Archiv des Autors: Menglin

Da Bi Zi Cha! 大鼻子茶

Da Bi Zi Cha! 大鼻子茶

Mitten in Arbeit, ab und zu spüre ich wieder Fernweh. Ab und zu maile ich mitten in Arbeit mit Freunde und jammere gerade über die Bergen von Arbeit. Plötzlich rief der werte Freund Hubert an! Was für eine gesitige Verbindung, dachte ich. Woher wußte er, dass ich an ihn dachte!
„Hey, ein Paket ist für Dich angekommen!“
Ein Paket!
Ach, der Da Bi Zi Cha!
Den Tee, den wir (Aton, ich und die anderen 18 Da Bi Zi) am 25.04 bis zum 26.04 in Mingjian gewendet, gerollt, gepackt und geschafft haben, ist angekommen!

Der erste Tee, der an der Spiegelgasse eintrifft!

Christof und Hans-Jürgen wollte diesen Tee in ihrem Laden Teehaus Schnorr in Frankfurt als „Da Bi Zi Cha“ verkaufen. Da Bi Zi, die lange große Nase, ein Synonym
von weissen Fremden in Taiwan. Die ersten Sätze, die ich unseren Da Bi Zi Freunde beibringen sind:
„Wa shie A – do – Ah. Wo Shi Da Bi Zi.“ Ich bin eine lange Nase auf Taiwanesisch und Chinesisch. Nichts rassistisches dabei. Nur die Realität, die lange Nasen sollen verstehen, wie sie gerufen und genannt werden.

Der Da Bi Zi Cha, ist ein schöner Sijichun. Eine seltene Schönheit. (Darüber schreibe ich ein anderes Mal, um diesen Tee zu widmen.)
Am Tag meiner Abreise traf ich noch dem Fondmanager bei Aton-Lehrers Büro. Cheng war selbst nach Mingjian zu usnerem Termin gefahren. Keine Ahnung, was er da suchte. Aber er hat nichts an diesem Tee beigetragen. Ich wollte noch drei Tees mit Aton anschauen. Er war zufällig da und trank gerade unseren Da Bi Zi Cha! Er fragte mich, „Schwesterchen…“ (Was für eine furchtbare Anrede! Linmei oder Shijie etc. sind reservierte Anrede für meine sehr guten männlichen Freunde.),

„Wie viele Kilos teilst Du mit mir?“
„Gar Nichts.“
Wie kommt er auf die Idee!?

Taiwan sucht 100 Scouts

Taiwan Tourismus erwacht…

Das Taiwan Tourism Bureau sucht weltweit nach 100 Taiwan-Scouts, die in Zweierteams auf die Insel im Westpazifik reisen und sich mit 160 Euro pro Tag ein viertägiges Programm zusammenstellen dürfen.

mehr Info.

Vielleicht wurde diese Idee inspiriert von unseren Tee-Reiseblogs!

Worte

Meine Großmutter bereitete sich für ihren Tod seit sie sechzig wurde. Sie kaufte immer wieder neue Seidebluse und getrickte Schuhe. Immer wieder erzählte sie meiner Mutter, wie sie bei der ersten Todesfeier angezogen werden sollte und wie sie gerne bei der letzten Feier – Beisetzung aussehen wollte.

Sie war eine launisch emotionale Person, die das Leben der anderen erschwerte – sicher beabsichtigte sie es nicht. Je nach ihrer Laune wurde der Hochblutdruck meiner Mutter unterschiedlich gemessen. Als junges Mädchen sah ich, wie meine Großmutter und Tante schwer gegen ihre eigene Emotion zu kämpfen hatten und anderen Menschen zum Opfer machten. Ich schwöre einmal, dass ich nicht das Spielball werden will – von meiner eigenen Emotion.

