist. Schwester Akuan nennen die Leute in ihrem Büro. Als Abteilungsleiterin in einem Versicherungsunternehmen weiß sie sich um ihre Leute zu kümmern. Akuan sagte mir, dass sie sich eigentlich nicht in ihrem Mann verliebte, sondern in die schöne Landschaft Mingjians und er war halt der Reiseführer. Wenn ihr Vater, der Fabrikant nicht gerade Bankrott wurde, hätte er seine werte Tochter nie erlaubt einen Teebauer zu heiraten.

Zuerst war sie Jounalistin aus einer Eliteuniversität Taiwans. Sie spricht Englisch, ist aktiv und schön. Nach dem Geburt ihres einzigen Sohnnes wurde sie Versicherungskauffrau, weil sie Geld verdienen muss. Sie hat bessere Ausbildung und verdient stets mehr als ihr Mann, stets mehr im Vordergrund und stets kommunukativer und aktiver. Sie ist neidisch auf ihren Mann, weil er immer Freizeit hat. Tee machen ist seine Freizeitbeschäftigung und sie muss hart arbeiten, damit der Sohn ein Zuhause hat.

„Menglin, steht mein Kopftuch noch richtig?“ fragte mein Lehrer mich. Ich wußte, dass er an seine Frau denkt. Sie hat gerne, dass er gut aussieht. Sie hat gerne, wenn er gut angezogen und freundlich ist. Sie hat Mühe, wenn er zu direkt und Gefühle des anderen verletzt.

„Menglin, hast Du Deine Shimu (Frau des Lehrers) gesehen?“ „Ja, sie kommt.“ Er wartete brav auf sie bei einem Weinkeller. Ich ging direkt zum Bus und kümmerte mich nicht darum. 5 Minuten später sah ich Akuan allein eingestiegen. „Hast Du Laoshi (Lehrer) nicht gesehen?“ „Nein, ich habe ihn nicht gesehen! Aber warum? Ich weiß warum, weil ich immer nur schöne Männer sehe. Mein Mann ist halt nicht so schön…“

Als wir Teebankett am 27.4. assen, sassen die deutschen Männer zusammen am einen Tisch. Akuan kamen zu mir und äußerte, dass sie gerne zu den Männer sitzt, denn sie hat halt gerne Männer. Als ich es den Deutschen übersetzte, wurden die Gesichter der stakren deutschen Männer rot…

In Pinglin traf mein Lehrer Aton zufällig die Fernsehenmoderatorin, die mit ihm in einer Teeserie zusammenarbeitete. Er sagte, dass ich ihn und diese schöne Frau Hand in Hand fotographieren sollte. Ich verpetzte es später bei Akuan. Sie fragte nur, „war sie wirklich schön?“ „Ja, sehr sogar.“ „Gut! Ich bin beruhigt, dass mein Mann schönen Frauen gefällt!“

 

Was siehst Du? I

Was siehst Du? I

Ein Foto ist einfach durch einen Knopfdruck zu produzieren, nicht wahr?
Nach diesem Knopfdruck ist die Zeit abgeschnitte, der Raum des Geschehens verschwunden und der Kontext unbedeutend, nicht wahr?
Sprechen ein Foto von Sonnenuntergang und der Sonnenuntergang von der gleichen Wahrheit?
Sprechen ein Passfoto und ein Foto von Sonnenuntergang die gleiche Sprache?
Augen eines Blinden sehen die Tiefe der Wahrheit – und es ist genau so, wie die Auge des Kameras?
Ein Foto, das in unserem Handy gespeichert ist, ist vertrauenswürdiger als das Bild in unserem Hirn, oder?

Ein Foto ist ein Dokumentation, stimmt?
Oder was siehst Du, was es einmal war oder was es einmal sein könnte?

Frage I: warum lacht dieser asiatischer Mann so glücklich? Ist er glücklich wegen dem Objekt, was er zeigte? Was zeigte er? Was siehst Du?

Reise Impression von Carola und Jürg

Reise Impression von Carola und Jürg

Vielen Dank für Jürg und Carola, dass sie mir heute das Stick voller Fotos gebracht haben. Da ich selten dazu kam zu fotographieren, kann ich hier kaum Fotos zeigen. In nächten Tagen werde ich paar Beiträge posten und lassen die Bilder für sich sprechen!

Wir sehen hier, wie die Gruppe von langen Nase auf dem Markt im Südtaiwan sassen – es war eine Sensation!

