Der Garten Getsemani

Kennst Du das Gefühl, von Gott oder Götter verlassen werden?
Ich kenne das Gefühl voller Zweifel und Jammer und voller Fragezeichen von „Warum ausgerechnet ich?“
Jede Begegnung – auch wenn sie scheinbar harmlos und unbedeutend ist, verbirgt oft ein Spiegelbild. Ein Spiegelbild von innen und aussen.
Der gerade 13 Jahre gewordene Serafino erzählte mir von seinem Kummer und Zweifel. Warum ist es mir passiert, fragte er sich selbst oder mich.
Er erzählte mir in einem Moment, als ich mir ebenfalls dieselbe Frage stellte. Warum ich? Habe ich nicht genügend getan, habe ich nicht tief genug reflektiert? Warum? Warum schon wieder?
Seine Augen voller Leiden, sein Gesicht im Dunkel.
Ich verstehe es, mein lieber Engel. Wir werden nie Antwort finden auf diese Fragen. Es ist so im Leben, dass wir immer wieder kein Licht sehen und keinen Weg finden. Nicht weil wir falsch sind, nur weil das Leben so ist.
„Du bist nicht alleine. Ich bin auch so. “ Meine Träne flossen runter. Er schaute mich mit einem Ernst an.
Ich bin auch so.
Nicht nur ich.
Jeder von uns kennt das Gefühl von Ohnmacht und Zweifel.
Auch Jesus kennt das.
Im Garten Getsemani ringte er mit seiner Angst und Zweifel. Er litt unter der Verlust zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen.
Und Dann wurde er verhaftet und bekreuzt.
Das war der Grund warum wir Ostern feiern.
Feiern um bewusst zu werden.
Ich bewundere den mutigen Jesus und erkenne meinen Jesus in mir gleichzeitig.
Die Gleichzeitigkeit des chronologische Kalenders, des geliebten Kindes und eigener Geschichte verschmelzen zu einem Bild.
Der Garten Getsemani erzählt uns nicht von einem Märchen oder von einem chronologischen Ereignis. Sondern von einem immer wieder zurückkehrenden und unvermeidbaren Thema – wie gehen wir mit Angst und Zweifel, Verrat und Liebe um.
Keiner kann dem Thema entgehen.
In meinem Garten Getsemani lerne ich Demut und Mut. Demut, weil ich die Grenze des Menschlichen erkenne, seine Grösse erlebe und in dieser Einschränkung das Menschlichen nicht verraten will. Mut zu haben, um das Leben zu erleben, wie es ist.
„Hat das Leben einen Sinn?“
„Nein. Es hat keinen. Nicht einmal Tee gibt uns einen Sinn. Das Leben ist bloss zu leben.“

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