Man wird trotzdem Spielball von eigenem Konstrukt und von der eigenen Emotion, vor allem wenn man verweigert, eigene Innenwelt zu beobachten – eigene Reaktion zu hinterfragen und zu zweifeln. Wie viele Menschen können denn ihre Gefühle benenen? Wenn das Herz spürt, dass es zwischen Menschen etwas nicht stimmt. Vielleicht stimmt etwas nicht mit uns, vielleicht mit andren, man spürt bloss eine Negativität, die ausgelebt werden muss. Dann entsteht Konflikte. Anstatt die Dinge zu benennen, direkt auszusprechen und anzusprechen, werden Konflikte emotional ausgetragen. Das sind Beziehungskriege oder wahre Kriege.

Manchmal ist es die Brutalität des Nicht-Benennen-Könnens so brutal, wenn jemand stirbt. Der Tod bringt alles zum schweigen.

Mein Zenlehrer ist tot. Bis jetzt habe ich noch nicht geweint. Nur heute in den kurzen Moment mit Anna im Telefon fing ich an plötzlich zu weinen. Sie sagte mir, dass sie auch noch nicht geweint hat. Wir müssen uns sehen, um zu weinen. Ende Mai sollen wir zusammen in Berlin richtig weinen. Und beim Weinen über Michel sprechen. Über Michel sprechen anstatt mit ihm zu sprechen. 

Worte können nicht ausdrücken wie ich fühle – Schweigen auch nicht.

Bevor die Reisegruppe in Taiwan eintraf, bevor mein Vater sein Cognac mit den Teefreunde aus Europa „Ganbei“ machte, erlitt er einen kurzen Schlaganfall. Es war in der weltlichen Zeit nur 15 Sekunde. In meiner Zeit war es die Ewigkeit. Wir dachten, das war der Tod und das wars.

Keine Zeit Abschied zu nehmen. Keine Zeit, alles Gute zu wünschen. Er hatte keine Zeit, keine Möglichkeit uns etwas zu sagen. Wir hatten keine Zeit und keine Chance ihm etwas zu sagen. Er erreicht einiges in seinem Leben, was nichts mitgenommen werden könnte! Er kam mit einem nackten Körper und würde genau so gehen mit einem nackten Bauch. 

Wozu Reichtum und Glanz? Vor dem Tod sind wir alle gleich. Niemand nimmt beim Tod etwas mit. Wenn das Herz nicht gelebt werden kann, bringt das ein bisschen Geld und Ruhm nichts weiter. Das Herz, das uns mit anderen Menschen verbindet, leidet, wenn wir uns zu viel biegen müssen. Manchmal sind wir so verbogen, dass wir es selbst nicht mehr merken.

Nach dem Erwachen ass mein Vater weiter an seine Papaya, als ob es nichts passiert wäre. Zum Krankenhaus verweigerte er, zum Arzt geht er nicht. Meine Familie fühlte sich verzweifelt. Ich sagte meinem Vater, dass er viele gute Lebensversicherungen abgeschlossen hat und viele Immobilien als Sicherheit hatte. Wir, die Hinterbliebenen wären gut versorgt. Uns würde es auch gut gehen ohne ihn. Aber er muss für sich selbst schauen, wenn er uns länger sehen will. Mein Vater war sprachlos über meine Direkheit. Kannst Du für ihn leiden? Kannst Du für ihn zum Arzt gehen? Kannst Du für ihn sterben? Er muss selbst gut leben wollen.

In diesen kurzen 15 Sekunden verstand ich, nicht zu schweigen. Die unausgesprochenen Worte würde mein Grab zu schwer machen, dass ich keine Ruhe fände. Das Herz ist bereits tot, aber die Worte haften noch in Steinen und suchen nach dem Licht. Die ungeweinten Tränen können im Grab eine Überschwemmung verursachen. Worte kann mein Gefühl nicht ausdrücken, schweigen leider auch nicht!

Päonie und Teaparty

ml+hannes Hausherr Hannes und Menglin (ich habe normalerweise nicht diese Gestik – ich wurde aufgefordert, Akuan nachzumachen. Natürlich lachten alle dabei…)

Mit dem Schlüssel von Shui Tang ging ich zum Teaparty im Zürichberg.

Es ist wieder Päonie-Zeit!