Wilde Formosa Lilie

Als wir gemeinsam auf der Teereise waren, sahen wir oft in den Bergen die wilde Formosa Lilien. Die wilde Lilien wachsen am Berghang, auf dem nährstoffarmen Boden und fielen uns überhaupt nicht auf, wenn ich nicht ein Wild-Formosa-Lilien-Komplex hätten, hätte ich den mitreisenden Teefreunde gar nichts davon erwähnt!

Es war einmal eine Studentenbewegung auf Insel Formosa und diese Bewegung setzte die Insel in die Bewegung. Die erwünschte und schwer ersehnte Demokratie wurde durch die Proteste und Schreien langsam sichtbarer. Damals auf dem großen Platz in Taipei wurde eine wilde Lilie aufgestellt. Die kleine unauffällige Lilie, blüht ohne Bewunderung und Pflege, am Berghang, im Schatten und im Schweigen. Wild, hartnäckig und zäh. Der Geist des Formosas wurde mit dem Wesen des wilden Lilie gleichgesetzt. Diese Studentenbewegung hiess, „Wilde Lilie“.

„Wilde Lilie erlebt auch seinen Frühling“, es war ein beliebtes Lied von dem Rock-Musiker Luo Dayou in Taiwan. 

„Alles war wie ein Traum. Unsere kurze Begegnung war wie der Frühlingsbrise… Auch wenn Du die prächtige verführerische Narzissen im Wasser liebst, vergesse nicht, dass auch die einsame unauffällige wilde Lilie auch seinen Frühling erleben wird…“

In Blankenberge kamen viele Taiwanese zusammen, aus Taiwan, aus Deutschland, aus Italien und aus ganzen Europa. Sie bezahlen ihre Reise selbst, nur um ein zweitägiges Event in dieser kleinen Küstestadt am Nordsee teilzunehmen, nur damit der so genannte Taiwan-Tag unternehmenslustig, bunt und fröhlich werden konnten.

Die kleine einsame Stadt, wenn die Touristen die Küsten vergessen würden, würde diese Stadt farblos und grau. Das Tanz und Gesang von dem „Eingeborenen“ aus tiefen Bergen Taiwans war fast wie der erste Sonnenstrahl in diesen grauen Tagen, bevor der Frühling länger verweilt und wechselhaft bleibt. Diese fremde Truppe belebte die Stadt, heiterte die Menschen auf und war das Publikumsmagnet. Bunt, powerful und fröhlich!

Nur waren die Tänzer nicht wirklich die Eingeborenen. Die wirklichen Eingeborenen hätten die Chance nie, diese Reise zu unternehmen. Sie leben im tifen der Bergen, was nicht Unglück verspricht. Glück hat nicht zwangsläufig mit dem Wohlstand und Erfolge zu tun. Sie sind vernachlässig, vernachlässig von der Mehrheit der Insel. Sie werden plakativ demonstriert und gezeigt, wenn „Taiwan!“ hervorzuheben ist- sie sind die Vorzeiger-Objekte des Taiwans. Was ist denn eigentlich Taiwan?

Mein Landesleute sind sehr freundlich, sehr gastfreundlich und flexibel. Dies erlebten alle Mitreisend. Sie sind neugierig und freundlich gegenüber Fremde, vor allem den Weissen. Sie haben das Gefühl, dass sie sich Mühe geben müssen, denn die politische Lage ihres Landes so prikär aussieht. Der Nachbar China sieht bedrohlich aus. Die Frage ist, erzeugen die Freundlichkeit und Großzügigkeit die politische Sympathie beim „Fremden“, vor allem den weissen „Fremden“?

Es gab Haufen Geschenke in unserem Stand in Blankenberge, um zu verschenken oder für ein kleines Erlös zu verkaufen. Maler Peng, Mingtong zahlte seine Reise, brachte seine Materialien mit und spendierte das Erlös für die Organisation in Blankenberge. Was macht einen Maler aus Taiwan an, so eine Reise selbst zu finanzieren, um zu arbeiten? Er erfuhr, dass ich in der Schweiz lebe. Er schenkte mir ein Fächer, was er malte. „Weiss Du, was das bedeutet?“ Er deutete auf das Muster. Ich schüttelte meinen Kopf. Es sind chinesische Worte. „Der Heimweg.“ „Heimweg?“ ich spürte eine leichte pflaumige Geschmack, säurig und salzig in meinem Mund. „Der Heimweg, der sich kreisen, zu einem Kreis. Alles kehrt sich zum Urpsrung und alles geht weiter. Endlos. Dein Heimweg ist der Weg in die Ewigkeit.“ Wenn ich den Heimweg finde, finde ich auch den Schlüssel zur Ewigkeit, zur Quelle des Lebens? Mein Heimweg.