Hannes hat einen wunderschönen Garten mit traumhaften Seeblick. So einen Garten gibt es genügend in Zürich, aber so ein Garten plus Päonie gibt es nur einen – nur beim Hannes!

Wer waren alle eingeladen? Nur Teeliebhaber!

Unsere Gruppe auf der Teereise waren alle da – nur Christian, Cordula und die lieben „Deustchen“ haben uns gefehlt! 

Wir haben uns richtig gefreut, so schnell wiederzusehen! Wir haben uns umarmt, geküsst und liessen die schönen Erinnerungen, die wir gemeinsam haben, nicht los!

Beatrice brachte ihr Kopftuch, ihr Kittel mit, was Aton ihnen schenkte. Ihr wertvolle Steinkanne, die sie beim Herrn Lin in Gingge kaufte, brachte sie zur Party! Gerne trug Hannes wieder sein Arbeitskittel und sorgfältig sein Kopftuch. Wir wurden aufgefordert ein „typisches“ Taiwan-Foto zu machen. Alle schrien gleichzeitig „Zan“! und im Lachen dachten wir wieder an die schöne Zeit!

„Es war so eine schöne Reise! Einmalig!“

Ja.

Wenn Teeclub mir nicht so viel Vertrauen geschenkt hätte, wenn die Teilnehmer nicht so viel Vertrauen Aton-Meister geschenkt hätte, wäre nicht diese Reise in dieser Form entstanden! Rührend liefen die groß und lang Nase hinter dem Meister Aton durch die Teegarten und Strassen. Ohne zu hinterfragen, assen sie das, was ihnen serviert wurde. Sie machten das, was der Meister aufforderte. „Wie habt ihr denn es geschafft?“ fragte ich die anwesenden europäischen Individualisten. „Als ich ihn sah, wußte ich, er verdient mein Vertrauen.“ sagte Hans. Alle nickten den Kopf. Vertrauen… Vertrauen!

Vertrauen ist der Schlüssel zum Herzen!

Wir bewunderten die Blumen. Wir bewunderten die Gastfreundschaft des Hannes! Es gab Englisch-Cake von Beatrice, Quark-Kuchen von Heidi und mein Lieblingsgebäck Madeleine von Baumann! (Dass Hannes dran dachte!) Für uns haben Jürg und Daniel Tee gemacht – natürlich den besten Oriental Beauty, den der Hannes auf der Reise ergatterte! Wie großzügig! Was für ein großes Herz!

Joseph Joseph und Päonie, zwei Schönheiten…

Der Schlüssel

Der Schlüssel

Zuerst war es nur ein Modellhaus, was Jörg und Marcel für mich baute. Carola nannte es Puppenhaus. Ich sollte jeden Tag Puppen spielen, damit ich mich an den Ablauf und die Situationen gewöhnen kann!
Im Geist war es nur ein Modellhaus und es schien so weit entfernt. Ich ging nach Berlin, nach Bangkok, nach Taiwan und mit der Gruppe durch die Teebergen. Nun kam ich zurück. Das Haus ist in einem neuen Glanz…

Wistaria 

Das Haus duftet nach Wistaria! Das entzückende Gemälde schickte ich sofort per Handy in die alle Richtungen. Meine Schwester sagte, unser Teelehrer Aton würde sofort kommen – nur Wistaria wegen! Akuan würde kommen wegen Schokolade.

Der Laden schien gute Leute gefunden zu haben. Er strahlt im Licht und Licht aus.

Laden 

Ganz leise lief ich hinein. Der Maler machte gerade pause. Der Hausherr war nicht zu finden. Die Tür war offen. Ich schleichte ganz leise, ich wollte den Hausgeist nicht stören. Er kennt mich noch nicht gut, obwohl er mich gefunden hat. Wir werden uns bestimmt vertragen, aber ich bin noch nicht offiziell da. 

In der Ruhe bewundere ich die Ruhe. In der Ruhe bewundere ich die liebvollen Details, die Onejiang (Schwesterchen) Ursula (die Shui-Tang Designerin) und meine lieben Vermieterin in meiner Abwesenheit verzauberten.