Ich hütete vorsichtige das Fächer. So frech wie ich bin, verlangte nach einem anderen Fächer mit Muster von Lotus (Foto siehe die letzte Post). Er verstand nicht, wozu Lotus, Es sind bloss kischiges Muster, nicht wahr? Ich gab ihm eine Tasse QIlan Mingjian. Er seufzte, „Ach, das Gefühl wie daheim zu sein…“ Er wiederholte es und ich wußte nicht, etwas zu sagen. Der Heimweg beginnt im Tee?

Gegen 12 Uhr kamen immer mehr Leute zurück zum Stand. Meine Arbeit wurde langsam zu Ende und ich packte meine Sache. Alle packten die Sache. Es gab noch sehr viele wilde Lilie, bunt, fröhlich und zwart gefaltet. Mir wurden ein buntes Strauss der Lilie geschenkt, als sie erfuhren, dass es ein Teehaus in Zürich eröffnet wird. Ich beschenkte keine besondere Aufmerksamkeit auf die zarten bunten Lilie… Ich war fixiert auf andere Dinge, z.B. das getrockenete aromatische Scheinefleisch aus Keelung…

Ein freundliches altes Gesicht lächelte mir an und ich gab ihm ebenfalls eine Tasse Tee. Diesmal Alishan Jinxuan. Man sagte mir, dass er der Star im Stand von Gestern war. Er ist der Origami-Meister, Tänzer und Bergsteiger. Die zwarten bunten Lilien waren von diesem Mann mit rauhen Gesicht und großen Händen!? Sprachlos starrte ich ihn an! Meine Welt brach einwenig zusammen. Ich habe relative kleine Hände mit schmalen Finger, leider sehr linkisch und ungeschickt. Aber wie kann die zarten Lilien aus diesen Händen stammen?

Er lächelte. Als ob er mein Schweigen gelesen hätte, fing er an, kleines Papier zu falten. Er hing leicht seinen Kopf, konzentrierte auf seine große Finger. Seine Atmung war ruhig und tief. Entspannt, schnell und kontinuiertlich faltete er viele kleine Papier zu einem Dreieck. Aus vielen vielen kleinen Dreieck entstand ein Schwann. Ein wunderschöner eleganter Vögel aus vielen vielen Dreieck. Seine unauffällige konzentrierte Bewegung des Faltens, sein Schweigen und seine Sorgfalt bewegte mich und meine Tränen liefen fast aus dem Lid der Augen.

„Für Dich, mein Fräulein,“ er gab mir noch einmal ein buntes wilden Formosa Lilien-Strauss. (foto siehe Post von letzen Beitrag) Der Frühling war da. “ Dein Laden kann die Lilien gut gebrauchen nicht wahr? Sie brauchen kein Wasser, keine Pflege. Sie werden Deinen Laden schmücken.“ Ich hütete die Lilien, die Fächer und viele viele Liebe dieser fremden Leute aus meinem Land. Langsam ging ich auf dem Heimweg. Mein Heimweg in die Fremde, die inzwischen meine Leute werden. 

Es gibt eine gemeinsame Sprache in dieser Welt. Es kann Tee sein. Es kann Lilie sein. Menschen sprechen gerne durch die Blume. Tee verbindet Menschen. Nur den Heimweg muss man kennen, damit man in die weite Welt gehen und wieder zurückkehren kann. Damit man weiss, was das Gefühl wie Zuhause zu sein ist und das Gefühl unter den Fremden sein könnte.

Das Teehaus Shuitang wird ein Heim werden. Ein Ort für eine Ansammlung von Menschen, die sich dort zu Hause fühlen. Auch die wilde Formosa Lilie.

Geschenke

Geschenke

Mit Lanhua war ich drei Tage in Belgien unterwegs. Nur wegen Taiwan.

Wegen dieser Veranstaltung musste ich die Reise aus Taiwan frühzeitig abbrechen. Nur weil Taiwan in Blankenberge einen Teestand brauchte.

Heute kam ich fix und fertig wieder zwischen Flughafen an. Sie sagte mir, „Menglin, Du muss wirklich nach Hause…“ Sprachlos wußte ich nicht, was zu antworten.

Drei Tage zwischen Reisen und Flügel. Drei schöne Tagen wieder mit eigenen Leute, in eigene Sprache – meistens in Taiwanesisch zu schwatzen und alles nur für Taiwan. Reichlich beschenkt, gut gehütet. 

Mir schenkte kurz vor der Abreise noch der alte Präsident von Bergsteiger-Verein in Taipei eine Flasche Erdnüsse – erlesene Formosa Erdnüsse und per Hand seiner Frau geröstet. Eigentlich esse ich keine Erdnüsse. Aber er war so warmherzig… Er sagte, ich darf ihn nicht vergessen. Eines Tages will er nach Zürich kommen und Schokolade essen. Mich findet er bestimmt, da ich in einem Teeladen gebunden bin…

Benjamin

Benjamin

Das kleine Benjamin lernte ich heute in Blankenberge kennen. Niemand wusste, woher er kommt, wohin er geht.

Seltemes Kind, seltsame Eltern. Er war allein auf diesen großen turbelenten Platz am den ruhigen Sonntagsmorgen. Er kam immer wieder zu dem Teestand. Immer wieder. Was hat das kleine Kind eigentlich hingezogen? Er trank den Qilan Formosa Oolong. Er hätte ihn so gerne. Er blieb bei dem Stand, auch wenn er sich körperlich entfernte.

Was hat ihn denn eigentlich angezogen? Das hätte ich so gerne gewusst. Leider sprach er nur Französisch und ich nur Chinesisch.

Hast Du auch im Tee und in der Bewegung um Tee etwas für Dich – wie für mich entdeckt? Das hätte ich ihn so gerne gefragt.

Weitere Berichte

Es sind wieder weitere Berichte über usnere Teereise im Netz anzuschauen. Da ich gleich wieder unterwegs bin (eigentlich bin ich zu müde und schreibe doch lieber Blog…) und meine Eindrücke erst viel später weiter schreiben kann, könnten itneressierten Teefreunde mit Lesewut bei

Teesalon (von Jürg, Hans, Hannes und Heidi!)

oder Teeschnorr (von Christoph und Hansjürgen) weiter lesen!

Es ist durchaus spannend zu beobachten, wie unterschiedliche Dinge thematisiert werden, nciht wahr? Obwohl wir alle auf der gleichen Reise waren, werden Dinge durch verschiedenen Referenzen und Wahrnehmungen verschieden zur Sprache gebracht. Wie schön!

Zan! 讚 Das magische Code in Taiwan.

Die Gruppe hat auf der Reise viel originellen chinesischen und taiwanesischen Wörter kennen gelernt! Vor allem das Wort „Zan!“

Da unser Meister nur Taiwanesisch spricht – auf der ganze Reise, hat die Gruppe mich stets gefragt, was die Worte, die er verwendet, zu bedeuten haben. Viele Teilnehmer haben Chinesisch vorher schon gelernt und konnte viele einfache Ausdrücke verstehen, aber unser Meister spricht eine andere Sprache.

Der Präsident hat extra ein Wörterbuch von Chinesisch für sein I-Phone runter geladen und suchte vergeblich nach dem Wort „Zan!“

Zan, ein wort des taiwanesischen Ausdrucks und ein fester Bestandteil des sozialen Lebens. Meister fragt oft, “ Wie geschmeckt das Essen?“ Dann schrieen alle in der Gruppe „Zan!“ Natürlich mit dem Daumen nach Oben zu zeigen. Dann lachte der Meister wie ein kleines glückliches Kind!

Viele haben mir gesagte, dass unser Meister wie Dalai Lama lacht. Das stimmt. Kindlich und unschuldig. Wenn man sich mit der Dinge beschäftigt, was man ein Freude macht und sich selbst sein kann, ist man glücklich und unschuldig. Obwohl unser Meister nicht ein Buddhist ist, sondern eher ein Taoist – würde er behaupten. In der Wirklichkeit interessiert ihn die Religion nicht.

Das heißt allerdings nicht, dass er nicht spirituell ist.

Stets sagte er zu uns auf der Reise, dass man durch die Beschäftigung mit Tee das kosmische Gesetz versteht:

Menschen können sich nur an die Natur und dem kosmischen Regeln unterordnen und nie die Natur bezwingen!

Wenn ein Teebauer die Natur bezwingt erntet er am Ende sein karma! Die stark ausgebeutete Erde würde ihm nicht einen schönen Tee schenken, sondern ein bitterer und trockener Tee!

„Sei gewiss, lebe mit der Natur und versuche sie nie mit Gewalt und Tricks zu bezwingen.“ es war sein Rat.