Als meine Vermieter mir zeigten, was nun alles steht. Mich überkam ein glückliches Strom. Sie haben ihre Liebe in diesem Haus gesteckt. Diese Liebe bekomme ich für Shui-Tang. einfach so. Hochwertige Renovation und erstklassige Ausstattung! „Ich weiß nicht, was ich sagen soll! All das was Sie für mich tun, weiss ich sehr zu schätzen!“ sagte ich zu den beiden lieben Leute. „Sie sind auch immer so gültig zu uns.“ meine Vermieterin nahm meine Hand. Der Schlüssel zum Shui-Tang war die Liebe zum Tee von Hubert – er hat mir diesen Ort vermittelt. Mein schlüssel zum Shui-Tang war meine Liebe und Leidenschaft zum Tee, die ich nicht aufgebe. Den Schlüssel von Schui-Tang bekam ich von diesen lieben Leute, weil sie ihr Haus lieben. Sie geben und tun das Beste für ihr Haus. Shui-Tang hat das Glück, hier zu sein!

Ich bekam den Schlüssel. Morgen kann ich Chragi zeigen, damit er weiter an Shui-Tang Brand arbeiten kann. Ich wollte noch viele Leute zeigen, die den Schlüssel zum Shui-Tang haben – die Liebe zum Tee. Vielleicht, vielleicht ist der Schlüssel zu anderen Teeliebhaber die gemeimsame Sprache des Herzen!

Shui-Tang ist nicht Menglin. Zuerst wurden meine Vermieter enttäuscht, dass mein Name nichts mit dem Brand zu tun hat. Ich versuchte ihnen zu erklären, dass gute Dinge für sich selbst sprechen. Shui-Tang ist ein Synonum von guten Tee. Shui-Tang kann für sich sprechen. Menglin steht dahinter, aber es ist nicht Menglin, die der Schlüssel ist. Es sind die Liebe zum Tee, die Liebhaber des Tees, die gemeinsam Shui-Tang tragen, und das Herz, das hier ausgelebt werden kann!

Ein hervorragendes Protokoll für die Teeproduktion

hans (Hans stand ganz links im Bild)

Ich lernte Hans kennen bei der Teeclub-Hauptversammlung in letztem Herbst. Damals wurde unsere Teereise vorgestellt.

Er sagte mir, dass er nur mitkommen würde, wenn die Reise sich auf Taiwan konzentriert.

Die Reise des Clubs musste dann tatsächlich konzentriert werden, als ich wußte, dass ich Anfangs Mai nach Belgien fliegen musste.

Hans kam mit, als der letzte Teilnehmer.

Als der letzte Teilnehmer, ein sehr gut vorbreiteter Teilnehmer. Denn er lernt seit 15 Monaten Chinesisch. Hervorragende Aussprache, was mich zuerst recht überraschte.

Ruhig, interessiert und offen sah ich ihn oft in der Runde. Angenehm und freundlich. Er führte das Protokoll unserer Teeproduktion. Ich sagte ihm, dass er sich immer an dem Meister orientieren muss. Dieser Mann springt überall hin und hält keine Konvention. Er zeigte uns das, was er für richtig und wichtig hält und wiederholte es nicht zum zweiten Mal. Wenn Hans es verpassen würde, würde es mir nur leid tun. „Sei wach und klar wie ein Zen-Schüler.“ scherzte ich. Er musste einen klaren Überblick haben, beobachten, was geschah und konzentrieren, was der Lehrer tat. Dabei sich selbst vergessen.

Das beste Protokoll über die Teeproduktion, würde ich sagen, ist in seiner Hand entstanden.

Das Wichtigste für uns ist zu verstehen, dass es nur die Produktion eines Oolongs ist – beschränkt auf das Region Mingjian und im Frühling. Es ist nicht allgemein gültig. Aber ein schöner Überblick über eine Oolongproduktion!

Hier. Kopie Right von Hans Reinle!

Hans