Immer wieder schrieen wir im Bus oder beim Essen das Wort „zan“ (Super!!!)! Vor allem vor dem TV-Teams Camera. Die Taiwanese waren sehr berührt, dass unsere Gruppe sofot den Draht zu unserer Kultur hatte und das Wort wie ein magische Code zwischen menschlichen Kontakt ausrufte. Taiwanese waren beeindruckt, dass unsere Gruppe, ausnahmelos Stäbchen benutzen konnten. Sie waren beeindruckt, dass die Gruppe so taiwanesisch waren, wie sie sich nie vorstellen konnten!

Fremdheit kann spannend sein. Für die Taiwanese war es fremd, dass diese Fremde gar nicht fremd waren. Wir tranken immer nur Taiwan Bier (Bilu – das Wort war ein Muss für unsere Gruppe), assen immer Reis und Nudel mit Stäbchen, marschierten immer brav hinter dem Meister. Unglaublich!

Irgendwann hat meine Mutter vergessen, dass sie mit den fremden Ausländer paar Tage reiste. Sie sagte zu mir, warum reisen wir nicht noch länger? Es gäbe so viele schöne Orten in Taiwan… Ich sollte allen Leute unsere Telefonnummer geben, wenn sie einmal Taiwan wieder besuchen würden…

„Wie war das Essen?“ „Zan!“

„Wie war der Tee?“ „Zan!“

Dieses Wort wird für immer für unsere Teegruppe in der Erinnerung bleiben!

Alle Wege führen nach Rom, oft über Umwege

Alle Wege führen anch Rom. Das war der erste Satz, was unser Lehrer nach 11 Tagen Teereise uns schenken wollten. Er sagt ganz klar, dass alle Wege nach Rom führen, leider oft über Umwege.

Wie weit ist die Distanz zwischen Vermissen und Vergessen zu messen?

Wie weit ist die Entfernung zwischen Schmerzen und Erkenntnisse auszumalen?

Wie weit ist die Wahrheit zwischen Deiner und meiner zu rekonstruieren?

Kann man es messen?

Oft geht der Weg über den halben Erdkugel.

Oft passiert der Weg über unsere eignen Leichen.

Noch öfters geraten wir in Panik kurz bevor wir ankommen, denn wir nicht wissen, ob wir es auch wert sind und in der Lage wären, anzukommen. Auch wenn jemand auf der anderen Strassenseite zu Dir winkst, traust Du Dir einfach nicht, die Strasse zu überqueren. Denn die Vergangenheit und Angst vor der Zukunft haben wieder die Überhand genommen.

Am Ende fragen wir alle, wozu Umwege? Warum über den halben Kugel und nicht direkt dort hin?

Ich bin über Umwege zu meinem Lehrer gekommen. Bis heute ist es mir klar, es muss halt so sein. Denn ich bräuchte meine Erfahrungen und Enttäuschung bis ich diesen Menschen sehen kann, so wie er ist.

Nach diesen intensiven Tagen mit allen und mit einem Meister bin ich nun tatsächlich fix und fertig heute angekommen. Meine Reise geht heute nachmittags leider schon wieder weiter. 

Er sagte, dass wir lernen können Tee zuzuhören. Es ist nur möglich, die Sprache des Tees kennen zu lernen, wenn wir unsere Sentimentalität beiseite legen. Nur wenn wir nur die Sprache des Tees zuhören können, kommen wir weiter. Die Sentimentalität sollte dem Poet beim Teetrinken allein lassen.

Er schenkte uns ein Schlusswort. Oft gehen wir über Umwege, um Tee oder eine Wahrheit zu erkunden, denn wir nicht unterscheiden können, was wahr und nicht wahr ist. Aber er ist überzeugt, dass jeder Mensch im Herzen ein klarer Blick hat, wenn jemand die Wahrheit spricht. Wahrheit ist – es ist so wie es ist.

Wir haben das – es ist so wie es ist, in den zwei Tage in Mingjian mit Teeblätter hautnah erlebt. Teeblätter sprechen nur eine Duftsprache, nicht eine andere intellektuelle!

„Obwohl wir nicht die gleiche Sprache sprechen, aber wir sprechen von der gleichen Dinge. Denn wir sprechen mit dem gleichen Code.“ Unser Lehrer schenkte uns diesen Satz zum Schluss der Reise. Tee verbindet uns, unser Herzen und unsere Zukunft.

Da er nicht gerne social lifing macht, wollte er nicht mit zum Schluss-Essen. Seine Frau kam mit und sagte ihm, „Du hast so wie so nicht gerne high-classe-japanisch essen. Du liebst nur low-class. Also Du gehst nach Hause und hole uns (mich und sie) ab.“

Der Meister nickte den Kopf.